Der erste Regen

| Datum | 25.01.2025 |
| Start | Trujillo |
| Ziel | Huamachuco |
| gefahrene Kilometer | 190 km |
| Kilometerstand | 35380 km |
Da für heute Nachmittag in den Bergen Regen gemeldet war, zwang ich mich einigermaßen früh aufzustehen. Gegen 9:30 Uhr verließ ich Felipe, der mir noch 3 von seinen selbst angebauten Maracujas mit auf den Weg gab.
Eigentlich wollte ich aus Diätgründen nichts frühstücken, doch als ich an einem kleinen Straßenstand vorbei kam, der Brötchen verkaufte, konnte ich nicht widerstehen. Ich nahm ein Brötchen mit Spiegelei, das sogar noch warm war.
Von hier aus fuhr ich erst einmal die gleiche Strecke zurück in die Berge, wie ich sie vor 3 Tagen gekommen bin. Ich folgte der Ruta 10A bis Shorey, dort bog ich links ab auf die 3N in Richtung Huamachuco, meinem heutigen Etappenziel.
Gegen 12:00 verdunkelte sich der Himmel und ich bekam die ersten Regentropfen ab. Bei nächster Gelegenheit hielt ich an und zog mir meine Regensachen an. Bei 20 Grad waren die natürlich sehr warm. Doch ich kletterte weiter bis auf 4100 Meter wo der Regen zunahm und bei 8 Grad zu Hagel wurde.
Gut dass ich kurz zuvor auch meine Handschoner angebaut habe. In Kombination mit meiner Griffheizung blieben meine Hände schön warm.
Der Regen und Hagel hielt glücklicherweise nicht lange an. Vielleicht 20 Minuten und die letzte Stunde nach Huamachuco fuhr ich im Trockenen.
Dort angekommen steuerte ich ein Hotel an, das ich auf iOverlander gefunden hatte. Leider war es schon ausgebucht. Der Mann empfahl mir ein anderes, doch dort öffnete niemand. Das dritte bei dem ich es versuchte, hatte zwar ein Zimmer aber keine Garage. Schließlich bin ich dann im Hotel Imperio gelandet, das ein Einzelzimmer für 50 Soles sowie einen überdachten Parkplatz hatte. Und das Bett war auch halbwegs bequem.
Da ich recht früh ankam – nachdem ich alles ausgepackt hatte, war es erst 15:30 Uhr – ging ich zum Markt. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem Straßenstand vorbei, der Papas Rellenas anbot. Das sind frittierte Kartoffelpüreebällchen mit Hühnchen gefüllt. Super lecker.
Huamachuco hat einen recht großen Markt auf dem ich eine Runde drehte und mir anschaute, was es dort so zu essen gab. Ich fand einen Stand mit einer Art rustikalem Hühnchen-Kartoffel Eintopf, der sehr lecker war und zu meiner Überraschung lediglich 5 Soles (1,28 €) kostete.
Etwas weiter holte ich mir als Nachtisch ein gefülltes Super-Churro und anschließend in der Markthalle noch einen frisch gepressten O-Saft.
Dieser Markt war ganz nach meinem Geschmack. Überhaupt hatte der ganze Ort einen guten Vibe. Allerdings merke ich, dass ich hier auch schon wieder auf 3100 Metern bin.
Vom Markt der ein wenig außerhalb liegt, ging ich zum Plaza de Armas, der einer der schönsten ist, die ich in Südamerika gesehen habe. Sehr schön angelegt und überall Hecken die zu Figuren geschnitten sind.
Wie fast überall steht auch hier an einer Seite eine Kirche, in diesem Fall sogar eine Kathedrale. Die war allerdings nicht alt, sondern recht modern mit einem abgesetzten Glockenturm.
Zurück im Hotel wollte ich eigentlich noch Bilder bearbeiten und einen weiteren Reisebericht veröffentlichen, doch es war so kalt im Zimmer, dass ich direkt ins Bett unter die warme Decke geschlüpft bin.
Morgen will ich wieder früh aufstehen, da ab 14:00 Uhr in Cajamarca Regen gemeldet ist.
Weiter nach Cajamarca

| Datum | 26.01.2025 |
| Start | Huamachuco |
| Ziel | Cajamarca |
| gefahrene Kilometer | 182 km |
| Kilometerstand | 35562 km |
Ich schaffte es früh los zu kommen und verließ um 8:30 Uhr den Hotelparkplatz. Noch ein schneller Stopp am Markt um ein Brötchen mit Spiegelei zu frühstücken und dann ging es los.
Ich war ein wenig verwundert/irritiert, dass Google Maps für eine 175 Kilometer lange Strecke 4:50 Stunden veranschlagte. Ich ging davon aus, das der komplette Weg geteert sei und hatte die Befürchtung ich hätte falsch recherchiert, doch letztlich passte alles. Die Straße war einfach größtenteils sehr schmal und kurvig und mit etlichen Schlaglöchern übersäht, so dass das mit der Zeit hinkam.
Auch wenn ich immer mal wieder auf recht dunkle Wolken zusteuerte, blieb ich doch trocken.
Gegen 14:30 erreichte ich die Unterkunft Hospedaje La Pascana, die ich mir zuvor auf Google rausgesucht hatte. Sie hatte zwar keine Garage, doch ich konnte das Motorrad durch die Lobby in eine Art Passage fahren. Mitten im Hotel. So steht es jedenfalls sicher und trocken.
Nach einer Dusche machte ich erst mal ein wenig Siesta und dann ging ich zum Mercado Central, der nur 2 Blocks von der Unterkunft entfernt liegt. Leider war er bei weitem nicht so groß und schön wie der in Huamachuco und entweder waren die meisten Stände gar nicht besetzt, oder haben für heute schon Feierabend gemacht. Zu Essen bekam ich dort jedenfalls nichts.
Vor dem Markt traf ich auf eine ältere Dame, die Käse verkaufte. Den hatte ich in den letzten Tagen schon öfter gesehen, doch da er überall nur am Stück verkauft wird, war mir das immer zu viel. Jetzt da ich 3 Nächte in Cajamarca bleibe, ist das was anderes und ich werde ihn in den nächsten Tagen zum Frühstück Essen. Da neben meinem Motorrad ein Kühlschrank steht, spekulierte ich darauf, dass ich dem Käse dort lagern dürfte. Spoiler Alarm – dem war so.
Da mir langsam der Magen anfing zu knurren, ich hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, ging ich zum Plaza de Armas und suchte mir dort ein schönes Restaurant. Da ich auf dem Markt nichts authentisches bekommen hatte, war mir jetzt mal nach einem Steak zumute.
Ich fand ein vielversprechendes Restaurant auf Google Maps das einen Block vom Plaza de Armas entfernt war. Sie hatten gerade geöffnet und ich war der erste Gast. Ich bestellte mir ein Rinderfiletsteak mit Fritten, Reis, gebratener Banane und Spiegelei. Dazu ein Wasser und einen frisch gepressten Orangensaft.
Das Stek war sehr lecker und genau medium, so wie ich es mag. Allerdings war es viel zu viel. Ich ließ den Reis und die halbe Banane liegen und war trotzdem pappsatt.
Auf dem Rückweg kam ich nochmal am Plaza de Armas vorbei und der Himmel sah mit den von der Abendsonne angestrahlten Wolken viel schöner aus als vorher.
Zurück im Hotel setzte ich mich an den Computer und schrieb weiter Tagebuch und bearbeitete Bilder. Außerdem las ich in meinen Motorrad WhatsApp Gruppen und sah leider die Nachricht, dass Hakims BMW nicht mehr anspringt. Er ist in einem kleinen Ort in der Nähe von Chimbote liegen geblieben. Dort bekommt er morgen eine neue Batterie und falls das nicht hilft, lässt er sich nach Chimbote abschleppen, wo es allerdings leider auch keine BMW Werkstatt gibt. Anibal hatte schon vorgeschlagen, dass er sich nach Lima abschleppen lässt, denn dort gibt es eine BMW Werkstatt. Ich bin gespannt wie das ausgeht.
Cumbemayo

| Datum | 27.01.2025 |
| Start | Cajamarca |
| Ziel | Cajamarca |
| gefahrene Kilometer | 66 km |
| Kilometerstand | 35628 km |
Heute nutze ich die Gelegenheit und schlief ein wenig aus und stand erst gegen 9:30 Uhr auf.
Der Tag begann damit dass ich drei Käsebrötchen aß. Der Weichkäse erinnerte in Form und Geschmack und Konsistenz an einen Mozzarella.
Leider hatte ich außer Salz keine anderen Gewürze dabei.
Als nächstes standen noch ein paar Besorgungen auf dem Programm ich benötigte neues Bargeld und suchte eine Banco de la Nacion. Der erste Geldautomat den ich ansteuerte existierte nicht. Nach weiteren ca. 20 Minuten durch die verstopften engen Gassen von Caramaca fand ich eine weitere Filiale. Dort bekam ich dann auch Geld.
Als nächstes fuhr ich zum Plaza Vea. Einem großen Supermarkt. Meine feuchten Tücher sind mir ausgegangen und die findet man in den kleinen Läden hier nicht.
Dann ging es endlich los zum Stone Forest Cumbemayo.
Ein wunderschönes Tal mit tollen ausgewaschenen Felsformationen durch das man Wandern konnte.
Blöderweise hatte ich meine normale Jacke und die Wanderschuhe vergessen, so dass ich in Motorradjacke und -stiefeln los zog. Für einen Lurch wie mich war der Weg recht beschwerlich, da es viel und steil bergauf und bergab ging und das alles in der dünnen Luft auf 3600 Metern Höhe.
Auf halbem Weg ins Tal traf ich auf einen netten Herren in Uniform. Wahrscheinlich so etwas wie ein Parkwächter, der ein Foto von mir machte.
Weiter unten im Tal traf ich dann auf eine Frau mit ihrer Tochter (nehme ich zumindest an). Sie versuchten sich mit mir zu unterhalten, doch ich verstand leider nichts. Dennoch durfte ich ein Foto von den beiden machen und auf die Frage nach etwas Trinkgeld gab ich ihnen 2 Soles.
Leider fing es zwischendurch immer mal wieder zu nieseln an, so dass ich meine Regenjacke über die Motorradjacke anzog. Dann fühlte ich mich wie in der Sauna. Insbesondere bergauf.
Nach ca. 50 Minuten erreichte ich das Ende des Tals und kehrte um. Dann fing es wieder an zu regnen. Unangenehm, wenn es steil bergauf geht und man wegen der Regenjacke fast mehr schwitzt als man vom Regen nass werden würde…
Doch auf halbem Weg zurück zum Motorrad kam die Sonne wieder zum Vorschein und ich konnte wieder ein wenig trocknen.
Meine Laune war nicht die beste und ich spielte mit dem Gedanken, Cajamarca schon morgen zu verlassen. Daher schaute ich mir an, was ich mir in der Umgebung sonst noch anschauen wollte. Als erstes fuhr ich in die Stadt um mir die Statuen der Inka Könige auf der Almeda de los Incas anzuschauen.
Als letztes fuhr ich zu den „Fenstern von Otuzco“ – in den Felsen geschlagene Gräber. Doch gerade als ich ankam fing es richtig an zu regnen. Ich konnte nicht mal ein Foto machen. Ich drehte sofort um und an der nächsten Tankstelle an der ich mich unterstellen konnte, zog ich meine Regenjacke an und fuhr weiter. Leider hörte der Regen nicht mehr so schnell auf wie früher am Tag sondern hielt an, bis ich kurz vor meinem Hotel war. Dadurch war meine Hose total durchgeweicht. Bin mal gespannt, ob die bis morgen wieder trocken ist. Hätte ich gewusst, dass ich für die Strecke für die Google 20 Minuten angezeigt hat, 45 brauchen würde, dann hätte ich mir auch noch die Regenhose angezogen. Doch da ich dafür immer die Stiefel ausziehen muss – die Hose ist zu eng um über die Motorradstiefel zu passen – war mir das zu lästig und ich dachte vielleicht wird es ja nicht so schlimm. Falsch gedacht.
Zurück im Hotel fragte ich die Dame an der Rezeption, ob ich meine letzte Nacht nochmal stornieren und schon morgen früh abreisen kann. Kein Problem. Sehr schön.
Dann schaute ich mir das Wetter entlang der von mir geplanten Strecke durch den Dschungel an. Leider regnet es dort in den nächsten Tagen auch recht viel und da ich sowieso schon etwas hinter meinem Zeitplan zurück bin, entschied ich mich die Gegend um Chachapoyas auszulassen und morgen direkt nach Jaen zu fahren. Dort soll es weniger regnen und ich spare mir 3 Tage.
Als es draußen wieder trocken war, ging ich nochmal auf den Markt und kaufte mir ein Kilo Pittahaya/Dragon Fruit. Außerdem nochmal 5 von den kleinen Brötchen, eine Tomate und eine Avocado als Abendessen. Die restlichen Brötchen mache ich mir morgen zum Frühstück bzw. zum Mitnehmen.
Dann schrieb ich noch einer Motorradwerkstatt in Quito, die mir von Emily in Trujillo empfohlen wurde. Und zu meiner Überraschung bekam ich direkt eine Antwort. Um 20:00 Uhr abends. Sie haben die Kette und die Ritzel, die ich brauche vorrätig und freuen sich auf meinen Besuch. Jetzt muss meine Kette nur noch die rund 2000 Kilometer bis Quito durchhalten.
Planänderung

| Datum | 28.01.2025 |
| Start | Cajamarca |
| Ziel | Jaen |
| gefahrene Kilometer | 323 km |
| Kilometerstand | 35951 km |
Statt in Richtung Chachapoyas zu fahren und mir dort den Gocta Wasserfall anzuschauen, fuhr ich direkt nach Jaen.
Als ich im Hotel an den Kühlschrank ging um meinen Käse für’s Frühstück rauszuholen, war er weg. Irgendjemand muss ihn genommen haben. Egal, er war sowieso nicht so besonders und ich hatte für’s Frühstück auch keine Avocado oder Tomate mehr.
Ich packte und machte mich gegen 9:30 Uhr auf den Weg. Noch ein schneller Stopp an so einem Straßenstand um mir 2 Brötchen zum Frühstück zu kaufen. Und beim Obsthändler nebenan holte ich mir noch 2 Bananen und eine Flasche Wasser. Ich aß die Brötchen und eine Banane am Straßenrand und dann ging es los.
Doch kurz bevor ich Cajamarca verließ, fing es schon an zu regnen.
Diesmal entschied ich mich sofort die Regensachen, Jacke und Hose, anzuziehen. Das bedeutete jedoch, dass ich mich bei 24 Grad fast zu Tode schwitzte.
Doch kaum war ich aus der Stadt heraus, ging es schnell in die Höhe und es dauerte nicht lange, da erreichte ich schon wieder 4000 Meter. Hier bei 11 Grad und immer mal wieder einsetzendem Nieselregen war es mir dann nicht mehr zu warm. 😉
So ging es leider den Rest des Tages weiter. Ein paar Minuten trocken, dann ein paar Minuten Regen.
Als ich etwa die Hälfte der Strecke geschafft hatte, ging es richtig los. Zuerst fuhr ich in den Nebel, dann fing es stärker an zu regnen.
Doch als ich wieder im Tal war, stieg das Thermometer auf 24 Grad und die Sonne kam wieder heraus. Ich riskierte es und zog meine Regensachen aus. Das war auch ein guter Zeitpunkt um die 2. Banane zu Essen.
Die nächste halbe Stunde oder so hatte ich echt schönes Wetter, doch die Ankunftszeit auf meinem Handy verschob sich mit jedem Trinkstopp weiter nach hinten. Als ich morgens in Cajamarca los fuhr meinte Google noch ich käme um 17:04 Uhr an. Da dachte ich mir schon, dass es bestimmt 18:30 Uhr werden würde.
Ich machte daher recht wenige Fotos und hielt nur für Trink- und Pinkelpausen an. Irgendwann fing es dann wieder an zu regnen und ich musste wieder in die Regenklamotten. Das dauerte auch jedes Mal geschätzt 10 Minuten…
2 Stunden vor der geplanten Ankunft hörte es dann wieder auf und von hier an hielt das gute Wetter. So konnten meine vollgeschwitzten Sachen auch wieder trocknen bis ich in Jaen ankam.
Um 18:20 Uhr erreichte ich ein günstiges Hotel mit Garage, das mir jedoch zu sehr müffelte. Ein Zimmer mit Klimaanlage hätte 70 Soles kosten sollen. Da suchte ich mir lieber was besseres.
Das 2. Hotel gefiel mir dann besser und ich bekam ein Zimmer für 100 Soles mit Klimaanlage und Frühstück. Allerdings stand das Motorrad im Hof. Abgesperrt natürlich, aber nicht überdacht.
Ich lud das wichtigste für eine Nacht aus und dann ging ich sofort etwas Essen. Zuerst lief ich zum Plaza de Armas, doch dort gab es kein Restaurant, das mir zugesagt hätte. Ich wollte etwas wo man draußen sitzen konnte, da ich ziemlich müffelte.
Sowas gab es leider nicht, doch dann fand ich ein Restaurant mit großer geöffneter Tür und einem Tisch direkt daneben. Ich bestellte einen Hamburger mit Chorizo und Spiegelei sowie ein Tamal (eine Art gefüllter Maismehlkloß) mit Thunfischomelette und einen frisch gepressten Orangensaft. Der Burger war gut, das Omelette auch, das Tamal war nicht so mein Geschmack. Anschließend bestellte ich mir noch einen Obstsalat mit Joghurt. Am Ende machte die Rechnung 25 Soles aus ca. 6,50 €.
Das einzig blöde an meiner Planänderung war, dass ich gestern nochmal Geld abhob, ich dachte ja ich würde noch 3-4 Tage in Peru bleiben, und jetzt fahre ich morgen schon nach Ecuador. Naja, muss ich es halt an der Grenze zu einem schlechten Kurs in Dollar wechseln.
Ja richtig gehört, in Ecuador zahlt man in US Dollar. Wusste ich auch nicht, bis ich mich auf diese Reise vorbereitet hatte.


















































































































