Du betrachtest gerade Südafrika – in 4 Tagen durch halb Südafrika

Schlechte Unterkunft in Vryburg

Datum09.09.2026 – Tag 154
StartGaborone
ZielVryburg
gefahrene Kilometer302 km
Kilometerstand76605 km

Heute kehrte ich nach rund 2½ Monaten in Namibia, Angola und Botswana wieder nach Südafrika zurück.

Die Strecke war wie erwartet langweilig aber dafür kam nach einer Stunde wieder der blaue Himmel zum Vorschein.

Gegen 12:30 Uhr erreichte ich die Grenze. Auf der botswanische Seite ging alles recht schnell, doch dann fiel mir ein, dass ich vergessen hatte gestern Abend die online Zollanmeldung für Südafrika zu machen. Also machte ich die an der Grenze am Handy. Leider musste ich das Formular insgesamt 4 mal ausfüllen, da ich bei den ersten 2 Versuchen mich immer irgendwo verklickt hatte und andchließend von vorne beginnen musste.

Beim 3. Versuch kam ich dann bis zur letzten Seite, doch die konnte ich nicht ausfüllen, weil die Elemente im Standardbrowser nicht auf den Handy Bildschirm passten. Ich musste die Seite erneut in Firefox öffnen und dort die Schriftart verkleinern. Das führte allerdings dazu, dass ich alles erneut ausfüllen musste. Doch nach dem 4. Versuch war alles im System. Die 10 Minuten hätte ich mir sparen können, hätte ich am Abend zuvor daran gedacht es am Laptop zu machen.

Nun ging ich zur Immigration, und fragte nach einen Stempel mit spätester Ausreise Ende Oktober. Den bekam ich auch, obwohl mein Rückflug ja schon am 30. September gehen sollte.

So war ich einerseits auf der sicheren Seite, dass ich länger bleiben könnte falls irgendwas schief gehen würde .

Außerdem war ich mir nicht sicher, ob mein TIP (Temporary Import Permission – Temporäre Einfuhrgenehmigung) evtl. nur maximal für meinen persönlichen Einreisezeitraum ausgestellt werden würde. In dem Fall hätte Duncan statt bis Ende September bis Ende Oktober Zeit mein Motorrad zu verschiffen. Dem war allerdings nicht so.

Beim Zoll bekam ich ein TIP für 6 Monate, also bis Mitte März 2027, so dass Duncan genug Zeit haben würde um die Verschiffung zu organisieren.

Um 13:45 Uhr nach 1¼ Stunden betrat ich dann südafrikanischen Boden und hatte noch 184 Kilometer bis Vryburg vor mir.

Dank des üppigen Frühstücks war ich mir allerdings sicher, dass ich keine Mittagspause brauchen würde. Die restliche Strecke nach Vryburg war genau so langweilig wie der Teil in Botswana, aber die Sonne schien wenigstens.

Als ich meine Unterkunft erreichte wurde ich erst mal abgezockt.

Ich bekam nicht das Zimmer das ich gebucht hatte, mit eigenem Badezimmer und Tisch, sondern ein winziges Zimmer mit geteiltem Bad auf dem Gang.

Als ich nach dem Zimmer fragte, das ich gebucht hatte meinte der Manager, das würde 100 Rand extra kosten. Das war zwar ziemlich groß, aber auch heruntergekommen. Da ich keine Lust hatte mir ein Bad mit relativ vielen Leuten in der Unterkunft zu teilen, bezahlte ich die 100 Rand unter Protest, würde später aber eine schlechte Bewertung abgeben und mich bei Booking.com beschweren.

Nach dem Check-in fuhr ich zu einer Mall wo ich in einem Vodacom Laden eine neue SIM Karte mit 10GB Datenpaket kaufte. Nun war ich wieder online. Bei Wimpy aß ich dann wieder einen Burger, der allerdings auch nicht besser war als der bei Steers. Ich sollte mir merken diese großen Ketten ab jetzt zu meiden und die Burger lieber in richtigen Restaurants zu essen. Dost waren sie zwar etwas teurer aber auch deutlich besser.

Am Abend nutzte ich das einzig gute an meiner Unterkunft, die Badewanne, und nahm ein ausgiebiges heißes Bad.

Außerdem plante ich meine weitere Strecke und buchte die nächsten 3 Unterkünfte. Die Entscheidung für die Streckenführung fiel letztendlich anhand des Wetterberichts. Leider ist die Trockenzeit vorbei und es ziehen wieder etliche Regengebiete über Südafrika hinweg.

Traumunterkunft

Datum10.09.2026 – Tag 155
StartVryburg
ZielUpington
gefahrene Kilometer435 km
Kilometerstand77040 km

Auch wenn ich den Wecker erst auf 8:30 Uhr gestellt hatte, bin ich schon um 7:30 Uhr aufgewacht und um 8:00 Uhr aufgestanden. 

Zum Frühstück hatte ich die Pizza, die ich gestern im Spar gekauft hatte. Sie war noch erstaunlich gut. Leider gab es keinen Wasserkocher  für einen Kaffee.

Gegen 9:30 Uhr machte ich mich auf den Weg und schon nach wenigen  Kilometern kam der erste Schock. Am Straßenrand stand ein Schild, dass die N14 gesperrt sei. Das war die Straße, die ich noch über 400 Kilometer fahren wollte. Doch eine schnelle Nachfrage bei ChatGPT ergab, dass die Straße nur für LKWs gesperrt war, nicht für Autos oder Motorräder. Glück gehabt. Eine Umleitung hätte ich jetzt nicht gebrauchen können.

Kurz darauf sah ich auch den Grund. Die Wiesen waren überschwemmt und die Straße hatte sich wohl schon ein wenig abgesenkt. So war es verständlich, dass hier keine weiteren schweren Fahrzeuge fahren sollten.

Nach 2 Stunden erreichte ich Kuruman und tankte. 

Eine weitere halbe Stunde später in Kathu hielt ich an einem Checkers um Wasser zu kaufen. Dabei konnte ich mich nicht zurück halten und kaufte mir noch eine kleine Portion Sushi. Eigentlich war ich von dem großen Stück Pizza ja noch satt, doch ich konnte nicht widerstehen.

Am Kiosk kaufte ich mir noch einen Cappuccino und einen weiteren gekühlten Cappuccino in der Dose für später. Von hier hatte ich immer noch 240 Kilometer vor mir.

Mit lediglich einem kurzen Stopp um den 2. Cappuccino trinken, fuhr ich durch bis Upington.

Dort musste ich nochmal stoppen um zu tanken und einzukaufen. Meine Unterkunft lag 22 Kilometer außerhalb des Ortes und ich hatte keine Lust nach der Ankunft nochmal 44 Kilometer zum Einkaufen zu fahren. 

Gegen 16:30 Uhr erreichte ich meine Unterkunft auf einem wunderschönen Weingut. Der Garten war mit unglaublich viel Liebe zum Detail gestaltet und auch das Zimmer war super schön. Ich konnte gar nicht glauben, so ein Glück gehabt zu haben nach dem Reinfall von gestern. Und das Zimmer kostete mit 23 € genauso viel wie die Bruchbude von Tag zuvor.

Ich schlenderte ein wenig über das Grundstück und machte viele Bilder bevor ich mich in den Garten setzte um Tagebuch zu schreiben. Das dauerte jedoch eine ganze Weile, da mich einer der 4 Hunde immer wieder zum Stöckchen werfen ermutigte. Diesem Hundeblick konnte ich natürlich nicht widerstehen. Einzig nervig waren die vielen Mücken, die um mich herum schwirrten. Zum Glück nur Stubenfliegen und keine Stechmücken, aber trotzdem nervig.

Als ich genug vom Stöckchenwerfen hatte, ging ich nochmal durch das Haupttor um die umliegenden Weinfelder zu begutachten und die letzten Sonnenstrahlen zu genießen 

Ich wusste ja, dass es weiter südlich um Stellenbosch herum sehr viele Weinbaugebiete gibt, aber so weit im Norden hatte ich irgendwie nicht damit gerechnet. 

Am Abend hatte ich ein leckeres leicht scharfes Chicken Curry, das ich in Upington im Checkers gekauft hatte.

Mitten im Nirgendwo

Datum11.09.2026 – Tag 156
StartUpington
ZielBrandvlei
gefahrene Kilometer260 km
Kilometerstand77300 km

So schön das Zimmer und das ganze Anwesen auch waren, das Bett war mir zu hart und ich bin mal wieder schon vor dem Wecker aufgewacht.

Ich packte schon ein paar Sachen ins Motorrad und gegen 9:00 Uhr war ich im Restaurant und bestellte mir ein Farmers Frühstück und einen Kaffee. Mit knapp 10€ nicht ganz billig, aber da es heute wahrscheinlich meine einzige Ausgabe sein würde, habe ich mir das mal gegönnt. Zum Mittag-/Abendessen habe ich mir gestern schon ein Pie und eine Samosa im Supermarkt gekauft, da ich nicht wusste, was mich in Brandvlei in Sachen Infrastruktur erwarten würde. 

Das Restaurant war gleichzeitig ein Souvenirladen und wunderschön eingerichtet und ich wurde natürlich von meinem neuen Freund begrüßt, der vehement nach Streicheleinheiten bettelte.

Das Frühstück war fantastisch. Nach über 2 Monaten gab es mal wieder eine Boerewors und die war sogar ausgesprochen gut. In den 4 Tagen in Citrusdal in der Selbstversorgerunterkunft wurde ich wohl jeden Abend Boerewors essen. Da kann man beim Braten nicht so viel falsch machen wie bei einem Rumpsteak. 🙈

Gegen 10:20 Uhr verließ ich mit einem weinenden Auge diese wundervolle Unterkunft und fuhr in Richtung Brandvlei.

Da ich dort aber erst ab 15:00 Uhr einchecken konnte hatte ich genug Zeit um langsam zu fahren und ab und zu für ein Foto anzuhalten. Die Landschaft wird langsam wieder interessanter. Es gibt hin und wieder in paar Berge und Nester von vermutlich Webervögeln auf den Strommasten. Außerdem habe ich auf einem Baum noch einen größeren Vogel erspäht, für den ich sogar meine gute Kamera ausgepackt habe um ein besseres Foto machen zu können. 

Das ist eine weitere Sache, die mir bei einem Offroad Camper gut gefallen würde. Ich hätte meine Kamera immer griffbereit auf dem Beifahrersitz und muss sie nicht erst umständlich aus dem Top Case auspacken.

Gegen 12:00 Uhr erreichte ich Kenhard, die einzige Ortschaft zwischen meiner Unterkunft und Brandvlei. Ich tankte nochmal auf, auch wenn ich nur 3½ Liter rein bekam und setzte mich in Oma Miemies Café wo ich einen Cappuccino genoss. 

Ein super schön eingerichtetes kleines Café mit viel Liebe zum Detail. 

Morgen soll es wohl noch bergiger werden. Als ich im Café die Offline-Karten für Südafrika herunterlud, fiel mir auf, dass es bei Calvina 2 Berge mit 1600 Metern gab. Sehr schön…

Gegen 15:00 Uhr erreichte ich Brandvlei wo ich voll tankte und dann weiter zu meiner Unterkunft fuhr. Ein netter älterer Herr empfing mich und zeigte mir das Haus. Ich hatte mal wieder ein gesamtes Ferienhaus gemietet ohne dass es mir bewusst war. 

Ich stellte direkt eine Maschine Wäsche an, in der Hoffnung, dass sie heute noch in der Sonne trocknen könnte. Da es in den nächsten Tagen ja regnen soll, wusste ich nicht wann ich dazu wieder die Gelegenheit hätte.

Was nicht trocken würde, müsste halt wieder über Nacht in der Wohnung aufgehängt werden.

Die Waschmaschine war interessant. Es gab eine Waschtrommel und eine separate Schleudertrommel. 

Das Wasser musste manuell eingefüllt werden. Ich füllte also zuerst die Waschtrommel und nahm dazu teilweise warmes Wasser aus der Dusche. Dann startete ich den 15 Minuten Waschgang. Als nächstes kam die Wäsche für Minuten in die Schleudertrommel während ich das Schmutzwasser aus der Wäschetrommel abpumpen ließ. 

Nach dem ersten Schleudern kam die Wäsche wieder in die Waschtrommel und wurde 5 Minuten mit klarem Wasser ausgespült, bevor sie wieder zum finalen Trocknen für 5 Minuten in die Schleudertrommel kam.

Leider dauerte der gesamte Prozess, inkl. vorheriger Recherche im Internet wie die Maschine zu benutzen sei, so lange, dass ich die Wäsche erst kurz vor 17:00 Uhr aufhängen konnte. Ich war gespannt wie trocken sie noch werden würde.

Gegen 17:30 Uhr verließ ich das Haus und um zum Essen zu fahren. Da war die Wäsche von der trockenen warmen Luft schon komplett getrocknet worden. Ich fuhr zu einem Restaurant an der Hauptstraße, das mir mein Vermieter wegen der guten Burger empfohlen hatte. Ich bestellte einen Burger mit Schafsfleisch, der richtige lecker war.

Zurück in meiner Unterkunft nahm ich die Wäsche von der Leine, setzte ich mich an den Laptop und beschriftete und bearbeitete die Bilder der letzten Tage. Das hatte ich mal wieder seit ein paar Tagen schleifen lassen. Leider dauerte das hochladen auf meine Webseite ewig. Das Internet hier war nicht wirklich schnell. Somit kam ich nicht mehr dazu den nächsten Reisebericht fertig zu stellen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte, da es in meiner nächsten Unterkunft nämlich kein WiFi geben würde. Ich hoffte das Handy Signal wäre gut genug damit ich wenigstens darüber Internetempfang hätte. Sonst würden es wohl 3 langweilige Tage werden.

Im Laufe des Abends erschlug ich 3 Stechmücken, doch immer wenn ich eine erwischte kam auch schon eine neue angeflogen. Das würde wohl wieder eine unangenehme Nacht werden…

Endlich wieder Berge

Datum12.09.2026 – Tag 157
StartBrandvlei
ZielCitrusdal
gefahrene Kilometer442 km
Kilometerstand77742 km

Die Nacht war furchtbar. Ich hatte mindestens 3 Stechmücken in meinem Zimmer, die mich terrorisieren. Ich versuchte vergeblich sie zu erschlagen, doch das Licht der Nachttischlampe war nicht hell genug als dass ich sie damit hätte rechtzeitig sehen können.

Um 2:00 Uhr kam mir dann die Idee meine Stirnlampe anzuziehen. Das machte die Sache etwas besser. Ich saß noch bis 3:00 Uhr im Bett bis ich endlich 2 von 3 erwischt hatte. Die 3. war zu klein und zu schnell. Mittlerweile war ich jedoch so müde, dass ich es wagte mich hinzufügen, in der Hoffnung vom nächsten Stich nicht wieder aufzuwachen. Entweder war dem so, oder die kleine hat mich nicht mehr gestochen.

Allerdings war die Nacht mit knapp über 5 Stunden Schlaf dadurch viel zu kurz. Und das ausgerechnet heute wo es auf der Strecke kaum Möglichkeiten gab für einen Kaffee anzuhalten.

Ich stand um 8:15 Uhr auf und machte mir eine Schale Müsli. Netterweise gab es Milch im Kühlschrank. Ebenso Kaffee und Zucker.

Außerdem hatte ich ja noch den Cheeseburger Pie von gestern, den ich mir in der Mikrowelle warm machte. Das war ein ausreichend gutes Frühstück um es bis nach Citrusdal zu schaffen.

Dort würde ich dann für 4 Tage einkaufen müssen bevor ich die letzten 30 Kilometer zu meiner Unterkunft fahren könnte. Ich war gespannt wie ich das Essen später noch im Motorrad unterbringen würde.

Um 11:50 Uhr erreichte ich Calvinia wo ich mich ins Morris Cafe setzte und einen Eiskaffee trank. Dabei wurde ich von deutschsprachigen Reisenden am Nebentisch angesprochen. 2 davon waren Deutsche, einer war Namibia-Deutscher mit einer namibianischen Ehefrau. Wir quatschren eine Weile bis ich merkte, dass ich schon seit einer knappen ¾ Stunde hier saß. So viel Zeit hatte ich in Anbetracht der langen Strecke auch nicht. Ich verabschiedete mich von den anderen, beglich meine Rechnung und fuhr weiter.

Von hier aus ging es über eine kurze aber spektakuläre Passtraße, dem Van Rhynspas, die große Abbruchkante herunter.

Trotz der dunklen Wolken wurde ich nicht nass und erreichte trockenen Fußes Citrusdal am Rande der Cederberge, wo ich an einem SPAR anhielt um einzukaufen.

Ich brauchte genug Proviant um die nächsten 4 Tage zu überstehen, falls es so sehr regnen würde, dass ich meine Unterkunft nicht verlassen könnte. Das Problem war nämlich, dass die Unterkunft auf einer Farm hinter dem Middelberg Pass lag, über den eine 20 Kilometer lange Dirt Road führte, die ich im Regen nicht unbedingt fahren wollte.

Ich konnte meine Einkäufe nur im Motorrad unterbringen weil ich meinen Rucksack und meine Kameratasche aus dem Top Case nahm und sie mir während der restlichen Fahrt umhängte. Das war zwar nicht sonderlich bequem, musste aber für die letzten 30 Kilometer gehen.

Als ich die Unterkunft erreichte fuhr ich zur Rezeption, die zwar am Samstag nicht besetzt war, doch mein Schlüssel hing an einem Info-Brett. Dann musste ich nochmal Kilometer über einen etwas sandigen Weg zu meinem Ferienhaus fahren. Es war riesig und hatte Schlafzimmer. Leider waren in beiden die Betten nicht übermäßig bequem, aber es würde hoffentlich gehen. Dafür hatte ich eine große gut ausgestattete Küche mit großem Esstisch zum Essen und arbeiten. Als ich meine Einkäufe darauf ausbreitete staunte ich nicht schlecht, als ich sah wie viel ich in ein eigentlich schon voll gepacktes Motorrad noch hinein bekommen hatte.

Zum Abendessen stellte ich sofort die Nudeln auf. Heute würde ich sie warm essen, die nächsten 3 Tage als kalten Nudelsalat. Schön, dass Nudeln mit Pesto so flexibel sind.