Du betrachtest gerade Namibia – von Windhoek zur angolanischen Grenze

Reifen Einfahren Teil 1

Datum17.07.2026 – Tag 100
StartWindhoek
ZielWindhoek
gefahrene Kilometer68 km
Kilometerstand67616 km

Der Tag begann nicht gut. Ich wachte schon um 7:00 Uhr auf und konnte nicht mehr einschlafen, da mein Heizlüfter ohne Ohrstöpsel zu laut war. Außerdem wurde es draußen langsam hell und da mein Toilettenbeutel ja noch im Motorrad lag, hatte ich weder Ohrstöpsel noch meine Schlafmaske.

Ich blieb dennoch bis 9:20 Uhr liegen, bis ich mich endlich aufraffen konnte aufzustehen. Dann bemerkte ich, dass meine Augentropfen leer waren und mein weiterer Vorrat ebenfalls im Motorrad war.

Ich frühstückte eine Portion Müsli und schrieb den Tagebucheintrag des gestrigen Tages.

Dann wollte ich mir ein Taxi rufen, doch ich konnte die LEFA App auf meinem Handy nicht registrieren. Es schien einen Server-Fehler gegeben zu haben.

Also schaute ich nach einer Alternative und zum Glück gab es noch eine Yango App, die in Windhoek auch genutzt wurde. Die konnte ich installieren und einrichten. 

Um 11:00 Uhr rief ich mir ein Taxi zur Motorradwerkstatt um dort meinen Toilettenbeutel, meine Augentropfen und meine Wäsche abzuholen. Das Motorrad sollte gegen 15:00 Uhr fertig sein.

Zurück in der Unterkunft stellte ich um 11:45 Uhr die Waschmaschine an, die 2 Stunden brauchen sollte. Ich hoffte, dass die Wäsche von 14:00 bis 18:00 Uhr trocknen würde. Die Leine hing leider sehr windgeschützt im Schatten vor meinem Apartment.

Dann setzte ich mich an den Laptop und ging nochmal alle Abbuchungen auf meiner Kreditkarte durch um sicherzustellen, dass ich alles in die Splitwise App eingetragen hatte um möglichst bald die Gesamtabrechnung der Rundreise machen zu können.

Als nächstes begann ich mich über Angola zu informieren, wo ich in etwas 3 bis 4 Tagen einreisen würde. Dabei plante ich auch schon grob die Strecke.

Am Nachmittag erhielt ich dann die gute Nachricht, dass meine Wohnung jetzt doch am nächsten Tag noch frei sei, da die nächsten Gäste erst einen Tag später ankommen würden. Sehr gut, so musste ich nicht umziehen.

Gegen 16:00 Uhr machte ich noch eine kleine Spritztour mit dem Motorrad. Laut dem Reifenhändler in Kapstadt sollte ich die Reifen ja 2 mal 70 Kilometer einfahren und dazwischen nochmal komplett abkühlen lassen, bevor ich sie auf einer längeren Etappe nutze. So etwas habe ich zwar noch nie gehört und laut ChatGPT gibt es solche Anforderungen an die Motoz Reifen nicht, aber wer weiß. Schaden würde es sicherlich nicht und so hatte ich nochmal einen Grund bei dem schönen Wetter nicht den ganzen Tag am Computer zu verbringen.

Auf dem Rückweg fuhr ich dann noch einkaufen. Ich brauchte eigentlich nur ein paar Brötchen zum Abendessen und um 2 mal zu Frühstücken, doch am Ende kam noch eine Tüte Chips und ein Blätterteig-Cheese-Burger dazu, samt Salat und Obstsalat. 

Zurück in meiner Wohnung aß ich den Burger mit dem Salat und stellte fest, dass er so sättigend war, dass ich kein weiteres Abendessen mehr brauchte.

Den Rest des Abends konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen meine Bilder zu bearbeiten und schaute mit stattdessen ein paar YouTube Videos an.

Reifen Einfahren Teil 2

Datum18.07.2026 – Tag 101
StartWindhoek
ZielWindhoek
gefahrene Kilometer60 km
Kilometerstand67676 km

Mit Ohrstöpseln und Schlafmaske schlief ich heute bis 10:00 Uhr. Dann machte ich mir Frühstück und setzte mich sofort an meinen Laptop. Ich hatte noch viel Arbeit vor mir.

Zuerst suchte ich nach einer Unterkunft in Grootfontein dann sortierte ich die Bilder aus dem Etosha Nationalpark aus und anschließend begann ich damit sie zu beschriften.

Zwischendurch holte ich meine Wäsche von der Leine und sortierte sie ein wenig danach, was ich in den nächsten Tagen wohl brauchen wurde und was nicht. 

Gegen 16:30 Uhr machte ich eine weitere Ausfahrt mit meinem Motorrad. Wie gestern in die Hügellandschaft im Westen Windhoeks, heute allerdings auf der C26.

Auf dem Rückweg fuhr ich direkt zum Essen ins Restaurant „The Stellenbosch Tasting Room“ wo wir am Anfang der Rundreise ja schon einmal waren.

Ich bestellte das Game Loin mit einem Salat und zum Nachtisch einen Schokoladen-Käsekuchen. 

Der war nicht ganz so gut, aber die Oryx-Lende war hervorragend.

In den nächsten Tagen würde wieder budgetschonendes Supermarktessen auf dem Programm stehen.

Zurück in der Wohnung setzte ich mich wieder an den Computer. Irgendwann musste ich der Bilderflut ja Herr werden.

Zum Glück besticht Angola mehr durch seine Landschaft als durch zahlreiche Tier-Nationalparks. Ich hoffte dort würde ich dann etwas weniger Bilder machen.

Strecke machen Nach Grootfontein

Datum19.07.2026 – Tag 102
StartWindhoek
ZielGrootfontein
gefahrene Kilometer478 km
Kilometerstand68154 km

Heute stand eine lange und langweilige Fahrt nach Grootfontein auf dem Programm. Am Ende des Tages war ich 478 Kilometer unterwegs. Das war vermutlich die längste Etappe auf dieser Reise.

Auf dem Weg sah ich ein paar Warzenschweine an der Straße. Einige waren mutig und blieben stehen, andere hatten vor meinem lauten Motorrad zu viel Angst und liefen weg.

In Otjiwarongo hielt ich am SPAR an um etwas zu essen. Zu meiner Überraschung gab es an der warmen Theke im Supermarkt sogar ein paar Tische, so dass ich das Essen nicht wie sonst auf meinem Motorradkoffer essen musste. Zusammen mit dem Salat kostete es allerdings auch 12,50€. Für ein Supermarktessen ziemlich teuer. Doch es war wenigstens lecker.

Da ich recht spät in Grootfontein ankam, hatte ich keine Zeit mehr den Hoba Meteoriten zu besuchen. Das würde ich am nächsten Tag machen.

Meine Unterkunft war bis auf die Flecken auf dem Fußboden im Badezimmer sehr schön und mit 450 NAD inkl. Frühstück sehr günstig.

Besuch des Hoba Meteoriten

Datum20.07.2026 – Tag 103
StartGrootfontein
ZielOshikango
gefahrene Kilometer417 km
Kilometerstand68571 km

Das für 9:00 Uhr bestellte Frühstück kam schon um 8:40 Uhr gerade als ich aufgestanden bin. Um 9:45 Ubr war ich fertig mit Packen und machte mich auf den Weg.

Zuerst fuhr ich ins Zentrum und fragte an der Tankstelle nach einem Copy Shop um ein paar Kopien machen zu lassen. Ich hatte gelesen es sei besser in Angola Kopien vom Pass und den Fahrzeugpapieren zu haben und nie die Originale rauszurücken. 

Nachdem das erledigt war, fuhr ich dann zum Hoba Meteoriten.

Leider waren die letzten 12 Kilometer Schotterpiste mit ein paar sandigen Abschnitten, so dass ich erst um 10:55 Uhr ankam.

Der Eintritt kostete 250 NAD, ca. 13€, und ich bekam einen Guide, der ein paar Worte über den Meteoriten erzählte.  Hoba bedeutet in der Damara Sprache „gefunden“. 

Er schlug sehr flach ein, weshalb es keinen Krater gibt. Interessant ist auch, dass er nicht heiß wird, obwohl er den ganzen Tag in der Sonne liegt. Ich schätze das Metall ist so wäremleitfähig, so dass er nachts ausreichend auskühlt.

Er besteht zu 82% aus Eisen, 16% Nickel und 1% Kobalt. Ansonsten sind viele weitere Elemente in kleineren Mengen darin enthalten. Er schlug vor ca. 80.000 Jahren ein und ist etwa 50 Tonnen schwer. Er liegt zu einem weiteren halben Meter unter der Erde und wurde von einem Bauern namens Jacobus Hermanus Britz 1920 beim Pflügen gefunden. 1955 wurde er zu einem nationalen Monument erklärt.

Leider haben einige Touristen ein paar kleine Stücke abgesägt, als hier noch ein Campingplatz war. 

Als nächstes fuhr ich zum Otjikoto Lake bei Tsumeb, der mir von Pete vom Faith City Guesthouse empfohlen wurde. Dort hätten die Deutschen im 2. Weltkrieg angesichts der drohenden Niederlage gegen die Briten ihre Waffen im See versenkt, damit sie den Briten nicht in die Hände fielen. Doch da der Eintritt hier ebenfalls 250 NAD kosten sollte fuhr ich weiter. Das war mir zu teuer für ein Foto von einem See.

Der Rest des Tages war langweilige Fahrt. In Oshivelo hielt ich zum Tanken und aß zu Mittag.

Später in Omafo, 5 Minuten bevor ich meine Unterkunft erreichte, tankten ich erneut und aß an der Tankstelle zu Abend. 

Ich erreichte meine Unterkunft, das Piscas Motel, gegen 18:20 Uhr. Trotz des Besuchs des Meteoriten, bin ich heute noch 417 Kilometer gefahren. Die Straße war ziemlich gut.

Das Zimmer war etwas abgeranzt und müffelte auch ein wenig, doch das Bett war bequem. Es war früher sicher mal ein schönes Hotel gewesen, das leider zu sehr in die Jahre gekommen ist.