
Ruhetag in Huambo
| Datum | 15.08.2026 – Tag 129 |
| Start | Huambo |
| Ziel | Huambo |
| gefahrene Kilometer | 8 km |
| Kilometerstand | 72422 km |
Ich stand gegen 9:20 Uhr auf als ich kurz vor 10:00 Uhr im Restaurant der Unterkunft war, war es für’s Frühstück schon zu spät. Egal. Ausschlafen war mir wichtiger.
Da ich mich heute etwas schonen wollte, ließ ich das Motorrad schweren Herzens stehen. Eigentlich ist die Gegend um Huambo landschaftlich sehr schön und für einen Tagesausflug prädestiniert. Doch ich wollte meinen Rippen einen Tag Pause geben und entschied mich lediglich die Stadt zu Fuß zu erkunden.
Zuerst ging ich zum zentralen Platz „Praça Doutor António Agostinho Neto“, mit einer Statue von António Agostinho Neto, dem ersten Präsidenten Angolas nach der Unabhängigkeit 1975.
Von hier ging ich zum „Jardim da Cultura“, einem kleinen Park und trank in dem gegenüberliegenden Café einen Kaffee.
Auf der anderen Straßenseite lag das Centro Cultural Manuel Rui, ein neu erbautes Kulturzentrum, das so neu war, dass über die Hälfte der Räumlichkeiten noch gar nicht bezogen waren. Ich hätte mir gerne ein paar Bilder in einem Atelier angesehen, doch das war geschlossen. Vielleicht weil heute Samstag war. Im obersten Stockwerk gab es ein Restaurant mit schöner Aussicht über den Park und einem leckeren frisch gepressten Orangensaft.
Ich blieb eine Weile und buchte mir eine Unterkunft in Windhoek. Leider ist dort gerade Hochsaison weshalb die Preise nicht nur höher waren als bei meinem letzten Aufenthalt, es gab auch deutlich weniger freie Unterkünfte. Ich wäre gerne nochmal in die Garden Oasis gegangen, doch die war ausgebucht. Letztlich fand ich doch noch ein kleines Apartment, das zumindest auf Booking.com einen guten Eindruck machte.
Auf dem Gelände des Kulturzentrums lag auch noch ein sehr edel aussehendes Restaurant. Da ich heute sonst nichts besonderes unternommen hatte, überlegte ich mir, hier zu Abend zu essen. Ich war schon lange nicht mehr schick essen.
Von hier spazierte ich nochmal zum Neto Denkmal, das in der Nachmittagssonne noch schöner aussah. Außerdem waren mittlerweile auch mehr Menschen am Platz so dass die Atmosphäre viel lebhafter war.
Als nächstes ging ich zur Kathedrale, die allerdings wie bisher alle Kirchen, die ich an Afrika gesehen habe, nichts besonderes war.
Nun machte ich nochmal einen Abstecher zum Jardim da Cultura, in dem ich am Morgen schon war und auch der war jetzt viel lebhafter und in der Abendsonne viel stimmungsvoller.
Ich befragte die KI auf dem Handy nach verschiedenen Dingen zum Thema Wohnkabinenbau für einen Toyota Hilux und gegen 17:30 Uhr ging ich dann tatsächlich ins Restaurant SkyBoat. Das war das schickste und edelste Gebäude, das ich bisher in Angola gesehen habe. Dementsprechend waren auch die Preise. Die Fisch oder Fleischgerichte begannen bei 24€, selbst die günstigste Pizza lag bei 15€.
Doch aus irgendeinem Grund gab es Fettuccine mit Bolognesesoße für 8€. Das war dann meine Wahl und dazu ein Ginger Ale.
Die Portion war nicht riesig, doch es war genug und ließ noch ein wenig Platz für eine kleine Tüte Chips später im Hotel. Geschmacklich war sie dafür ausgezeichnet. Das habe ich heute gebraucht. Das letzte gute Essen war der Fisch in der Mall in Luanda und davor die Fische in Benguela und Namibe. Und die Ziege in Lucira. Die war perfekt.
Auf dem Heimweg genehmigte ich mir noch ein gekochtes Ei mit Zwiebelsoße, da ich mir doch nicht sicher war, ob die Nudeln genug für den Abend waren. Mit dem Ei war es definitiv genug.
Zurück im Hotel wurde ich von einem Aufbau für eine Hochzeitsfeier überrascht. Gut, dass ich nicht später gekommen bin, sonst hätte ich mein Motorrad nicht mehr packen können ohne die Hochzeitsgesellschaft zu stören.
Nachdem die Torte angeschnitten und ein paar Reden gehalten wurden, begann später der musikalische Teil. Es lief tolle Kizomba Musik und ich hoffte ein wenig dass die ganze Meute tanzen würde. Dann hätte ich mein letztes sauberes Hemd ausgepackt und hätte mein Glück versucht. Doch außer ein paar Schunkelnden und sich dabei unterhaltenden Gästen blieben die meisten an den Tischen sitzen. Nicht ganz so lebhaft, wie ich mir eine angolanische Hochzeit vorgestellt hätte.
Leider war die Musik so laut, dass ich Schwierigkeiten hatte einzuschlafen. Ich lag bis 3:00 Uhr wach, bis die Musik endlich aufhörte. Keine gute Kombination mit einem Wecker, der am nächsten Morgen um 7:30 Uhr klingeln würde. Ich wollte früh losfahren um mir die Option offen zu halten bis Lubango durchzufahren.
Langer Tag nach Lubango

| Datum | 16.08.2026 – Tag 130 |
| Start | Huambo |
| Ziel | Lubango |
| gefahrene Kilometer | 436 km |
| Kilometerstand | 72858 km |
Mein Tag begann um 7:30 Uhr nach gerade mal 4½ Stunden Schlaf. Die Musik gestern Abend lief noch bis 3:00 Uhr.
Ich packte mein Motorrad und da alle Angestellten noch dabei waren aufzuräumen, fragte ich gar nicht erst nach einem Frühstück. Ich wollte einfach nur weg. Um 8:40 Uhr verließ ich das Hotel und fuhr zum Kero Supermarkt um zu Frühstücken. Dort kaufte ich mir auch gleich noch ein 2. Sandwich zum Mitnehmen, so dass ich mittags nicht lange nach etwas suchen müsste.
Um 9:20 Uhr startete ich dann endlich.
Am Anfang brauchte ich ein wenig um Huambo zu verlassen, doch dann holte ich sogar wieder ein paar Minuten gegenüber der prognostizierten Ankunftszeit von Google Maps auf.
Die Straße war nagelneu, perfekt geteerte und ich konnte problemlos 100 bis 110 km/h fahren. Sehr gut. Doch nach 130 Kilometern endete die neue Straße und wurde zur Baustelle.
Die Umleitung war eine schlechte Dort Road. Die noch zu bauende Straße war ebenfalls noch eine Dort Road, aber viel glatter als die Umgebung. Eigentlich war sie gesperrt, doch alle Motorräder und teilweise auch die Autos führen an den Sperren vorbei um die bessere Straße nutzen zu können. Ich tat es den Einheimischen gleich.
Dieser Zustand hielt für 22 Kilometer an und dabei verlor ich natürlich viel Zeit.
Nach 230 Kilometern hielt ich um Punk 13:00 Uhr an einer Tankstelle – ich war bis dahin 3:40 Stunden unterwegs – und kaufte mir an einer Tankstelle eine Cola. Hier aß ich auch mein Sandwich.
Jetzt hatte ich noch 200 Kilometer vor mir. Die Straße war geteert, hatte aber einige Schlaglöcher. Ich kalkulierte mit einem Schnitt von 50 km/h und 20 bis 30 Minuten extra für den Stadtverkehr in Lubango. So sollte ich es problemlos noch im Hellen schaffen.
Die Straße wurde immer besser je näher ich an Lubango heran kam.
Doch als ich die Stadt erreichte war die Hauptstraße gesperrt und es gab keine ausgeschilderte Umleitung. Ich fuhr nach Gefühl eine Umleitung doch die führte mich durch übelste kleine nicht geteerte Gassen, teilweise mit viel Müll, in denen man mit einem Auto gar nicht durch passen würde.
Als ich einen Stelle erreichte, an der alle anderen Motorräder auf die gesperrte Straße fuhren, musste ich feststellen, dass die Lücke in der Betonabsperrung gerade breit genug war, dass die kleinen indischen und chinesischen Motorräder durch passten. Meins aber nicht.
Ein Mann sah meine Verzweiflung und sprach mich auf Portugiesisch an. Ich verstand natürlich nichts und versuchte ihm klar zu machen, dass ich ins Zentrum von Lubango wollte.
Er bedeutete mir, dass ich ihm folgen solle und dann fuhr er los. Hier hätte ich gerne meine Kamera am Start gehabt um die Strecke aufzunehmen. Ich glaube so etwas abenteuerliches bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht gefahren. Übelste Dirt Road, häufig tiefer Sand und alles zwischen Häuserschluchten, die teils kaum breiter als mein Motorrad waren. Und die Tortur nahm kein Ende. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, doch vom Gefühl her war ich bestimmt 20 bis 30 Minuten in diesen Gassen unterwegs.
Um 17:00 Uhr erreichte ich nach 429 Kilometern dann endlich meine Unterkunft die mir bei meinem ersten Besuch in Lubango von Sandro, dem Vorsitzenden des Motorradclubs empfohlen wurde. Er ist mittlerweile in Algerien unterwegs.
Das Zimmer war in Ordnung, aber es gab leider keinen Innenhof in dem ich mein Motorrad parken konnte. Doch der Mann an der Rezeption versicherte mir, dass das Parken an der Straße sicher sei, da sie einen Nachtwächter hätten. Da mir die Unterkunft von Sandro empfohlen wurde, glaubte ich ihm das mal.
Um für meine letzte Etappe in Angola gerüstet zu sein, musste ich nochmal tanken fahren. Die erste Tankstelle hatte natürlich kein Benzin und ich musste nochmal knapp 10 Minuten aus der Stadt heraus fahren.
Dann tankte ich nach 437 Kilometern. Und laut meiner Tankanzeige hätte ich noch weitere 40 bis 50 Kilometer geschafft. Keine schlechte Reichweite für ein Motorrad mit Standardtank.
Da das Café do Monte, in dem ich eigentlich essen wollte, laut Google Maps schon geschlossen war, fuhr ich nochmal zum Kero Supermarkt und bestellte mir Reis mit einem angolanischen Eintopf und einem Stück Hühnchen. Für 5€ ziemlich günstig und richtig lecker.
Ein paar nette Überraschungen am Ruhetag in Lubango
| Datum | 17.08.2026 – Tag 131 |
| Start | Lubango |
| Ziel | Lubango |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 72858 km |
Laut dem Rezeptionisten sollte es Frühstück nur bis 9:00 Uhr geben. Da ich nachts von einer Stechmücke viel zu lange wach gehalten wurde, entschied ich mich das Frühstück auszulassen und schlief bis 10:30 Uhr. Als ich um 11:00 Uhr gerade mein Zimmer verlassen wollte klopfte es an der Tür und eine junge Dame versuchte mir auf Portugiesisch klar zu machen, dass es langsam Zeit fürs Frühstück wäre. Ich war überrascht, doch nahm es natürlich gerne an. Es gab Brötchen mit Spiegelei und einer Wurst. Nichts besonderes aber auch nicht schlecht.
Dann ging ich zu Fuß in Richtung Kathedrale. Dort sollte es 3 Läden für Computer-Zubehör geben. Da es mich immer mehr nervt, dass auf meiner Notebooktastatur die Zahlenreihe nicht mehr funktioniert, hatte ich mir überlegt einen separaten kleinen Nummernblock zu kaufen, den ich dann per USB an den Laptop anschließen könnte.
Ich fragte im ersten Laden nach, doch die Dame meinte, so etwas hätten sie nicht. Da ich schon lange nicht mehr in einem Computer-Laden war, schaute ich mich noch ein wenig um und fand durch Zufall genau so eine kleine Nummernblock-Tastatur wie ich sie gesucht hatte. Ich ließ sie mir von der Dame aus der Vitrine holen und sie probierte sie sogar noch an einem Laptop aus um Sicher zu gehen, dass sie auch funktioniert. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet so etwas in Angola zu finden. Zumindest nicht außerhalb von Luanda. Und mit 5700 Kwanza (5,40€) war sie auch echt günstig.
Von hier ging ich zur Kathedrale und schaute dem lebhaften Treiben auf dem zentralen Platz zu. Eine Mischung aus Schuhputzern, verschiedenen Frauen, die Eier, Bananen oder Erdnüsse verkauften und den Angolanern, die hier einfach nur abhingen. Die Kathedrale war allerdings auch heute geschlossen.
Dann forderte ich mein Glück heraus und machte mich auf die Suche nach einem Hemd mit typisch angolanischem Stoffmuster. Die Recherche mit ChatGPT ergab nicht viel. Ich versuchte es bei einer Schneiderei die er mir empfohlen hatte. Dort hatten sie allerdings nur Stoff, doch der Schneider sprach Englisch und schickte einen Angestellten um mich zu einem anderen Läden zu führen. Das war der erste Laden mit Souvenirs, den ich Angola gesehen hatte. Das Land ist kaum auf Touristen eingestellt.
Hier gab es tatsächlich die von mir gesuchten Hemden, doch leider keines in meiner Größe. Die nette Dame meinte, ich solle es auf dem Markt in Mutundo versuchen. Doch einerseits hatte ich keine Lust heute noch mit dem Motorrad zu fahren und andererseits lag Mutundo genau hinter der Straßensperre, so dass ich wie gestern wieder eine halbe Stunde durch die Townships hätte fahren müssen. Das wollte ich mir definitiv nicht mehr antun.
Vielleicht mache ich morgen auf dem Weg nach Ondjiva noch einen kurzen Stopp an einem anderen Markt südöstlich von Lubango. Mal sehen.
Nun war es Zeit für einen Kaffee. Doch das Café, das ich auf Google Maps fand existierte nicht mehr. Dort war jetzt ein Restaurant.
Da ich sonst kein Café fand wollte ich wieder zurück zu meinem Hotel um meine Tastatur auszuprobieren. Doch auf dem Weg kam ich durch Zufall an einem sehr schönen modernen Café vorbei. Dort gab es einen sehr guten Kaffee aus einer Siebträgermaschine und ein köstliches Pastel de Nata.
Dort schrieb ich noch Tagebuch und dann ging ich gegen 16:00 Uhr zurück zum Hotel.
Ich probierte sofort meine neue Tastatur aus und es ist so eine Wohltat endlich nicht mehr die Bildschirmtastatur für die Eingabe von Zahlen verwenden zu müssen.
Ich recherchierte noch ein wenig nach Komponenten für einen Camper (Wassertank, Batterie, etc.) und ging um 19:00 Uhr in das gegenüberliegende libanesischen Restaurant.
Hier bekam ich endlich mal Fleisch ohne Knochen. Ich bestellte eine Portion Tawook, das sind marinierte Hähnchenstucke am Spieß mit Fritten, dazu Gemüse und eine Portion angolanischen Bohnen. Die hatten mir in Calandula beim Mufete ziemlich gut geschmeckt.
Santa Clara, weiter als ich eigentlich wollte

| Datum | 18.08.2026 – Tag 132 |
| Start | Lubango |
| Ziel | Santa Clara |
| gefahrene Kilometer | 443 km |
| Kilometerstand | 73301 km |
Heute sollte wieder ein eher langweiliger Tag werden.
Nach de Frühstück verließ ich Lubango und fuhr an die Gleiche Strecke zurück nach Ondjiva, die ich schon an meinem 2. Tag in Angola in die entgegengesetzte Richtung gefahren war. Ich genoss den Anblick der vielen Affenbrotbäume, machte aber ansonsten keine großartigen Stopps.
Die Tankstellen auf dem Weg hatten alle kein Benzin.
In Ondjiva steuerte ich das Hotel an, das ich mit zuvor auf iOverlander herausgesucht hatte. Leider war es komplett ausgebucht. Auch die 2. Unterkunft zu der ich fuhr war komplett ausgebucht und das teure Hotel am Ortseingang für 50€ war mir zu teuer.
Also entschied ich mich weiter nach Santa Clara zur Grente zu fahren. Dort gab es noch einige Unterkünfte und dann hätte ich morgen auch etwas Zeit gespart.
Doch zuerst fuhr ich noch in einen Supermarkt, da ich ziemlich hungrig war, es war mittlerweile schon 16:30 Uhr und kaufte mir einen Hähnchenschenkel mir Reis und Bohnen.
In Santa Clara fuhr ich zu dem Restaurant, in dem ich am ersten Tag zusammen mit Lea und Val zu Mittag gegessen hatte. Die hatten auch Zimmer und konnte sogar die Hälfte in namibischen Dollar und die andere Hälfte mir meinen restlichen Kwanzas bezahlen. So wurde ich die noch alle los.

























































































