Enttäuschende Kizomba Party
| Datum | 01.08.2026 – Tag 115 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 28 km |
| Kilometerstand | 71007 km |
Nach über 11 Stunden Schlaf wachte ich kurz nach 11:00 Uhr auf. Ich hatte es wohl nötig nach den Strapazen gestern mal auszuschlafen. Vielleicht war es ganz gut, dass ich gestern Abend nicht noch zu der Tanzparty gefahren bin.
Ich ging erneut zu dem Supermarkt um etwas zu Essen. Ich bestellte mir wieder ein Sandwich und ein Pastel de Nata sowie noch eine Bohnensuppe dazu. Das sollte als Frühstück und Mittagessen zusammen reichen.
Dann holte ich mein Motorrad und fuhr erneut zu dem Einkaufszentrum am Fort wo ich heute endlich eine SIM Karte bekam. Zwar nicht am offiziellen AfriCell Shop im Einkaufszentrum, sondern an einem großen AfriCell Stand davor. Ich schätze mal, sie haben auf die Situation bei Unitel reagiert und um dem großen Ansturm Herr zu werden, diesen zusätzlichen Stand aufgebaut. Als ich ankam, war gerade ein Servicemitarbeiter frei, der mir ziemlich schnell eine Karte verkaufte und registrierte. Dazu nahm ich noch ein 8GB Paket für 5€. Nun war ich endlich wieder online.
Da ich schon mal hier war, bummelten ich noch eine Runde durch das Einkaufszentrum und kaufte mir ein sündhaft teures Eis für 3500 Kwanza.
Dann fuhr ich den Berg hinauf zum Fort, das heute ein Militärmuseum ist. Auch wenn ich kein Fan von Kriegswaffen bin, war es den Besuch wert, alleine schon wegen der tollen Aussicht über die Bucht. Von dort sah man auch den Platz an dem am Sonntag eine Open Air Kizomba Party sein würde.
Von hier fuhr ich auf die Landzunge namens Ilha de Cabo. Dort gab es lange Strände entlang der gesamten Halbinsel ähnlich der in Lobito. Leider wurde ich auch dort als Ausländer ziemlich aggressiv von den Schuhputzern und Bettlern verfolgt.
Kurz nach 17:00 Uhr fuhr ich zurück. Genug Sightseeing für heute.
Zurück in meinem Zimmer ruhte ich mich ein wenig aus und dann schaute ich nach der Liste mit den Kizomba Parties, die ich von einer Tänzerin aus Deutschland bekommen hatte, die schon öfter in Luanda war.
Heute gab es 2 Parties. Die erste machte mir vom Plakat her den besseren Eindruck, sollte aber schon um 18:00 Uhr starten. Obwohl es schon 19:00 Uhr war dachte ich mir, da wir hier in Afrika sind und nichts pünktlich beginnt, kann ich trotzdem noch dorthin fahren. Doch zuerst ging ich nochmal in den Supermarkt um die Ecke um ein Sandwich zu essen.
Dann rief ich mir ein Taxi und kam um 20:15 Uhr an der Party Location an. Doch zu meiner Verwunderung war erstens noch kaum jemand da und zweitens wurden alte amerikanische Pop Klassiker gespielt und kein Kizomba oder Semba. Aber vielleicht war das erst das Warm Up und es ging tatsächlich erst später los.
Gegen 20:30 Uhr begann dann die Kizomba Musik, leider mit einem extrem laut dröhnenden Beat unterlegt. Ich fand es furchtbar und es tanzte niemand. Ich war gespannt wie das weiter gehen würde. Als ich die Lautstärke nicht mehr ertragen konnte, stopfte ich mir ein Stück zusammengeknülltes Taschentuch in die Ohren. Das half zumindest ein wenig.
Um 21:45 Uhr gingen die ersten 3 Paare auf die Tanzfläche. Doch nach 2 Liedern war sie wieder leer. So ging es noch eine Weile weiter bis ich um 22:30 Uhr die Nase voll hatte. Die Location war echt schön, aber die Lautstärke der Musik war unerträglich und ich verstand nicht, dass fast niemand tanzte. Ich nahm mir wieder ein Taxi zurück zu meiner Unterkunft, das zu dieser Uhrzeit das 2½ fache kostete, und hoffte, dass das Open Air morgen besser werden würde.
Kizomba am Meer
| Datum | 02.08.2026 – Tag 116 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 71007 km |
Ich schlief erneut 11 Stunden und stand kurz nach 11:00 Uhr auf. Bis ich mich fertig gemacht hatte war es schon fast 12:00 Uhr.
Ich ging zum kleinen Restaurant am Supermarkt und aß wie gestern eine Bohnensuppe, diesmal mit einer kleinen Pizza dazu, die aber nicht so gut wie das Sandwich tags zuvor war.
Ich kaufte noch ein paar Hygieneartikel im Supermarkt und ging zurück in mein Zimmer um endlich mal am Computer zu arbeiten. Ich beschriftete die letzten Bilder und bearbeitete 2 oder 3 weitere Tage unseres Road Trips durch Namibia.
Um 15:30 Uhr hatte ich keine Lust mehr, ging unter die Dusche und rief mir ein Taxi zur Waterfront. Dort würde heute Abend Kizomba getanzt werden. Ich hoffte, dass es heute besser wäre und ich wenigstens die Gelegenheit bekäme mit der ein oder anderen Frau das Tanzbein zu schwingen.
Diesmal gab es wohl nicht so viele Yango Fahrer. Ich musste 10 Minuten auf mein Taxi warten. Während der Fahrt entschied ich mich um und bat den Fahrer mich an der Kathedrale 2 Blocks hinter der Waterfront raus zu lassen. Doch die war leider geschlossen. Und ich wurde mal wieder von verschiedenen bettelnden Jungs verfolgt. Das ist echt unangenehm. Auch wenn ich verstehe warum sie es tun.
Gegen 16:30 Uhr kam ich an der Waterfront an. Ich genoss die Abendsonne, schlenderte die Promenade entlang und probierte ein gekochtes Ei mit scharfer Zwiebelsoße.
Auf der anderen Straßenseite lag das Museu da Moeda, das Geldmuseum, sowie die Nationalbank in einem sehr schönen Gebäude.
Die Promenade ist zurecht das Aushängeschild von Luanda. Ich spazierte sie fast bis zum nördlichen Ende bevor ich umkehrte. Ich wollte ja noch etwas Kraft zum Tanzen übrig haben. Ich hätte mich besser von Taxi gleich an das nördlichen Ende bringen lassen sollen. Dann hätte ich mir einen Weg gespart.
Kurz nach 18:00 Uhr war ich an der Stelle an der ich dachte, dass dort getanzt werden sollte. Doch ich hörte keine Musik. Dann sah ich ein DJ Pult mit einer Lautsprecheranlage und war mir relativ sicher, dass ich hier richtig wäre.
Doch da noch nichts los war, ich Hunger hatte und auf Toilette musste, ging ich ins gegenüber liegende Einkaufszentrum und aß einen Wrap mit Fritten.
Als ich gegen 19:00 Uhr zurück kam, waren echt viele Menschen dort am Tanzen. Doch was ich nicht bedacht hatte, ich hatte keine Ahnung wie hier die Gepflogenheiten waren. Konnte ich einfach mir nichts dir nichts eine Frau auffordern? Insbesondere wenn sie direkt neben einem Mann stand, der ihr Ehemann sein könnte? Ich war total unsicher und habe mir das Schauspiel erst mal eine Weile angeschaut.
Dann würde ich plötzlich von einer ziemlich attraktiven Frau aufgefordert. Das war schon seltsam. Wenn ich schon mal von unbekannten Frauen aufgefordert werde, dann sind es normalerweise die älteren weniger attraktiven. Naja, und es kam wie es kommen musste, es war eine Anfängerin. Der Tanz glich eher einem Ringkampf aber ich hatte zumindest meinen ersten Tanz in Angola.
Ich so ging es den Rest des Abends weiter. Bevor ich mich durchringen konnte eine Frau aufzufordern, kam schon eine, die mich aufforderte. Und allesamt konnten nicht wirklich gut tanzen. Irgendwann sah ich auf der Tanzfläche eine Dame, die wirklich gut tanzte und ich nahm mir vor, die als nächstes aufzufordern. Doch bevor sie fertig war, wurde ich schon wieder aufgefordert und nach dem Tanz habe ich die andere Dame nicht mehr gefunden. Kurz darauf ging es mir mit einer anderen erneut so.
Alles in allem war es ein eher ernüchternder Abend. Ich hatte zwar ein paar Tänze, doch allesamt waren mehr Arbeit als Genuss.
Begegnung mit Eckard
| Datum | 03.08.2026 – Tag 117 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 47 km |
| Kilometerstand | 71054 km |
Heute war das Wochenende endlich vorbei und ich konnte mein Motorrad in die Werkstatt bringen. Da ich erst um 9:30 Uhr aufstand, ließ ich heute mal das Frühstück ausfallen um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Doch dann fiel mir ein, dass ich in der Werkstatt möglicherweise nicht mit Karte bezahlen könnte und ich hatte nur noch umgerechnet ca. 110€ in bar.
Also fuhr ich als erstes zu einer Bank und stellte mich wieder in der langen Schlange an. Die schlechte Bargeldversorgung, und dass man fast nirgends mit Kreditkarte zahlen konnte war echt nervig.
Dann bemerkte ich, zum Glück bevor ich weiter zur Werkstatt fuhr, dass ich meinen Reifen im Zimmer vergessen hatte. Dämlich. So musste ich nochmal zurück und verlor weitere 10 Minuten.
Nun fuhr ich endlich in den Stadtteil Talatona, wo die Werkstatt lag, laut ChatGPT aber auch eine günstige Reinigung sein sollte.
Dort fuhr ich zuerst hin, damit sie genug Zeit fürs Waschen und Trocknen hätten. Doch als ich dort ankam sagte man mir, dass dort eine Wohnanlage sei und die Reinigung wäre nur für die Bewohner dieser Anlage. Blöd.
Also führ ich weiter zur Werkstatt. Die machte mir auf den ersten Blick einen guten Eindruck und wurde auch auf iOverlander empfohlen. Ein Mann sprach sogar ganz passabel Englisch, so dass ich diesmal auf Google Translate verzichten konnte.
Er erkundigte sich in der Werkstatt und meinte, dass sie um 14:00 Uhr Zeit hätten den Reifen zu wechseln. Mittlerweile war es kurz vor 12:00 Uhr. Ich hatte also noch 2 Stunden um etwas Essen zu gehen und vielleicht eine andere Reinigung zu finden.
Ich suchte auf Google Maps und fand noch 2 Reinigungen in der Nähe meiner Unterkunft. Das würde vielleicht mehr Sinn machen als hier in einem 30 Minuten entfernten Stadtteil.
Als nächstes Stand Essen auf dem Programm. 500 Meter von der Motorradwerkstatt gab es einen Kero Supermarkt, die ja immer ein kleines Restaurant haben. Auf dem Parkplatz sah ich auch eine Autowäscherei. Vielleicht könnte ich dort auch mein Motorrad waschen lassen, damit endlich mal das viele Öl runter kommt, dass ich mir bei dem Sturz aufgefangen hatte.
Im Supermarkt bestellte ich mir zur Abwechslung mal eine Pizza und natürlich noch ein Pastel de Nata als Nachtisch. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis ich die Pizza bekam, aber ich hatte ja Zeit.
Naja, dachte ich. Eigentlich wollte ich vor dem Werkstattbesuch ja noch mein Motorrad waschen lassen. Dafür war ich jetzt zu spät dran. Ich erreichte die Werkstatt um 13:45 Uhr und obwohl ich etwas zu früh war, kam ich sofort dran.
Allerdings brauchten sie auch hier etwas länger, so dass ich erst gegen 15:00 Uhr wieder los fuhr.
Nach ein paar Metern hielt mich ein Fahrer einer anderen Tenere 700 auf der Straße an und ich wurde von ihm auf Deutsch begrüßt. Eckard ein Deutscher, der seit vielen Jahren mit einer Angolanerin verheiratet ist und in Luanda lebt gab mir sofort seine Telefonnummer und meinte ich solle mich bei ihm melden, wenn ich Hilfe in Luanda bräuchte. Ich erzählte ihm von meinem Unfall und meinte, dass ich einen Schweißer suchte, der Aluminium schweißen kann. Denn ich hatte beim Ausladen meiner Koffer festgestellt, dass der rechte Koffer den Sturz doch nicht so gut überstanden hatte wie gedacht. An der Kante war ein kleiner Schlitz offen, so dass im Falle von Regen Wasser eindringen konnte.
Das wollte ich noch reparieren lassen so lange ich in einer großen Stadt wie Luanda war. Er nahm mich mit in sein Büro und erklärte seinem Chef mein Problem. Der telefonierte kurz und gab mir dann die Adresse einer Autowerkstatt, in der sie alle ihre Autos reparieren lassen. Dort könnten sie auch Aluminium schweißen.
Außerdem gab mir Eckard auch noch die Adresse von einer Autowäscherei, wo ich mein Motorrad endlich Waschen lassen konnte. Ich wollte heute Abend ja noch einige Arbeiten daran erledigen und da wollte ich mich nicht noch mehr mit dem ganzen Öl versauen, das noch überall klebte. Eckard meinte übrigens, dass es wohl eher Diesel war, denn in so großen Mengen läuft normalerweise kein Öl aus. Doch Diesel ist ja letztlich genauso rutschig.
Auf dem Rückweg fuhr ich zu eben dieser Autowäscherei wo mein Motorrad wieder blitzblank geputzt wurde.
Allerdings dauerte das bis 18:00 Uhr, so dass ich am Abend doch nicht mehr am Motorrad arbeiten konnte, oder wollte. Mit der Stirnlampe im Dunkeln ist das nicht gerade angenehm.
Nach einem Sandwich im Supermarktrestaurant setzte ich mich an meinen Laptop und versuchte mich an der Sisyphosaufgabe mit meinem Reisetagebuch aufzuholen.
Tag 1 bei Sami in der Werkstatt
| Datum | 04.08.2026 – Tag 118 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 38 km |
| Kilometerstand | 71092 km |
Der Wecker riss mich um 8:20 Uhr aus dem Bett. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte diese Nacht nicht gut geschlafen.
Zuerst fuhr ich zu einer Reinigung, die ich auf iOverlander gefunden hatte und die angeblich Wäsche für 2000 Kwanza pro Kilo macht.
Als ich dort meine Wäsche abgab, meinte der Mann jedoch, dass Unterhosen extra mit 1000 Kwanza pro Stück berechnet werden. Das fand ich etwas teuer im Verhältnis, doch es war mir auch zu blöd meine Unterhosen wieder mitzunehmen. Also bezahlte ich 10.000 Kwanza für knapp 3 Kilo Wäsche plus 4 Unterhosen.
Von hier fuhr ich weiter zu Samis Werkstatt. Wir bauten schnell meinen Koffer ab und er schickte einen Mitarbeiter zu einem Schweißer, der Aluminium schweißen konnte. Bei Sami in der Werkstatt konnten sie nur Stahl schweißen.
Ich nutzte die Zeit um die Arbeiten zu erledigen, die ich eigentlich am Abend vorher im Hotel machen wollte. Ich füllte meinen Ölbehälter für den Kettenöler nach, spannte dir Kette und richtete die Gabel nach dem Sturz nochmal neu aus.
Außerdem reinigte ich den Luftfilter und ölte ihn erneut ein.
Dann fiel Sami auf, dass meine Kette total trocken war. Daraufhin reinigte ich die Auftragsdüse des Kettenölers und ließ etwas Öl durchlaufen.
Nun schaute Sami noch nach meiner Hupe, die funktionierte nämlich seit ein paar Tagen nicht mehr. Er konnte mit einem Messgerät feststellen, dass die Verbindung vom Taster zur Hupe in Ordnung war, aber die Verbindung von der Batterie zum Taster nicht. Er prüfte alle Sicherungen, doch die waren in Ordnung. Dann kam der Koffer zurück, den ich wieder anbaute und dann war es schon später Nachmittag. Wir beschlossen, dass ich am nächsten Tag nochmal wieder kommen würde um das Problem mit der Hupe genauer zu untersuchen.
Von Sami fuhr ich nochmal zum Kero Supermarkt und aß einen leckeren Fischauflauf.
Zurück in meiner Unterkunft verbrachte den Abend in meinem Zimmer damit mir Bilder und Videos von Offroad-Campern anzuschauen. Ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass es besser wäre, die 2. Hälfte meiner Afrikareise im nächsten Jahr mit einem Offroad-Camper statt mit dem Motorrad zu machen.
Tag 2 bei Sami in der Werkstatt
| Datum | 05.08.2026 – Tag 119 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 133 km |
| Kilometerstand | 71225 km |
Der Wecker klingelte schon wieder viel zu früh um 8:20 Uhr. Trotzdem kam ich erst um 9:00 Uhr los. Zu der Zeit wollte ich eigentlich schon in der Werkstatt sein. Da ich auf dem Weg noch an einem Supermarkt anhielt und mir ein Sandwich zum Frühstück kaufte, war ich erst um 10:00 Uhr bei Sami. Doch das war kein Problem.
Ich stellte mein Motorrad ab und begann die Verkleidung abzubauen. Ich hatte am Vorabend ChatGPT den Fehler beschrieben und er meinte, dass die Werkstatt bei der Ventilspielkontrolle vielleicht einen Stecker nicht richtig eingesteckt hatte. Wie sich später herausstellte war dem auch genau so.
Doch um an die Stecker zu kommen musste zuerst die Verkleidung und dann der komplette Tank runter. Gut, dass ich das zuvor in Deutschland bei der Ventilspielkontrolle schon einmal gemacht hatte. So wusste ich nun genau was zu tun ist.
Dabei fand ich noch ein paar Stellen an denen die Plastikteile der Verkleidung gebrochen waren und andere an denen Schrauben fehlten. Außerdem fielen am Windabweiser auf der linken Seite die Gewinde aus der Gummilagerung heraus, die zur Vibrationsdämpfung darin eingeklebt waren.
Da müsste ich später Zusammenbau wohl mit Kabelbindern improvisieren müssen.
Als ich die Stecker endlich erreichte sprang Sami sofort einer in die Augen, der nur halb eingesteckt war. Das reichte wohl, dass einige Pins Kontakt hatten, der für die Hupe und die Blinker aber nicht.
Nachdem er die Kontakte im Stecker gereinigt und ihn wieder eingesteckt hatte bis die Nase eingerastet war, funktionierte auch wieder alles. Das waren echt Amateure in der Werkstatt in Port Elizabeth. Wenn ich am Abend noch die Muße dazu hätte, würde ich eine schlechte Bewertung auf Google Maps hinterlassen.
Es dauerte noch eine Weile bis ich wieder alles zusammengebaut hatte. 2 fehlende Schrauben, die lediglich Verkleidungsteile an ihrem Platz hielten ersetzte ich mit Kabelbindern. Das gleiche galt für den linken Windabweiser. Den musste ich ebenfalls mit Kabelbindern befestigen, da keine Chance hatte irgendwie eine Mutter hinter dir Verkleidung zu bekommen um das Ding mit einer Schraube fest zu machen. Ich hoffte, das würde die nächsten rund 10.000 Kilometer bis Johannesburg halten.
Kurz nach 13:00 Uhr war ich mit allem fertig, bedankte mich bei Sami und verabschiedete mich.
Von hier fuhr ich zum Aussichtspunkt einer Mondlandschaft rund eine Stunde südlich von Luanda. Das bot sich an, da Samis Werkstatt schon ziemlich weit im Süden der Stadt lag.
Die ausgewaschenen Gesteinsschichten waren nicht ganz so weitläufig wie die Mondlandschaft bei Swakopmund, am Hang aber noch beeindruckender.
Ich spazierte die Klippen entlang und genoss die Landschaft aus allen Winkeln. Am Ende waren auch noch ein paar Affen unterwegs.
Kurz vor 16:00 Uhr trat ich den Rückweg an. Ich schrieb Eckard eine WhatsApp, ob er noch in Büro sei. Ich wollte nochmal bei ihm vorbei schauen und mich für die Vermittlung von Sami bedanken. Doch er war am Morgen nach Benguela gefahren und würde erst am Sonntag zurück kommen. Da wäre ich schon wieder auf dem Weg. Blöd.
Da ich hier mal wieder in der Nähe des Kero Supermarkts war, nutzte ich die Gelegenheit um dort zu Abend zu essen.
Nochmal eine Kizomba Party
| Datum | 06.08.2026 – Tag 120 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 2 km |
| Kilometerstand | 71227 km |
Heute gönnte ich es mir endlich nochmal lange auszuschlafen. Ich stand erst kurz nach 11:00 Uhr auf.
Als erstes wusch ich meine mit dem Öl vom Sturz verschmierten Motorradhandschuhe im Waschbecken, duschte und ging anschließend zu Supermarkt frühstücken.
Dann entschied ich mich noch eine Nacht länger zu bleiben um meine Motorradklamotten in die Reinigung zu bringen. Ich habe erst heute gesehen wie verölt auch die waren. Ich muss bei meinem Sturz wohl voll durch die Öllache gerutscht sein.
Ich nahm die Protektoren raus und packte sie in den Motorradkoffer. Dann fuhr ich nur mit meinem dünnen Jäckchen bekleidet in die nächstgelegene Reinigung. Die günstigste vom letzten Mal war so weit weg, dort wäre ich nur im Notfall hingefahren.
Doch ich hatte Glück, die nahegelegene Reinigung hatte Zeit und konnte mir die Sachen bis 19:00 Uhr am nächsten Abend waschen. Allerdings verlangten sie auch einen stolzen Preis. 18.000 Kwanza- 17€. Doch das war es mir wert. Schließlich hatte ich die Motorradklamotten seit ich in Durban gestartet bin nicht mehr gewaschen.
Dann fuhr ich zurück zu meinem Hotel und setzte mich an den Laptop. Ich hatte seit dem 24. Juni keinen Reisebericht mehr veröffentlicht und musste unbedingt aufholen. Zum Glück fehlte nicht mehr viel und nach wenigen Minuten konnte ich den letzten Reisebericht aus Südafrika fertigstellen.
Um 15:30 Uhr war der nächste Reisebericht fertig, der letzte Abschnitt mit dem Motorrad von Springbok nach Windhoek bevor es dann mit der 3½-wöchigen Autorundreise los ging.
Das war ein guter Zeitpunkt für eine Pause. Ich wollte nicht den kompletten Tag am Laptop verbringen. Also ging ich nochmal zur Marginal, der Uferpromenade. Diesmal zu Fuß, es waren nur 20 Minuten von meiner Unterkunft. Auf dem Weg kaufte ich mir nochmal ein Ei mit Zwiebeln (0,25€) von einer der Straßenverkäuferinnen und ein Päckchen Erdnüsse (0,10€).
Nach ein paar Schritten an der Promenade sprach mich ein sympathisch aussehender junger Mann an. Ich war erstaunt, wie gut er Englisch sprach. Leider hatte ich das Vorurteil, dass er etwas von mir wollte, doch wir unterhielten uns nur ein wenig über Deutschland und Angola. Doch am Ende fragte er mich, ob ich schon einen Übersetzer hätte. Ich sagte ich würde mein Telefon nutzen und er bot mir an, mich zu begleiten und für mich zu übersetzen. Ich habe das Gefühl, dass hier jeder versucht irgendwie mit einem Ausländer ins Geschäft zu kommen.
Als ich mich auf eine Bank setzte um ein paar Zeilen Tagebuch zu schreiben kam er zurück und stellte sich mit als Emanuel vor. Er erzählte mir seine ganze Lebensgeschichte und wie schwierig es doch hier in Angola sei. Und als er herausfand, dass ich nicht verheiratet bin, erzählte er mir sofort von seiner Schwester, die sehr schön und noch nicht verheiratet sei. Er pries sogar an, dass sie viel hellere Haut hätte als er, da seine Mutter sie mit einem weißen Mann bekommen hatte. Bevor ich mich unabsichtlich verlobte, verabschiedete ich mich schnell und wünschte ihm alles Gute. Ich weiß echt nicht, wie ich mit solchen Situationen umgehen soll.
An der Nationalbank fragte ich einen Mann im Anzug ob es hier einen Geldautomaten gäbe. Er verneinte, ging aber mit mir zu einer anderen Bank und fragte den dortigen Mann vom Sicherheitspersonal. Dort gab es zwar einen Automaten aber kein Geld. Einen Block weiter gab es dann 4 Geldautomaten und ich hob nochmal 180.000 Kwanza ab. Zusammen mit dem was ich noch habe sollte das für 5 bis 6 Tage reichen. Vielleicht hebe ich nochmal etwas ab bevor ich Luanda verlasse. Wer weiß, ob ich im Hinterland nochmal die Gelegenheit bekomme.
Von hier ging ich in die Seitenstraßen in Richtung Kathedrale um nach einem Restaurant zu suchen. Laut Google Maps kam ich an etlichen vorbei, doch sie waren entweder geschlossen oder existierten nicht. Oder ich war einfach nur zu blöd den Eingang zu finden.
Nachdem ich von unzähligen bettelnden Jungs belästigt wurde landete ich am Ende im Einkaufszentrum Shopping Fortaleza wo ich für 11.000 Kwanza einen Fisch aß. Es war keine besonders große Portion, doch er war sehr lecker.
Gegen 21:00 Uhr ging ich dann in den Caminito Night Club, der nur 300 Meter von meiner Unterkunft entfernt lag. Ich war ein wenig geschockt, als der Kassierer 1700 Kwanza als Eintritt verlangte. Ich kann mich nicht erinnern jemals in Deutschland so viel für eine Kizomba Party gezahlt zu haben.
Der Club war sehr schön und heute hatte ich sogar daran gedacht meine Ohrstöpsel mitzunehmen. Hier wurde deutlich mehr getanzt als au der ersten Party letzten Samstag, doch ich hatte mal wieder kein Glück mit den Frauen. Einerseits traute ich mich nicht so richtig sie aufzufordern und wenn ich dann mal den Mut dazu hatte, gelangte ich immer wieder an die weniger guten Tänzerinnen. Am Ende tanzte ich dann mit einer etwas besseren Tänzerin und dachte mir, dass würde ich als schönen Abschluss nehmen und ging gegen 23:00 Uhr zurück in meine Unterkunft.
Ein Tag am Laptop
| Datum | 07.08.2026 – Tag 121 |
| Start | Luanda |
| Ziel | Luanda |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 71227 km |
Ich stand heute ein wenig früher, kurz nach 10:00 Uhr, auf und frühstückte meine Dragon Fruit, die ich 2 Tage zuvor im Supermarkt gekauft hatte. Anschließend setzte ich mich an den Laptop und arbeitete weiter an meinen Reiseberichten.
Kurz vor 13:00 Uhr bekam ich dann Hunger und ging wie jeden Tag ins Restaurant des benachbarten Supermarkts und aß ein Sandwich und ein Pastel de Nata.
Zurück im Hotel arbeitete ich weiter bis ich einen weiteren Reisebericht veröffentlicht hatte.
Dann rief ich meine Eltern an. Die letzte Abbuchung der Autovermietung wurde endlich abgebucht und nun konnten wir die Abrechnung der Namibia-Rundreise machen.
Als wir damit fertig waren ging ich wie gestern schon zur Uferpromenade um mir ein wenig die Füße zu vertreten und noch bei einem Unitel Shop vorbei zu schauen. Meine SIM Karte funktionierte schon wieder nicht.
Die Frau dort testete sie in einem anderen Handy und meinte lediglich sie würde heute nicht funktionieren. Aber sie konnte weder sagen warum nicht, noch ob sie morgen wieder funktionieren würde. Sie bot mir aber eine neue an.
Ok, ich nahm also eine neue, musste dafür aber erneut ein Datenpaket für 10€ kaufen. Und dann wollte sie auch noch 50 Cent für die SIM Karte, was natürlich nicht viel Geld war, doch dafür, dass Unitel ja der Grund für das Problem war, hätte ich schon erwartet die SIM umsonst getauscht zu bekommen.
Egal. Jetzt bin ich jedenfalls für’s Hinterland von Angola gerüstet, wo ich mit meiner AfriCell Karte kein Netz bekommen würde.
Während ich entlang der Promenade schlenderte telefonierte ich mit meinem Vater und half ihm dabei WhatsApp und eine Banking App auf seinem neuen Handy einzurichten.
An der Shopping Fortaleza Mall angekommen entschied ich mich hier zu Abend zu Essen. Ich hatte nochmal Lust auf Pizza auch wenn die mit 13900 Kwanza (13,20€) ziemlich teuer war. Aber wer weiß wann ich nochmal die Gelegenheit dazu bekommen würde.
Während ich auf die Pizza wartete schrieb ich Tagebuch. Die Thunfisch-Pizza war lecker und machte mich gut satt.
Nun nahm ich mir ein Taxi zur Reinigung um dort meine Motorradklamotten abzuholen. Die 7 Minuten zu meinem Hotel ging ich zu Fuß.






































































































































