
Tag eins in Botswana

| Datum | 28.08.2026 – Tag 142 |
| Start | Buitepos |
| Ziel | Ghanzi |
| gefahrene Kilometer | 222 km |
| Kilometerstand | 74795 km |
Heute ging es über die Grenze nach Botswana.
Ich stand kurz vor 9:00 Uhr auf und machte mir ein Müsli in meinem Apartment. Um 10:30 Uhr fuhr ich dann zur Grenze, die gerade mal 5 Minuten entfernt war.
Zuerst müsste ich zu einem Health Check, also einer Gesundheitsprüfung. Dort wurde allerdings nicht einmal meine Temperatur gemessen. Ich musste lediglich meinen Pass zeigen und bekam einen kleinen Zettel mit einem Stempel.
Das Ausstempeln aus Namibia ging recht zügig.
Auf der Botswana Seite bekam ich meinen Pass ebenfalls recht schnell gestempelt.
Doch als ich beim Zoll nach einem Temporary Import Permit fragte, wussten sie nicht was das ist. Ich wollte diesmal eigentlich nicht mit meinem CDP einreisen. Warum wäre hier etwas zu kompliziert zu erklären.
Sie schickten mich einen Container weiter um die Road Tax und und eine Versicherung zu bezahlen was am Ende gut 30€ ausgemacht hat.
Zurück im Zollbüro zeigte ich der Dame die Quittung und gab ihr dann mein Carnet des Passages zum Stempeln. Auch damit wusste weder sie noch ihre Kollegin etwas anzufangen. Doch ihr Vorgesetzter erklärte es ihnen, so dass das Motorrad jetzt legal eingeführt ist. Allerdings steht auf der Webseite vom botswanischen Zoll, dass ich damit nur maximal 14 Tage im Land bleiben darf. Daher spare ich mir den Abstecher zum Caprivi Strip, den ich gestern Abend noch kurz ins Auge gefasst hatte. Da müsste ich nämlich nochmal zurück nach Namibia und wieder nach Botswana. Auf 2 weitere Grenzübergänge hatte ich keine Lust.
Vielleicht komme ich nächstes Jahr mit dem Camper nochmal nach Botswana.
Um 11:30 Uhr war alles erledigt. Mit knapp einer Stunde gar nicht so schlecht, auch wenn andere Reisende berichtet hatten, dass sie in einer halben Stunde durch waren.
Direkt hinter der Grenze gab es eine Tankstelle, die auch Kreditkarten akzeptierte, so dass ich wieder auftanken konnte.
Ein paar Kilometer weiter in Charles Hill hielt ich an einem Supermarkt. Ich hatte gehört, dass man dort SIM Karten kaufen könnte, doch an dem kleinen Stand vor dem Supermarkt war niemand. ich ging hinein um noch eine Flasche Wasser zu kaufen, doch man konnte erst ab einem Betrag von 50 Pula mit Karte Zahlen. Das Wasser kostete lediglich 10 Pula (0,68€) und war damit etwas billiger als in Namibia, wo es meist 80 bis 90 Cent kostete.
Vor dem Supermarkt sprach mich dann ein junger Mann an, dem mein Motorrad gefiel und wir quatschen eine Weile. Gerade als ich los fahren wollte kam eine Dame zu dem SIM Karten Stand. Doch als ich fragte, ob sie auch Kreditkarten akzeptierte, meinte sie „nein nur Bargeld“.
Aber der Mann zeigte mir den Weg zu einem Geldautomaten. Der sollte laut Bericht auf iOverlander zwar nicht funktionieren, doch ich hatte Glück und bekam Geld. Ich hob 3000 Pula (205€) ab.
Plötzlich stand eine andere Dame hinter mir, die auch SIM Karten im Angebot hatte und meinte, es gäbe gerade eine Promotion Aktion, so dass die Karte nichts kosten würde, lediglich das Internet Paket müsste ich bezahlen.
Ich nahm also eine Karte und die Dame registrierte sie für mich über ihr Handy. Anschließend ging ich in ein Matratzengeschäft in dem sogenannte Airtime verkauft wurde. Das ist nichts anderes als Prepaid Guthaben auf dem Handy. Ich fand heraus, dass ein Datenpaket von 8 GB für 14 Tage 85 Pula (5,50€) kostete und ließ mir daher genau diesen Betrag gutschreiben.
Anschließend half mir die Dame das Paket zu buchen und ich war wieder online.
Als ich mich von dem Mann verabschieden und weiter fahren wollte, fiel ihm auf, dass mein Kettenschutz nicht da saß wo er sitzen sollte. Ich schaute es mir an und stellte fest, dass ein Stück Plastik abgebrochen war, so dass die Schraube nicht mehr hielt. Ich reparierte die Sache provisorisch mit einem Kabelbinder und hoffte, dass der bis Kapstadt halten würde.
Die Strecke mach Ghanzi war total öde. Die Straße verlief schnurgeradeaus und die Landschaft war eine trockene Savanne.
Ich fuhr ohne Pause bis Ghanzi wo ich als erstes wieder voll tankte und mir dann eine Unterkunft suchte.
Ich hatte 2 gefunden, die nicht so teuer sein sollten. Die erste, die mir von außen einen guten Eindruck machte, war allerdings ausgebucht.
Die 2. hatte noch ein Zimmer. Das war zwar schon ziemlich herunter gekommen und müffelte ein wenig im Bad, doch nachdem ich das Fenster geöffnet hatte, wurde der Geruch etwas schwächer.
Nun fuhr ich in den SPAR um Wasser zu kaufen. Dort gab es auch einen Trinkjoghurt in dem Schon etwas Müsli drin war. Den würde ich morgen zum Frühstück mal probieren.
Nun ging es direkt weiter zum Hollandia Restaurant in dem ich ein typisch botswanisches Gericht namens Seswaa bestellte. Ich könnte beim Fleisch zwischen Rind und Eland wählen und entschied mich für Eland.
Langweilige Fahrt von Ghanzi nach Maun

| Datum | 29.08.2026 – Tag 143 |
| Start | Ghanzi |
| Ziel | Maun |
| gefahrene Kilometer | 226 km |
| Kilometerstand | 75121 km |
Heute morgen probierte ich den Joghurt, von dem ich dachte, dass er schon mit Müsli gemischt sei. Doch dem war nicht so. Oder es waren homöopathische Dosen.
Ich kippte also den Joghurt in eine Schale und schüttete noch etwas von meinem Müsli dazu. So hatte ich zumindest ein bisschen was im Magen.
Auf der Straße begegnete ich vielen Ziegen, Eseln und Kühen. Und Schlaglöcher gab es auch zu genüge.
Nach etwa ⅔ der Strecke erreichte ich Sehithwa, wo ich auftankte und nach einem Restaurant schaute. Auf Google Maps war lediglich ein einziges eingetragen und das hatte geschlossen, oder war vielleicht sogar ganz außer Betrieb. Doch ich hatte im Vorbeifahren noch ein zweites gesehen zu dem ich dann zurück fuhr.
Hier wurde ich von einer schwangeren Frau begrüßt, die sich unbedingt auf mein Motorrad setzten und von ihrer Freundin fotografieren lassen wollte. Den Wunsch erfüllte ich ihr doch gerne.
Anschließend aß ich ein Stück Fleisch mit Reis und Gemüse. Für 2,50€ ganz in Ordnung.
In Maun bezog ich ein sehr schönes Apartment im Jayla Homestay. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, da es auf Booking.com als Doppelzimmer bezeichnet wurde. Man kann ja auch mal Glück haben.
Nach dem Auspacken fuhr ich zu einer Wasseraufbereitungsanlage. Laut iOverlander soll es auf deren Gelände eine große Anzahl an Marabus geben. Und ich wurde nicht enttäuscht. Leider hatte ich nur das Handy dabei, weshalb die Bilder nicht so gut wurden.
Danach fuhr ich nochmal ins Zentrum zum Spar um einzukaufen und mir noch eine Lasagne und ein Seswaa Pie zum Abendessen mitzuholen.
In der Unterkunft fragte ich nach einer Mokoro Tour. Das ist ein traditionelles flaches Boot, das von einem Poler an einer Stange ( engl. Pole) durch die flachen Arme des Okavango Deltas geschoben wird. Da ich der einzige Gast bin, hätte ich den Transfer zu der Bootsanlegestelle mit einem 4×4 alleine bezahlen müssen und deshalb wurde mir ein Betrag von 200 USD genannt. Das war mir zu teuer. Da ich gehört hatte, dass man auch selbst zu der Anlegestelle fahren konnte, wollte ich das versuchen. Allerdings erst am Montag, da am Sonntag das Büro in dem man die Eintrittskarte für den Nationalpark bekommt, geschlossen war.
Rundflug über’s Okavango Delta

| Datum | 30.08.2026 – Tag 144 |
| Start | Maun |
| Ziel | Maun |
| gefahrene Kilometer | 64 km |
| Kilometerstand | 75185 km |
Da ich am heutigen Sonntag keine selbst organisierte Mokoro Tour machen konnte nutzte ich die Gelegenheit um nochmal auszuschlafen. Ich stand erst um 9:30 Uhr auf und machte mir gemütlich Frühstück. Leider waren die Brötchen extrem trocken und krümelig und ich konnte sie nur herunter schlucken in dem ich zu jedem Bissen einen Schluck Kaffee nahm. Schade, denn der Käse und die Salami waren richtig teuer.
Als ich dann alles für heute zusammengesucht hatte und meine Plane vom Motorrad herunter nahm, kam ein kleiner Junge angelaufen, der sofort versuchte auf das Motorrad zu klettern. Ich hielt ihn vorsichtig davon ab, bis ich ihn dann nahm und auf die Sitzbank setzte. Ich hoffte, dass er damit zufrieden wäre und dann nicht weiter versuchen würde hoch zu klettern. Doch dem war nicht so. Ich nahm ihn immer wieder weg vom Motorrad und stellte mich zwischen ihn und das Motorrad. Doch er lief um mich herum und versuchte es immer wieder. Wenigstens hat er nicht angefangen zu schreien, wenn ich ihn davon abgehalten habe.
Irgendwann würde es mir zu bunt und ich trug ihn zu der Hütte aus der er heraus kam in der Hoffnung seine Mutter wäre dort und würde ihn nehmen. Ich habe zwar niemand gesehen, doch der Junge ging in die Hütte und blieb dort. Ich packte schnell meine Kamera und meinen Rucksack ein und fuhr los bevor er wieder kam.
Es war schon gegen 11:00 Uhr als ich zur Wasseraufbereitungsanlage fuhr wo ich am Abend zuvor die vielen Marabus gesehen hatte. Leider war es ihnen um diese Uhrzeit wohl zu heiß. Ich sah keinen einzigen.
Dann fuhr ich weiter in die Stadt und hielt erst mal an einem Einkaufszentrum in dem es einen Checkers Supermarkt gab. Ich war etwas entsetzt von den Preisen, die ich gestern im Spar gezahlt hatte und wollte mal schauen, ob der Checkers tatsächlich billiger war, so wie es mir ChatGPT gesagt hatte.
Einige Sachen waren günstiger andere kosteten das gleiche. O-Saft gab es gar keinen und die Salami habe ich auch nicht gefunden. Aber es war sehr angenehm in den klimatisierten Räumlichkeiten.
Ich bummelten noch ein wenig weiter durch das Einkaufszentrum. Ich hatte noch die Hoffnung einen Friseur zu finden, da mal wieder ein Haarschnitt fällig war. Doch im Einkaufszentrum gab es keinen. Außerdem fiel mir auf, dass ich mein Portemonnaie in meiner Unterkunft vergessen hatte. Blöd.
Von hier fuhr ich zum Flughafen und wollte mich nach einem Rundflug über das Okavango Delta erkundigen. Ich hoffte ich könnte mich vielleicht spontan einer Gruppe anschließen, die noch einen Platz im Flieger frei hatten.
Es gab 3 Charteragenturen, von denen 2 komplett ausgebucht waren.
Die dritte konnte mit einen freien Sitzplatz heute Nachmittag um 16:30 Uhr anbieten. Der 45 minütige Rundflug sollte 200 USD kosten. Nach aktuellem Kurs also 173€.
Ich trank erst mal einen Kaffee im Café Dusty Donkey um mir die Sache zu überlegen. Das Café war sehr schön eingerichtet und dekoriert und der Kaffee aus der Siebträgermaschine schmeckte sehr gut.
Die Entscheidung fiel recht schnell. Ich hatte noch ziemlich viele USD an Bargeld dabei, da ich bisher lediglich einmal an der angolanischen Grenze Bargeld gewechselt hatte und damals waren es sogar Euro, so dass ich noch meinen gesamten USD Bestand hatte.
Und wahrscheinlich komme ich in meinem Leben kein zweites Mal ins Okavango Delta. Also dachte ich mir „was soll’s, man lebt nur einmal“. Und im Vergleich zu einem Helikopterflug für 500 bis 600 € war es ja noch vergleichsweise günstig.
Zurück am Flughafen war der Stand der Chartergesellschaft Okavango Scenic Flights leider nicht besetzt. Ich wartete ein paar Minuten und ging zwischendurch noch auf Toilette.
Als um 14:30 Uhr immer noch niemand kam, fuhr ich zurück zu meiner Unterkunft, holte meinen Pass und mein Bargeld und kehrte wieder zurück in der Hoffnung, dass der Platz nicht mittlerweile an jemand anderen vergeben wurde.
Als ich um 15:10 Uhr zurück kam war immer noch niemand am Schalter. Blöd.
Ich rief die Telefonnummer an, die auf einem Flyer stand, doch es klingelte lediglich das das Telefon am unbesetzten Schalter. Allerdings kam einen Augenblick später die Dame von heute Mittag aus einem Nebenraum. Vielleicht hatte sie das Telefon gehört.
Ich buchte den Flug, bezahlte sofort die 200 USD und sollte um 16:00 Uhr zurück kommen. Da es bis dahin nur noch 40 Minuten waren entschied ich mich die Zeit mit einem kleinen Bummel entlang der Marktstände in der Airport Road zu machen. Dafür würde die Zeit noch ausreichen und ich müsste nicht am Flughafen warten.
Am Anfang der Straße war ein sehr schöner farbenfroher Souvenir-Ship mit schönen T-Shirts, doch 26€ für ein einfaches bedrucktes Baumwolle T-Shirt war mir deutlich zu teuer.
Entlang der Straße gab es noch ein paar deutlich einfachere Stände aus Holz. Ich hoffte hier wäre es etwas günstiger, doch die meisten Buden hatten hat keine T-Shirts oder Hemden und das eine, das mir gefallen hatte sollte 350 Pula kosten, mit 22,60€ immer noch zu viel.
An einem weiteren Stand fand ich ein paar schöne Tischläufer, von denen ich ein paar fotografierte um sie später meiner Mutter zu schicken. Falls ihr einer gefallen würde, könnte ich ihn ja morgen noch kaufen.
Dann ging ich zurück zum Flughafen und war kurz vor 15:50 Uhr am Schalter. Ich ging noch schnell zur Toilette und putzte meine Brille sowie meine Sonnenbrille um einen hoffentlich tollen Ausblick aufs Delta genießen zu können.
Um 16:00 Uhr war ich durch die Sicherheitskontrolle durch und wartete auf die 4 anderen Gäste. Der Flug sollte um 16:30 Uhr starten. Ich nutzte die Zeit um Tagebuch zu schreiben.
Gegen 16:15 Uhr wurden wir von einem kleinen Bus aufs Rollfeld gefahren und ich boardete die Maschine mit 2 halben spanischen Familien. Ein Vater mit seiner Tochter, ein Vater mit seinem Sohn. Später nach der Rückkehr sah ich wie sie von den beiden Ehefrauen am Flughafen in Empfang genommen wurden. Keine Ahnung warum die nicht mitfliegen wollten.
Pünktlich um 16:30 Uhr haben wir ab, nachdem wir eine kurze Sicherheitseinweisung bekommen und der Pilot uns vor ein paar Turbulenzen gewarnt hatte.
Der Flug war der absolute Hammer. Das Delta ist total faszinierend. Das Wasser regnet Monate zuvor in Angola ab und erreicht das Delta erst, wenn in Botswana schon die Trockenzeit herrscht.
Die vielen sie wie kleine Blutadern verästelnden Flussarme sind aus der Luft besonders schön zu sehen.
Dazu kam, dass wir auch noch ein paar Tiere gesehen hatten. Zumindest die anderen. Ich sah lediglich 2 mal einen einzelnen Elefanten und am Ende eine kleine Herde von vielleicht 10 bis 15 Tieren. Später meinte der Pilot dort wären auch noch eine Büffelherde und ein paar Zebras gewesen. Die entgingen mir leider. Dennoch war es ein unvergessliches Erlebnis.
Anschließend fuhr ich nochmal zur Wasseraufbereitungsanlage wo ich wieder unzählige Marabus in den Bäumen und in der Luft gesehen habe. Und diesmal konnte ich mit meiner guten Kamera auch viel bessere Bilder machen als Tags zuvor mit dem Handy.
Zum Abendessen gab es einen Beef Stew aus dem Checkers Supermarkt.
Mokoro Tour

| Datum | 31.08.2026 – Tag 145 |
| Start | Maun |
| Ziel | Maun |
| gefahrene Kilometer | 68 km |
| Kilometerstand | 75253 km |
Heute stand der Ausflug mit einem Mokoro, einem kleinen Boot, das von dem Bootsführer (der sogenannte Poler) mit einem langen Stab (dem Pole) durchs Wasser geschoben wird.
Dazu fuhr ich zuerst zum OKMCT Büro und kaufte das Eintrittsticket für das Delta für 110 Pula (6,17€), was später allerdings niemand kontrolliert hat.
Dann fuhr ich mit dem Motorrad zur Ortschaft Boro 2 (keine Ahnung warum die 2, vielleicht gibt es noch ein Boro 1 irgendwo) und von dort weiter zur Anlegestelle der Mokoro Boote.
Die Strecke war der blanke Horror. Laut meinem Navi waren es 16 Kilometer Sandpiste. Nach ca. 4 Kilometern war ich kurz davor umzukehren, doch da mir ein anderer Motorradfahrer aus der WhatsApp Gruppe geschrieben hatte, dass er es auch mit dem Motorrad gemacht hatte und die Strecke im Trockenen kein Problem war, dachte ich vielleicht war nur der Anfang schlimm und es würde mit der Zeit besser.
Später stellte sich heraus, dass er auf einer Honda CRF 250 unterwegs war, die ohne Gepäck ca. 150 kg wiegt. Also mehr als 100 Kilo weniger als mein Dickschiff.
Nachdem ein kurzer Abschnitt kam, der nicht ganz so schlimm war, keimte ein kleiner Hoffnungsschimmer auf, doch der würde kurz darauf auch schon wieder erstickt.
Irgendwann erreichte ich die Ortschaft Boro 2 und fragte zur Sicherheit nochmals nach dem Weg, da ich ein Auto sah, dass geradeaus fuhr, während mein Navi mich nach links schicken wollte. Der Mann bestätigte, dass geradeaus der richtige Weg sei und ich nach dem Esel, der an der Straße stand links abbiegen sollte. Gut, dass Esel so ruhige Tiere sind und sich nicht so schnell bewegen, so dass er immer noch an der Abzweigung stand als ich dort ankam.
Von hier an wurde die Strecke noch schlimmer und es kamen immer häufiger extreme Tiefsandpassagen. Kurz nachdem mir ein entgegenkommendes Auto, und mit Auto meine ich einen Toyota Landcruiser, bestätigt hatte, dass ich auf dem richtigen Weg war, passierte es. Ich fuhr in einem Sandwall, konnte das Motorrad nicht mehr halten und ließ es umfallen.
Scheiße. Wäre der Landcruiser 1 Minute später gekommen, hätte mir der Fahrer beim Aufheben helfen können. Da das Motorrad aber nicht komplett auf der Seite lag und ich dachte, wenn die Reifen sich beim Aufstellen noch ein wenig im Sand vergraben, dann könnte ich es vielleicht auch alleine schaffen.
Dann müsste nicht die 30 Minuten verschwenden, die ich brauche um meine Aufstellhilfe auszupacken, das Motorrad hoch zu ratschen und wieder alles weg zu packen.
Also versuchte ich es und schaffte es tatsächlich auch. Leider mit dem blöden Nebeneffekt, dass ich mir einen leichten Hexenschuss geholt habe.
Nach ziemlich genau 2 Stunden hatte ich die 16 Kilometer Sandpiste bezwungen und kam an der Anlegestelle an. Sofort kam ein netter junger Mann, der sich als mein Guide vorstellte und mir das Boot zeigte. Ich zog noch schnell meine Schuhe um, da ich die Bootstour nicht in den Motorradstiefeln machen wollte, und dann ging es los.
Wir glitten leise und friedlich übers Wasser und als erstes genoss ich den Anblick der Landschaft und der schönen Wasserlilien. Es gibt ein Gericht namens Tswii, dass aus den Wurzeln dieser Wasserlilien gekocht wird. Nachdem ich meinen Guide darauf ansprach, erklärte er mir genau, wie die Wurzel geerntet und zubereitet wird.
Nach vielleicht 30 Minuten trafen wir auf eine kleine Herde Zebras, die im Wasser standen, tranken und sich abkühlten. Etwas später trafen wir auf eine 2. Herde auf einer Insel. Dort legten wir kurz an und gingen zu Fuß auf die Zebras zu. Ich hatte zwar schon im Etosha Park unzählige von ihnen gesehen, doch der Anblick ist immer wieder schön. Insbesondere in dieser grünen komplett anderen Umgebung als im Etosha Park. Außerdem finde ich es noch beeindruckender und natürlicher, wenn man zu Fuß unterwegs ist.
Doch es sollte noch besser kommen.
Die nächste Insel auf der wir anhielten, war noch etwas größer und hier machten wir einen Bush Walk. Wobei Bush etwas übertrieben ist. Es war eine Graslandschaft, die in Teilen niedergebrannt war, weil irgendwelche dummen Touristen beim Campen das Lagerfeuer nicht richtig aus gemacht hatten.
Auf dieser Wanderung sahen wir weitere Zebras unter die sich ein paar Antilopen, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, gemischt hatten sowie ein einzelnes Gnu. Und nach einer weiteren Zebra Herde erspähte mein Führer ziemlich weit weg einen Elefanten. Ich könnte ihn mit dem Fernglas gerade so eben erkennen, doch er meinte wir könnten noch näher heran gehen. Nach ein paar Minuten erreichten wir den Kanal an dessen anderem Ufer insgesamt 4 Elefanten sich im Wasser aufhielten, tranken und sich abkühlten. Das fand ich schon ziemlich beeindruckend. Irgendwann traten wir dann den Rückweg an. Dachte ich zumindest, doch der Guide kannte noch eine Stelle, die erstens noch näher an den Elefanten war und zweitens gab es dort einen verlassenen Termitenhügel auf den wir steigen konnten und von dem aus wie die Elefanten noch besser sehen konnten. Eine wirklich schöne Begegnung.
Von hier gingen wir zurück zum Boot und der Guide bemühte sich nach allen Kräften um 15:00 Uhr zurück am Anleger zu sein, da ich ihm vorher sagte, dass das mein Limit wäre. Ich wollte ja im Hellen nach Hause fahren. Und falls ich das Motorrad nochmal umwerfen sollte, musste ich auch noch 30 Minuten zum Aufheben dazu rechnen. Ein zweites Mal würde ich es nicht ohne meine Aufstellhilfe versuchen.
Wir kamen kurz nach 3 an, ich bezahlte den Guide und gab ihm noch ein Trinkgeld. Außerdem bekam ich seine Telefonnummer. Sollte ich im nächsten Jahr mit dem Camper nochmal hier her kommen, würde ich ihn vorher kontaktieren.
Und dann begann Teil 2 des Horrors. Ich musste die 16 Kilometer ja auch wieder zurück fahren. Diesmal ließ ich meine Motorradjacke im Koffer um etwas mehr Bewegungsfreiheit zu haben. Außerdem ließ ich nochmal etwas Luft aus den Reifen. Leider musste ich das nach Gefühl machen, da ich meine Luftpumpe in der Unterkunft liegen gelassen hatte.
Dann nahm ich den Rückweg in Angriff und stürzte erneut auf der Tiefsandpassage zwischen dem Bootsanleger und der Ortschaft Boro 2. Vielleicht war es sogar die gleiche Stelle wie vorher. Das müsste ich später anhand der GPS Koordinaten der Fotos mal genauer anschauen.
Diesmal überlegte ich nicht lange und begann meine Aufstellhilfe auszupacken. Doch gerade als ich alles zurecht gelegt hatte, kamen 2 Männer zu Fuß vorbei, die mir halfen das Motorrad aufzuheben. Glück gehabt.
Ich packte meine Sachen wieder ein und fuhr weiter. Ich bildete mir ein, dass das erneute Ablassen von Luft ein wenig geholfen hatte. Und später sollte sich zeigen, dass ich für den Rückweg statt 2 Stunden „nur“ 1½ Stunden gebraucht hatte.
Allerdings hatte ich ein paar weitere beinahe Stürze und konnte das Motorrad jedes Mal im letzten Moment noch gerade so abfangen. Das ging allerdings auf den Oberschenkel so dass ich mir bei irgendeiner dieser Aktionen wohl eine Zerrung zugezogen habe.
Ob es diese Strapazen wert waren 130€ gespart zu haben? Ich weiß es nicht. Ich überlegte jedenfalls schon meine schöne Unterkunft noch einen Tag zu verlängern um meinen Wunden zu lecken.
Als ich den Teer wieder erreichte fuhr ich zur nächsten Tankstelle, tankte und prüfte den Reifendruck.
Hinten hatte ich noch 1,4 bar, damit hatte ich in etwa gerechnet, doch vorne hatte ich lediglich 0,4 bar. Das ist eigentlich deutlich zu wenig, doch da ich im Sand nie bremsen musste, bestand auch keine Gefahr, dass der Reifen auf der Felge rutschen würde.
Ich pumpte sie wieder ein wenig auf, nicht ganz voll, da ich an meiner Unterkunft auch ein Stück durch tiefen Sand fahren musste, und fuhr weiter zum Checkers. Dort kaufte ich Wasser, ein Brötchen und Chicken Stew mit Reis, Gemüse und Salat zum Abendessen.
In meiner Unterkunft angekommen konnte ich mich vor Schmerzen kaum noch bewegen. Ich nahm sofort eine IBU und machte mir das Essen warm. Duschen musste heute ausfallen. Die Verränkungen in der Duschkabine wären wohl zu schmerzhaft gewesen.
Nachdem ich gegessen und Tagebuch geschrieben hatte, schaute ich ob mein Zimmer noch eine Nacht frei war. War es leider nicht, doch es gibt ein anderes Zimmer das noch frei ist. Das werde ich mir morgen früh mal anschauen. Ansonsten gibt es in der Nähe noch ein ganz interessant aussehendes Apartment. Notfalls wurde ich dorthin umziehen.
Ruhetag
| Datum | 01.09.2026 – Tag 146 |
| Start | Maun |
| Ziel | Maun |
| gefahrene Kilometer | 20 km |
| Kilometerstand | 75273 km |
Die Nacht war furchtbar. Ich hatte seit langem mal wieder eine Stechmücke im Zimmer, die statt sich einmal ordentlich satt zu essen, mich alle 20 bis 30 Minuten aufs neue stach. Jedes Mal war der Juckreiz so schlimm, dass ich aufstand und ihn mit meinem HeatIt Stichheiler behandelte. Danach war er zwar nach wenigen Minuten wieder weg, doch bevor ich einschlafen konnte kam die nächste Mücke.
Für meinen Camper werde ich definitiv ein Moskitonetz einplanen.
Nach dieser viel zu kurzen Nacht stand ich kurz nach 8:00 Uhr auf, nahm sofort eine IBU und ging duschen. Dazu war ich gestern Abend nicht mehr in der Lage und auch heute morgen machte mir der Hexenschuss und die Zerrung im Oberschenkel zu schaffen. Doch im Vergleich zu gestern Abend war es schon deutlich besser.
Nach dem Frühstück, diesmal ohne Foto, ging ich hinaus zur Haushälterin und fragte, ob ich in das freie Zimmer umziehen und noch eine Nacht bleiben könnte. Sie rief daraufhin ihre Chefin Mapula, die heute vor Ort war und dann persönlich mit mir Sprach.
Sie erklärte mir, dass sie noch ein 2. Zimmer meiner Kategorie hätten, das aber gerade erst fertig renoviert wurde und daher nicht auf Booking.com gelistet war. Die neuen Gäste würden dieses Zimmer bekommen und ich könnte in meinem bleiben. Sehr gut.
Blöderweise hatte ich schon einen Kaffee getrunken und konnte mich deshalb nicht noch eine Runde schlafen.
Stattdessen nutze ich die noch angenehmen Außentemperaturen und setzte mich mit meinem Laptop an den kleinen Tisch vor meinem Apartment und arbeitete an den Bildern der letzten beiden Tage. Da sind wieder einige zusammen gekommen.
Gegen 13:00 Uhr machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich fuhr zur Maun Mall um etwas zu essen und Wasser und Abendessen einzukaufen. Die Pizza im Restaurant sah leider deutlich besser aus als sie war. Der Belag war gut aber der Boden schmeckte als wäre es eine Tiefkühlpizza.
Von hier fuhr ich ins Zentrum zu einem Friseursalon, den ich auf Google Maps fand. Wobei Friseursalon mehr als nur leicht übertirben war. Es war eine einfache Bretterbude. Der Friseur hatte nicht einmal einen 12 mm Aufsatz für den Rasierer. So musste ich mit 9 mm Vorlieb nehmen. Egal. Ist ja warm genug und unter dem Helm ist es sowieso umso besser je kürzer die Haare sind.
Als nächstes fuhr ich zum Museum. Dafür, dass es nur 3 kleine Räume gab erschien mir der Eintritt von 10 USD ziemlich hoch, doch als ich in den Bewertungen las, dass dabei eine kleine Führung schon inbegriffen sei, fand ich es wiederum günstig. Der Guide erklärte mir jedes einzelne Exponat detailliert. So eine gute Führung hatte ich schon lange nicht mehr gehabt. Ich fand es auch sehr interessant zu sehen, dass sich die indigenen afrikanischen Völker doch sehr ähnelten. Ähnliche Exponate hatte ich auch schon in Museen in Eswatini und Lesotho gesehen.
Lediglich die Himba in Namibia hatten deutlich unterschiedliche Traditionen.
Als letztes stand noch eine Motorradwäsche auf dem Programm. Mein Seitenständer hatte sich nach den Stürzen von gestern ziemlich fest gesetzt und ich konnte ihn kaum noch bewegen. Doch beim Car Wash war der Hochdruckreiniger kaputt, so dass der Mann das Motorrad lediglich mit einem Schlauch abspritzte und mit einem Lappen und Seifenwasser wusch. Ich hatte gehofft mit dem Hochdruckreiniger würde der Dreck von gestern auch aus den Ritzen heraus gespült werden.
Naja, so ist es halt in Afrika. Wenigstens war der Seitenständer jetzt wieder leichtgängig.
Interessant war auch, dass der Mann der das Motorrad wusch, eine Stoffhose und Lederschuhe trug. Nicht gerade eine übliche Arbeitskleidung.
Zurück in meiner Unterkunft habe ich lange mit meiner Familie telefoniert. In 4 Wochen sehe ich sie endlich alle wieder. Meine Eltern hatten ich ja in Namibia nochmal gesehen, aber meinen Bruder schon seit 5 Monaten nicht mehr.
Zum Abendessen gab es dann ein Chicken Mushroom Pie, dass ich mir Mittags im Checkers geholt hatte.


























































































































































































































































































