
Kizomba in Dondo

| Datum | 08.08.2026 – Tag 122 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Dondo |
| gefahrene Kilometer | 187 km |
| Kilometerstand | 71414 km |
Heute verließ ich Luanda. Auf meinem Zimmer aß ich die Reste der Pizza, die ich mir gestern Abend mitgenommen hatte und dann packte ich mein Motorrad. Als ich fertig war, sah ich das Infoblatt in meinem Zimmer auf dem Stand, dass ich erst um 12:00 Uhr hätte aus-checken müssen. Naja, mit 10:45 Uhr war ich auch nicht gerade früh dran.
Ich fuhr eine Weile durch die Randbezirke von Luanda bis ich um 11:30 Uhr an einen Kero Supermarkt kam. Ich nutzte die Gelegenheit und ging hier zu Mittag essen. Nur ein Sandwich und ein Pastel de Nata.
An der nächsten Tankstelle nochmal voll tanken, auch wenn nur 3 Liter rein gingen, und dann fuhr ich eine ziemlich langweilige Strecke nach Dondo.
Anfangs war die Straße noch schlecht mit vielen Längsrillen und jedes mal wenn das Vorderrad ein wenig versetzte zuckte ich zusammen und verkrampfte. Ich habe den Sturz wohl noch nicht ganz verarbeitet. Dazu kommt, dass die Straße immer wieder dunkle Streifen hatte, die genauso aussahen wie die Ölspur auf der ich damals gestürzt war. Wahrscheinlich war es auch Öl, nur nicht mehr ganz so frisch.
Ich fuhr extrem langsam und irgendwann wurde aus der Straße eine Baustelle mit entsprechenden schlechter Umleitung. Hier musste ich nochmal deutlich langsamer fahren, doch nach rund einer halben oder ¾ Stunde kam ich dann endlich auf die neu geteerte Straße.
An der nächsten Tankstelle tankte ich noch einmal. Arturo hatte mir damals eingebläut an jeder Tankstelle zu Tanken, sobald mir 3 Liter im Tank fehlen. Ok, diesmal waren es nur 2½ Liter, aber ich tankte trotzdem. Außerdem nahm ich die Flasche Öl für den Kettenöler und trug etwas davon mit einer Zahnbürste direkt auf die Kette auf. Der automatische Kettenöler scheint das Öl einfach nicht auf die Kette zu bekommen.
Und siehe da, die mechanisch kratzenden Geräusche, die ich schon seit Tagen hörte waren plötzlich verschwunden.
Von nun an wurde die Fahrt etwas entspannter, da die Straße wirklich gut war, allerdings auch langweilig. Doch ich fuhr an unzähligen Affenbrotbäumen sowie Frauenzungen vorbei. Das ist ein völlig anderes Gefühl als durch Europa oder Südamerika zu fahren.
In Dondo angekommen fuhr ich gleich zu einer Unterkunft, die auf iOverlander ganz gut bewertet wurde.
Bevor ich mich umzog, ging ich ans Motorrad und baute das Teil mit der Auftragsdüse des Kettenölers ab und schaute es mir genauer an. Das Öl lief immer noch, die Düse war nicht verstopft, doch ich war der Meinung, dass es nicht am Ritzel anlag und das Öl somit am Ritzel vorbei an der Düse entlang nach unten lief und dann auf das Verkleidungsteil tropfte was entsprechend schmutzig war. Ich bog die Düse ein wenig näher ans Ritzel heran und baute das Teil wieder ein. Ich hoffte, dass es ab jetzt wieder funktionieren würde. In Indien und Südafrika hatte ich damit keine Probleme.
Dann zeigte sich leider, dass ich irgendwie Pech mit meinem Zimmer hatte. Ich fragte den Mann an der Rezeption vorher extra ob es warmes Wasser in der Dusche und WiFi auf dem Zimmer gäbe. Er bejahte beides, doch beides stimmte nicht. Auf iOverlander wurde schon gewarnt, dass es 10 Minuten dauern würde bis das Wasser in der Dusche warm würde. Ich habe es 20 Minuten laufen lassen und dann nochmal 10 Minuten mit dem Regler in der anderen Richtung, falls es falsch herum angeschlossen gewesen wäre. Doch es kam einfach kein warmes Wasser. Also nahm ich mir das kleine Handtuch als Waschlappen und wusch mich mit dem kalten Wasser.
WiFi gab es nur in den beiden darunterliegenden Stockwerken, nicht aber in meinem. Und die extrem laute Musik aus dem Pool Bereich war auch etwas nervig.
Dann ging ich in den Ort um etwas zu Essen. Leider gab es in Dondo nur sehr langsames Internet und an der Theke wo ich die Speisekarte las, gab es gar keinen Empfang. Ich konnte also nicht die Foto-Übersetzung nutzen, da ich dazu Internet gebraucht hätte. Ich gab das ein oder andere Gericht von Hand in den Übersetzer ein und bestellte letztlich eine Lenden-Steak. Wahrscheinlich vom Rind, doch das stand nicht dabei. Nach 2 Minuten kam die Bedienung und sagte mir, dass sie das nicht hätten. Dann bestellte ich einen Hamburger. Dafür brauchte ich wenigstens keinen Übersetzer.
Zurück in der Unterkunft setzte ich mich mit meinem Laptop in den 2. Stock an einen Tisch wo es noch WiFi Empfang gab und arbeitete weiter an meinen Reiseberichten. Dazu musste ich allerdings meine Ohrstöpsel anziehen, da die Musik vom Pool einfach viel zu laut war.
Als ich um 22:00 Uhr damit fertig war, ging ich nochmal zum Pool wo die Party im vollen Gange war. Ich wurde sofort von einem Angolaner an seinen Tisch eingeladen, obwohl er nur ein paar Brocken Englisch sprach. Es war mir total unangenehm, da wir überhaupt nicht vernünftig kommunizieren konnten. Immer das Handy als Übersetzer zu nutzen ist ziemlich nervig.
Doch als ich ihm schrieb, dass ich nur schauen wollte, ob jemand tanzt, hat er eine Frau zum Tanzen aufgefordert. Ich dachte mir, jetzt oder nie, und forderte die gleiche Dame auf, nachdem er fertig war.
Sie konnte mit ihm allerdings viel besser tanzen als mit mir. 🙈
Am Nebentisch saß noch eine weitere Frau, die der Mann dann für mich aufforderte. Mit ihr ging es schon deutlich besser.
Um 23:00 Uhr ging ich dann auf mein Zimmer. Kurz darauf klopfte es an meiner Tür. Ich öffnete schon mit meinem Schlafanzug bekleidet und eine nicht unattraktive aber schon leicht angeheiterte junge Frau stand vor meiner Tür. Sie begann auf Portugiesisch zu reden und ich hatte Mühe ihr zu erklären, dass ich kein Portugiesisch verstehen würde. Dann wollte sie in mein Zimmer kommen und machte einen Kussmund. Das war mir zu suspekt. Ich schob vorsichtig die Tür zu und ging wieder ins Bett. Ob das die hauseigene Prostituierte war? Oder ob sie sich nur einen Ausländer angeln wollte? Wer weiß…
Die Party ging noch bis spät in die Nacht, doch dank Ohrstöpseln konnte ich irgendwann einschlafen.
Fahrt nach Calandula

| Datum | 09.08.2026 – Tag 123 |
| Start | Dondo |
| Ziel | Calandula |
| gefahrene Kilometer | 229 km |
| Kilometerstand | 71643 km |
Nach einer viel zu kurzen Nacht stand ich um 9:00 Uhr auf und machte mich fertig. Total übermüdet dauerte alles etwas länger. Außerdem war ich zugeparkt, doch als ich nochmal einen letzten Blick auf den Pool Bereich warf, sprach mich ein Mann an, ob sein Auto mir im Weg stünde. Ich bejahte und er fuhr es zur Seite.
Dann bat ich den Mann von der Rezeption noch in meinem nächsten Hotel anzurufen, ob dort ein Zimmer für mich frei wäre. Es gab in Calandula nämlich nur 3 Hotels und 2 waren sehr teuer. Das dritte hatte ein Zimmer, was mit 30.000 Kwanza auch nicht gerade billig war, aber dort gan es wenigstens ein freies Zimmer, das der Mann für mich reservierte.
Ich fuhr 6 Kilometer bis Alto Dondo, wo ich an einer Tankstelle hielt. Dort kaufte ich mir einen Trinkjoghurt zum Frühstück und eine kleine Flasche Wasser. Große Flaschen gab es nicht.
Ich hoffte, dass ich in der nächsten größeren Ortschaft etwas zu Essen bekommen würde. Dort gab es zumindest einen Shoprite Supermarkt. Fragte sich nur ob der geöffnet war.
Zwischen Alto Dondo und N’dalatando fuhr ich über einen kleinen Bergrücken der deutlich grüner war als die restliche Landschaft, die ich bisher durchquert hatte. Fast schon Regenwald.
Der Shoprite in N’dalatando hatte geöffnet aber keine warme Theke. Das einzige was es außer Kuchen und trockenen Brötchen gab, war ein abgepackter kalter Hamburger und ein Pastel de Nata. Hier fand ich zum ersten mal in ganz Afrika eine Dose kalten Cappuccino im Kühlschrank, die ich in Anbetracht meiner Müdigkeit gerne trank.
Die restliche Strecke bis Calandula war recht zermürbend. Die Straße war zwar komplett geteert doch mit extrem vielen Schlaglöchern übersäht. Aus manchen wuchs sogar schon das Gras, so alt waren sie schon. Das hatte allerdings den Vorteil, dass man sie schon von weitem gut sehen konnte.
Im Numina Hotel in Calandula kam ich gegen 16:00 Uhr an. Mir wurden 2 Zimmer gezeigt, von denen ich das etwas größer nahm. Es hatte das geringfügig weichere Bett und einen Tisch um am Laptop arbeiten zu können.
Nachdem ich ausgepackt hatte, legte ich mich nur „kurz“ aufs Bett und schaute mir ein paar Instagram Videos an und schon war es auch schon 17:15 Uhr.
Ich duschte schnell und fragte an der Rezeption, ob sie einen Wäscheservice hätten. Ja, für 500 Kwanza pro Stück. Ich gab meine Wäsche ab und meine Funktionshose, deren Tasche ein Loch hatte, das die Wäscherin auch flicken konnte.
Dann bestellte ich im Restaurant etwas zu Essen. Ein Gericht namens Mufete, Fisch mit Maniok und Bohnen. Während der Zubereitung, die 45 Minuten dauern sollte ging ich ein wenig durch den Ort bummeln und kaufte mir noch einen Flasche Wasser für die Nacht. Der Ort hatte einen ganz eigenen Charme und ich genoss den kleinen Spaziergang auch wenn es nichts wirklich besonderes zu sehen gab. Ich schaute einfach den Leuten dabei zu wie sie ihr Leben lebten.
Um 18:45 Uhr war ich zurück im Restaurant, doch ich wartete weitere 15 Minuten bis ich mein Essen bekam. Der Fisch war sehr lecker, die Bohnen und der Salat ebenfalls. Nur der Maniok war nicht ganz mein Fall. Zu hart und zäh. Da esse ich lieber normale Kartoffeln.
Am Abend arbeitete ich noch am Laptop. Vielleicht würde ich morgen den letzten Reisebericht der Namibia-Rundreise fertigstellen können. Als um 22:20 Uhr mein Laptop aufgrund niedrigen Akkustandes in den Stromsparmodus wechselte, nahm ich das als Zeichen aufzuhören und ins Bett zu gehen.
Morgen könnte ich leider nicht ausschlafen, da das Frühstück bis spätestens um 9:00 Uhr serviert wird.
Besuch der Calandula Wasserfälle

| Datum | 10.08.2026 – Tag 124 |
| Start | Calandula |
| Ziel | Calandula |
| gefahrene Kilometer | 74 km |
| Kilometerstand | 71717 km |
Die Nacht war nicht so erholsam wie erhofft. Ich schaute abends noch zu lange Videos am Laptop, um mich nach Hilux Camper Optionen zu informieren.
Dann wachte ich nachts mehrmals auf, da die Matratze ein paar fiese durchdrückende Federn hatte.
Durch die Belastung der schlechten Straßen mit den vielen Spurrillen, die mich häufig zusammenzucken und verkrampfen ließen, ist meine Brustprellung vom Unfall etwas schlimmer geworden. Während ich sie in Luanda fast gar nicht gespürt hatte, ist sie jetzt deutlich spürbar, besonders morgens, da ich mich vermutlich im Schlaf auch mal auf die rechte Seite drehe.
Deshalb habe ich nach dem Frühstück das Problem erwähnt – zum Glück spricht der Manager hier gut Englisch – und er bot mir ein anderes Zimmer an. Das hatte allerdings die gleiche durchgelegene Matratze mit den gleichen harten Federn. Als ich ablehnte bot er mir eine zusätzliche Decke an, die ich unterlegen könnte. Das Angebot nahm ich gerne an.
Gegen 11:00 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Calandula Wasserfall.
Ich erreichte die westliche Seite des Wasserfalls nach rund 10 minütiger Fahrt über eine perfekt geteerte Straße. Dort empfing mich auch sofort ein „Guide“, der 4000 Kwanza habe wollte nur um mich ein paar Schritte zur Aussichtsplattform zu bringen. Für den Abstieg hinab zum Fluss wollte er 20.000 Kwanza haben.
Ich sagte ihm mehrmals, dass ich keinen Guide bräuchte und alleine gehen wollte, doch er ging neben mir her bis ich die Plattform erreichte.
Der Anblick der breiten Wasserfälle war toll und erinnert mich ein wenig an eine Miniaturversion der Iguaçu Fälle. Also deutlich kleiner, aber trotzdem sehr schön.
Als ich dann seitlich etwas näher an die obere Kante der Fälle gehen wollte, kam der Guide erneut mit. Ich fand das ziemlich aufdringlich und erklärte ihm klipp und klar, dass ich ihm kein Geld geben würde, egal wie lange er neben mir her liefe. Ich verstehe nicht, warum sie hier kein Nein akzeptieren können.
Er führte mich trotzdem zu den Fällen und ich kletterte über ein paar Steine über den Rio Lucala, der die Wasserfälle speist. Von hier sah man auch gut die gegenüberliegende Pousada Calandula, wo ich später nochmal hin fahren wollte.
Als ich zurück ging, war ich erstaunt, dass der Guide tatsächlich kein Geld verlangte. Ich musste lediglich 1000 Kwanza Parkgebühr bezahlen. Ich hatte kurz überlegt ihm trotzdem ein kleines Trinkgeld zu geben, doch das hätte ihn in seiner Masche ein Nein zu ignorieren nur bestärkt.
Von hier fuhr ich zur Ostseite der Fälle. Die letzten 14 Kilometer nachdem ich die Hauptstraße verließ waren ziemlich übel und ich brauchte dafür knapp 45 Minuten. Es gab Abschnitte da hatte die Straße mehr Schlaglöcher als Teer.
Als ich an der Pousada Calandula ankam wurde ich ebenfalls sofort von ein paar Jungs empfangen, die mich führen wollten. Die sprachen nicht einmal Englisch und akzeptierten auch kein Nein. Zuerst führten sie mich an einen Aussichtspunkt und anschließend ebenfalls bis an die äußere obere Kante der Fälle.
Der Weg war allerdings deutlich schwieriger zu gehen und einmal brach ich durch das Wurzelwerk und verschwand bis zum Oberschenkel in einem Loch. Dabei habe ich mir meine in Luanda frisch gereinigte Hose leider wieder verdreckt.
Anschließend wollte ich noch den Weg hinab zum Fluss machen, doch ich entschied mich zuerst einen Kaffee auf der Terrasse der Pousada zu trinken. Hier hatte man einen Premium-Ausblick auf die herabstürzenden Wassermassen und es gefiel mir hier so gut, dass ich noch ein Tonic Water trank und bestimmt eine Stunde auf der Terrasse saß. Das war deutlich angenehmer als zum Fluss hinab und vor allem später wieder hinauf zu klettern.
Gegen 15:30 Uhr trat ich den Rückweg zu meiner Unterkunft an. Auf dem Weg waren viel mehr Kinder in den kleinen Dörfern auf der Straße und winkten mir begeistert zu.
In Calandula machte ich noch einen Spaziergang über durch den Ort und über den Dorfmarkt
In meiner Unterkunft bestellte ich zum Abendessen einen typisch portugiesisch-angolanischen Eintopf namens Calderada. Ich ließ mich überraschen was da alles drin war und hoffte keine Innereien zu bekommen.
Bekam ich auch nicht. Ein paar Hühnchenteile mit Knochen, Gemüse und Kartoffeln, dazu eine Schale Reis. Viel zu viel aber so lecker, dass ich alles auf aß und es später im Bett bereute.
Besuch der schwarzen Felsen – Pedras Negras

| Datum | 11.08.2026 – Tag 125 |
| Start | Calandula |
| Ziel | Dondo |
| gefahrene Kilometer | 247 km |
| Kilometerstand | 71964 km |
Die extra Decke zum unterlegen hat nicht viel geholfen und ich habe wieder nicht gut geschlafen.
Wenigstens war das Frühstück wieder gut. Heute war die Avocado so reif, dass ich sie auf das Brötchen schmieren konnte.
Ich verließ Calandula und fuhr so wie ich vor 2 Tagen gekommen war nach Cacuso. Dort wollte ich eigentlich tanken, doch die Tankstelle war außer Betrieb. Das war sie vor 2 Tagen schon, doch ich hatte sie mit einer anderen verwechselt.
Jetzt benutzte ich zum ersten Mal meinen Ersatzkanister und kippte die knapp 6 Liter in den Tank.
Dann fuhr ich weiter dazu den schwarzen Felsen, Pedras Negras. Die Straße schwankte zwischen schlecht und furchtbar. Ich brauchte eine halbe Ewigkeit, doch kurz nach 12:00 Uhr kam ich dort an.
Ich parkte mein Motorrad in der kleinen Ortschaft Pungo Andongo und ging zum Fuß weiter in Richtung des Wanderweges. Leider war es ein wenig diesig, so dass die Fotos nicht so gut wurden.
Der Wanderweg führte mich zu einer steilen Treppe hinauf zu einem Aussichtspunkt. Es war nicht ganz so spektakulär wie erhofft, ich war wohl von den Naturspektakeln der letzten Wochen in Namibia und Angola schon ziemlich verwöhnt, aber der Ausblick war trotzdem sehr schön. Und der Spaziergang tat gut, auch wenn er in Motorradhose und mit den schweren unbeweglichen Stiefeln ziemlich anstrengend war. Außerdem spürte ich meine Rippenprellung ein wenig.
Von hier ging es weiter nach Dondo. Ich hoffte dort im gleichen Hotel wie vor 3 Tagen unterkommen zu können. Das hatte zwar kein warmes Wasser aber dafür ein bequemes Bett.
Die Strecke wurde von einem auf den anderen Meter plötzlich hervorragend gut. Neuer Asphalt ohne jegliche Schlaglöcher. Da machte das Motorradfahren wieder Spaß. Bis dann genauso plötzlich ausgerechnet hinter einer Kuppe wieder eine Schlaglochpassage begann und ich natürlich voll in das erste hineinfuhr, so dass die Federung auf Block ging.
Doch nach wenigen Kilometern wurde es wieder besser und ich konnte den restlichen Weg bis Dondo entspannt fahren.
Dort wurde ich vom Hotelmanager mit Handschlag begrüßt.
Diesmal fragte ich nach einem Zimmer in 2. Stock, da ich vom letzten Mal wusste, dass es dort noch WiFi gab. Im 3. Stock nicht mehr. Das war kein Problem. Ich schätze unter der Woche sind nicht viele Gäste da.
Ich fragte auch nach dem warmen Wasser in der Dusche und er meinte, ich solle den Mischer nach rechts drehen und nach spätestens 10 Minuten würde warmes Wasser kommen.
Ich stellte das Wasser an bevor ich begann mein Gepäck vom Motorrad zu holen. Nach 15 Minuten ging ich in die Dusche, doch das Wasser war immer noch kalt. Doch zum Glück nicht so kalt, wie beim letzten Mal, so dass ich einigermaßen ohne einen Herzinfarkt zu bekommen Duschen konnte. Als ich mich dann am Ende abgespült hatte, war das Wasser endlich warm. Es brauchte ca. 20 Minuten. Was für eine Wasserverschwendung.
Ich nutzte das letzte Tageslicht für einen Spaziergang durch den Ort. Nicht ganz so einfach wie Calandula, aber es kommt dem schon recht nahe.
Auf dem Rückweg kaufte ich mir ein Wasser und ging ins Restaurant meines Hotels. Ich brauchte ein paar Minuten bis ich mir die verschiedenen interessant aussehende Gerichte von ChatGPT erklären ließ. Am Ende bestellte ich Funje der Coxa. Ein Brei aus Manjokmehl, der typisch für Angola ist, mit einer Hähnchenkeule und irgendeiner Gemüsebeilage. Ich war gespannt. Ich hatte einen schönen Tisch am Pool und während ich auf das Essen wartete schrieb ich Tagebuch und hörte der Kizomba Musik zu, die ganz nach meinem Geschmack war. Heute auch viel leiser als am Samstag. So gefiel mir das Hotel echt gut.
Kurze Etappe nach Waku Kungo

| Datum | 12.08.2026 – Tag 126 |
| Start | Dondo |
| Ziel | Waku Kungo |
| gefahrene Kilometer | 239 km |
| Kilometerstand | 72203 km |
Ich hatte schon wieder schlecht geschlafen trotz des bequemen Betts. Um 8:30 Uhr stand ich auf und packte meine Sachen. Heute hatte ich schon morgens ein paar Schmerzen an den Rippen. Die Prellung vom Sturz wird leider schlimmer statt besser. In Luanda hatte ich noch gar nichts gespürt, doch von Tag zu Tag an dem ich Motorrad fahre und vor allen Dingen immer das schwere Gepäck auf- und ablade, werden die Schmerzen stärker.
Heute entschied ich mich für die Fahrt mal eine IBU zu nehmen, auch wenn ich normalerweise während der Fahrt keine Schmerzen habe.
Nach 6 Kilometern erreichte ich Dondo Alto und fuhr dort zur Tankstelle, doch da es eine große Schlange gab und ich noch genug Benzin für die nächsten beiden Tage bis Huambo hatte, entschied ich mich nicht zu tanken. Stattdessen aß ich ein Brötchen mit Omelette von einer Straßenverkäuferin.
Die heutige Etappe war nicht so lang und führte mich komplett über perfekt geteerte Straßen. Die Landschaft war auch wieder sehr schön. Interessant war auch, dass ab un zu am Straßenrand lange weiße Streifen waren. Es sah so aus, als würde dort irgendetwas getrocknet werden. Auch wenn ich nicht entziffern könnte was es war. Vielleicht Manjok um daraus später Mehl zu reiben für das Funge, das ich gestern Abend gegessen hatte. Nach einer kurzen Nachfrage bei ChatGPT wurde meine Vermutung bestätigt.
Am Nachmittag um 13:30 Uhr erreichte ich Cela bzw. Waku Kungo. Da es hier an den Tankstellen keine langen Schlangen gab, wollte ich die Gunst der Stunde nutzen, doch an keiner der 3 Tankstellen gab es Benzin. Nur Diesel.
Nun stand ich vor der Wahl, hier wie geplant zu übernachten oder noch 4 Stunden weiter bis Huambo zu fahren. Ich liebäugelte mit der 2. Option, da ich dort dann 3 statt nur 2 Nächte hätte bleiben und mich ein wenig erholen können.
Doch als ich an der Unterkunft vorbei kam, die ich mir zuvor ausgesucht hatte, sah sie so gut aus, dass ich zumindest mal nach einem Zimmer fragen wollte. Allerdings war niemand an der Rezeption. Ich lief ein wenig über’s Gelände bis ich jemanden fand, der jemanden rief, der dann zu Rezeption kam. Mittlerweile war es schon 14:00 Uhr und die Option nach Huambo zu fahren war damit vom Tisch. Das wäre mir zu knapp geworden bei Sonnenuntergang um 17:55 Uhr.
Ich ließ mir ein Zimmer zeigen, was allerdings ein sehr hartes Bett hatte. Ich fragte nach einem Zimmer mit weicheren Bett und ging davon aus, dass er mir jetzt eine höhere Zimmerkategorie zeigen würde. Doch ich bekam das gleiche Standardzimmer nur mit weicheren Bett. Sehr gut. Leider gab es kein WiFi und selbst mein mobiles Internet ging mal und ging mal nicht. Die Infrastruktur in Angola ist nicht sonderlich zuverlässig.
Nachdem ich mich mein Motorrad abgeladen hatte, setzte ich mich direkt an den Pool und genoss die angenehme Wärme. Laut meiner App waren es 32 Grad, doch das glaubte ich nicht. Ich saß im Schatten und schrieb Tagebuch. Außerdem recherchierte ich nach Unterkünften in Huambo.
Ruhetag in Waku Kungo
| Datum | 13.08.2026 – Tag 127 |
| Start | Waku Kungo |
| Ziel | Waku Kungo |
| gefahrene Kilometer | 6 km |
| Kilometerstand | 72209 km |
Nach einer extrem guten und erholsamen Nacht entschied ich mich noch eine Nacht dran zu hängen. Ich machte mir ein paar Sorgen, dass meine Rippenprellung schlimmer werden könnte wenn ich mir nicht zwischendurch ab und zu mal eine Pause gönnen würde.
Ich ging zur Rezeption und verlängerte meinen Aufenthalt. Anschließend ging ich ins Restaurant und bestellte mir ein Omelette. Frühstück gab es nur bis 9:00 Uhr und es war mittlerweile schon 11:30 Uhr.
Nach dem Essen setzte ich mich an den Laptop und bearbeitete die Millionen Bilder aus dem Etosha Nationalpark. Als der Akku meines Laptops leer war, schloss ich ihn ans Ladegerät an und fuhr mit dem Motorrad in den Ort um Wasser zu kaufen. Doch in dem Supermarkt in dem ich einkaufen war, gab es alle möglichen Sorten an Softdrinks aber kein Wasser. Ich kaufte mir stattdessen eine Dragon Fruit, eine Tüte Chips, 2 Brötchen und 4 Scheiben Schinken. Da das Abendessen im Hotelrestaurant gestern Abend nicht so gut war, wollte ich heute Abend einfach mal Brötchen essen. Wasser bekam ich dann in einem anderen Laden.
Gut, dass ich kein Benzin mehr brauchte, denn die Schlange an der Tankstelle war ziemlich lang.
Zurück im Hotel setzte ich mich wieder an den Pool und recherchierte nach Autos und Selbstbau von Wohnkabinen. Ich merkte so langsam, was für ein riesiges Projekt das werden würde.
Als die Sonne unterging, ging ich zurück auf mein Zimmer, aß die Knabbersachen und eines der beiden Brötchen und ging ins Bett. Auf meinem Laptop schaute ich mir weitere YouTube Videos von Camper-Bauten an.
Kurze Fahrt nach Huambo

| Datum | 14.08.2026 – Tag 128 |
| Start | Waku Kungo |
| Ziel | Huambo |
| gefahrene Kilometer | 205 km |
| Kilometerstand | 72414 km |
Ich hatte erneut eine sehr erholsame Nacht und ich bildete mir ein, dass meine Rippenprellung schon etwas weniger schmerzen würde.
Ich packte meine Sachen und aß mein 2. Brötchen. Dann machte ich mich auf den Weg nach Huambo.
Anfangs war die Straße noch gut, doch später würde sie zunehmend zu einem Schweizer Käse. Dementsprechend lange brauchte ich bis Huambo. Zwischendurch hielt ich lediglich an einer Tankstelle um etwas zu essen, doch da es nichts gab, begnügte ich mich mit einem Trinkjoghurt.
Unterwegs gab es ein paar tolle Berge, die mitten aus der Ebene herausstechen. Ähnlich der Pedras Negras, nur nicht ganz so zahlreich. Dennoch sehr schön anzusehen.
In Huambo angekommen dauerte es ein wenig bis ich eine Unterkunft gefunden hatte. Das erste Hotel, das ich mir ausgesucht hatte, war komplett ausgebucht. Beim 2. hatte ich ein so schlechtes Gefühl, sowohl beim Anblick der Unterkunft als auch der Umgebung, dass ich gar nicht erst gefragt hatte. Dort wäre ich nur im Notfall nochmal hingefahren.
Das 3. war ebenfalls ausgebucht und erst beim 4. hatte ich Glück. Das Bad war zwar alles andere als ansprechend, die Toilette hatte keinen Sitz und die Dusche war nicht gefliest.
Das Handtuch und die Bettwäsche hatten Flecken, doch die Matratze war einigermaßen bequem, es gab einen sicheren Parkplatz für mein Motorrad und mit 20.000 Kwanza (19€), war es preislich ok. Das nächste auf meiner Liste hätte 48€ pro Nacht gekostet. Also blieb ich.
Ich packte schnell aus und dann suchte ich eine Tankstelle. Auf dem Weg hierher bin ich an einigen vorbei gekommen, die kein Benzin hatten und einige mit ziemlich langen Schlangen. Deshalb wollte ich nicht bis zum nächsten Tag warten. Vielleicht würde ich dann gar nichts bekommen oder müsste ewig warten. Das konnte ich mir bei über 400 Kilometern bis Lubango nicht leisten.
Im 2. Anlauf fand ich eine kleine Tankstelle mit langer Schlange. Doch als ich mich am Ende einreihte, winkte mich der Erste in der Schlange nach vorne und ließ mich vor. Super nett. Ich tankte voll und füllte ebenfalls meinen Ersatzkanister. Damit würde ich locker bis Lubango kommen, und wenn ich dort beides nochmal voll tanken könnte, würde es auch bis Namibia reichen.
Zurück in der Unterkunft duschte ich und schlenderte anschließend noch ein wenig durch die nähere Umgebung, vorbei an einer Sporthalle in der gerade Hallenfußball gespielt wurde. Dann aß ich eine Fajita und zum Nachtisch ein Pastel de Nata in einem libanesischen Restaurant.







































































































































































































