Du betrachtest gerade Südafrika – Garden Route bei Plettenberg Bay

Strand und Schlangen

Datum29.05.2026 – Tag 51
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gefahrene Kilometer91 km
Kilometerstand63942 km

Heute gönnte ich es mir mal etwas länger auszuschlafen. Ich stand kurz vor 10 Uhr auf, frühstückte in Ruhe, machte den Abwasch und gegen 11 Uhr machte ich mich dann auf den Weg. 

Eigentlich wollte ich heute den Tsitsikamma Nationalpark besuchen, morgen etwas in Plettenberg Bay ausspannen und übermorgen die Wanderung über die Robberg Halbinsel machen, doch da ich so lange geschlafen hatte, machte ich heute den Ausflug nach Plettenberg Bay und evtl. noch nach Knysna und anderen Orten in der Umgebung.  Morgen könnte ich dann früher aufstehen um eine der beiden Wanderaktivitäten zu machen.

Als erstes fuhr ich in die Ortschaft Nature’s Valley. Dort mündet der Grootriver ins Meer. Interessant war, dass die Mündung aus einer Art kleinem See bestand, der von der Landseite her durch den Fluss gefüllt wurde und bei Niedrigwasser ins Meer abfloss

Bei Hochwasser schwappte jedoch bei größeren Wellen das salzige Meerwasser über, so dass der kleine See eine Mischung von Süß- und Salzwasser enthielt.

Hier machte ich einen schönen Spaziergang entlang des Strands und genoss das Rauschen des Meeres. Die Wellen hier waren nur wenig kleiner als die an den Surfstränden von Jeffrey’s Bay, haben sich allerdings nicht so schön aufgetürmt, so dass sie zum Surfen nicht geeignet waren.

Bei einem weiteren Stopp am Strand sah ich einen kleinen Laden mit vielen Werbetafeln für Aktivitäten in der Umgebung. Eine davon bewarb das Lawnwood Snake Sanctuary. Das hatte ich bis jetzt nicht auf dem Radar, doch die Idee auf dem Weg nach Plettenberg Bay dort vorbei zu schauen reizte mich. Also machte ich mich auf den Weg. 

Ich hatte Glück, denn gerade als ich ankam begann ein Führung. 

Es gab eine Menge Gehege mit den verschiedensten Schlangen. Man konnte nicht alle sehen, da sich einige hinter Baumstämmen oder unter Decken versteckten.

Interessant war, dass das Gift der Kobra nicht schmerzhaft ist, sondern einen langsam einschlafen und nicht mehr aufwachen lässt. 

Einige der Terrarien waren zweigeteilt. Ein Raum in dem sich die Schlangen tagsüber aufhalten können und ein kleinerer beheizter Raum für die Nacht. Als ich gerade gehen wollte gingen 2 Pfleger in jedes dieser Gehege und sorgten dafür, dass die Schlangen für die Nacht alle in den beheizten Teil gingen. 

Leider sind einmal etliche Schlangen gestorben, da es einen Stromausfall gab und die Heizung nicht funktionierte. 

Die letzte Stunde mit Tageslicht wollte ich dann in Plettenberg Bay verbringen.

Zuerst fuhr ich ins Zentrum auf die Main Street. Sehr modern, Tip top gepflegt mit vielen kleinen hochpreisig aussehenden Läden. Ich ging kurz zu einem Optiker, da mir seit ein paar Tagen eine Idee im Kopf herum schwirrt, mir eine spezielle Brille zuzulegen, die eng am Gesicht anliegt, so dass kein Luftzug in meine Augen kommt. In Lesotho hatte ich nämlich häufig das Problem, dass mir bei geschlossenem Visier die Brille beschlagen ist, und bei offenem Visier sind meine Augen immer sehr schnell ausgetrocknet, so dass ich alle 15 bis 20 Minuten anhalten musste um Augentropfen zu nehmen. Das wäre mit einer eng anliegenden Brille nicht passiert. Doch so etwas hatten sie in diesem Optiker Laden leider nicht. 

Nun fuhr ich zu 2 verschiedenen Aussichtspunkten am Meer. Der erste gefiel mir nicht, dort hielt ich nur für ein schnelles Foto mit meinem Motorrad.

Der 2. war hingegen sehr schön mit Blick über die Bucht. Hier kann man mit etwas Glück von Juni bis November Wale beobachten. Deshalb hieß der Aussichtspunkt auch Whale Tail Lookout Point. 

Im Mai waren leider keine zu sehen. Dafür habe ich ein paar Möwen fotografiert. Ich hatte gestern Abend nämlich herausgefunden, wie ich einen besseren Autofokus-Modus einstellen kann. Damit war es viel leichter die Vögel im Flug zu fotografieren. Hätte ich das mal am Malutseyane Wasserfall gewusst. Ich hätte viel mehr scharfe Bilder bekommen.

Das Licht in der Bucht war bei der tiefstehenden Sonne sehr schön, doch es wurde sehr schnell merklich kälter. Ich blieb daher nur 15 bis 20 Minuten und schrieb noch ein wenig Tagebuch.

Dann ging es weiter zum Checkers, wo ich mir Brot für meine Wanderung morgen und noch etwas zum Abendessen kaufte.

Besuch des Tsitsikamma Parks

Datum30.05.2026 – Tag 52
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gefahrene Kilometer156 km
Kilometerstand64098 km

Der Wecker klingelte um 7:45 Uhr. Ich frühstückte und schmierte mir ein paar Brötchen um sie auf die Wanderung mitzunehmen.

Um 9:15 Uhr fuhr ich los zum Tsitsikamma Park.

Ferdinand gab mir den Tipp eine Passstraße zu nehmen die zwar eigentlich gesperrt sei, man sie aber trotzdem fahren könnte. Und er meinte auch, dass sie komplett geteert wäre und ich lediglich auf nasser Stellen mit viel Moos aufpassen müsste. 

Ich riskierte es und fuhr diese Straße in der Hoffnung, dass ich mir dann auch die Maut sparen könnte, doch auch auf der kleinen Nebenstraße gab es ein Mauthäuschen an dem ich knapp 4€ Maut zahlen musste.

Dafür hatte ich dann eine tolle Strecke durch’s Tal. Ich weiß nicht warum es als Passstraße bezeichnet wird, da man ja nicht über einen Berg, sondern durch ein Tal fährt, aber egal. Es war einfach eine schöne Strecke.

Um 10:20 Uhr erreichte ich den Eingang des Nationalparks wo ich knapp 20€ Eintritt entrichten musste. Dort ging ich auch noch schnell zur Information um mich nach den Wanderungen zu erkundigen.

Weitere 5 Minuten später kam ich an die Abzweigung wo es zum Waterfall Trail ging, den ich später noch gehen wollte. Hier gab es auch ein Camp mit Hütten und Stellplätzen für Wohnmobile. Ich machte eine kurze Pause und ein paar Bilder und fuhr dann weiter zum 2. Camp wo der kürzere Wanderweg zur Hängebrücke begann.

Die Landschaft hier war wunderschön und der Weg war sehr einfach zu gehen. Lediglich ein paar steile Treppenstufen machten es etwas anstrengend.

Leider war die Hauptbrücke gesperrt, da sie renoviert wird. Man konnte also nicht auf die andere Seite des Flusses. Für ein Selfie musste dann eine der beiden kleineren Hängebrücken herhalten, die lediglich eine kleine Schlucht auf dieser Seite des Flusses überbrückte.

Nun fuhr ich zurück zum an anderen Camp wo ich um 12:35 Uhr mit dem Waterfall Trail begann.

Es sollte 3 bis 3½ Stunden hin und zurück dauern. Doch da dieser Weg nach einer ¾ Stunde deutlich schwieriger wurde, war mir schnell klar, dass ich es nicht bis zum Wasserfall schaffen würde. Einerseits war ich zu langsam und zu spät dran, da ich ja auch noch eine Stunde für die Heimfahrt einkalkulieren musste, andererseits wollte ich mich auch nicht zu sehr verausgaben, da ich morgen noch eine knapp 10 Kilometer lange schwierige Wanderung auf der Robberg Halbinsel vor mir hatte.

Also macht ich nach einer guten Stunde eine Brotzeit und kehrte um. 

15 Minuten bevor ich mein Motorrad erreichen sollte machte ich noch eine 2. Brotzeit an einer sehr schönen felsigen Stelle und schrieb an meinem Tagebuch.

Gegen 14:45 Uhr erreichte ich mein Motorrad und fuhr zurück nach Plettenberg Bay, natürlich wieder über den Bloukrans Pass.

Dort angekommen kaufte ich im Checkers mein Abendessen und wollte mir anschließend noch einen Gürtel kaufen, da bei meinem 2€ Gürtel aus Indien mittlerweile 2 Löcher Ausgerissen waren. Ich musste ihn heute auf der Wanderung schon ein Loch enger stellen als normalerweise.

Doch blöderweise hatten die beiden Klamottendiscounter PEP und Pick n Pay Clothing schon geschlossen, da Samstag war.  Zum Glück haben die meisten Geschäfte in Südafrika auch Sonntags geöffnet, wenn auch kürzer, so dass ich morgen früh noch schnell vor der Wanderung hin fahren könnte.

Nach dem Abendessen, das mal wieder viel zu viel war, setzte ich mich an den Laptop und schaffte es endlich meinen nächsten Reisebericht über meine Zeit in den Drakensbergen fertig zu stellen.

Robben und Wale auf der Robberg Halbinsel

Datum31.05.2026 – Tag 53
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gefahrene Kilometer41 km
Kilometerstand64139 km

Der Wecker klingelte um 8:20 Uhr.  Ich machte mir einen Kaffee und Müsli. Anschließend noch schnell Brote schmieren und los ging es.

Als erstes fuhr ich nach Plettenberg Bay zum PEP wo ich mir einen neuen Gürtel kaufte. Leider zog sich das alles etwas länger hin als erhofft.

Ich erreichte den Eingang zur Robberg Halbinsel um 10:25 Uhr und bis ich alles im Motorrad verstaut und noch ein paar Fotos vom Aussichtspunkt gemacht hatte begann ich um 10:40 Uhr endlich die Wanderung.

Laut ChatGPT sollte sie 5-6 Stunden dauern. Ich rechnete eher mit 7.

Leider spürte ich schon nach den ersten Schritten den Muskelkater von gestern. Möglicherweise müsste ich es bei der mittleren Wanderung belassen, falls ich die lange nicht schaffte. Aber die Entscheidung könnte ich später treffen. 

Ein weiteres Problem war das Wasser. In meinem Rucksack passte lediglich eine 1,5 Liter Flasche doch das war für eine sechsstündige Wanderung definitiv zu wenig. Also nahm ich noch eine meiner Aluflaschen mit, die ich jedoch die gesamte Zeit über in der Hand tragen musste.

Bis zur Wittesand Düne gab es einige steile Auf- und Abstiege und hier und da auch ein paar felsige Passagen. Doch man hatte auch immer wieder schöne Ausblicke auf Robbenkolonien. Es war faszinierend, wie die Robben die Wellen zum Surfen nutzten, nur eben knapp unter der Wasseroberfläche, statt wie die Menschen darauf.

An der Düne musste ich mich entscheiden ob ich die mittlere Runde von 5,5 oder die lange Runde von 9,2 km ging. Hier traf ich auch ein paar junge Islander, die mit freiem Oberkörper unterwegs waren. Wir quatschten kurz, doch da sie deutlich schneller unterwegs waren als ich, trennten sich unsere Wege auch schnell wieder.

Da ich hier wahrscheinlich so schnell nicht mehr herkommen würde entschied ich mich für die lange Runde. Und das war auch gut so. Auf dem Weg zu „The Point“, der Spitze der Halbinsel , sah ich ein paar weitere Robben die die Wellen wie Surfer nutzten sich im Wasser amüsierten. Der Weg bis zu „The Point“, war erstaunlich einfach und ließ sich sehr gut gehen.

Am Kap angekommen setze ich mich auf eine schöne Parkbank und aß zwei meiner mitgebrachten Brote. Dann musste ich mich erneut entscheiden. Ich könnte die Runde weitergehen über ein paar anstrengende und schwierige Abschnitte oder einfach wieder umkehren. Auch wenn das Umkehren sehr verlockend war entschied ich mich letztlich doch weiter zu gehen. Laut Internet soll dieser Wanderweg der schönste an der ganzen Garden Route sein. Aber zumindest zeitlich hatte ich keinerlei Probleme da ich bis zur Spitze lediglich 2 Stunden brauchte somit noch ausreichend Zeit für den Rückweg hatte. 

Eine junge Frau fragte mich, ob ich ein Foto von ihr machen könnte. Dabei eezählte sie mir, dass vor 2 Tagen Wale in der Bucht gesichtet wurden und dass sie zuvor ein paar Haie gesehen hatte. Sie war verwundert, dass sich dennoch so viele Robben im Wasser tummelten obwohl Haie anwesend waren.

Mir war leider weder die Hai- noch die Waldlichtung vergönnt, obwohl ich eine ganze Zeit lang auf der Bank pausierte und das Meer beobachtete.

Am Fuß der steilen Treppe saß ein Pärchen, dass ein paar Minuten zuvor eine Wahlflosse gesehen hatte. Ich wartete auch ein paar Minuten, doch der Wal tauchte nicht mehr auf. Da ich nicht wusste wie schwierig der Weg noch werden würde, machte ich keine längere Pause sondern nahm die Treppe in Angriff. Der schwierige Teil, der auf der Karte mit einem Totenkopf markiert war lag leider noch vor mir.

Im Verlauf der Treppenstufen überholte mich das Pärchen sowie alle anderen Wanderer die ich auf dem Weg traf. Doch dann kam ein großes Erfolgserlebnis als es wieder über einen etwas felsigeren Abschnitt ging war die Dame nicht ganz so trittsicher und ich konnte die beiden wieder überholen. Zum ersten Mal auf der ganzen Wanderung dass ich jemanden überholte.

Doch das Glücksgefühl hielt nicht lange an. Kaum war die schwierige Passage vorüber wurde ich wieder überholt. Meine Kondition ist einfach katastrophal.

Doch diesmal war das mein Glück. Denn ein paar Minuten später hielten die beiden an und starrten gespannt aufs Meer. Sie hatten einen Wal gesehen. Ich stellte mich zu ihnen und sie zeigten mir die Richtung. Und tatsächlich ich sah in auch. Es waren wahrscheinlich sogar insgesamt 3 Wale. Sie zeigten häufig ihre Flossen und sprangen ab und zu auch aus dem Wasser. Mit dem bloßen Auge war es beeindruckend. Mit der Kamera schwierig zu erfassen.

Etwas später kam ich zu einer Hütte wo ich mich für ein paar Minuten auaruhte und den 3 Südafrikanern dort von meiner Reise erzählte. Als ich erwähnte, dass ich nächstes Jahr zurück kommen und den Krüger Nationalpark besuchen wollte, gab mir eine der Damen ihre Karte. Sie würde ganz in der Nähe des Parks wohnen und ich solle mich melden wenn ich dort wäre.

Super, es ist immer gut lokale Kontakte zu haben.

Nach einer kurzen Pause ging ich weiter und erreichte einen schönen Strand, der die Halbinsel mit einer kleinen vorgelagerten Insel verband. Dort gab es 2 größere Gruppen von Vögeln. Leider hatte ich keine Kraft mehr um noch zu der Insel zu wandern.

Ich nahm die letzten steilen Treppenstufen auf mich und erreichte um 16:10 Uhr nach 5½ Stunden wieder den Parkplatz.

Hätte ich vorher gewusst, dass ich so schnell unterwegs war, wäre ich noch etwas länger bei den Walen und am Strand geblieben. 

Am Parkplatz grüßte mich ein Südafrikaner der gerade mit seinem Toyota Fortuner angekommen ist. Mich wunderte total, dass der Parkplatz zu so später Stunde noch so voll war, doch dann sah ich, dass all die Leute zum Grillen hier waren. Es gab nämlich diverse Grillplätze mit toller Aussicht aufs Meer.

Ich fragte, ob ich mir mal den Kofferraum des Fortuners ansehen dürfte und erzähle ihm, dass wir dieses Auto für eine Namibia Rundreise mit der Familie gebucht hätten. Der Kofferraum sah ausreichend groß aus um Gepäck für 5 Leute unterzubringen. Zumindest sofern wir keinen 2. Ersatzreifen mitnehmen würden, der dann ziemlich viel Platz brauchen würde.

Wir quatschten noch ein paar Minuten doch dann machte ich mich auf den Rückweg, so dass ich noch im Hellen zurück fahren und vorher noch einen Stopp beim Checkers machen könnte um mir Abendessen und eine neue Batterie für meine Bluetooth Maus zu kaufen. Die hat nämlich gestern Abend den Geist aufgegeben. Und bei den vielen Serienbildern von den Walen, hatte ich heute Abend wieder viel Arbeit vor mir. Das wollte ich nicht alles am Touchpad machen.

Farbenpracht im Vogelpark

Datum01.06.2026 – Tag 54
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gefahrene Kilometer57 km
Kilometerstand64196 km

Nach dem anstrengenden Tag gestern gönnte ich es mir heute erst gegen 10:00 Uhr aufzustehen. Dann hängte ich Wäsche auf, die ich per Zeitschaltuhr am Morgen gewaschen hatte. Blöderweise war sie kaum nass. Nur minimal feucht und roch stark nach dem Flüssigwaschmittel. Das kam mir seltsam vor. Also schaut ich mir die Waschmaschine nochmal genauer an und merkte, dass es einen Wasserhahn gab, den ich vor dem Waschen hätte aufdrehen müssen. So wurde lediglich das Waschmittel in den Klamotten verteilt. Dumm von mir. Also holte ich die Sachen wieder von der Leine und würde am nächsten Tag einen neuen Versuch starten.

Während des Frühstücks  verlängerte ich meine Wohnung um 3 weitere Tage. Für Mittwoch und Donnerstag waren schlimme Regenfälle mit 100 bis 200 Litern pro Quadratmeter angekündigt, da konnte ich auf keinen Fall fahren. Und da diese Wohnung wirklich schön und mit 26€ pro Nacht auch ziemlich günstig war, entschied ich mich den Regen hier auszusitzen.

Dann kaufte ich mich ein Kombi-Ticket für einen Vogel-, einen Affen- und einen Wildtierpark.

Als erstes besuchte ich den Vogelpark. Als ich dort um 12:00 Uhr ankam, sagte mir die Dame an der Rezeption, dass der Wildtierpark wegen Sturmschäden geschlossen sei. Sie würde „Get Your Guide“ kontaktieren, so dass ich eine Rückerstattung bekäme. Keine Ahnung ob das funktionieren würde, aber ich hatte ja sowieso keine Wahl.

Dann verbrachte ich den Nachmittag im Vogelpark. Es gab keine Führung, doch ich schloss mich einem Rentnerehepaar aus Südafrika an, die wohl öfter hier sind und sich ganz gut mit den Vögeln auskannten. Sie zeigte mir direkt am Anfang einen chinesischen Goldfasan, der extrem farbenfroh war.

Insgesamt blieb ich knapp 4 Stunden in dem Park und schoss über 600 Bilder und etliche kurze Videoclips. Das würde mal wieder viel Arbeit am Laptop werden.

Doch die Anzahl und die Farbenpracht der Vögel war einfach beeindruckend. Je später es wurde, desto mehr Vogel kamen aus dem Baumkronen und suchten nach Futter an den Futterstellen. An einer Stelle kamen 2 neugierige weiße Papageien und setzten sich auf die Schulter eines Brasilianers. Einer der beiden kam später auch auf meine Schulter und versuchte dann den Knopf meines Hemdes abzuknabbern.

Es war ein absolute geniales Erlebnis und war letztlich froh darüber, dass ich den neuen ABS Sensor brauchte, sonst wäre ich nicht so lange hier geblieben. Die top Attraktionen wie die Robberg Halbinsel und den Tsitsikamma Park besucht jeder Tourist. Doch für die kleinen Juwele wie die verschiedenen Tierparks muss man schon etwas länger bleiben.

Gegen 16:0 Uhr verließ ich den Vogelpark und fuhr wie jeden Abend zum Checkers um mein Abendessen und Knabberzeugs zu kaufen. Ich merkte langsam, dass ich zugenommen hatte. Auf den Selfies mit den Vögeln habe ich richtig dicke Backen.

Gestern Vögel, heute Affen

Datum02.06.2026 – Tag 55
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gefahrene Kilometer67 km
Kilometerstand64263 km

Auch heute schlief ich wieder lange und diesmal hat der Versuch Wäsche zu waschen auch funktioniert. Den Wasserhahn aufzudrehen hat geholfen.

Zum Glück schien auch heute wieder die Sonne, so dass die Klamotten bis heute Abend trocken sein sollten.

Um 12:00 Uhr erreichte ich den Monkey Park. Dort startete gerade eine Gruppe mit einer Führung, der ich mich anschließen konnte. Und wie es der Zufall so wollte, traf ich wieder bekannte Gesichter. Es waren nämlich die drei Isländer, die ich schon auf der Wanderung auf der Robberg Halbinsel getroffen hatte. Immer wieder spannend wie klein die Welt ist.

Die Führung dauerte rund eine Stunde und war sehr interessant. Es gibt hier im Park 3 Arten, die sehr zahlreich vertreten sind. 2 davon sind heimische Arten und die 3. sind Lemuren aus Madagaskar.

Es gab auch noch eine 2. Art von Lemuren, deren Anzahl aber nicht so groß war. Außerdem gab es noch 3 Affen aus Indien, vor denen wir uns aber ein wenig in Acht nehmen mussten, da sie nicht so freundlich seien.

Außerdem gab es noch 3 Exemplare von Spider Monkeys, also Spinnenaffen, die so genannt werden, weil sie ihren Schwanz als 5. Arm benutzen können und teilweise so seltsam in den Bäumen hängen, dass sie wie ein Spinnennetz aussehen.

Und wir sahen auch noch einen Affen, von dem es nur noch ein einziges Exemplar gab. Der 2. war ein paar Wochen zuvor verstorben.

Unser Guide erklärte uns auch den Unterschied zwischen Monkeys und Apes. Den kannte ich bisher nicht nicht. Apes sind Menschenaffen wie Gorillas oder Schimpansen. Die haben keinen Schwanz und können aufrecht gehen. Monkeys laufen auf allen Vieren und haben einen Schwanz um in den Bäumen besser balancieren zu können.

Nach dem Besuch des Monkeylands, fuhr ich zum Keuerboms Beach, einem schroffen Sandstrand der mit vielen kleinen Felsen durchsetzt war. Sicherlich nicht gut zum Baden, doch sehr schön um spazieren zu gehen.

Gegen 15:00 Uhr wurde es dann langsam etwas frisch und ich fuhr zum Checkers zum Einkaufen. Jetzt müsste ich Vorräte für 2 Tage kaufen, da ich in den nächsten beiden Tagen meine Wohnung wahrscheinlich nicht verlassen würde.

Auf dem Rückweg nach Wittedrift machte ich noch einen Abstecher nach Old Nick Village, einem kleinen Dorf mit ein paar Handwerksbetrieben und Kunstläden sowie einer Weberei, die als kleines lebendes Museum eingerichtet war. Es wurde sogar auf einer der alten Webstühle gewebt.

Zum Abendessen versuchte ich mich an einem Porterhouse Steak. Das Fleisch hier muss qualitativ extrem gut sein, denn obwohl ich es außen ziemlich dunkel gebraten hatte, so schwarz wie es auf dem Bild aussieht war es dann doch nicht, war es innen noch sehr saftig. Nicht ganz Restaurantqualität, aber dafür, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Rindersteak gebraten hatte, war ich ganz zufrieden. Das 2. wurde übrigens etwas besser als das erste. Und für 7€ für 2 Steaks kann man es auch mal versuchen.

Für die nächsten beiden Tage hatte ich mir Bratwurst gekauft. Die sollte etwas einfacher zu braten sein.

Regen in Wittedrift

Datum03. + 04.06 – Tag 56+57
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gefahrene Kilometer0 km
Kilometerstand64263 km

Der Regen kam wie angekündigt und am 02.06. fielen an einem einzigen Tag 155 mm an Regen. Mein Vermieter hatte es selbst im Garten gemessen.

Ich verbrachte beide Tage komplett in meiner Unterkunft. Während es am ersten Tag fast durchgehend regnete klarte es am 2. Tag auf und ich hätte vom Wetter her durchaus schon weiter fahren können. Allerdings meinte mein Vermieter, die Straßen rund um den Ort seien komplett überflutet und selbst Autos und LKWs würde nicht durchkommen. Ich hoffte, dass es keinen weiteren Regen mehr gäbe und das Wasser bis zum nächsten Tag abgeflossen sei. Mein Vermieter war so nett mir die Wohnung für eine weitere Nacht zu blockieren, nur für den Fall, dass ich am nächsten Tag nicht abreisen könnte. Doch dann hätte ich möglicherweise ein weiteres Problem, denn die Werkstatt in George hatte am Samstag nur bis 13:00 Uhr geöffnet und ich hatte keine Ahnung wie lange der Einbau des ABS Sensors dauern würde. Evtl. müsste ich das Teil einfach mitnehmen und dann später selbst einbauen. Vielleicht würde ich das sowieso machen, da man laut Infos aus dem Internet (leider  gab es kein YouTube Video dazu) die gesamte Heckverkleidung abbauen müsste und das bedeutete in meinem Fall, dass ich auch die Koffer abbauen müsste. Die wären bei der Durchreise durch George aber komplett mit meinen Klamotten gefüllt. Ich recherchierte noch weiter im Internet und würde mich spontan entscheiden, wenn ich die Werkstatt erreichte.

Ich hatte mich für die beiden Tage mit ausreichend Essen eingedeckt. Ich kochte meine restlichen Nudeln, die ich schon seit etlichen Tagen spazieren fuhr und machte daraus einen Nudelsalat mit Pesto und Tomaten. Dazu gab es Bratwurst, oder genauer gesagt Boerewors (Bauernwurst), wie sie hier auf Afrikaans heißt.

Die ließen sich auch deutlich einfacher braten als das Steak, an dem ich mich am Abend zuvor versuchte.

Am Donnerstag Nachmittag, ging ich zu Fuß bis zum Ortsausgang um mir die Situation mit der Straße genauer anzuschauen. 

Die Kinder hatten ihren Spaß und die Pickups und SUVs hatten auch kein Problem durch die Überschwemmung durch zu fahren. Doch die normalen PKWs kehrten alle um. Von dem was ich sah, dachte ich, ich würde es mit dem Motorrad auch schaffen, allerdings würden dabei wahrscheinlich meine Motorradstiefel nass werden, was bei einer langen Tagesetappe von 6 Stunden natürlich sehr unangenehm wäre. Sollte es allerdings weiter aufklaren, wäre das Wasser morgen vielleicht schon komplett abgeflossen. 

Auf dem Rückweg spazierte ich noch durch den Ort. Richtung Westen kam sogar schon wieder blauer Himmel zum Vorschein.

Um 17:00 Uhr, es hatte gerade wieder angefangen ein wenig zu regnen, fuhr mein Vermieter mich mit seinem Auto zur Überschwemmung um mir das Ausmaß deutlich zu machen. Die Stelle an der ich 3 Stunden zuvor war, war schon wieder frei, doch ein paar hundert Meter weiter gab es noch eine deutlich größere Überschwemmung, die dann selbst die Pickups nicht mehr gefahren sind.

Jetzt kam es darauf an, ob es heute Nacht weiter regnen würde oder ob das Wasser Zeit hatte abzufließen. Von 2 unterschiedlichen Wetter-Apps bekam ich 2 unterschiedliche Vorhersahen. Ich würde mich überraschen lassen müssen. Mein Vermieter bot mir an am nächsten Morgen um 8:30 Uhr nochmal mit dem Auto dorthin zu fahren um die Lage zu begutachten. Das Angebot nahm ich natürlich gerne an.