Du betrachtest gerade Namibia – Autorundreise 4/4 – Etosha Park und zurück nach Windhoek

Tag 18: Game Drives in Eldorado und Sophienhof Lodge

Datum11.07.2026 – Tag 94
StartOutjo
ZielOutjo
gefahrene Kilometer207 km
Kilometerstand24555 km

Nach einem guten Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Eldorado Lodge.

Auf dem Weg hielten wir kurz an einer Ecke, an der laut unserem Gastgeber Eleganten stehen sollte. Das war aber als Scherz gemeint, denn dort standen keine echten Eleganten, sondern nur Skulpturen.

Etwas später sahen wir noch Warzenschweine am Straßenrand, sind aber zu schnell daran vorbei gefahren, um sie zu fotografieren.

Als wir gegen 10:30 Uhr ankamen begann die Rundfahrt über das Gelände. Wir wurden in einem Anhänger mit Sitzbänken von einem Traktor gezogen. Die Raubtiere in dieser Lodge wurden in verschiedenen Gehegen gehalten und alle gefüttert. Es war also eher ein Zoo mit extrem großen Gehegen. Dafür hatte man die Chance die Raubtiere aus nächster Nähe zu sehen. Es war auf jeden Fall ein deutlich besseres Gefühl als in einem Zoo, auch wenn ab und zu dir Zäune im Weg waren und schöne Fotos verhinderten. 

Es begann mit Geparden, dann sahen wir gefleckte Hyänen und 2 Karakale. 

Anschließend sahen wir eine braune Hyäne, 2 Leoparden und 2 Löwen bevor wir auf dem Weg zurück zum Parkplatz noch ein paar Straße sahen. Insbesondere der Leopard, der in einer Baumkrone saß war ein toller Anblick.

Nach 90 Minuten kamen wir zurück zur Lodge und tranken noch einen Kaffee. Wir hatten alle nicht so viel geschlafen und waren etwas müde.

Dann fuhren wir zurück nach Outjo in den Supermarkt um uns für die nächsten 2 Tage mit Wasser und etwas Trockenwurst einzudecken.

Nach einer kurzen Verschnaufpause in unserer Unterkunft in der ich mich schon mal an meine Laptop setzte um ein paar Bilder auszusortueren, fuhren wir um 15:40 Uhr los zur Sophienhof Lodge. 

Dort machten wir bei tiefstehender Sonne einen sehr schönen Game Drive auf dem wir außer Zebras alle Tiere sahen die auf dem Gelände der Lodge lebten.

Zuerst fuhren wir zu den Straußen, die wir aus der Hand fütterten.

Dann begann die große Rundfahrt auf der wir viele Springböcke, Gnus, und Antilopen mit säbelartig gebogenen Hörnern sahen.

Später fuhren wir noch in einen anderen per Zaun abgetrennten Bereich in dem wir zuerst vereinzelt ein paar Nashörner sahen, später dann eine größere Gruppe, in der auch das einzige Flusspferd der Lodge war. An diese Gruppe sind wir richtig nah herangefahren.

Als nächstes trafen wir noch auf ein paar Giraffen, die von der tiefstehenden Sonne sehr schön angestrahlt wurden.

Und als letzten stießen wir noch auf eine Nashornmutter, die mit einem 3 Monate altem Baby unterwegs war. Ein perfekter Tag.

Tag 19: Tag 1 im Etosha Nationalpark

Datum12.07.2026 – Tag 95
StartOutjo
ZielOkaukuejo
gefahrene Kilometer215 km
Kilometerstand24770 km

Heute stand Tag 1 im Etosha Nationalpark auf dem Programm. Wir standen schon um 7:00 Uhr auf, packten unser kleines Gepäck für eine Nacht und fuhren um 8:40 Uhr los.

Das Frühstück bekamen wir in Form eines Pakets am Abend zuvor.

Wir fuhren bis zum Etosha Trading Post, der letzten Tankstelle vor dem Park. Dort kauften wir uns Kaffee und ein warmes Blätterteiggebäck mit Hackfleisch, setzten uns an die Tische und aßen unsere mitgebrachten Frühstückspakete.

Um 9:13 Uhr erreichten wir den Park, mussten aber noch etliche Formulare ausfüllen bevor wir rein fahren konnten. 

Als erstes fuhren wir zum Ombika Wasserloch. Dort wurde am Tag zuvor noch ein Nashorn mit 3 Hörnern gesichtet. Ziemlich selten. Wir sahen es allerdings nicht, doch dafür wir sahen die ersten Zebras und natürlich Springböcke.

Von hier fuhren wir zum Okaukuejo Camp wo wir den Eintritt für den Park zahlten und uns eine Heft mit Karte und diversen Tierabbildungen für sündhaft teure 9,60€ kauften.

Dann ging es nach Norden zum Okondeka Wasserloch. Dort sahen wir viele Gnus und eine riesige Zebraherde. Bestimmt über 100 Tiere. Ein paar Strauße waren auch dabei.

Auf dem Rückweg hielten wir wieder im Okaukuejo Camp und checkten ein. Da eine Putzfrau noch mit unseren Zimmern beschäftigt war, gingen wir für 20 Minuten oder so ans Wasserloch. Dort sahen wir Springböcke, Oryxe und Zebras.

Anschließend bezogen wir unserer Zimmer. Für 145€ pro Nacht waren sie nicht besonders toll, doch der Preis war ja auch eher für die Möglichkeit nachts noch ans Wasserloch zu gehen sowie morgens direkt in Park zu sein ohne vor her noch 1½ fahren zu müssen.

Nachdem wir unser Gepäck schnell ausgeladen hatten, fuhren wir zum Gemsbokvlakte Wasserloch. Die Straße dorthin war etwas ruppig, zumal man durch die im Rücken stehende Sonne die Bodenwellen und Schlaglöcher nicht gut sehen konnte.

An diesem Wasserloch sahen wir natürlich wieder Springböcke aber auch Strauße und Zebras. Und am Ende als wir gerade überlegten, ob wir geduldig sein und noch etwas warten oder schon weiter fahren sollen, fragte mein Onkel, wo denn die beiden im Auto vor uns hin schauen würden. Sie sahen nicht aufs Wasserloch sondern in unserer Richtung, knapp an unserem Auto vorbei. Als ich in den Rückspiegel schaute, sah ich einen großen Elefanten, der geradewegs zum Wasserloch ging. 

Ich fuhr etwas zurück um ihm Platz zu machen und ihn dann am Wasserloch auch besser fotografieren zu können. Ein ganz toller Anblick.

Von hier ging es dann zum letztem Wasserloch für heute, dem Olifantsbad, das bekannt dafür ist, dass häufig Elefanten und auch mal Nashörner vorbei schauen. Auf dem Weg dorthin sahen wir ein paar vereinzelte Kudus in den Büschen. Vielleicht einer der authentischsten Anblicke, da sie sich in absolut freier Wildbahn aufhielten und nicht an einem künstlich angelegten Wasserloch. Die Impalas waren da schon weniger Schreckhaft und liefen über die Straße ohne sich von unserem Auto in irgendeiner Weise zu fürchten.

Als wir ankamen erwartete uns schon eine große Herde Dickhäuter. Sie hatten sogar mehrere Jungtiere dabei, die allerdings die meiste Zeit von den großen Kühen gut abgeschirmt wurden.

Trotzdem war den Anblick faszinierend und wir blieben bestimmt 20 bis 30 Minuten bis die gesamte Herde das Wasserloch wieder verließ.

Nun war es Zeit für eine kurze Toilettenpause. Neben dem Olifantsbad gab es einen eingezäunten Bereich in dem man parken und das Auto verlassen durfte.

Von hier fuhren wir zurück zum Okaukuejo Camp. Doch schon nach kurzer Zeit hielt ein Auto vor uns und schaute zur linken Seite. Dort war doch tatsächlich noch ein Nashorn zu sehen. Außerdem sahen wir noch ein paar Kudus in den Büschen und bei einem erneuten kurzen Stopp am Gemsbokvlakte Wasserloch sahen wir ein weiteres Nashorn, das sich gerade erleichterte.

Von hier fuhren wir dann zurück in unser Camp und gingen sofort zum Wasserloch. Gerade rechtzeitig um noch 2 Giraffen und 3 oder 4 Schakale zu sehen. Und natürlich den kitschigen Sonnenuntergang.

Leider verließen die Giraffen das Wasserloch zu früh. Ein Sonnenuntergang mit 2 Giraffen wäre fast so kitschig gewesen wie die berühmten Poster mit den springenden Delfinen im Sonnenuntergang.

Dann wurde es leider ziemlich ruhig am Wasserloch und wir gingen in unser Bush Chalet um Abend zu essen. Dabei ließen wir den Live Stream vom Wasserloch laufen, so dass wir sofort zurück gehen könnten sobald sich etwas regte. Und das tat es dann auch. Wir bleiben am Abend noch eine Zeit lang am Wasserloch an dem Nashörner und Elefanten in rauen Mengen auftauchten. Das letzte Nashorn hatte sogar ein sonderlich nach vorne gebogenes 2. Horn.

Tag 20: Tag 2 im Etosha Nationalpark

Datum13.07.2026 – Tag 96
StartOkaukuejo
ZielOutjo
gefahrene Kilometer355 km
Kilometerstand25125 km

Heute klingelte der Wecker schon um 6:30 Uhr. Der Plan war um 6:45 Uhr zu Frühstücken und um 7:30 Uhr los zu fahren. Doch wir brauchten für alles wieder länger und kamen nach dem Check-Out erst gegen 8:00 Uhr los.

Zuerst fuhren wir zum Gemsbockvlakte Wasserloch in der Hoffnung dort einen Löwen zu sehen.

Neben dem Üblichen (Zebras, Springböcke, … ) sahen wir dort dann 3 Schakale. 

Dann fuhren wir weiter in Richtung Halali Camp. Als erstes wollten wir zum Homob Wasserloch, doch da dir C38 gesperrt war, kamen wir dort nicht hin. Oder nur über irgendwelche langwierigen Umwege. Daher landeten wir am Sueda Wasserloch und später am Charitsaub.

Als wir dann zum Salvadora Wasserloch kamen war dort nicht viel los. Doch im Infoheft stand, dass es dort Geparden geben soll. Wir warteten eine Weile und gerade als wir ungeduldig wurden und los fahren wollten, sah mein Vater eine Löwin im Gras.

Damit hatte ich nicht mehr gerechnet. Als wir dem Auto, dass etwas später kam, sagten wo der Lowe sei, sagten sie uns, dass dort noch ein zweiter wäre. Den sahen wir etwas später auch.

Als dann ein paar Zebras und Springböcke ankamen warteten wir geduldig, ob wir nicht noch eine Jagdszene sehen könnten.

Dem war dann tatsächlich auch so, doch leider gerade in dem Moment, als ich den Löwen aus den Augen verloren hatte. Ich hatte bestimmt 20 Minuten geduldig gewartet um ein Video zu machen wenn er los läuft, doch gerade als ich die Kamera runter nahm um mir von meiner Mutter beschreiben zu lassen wo er liegt, da sprintete er los.

Mein Onkel konnte davon ein paar Bilder machen, ich habe die Szene leider komplett verpasst.

Das hatte mich so geädgert, dass wir bestimmt noch 30 weitere Minuten gewartet haben, doch es gab keinen weiteren Angriff mehr, obwohl noch 2 Herden an Springböcken ans Wasserloch gingen. Die Löwen waren jedoch zu weit weg, um eine Chance zu haben.

Von hier fuhren wir schnellstmöglich ins Halali Camp, da es dort die einzige Toilette gab. Ich konnte es allerdings nicht so lange aushalten, so dass ich am Straßenrand anhielt obwohl das Aussteigen aus dem Auto ja eigentlich nicht erlaubt ist. 

Im Halali Camp erfreuten wir uns an ein paar Eichhörnchen oder etwas Ähnlichem und an Vögeln, die im Schatten schwarz, im Schein der Sonne allerdings bläulich aussahen. Außerdem tranken wir noch einen Kaffee bevor es weiter ging.

Leider war es schon recht spät und die Straße zum Aussichtspunkt auf die Salzpfanne war sehr schlecht, so dass wir dort erst um 15:00 Uhr ankamen. Vom Anblick waren wir ziemlich enttäuscht, da es dort eigentlich gar kein Salz gab. Lediglich Sand. Eine Gruppe von 4 Leuten versuchten ein paar Action Fotos zu machen bei denen sie in die Luft sprangen. Ansonsten gab es nichts zu sehen. Dafür hätten wir den großen Umweg nicht machen müssen.

Dann kam der Schock. Als wir uns den Rückweg anschauen stellten wir fest, dass wir es kaum rechtzeitig aus dem Park schaffen würden. Ich schaltete mental in den Rally Modus und fuhr ein wenig schneller als erlaubt. Das positive daran war, dass die viele Wellblechrillen dadurch erträglicher wurden. Das negative war, dass das ein oder andere Schlagloch, das ich übersehen habe, deutlich starker rein haute.

Zum Glück kannte Google Maps die Umleitung nicht und zeigte uns die Zeit für einen längeren Weg an, so dass wir am Ende rund eine halbe Stunde vor Toreschluss den Park verließen. Auf den letzten Kilometern sahen wir noch einen Elefanten und einen Greifvogel auf einem Baum. Am letzten Wasserloch vor dem Ausgang sahen wir auch noch ein Nashorn.

Auf dem Weg zur Unterkunft sahen wir noch ein paar Warzenschweine am Straßenrand.

In unserer Unterkunft wurden wir sehr herzlich empfangen und wir mussten genauestens berichten was wir erlebt hatten während wir auf das Abendessen warteten.

Heute hatte ich eine Perlhuhnpastete mit Gemüse. Premiere, allerdings ein wenig trocken. Da schmeckt mir Hühnchen besser.

Leider geht die gemeinsame Reise jetzt bald zu Ende. Morgen geht’s noch zum Waterberg und übermorgen zurück nach Windhoek.

Tag 21: Letzter Game Drive am Waterberg

Datum14.07.2026 – Tag 97
StartOutjo
ZielOkakarara
gefahrene Kilometer289 km
Kilometerstand25414 km

Heute sind wir etwas früher aufgestanden da wir nach dem Frühstück noch tanken und die Reifen wieder aufpumpen mussten.

Um 9:40 Uhr verließen wir dann Outjo und machten uns auf den Weg zum Waterberg. Auf halber Strecke hielten wir an einem SPAR und kauften nochmal Brot und Belag für 2  mal Frühstücken. Im weiteren Verlauf der Strecke sahen wir noch einige Warzenschweine am Straßenrand.

Um 12:30 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft in der wir die einzigen Gäste waren. Laut dem Gästebuch war seit 10 Tagen niemand mehr dort. 

Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen und uns ein wenig ausgeruht hatten, fuhren wir gegen 13:30 Uhr zum Waterberg. Ich hatte am Morgen noch telefonisch einen Ausflug gebucht, da man mit dem eigenen Auto nicht auf den Berg hinauf fahren kann, und die älteren Semester für eine Wanderung über steile Stufen und Felsen nicht zu haben waren.

Wir erreichten das Waterberg Camp um 14:30 Uhr. Die Formalitäten dauerten ein wenig, da ich 3 Formulare ausfüllen und jede Person einzeln auflisten musste, inklusive Reisepassnummer.

Um15 Uhr begrüßte uns unser Guide Jay. Zuerst sollten wir auf der Ladefläche eines LKW fahren, doch als 2 Personen nicht kamen stiegen wir in einen Toyota Hilux um, der 9 Sitzplätze auf der Ladefläche hatte.

Ich setzte mich zum Guide ins Führerhaus, so dass ich ihm noch ein paar Fragen stellen konnte. Mit den Leuten an den Toren sprach er Damara, doch seine Muttersprache war Himba. Er kam ursprünglich aus der Gegend um die Epupa Wasserfälle.

Er erklärte uns, dass der Park ein sogenannter Breeding Park sei. Hier werden die Tierarten gehalten, deren Population im Rest des Landes zu klein ist um sich spürbar zu vergrößern. Daher werden sie hier geschützt gehalten ohne Löwen und Hyänen. Es gibt wohl ein paar Leoparden und  Geparden, doch die sind für die Büffel, die Elands, die Säbelantilopen und die Pferdeantilopen (Roans) wohl keine Gefahr. Ich schätze, die jagen nur die kleinen Impalas, von denen es genügend gibt.

Der Game Drive beschränkte sich darauf, auf das Plateau des Waterbergs zu fahren und dort Wasserlöcher anzusteuern, wobei wir an dem ersten auf dem Rückweg erneut anhielten. An den Wasserlöchern gab es jeweils hölzerne Aussichtspunkte. Eine Art längliche kleine Hüsse mit einem kleinen Schlitz durch den man die Tiere beobachten konnte. Wie ein Hochsitzt nur ebenerdig.

Am ersten Wasserloch sahen wir Eland Antilopen und Giraffen.

Am 2. Wasserloch sahen wir dann Büffel, die wir zuvor im Etosha Park nicht gesehen hatten.

Auf dem Rückweg hielten wir nochmal am 1. Wasserloch, wo wir Impalas, Büffel und Giraffen sahen. Und ein paar Tauben.

Gegen 18:30 Uhr traten wir den Rückweg  zum Camp an. Dabei sagen wir noch eine Eule auf der Straße, 2 Kaninchen und 2 jugendliche Giraffen, die miteinander spielten.

Kurz bevor wie am Camp ankamen hielt unser Guide plötzlich an und untersuchte frische Nashornhinterlassenschaften. Nachdem er sie angefasst hatte,  meinte er sie sei noch warm. Das Nashorn muss wohl erst kürzlich dir Straße gequert haben, doch wir konnten es in der Dunkelheit natürlich nicht mehr finden.

Um 19:15 Uhr erreichten wir das Camp. Eigentlich wollten wir hier noch zu Abend essen, doch da das Restaurant nicht an der Rezeption war, wollten wir nicht noch lange in der Dunkelheit danach suchen. Laut Google Maps war es nämlich noch ein Stuck weit den Berg hinauf.

Wir fuhren lieber direkt zurück in unsere Unterkunft und aßen dort das Brot was wir eigentlich für die nächsten beiden Frühstücke gekauft hatten.

Tag 22: Rückweg nach Windhoek

Datum15.07.2026 – Tag 98
StartOkakarara
ZielWindhoek
gefahrene Kilometer302 km
Kilometerstand25716 km

Heute verließen wir Okakarara um 9:45 Uhr und fuhren rund 3½ Stunden nach Windhoek in die gleiche Unterkunft in der wir schon am Anfang waren, das Emerald Bed and Breakfast. Mein Motorrad stand noch dort wo ich es stehen gelassen hatte. 

Leider ging es meinem Onkel nicht so gut. Er hatte Darmprobleme und nachts kaum geschlafen. In unserer Unterkunft in Windhoek angekommen legte er sich gleich ins Bett. Später in Deutschland stellte sich heraus, dass er sich Salmonellen eingefangen hatte, doch das wussten wir zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Wir anderen begannen zu packen und ich sortierte ein paar Sachen aus, die meine Eltern wieder mit nach Deutschland nehmen sollten.

Später fuhren wir zu dritt nochmal ein paar Kleinigkeiten fürs Frühstück einkaufen und wollten anschließend noch über einen kleinen Handwerksmarkt bummeln. Doch der war um 17:30 Uhr schon geschlossen. 

Allerdings begann um 18:00 Uhr eine kleine Ausstellung bzw. auch eine Art Kunsthandwerksmarkt mit dem Titel „Christmas in July“.

Neben den typischen afrikanischen Schnitzereien gabe es Kissenbezüge, Tassen und vieles mehr. Allerdings auch Christbaumschmuck. Jedoch war alles recht teuer.

Aber es gab Wein und Saft sowie ein außergewöhnlich gutes Sauerteigbrot mit Oliven zum Probieren. 

Gegen 19:00 Uhr fuhren wir zurück zur Unterkunft und holten meinen Onkel ab. Dann ging es zum Abendessen in Joe’s Beer House. Ein Restaurant, das im Reiseführer als erste Empfehlung stand.

Leider konnte man nur draußen sitzen wo es schnell kalt wurde und bis wir unser Essen bekommen hatten, dauerte es noch eine Weile. Das wäre allerdings nicht so schlimm gewesen, wäre das Essen wenigstens gut gewesen. 

Wir bestellten 3 mal einen Steak-Teller mit Zebra, Springbock und Kudu. 2 Tage zuvor hatte mir jemand gesagt, Springbock sei noch besser als Oryx, was mir bis jetzt immer sehr gut geschmückt hatte. Doch bei diesem Teller waren sämtliche Sorten Fleisch sehr zäh. Der Springbock war noch das beste, aber auch nicht gut. Das Zebra und Kudu konnte man kaum beißen.

Schade, dass das am letzten Abend so ein Reinfall war. Sollte irgendwer, der das hier liest auch mal nach Windhoek fliegen, dann sollte er oder sie „Joe’s Beer House“ lieber meiden und stattdessen in „The Stellenbosch Tasting Room“ gehen. Das war deutlich besser. 5 Wochen später, als ich noch einmal in Windhoek war, erfuhr ich durch Zufall, dass das Restaurant ein neues Management hatte und seit dem die Qualität deutlich nachgelassen hat.

Mein Onkel bestellte sich Fish and Chips, aß aber nur ein klein wenig davon bevor er merkte, dass das für seinen Magen keine so gute Idee war. Den Rest konnten wir anderen uns noch teilen. Der Fisch war deutlich besser als das zähe Fleisch.

Abends packten wir unsere restlichen Sachen so gut es ging und ich versuchte noch die Tastatur meines Laptops zu tauschen, die mir meine Eltern mitgebracht hatten. Doch dazu hätte ich sämtliche Bauteile einzeln ausbauen müssen bis ich am Ende die Tastatur erreicht hätte. Das war mir zu kompliziert und ich habe es sein gelassen. Jetzt muss ich damit leben, dass die Zahlen nicht funktionieren und ich dazu die Bildschirmtastatur nutzen muss.

Tag 23: Unterkunftswechsel für mich, Rückflug für die Anderen

Datum16.07.2026 – Tag 99
StartWindhoek
ZielWindhoek / Frankfurt
gefahrene KilometerFortuner: 64 km
Tenere: 4 km
KilometerstandFortuner: 25780 km
Tenere: 67548 km

Am morgen hatten wir unser letztes gemeinsames Frühstück an dem schönen großen Tisch draußen bevor wir unsere Koffer packten und das Emerald Bed and Breakfast verließen. 

Zuerst fuhren wir zur Yamaha Werkstatt wo ich mein Motorrad, den neuen Hinterreifen aus Kapstadt und die Kupplungsscheiben, die meine Eltern aus Deutschland mitgebracht hatten, abgab. Es sollte am nächsten Tag fertig werden.

Da ich meine neue Unterkunft erst ab 14:00 Uhr beziehen konnte und der Flug der Anderen erst Abends startete, hatten wir noch ein paar Stunden in Windhoek. Leider ging es meinem Onkel immer noch nicht so gut, so dass wir uns immer möglichst in der Nähe einer Toilette aufhalten wollten.

Also fuhren ins Zentrum zum Crafts Market, der am Abend zuvor ja geschlossen war. Wir parkten in der Wernhil Mall, wo es saubere Toiletten gab und gingen die restlichen Meter zu Fuß. Ich schickte die anderen schon mal vor und ging noch schnell zu einem Friseur.

Der Markt bestand aus mehreren kleinen Ständen in einem 3-stöckigen alten Gebäude. Sie hatten viele schöne Sachen, doch für meinen Geschmack war alles zu teuer. Meine Mutter kaufte jedoch ein paar Mitbringsel.

Gegen 13:00 Uhr hatten wir alles gesehen, wussten aber nicht so recht was wir noch machen könnten. Also fuhren wir in die Maerua Mall. Die wurde vom Reiseführer als größte und modernste Mall in Windhoek angepriesen. Und natürlich hatte sie für den Fall der Fälle auch Toiletten.

Neben etwas Window Shopping kaufte ich mir dort in einem günstigen Laden eine neue Jeans, meine alte war mir beim Bücken am Hintern aufgerissen, und wir aßen noch Fish and Chips zu Mittag.

Dann war es endlich Zeit um zu meiner neuen Wohnung zu fahren.

Die Wohnung selbst war sehr schön und dazu gab es noch einen sehr schön angelegten Garten mit Kois und bunten Vögeln. 

Die Haushälterin, die uns in Empfang nahm war zuerst etwas irritiert, da die Wohnung ja nur für eine Person gebucht war, wir aber zu viert auftauchten. 

Ich erklärte ihr , dass ich dort alleine bleibe und die anderen Drei mich nur absetzten und weiter zum Flughafen fahren würden.

Nachdem wir meine Sachen aus dem Auto geladen hatten, verabschiedeten wir uns und die Drei fuhren zum Flughafen.

Ich verfolgte die Fahrt zum Flughafen auf WhatsApp und nachdem sie das Auto zurückgegeben hatten und nichts beanstandet wurde, fiel bei mir endlich die Anspannung ab. Ab jetzt war ich wieder nur für mich alleine verantwortlich. 

Ich versuchte ein letztes mal meine deutsche SIM Karte in mein Handy einzulegen um meine DKB Banking App zu aktivieren, doch auch hier in Windhoek bekam ich kein Netz. Ich schrieb dem Aldi Talk Support und hoffe, dass sie mein Problem lösen könnten. Wenn nicht, muss ich mir eine neue SIM bestellen und zu meinen Eltern liefern lassen. Dann können sie sie in eines ihrer Handys einlegen und mir den Sicherheitscode vorlesen, sobald er zugestellt wird. So hatte ich es in Bolivien schon einmal gemacht, als mir mein Handy samt deutscher SIM geklaut wurde.

Als nächstes fie mir eine Rechnungs-E-Mail von Strato auf. Da hatte ich eigentlich im April gekündigt, doch heute kam erneut eine Rechnung samt Abbuchung. Ich rief sofort den Support an und die sagten mir, ich hätte zum Laufzeitende gekündigt und das sei erst am 16.04.2027. Das Jahr hatte ich in der Kündigungsbestätigung wohl überlesen. Ich erklärte der Dame am Telefon, dass es seit 2022 unzulässig sei, online abgeschlossene Verträge um mehr als einen Monat zu verlängern und forderte eine Rückzahlung der letzten beiden Abbuchungen. Ich hatte in der Zwischenzeit nämlich gesehen, dass sie im April auch noch eine Rate für Mai, Juni und Juli abgebucht hatten. Die Dame kündigte meinen Vertrag mit sofortiger Wirkung und meinte, die Abbuchung würde mir automatisch zurück erstattet werden.

Die erste könnte sie mir allerdings nicht erstatten und würde mich zu jemandem weiter verbinden. Die 2. Dame konnte mir auch nicht weiterhelfen und verband mich zu einer dritten. Die erklärte mir, ich müsse mein Anliegen schriftlich einreichen und führte mich zu dem sehr gut versteckten Kontaktformular auf ihrer Web-Seite.

Also schrieb ich alles nochmal in Textform und hoffte, dass ich die zweiten 33€ auch zurück bekommen würde. Strato ist echt ein absoluter Scheiß-Verein.

Dann wollte ich eine Maschine Wäsche anstellen und bemerkte einen dummen Fehler, den ich morgens beim Packen gemacht hatte. Ich packte nämlich sowohl den Beutel mit meiner Schmutzwäsche als auch meinen Toilettenbeutel ins Motorrad, das ja jetzt in der Werkstatt stand. Blöd, so konnte ich weder Waschen noch heute Abend zähne putzen. Und die Werkstatt hatte schon geschlossen, sonst wäre ich nochmal mit einem Taxi hingefahren.

Nach all dem Ärger hatte ich keine Lust mehr noch am Laptop zu arbeiten und verbrachte den Rest des Aends am Fernseher und schaute ein paar YouTube Videos. Zum Abendessen hatte ich noch ein Brötchen vom Frühstück und eine Portion Müsli.  

Fazit und Statistik Toyota Fortuner

Strecke 5047 km
Benzin verbraucht432,5 Liter
Durchschnittsverbrauch8,57 Liter Diesel pro 100 km

Der Toyota Fortuner war aus meiner Sicht ein perfektes Auto für die Rundfahrt. Groß genug für Personen, für 5 kann ich ihn allerdings definitiv nicht empfehlen, und sehr robust. Wir hatten auf den Schotterpisten das ein oder andere Schlagloch mitgenommen, doch das hatte er gut weggesteckt. Auch die Fahrt durch das sandige Flussbett auf der Suche nach den Wüstenelefanten bei Uis bewältigte er klaglos. Ebenfalls die Fahrt durch den Sand bei den Sossousvlei Dünen.

Gleichzeitig war er aber etwas komfortabler und spritsparender als ein Toyota Hilux, der zwar noch ein wenig geländegängiger gewesen wäre, doch für diese Reise war das absolut nicht nötig.

Wer mit weniger Komfort zurecht kommt, dafür aber mehr Flexibilität bei den Übernachtungen braucht, kann den Fortuner auch mit einem Dachzelt mieten. Wir hatten einige davon von der Firma „Namibia 2 Go“ auf der Reise gesehen. Bei nächtlichen Temperatunen um den Gefrierpunkt muss man das allerdings mögen. 😉