Du betrachtest gerade Südafrika – von Rhodes nach Port Elizabeth/Gqeberha

Dir furchtbarste Strecke, die ich jemals gefahren bin

Datum21.05.2026 – Tag 43
StartRhodes
ZielRhodes
gefahrene Kilometer97 km
Kilometerstand62847 km

Ich stand um 9:20 Uhr auf, zog mich an und ging hinüber in den kleinen Dorfladen um mir eine Packung Milch für mein Müsli zu kaufen. Außerdem ging ich nochmal ins Hotel um meine Rechnung von gestern Abend zu begleichen. Da funktionierte das Kreditkartenlesegerät nämlich nicht. Doch es war niemand im Hotel. Ich würde es heute Abend nochmal versuchen.

Ich setzte mich an den Fernseher, schaute etwas 3sat Realsatire auf YouTube und aß mein Müsli.

Gegen 11:20 Uhr machte ich mich auf den Weg in die Berge. Ferdinand hatte mir eine Route über 2 Pässe empfohlen. Leider war die deutlich schwieriger als die Strecke, die ich gestern gefahren bin. Selbst ohne Gepäck hatte ich teils größere Schwierigkeiten und weder Landschaft noch Wetter haben die Strapazen gerechtfertigt. Aber ich nahm es als Offroad Training und hoffte, dass der Abschnitt zum 2. Pass etwas einfacher würde. 

Das war leider ein Trugschluss. Es wurde immer schwieriger und als es in eine steile und sehr ruppige Bergaufpassage ging passierte das Unglück. Seit 30.000 Kilometern seit der Lagunenroute in Bolivien bin ich mal wieder gestürzt. Bzw. mir ist das Motorrad beim Abfangen im Stand umgefallen. Tja, obwohl ich ohne Gepäck unterwegs war wog die Kiste immer noch geschätzte 260 kg und als ein Lauch der ich nun mal bin, habe ich es nicht geschafft sie hochzuheben. Doch zum Glück war mir das ja schon vor der Reise bewusst und ich hatte eine Aufstellhilfe dabei.

Doch da kam der nächste Schreck. Als ich sie zusammenbauen wollte passte eine Verbindungsstange nicht in das Außenrohr. Das Problem war, dass sich ein kleiner Grat gebildet hatte. Keine Ahnung wo der her kam, doch ich musste ihn irgendwie wegfeilen. Da ich aber keine Feile in meinem Bordwerkzeug hatte, suchte ich mir einen einigermaßen handlichen aber rauen Stein und begann wie die Menschen in der Steinzeit, ihn als Feile zu benutzen. Das klappte mit dem relativ weichen Aluminium ziemlich gut und nach ein paar Minuten passten die Teile endlich ineinander.

Doch nun kam das nächste Problem. Als ich den Gurt einlegte und anfing das Motorrad mit der Ratsche aufzustellen, begann immer wieder ein kleines Stück zurück zu rutschen. Ich hatte zwar den ersten Gang drin und auch die Vorderradbremse mit einem Klettband zugezogen, doch da noch keiner der Reifen den Boden berührte (das Motorrad lag ja komplett flach auf dem Boden) konnte auch kein Reifen das Rutschen verhindern.

Ich musste die Spannung also wieder lösen und die Stütze etwas weiter hinten aufsetzen, so dass sie das Motorrad gleichzeitig auch ein wenig gegen den Berg abstützte. Das half zum Glück und nach einer Weile stand das Motorrad wieder. Leider habe ich mir dabei mein Luftsitzkissen zerstört.

Es dauerte insgesamt etwas über eine halbe Stunde bis ich wieder weiter fahren konnte. Ich überlegte, ob es nicht vielleicht besser sei wieder umzukehren, doch ich dache mir es könnte kaum schlimmer werden. Außerdem verlief ein großer Teil des Rückweges auf den Straßen, die ich gestern schon mit vollem Gepäck gefahren bin und die sich gut fahren ließen. Würde ich jetzt umkehren müsste doch sämtliche üblen Passagen erneut fahren.

Im Nachhinen gesehen wäre das trotzdem die bessere Entscheidung gewesen, denn je länger ich fuhr desto schlimmer wurde es. Besonder als es nach dem 2. Pass bergab ging. Teilweise war der Weg so Steil, dass die losen Steine mit aneinandergebundenen Autoreifen befestigt werden mussten. Außerdem wurden auch die Schlaglöcher immer tiefer und ich weiß nicht wie oft ich mit meiner Bashplate auf dem Bodenaufgeschlagen bin.

Das schlimmste waren jedoch die Schlammlöcher, die äußerlich recht harmlos aussahen, doch teilweise extrem tief waren. Normalerweise erwarte ich dass eine ca 1,50 Meter lange Pfütze nicht mehr als 10-20 cm tief ist. Doch im schlimmsten Loch  hatte ich das Gefühl, ich wäre einen halben Meter tief eingesackt. Jedenfalls sank ich so tief ein, dass selbst die Fußrasten voll im Schlamm hängen geblieben sind und mich im Waser deutlich abbremsten so dass ich fast stehen geblieben wäre. So etwas hatte ich noch nie erlebt.

Zum Glück schaffte ich den Abstieg ohne weiteren Sturz und als ich das Tal erreichte kam dann die nächste Überraschung. Der Weg war durch einen Schlagbaum versperrt und als ich mich an ihm vorbei quetschte sah ich ein Schild, dass die Straße eigentlich gesperrt war. Das konnte ich gut verstehen, ich fragte mich nur, warum man solch einen Schlagbaum mit Schild nicht auch auf der anderen Seite der beiden Pässe hätte aufstellen können. Dann wäre mir die Tortur heute erspart geblieben.

Von hier war es laut Google Maps nur noch eine Stunde bis zurück nach Rhodes. 

Da die Straßen für Dirt-Roads verhältnismäßig gut  waren, schaffte ich es in 1¼ Stunden.

Um 16:45 Uhr erreichte ich dann endlich mein Unterkunft. Die Runde, die laut Google Maps hätte 2½ Stunden dauern sollen, dauerte am Ende 6 Stunden.

Daraus habe ich 2 Dinge gelernt. 

1. Vertraue niemals den Streckenempfehlungen eines verrückten Hobby-Rallyfahrers. Die haben eine deutlich andere Definition von „nicht übermäßig schwierig“.

2. Halte Dich ab jetzt fern von keinen Dirt-Roads, die in den Bergen über hohe Pässe führen.

Zurück in Rhodes traf ich den jungen Mann vom Hotel gegenüber und fragte nochmal nach Benzin. Ich hatte noch etwa genug für 90-100 Kilometer und die nächste Tankstelle war genau 100 Kilometer entfernt. Das könnte sich ausgehen, oder auch nicht. Er versuchte den Inhaber vom Hotel zu erreichen, der mir ja heute morgen den Sprit von der Farm mitbringen wollte, doch der ging nicht ins Telefon. 

Doch dann kam seine Frau und als ich sie fragte, meinte sie, ich könne morgen früh etwas bekommen. Das was sie heute morgen mitgebracht hatten, hat wohl im Laufe des Tages jemand anderes bekommen. Jedenfalls war der Kanister auf dem Pickup leer.

Naja, morgen früh reichte für mich ja auch noch und im Zweifel würde ich es riskieren und besonders langsam und spritsparend fahren. Da der Ort mit der Tankstelle auch 400 Höhenmeter tiefer lag, sollte sich das ausgehen.

In meinem Ferienhaus nahm ich eine super angenehme heiße Dusche und setzte mich dann mit dem Laptop vor meinen Heizlüfter in den Fernsehsessel und schrieb diesen Tagebucheintrag.

Um 18:30 Uhr ging ich rüber ins Hotel. Dort gab es heute wieder ein Mehrgängemenü. Ich war gespannt was es diemal gab. Als ich zuvor die Dame des Hauses fragte meinte sie, eine Suppe, ein Hühner Pie und dann einen Ausdruck, den ich noch nie gehört hatte. Sie meinte dann nur das seien 5 verscheidene Kleinigkeiten. Ich ließ mich überraschen. Nach den heutigen Strapazen war mir alles recht und nach dem super Essen von gestern war ich mir sicher, dass es heute auch wieder gut würde.

Als ich dort ankam, hieß es das Essen würde erst so gegen 19:00 Uhr serviert. Ich ging nochmal zurück in mein Haus und begann die Bilder von gestern zu beschriften.

Um 19:00 Uhr kam ich zurück, doch alle Gäste saßen noch im Pub. Das Essen verzögerte sich noch etwas. Ich schrieb in der Zeit meinen Instagram Post und bestellte mir schon mal eine Apfelsaftschorle.

Gegen 19:30 Uhr kam die Meute dann in Bewegung und wir zogen aus der Bar in den Speisesaal um.

Leider war es dort etwas kühler und ich saß am weitesten vom Kamin entfernt. Doch auch alle anderen Gästen saßen in ihren Jacken und teilweise sogar mit Schal am Tisch.

Das 5 Gänge Menü bestehend aus: 

  • Brokkoli-Cremesuppe mit frisch gebackenen Brötchen
  • Spinat-Thunfisch-Pfannkuchen
  • Venison (Wild)
  • Chicken Pie
  • Nachtisch 

Im Regen nach Queenstown

Datum22.05.2026 – Tag 44
StartRhodes
ZielQueenstown / Komani
gefahrene Kilometer264 km
Kilometerstand63111 km

Nach den Strapazen gestern hatte ich leider vergessen mir den Wetterbericht anzuschauen. Als ich ihn mir heute morgen anschaute, wünschte ich mir, ich wäre früher als um 8:30 Uhr aufgestanden, denn es war Regen im Anmarsch.

Ich machte mir schnell mein Müsli und packte mein Motorrad. Um 9:40 Uhr war ich abfahrbreit und gab der Dame, die schon hinter dem Haus die Blätter am Zusammenrechen war den Schlüssel.

Auf Google Maps sah ich, dass ich 2 Routenoptionen hatte. Eine ging direkt nach Elliot über 96 Kilometer Dirt Road und die andere verlief über Barkley East über 122 Kilometer und die sollte laut Google Maps nur 2 Minuten länger sein. Ich war noch zu müde um zu begreifen, dass die Strecke von Barkley East nach Elliot geteert war. Daher fragte ich die Dame von der Touristeninformation, die direkt neben meinem Haus lag, welches die bessere Strecke sein und sie meinte ich solle den längeren Weg über Barkley East fahren. Das hatte auch den Vorteil, dass ich dort nach 60 Kilometern schon tanken könnte und nicht erst nach 96 Kilometern in Elliot. 

Somit musste ich auch nicht mehr im Hotel gegenüber nach Benzin fragen, da ich die 60 Kilometer locker schaffen würde.

Doch nachdem ich ca. 100 Meter gefahren war ging nach einer kleinen Bodenwelle plötzlich mein Motorrad aus. Hätte ich das Problem nicht schon in Südamerika gehabt, dann wäre das wohl ziemlich erschreckend gewesen, doch so wusste ich sofort, dass der Schalter des Seitenständers ein Problem hatte. Wahrscheinlich hatte er gestern bei dem häufigen aufsetzen irgendwann einen Schlag bekommen.

Vielleicht könnte es aber auch irgendwie an dem vielen Schlamm gelegen haben, den ich gestern aufgesammelt hatte. Also versuchte ich zuerst mit einer guten Ladung Bremsenreiniger den Seitenständer im Bereich des Schalter zu reinigen und mehrmals ein- und wieder auszuklappen. Doch das half leider nicht.

Also packte ich mitten auf der Hauptstraße mein Werkzeug aus und schloss das Kabel, das zum Seitenständerschalter führte kurz. Durch den permanenten Kontakt der beiden Drähte denkt der Boardcomputer nun, der Seitenständer wäre immer eingeklappt. Und siehe da, nun sprang mein Schätzchen wieder anstandslos an.

Dumerweise hatte mich die Aktione gut 20 Minuten gekostet und da die dunklen Wolken immer näher auf mich zu kamen, entschied ich mich dazu sofort meine Regensachen überzuziehen. Das war eine gute Entscheidung, denn als ich alles angezogen hatte und um 10:05 Uhr dann endlich Rhodes verließ begann es auch sofort zu regnen.

Das war natürlich das Letzte was ich mir auf diesen Dirt-Roads gewünscht hatte. Google Maps zeigte mir 1 Stunde und 9 Minuten für 60 Kilometer bis Barkley East an.

Das hätte ich nicht mal im Trockenen geschafft, doch im Regen schon gleich 3 mal nicht. Ich fuhr entsprechend langsam und kam auch das ein oder andere Mal leicht ins Rutschen. Zum Glück niemals so sehr, dass ich einem Sturz nahe gewesen, oder gar tatsächlich gestürzt wäre. Doch dadurch brauchte ich knapp 3 Stunden für die 60 Kilometer bis ich endlich die Tankstelle in Barkley East erreichte.

Dort tankte ich nicht nur, sondern schaute auch nach etwas zu essen. Sie hatten zwar keine warme Theke wie einige andere größere Tankstellen, doch es gab zumindest Pies. Ich kaufte mir ein Steak Pie, das es in einerm Angebot mit einer Cola für 35 Rand gab. Nachdem ich gegessen hatte schrieb ich noch meiner Unterkunft, dass ich die zuvor avisierte Ankunftszeit von 15:00 bis 17:00 Uhr nicht schaffen würde und es wohl eher 17:00 bis 17:30 Uhr werden würde.

Als ich weiter fuhr hörte es langsam auf zu regnen und die Straße war ab hier für den Rest des Weges geteert. Endlich hatte ich wieder die Zivilisation erreicht. 

Gegen 14:00 Uhr kam dann auch endlich die Sonne zum Vorschein und ich hielt an um meine Reifen wieder aufzupumpen. Das hatte ich zuvor an der Tankstelle vergessen.

Ab nun machte das Fahren abgesehen von den kalten weil nassen Füßen wieder Spaß. 

Um 16:30 Uhr erreichte ich den Checkers Supermarkt in Queenstown, wo ich mir noch Joghurt für mein Müsli am nächsten morgen sowie etwas zum Abendessen gekauft habe. Im Checkers gibt es in der Regel das beste warme Buffet, wobei in diesem Checkers die Auswahl nicht ganz so groß war. 

Ich entschied mich für Fisch mit Gemüse und Kartoffeln und dazu einen Salat. Das ganze hat etwas über 5€ gekostet. Zusammen mit einem Obstsalat, einem Trinkjoghurt und einer Samosa, die ich gleich auf dem Parkplatz gegessen habe, hatte ich 7,50€ bezahlt.

Um 17:15 Uhr kam ich dann kurz vor Einbruch der Dunkelheit an und ich durfte mein Motorrad unter einer Überdachung von einem nicht vermieteten Zimmer parken.

Leider hatte ich in dieser Unterkunft ausnahmsweise mal keine Mikrowelle. Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet. So musste ich mein Abendessen kalt essen. Doch es war trotzdem noch unerwartet lecker.

Anschließend beschriftete ich die paar Bilder, die ich heute gemacht hatte und buchte meine nächste Unterkunft in Addo. 

Außerdem schrieb ich Ferdinand, dass ich am 25. in Port Elisabeth ankommen würde. Er hatte mir ja angeboten bei ihm zu übernachten. Bin war gespannt, ob das Angebot noch steht. 

Außerdem schaute ich nach Game Drive Möglichkeiten im Addo Elephant Park.

Da ein einzelner Drive nur 2 Stunden dauert überlegte ich mir, ob ich nicht vielleicht 2 buchen sollte. Einen morgens und einen am Nachmittag. Bei den Nationalparks ist es leider von Nachteil, wenn man mit einem Motorrad unterwegs ist, da die in Nationalparks grundsätzlich verboten sind. Mit einem Auto hätte ich den ganzen Tag selbst umher fahren und mir die Elefanten so lange anschauen können wie ich wollte. Doch als Motorradfahrer war ich auf die 2-stündigen Game Drives für jeweils 27€ angewiesen.

Ich überlegte mir auch, ob ich mir nicht vielleicht ein Auto mieten sollte, doch das war in dem Ort Addo selbst nicht möglich. Und extra noch über eine Stunde länger nach Port Elizabeth zu fahren um mir dort ein Auto zu mieten und dann wieder zurück zu fahren, dafür hatte ich keine Zeit. Außerdem wusste ich ja auch nicht, ob ich mein Motorrad bei der Autovermietung hätte sicher parken können so lange ich das Auto mietete.

Also machte ich es wie schon in den Nationalparks zuvor und buchte mir den Game Drive, bzw. diesmal gleich 2. Einen um 9:00 Uhr und einen um 15:00 Uhr. So war meine Chance zumindest doppelt so groß ein paar Elefanten zu sehen.

Und da mir die Sache mit dem Auto nicht aus dem Kopf ging, schaute ich mir noch ein paar YouTube Videos an von 2 jungen Leuten aus Bayern, die sich aus einem Bausatz eine Wohnkabine für einen Toyota Hilux gebaut haben. So etwas könnte ich mir auch gut für mich vorstellen. Dann könnte ich selbst durch die Nationalparks fahren und könnte nachts auch mal auf billigen Campingplätzen übernachten oder ab und zu auch mal Wild campen. Das wäre nochmal ein ganz anderer Grad an Freiheit. Dafür aber auch um ein vielfaches teurer als mein Motorrad. Aber man darf ja noch träumen …

Weiterfahrt nach Addo

Datum23.05.2026 – Tag 45
StartQueenstown / Komani
ZielAddo
gefahrene Kilometer342 km
Kilometerstand63453 km

Der Wecker klingelte um 8:30 Uhr. Ich hatte einen Obstsalat und einen Trinkjoghurt zum Frühstück und packte meine Sachen.

Um 9:30 Uhr fuhr ich los in Richtung Addo zu den Elefanten.

Ich hielt nochmal schnell in Queenstown um zu tanken. Von hier hatte ich laut Google Maps noch gut 5 Stunden Fahrt vor mir. Ich kaufte mir noch einen Wrap an der Tankstelle zum Frühstück und als ich endlich los fuhr war es schon 10:00 Uhr.

Doch da ich im Navi diesmal die Streckenberechnung für Motorräder und nicht für Autos eingestellt hatte, waren die 5 Stunden tatsächlich realistisch. Für Autos gab das Navi 4¼ Stunden an.

Die Strecke war verhältnismäßig langweilig. Gute Straßen, wenig Kurven und nur kleine Hügel, zumindest verglichen mit dem was ich in den letzten 2 Wochen gewohnt war. Doch das tat nach den Strapazen von vorgestern und dem Regen von gestern auch mal ganz gut.

Irgendwann traf ich mal wieder auf eine dunkle Wolke und befürchtete dass mich der Regen wieder eingeholt hätte. 

Doch ich hatte Glück. Nachdem ich das Foto gemacht und die Handschuhe wieder angezogen hatte war die Wolke auch schon wieder vorbeigezogen.

Als ich dann zu einem kleinen Pass kam fuhr ich mitten in eine Wolke hinein. Da hielt ich vorher schnell nochmal an um mir meine Regenjacke anzuziehen. Ansonsten wäre es kalt geworden.

50 Minuten bevor ihr meine Unterkunft erreichte, führte mich Google Maps nochmal auf eine Dirt Road nach Peterson. Es war aber nur eine kurzes Stück von ca. 20 Minuten. Da ich hier am Rande des Nationalparks war, schaute ich immer mal wieder nah links und rechts, ob ich nicht irgendwelche Tiere sehen würde. Und kurz bevor ich zu einer Baustelle kam wo ich 10 Minuten warten musste, sah ich tatsächlich einen Strauß, ein Kudu und 2 Warzenschweine. E ist ein ganz anderes Gefühl die Tiere zufällig vom Motorrad aus zu sehen, als gezielt auf einem Game Drive.

Ich hoffte ja darauf, dass ich später in Botswana ein paar Tiere in komplett freier Wildbahn von der Straße aus sehen kann. Das wäre die absolute Krönung.

Um 15:30 Uhr kam ich in meiner Unterkunft an. Die durchaus attraktive Tochter der Hausherren half an diesem Wochenende aus und zeigte mir mein Zimmer. Sehr schön eingerichtet und sehr groß. Mit komplett ausgestatteter Küche. Ich packte schnell aus und fuhr nochmal in den Ort um im SPAR einkaufen zu gehen. Heute habe ich es wohl ein wenig mit den Süßigkeiten übertrieben. 🙈

Zurück auf dem Anwesen nutzte ich die letzen Sonnenstrahlen um einen kleinen Rundgang zu machen. Hier gibt es nicht nur die kleinen Apartments wie ich eines habe, sondern auch größere Häuser und auch ein paar Camping-Stellplätze. Auf einem stand ein Offroad Wohnmobil auf Basis eines Toyota Landcruisers. Das wäre mein Traum für Afrika. 

Würde ich mir einen solchen kaufen, wäre meine Reise allerdings auch sofort beendet, da mein gesamtes Erspartes dafür drauf gehen würde.

Zu meiner Überraschung gab es auch eine Antilope im Garten, die umher spazierte und den Rasen kurz hielt. Überhaupt sah das gesamte Gelände eher wie ein botanischer Garten aus als eine Gästeunterkunft. Hier könnte ich es auch länger aushalten. Leider lässt das mein Zeitplan nicht zu. In genau 30 Tagen musste ich in Windhoek in Namibia sein.

2 grandiose Game Drives im Addo Elephant Park

Datum24.05.2026 – Tag 46
StartAddo
ZielAddo
gefahrene Kilometer28 km
Kilometerstand63481 km

Der Wecker klingelte um 7:35 Uhr. Unmenschlich…

Ich beeilte mich mit meinem Müsli und meinem Kaffee und sprang noch schnell unter die Dusche. Ich wollte ja nicht, dass ich mit meinem Gestank die Tiere verscheuchte.

Ich erreichte den Park um 8:40 Uhr und hatte genug Zeit mich anzumelden, alle Formulare auszufüllen und die Eintrittsgebühr zu bezahlen.

Ich unterhielt mich kurz mit einem der Guides über meinen Motorradtrip. Dann zeigte er mir einen großen Lastwagen, mit dem wir den Game Drive machen sollten. Ich suchte mir einen schönen Platz und legte meinen Sachen dorthin.

Doch kurz nah 9 kam er wieder und meinte, es hätten Leute abgesagt und wir würden jetzt doch den kleinen Jeep nehmen. Das gefiel mir ganz gut. Ich mag die riesigen LKWs nicht so sehr.

In dem Jeep saß schon eine Familie mit 3 Kindern. Ich durfte mich vorne neben die Fahrerin Siya setzen. Sie nannte sich selbst „Siya the girl“, da es wohl noch einen anderen Guide mit dem Namen Siya gab, der allerdings mänlih war.

Ich hatte leider vergessen zu fragen, ob das ihr voller Name oder nur eine Abkürzung war, da ich im iSimangaliso Wetland Park einen Guide namens Siyabonga hatte. Vielleicht hieß sie auch so und Siya war nur die Kurzform.

Dann begann der Game Drive. Die Landschaft war hier wieder komplett anders als in allen anderen Parks. Für meinen Geschmack eher langweilig. Dafür hatte man hier wieder ein etwas authentischeres Gefühl, da die Tiere nicht so nah an der Straße waren. Viele haen wir nur aus der Ferne gesehen, was sich irgendwie deutlich natürlicher anfühlte, dafür aber nicht so ideal für meine schlechten Augen war.

Bis uns plötzlich ein Schakal direkt vor dem Auto über die Straße lief. Ich hatte in Nepal schon mal 2 Schakale gesehen, doch die waren ewig weit weg. Einen aus solcher Nähe zu sehen war eine Premiere für mich.

Aus der Nähe haben wir eine Menge Warzenschweine gesehen sowie ein paar Kudus. Später auch noch 2 Herden von Zebras. 

Anfangs waren wir auf der Suche nach Löwen, von denen es lediglich 6 ausgewachsene und 4 Jungtiere im Park gab. Die sahen wir dann tatsächlich auch in weiter Ferne auf einem Hügel. Ohne Fernglas hätte ich sie gar nicht gesehen und ich befürchtete, dass sie auf dem Foto kaum zu erkennen waren. Dafür konnte ich mich an den Kudus, den Warzenschweinen und den Zebras erfreuen, die wir auf der Suche nach den Elefanten gesehen hatten.

Nun machten wir uns auf die Suche nach Elefanten. Siya fuhr zuerst in eine Gegend in der vor 2 Tagen welche gesichtet wurden. Dort gab es dann auch tatsächlich einen, doch der Stand im Gebüsch und war so weit weg, dass ich ihn nicht sehen konnte. Die anderen aus der Gruppe konnten in wohl erkennen.

Nun fuhren wir noch in einen anderen Bereich des Parks in dem es viel frischen Elefantendung auf der Straße gab. Ein gutes Zeichen. Leider war die Vegetation hier noch dichter. Während der Fahrt sahen wir einen Raubvogel auf einem Baum sitzen. Siya erklärte uns, dass es einer der größten Raubvögel hier sei und er Tiere bis zur Größe von Kaninchen jagen würde. Leider habe ich den Namen nicht behalten.

Irgendwann sah Siya einen weiteren Elefanten, doch der war ebenfalls so weit weg, dass ich ihn nicht sehen konnte.

Sie fuhr eine Weile den Berg hinauf in der Hoffnung, dass wir ihn noch aus der Nähe sehen könnten und dann wie aus dem Nichts stand er ziemlich dicht an der Straße. Diesmal konnte ich ihn sehr gut sehen, doch es waren viele Sträucher und Bäume dazwischen. Daher wechselte ich meinen Sitzplatz und setzte ich mich in die letzte Sitzreihe des Jeeps, die noch frei war, und die deutlich höher war als der Beifahrersitz. Von hier hatte ich den perfekten Blick und konnte ein paar tolle Bilder und Videos machen. Und dann tauchte nicht weit entfernt noch ein zweiter Elefant auf.

Das war das Highlight dieses Game Drives. Siya meinte zu dieser Jahreszeit sei es schwierig die Elefanten zu sehen, obwohl es 700 davon im Park gäbe. Da es ihnen zu kalt ist, halten sie sich hauptsächlich im dichten Wald auf, der sie vor dem Wind und der Kälte schützt.

Im Sommer müsse man wohl nur zu einem Wasserloch fahren und würde dort so gut wie immer eine große Anzahl an Eleganten vorfinden.

So waren wir glücklich wenigstens die beiden gesehen zu haben.

Zurück an der Rezeption musste ich noch 4 Stunden bis zum nächsten Game Drive im 15:00 Uhr überbrücken.

Es gab einen Aussichtspunkt, von dem aus man ein kleines Wasserloch sehen konnte. Doch dort war eine Familie mit 2 ziemlich lauten Kindern. Ich schätze mal, die waren der Grund dafür, dass sich keine Tiere dort blicken ließen. In der Ferne stand ein Kudu auf dem Berg und mit dem Fernglas konnte ich noch einen blauen Vogel erahnen.  Doch zum Fotografieren waren beide zu weit weg.

Dann ging ich zu einer kleinen Tierbeobachtungshütte wo ich ganz alleine war. Ich hörte Unmengen verschiedener Vögel zwitschern, doch mit bloßem Auge konnte ich keinen einzigen erkennen. Ich nutzte die Zeit und schrieb diesen Tagebucheintrag.

Dann nahm ich mir mein Fernglas und suchte in Ruhe jeden der Bäume ab, doch selbst damit konnte ich keinen Vogel finden, bis dann plötzlich ein relativ großer schwarzer direkt durch mein Sichtfeld flog. 

Kurz nach 12 ging ich zurück um eine Kleinigkeit im Restaurant zu essen. Auf dem Weg kam ich noch an einem kleinen Informationszentrum vorbei an dem es ein Wand mit vielen Tierschädeln gab.

Nach dem Essen wollte ich es mir von innen ansehen. Auch hier war es wieder etwas teuer als gewöhnlich, weshalb ich mir „nur“ einen Burger bestellte, der sehr lecker war. 

Anschließend ging ich in eine weitere Vogelbeobachtungshütte. Die lag direkt an einem kleinen Teich, doch auch hier hörte ich zwar viele Vögel, sah sie jedoch nicht. Bis einer plötzlich direkt vor mir auf der „Fensterbank“ landete. Ca. 30 Zentimeter vor meinem Gesicht. Ich versuchte mich nicht zu bewegen und als er sogar in die Hütte hinein hüpfte, drehte ich langsam mein Telefon um ein Foto von ihm zu machen. Das Bild ist leider nicht so gut geworden, doch es war echt cool, einem scheuen und wilden Tier so nahe gekommen zu sein. Es war schließlich keine Taube auf dem Markusplatz.

Als ich nun zu dem kleinen Informationszentrum gehen wollte kam ich nochmal am Aussichtspunkt am Wasserloch vorbei und sah einen Elefanten langsam den Berg hinunter tappen. Er kam tatsächlich bis zum Wasserloch und ich konnte eine Menge (eigentlich viel zu viele) tolle Fotos machen. Ich blieb dort bis um 15:00 Uhr mein zweiter Game Drive begann.

Anfangs war ich ein wenig skeptisch, da Simni unser Guide und Fahrer schon ankündigte erst mal nicht für Tiere anzuhalten, die etwas weiter weg sind, sondern nur wenn sie wirklich schön nah am Auto sind. Ansonsten will er lieber etwas schneller fahren um Löwen und Elefanten zu suchen.

Letztlich hielten wir dennoch recht oft an und sahen wieder sehr viele Tiere. 

Einmal sahen wir 2 Elefanten ganz aus der Nähe, von denen einer später sogar über die Straße lief. Dann sahen wir noch 2 kleine Herden von Zebras und später auch nochmal eine Gruppe von 4 Elefanten. Alles sehr beeindruckend. Und zwischendurch nicht nur die Unmengen an Kudus, sondern auch ein paar Erdmännchen, die wir bei dem ersten Game Drive gar nicht sahen (und die ich auch in keinem der zuvor besuchten Parks sah).

Insgesamt hat mir die Nachmittagstour noch besser gefallen, da das Licht der tief stehenden Sonne viel schöner war. Und ich setzte mich diesmal sofort nach hinten auf die erhöhten Plätze.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es besser ist einen Game Drive mit erfahrenen Guides zu buchen oder selbst zu fahren. Die Löwen, Elefanten, Erdmännchen und die 2. Herde Zebras hätte ich von selbst nie gesehen. 

Andererseits hätte ich an einigen Plätzen einfach gerne länger gestoppt bzw. auch gerne zwischendurch mal für einige der schönen Vögel angehalten. Für den Guide waren die Vögel nichts besonderes. Die Helmperlhühner hatte ich aus dem Fahrendem Jeep fotografiert und er hat lediglich für den Raubvogel kurz angehalten.

Ich war gespannt wie das in Namibia im Etosha Nationalpark sein würde, wenn wir 3 Tage mit dem Mietwagen durch den Park fahren werden.

Nach der Tour hetzte ich noch schnell durch das Informationszentrum und fotografierte die Info-Tafeon. Zum Lesen hatte ich keine Zeit, da ich ja nicht im Dunkeln zurück fahren wollte.

Auf dem Heimweg hielt ich am SPAR und kaufte mir ein kleines T-Bone Steak und 2 Bratwürstchen mit Gemüse. Die letzten 1½ Kilometer zur Unterkunft musste ich dann im Dunkeln fahren, und gerade die letzten 500 Meter über die schlaglochüberzogene Dirt-Road waren etwas nervig, da ich im schwachen Scheinwerferlicht die Schlaglöcher nicht immer rechtzeitig sah und daher in einige hinein fuhr.

In der Wohnung wärmte ich mir mein Essen auf, was dem leider schon an sich etwas trockenen Steak nicht gerade zu Gute kam. Es wurde sehr trocken. Dafür waren die Bratwürstchen sehr lecker.

Den Rest des Abends verbrachte ich zumindest mal 20 Bilder von heute herauszusuchen und zu bearbeiten um sie auf Instagram zu posten. 

Außerdem schaute ich noch nach einigen Optionen wie man sich einen Toyota Hilux zu einem Einpersonen-Camper umbauen könnte. Irgendwie bin ich noch nicht ganz davon abgekommen eventuell in Zukunft mal eine Reise in Südafrika mit so einem Camper zu machen. Dann fiel irgendwann das Internet aus und es war für mich Zeit ins Bett zu gehen.

Poor Man’s Game Drive

Datum25.05.2026 – Tag 47
StartAddo
ZielPort Elizabeth / Gqeberha
gefahrene Kilometer197 km
Kilometerstand635678 km

Obwohl ich schon um 8:30 Uhr Aufstand kam ich nicht so richtig in die Pötte. Ich frühstückte mein Müsli mit Joghurt und die beiden Wraps die ich mir gestern gekauft hatte und packte meine Sachen.

Als ich aus-checkte war es schon 10:20 Uhr. Eigentlich 20 Minuten zu spät doch da kein anderer Gast nach mir das Apartment gebucht hatte war das kein Problem. Ich blieb noch eine weitere Stunde, schlenderte durch den schönen Garten und setzte mich an den Pool um Tagebuch zu schreiben. Dabei traf ich auch die Besitzerin der Anlage die ab heute wieder da war und mir noch zwei Nationalparks empfahl. Einen im Nordwesten von Südafrika und einen in Botswana an der Grenze zu Namibia. Mal schauen ob ich die auf meiner Reise noch irgendwie integrieren könnte.

Bevor ich los fuhr fragte ich die Dame von der Rezeption noch mal nach der besten Strecke, da ich gehört habe dass es im Norden von Port Elizabeth ein paar Townships gibt durch die man nicht unbedingt fahren sollte. Google gab mir eine Ausweichstrecke doch die Dame empfahl mir direkt durch den Nationalpark zu fahren. Das ist eine Besonderheit da es dort eine öffentliche Straße gibt die frei für alle ist, somit auch für Motorradfahrer. Dennoch liegt sie mitten im Park und man kann theoretisch auf Löwen und Elefanten stoßen somit ist es nicht ganz ungefährlich. Sie wird von den Einheimischen als „Poor man’s game drive“ also „Game Drive für Arme“ bezeichnet.

Doch wann habe ich schon mal die Möglichkeit mit dem Motorrad durch einen Nationalpark zu fahren. Außerdem zeigte sie mir den Instagram Account einer jungen Dame die genau das vor einem Jahr getan hat. Und da ich gestern auf dem Game Drive mitbekommen habe, wie schwierig es überhaupt ist Elefanten oder Löwen zu finden hielt ich es jetzt nicht für sonderlich gefährlich.

Bei der Einfahrt in den Park wurden meine Reifen kurz desinfiziert damit sichergestellt ist dass ich keine Krankheiten einschleppe. 

Auch wenn die Fahrt recht kurz war, war es der absolute Hammer. Ich sah eine große Herde Elefanten in perfekter Entfernung. Nah genug um sie noch fotografieren zu können aber weit genug weg um nicht gefährlich für mich zu sein. Außerdem sah ich auch noch Zebras und Kudus sowie ein paar Vögel die ich allerdings nicht fotografieren konnte. 

Als ich an der Ausfahrt hielt um meine Motorradreifen wieder aufzupumpen, sah ich eine schön blühende Aloe und bei näherem Hinsehen entdeckte ich einen kleinen Salamander oder Gecko oder ähnliches unter der Blüte. Außerdem saß in den Blättern auch eine kleine Schnecke.

Ab hier ging es auf geteerter Straße weiter bis Port Elizabeth. Ich hatte noch etwa eine Stunde von mir.

Dort angekommen hielt ich erst mal auf dem Seitenstreifen der Autobahn um ein Foto vom Meer zu machen. Das hatte ich seit Durban nicht mehr gesehen.

Um 15:30 Uhr erreichte ich das Haus von Ferdinand. Leider lag er immer noch im Krankenhaus. Seine Frau Gen öffnete mir und brachte mich dann in ein anderes Apartmentgebäude 5 Minuten entfernt, in dem sie auch noch eine Ferienwohnung hatten. Die, die ursprünglich für mich vorgesehen war, wurde kurzfristig noch von anderen Gästen gebucht.

Ich packte schnell meine Sachen aus und machte mich dann auf den Weg zur Yamaha Wekstatt. Auf dem Weg hielt ich noch an einem Checkers an, um mir Milch und eine Kleinigkeit zum Essen zu kaufen. Für den akuten Hunger gab es 2 Samosas.

An der Werkstatt angekommen kaufte ich Öl für meinen Luftfilter und fragte, ob sie vielleicht zufällig den Abstandshalter für mein Hinterrad hätten, den die Werkstatt in Mumbai ja improvisiert hattte und mir nicht sagte, dass sie dazu die Lagerdichtung entfernen mussten. Ich verstehe absolut nicht, wie das Lager bis jetzt durchhlaten konnte bei all dem Staub und Dreck in Indien und hier in Südafrika.

Sie hatten leider keinen und der Mann konnte im Computer auch sehen, dass es keinen in in der Südafrika-Zentrale gab. Sie hätten ihn in Japan bestellen müssen mit einer Lieferzeit von 4-6 Wochen. Ich fragte, ob sie einen Metallbauer kennen würden, der mir das Teil vielleicht drehen könnte und ich bekam eine Telefonnummer. Dort würde ich mich am nächsten Tag mal melden.

Da mir der Laden einen guten Eindruck machte und ich ja sowieso in Kapstadt einen Motorservice mit Ventilspielkontrolle machen wollte, dachte ich, ich könnte es auch gleich hier machen. Schließlich verkauften sie hier sogar Teneres und auch eine Tracer 900. Sie kannten sich auf jeden Fall mit den großen Modellen aus.

Der Mann schaute schnell, ob er passende Shims zum Einstelen der Verntile vorrätig hatte und meinte ich könnte am nächsten Morgen um 9:00 Uhr vorbei kommen. Das ganze würde ca. 3000 Rand (ca. 160€) kosten. Im Vergleich zu Deutschland sehr günstig. Dann fragte ich ob sie wenn sie schon mal dabei wären auch die Radlager tauschen könnten, die ich schon seit Südamerika als Ersatzteile dabei hattee. Auch das wäre kein Problem meinte er. Wenn mir der Metallbauer jetzt noch den Abstandshalter drehen könnte, dann müsste ich in Kapstadt gar nicht mehr in die Werkstatt.

Auf dem Rückweg hielt ich nochmal im Checkers um mir mein Abendessen hzu kaufen. Heute gab es Spare Ribs und einen Hähnschenschenkel mit Blumenkohl-Brokkoli Auflauf und Reis. Lecker.

Auf der Suche nach einem Metallbauer

Datum26.05.2026 – Tag 48
StartPort Elizabeth / Gqeberha
ZielPort Elizabeth / Gqeberha
gefahrene Kilometer3 km ( + 35 km mit Ferdinands Motorrad)
Kilometerstand63581 km

Auch heute musste ich schon wieder früh aufsehen, da ich um 9:00 Uhr in der Werkstatt sein wollte. Es gab wie immer Müsli zum Frühstück und dann habe ich noch schnell meinen Luftfilter ausgebaut um ihn später zu reinigen. Außerdem schrieb ich Mark, dem Metallbauer, der mir gestern von der Yamaha Werkstatt empfohlen wurde, eine WhatsApp mit der Frage, ob er mir den fehlenden Abstandshalter für mein Hinterrad drehen könnte.

Um kurz nach 9 Uhr war ich dann in der Werkstatt, habe mein Motorrad abgegeben und dem Mechaniker noch kurz erklärt wo ein paar extra Kabel von der Griffheizung verlaufen, so dass er sie beim Abbau des Tanks nicht beschädigt.

Ich schaute mich noch ein wennig in dem Laden um, da sie ein paar interessante Mesh-Jacken dort hängen hatten.

Nun ging ich zu dem Einkaufszentrum, in dem auch der Checkers Supermarkt war. Dort hatte ich gestern nämlich einen Friseur gesehen und da es schon lange überfällig war, ließ ich mir meine Haare mal wieder stutzen. Dann setzte ich mich gegenüber in ein Café und trank gemütlich einen Cappuccino.

Dann bekam ich eine Nachricht von Gen, der Frau von Ferdinand. Sie hätte einen Interessenten für die Wohnung, in der ich gerade wohnte, sie wollten sie nämlich verkaufen. Ob es ok wäre, wenn um 13:00 Uhr ein Makler vorbeikommen und dem Interessenten die Wohnung zeigen könnte. 

Kein Problem. Ich ging von dem Café ca. 5 Minuten zu Fuß zum Haus von Ferdinand. Er hatte mir nämlich angeboten, dass ich heute sein Motorrad benutzen dürfte solange meins in der Werkstatt stand. Die Haushälterin öffnete mir die Tür, ich holte das Motorrad aus der Garage und fuhr in meine Wohnung, wo ich eine Kleinigkeit aß. Ich hatte mir nämlich noch schnell im Checkers 2 Schälchen Salat gekauft.

Zuhause stellte ich noch eine Ladung Wäsche an und wartete auf die Maklerin. Sie kam um 13:15 Uhr doch der Interessent ließ auf sich warten. Der erschien dann erst gegen 13:40 Uhr und schaute sich zum Glück relativ schnell die Wohnung an.

Als alle wieder gegangen waren hängte ich meine Wäsche auf und fuhr mit dem Motorrad zu dem Metallbauer, der sich leider auf meine WhatsApp Nachricht noch nicht gemeldet hatte. Doch leider war seine Werkstatt geschlossen.

Ich suchte auf Google Maps und fand eine Firma, die Edelstahl verarbeitete. Ich versuchte mein Glück dort, doch Hussein, jemand, der dort arbeitete meinte, dass sie selbst nicht drehen würden, sondern all ihre Dreharbeiten bei einer anderen Firma „Palm Engeneering“ machen lassen würden. Er gab mir die Adresse und ich fuhr hin. Die hatte zwar geöffnet, doch der Chef war nicht da. Ich erklärte einem sehr netten Angestellten was ich bräuchte und er fertigte eine Skizze mit den Maßen an. Allerdings meinte er, dass er gerade eine Kleinserie auf der Drehbank fertigen würde, die wohl noch bis Freitag dauern würde. Wenn ich das Teil schon am nächsten Tag bräuchte, müsste er den Auftrag unterbrechen und die Drehbank komplett neu einstellen. Allerdings konnte er mir keinen Preis nennen. Ich gab ihm meine Telefonnummer und sein Chef würde mich am nächsten morgen zurück rufen. Dann quatschte ich noch eine Weile mit dem guten Mann, der selbst Motorradfahrer war und früher sogar Rennen gefahren ist.

Auf dem Heimweg meldete sich dann die Motorradwerkstatt und meinte, dass sie nach dem Zusammenbau des Motors ein Ölleck festgestellt hätten. Sie müssten jetzt nochmal alles auseinanderbauen um das Leck zu suchen. Ich bin mir sicher, dass sie es selbst verursacht hatten, da der Motor ja vorher komplett dicht war. Ich war gespannt was das noch für Diskussionen geben würde. Jedenfalls würden sie es heute nicht mehr schaffen und ich müsste noch einen weiteren Tag in Port Elizabeth bleiben. Da in Ferdinands Wohnung morgen ein neuer Gast einziehen würde, konnte ich dort nicht länger bleiben. Blöd.

Als nächstes rief mich dann Mark, der erste Metallbauer an und meinte, er könnte mir das Teil drehen, ich sollte einfach morgen früh vorbei kommen. Ok, wenigstens eine gute Nachricht. 

In der Wohnung angekommen suchte ich mir sofort eine neue Unterkunft und schrieb Ferdinand, ob ich meine Sachen bis zum Nachmittag in seinem Haus unterbringen könnte. Schließlich konnte ich meine neue Wohnung erst ab 14:00 Uhr beziehen. Er schrieb mir zurück, dass seine Frau gegen 12:30 Uhr kommen würde um die Wohnung sauber zu machen. Dann könnte sie meine Sachen auch mitnehmen. Sehr gut, da ich sie auf Ferdninads Motorrad, das keinerlei Koffer hatte, nicht transportieren konnte. Später könnte ich sie dann sogar zu Fuß umziehen, da meine neue Unterkunft genau gegenüber von Ferdinnands Haus lag.

Somit war für den nächsten Tag alles arrangiert. Ich hoffte nur, dass die Werkstatt das Problem finden würde und sie nicht noch eine neue Dichtung bestellen müssten (ich vermutete, sie haben beim Einbau des Ventildeckels die neue Dichtung kaputt gemacht).

Für’s Abendessen fuhr ich nochmal zum SPAR in der Nähe und kaufte mir eine Protion Reis mit Chicken Curry und einem Hackfleischbällchen. Dazu noch einen Salat und einen Orangensaft. Hier habe ich erstmals einen 100% Orangensaft bekommen. In allen anderen Supermärkten war der O-Saft immer mit Trauben- oder Apfelsaft gestreckt.

Am Abend bearbeitete ich Bilder am Laptop, kam aber leider immer noch nicht so weit, dass ich bis zum heutigen Tag aufgeschlossen hätte. Im Addo Elephant Park hatte ich einfach zu viele Bilder gemacht und die Bearbeitung dauerte ewig.

Außerdem wusch ich auch noch meinen Luftfilter aus, so dass ich ihn am nächsten Tag noch neu ölen könnte. Naja, wollte ich zumindest, denn als ich mir dazu meine Einmalhandschuhe anziehen wollte, bemerkte ich, dass die noch in den Crashbar-Taschen des Motorrads und somit in der Werkstatt waren. Aber ich könnte den Filter auch morgen noch auswaschen, wenn ich das Motorrad zurück hätte.

Um 23 Uhr viel ich todmüde ins Bett und stellte den Wecker schon wieder auf 7:30 Uhr. Urlaub ist das nicht…

Ersatzteil im Doppelpack

Datum27.05.2026 – Tag 49
StartPort Elizabeth / Gqeberha
ZielPort Elizabeth / Gqeberha
gefahrene Kilometer6 km ( + 25 km mit Ferdinands Motorrad)
Kilometerstand63587 km

Mal wieder wachte ich eine halbe Stunde vor dem Wecker auf und musste auf Toilette. Natürlich bin ich dann nicht mehr eingeschlafen.

Um 7:30 Uhr stand ich auf, duschte schnell, begann zu packen und machte mir ein Müsli zum Frühstück. Zum Glück konnte ich bis 12:30 Uhr in der Wohnung bleiben.

Zuerst fuhr ich zu Mark, dem Metallbauer, der mich gestern Abend ja noch angerufen hatte. Ich erreichte seine Werkstatt um kurz nach 9 und einer seiner Kollegen begann sofort mit der Arbeit.

Da ich  verschiedene Maße von  verschiedenen Leuten hatte, ließ ich mir gleich 2 Abstandshalter drehen um auf der sicheren Seite zu sein. Dafür zahlte ich am Ende 23€.

Ich quatschte noch ein wenig mit Mark, der mir von seiner riesigen Sammlung alter Motorräder erzählte. Einige davon standen in seiner Werkstatt wie auch ein altes Auto aus den 10er Jahren, wenn ich mich recht erinnere.

Von hier fuhr ich zur Werkstatt und gab die beiden Teile ab. Das Problem mit dem Ölleck war gefinden. Sie hatten die Dichtung nicht korrekt eingesetzt, bzw. nicht ordentlich verklebt, so dass sie beim Einsetzten des Deckels verrrutscht war. Ich weiß warum ich mir damals, als ich die Kontrolle zu Hause noch selbst gemacht hatte, einen speziellen Dichtungskleber gekauft hatte. Mir ist die Dichtung deshalb damals nicht verrutscht.

Dann bekam ich mitten im Laden einen Anruf von dem anderen Metallbauer. Er meinte am Telefon, dass das Teil jetzt fertig sei , ich es abholen könnte und auch nichts bezahlen müsste. Er sei selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer und würde es mir umsonst geben.

Ich wollte ihm jetzt nicht sagen, dass ich in der Zwischenzeit schon eins von einem anderen Metallbauer bekommen hatte, also bedankte mich und sagte ich würde es am Nachmittag abholen.

Da es mittlerweile schon kurz nach 11 Uhr war, wollte ich zuerst zurück zum Apartment. Gen, die Frau von Ferdinand hatte mir nämlich angeboten, meine Sachen mit dem Auto abzuholen und sie zu meiner neuen Unterkunft zu bringen, die gleich gegenüber von ihrem Haus lag.

Auf dem Weg kaufte ich mir noch 2 Salate und eine Packung Trockenwurst beim SPAR und aß in der Wohnung noch schnell zu Mittag. 

Gen kam um 12:20 Uhr, lieferte die Putzfrau ab, die sich um die Wohnung kümmerte und nahm meine Sachen mit zu meiner neuen Wohnung. Ich fuhr mit dem Motorrad von Ferdinand.

Nun packte ich schnell meine Sachen in mein Zimmer und fuhr direkt weiter zu dem 2. Metallbauer. Auch mit dem unterhielt ich mich noch eine Weile, bedankte mich nochmal für das Teil und fuhr zurück in die Werkstatt. Dort war mittlerweile alles fertig. Doch als ich die Rechnung bezahlen wollte traf mich der Schlag. Anfangs hieß es nämlich noch ich müsste mit rund 3000 Rand für das Einstellen der Ventile rechnen. Jetzt kam zwar noch ein Ölwechsel und der Tausch der Radlager dazu, doch am Ende wollten sie 10.000 Rand haben. Sie berechneten mir nämlich auch die komplette Zeit, die sie gebraucht hatten um ein 2. Mal an der Motor zu kommen, wegen der undichten Dichtung.

Ich sagte, dass das nicht in Ordnung sei. Schließlich war es ja ihr Fehler, dass sie die Dichtung nicht ordentlich eingeklebt hatten. 

Am Ende bezahlte ich dann 7.680 Rand (403€) inkl. eines Paares neuer Handschuhe.

Das fand ich letztlich in Ordnung. Dafür hatten sie das Ventilspiel kontrolliert, was echt eine scheiß Arbeit ist, die Radlager vorne und hinten gewechselt, einen Ölwechsel gemacht, sowie das Motorrad gewaschen. In Deutschland hätte ich dafür wahrsheinlich um die 1000€ gezahlt. Ach ja, und die Handschuhe hatten auch noch 40€ gekostet. Also habe ich die ganze Arbeit inkl. Öl und neuer Kühlerflüssigkeit für 360€ bekommen. 

Doch als ich los fuhr fiel mir auf, dass die die ABS Leuchte an blieb. Normalerweise geht die ein paar Sekunden nach dem Losfahren aus, sobald sich genug Hydraulikdruck aufgebaut hat. Doch heute sie blieb an. Ich bremste ein paar mal fest, doch es änderte sich nichts. Also fuhr ich zurück zur Werkstatt. Der Mechaniker schaute kurz auf den hinteren Sensor und meinte, der sei zu weit weg vom ABS Lochkranz. Das Problem war, dass der von den Indern improvisierte Abstandshalter zu schmal war. Dadurch schleifte der Lochkranz am ABS Sensor und schleifte den mit der Zeit immer mehr ab.

Ein anderer Kollege aus dem Verkaufsraum schaute im Computer nach und stellte fest, dass es im Zentrallager in Johannesburg einen solchen Sensor gab. Er telefonierte auch noch mit der Werkstatt in George, was auf meinem Weg nach Johannesburg lag, und bat sie den Sensor für mich zu bestellen. Er versicherte ihnen auch, dass ich ein vertrauenswürdiger Kunde sei, und sie den Sensor ruhig ohne Vorauszahlung bestellen könnten. Ansonsten hätte ich wieder das Problem gehabt, dass ich ohne südafrikanisches Konto Überweisungen nur mit horrenden Gebühren machen konnte.

Der Mann aus George meinte, dass das Teil spätestens am Dienstag, vielleicht auch schon am Montag in George sein würde.

Nun fuhr ich zurück in meine neue Unterkunft und buchte mir die nächste Unterkunft in Wittedrift, in der Nähe von Plettenberg Bay. Zuerst für 4 Nächte und dann würde ich mir überlegen, ob ich noch in Knysna übernachten wollte oder lieber noch eine Nacht in Wittedrift dranhängen würde.

Zum Abendessen fuhr ich nochmal in den Checkers und kaufte mir eine Portion Nudeln mit Hackfleischsoße, Karrotten-Kohl-Gemüse und Salat.

Zwischenstopp in Jeffreys Bay

Datum28.05.2026 – Tag 50
StartPort Elizabeth / Gqeberha
ZielWittedrift
gefahrene Kilometer264 km
Kilometerstand63851 km

Obwohl ich schon um 8:30 Uhr aufstand, wurde es mal wieder knapp mit der Zeit. Ich frühstückte meine Wraps und begann meine Sachen zu packen.

Doch dann musste ich erstmal meinen Luftfilter ölen den ich gestern Abend noch ausgewaschen hatte.

Nun fuhr ich noch mal schnell in den Supermarkt um zwei Flaschen Wein zu kaufen. Die brachte ich rüber zu Ferdinand und Gen und gab sie der Haushälterin mit der Bitte sie Ferdinand zu geben sobald er aus dem Krankenhaus zurück sei.

Nun baute ich den Luftfilter wieder ein, packte meine restlichen Sachen und war bereit zur Abfahrt als ich eine WhatsApp von Ferdinand bekam. Er schrieb, er sei gerade aus dem Krankenhaus zurückgekommen und falls ich noch nicht los gefahren sei, solle ich ihn noch kurz besuchen kommen. Das tat ich natürlich gerne. Wir quatschen noch eine Weile und um 11:10 Uhr macht ich mich dann endlich auf den Weg. 

Die Fahrt in Richtung Plettenberg Bay war relativ langweilig da ich fast komplett über die Autobahn N2 fuhr. 

Zwischendurch hielt ich noch zwei mal in Jeffreys Bay am Strand um mir die Surfer anzuschauen. Jeffreys Bay soll wohl weltweit ein sehr bekannter Surf-Spot sein. Dort hielt ich auch noch kurz an einem Supermarkt um etwas zu Mittag zu essen. 

Kurz bevor ich an meiner Unterkunft ankam fiel mir ein dass ich ja für heute Abend noch nichts zu essen hatte. Also machte ich noch einen kleinen Abstecher nach Plettenberg Bay und ging dort in den Checkers Supermarkt um etwas einzukaufen. Da ich hier vier Nächte blieb lohnte es sich wieder etwas Butter und Aufschnitt sowie ein verhältnismäßig gutes Brot zu kaufen. 

In der Unterkunft wurde ich sehr freundlich in Empfang genommen und bekam einen überdachten Motorradstellplatz. Die Wohnung war extrem schön und sehr modern. Und vor allen Dingen ist das Bett endlich mal wieder ausgesprochen bequem. 

Den Abend verbrachte ich am Laptop mit der Bearbeitung meiner Bilder und dank des relativ schnellen Internets konnte ich sie auch endlich mal wieder auf meine Webseite hochladen. Ich hoffte ich würde es an den nächsten Abenden dann schaffen mindestens einen besser noch zwei Reiseberichte zu veröffentlichen.