Du betrachtest gerade Lesotho – Kingdom in the sky

Ein Tag mit Ferdinand

Datum13.05.2026 – Tag 35
StartClarens
ZielKatse Village
gefahrene Kilometer219 km
Kilometerstand61818 km

Nach einer viel zu kurzen Nacht wachte ich um 7:30 Uhr auf und konnte nicht mehr einschlafen. Um 8:30 Uhr stand ich dann endlich auf und machte mir ein Müsli und einen Kaffee zum Frühstück.

Kurz nach halb 10 verließ ich meine Unterkunft und fuhr zu der Farm auf der Ferdinand übernachtet hatte.

Gegen 10:45 Uhr fuhren wir dann endlich los. Die Landschaft hier mit den tollen Felsformationen war einfach der Hammer. Leider konnte ich nicht anhalten und Fotos machen, da wir ja zu zweit unterwegs waren.

Der Grenzübergang ging schnell von statten und etwas später in Buthe Buthe bekamen wir eine SIM Karte von einer jungen Frau, die an einem Plastiktisch am Straßenrand saß.

 Die Dame war ziemlich kompetent, aber da sie Ferdinand bediente rief sie ihrem Kollegen zu, was er für mich machen sollte. Eigentlich sollte er nur das Guthaben aufladen und mir ein Datenpaket buchen. Die SIM Karte hatte ich zuvor von der Dame bekommen. Doch stattdessen steckte er mir noch eine SIM Karte ins Telefon und nahm sogar meine südafrikanische SIM dafür raus, die ich ja später noch brauchen würde. Zum Glück bemerkte ich es und legte die südafrikanische Karte wieder ein. Dann kam die Dame und erklärte ihm erneut was genau er zu tun hatte. Ein paar Minuten später hatte ich dann mein Internet am Laufen.

Ferdinand holte sich einen Grillspieß von einem Streetfood Stand, doch als er mir sagte, dass es sich dabei um Hühnermagen handelte, lehnte ich dankend ab und und aß lieber ein paar frittierte Hühnchenteile vom KFC nebenan.

Nun ging es los in die Berge.

Die Landschaft in Lesotho wird um so schöner, je höher man klettert und auf über 3000 Meter lag schon ein wenig Schnee an den Berghängen und die Felsen am Straßenrand waren zum Teil vereist.

Am Nachmittag hatte Ferdinand dann einen Platten. Zum Glück genau in einer Ortschaft wo es eine kleine „Werkstatt“ gab. Ferdinand hatte zwar fast alles selbst gemacht und einen Ersatzschlauch eingebaut, aber die Jungs haben zumindest ein wenig geholfen und das Loch in dem kaputten Schlauch gefunden und geflickt.

Etwas später trennten wir uns, da Ferdinand unbedingt die Dirt Road am Ufer des Stausees entlang fahren wollte. Ich wollte lieber im Hellen ankommen und nahm die Teerstraße, die durch die Berge verlief. 

Ich erreichte den Staudamm und die Unterkunft in Katse Village gerade noch rechtzeitig bevor es dunkel wurde und besorgte uns schon mal eine Unterkunft. 

Für knapp 32€ bekamen wir jeder eine traditionelle Rundhütte in der es sogar eine kleine Elektroheizung gab. 

Zum Abendessen gingen wir in ein Guest House einen Block weiter, da in unserer Unterkunft gerade die Küche renoviert wurde und sie deshalb kein Abendessen anboten. Im Bruvita Guest House bestellten wir beide eine frische Forelle aus dem Stausee und ich nahm noch einen griechischen Salat dazu.

Am nächsten Tag würde Ferdinand weiter fahren  während und ich geplant hatte mindestens noch eine weitere Nacht zu bleiben. Er hatte  es eilig zu seiner Familie nach Port Elizabeth zurück zu kommen. Da er zusammen mit seiner Frau dort auch ein Guest House betreibt, lud er mich ein ihn für ein oder 2 Tage zu besuchen.

Besichtigung des Staudamms und des botanischen Gartens

Datum14.05.2026 – Tag 36
StartKatse Village
ZielKatse Village
gefahrene Kilometer27 km
Kilometerstand61845 km

Heute stand ich um 8:30 Uhr auf, nachdem ich mal wieder schon um 7:30 Uhr wach wurde. Da das Bett in dieser Unterkunft extrem unbequem war, habe ich zum ersten Mal auf dieser Reise meine Luftmatratze benutzt. Darauf schlief es sich deutlich besser. Ansonsten war die Hütte total gemütlich. 

Gerade als ich unter die Dusche ging, hörte ich wie Ferdinand seine alte Tenere warm laufen ließ. Ich beeilte mich um mich noch von ihm verabschieden zu können. Um 8:45 Uhr klopfte es an meiner Tür und ich bekam mein Frühstück in meine Hütte gebracht. 15 Minuten vor der vereinbarten Zeit. Da ich mich zuerst von Ferdinand verabschieden ging, wurde das Frühstück leider etwas kalt. Ansonsten war es aber ganz lecker.

Gegen 10:00 Uhr fuhr ich zum Informationszentrum des Damms. Dort erfuhr ich, dass es um 11:00 Uhr eine Führung gäbe. Bis dahin schaute ich mir die Info-Tafeln an und machte ein paar Fotos von kleinen putzigen Tieren. Ich verstand den Jungen von der Security leider nicht richtig als er mir deren Namen nannte. Er meinte nur der Spitzname sei „Rock Rabbits“ also Felsenkaninchen. Als kleiner Junge hätte er sie gejagt und das Fleisch wäre sehr lecker. 

Eine kurze Frage an die Google KI ergab, dass es Klippschliefer waren. Leider waren die Tierchen etwas scheu, so dass ich sie nur von sehr weit weg fotografieren konnte. Als ich näher kam, verschwanden sie sofort unter dem Felsen.

Leider ist die Zeit in Afrika etwas sehr relatives. Um 11:20 Uhr wartete ich immer noch auf den Guide.  Um 11:35 Uhr wurde ich informiert, dass der Guide auf dem Weg sei. Ich genoss die Aussicht von der Terrasse auf den Damm und die putzigen Klippschliefer bei grandiosem Wetter. 

Außerdem schaute ich mir den Wetterbericht an und überlegte mir wo ich als nächstes hin wollte. Blöderweise ist die gesamte Küste immer noch verregnet und es sieht nicht nach baldiger Besserung aus. 

Kurz vor 12:00 kam dann mein Guide Manyeli. Zuerst erklärte er mir die Geschichte und den Zweck des Damms. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Südafrika und Lesotho wobei Südafrika Interesse an einer stabilen Wasserversorgung und Lesotho an der Stromgewinnung hat. Das Projekt ist sehr langsfristig angelegt und in 4 Phasen aufgeteilt. Phase 1 mit dem Katse und dem Muela Tailpond Damm sind abgeschlossen wodurch es 3 Turbinen mit je 24 MW zur Stromerzeugung gibt.

Phase 2 betrifft den Bau eines weiteren Damms, dessen Stausee über unterirdische Tunnel mit dem Reservoier des Katse Damms verbunden werden soll. Der Katse Damm selbst ist schon jetzt mit dem Muela Damm und 2 weiteren Wasserreservoiren verbunden.

Derzeit muss Lesotho noch Strom zukaufen. Interessanterweise nicht von Südafrika, sondern von Mosambik. Nach Abschluss der Phase 2 soll Lesotho sich komplett selbst versorgen können und mit den Phasen 3 und 4 soll dann Strom exportiert werden. 

Anschließend fuhren wir zur Dammmauer selbst. Über 2 Ventile kann Wasser abgelassen werden. Die Menge wird je nach Jahreszeit reguliert, so dass sie der Wassermenge entspricht, die der Fluss vor der Errichtung des Damms zur jeweiligen Jahreszeit geführt hat. Man wollte die Natur nicht mit einem konstanten Wasserfluss durcheinander bringen. Im Damm selbst war das Fotografieren leider verboten.

Zum Abschluss fuhren wir noch zusammen auf die Staumauer so dass ich den Damm zum ersten Mal bei Tageslicht gesehen hatte. Mit einem schönen Regenbogen.

Manyeli erklärte mir auch, dass seltene Pflanzen, die durch das Anfüllfen des Stausees vernichtet worden wären, in einen botanischen Garten in Katse Village verpflanzt wurden. Das ist übrigens der einzige botanische Garten in ganz Lesotho. Mit dem Eintrittstickt für den Damm könnte ich auch den Garten besichtigen.

Das war dann mein Plan für den Nachmittag. Ich fuhr nochmal zurück zu meiner Unterkunft um meinen Aufenthalt um eine weitere Nacht zu verlängern und meinen Sonnenhut zu holen.

Dann fuhr ich zum botanischen Garten. Obwohl auf Google Maps stand, er wäre bis 16:00 Uhr geöffnet, meinte der Guide, der mich begrüßte, dass er heute schon um 14:00 Uhr schließen würde. Ich könnte jedoch so lange bleiben wie ich wollte. Der Junge von der Security wüsste Bescheid. So hatte ich zwar keine Führung, konnte aber auf eigene Faust durch den Garten spazieren.

Als erstes schaute ich mir die 3 Gewächshäuser an, in denen Pflanzen großgezogen werden um einerseits die Population im Außenbereich zu stärken und andererseits um sie zu verkaufen.

Das Außenareal war nicht sonderlich schön angelegt und es gab auch keine Orchideen oder andere Zierblumen. Doch das war ja auch nicht der Zweck des Gartens 

Er sollte in erster Linie ja nicht als Touristenattraktion dienen, sondern zum Schutz der einheimischen Pflanzen. Deshalb gab es teilweise auch sehr große Flächen auf denen die gleiche Pflanzen wuchsen, was man so aus anderen vor allem städtischen botanischen Gärten nicht kennt.

Außerdem war er riesig groß und erstreckte sich vom Ortsrand über den gesamten Hügel bis hinab zum Stausee. Hin und wieder gab es mal ein Schild, das den Namen der Pflanze dahinter trug. Außerdem gab es auch eine Infotafel zur Nationalpflanze Lesothos.

Doch die Schilder waren leider sehr spärlich. So genoss ich einfach den Spaziergang und den Anblick der unbekannten Pflanzen.

Auf jeden Fall hatte der Garten einen sehr natürlichen Charakter.

Als ich zurück zu meinem Motorrad ging sprach mich der Junge von der Security an. Wir quatschten ein wenig und als ich ihm erzählte, dass ich noch länger unterwegs bin, meinte er, dann wäre ich ja zum Word Cup gar nicht zu Hause. Ob ich ihn dann unterwegs im Fernsehen verfolgen würde? 

Scheinbar war er großer Fußballfan, deshalb sagte ich einfach mal „ja“. Obwohl mir bis dahin gar nicht bewusst war, dass dieses Jahr schon wieder WM war.

Auf dem Rückweg zu meiner Unterkunft fuhr ich noch ein wenig über die Dirt Road, die ich am nächsten Tag fahren wollte, auf der Suche nach einem schönen Aussichtspunkt von dem aus man den See sehen könnte.

Nach ein paar Minuten kam eine Abzweigung in Richtung des Sees, doch die führte zu einer kleinen Siedlung. Als mich die Kinder dort hörten, kamen sie zuerst alle angelaufen, blieben jedoch in gewisser Entfernung stehen. Wahrscheinlich kommen hier nicht so oft Motorradfahrer vorbei. Als ich ihnen zuwinkte, winkten sie zwar euphorisch zurück, doch keines der Kinder hatte sich getraut zu mir zu kommen. 

Ich machte ein paar Fotos und ging ein wenig auf sie zu, wollte sie aber nicht erschrecken. Ich hätte zu gerne gewusst, was sie in diesem Moment gedacht hatten und ob ich jetzt das Gesprächsthema der nächsten Tage war.

Gegen 16:30 Uhr war ich zurück in meiner Unterkunft und setzte mich endlich mal an den Laptop. Das Internet ist hier erstaunlich gut. Zum einen steht der Router genau in meiner Hütte, so dass ich perfektes Signal habe, und zum anderen gibt es sonst keine weiteren Gäste, so dass ich die gesamte Bandbreite für mich hatte.

Rund um den Stausee

Datum15.05.2026 – Tag 37
StartKatse Village
ZielKatse Village
gefahrene Kilometer120 km
Kilometerstand61965 km

Heute morgen bekam ich auf Wunsch mein Frühstück in einem Frühstücksraum serviert. Da saß ich etwas gemütlicher als an dem mini Tisch in meiner Hütte.

Leider ist es wohl etwas schwierig die Sachen gleichzeitig zu machen. Das Rührei und der Schinken waren warm, die Hähnchenstückchen Lauwarm und die Bohnen und die Wurst waren kalt. Aber es war trotzdem ganz ok.

Obwohl ich nichts packen musste brauchte ich eine Weile bis ich fertig war und fuhr dann schließlich um 10:30 Uhr los.

Der Plan für heute war, den Stausee auf den kleinen Dirt Roads zu umrunden. Anfangs war es sogar eher ein Dirt Highway, super einfach zu fahren und ich kam zügig voran.

Doch als ich über die schmale Brücke auf die andere Seite fuhr wurde die Straße deutlich schmaler und ruppiger. Ich hatte mir auf Google Maps irgendeinen Punkt auf der anderen Seite gesetzt, bis zu dem es 1 Stunde und 6 Minuten dauern sollte. Mit ein paar Fotostopps brauchte ich letztlich 2 Stunden.

Um 14:15 Uhr erreichte ich die große Brücke. Von hier wollte ich eigentlich zurück fahren, doch mein Benzin ging zur neige und es gab weit und breit keine Tankstelle.

Also fuhr ich noch 15 Minuten nach Lejone in der Hoffnung dort irgendwo Sprit zu bekommen. Die Autos, die hier fahren müssen ja auch irgendwo tanken. 

An der zentralen Kreuzung der Siedlung standen ein paar Verkaufshütten und ein paar Autos. Ich hielt an und fragte nach Benzin. Sofort kam ein junger Mann, der gut Englisch sprach, was hier in den Bergen nicht unbedingt üblich ist.

Er fragte ob ich 5 oder 10 Liter wollte. Ich entschied mich für 10. Die sollten 320 Maloti kosten, also umgerechnet 16,50€. Teuer für Lesotho, völlig akzeptabel für mich, vor allem in dieser Situation. Damit würde ich es locker zurück und morgen bis nach Thaba Tseka schaffen, wo es mehrere Tankstellen geben soll. Evtl. gibt es sogar noch eine auf dem Heimweg.

Ich kaufte mir auch noch einen Apfel für umgerechnet 15ct und 2 Krapfen für 10ct. 

Dann fuhr ich zurück zu meiner Unterkunft. Ich wollte mich an der Abzweigung entscheiden, ob ich auf der Asphalt Straße bleibe, oder die dort Road nehme, die Ferdinand vor Tagen gefahren war.

Als ich die Abzweigung erreichte, hielt ich an und prüfte die vorausgesagte Zeit auf Google Maps. Ich sollte über die Dirt Road 56 Minuten benötigen und wäre um 16:15 Uhr zurück. Das ist früh genug so dass ich, falls ich 30 bis 45 Minuten mehr brauchte, immer noch im Hellen ankommen würde. Also nahm ich die Dirt Road.

Auch hier hatte ich wieder viele schöne Blicke auf den See und viele Kinder die mir enthusiastisch zuwinkten.

Doch gegen Ende wurde die Strecke etwas schwierig, da die Sonne sehr tief stand und mich des Öfteren blendete. Doch ich meisterte auch diese Seite vom See ohne Sturz.

Spannend würde es erst morgen werden, da die Strecke von hier nach Thaba Tseka eine Schotterstraße ist und ich dann ja mit vollem Gepäck fahren muss.

Zurück in der Unterkunft wollte ich Duschen, doch es gab kein heißes Wasser. Ich fragte bei der Dame nach, die sich mir jetzt auch als „Polo“ vorstellte, wie das Spiel oder das Auto.

Sie schaute beim zentralen Geysir nach und dort gab es warmes Wasser. Nachdem ich dann etwas länger wartete war es auch in meiner Hütte warm.

Nach der Dusche ging ich Essen. Da ich mittlerweile wusste, dass es im Bruvita Guest House immer etwas länger dauert, nahm ich meinen Laptop mit um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen.

Heute aß ich zur Abwechslung mal eine Pizza, die mit 4,20€ echt günstig war.

Zurück in meinem Zimmer arbeitete ich weiter an meinem Laptop. 

Morgen geht’s weiter nach Roma, wo ich mir telefonisch ein Zimmer reserviert habe. Ich hoffe, die Dame am Telefon hat mich verstanden und ich stehe morgen nicht vor verschlossener Tür.

Schlaglochübersähte Dirt Road nach Thaba Tseka

Datum16.05.2026 – Tag 38
StartKatse Village
ZielRoma
gefahrene Kilometer218 km
Kilometerstand62183km

Ich stand schon um 7:45 Uhr auf, da ich einen etwas längeren Weg vor mir hatte und nicht wusste wie lange ich für die 60 Kilometer Dirt Road bis Thaba Tseka brauchen würde.

Ich bekam mein Frühstück um 8:30 Uhr und Polo meinte, wenn ich mich beeile könnte ich am Staudamm noch einen Overflow sehen, also das Ablassen einer größeren Menge Wassers durch den Überlauf. Laut Rezensionen auf Google Maps soll das ein ziemliches Spektakel sein. Das sollte irgendwann zwischen 8:30 und 9:00 Uhr stattfinden. Doch ich hatte nicht genug Zeit um nach dem Frühstück erst mal dorthin zu fahren und dann zurück zu kommen um fertig zu packen.

Also packte ich mein Motorrad, bezahlte die Unterkunft und fuhr zum Staudamm, den ich gegen 9:20 Uhr erreichte. Ich fragte den netten Jungen von der Security, doch da ich die Ohrstöpsel drin hatte konnte ich ihn nicht gut verstehen. Ich verstand jedoch, dass es heute keinen Überlauf mehr gab.

Also fuhr ich weiter und nach wenigen Minuten erreichte ich die Abzweigung nach Thaba Tseka. Hier begann die Dirt-Road. Ich ließ etwas Luft aus meinen Reifen und nahm die 60 Kilometer in Angriff, für die mir mein Navi 2½ Stunden anzeigte.

Die Straße war nicht übermäßig schwierig zu fahren, aber aufgrund der vielen Schlaglöcher musste man viel im Stehen fahren. Ich hatte ein wenig Angst, da ich heute ja voll beladen war, doch ich kam erstaunlich gut durch und erreichte nach knapp 3 Stunden Thaba Tseka. 

Dort steuerte ich als erstes eine Tankstelle an, doch die hatte heute kein Benzin. Der Tankwart schickte mich zu einer zweiten, die nicht nur deutlich moderner aussah, sie hatte auch Benzin und ich ließ voll tanken.

Dort hatte ich auch 2 interessante „Gespräche“. Mein erster Gesprächspartner war total besoffen und wollte, dass ich ihn auf dem Motorrad ein Stück mitnehme. Obwohl er Englisch sprach habe sein Gelalle kaum verstanden. Der Tankjunge hat für mich „übersetzt“. Als ich fertig war, fuhr ich ein paar Meter vor um meine Reifen wieder aufzupumpen. Da sprach mich dann ein zweiter Mann an. Den habe ich dann gar nicht verstanden weil er Sesotho sprach. Diesmal war der Tankjunge nicht da um für mich zu übersetzen und nachdem ich 2 Mal auf Englisch sagte „I don’t understand you“ ging er wieder.

Die weitere Fahrt nach Roma führte mich über ein paar weitere Pässe von denen seltsamerweise der erste und höchste nicht beschildert war. Die Strecke war super schön, top geteert. Die Landschaft war sehr karg aber trotzdem irgendwie faszinierend.

Irgendwann fielen mir die vereinzelten Rundhütten auf die sehr sporadisch hier und da auf einem der Berge standen. Das Leben hier muss extrem einsam sein. Irgendwann als ich zweie Hütten beieinander stehen sah, hielt ich an und machte ein paar Fotos. Dort graste auch eine Herde Schafe und plötzlich kam auch ein Mann mit Hund heraus. Den fotografierte ich dann einfach mal ungefragt aus der Ferne.

Als ich in Roma ankam fuhr ich als erstes zur Tankstelle und der Tankwart fragte sofort wo ich übernachten würde und erklärte mir den Weg. Ich hätte es mit meinem Navi natürlich auch so gefunden, fand es aber trotzdem sehr nett.

An der Unterkunft wurde ich von einer alten Dame begrüßt, die erstaunlich gut Englisch sprach. Das hätte ich jemandem in ihrem Alter nicht unbedingt zugetraut, obwohl Englisch in Lesotho zweite Amtssprache ist.

Ich bezog meine Rundhütte, die deutlich größer war als die letzte und es gab sogar eine Heizung. Allerdings fiel mir sofort ein Stromzähler auf, der nachdem ich den Heißwasserboiler und meinen Heizlüfter eingeschaltet hatte erstaunlich schnell lief. Und zwar rückwärts. Er begann mit 22 KWh und nach der Dusche hatte er noch 20,5 KWh.

Kurz darauf klopfte die Hausdame um mich daran zu erinnern den Boiler abzuschalten. Da fragte ich sie was es mit dem Stromzähler auf sich hat und sie meinte, dass wenn er auf Null runtergelaufen ist, der Strom abgestellt wird. 

Blöd.

20 KWh würden für meinen Heizlüfter bei 2000 Watt leider nicht bis zum nächsten Morgen reichen. Ich fragte, ob sie mir nicht etwas mehr einstellen könnte, doch sie meinte das würde reichen und im Schrank seien noch extra Bettdecken. Sie ließ leider nicht mit sich verhandeln.

Also stellte ich meinen Lüfter auf Stufe 1 mit 1000 Watt. Damit würde der Strom zwar reichen, aber das Rondovel wurde auch nicht wirklich warm. Naja. ich setzte mich an den Laptop und arbeitete ein wenig an meinen Bildern.  

Dann bekam ich hunger und ging etwas essen. Es war schon dunkel und da es keine Straßenbeleuchtung gab musste ich meine Handytaschenlampe nutzen um mir auf der Schlaglochpiste nicht die Knochen brechen. Die letzten Meter zu meiner Unterkunft waren echt heftig.

Im Ort gab es eine Gegend gegenüber der Universität wo zumindest auf Google Maps 2 Restaurants eingezeichnet waren. Das eine davon war ein Fast-Food Laden und das andere sah recht gut aus. Ich fand beide nicht. 

Aber ich fand einen Straßen Grill an dem ein Mann unmengen von Fleisch Grillte. Daneben gab es eine kleine Bude mit 2 Tischen. An einem stand eine Gruppe von 4 jungen Leuten, wahrscheinlich Studenten, und aßen von einer großen Platte. Sie erklärten mir, dass das Schweinefleisch, Boerewors und Pap sei. Ich könne mir vom Grillmeister auch etwas holen. Doch als ich bei ihm fragte, meinte er ich müsse in die Metzgerei gegenüber gehen und mir das Fleisch dort kaufen. Dann würde er es mir grillen. Ok, kein Problem. 

Doch als ich in der Metzgerei war meinte die Dame hinter der Theke, dass die Warteschlange extrem groß sei und ob ich wirklich so lange warten wollte. Ich sagte, dass ich keine Wahl hätte. Ich hätte noch nichts gegessen und ansonsten kein anderes Restaurant gefunden. Darauf meinte sie, dass 2 Türen weiter ein Restaurant sei. 

Prima, ich ging 2 Türen weiter und fragte bei der Dame hinterm Tresen ob ich etwas zu essen bekommen könnte. Sie meinte ja, aber sie hätten nur noch Chicken und Beef Stew. Ich entschied mich für den Beef Stew und einen Saft.

Das Essen war sehr lecker und am Ende sollte ich lediglich 68 Rand (ca. 3,60€) bezahlen. Ich gab ihr 80 Rand und ging zufrieden und gut gesättigt zurück in meine Unterkunft. Dort setzte ich mich wieder an den Laptop, doch statt Bilder zu bearbeiten blieb ich irgendwie bei YouTube hängen und schaute mir ein paar Videos von Trevor Noah an.

Dann legte ich mich ins Bett und stellte meinen Heizlüfter auf der 1000W Stufe direkt an mein Bett. Ich konnte einigermaßen gut schlafen.

Tagesausflug zum Maletsunyane Wasserfall

Datum17.05.2026 – Tag 39
StartRoma
ZielRoma
gefahrene Kilometer177 km
Kilometerstand62360 km

Also mit den Zeiten haben sie es hier nicht so. Ich habe mein Frühstück für 9 Uhr bestellt und um 8:45 Uhr gerade als ich aus dem Bad kam klopft es schon an meiner Tür.

Es gab leckere Champignons mit Zwiebeln dazu leider kaltes Rührei und ein widerlich pappiges Brötchen das mir selbst nach dem Zähneputzen noch zwischen den Zähnen klebte.

Als ich mein Motorrad packte zeigte mir die Haushälterin noch die neueren größeren Rundhütten auf der anderen Seite ihres Anwesens. Die Anlage ist ziemlich groß und eigentlich ganz schön, doch die alten Häuser sind nicht mehr ganz so gut in Schuss. 

Gegen 9:40 Uhr brach ich dann auf nach Semonkong um den Maletsunyane Wasserfall zu besichtigen. Mit 192 Metern der höchste Wasserfall Lesothos.

Die Strecke war wie schon gestern wunderschön und bis auf die letzten 8 Kilometer gut geteert. Für die 8 Offroad Kilometer habe ich dann allerdings auch 30 Minuten gebracht. 

Gegen 12:00 Uhr erreichte ich das Besucherzentrum des Wasserfalls. Dort hatte man schon vom Balkon aus einen tollen Ausblick. 

Weiter unten auf der Wiese stand ein Offroad-Camper, der dort wohl die Nacht verbringen würde. Ich fragte eine Frau, wie ich dort hin kommen könnte und sie zeigte mir den Weg.

Kaum wollte ich meinen Abstieg beginnen kam ein netter alter Mann auf einem Pferd und fragte, ob ich mich von dem Pferd tragen lassen wollte. In Anbetracht der Steilheit und der Unbequemlichkeit der Motorradhose sagte ich ja. Er wollte dafür 3€ haben. 

So stieg ich von 74 Pferdestärken auf eine einzige Pferdestärken um. Dafür hatte das Pferd eine deutlich bessere Geländegängigkeit. Mit dem Motorrad wäre ich dort niemals runter gefahren.

An der Klippe angekommen war der Wasserfall noch beeindruckender. Außerdem zeigte mir der Mann noch einen Weg, wie ich zu einer zweiten Klippe gehen konnte.

Das war schon eine sehr schöne Kulisse. Die steilen bunten Felswände der Schlucht, der Wasserfall und dazu noch eine paar große Vögel, die ihre Kreise zogen.

Irgendwann traten wir den Rückweg an und als wir oben am Besucherzentrum ankamen, waren wir eine ganze Stunde unterwegs gewesen.

Nun setzte ich mich ins Restaurant und aß einen Burger. Deutlich teurer, als das Essen gestern Abend, dafür aber mit einem Platz am Fenster mit Blick auf den Wasserfall.

Als ich bezahlte lag ein Buch auf dem Tresen, das ich schnell durchblätterte. Neben viel Werbung waren auch einige Berichte über verschiedene Aspekte der Geschichte Lesothos zu sehen. Und eine Abbildung mit ein paar Kennzahlen aus der hervorging, dass Lesotho im Human Development Index (was auch immer der genau besagt) auf Platz 169 von 196 Ländern steht. Das zeigt das Lesotho nicht zu den besonders entwickelten Ländern dieser Welt zählt. Viel schlechter geht kaum. Da ich so wenig über Lesotho wusste, entschied ich mich noch eine Nacht in meiner Unterkunft dran zu hängen und morgen ein Museum in Mesuru zu besuchen. Vielleicht bringt mir das das Land ja ein wenig näher.

Gegen 14:30 Uhr trat ich dann den Rückweg an. So hatte ich noch genug Zeit für den ein oder anderen Fotostopp.

Als ich die 8 km Dort Road hinter mir hatte fuhr ich auf eine alte Brücke um in Ruhe meine Reifen wieder aufzupumpen. Gerade als ich fertig war kam ein Schäfer mit seiner Herde über die Brücke und sprach mich auf Sesotho an. Ich verstand natürlich gar nichts aber wir lachten zusammen und ich durfte sogar ein Foto von ihm machen. Ich würde gerne viel mehr Menschen fotografieren, doch ungefragt find ich das zu unhöflich und fragen geht ja leider auch nicht da die Hirten hier alle kein Englisch sprechen.

Als ich um 16:45 Uhr zurück in meiner Unterkunft war, kündigte mir die Hausdame an, dass es keinen Strom gäbe. Er sei ausgefallen kurz nachdem ich gefahren sei. Sie wüsste auch nicht was das Problem sei. Vielleicht irgendwelche Reparaturen. Für den Stromzähler gab sie mir einen Code, den ich eingeben sollte sobald der Strom wieder zurück sei. Dann hätte ich 38 KWh zur Verfügung. Dann könnte ich die Heizung heute Nacht auch mit 2000 Watt betreiben. 

Auch wenn ich noch nicht so richtig hungrig war, ging ich in das Restaurant von gestern zum Essen. Jetzt war es wenigsten noch hell. Und ich nahm für den Rückweg auch noch meine Akku-Stirnlampe mit, damit sehe ich doch deutlich besser als mit der schwachen Handy-Taschenlampe.

Heute gab es auch mehr Gerichte zur Auswahl. Ich bestellte mir einen Wrap und einen Salat. Beides sehr lecker und für 110 Rand inkl. Trinkgeld (ca. 6,70€) noch deutlich günstiger als der Burger heute Mittag.

Zurück in meiner Unterkunft schrieb ich Tagebuch, bearbeitete die Bilder von heute und schaute mir auf YouTube noch ein paar Videos über Lesotho an. Es ist wirklich traurig, dass Lesotho mit 23% die zweithöchste HIV Rate nach Eswatini mit sage und schreibe 27% hat. Gefplgt von Botswana mit 22%, wo ich im September ja auch noch hin fahre. Gut, dass ich weder ein Frauenmagnet, noch ein Drogensüchtiger bin, der sich gebrauchte Spritzen teil.

Thaba Bosiu Cultural Village und Museum

Datum18.05.2026 – Tag 40
StartRoma
ZielRoma
gefahrene Kilometer81 km
Kilometerstand62441 km

Um heute nicht vom Frühstück überrascht zu werden, stand ich schon um 8:15 Uhr auf, damit mir noch genug Zeit zum Duschen blieb. Und tatsächlich kam das Frühstück schon wieder um 8:50 Uhr. Diesmal sogar mit ein wenig Hühnchen und weichem Toast statt dem furchtbar klebrigen Brot von gestern.

Gegen 9:30 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Thaba Bosiu Cultural Village, ein Dorf, das als Miniatur, das Dorf nachstellen soll, das damals auf dem Thaba Bosiu Berg von König Moshoeshoe I, dem Gründer Lesothos errichtet wurde.

Eine nette Dame namens Ntoane war mein persönlicher Guide. Wie schon in Eswatini sind die Führungen nicht zu bestimmten Zeiten, sondern sobald jemand ankommt, wird er privat geführt. Leider war die Dame bei weitem nicht so gut wie mein Guide damals in Eswatini. Wir besichtigten lediglich etwa das halbe Dorf und mit ihren Erklärungen war sie auch recht sparsam. Dennoch fand ich es interessant, dass es einige Parallelen zu dem Dorf in Eswatini gab. Auch hier schliefen die Mädchen sowie die Jungs ab einem Alter von 6 Jahren getrennt von Ihren Familien jeweils in einer Gemeinschaftshütte. Die Hütte der Mädchen lag direkt am Eingang des Dorfes, so dass im Falle eines Angriffs, die angreifenden Männer erst mal vom Anblick der hübschen Mädchen so abgelenkt sind, dass das jüngste der Mädchen sich davonstehlen und den Rest des Dorfes alarmieren konnte. 

Ebenfalls identisch mit den Swati Häusern ist der niedrige Eingang, so dass ein Eindringling sich so weit herunter bücken musste, dass er leicht mit einem Schlag auf den Kopf außer Gefecht gesetzt werden konnte. Im Unterschied zu den Swati-Dörfern, hat der Heiler hier 2 Hütten. Eine in der er wohnt und eine in der er behandelt.

Die gesamte Anlage war seht schön gepflegt und es gab viele schöne Aloe-Pflanzen.

Nach der Führung ging ich in das kleine Museum in dem es allerdings kaum Ausstellungsstücke zu sehen gab. Dafür um so mehr Informationstafeln an den Wänden. 

Um 11:00 Uhr begann dann die Tanzvorführung. Ich fühlte mich etwas schlecht, da ca. 30 bis 40 Personen ausschließlich für mich tanzten. Sonst war kein einziger anderer Tourist dort. Daher war ich am Ende auch etwas großzügiger mit dem Trinkgeld als in Eswatini.

Nach der rund 20 minütigen Show, die nicht so spektakulär wie in Eswatini, aber trotzdem ganz schön war, ging ich wieder ins Museum und schaute mir den Rest an.

Anschließend fuhr ich in Richtung Maseru um mir den Lion Rock anzuschauen. Zum Glück hat mich das Navi von der richtigen Seite aus hin geführt, denn am Felsen selbst hätte man nichts gesehen. Doch von der Leqele High School hatte man einen super Blick auf den Berg mit dem Felsen, der aussieht wie ein Löwenkopf.

Da es ansonsten nichts interessantes in der Gegend mehr gab, folgte ich dem Rat von ChatGPT und fuhr in die Pioneer Mall. Doch die war nichts besonderes. Ich schaute dennoch mal nach einem neuen Schlafanzug, da mein aktueller kurz davor ist sich aufzulösen. Außerdem schaute ich noch nach Sonnencreme, doch 50ml für 23 € ist für meinen Geschmack etwas heftig.

Das Gute an der Mall war, dass es auch einen Pick n Pay Supermarkt gab. Dort kaufte ich mir eine Bratwurst und einen Hähnchenschenkel mit Fritten sowie einem Karottensalat für 3€. Ein super Mittagessen, wenn auch um 15:00 Uhr etwas verspätet.

Auf dem Parkplatz sprach mich eine deutsche Frau an, da sie mein deutsches Nummernschild gesehen hatte. Sie war mit ihrem australischen Mann auf einer BMW F 850 GS unterwegs. Wir unterhielten uns ein wenig bevor die beiden los fuhren und ich mein Essen aß.

Von hier brauchte ich eine Stunde um zurück in meine Unterkunft zu fahren. Dort bezahlte ich die zusätzliche Nacht, bekam meine Wäsche für die ich nochmal 100 Rand zahlte und ich bekam auch nochmal einen Code für weitere 11 KWh Strom. Ist schon witzig, dass der Strom hier wie bei einem Prepaid Handy per Code im voraus bezahlt wird.

In meiner Hütte schrieb ich ein wenig Tagebuch und ich schrieb eine WhatsApp an eine Unterkunft in Mohale’s Hoek, wo ich am nächsten Tag übernachten wollte. Als ich merkte dass es schon dunkel wurde ging ich nochmal in den Ort etwas Essen. Natürlich in das gleiche/einzige Restaurant in dem ich schon die letzten beiden Tage war. Heute bekam ich einen Chicken Stew, der auch sehr lecker war.

Als ich zurück kam bekam ich die Antwort der Unterkunft, dass sie leider ausgebucht seien. Also buchte ich die 2. Option in dem Ort über Agoda, was sich im Nachhinein als ein sehr schönes Hotel herausstellte.

Dann setzte ich mich wieder an den Laptop, schrieb den Tagebucheintrag für diesen Tag zu Ende, bearbeitete die Bilder des Tages und arbeitete an meinem nächsten Reisebericht. Außerdem trank ich endlich das Fläschchen Underberg, dass ich schon  seit Underberg mit mir mitschleppe. Eigentlich wollte ich es ja in Underberg trinken, doch damals hatte ich es leider vergessen.

Besuch des Museums in Morija

Datum19.05.2026 – Tag 41
StartRoma
ZielMohale’s Hoek
gefahrene Kilometer135 km
Kilometerstand62576 km

Der Wecker klingelte um 8:30 Uhr. Ich bin immer noch nicht an das für meine Verhältnisse frühe Aufstehen gewöhnt. Ich begann zu packen und als ich die erste Ladung ans Motorrad brachte war mein Frühstück fertig. Der nette Mann fragte, ob ich draußen in der Sonne essen wollte, und da es windstill und somit verhältnismäßig warm war, dachte ich das sei eine gute Idee. Besser als im dunklen Zimmer.

Diesmal gab es einen ganz besonderen Salat. Diese Kombination hätte ich so noch nie zuvor gegessen. Tomaten, Zwiebeln (soweit noch normal), Birnen (schon etwas exotisch) und dazu Stücke von gekochten Eiern und getrocknete Chili. Die Chili habe ich aussortiert und der Rest war erstaunlich lecker.

Gegen 9:40 Uhr war ich dann bereit zur Anfahrt. Laut Navi hatte ich rund eine Stunde bis zum Museum in Morija.

Das war verhältnismäßig teuer mit 13€ Eintritt und hatte lediglich einen einzigen Raum und eine große Halle mit 2 Ausstellungen. Trotzdem fand ich es sehr interessant und las mir nahezu jeden Info-Text in Ruhe durch. 

Ich glaube, die Museumsführerin hatte gesagt ich dürfte nicht fotografieren, aber ich war mir nicht sicher ob ich sie richtig verstanden hatte und daher fotografierte ich trotzdem. Da sie zurück zum Empfang gegangen ist und ich der einzige Besucher war, konnte mich auch niemand erwischen.

Die Kochutensilien hätten auch aus einer Zeit von vor 1000 Jahren stammen können, doch ich vermute, dass sie hier in Lesotho sogar noch heute von den Bauern und Viehhirten in den Bergen in dieser Form genutzt werden. Es ist schon krass, wie unterschiedlich die Welt ist. Wenn man sich überlegt, dass Menschen hier, noch primitiver leben als z. B. die Ägypter vor 3000 Jahren, dann erkennt man wie unterschiedlich schnell sich verschiedene Gesellschaften entwickeln.

Nachdem ich mir alles in dem Raum angesehen hatte kam die Dame nochmal und zeigte mir auf einem Fernsehen ein paar Videos davon wie die Instrumente aus der Vitrine gespielt werden und wie sie klingen. Musikalisch nicht ganz mein Fall aber definitiv interessant. Anschließend zeigte sie mir noch ein paar Videos von traditionellen Tänzen, die deutlich interessanter waren, als die, die ich gestern gesehen hatte.

Nun gingen wir zusammen in eine große Halle, die fast einem kleinen Flugzeughangar glich. Dort gab es 2 Ausstellungen. Zum einen ein paar Decken, die in Lesotho als traditionelle Kleidung dienen und zum anderen eine Ausstellung von abgezeichneten Malereien der Buschleute von einer deutschen Frobenius Expedition aus dem Jahre 1928, also vor knapp 100 Jahren.

Ich schaue mir zuerst die Decken an. Das spannendste Exponat war eine Decke, die Königin Victoria 1897 König Moshoeshoe geschenkt hat. Angeblich hing hier tatsächlich das Original, was ich mir kaum vorstellen konnte.

Interessant ist, dass dies eine etwas jüngere Tradition ist. Vor der Kolonialzeit haben die verschiedenen Clans der Region ausschließlich Kleidung aus Tierfellen getragen und die Decken kamen erst mit den Briten. Außerdem interessiant und vielleicht auch etwas traurig ist, das diese Decken zwar in Lesotho designt, aber nicht produziert werden. Die offiziellen Basotho Heritage Blankets werden ausschließlich von der Firma Aranda in Südafrika produziert, die die Rechte an den älteren Designs von den damals britischen Textilunternehmen erworben hatten.

Mittlerweile gibt es auch billige Textildecken aus Asien, jedoch keinen einzigen Hersteller aus Lesotho selbst.

Aber wer weiß, vielleicht passiert das uns Deutschen ja auch, wenn in 50 oder 100 Jahren kein Auto mehr im Geburtsland des Automobils mehr produziert wird sondern alle Autos aus China kommen.

Als letztes schaute ich mir die Ausstellung der Frobenius Expedition von 1928 an. Es gab ein paar schwarz-weiß Fotografien von der Expedition, die zeigten wie 3 Künstlerinnen die Felsmalereien auf Papier übertrugen. Einige Kopien dieser Papiermalereien waren hier ausgestellt sowie ein paar auf Leinwand übertragene Kopien. Darunter ein ca. 10 Meter langes Gemälde, dass die Malereien einer kompletten Felswand zeigte. 

Bei der Expedition sollen rund 5000 solcher Gemälde entstanden sein, von denen 500 von Südafrika gekauft wurden und die jetzt im Iziko Museum in Kapstadt hängen sollen. Das wollte ich auf jeden Fall besuchen, wenn ich dort bin.

Von hier hatte ich noch 1½ Stunden bis zu meinem Hotel in Mohale’s Hoek. Auf dem Weg hielt ich noch an einer modernen Tankstelle um einen Kaffee zu trinken. Als ich sah, dass sie auch eine warme Theke hatten, schaute ich was es gab. Alles war ausverkauft, es gab lediglich noch einen Fisch und ein paar Fritten. Den nahm ich und dazu einen Cappuccino.

Gegen 15:30 Uhr erreichte ich Mohale’s Hoek und tankte nochmal auf bevor ich die letzten Meter versehentlich gegen eine Einbahnstraße zu meinem Hotel fuhr. 

Ich bezog mein Zimmer und da es zu spät war noch etwas zu unternehmen, setzte ich mich einfach in den schönen Vorgarten und genoss die letzten Sonnenstrahlen des Tages während ich an meinem Tagebuch schrieb. Als gegen 17:00 Uhr die Sonne so tief stand, dass ich im Schatten saß, zog ich in mein Zimmer um. Sobald die Sonne weg war, wurde es richtig kalt. 

Mit dem Hotel machte ich ein tolles Schnäppchen. Es hatte zwar auf Google Maps nicht die besten Bewertungen, doch ich bekam ein tolles, sehr modernes und sauberes Zimmer. Es gab heißes und im Gegensatz zur letzten Unterkunft auch ausreichend Wasser in der Dusche. Außerdem gab es eine Heizung im Zimmer, die ich zwar nicht nutzte, doch ich hatte zumindest kein schlechtes Gewissen meinen Heizlüfter einzuschalten.

Auf Booking.com sollte das Zimmer 39€ kosten, was eigentlich über meinem Budget lag, doch da ich den Link aus Google Maps auf Agoda nutzte, waren es nur 29€ und es gab sogar Frühstück dazu. Keine Ahnung wo dieser Rabatt her kam, denn wenn ich direkt in der Agoda App gesucht habe, war der Preis auch höher. Nur über den Link von Google Maps gab es den Rabatt. Seltsam, aber sollte mir recht sein.

Überschrift

Datum20.05.2026 – Tag 42
StartMohale’s Hoek
ZielRhodes
gefahrene Kilometer174 km
Kilometerstand62750 km

Nach einem sehr üppigen Frühstück verließ ich das schöne Hotel um 9:35 Uhr. 

Mein erster Stopp waren die Dinosaurier Fußspuren in Quthing. Es war lediglich eine kleine Halle, die zum Schutz der Spuren gebaut wurde. Auf dem Boden sah man ein paar Spuren des Dinosauriers Losothosaurus. 

Leider hatte der Führer heute wohl keinen so guten Tag. Im Gegensatz zu den überschwänglichen Rezensionen auf Google Maps war er heute eher wortkarg.

Er zeigte mir 2 Spuren von Erwachsenen Tieren und eine Stelle an der viele kleine Fußabdrücke zu sehen waren. Man vermutet, das könnte eine Gruppe spielender Jungtiere gewesen sein.

Die Spuren wurden 1960 entdeckt als hier eine Straße gebaut werden sollte. Die verläuft jetzt dank des Funds ein paar Meter weiter.

Ich schaute mir noch die Info-Tafeln an laut denen die Spuren zu aus einer relativ frühen Ära der Dinosaurier stammen. Sie sind ca. 190 Millionen Jahre alt.

Von dort machte mich auf den Weg zur Grenze an der Telle Bridge.

Auch diesmal war der Grenzübergang recht schnell und unkompliziert, doch mir wurden immerhin noch ein paar Fragen gestellt wo ich hergekommen sei und wo ich hin wollte. Außerdem hat zum ersten Mal jemand persönlich nach meinem Motorrad geschaut und das Kennzeichen notiert. 

Ab hier hörte die geteerte Straße auf und ich ließ mal wieder etwas Luft aus meinen Reifen. Es war genau 12:00 Uhr und laut Google Maps sollte ich 2:45 Stunde brauchen und um 14:45 Uhr in Rhodes ankommen. Spoileralarm, es wurde am Ende 16:45 Uhr.

Die Strecke war ein Traum und die Landschaft der Hammer. Ich folgte lange Zeit dem Telle River und an einer Schule kamen die Kinder alle an den Zaun gelaufen und winkten mir enthusiastisch zu.

Später begann dann der Aufstieg zum Lundean’s Nek Pass. Hier wurde die Straße ruppiger und anspruchsvoller. Oben auf dem Pass war es auch spürbar kälter, wenn auch nicht so kalt wie in den Höhelangen Lesothos. Hier lag auch kein Schnee.

Als das Navi mir noch 20 Minuten bis zum Ziel anzeigte begann es ein wenig zu tröpfeln und die Wolken waren bedrohlich dunkel. Regen hätte ich auf der Dirt-Road nicht gebraucht. Doch ich hatte Glück und es blieb bei den Vereinzelten Tropfen.

In Rhodes fuhr ich zum Walkerbouts Inn, wo ich den Schlüssel für mein Haus bekam. Ich hatte mal wieder ein komplettes Haus mit 4 Schlafzimmern gemietet, da das die günstigste Unterkunft im Ort war.

Als ich ausgepackt hatte wollte ich in den Laden auf der anderen Straßenseite gehen, um Milch für mein Müsli zu kaufen, doch der hatte schon geschlossen. Ebenso die Touristeninformation die auch ein paar Kleinigkeiten wie Brot, Eier und Milch verkaufte.

Am Hotel gegnüber gab es eine Zapfsäule für Diesel und als ich neugierig nach einer weiteren für Benzin suchte, kam ein junger Mann aus dem Hotel und fragte ob er mir helfen könne.

Ich sagte ich bräuchte etwas Benzin für mein Motorrad. Er meinte es gäbe Benzin auf der Farm und die Besitzer würden es morgen mit zum Hotel bringen, dann könnte ich etwas davon bekommen. 

Ich fragte ihn auch, ob es in dem Hotel etwas zu Essen gäbe. Er meinte es gäbe gegen 18:30 Uhr Abendessen, ein 4 Gänge Menü mit Suppe, Nudeln, Lamm und Nachtisch für 200 Rand. Das klang sehr verlockend und ich sagte, ich würde kommen.

Da ich in der Unterkunft diesmal einen Sessel hatte, den ich dicht vor den Fernseher stellen konnte und der Fernseher auch ein Smart TV mit YouTube App war, hatte ich zum ersten Mal auf dieser Reise ein paar Videos auf einem Fernseher anstatt auf meinem Laptop geschaut.

Um 18:20 Uhr ging ich ins Hotel und quatschte ein wenig mit den anderen Gästen, die auch auf das Abendessen warteten. Es dauerte noch ein wenig, doch kurz vor 7 wurde die Pilz-Cremesuppe serviert. Sehr lecker. Genauso wie die Nudeln mit Bolognese Soße, die heute nur eine leichte Schärfe hatte. Das Lamm mit Reis und einer Kartoffel war zwar nicht ganz so zart wie ich es mir gewünscht hätte, dafür aber geschmacklich 1A. Und der undefinierbare Nachtisch war auch lecker. 

Zurück in meinem Haus machte ich den Ofen an, doch ich hatte leider kein Glück. Das Kleinholz brannte zwar lichterloh, doch die beiden größeren Scheite, die ich aufgelegt hatte, haben nicht so richtig gebrannt. Egal, ich positionierte meinen Heizlüfter so, dass er genau auf mich blies. So konnte ich es ganz gut aushalten. Leider schaute ich deshalb auch den ganzen Abend YouTube Videos, statt Bilder zu beschriften und zu bearbeiten. Aber in der Kälte hatte ich keine Lust mich an den Tisch im Esszimmer zu setzen. Dort wäre ich wahrscheinlich trotz des Heizlüfters erfroren.