
Westliche Garden Route

| Datum | 23.09.2026 – Tag 168 |
| Start | Oudtshoorn |
| Ziel | Fisherhaven |
| gefahrene Kilometer | 390 km |
| Kilometerstand | 79596 km |
Am Morgen strahlte schon wieder die Sonne vom Himmel. Ich wachte schon um 8:10 Uhr auf, zog mich an und machte mir einen Kaffee. Dann wärmte ich mir meine Blätterteigsachen in der Mikrowelle auf und setzte mich wie immer zum Frühstücken an den Pool.
Ich war gespannt, ob das Wetter so bleiben und ich die 370 Kilometer nach Fisherhaven trocken absolvieren würde.
Die R62 ist meiner Meinung nach einer der schönsten Straßen in Südafrika. Die Swartberge im Norden boten einfach ein tolles Panorama.
Zwischen Ladysmith und Barrydale stieß ich dann auf eine Werbetafel für einen Sex Shop mitten im Nirgendwo, der dann ein paar hundert Meter später auch auftauchte. Das witzige daran war, dass der ein paar Tage zuvor Thema in der Motorrad WhatsApp Gruppe war. Und zwar nicht wegen dem Sexspielzeug sondern wegen dem guten Bier.
Da ich ein wenig im Zeitdruck war, ging ich allerdings nicht hinein. Und Bier trinke ich ja grundsätzlich nicht und schon erst reht nicht wenn ich fahre.
Hinter Barrydale bog ich dann wieder in den spektakulären Canyon am Tradouw Pass ab, den ich vor ein paar Tagen auf dem Weg nach Suurbraak schon einmal gefahren bin.
In Swellendam war es dann an der Zeit für eine Mittagspause. Ich hatte mir 2 Restaurants rausgesucht und hielt direkt am ersten an, das wunderschön an einem kleinen Fluss (oder eher Bach) gelegen war. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es nicht scharf sei, bestellte ich ein Cape Malay Bobotie. Das ist eine Art Hackfleischauflauf, der sehr typisch für Südafrika ist und den ich bisher nur deshalb noch nicht gegessen hatte, weil er immer als „spicy“ auf der Speisekarte stand. Doch als ich hier die Bedienung fragte, ob ich ihn etwas weniger scharf haben könnte, meinte sie er sei gar nicht scharf. Also versuchte sich mein Glück. Grundsätzlich lecker, aber für meinen Geschmack etwas zu süß.
Während des Essens zog es sich ganz schön zu und als ich 14:30 Uhr weiter fuhr, hatte ich ein wenig Sorgen doch noch gewaschen zu werden. Ich hatte noch 150 Kilometer bis zu meiner Unterkunft vor mir.
Ich machte noch einen Abstecher über Hermanus und fuhr dort zum Gearing Point. Um mich herum waren nur deutschsprachige Touristen. Mein Glück, denn eine Gruppe sprach von Walen auf dem Meer. Als ich einen lauten Knall hörte meinten sie es wäre gerade einer gesprungen. Ich packte mein Fernglas aus und sah ihn tatsächlich etwas später auch nochmal springen.
Kurz drauf folgte ich mit dem Fernglas den Ausflugsbooten und sah dann einen weiteren Wal, der ab und zu seine Flossen aus dem Wasser hin. Diesmal war es nicht ganz so spektakulär wie damals an der Robberg Halbinsel und ich machte auch keine Beweisfotos, doch es war trotzdem ein tolles Erlebnis. Morgen würde ich nochmal hier her kommen in der Hoffnung, dann nochmal den ein oder anderen Wal zu sehen.
Um 17:30 Uhr fuhr ich dann zu einem Fish and Chips Laden in dem ich bei meinem letzten Aufenthalt hier schon mal gegessen hatte.
Dann nochmal zur Tanke und weiter zu meiner Unterkunft.
Wildpferde statt Wale

| Datum | 24.09.2026 – Tag 169 |
| Start | Fisherhaven |
| Ziel | Fisherhaven |
| gefahrene Kilometer | 49 km |
| Kilometerstand | 79645 km |
Endlich mal wieder ein Bett mit Schaumstoffmatratze. Ich stand erst so gegen 10:15 Uhr auf, machte mir einen Kaffee und suchte meine Sachen für heute zusammen. Auf meinem Handy erschien die Meldung, dass die Batterie meiner GPS Alarmanlage aufgeladen werden müsste. Blöd, hätte ich die Meldung gestern Abend bekommen, hätte ich sie über Nacht laden können. So baute ich sie jetzt aus und hing sie ans Ladegerät. Ich hoffte inständig, dass mir mein Motorrad heute nicht gestohlen würde.
Kurz vor 11:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Der Plan für heute war völlig planlos durch die Gegend zu fahren und mich treiben zu lassen.
Als erstes fuhr ich zur Waterfront von Fisherhaven. Vanessa, meine Vermieterin, erzählte mir gestern, dass es hier Wildpferde geben würde. Das erklärte auch warum in der Unterkunft so viele Pferde-Bilder hingen.
Auf dem Weg dorthin sah ich auf der Karte noch eine kleine Seitenstraße neben dem Ort, die zu einer etwas abgelegeneren Stelle der Lagune führte. Und dort fand ich dann tatsächlich eine kleinere Gruppe der Wildpferde. Nach den Walen gestern, das 2. Mal in 2 Tagen, dass ich Glück mit Tiersichtungen hatte.
Ich schaute im Internet und erfuhr, dass die helleren Pferde zur gleichen Population gehörten und die helle Farbe lediglich durch ein rezessives Gen innerhalb dieser Rasse entstand.
Als ich noch eine Runde durch den Ort drehte, kam ich an einem Pub vorbei an dem heute zum Herritage Day gegrillt wurde und vor dem viele Motorräder standen. Für’s Essen hätte man sich allerdings vorher anmelden müssen und außerdem hatte ich geplant auf einem Farmers Market in Hermanus etwas zu essen.
Nun fuhr ich weiter nach Hermanus und wollte nochmal nach den Walen Ausschau halten. Auf dem Weg hielt ich noch schnell an einem Supermarkt um mir eine Flasche Wasser zu kaufen. Und an der warmen Theke konnte ich mal wieder nicht widerstehen und kaufte mir noch 2 Hackfleisch Samosas.
In Hermanus fuhr ich als erstes zu einem Farmers Market. Dort sollte es heute zum Heritage Day ein großes Grillfest geben. Doch die Info von ChatGPT war wohl falsch. Als ich dort ankam, gab es es lediglich ein Fußballspiel von 2 Kindermannschaften. Die Marktstände waren alle unbesetzt und auch sonst war dort nichts los.
Also fuhr ich weiter zum Gearings Point um nach den Walen Ausschau zu halten. Es war ziemlich viel los, was bei dem wider Erwarten guten Wetter kein Wunder war. Doch von Walen war leider nichts zu sehen. Nach gut 20 Minuten stand ich auf, um den Biodiversity Walk an der Felsküste entlang zu spazieren.
Doch ich kam nicht weit. Ein Klippschliefer erregte die Aufmerksamkeit der Touristen, da er extrem zutraulich war und sich sogar aus der Hand füttern ließ. Er stand total auf die gelben Blüten und graste die gesamte Wiese ab. Und wenn jemand ihm eine Blüte aus der Hand hin hielt, zögerte er nicht lange und fraß sie. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen und fütterte ihn ebenfalls.
Anschließend spazierte ich dann entlang des Küstenweges und genoss die Aussicht auf die rauhe Felslandschaft und die schönen Blumen. Ich warf auch immer wieder ein Auge aufs Meer, doch Wale tauchten keine auf.
Gegen 14:30 Uhr bekam ich Hunger. Und durstig war ich auch. Ich hatte blöderweise mein Wasser am Motorrad gelassen und keine Flasche in den Rucksack gepackt.
Also ging ich zum nächsten Supermarkt um nochmal Wasser zu kaufen und mir dort an der warmen Theke etwas zu Essen zu holen. Ich konnte mich einfach für kein Restaurant entscheiden. Doch auf dem Weg zum Supermarkt kam ich an einem indischen Restaurant vorbei zu dem ich dann nach dem Einkauf essen ging.
Um 15:00 Uhr war ich dort der einzige Gast. Wer ist schon zu so einer Uhrzeit.
Die Speisekarte hatte sehr authentische indische Gerichte und ich bestellte mir ein Paneer Korma und ein Mango Lassi.
Auch wenn mir Südafrika vom Motorradfahren her deutlich besser gefiel, das Essen in Indien vermisste ich schon ein wenig.
Von hier ging ich wieder zurück zum Gearings Point, setzte mich auf eine Bank und schaute aufs Meer. Eine Frau auf einer anderen Bank streckte etwas später ihren Zeigefinger aus, um ihrem Mann etwas zu zeigen. Ich dachte natürlich sie hätte einen Wal gesehen, doch sie zeigte nur auf einen der vielen Klippschliefer, die über die Felsen liefen. Witzig war auch, dass das kleine Rasenstück, das heute Mittag noch komplett mit gelben Blüten bedeckt war, jetzt komplett abgefressen war. Der Klippschliefer hat keine einzige Blüte stehen gelassen.
Als es twas kühler wurde holte ich mir mir meinen Jacke vom Motorrad und blieb noch ein wenig sitzen. Doch Wale kamen leider keine mehr vorbei. Gut, dass ich keine Bootstour gebucht hatte. Die wäre sicher ziemlich teuer und heute ohne Wale leider enttäuschend gewesen.
Um so schöner, dass ich gestern Abend zumindest noch einen Wal gesehen hatte, auch wenn ich heute mehrere Leute darüber reden hörte, dass gestern eine ganze Menge Wale in der Bucht waren. Da war ich vielleicht ein wenig zu spät.
Das einzig nervige war, dass hier jeder 2. deutsch sprach. Fast so schlimm wie in den Sommerferien auf Mallorca.
Das ist auch eine Sache die mich ein wenig an Südafrika stört. Nicht die deutschen Touristen, aber die hohe Dichte an weißer Bevölkerung in den reichen Gegenden. Man hat in den Ortschaften an der Garden Route mehr das Gefühl in Europa zu sein als in Afrika. Das empfand ich in Angola und Botswana als viel angenehmer. Da war man ausschließlich von schwarzer Bevölkerung umgeben und hatte nicht den Eindruck es gäbe eine weiße Oberschicht. In Südafrika und auch in Namibia schwingt immer noch das koloniale Erbe und das rassistische Ungleichgewicht mit. Auch wenn Südafrika seit dem Ende der Apartheid 1994 ausschließlich schwarze Präsidenten hatte, hat man immer noch das Gefühl, dass die Reichen im Land fast ausschließlich Weiße sind.
In Port Elizabeth hatte ich mal mit einer schwarzen Maklerin unterhalten und sie vorsichtig auf das Thema angesprochen. Sie meinte, auch wenn die Apartheid schon seit über 30 Jahren vorbei sei, würde die schwarze Bevölkerung immer noch systematisch diskriminiert und sie ginge davon aus, dass sich das zu ihren Lebzeiten auch nicht mehr ändern würde. Traurig.
In Namibia besitzen Weiße über 80% des Landes das in Privatbesitz ist, obwohl der Anteil der Weißen an der Gesamtbevölkerung unter 2% liegt.
Auf das gesamte Staatsgebiet Namibias umgerechnet sind das immer noch 33% der Landesfläche, die im Besitz von weniger als 2 % der Bevölkerung ist.
In Südafrika sieht es ähnlich aus. Auch wenn hier der Anteil des Landes, das in Besitz von Privatpersonen ist, nur bei 22% liegt (nach den Zahlen von 2015). Ländereien, die in Besitz von Unternehmen sind sind hier nicht mit einbezogen.
Von diesem Land, in der Regel Farmland, liegt 72% in Besitz von Weißen, die in Südafrika nur 7½ % der Bevölkerung ausmachen, während Schwarze einen Anteil von rund 81% an der Gesamtbevölkerung haben, aber lediglich rund 5% des privaten Farmlandes besitzen.
Ich vermute mal bei Wohngrundstücken und Unternehmen sieht es nicht anders aus.
Um 17:20 Uhr machte ich mich auf den Rückweg. Zum Abendessen gab es lediglich eine Tüte Chips.
Ein letzter toller Tag auf dem Motorrad

| Datum | 25.09.2026 – Tag 170 |
| Start | Fisherhaven |
| Ziel | Kapstadt |
| gefahrene Kilometer | 195 km |
| Kilometerstand | 79840 km |
Der Wecker riss mich um 8:30 Uhr aus dem Tiefschlaf. Ich begann meine Sachen zu packen während das Wasser für den Kaffee zu kochen begann.
Das Beladen des Motorrads dauerte ein wenig länger, da ich mich dabei ausgiebig mit Vanessa meiner Vermieterin unterhiel. Ihr Mann fuhr eine Honda Transalp und sie selbst war eine leidenschaftliche Sozia.
Kurz vor 10 machte ich mich dann auf den Weg. Ich hatte es nicht eilig, da es bis Kapstadt nicht weit war. Über die Küstenstraße rund 2½ Stunden.
Ich plante noch einen Zwischenstopp bei den Pinguinen in Betty’s Bay und im Timeless Coffee Shop in Strand, wo ich bei meinem letzten Besuch von Kapstadt schon gegessen hatte.
Auf halbem Weg von Fisherhaven nach Bettys Bay hielt ich an einem Spar um etwas zu frühstücken. Doch am Eingang gab es noch ein kleines Café, das ich dann dem Supermarkt vorzog. Hier gab es sogar Pastel de Nata, die ich außerhalb von Angola nirgends mehr gesehen hatte.
Kurz nach 11 erreichte ich die Pinguinkolonie in Betty’s Bay. Der Parkplatz war komplett voll. Momentan ist wohl absolute Hauptsaison. Das macht schon einen großen Unterschied. Auch wenn die meisten Touristen direkt in den abgesperrten Bereich der Kolonie gingen und ich entlang dem Küstenweg spazierte, waren auch auf diesem deutlich mehr Leute unterwegs als damals im Juni. Das schien auch Auswirkungen auf die Tiere zu haben. Ich sah eine Möwe, keinen Kormoran und nur einen Ibis. Auch von den Klippschliefern, die letztes Mal so zahlreich waren, sah ich heute nur 3 Tiere.
Keine Ahnung ob das mit der Jahreszeit zu tun hat, oder ob die Tiere sich von den vielen Menschen gestört fühlen.
Auch wenn ich den kurzen Stopp dennoch genoss, die zerklüfteten Felsen auf die die Wellen aufschlagen waren natürlich noch genau so beeindruckend wie im Juni, war ich froh schon damals in der Nebensaison hier gewesen zu sein.
Ich konnte zwar verstehen, dass die meisten Urlauber wegen der etwas höheren Temperaturen und natürlich der Wale lieber zwischen September und November hier her kommen, doch für mich war der Juni die schönere Reisezeit.
Als ich noch in Richtung Eingang der Kolonie ging um ein paar der Pinguine zu sehen, riss die Wolkendecke weiter auf und es kam etwas blauer Himmel zum Vorschein. Und das sogar in der Richtung in die ich weiter fahren würde. Sehr gut, denn dem Wetterbericht nach hätte ich heute gewaschen werden sollen.
Von hier ging es weiter entlang des spektakulären Clarence Drive auf dem ich etliche Male an den Haltebuchten anhielt um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen.
Je länger ich fuhr desto besser wurde das Wetter. Von Regen bis jetzt weit und breit kein Spur.
Gegen 13:00 Uhr erreichte ich den Timeless Coffee Shop in Strand wo ich mir einen geeisten Cappuccino und ein Open Sandwich (also eine Scheibe Brot) mit Hackfleisch bestellte. Den „Sloppy Italian“, der mir schon beim letzten Besuch hier so gut geschmeckt hatte.
Um 13:45 Uhr setzte ich meinen Fahrt fort. Da das Wetter ziemlich stabil aussah und ich erst ab 15:00 Uhr in meiner Unterkunft einchecken konnte, fuhr ich noch einen kleinen Umweg entlang der Bucht über Muizenberg und Fisch Hoek.
Gegen 16:30 Uhr erreichte ich meine Unterkunft in Claremont, Kapstadt. Von der Einrichtung war sie super schön und echt gut ausgestattet, doch leider war die Matratze des Betts ziemlich durchgelegen, weshalb ich in keiner der 4 Nächste hier vernünftig schlief.
Auf der Suche nach einer Reisetasche
| Datum | 26.09.2026 – Tag 171 |
| Start | Kapstadt |
| Ziel | Kapstadt |
| gefahrene Kilometer | 45 km |
| Kilometerstand | 79885 km |
Die Nacht war leider nicht so erholsam. Das Bett ist zwar weich aber schon ziemlich durchgelegen.
Ich stand gegen 10:00 Uhr auf, frühstückte eine Portion Müsli und unterhielt mich noch ein wenig mit der Vermieterin Gale.
Dann fuhr ich zum Neighborgoods Market um nach einer gebrauchten Reisetasche zu suchen. Doch leider war das eher ein Touristen-/Lifestyle Markt. Schöne Atmosphäre aber ich fand keine Tasche.
Stattdessen aß ich eine Portion Dumplings bei Musik, die eine DJane auflegte und zu der ein Saxophonist live spielte.
Als nächstes fuhr ich zum Milnerton Market, der laut ChatGPT ein Flohmarkt sein soll. Doch auch hier hatte ich leider kein Glück. Es war zwar ein richtiger Flohmarkt, doch es gab keine Taschen. Außerdem waren die meisten Stände schon dabei abzubauen, obwohl ich im 13:15 Uhr dort ankam und der Markt noch bis 14:00 Uhr gehen sollte.
Von hier fuhr ich zum Strand auf der Woodbridge Island wo ich ein wenig spazieren ging. Wird wohl eine Weile dauern, bis ich mal wieder an einen Strand komme.
Da ich auf den Flohmärkten kein Glück hatte, wollte ich es als nächstes nochmal in einem Einkaufszentrum probieren. Gale hatte mir heute morgen einen Tipp gegeben. Gegenüber der Access Park Mall würde es einen günstigen Supermarkt geben in dem ich mein Glück versuchen könnte. Ansonsten gäbe es in der Mall noch 2 Koffergeschäfte.
Da morgen Sonntag ist und ich keine Ahnung hatte wie viele dieser Geschäfte dann geöffnet wären und falls ja wie lange, wollte ich die Tasche unbedingt heute noch kaufen.
Doch dann fragte ich ChatGPT und der schlug mir ein chinesisches Einkaufszentrum vor in dem es angeblich Läden mit Koffern und Taschen geben sollte. Das klang für mich vielversprechender und
im 2. Laden fand ich eine Tasche für 95 Rand, also rund 5€. Das war genau das was ich gesucht hatte.
Letzte Arbeiten am Motorrad
| Datum | 27.09.2026 – Tag 172 |
| Start | Kapstadt |
| Ziel | Kapstadt |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 79885 km |
Auch heute wachte ich schon um 9:30 Uhr auf, obwohl ich gestern Nacht noch bis nach Mitternacht wach war. Das Bett ist leider etwas unbequem.
Ich duschte, machte mir einen Kaffee und bereitete mein Müsli vor. Eigentlich wollte ich als erstes eine Maschine Wäsche anstellen, doch die Waschmaschine lief schon. Also ließ ich mir mit viel Zeit beim Frühstück und las die neusten Schauermärchen auf Tageschau.de.
Um 11:00 Uhr war die Waschmaschine fertig und ich konnte meine Wäsche rein packen. Programm Baumwolle, 30 Grad und zeitsparend. So dauerte es immer noch 1½ Stunden.
In der Zeit widmete ich mich meinem Motorrad. Ich baute meinen Schaumstoff-Luft-Vorfilter aus und reinigte ihn. Eigentlich wäre das für die letzten 60 Kilometer bis zur Firma African Overlanders, die mein Motorrad verschifft, nicht nötig gewesen, doch ich durfte das Luftfilteröl während der Verschiffung nicht im Motorrad lassen und musste es folglich vorher hier in Südafrika entsorgen. Da konnte ich ja auch noch eine Portion davon nutzen.
Und wo ich schon mal dabei war, entschied ich mich auch noch den originalen Luftfilter gleich mit zu wechseln. Ich hatte ja noch einen als Ersatzteil dabei und den Platz könnte ich mir für den Rückweg sparen und stattdessen etwas anderes in den Koffer packen. Da die Reisetasche, die ich mir gestern gekauft hatte nicht übermäßig groß war, musste ich so viel Gepäck wie möglich im Motorrad unterbringen.
Während der Luftfilter und die Wäsche trockneten führte ich noch ein längeres Videotelefonat mit meinen Eltern, die gerade auf ihrem Boot in Holland saßen und auf Wind zum Segeln warteten.
Gegen 14:00 Uhr war der Luftfilter trocken und ich konnte ihn einölen und dann wieder einbauen.
Anschließend holte ich die Wäsche von der Leine, die ebenfalls bei dem kräftigen Wind der hier ging schon trocken war, und begann meine Klamotten zu sortieren. Ich behielt ein paar Sachen für die letzten Tage in Kapstadt und der Rest wanderte in den Motorradkoffer.
Nun wechselte ich noch das Nummernschild, so dass ich für den Import in die EU wieder das korrekte Schild mit den offiziellen Aufklebern drauf hatte. Das hatte ich seit Indien im Koffer mitgeführt, während ein Ersatznummernschild ohne den Zulassungs- und TÜV-Aufkleber montiert war. Das wurde mir von anderen Reisenden empfohlen, da einige von ihnen auf den ruppigen Wellblechpisten ihr Nummernschild schon verloren hatte. Weder in Indien/Nepal noch in einem der afrikanischen Länder hat sich jemals ein Grenzbeamter oder Polizist daran gestört, dass ich ohne offizielles Nummernschild unterwegs war.
Als letztes packte ich noch meine restlichen Sachen grob ein um zu sehen, ob ich alles wie geplant unterbekommen würde.
Dem war so. Einzig die Motorradstiefel hatten keinen Platz mehr. Die würde ich, falls das Motorrad bei Duncan nicht in Freien stehen würde, einfach mit einem Gurt auf den Koffern verzurren. Ansonsten würde ich sie halt im Flieger tragen. Ging ja auf dem Hinweg auch.
Um 16:00 Uhr war ich mit allem fertig und so hungrig, dass ich etwas essen ging. Eine Querstraße weiter waren 3 Restaurants fußläufig erreichbar. Ich landete in einer Art Pub/Bar und bestellte mir einen Salat und eine Pizza.
Der Salat war sehr gut, die Pizza ein wenig zu süß. Das hatte ich in Afrika leider schon etwas öfter erlebt. Scheint hier halt der Geschmack zu sein. Gut war sie trotzdem.
Bis ich zurück in meiner Unterkunft war, war es schon 17:30 Uhr und ich setzte mich an den Laptop um den nächsten Reisebericht fertigzustellen.
Motorradabgabe bei African Overlanders

| Datum | 28.09.2026 – Tag 173 |
| Start | Kapstadt |
| Ziel | Kapstadt |
| gefahrene Kilometer | km |
| Kilometerstand | km |
Ich stand kurz nach 9:00 Uhr auf. Die Nacht war mal wieder nicht gerade die erholsamste. Ich hatte mein letztes Müsli zum Frühstück und schaute nochmal, dass ich alles gepackt hatte, was ich für die Motorradübergabe bei African Overlanders brauchen würde.
Um 9:45 Uhr verließ ich dann meine Unterkunft und fuhr eine Stunde zu Duncan.
Auf seiner Farm standen unzählige Autos, die meisten davon Toyota Landcruiser. Er betreibt dort nicht nur das Verschiffungsgeschäft, sondern auch einen kleinen Campingplatz und eine Werkstatt.
Er erklärte mir wie die Verschiffung ablaufen würde. Das Auto, dass noch zu den Motorrädern in den Container kommen sollte, musste vorher noch repariert werden. Er wartete noch auf ein Getriebe. Sobald das eingebaut wäre, würde er einen Container bestellen. Die waren allerdings gerade knapp in Südafrika weshalb er mit keinen Termin zusagen wollte wann der Container dann letztlich verschickt würde. Allerdings war er sehr zuversichtlich, dass er noch vor Weihnachten ankommen würde. Vom Zeitpunkt ab dem er den Container bekommt dauerte es gewöhnlich etwa 45 Tage bis die Fahrzeuge in Rotterdam abholbereit wären.
Da ich ja ein Saisonkennzeichen hatte und das Motorrad im Winter sowieso nicht fahren konnte, spielte es für mich letztlich keine Rolle ob es nun Ende November, Mitte Dezember oder sogar erst im Januar ankommen würde. Ich müsste es sowieso mit einem Anhänger abholen fahren.
Nachdem wir alles geklärt hatten, klemmte ich die Batterie ab, verstaute meinen Helm und meine Jacke und baute das Navi ab, da Lithium Ionen Batterien im Container nicht erlaubt sind. Außerdem verzurrte ich noch wie geplant meine Motorradstiefel links und rechts vom Top Case. Ich hoffte, sie würden am Ende auch so in Rotterdam ankommen.
Anschließend wartete ich noch auf Tanya, die mich zurück nach Kapstadt fahren würde. In der Zeit ging ich über den Hof und schaute mir ein paar der dort geparkten Autos an. Ich machte viele Fotos von einem Pickup aus Frankreich mit selbstgebauter Wohnkabine um ein paar Maße besser abschätzen zu können und mir ein paar Anregungen zu holen, bis ich am Ende feststellte, dass es sich bei dem Pickup gar nicht um einen Hilux sondern um einen Isuzu handelte. Blöd. 🙈
Ich fand zwar noch einen Hilux, allerdings mit Absatzkabine. Auch von dem machte ich noch ein paar Bilder.
Gegen 13:30 Uhr kam Tanya und brachte mich zurück zu meiner Unterkunft, die wir gegen 14:30 Uhr erreichten.
Ich gab ihr noch mein Carnet de Passages mit. Eigentlich dachte ich, dass Duncan das nicht brauchen würde, da ich ja mit TIP in Südafrika eingereist war, doch er meinte, dass die Zollformalitäten in Rotterdam mit dem CDP deutlich einfacher wären.
Insgesamt bin ich in Afrika 21608 Kilometer in knapp 21 Wochen gefahren, was rund 1000 Kilometer pro Woche entspricht. Das war etwas weniger als in Südamerika und etwas mehr als in Indien.
Eigentlich hatte ich für heute nichts mehr geplant, doch da ich so unerwartet früh zurück war, überlegte ich mir noch in den botanischen Garten zu gehen, der nicht weit von meiner Unterkunft entfernt war.
Als ich auf Google Maps schaute, ob ich evtl. zu Fuß gehen könnte, was allerdings mit 4,3 Kilometern für mich zu weit war, fand ich noch einen weiteren etwas kleineren botanischen Garten namens Arderne Gardens, der nur 15 Minuten zu Fuß entfernt lag. Das schien mir für den Nachmittag die bessere Option zu sein. Den großen Kirstenbosch National Botanical Garden könnte ich dann morgen noch besuchen.
Auf eine kurze Rückfrage bei der Reinigungsdame, ob es denn sicher sei zu Fuß zu dem Garten zu gehen meinte sie nur „yes, very safe“.
Der Garten war sehr schön. Es gab einige blühende Blumen und ein paar außergewöhnlich große und schöne Bäume.
In Sachen Tiervielfalt hatte mir der botanische Garten in Durban zwar etwas besser gefallen, aber dafür gab es hier ein paar neugierige Eichhörnchen. Eines davon kletterte auf einen Mülleimer um mich zu begutachten und war dabei nur rund 1½ Meter von mir entfernt.
Das einzige was ein wenig gestört hatte, war die Tatsache dass man aufgrund dessen, dass der Park so klein war, von überall den Lärm der umlaufenden Straßen hören konnte.
Ich freute mich schon auf den Kirstenbosch National Botanical Garden, den ich am nächsten Tag besuchen wollte, der um ein Vielfaches größer war und am Fuße des Tafelbergs und nicht mitten in der Stadt lag.
Um 17:00 Uhr gewann im Park der Schatten und in meinem Bauch das Hungergefühl die Oberhand. Auf dem Weg hierher hatte ich ein indisches Restaurant gesehen. Ein kurzer Blick auf Google Maps zeigte, dass das auch das einzige Restaurant auf meinem Heimweg war. Das machte die Entscheidung wo ich heute Essen gehen würde deutlich einfacher.
Kirstenbosch National Botanical Garden
| Datum | 29.09.2026 – Tag 174 |
| Start | Kapstadt |
| Ziel | Kapstadt |
Mein letzter Tag an dem ich noch etwas unternehmen konnte.
Er fing leider wieder damit an, dass ich nicht gut geschlafen hatte. Nach einer Dusche machte ich mir einen Kaffee. Zu Essen gab es erst mal nichts, da mein Müsli seit gestern aufgebracht war.
Während ich den Kaffee trank, „unterhielt“ ich mich mit ChatGPT und stellte ihm ein paar Fragen zu meinem geplanten Camperbau.
Als ich mich dann gegen 12:00 Uhr auf den Weg zum botanischen Garten Kirstenbosch machen wollte, sah ich eine Benachrichtigung auf meinem Handy, dass ich jetzt für meinen morgigen Inlandsflug nach Johannesburg einchecken könnte.
Ich ging also nochmal zurück in mein Zimmer und checkte ein. Leider gab es nur noch Mittelsitze, doch für 2 Stunden Flugzeit war das kein Problem. Ich war zu geizig für einen Gangplatz extra zu zahlen.
Um 12:30 Uhr ging ich dann mit meiner guten Kamera bewaffnet los.
Nach gut 10 Minuten erreichte ich das „Vida e Caffe Palmyra“ Café in dem ich mir einen Frühstücksburrito und eine Mini-Quiche bestellte. Beides sehr lecker.
Von hier brachte mich ein sehr netter Bolt Fahrer (Alternative zu Uber) zum Kirstenbosch National Botanical Garden. Als ich um 13:40 Uhr den Eingang passierte, sah ich ein Schild, das über kostenlose geführte Touren informierte. Die nächste sollte um 14 Uhr starten. Perfekt. Ich hielt mich also die erste Viertelstunde in der Nähe des Eingangs auf, so dass ich kurz vor 2 am Treffpunkt war.
Außer mir war noch ein Brasilianer dort, der in Berlin wohnt und studiert.
Pünktlich um 14:00 Uhr kam eine etwas ältere sehr nette Dame, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte. Sie wusste unglaublich viel und beschrieb uns gefühlt jede 2. Pflanze. Leider verstand ich nicht so viel, da mir die botanischen Fachbegriffe im Englischen natürlich nicht so geläufig waren.
Eine der ersten Erklärungen war, dass zu Ehren von Nelson Mandela eine Statue errichtet wurde um die herum gelbe Strelizie gepflanzt wurden. Das ist eine relativ seltene Farbvariante, die in freier Wildbahn in der Region wächst in der Mandela geboren wurde und sie wird daher auch Mandelas Gold genannt. Gewöhnlich sind Strelitzien orange.
Von hier ging es kontinuierlich bergauf. Sie erklärte und einiges über verschiedene Bäume und unzählige Blumen, besonders von Proteen und Erikas. Außerdem sahen wir auch noch ein Eulenpärchen. Das Weibchen saß im Gestrüpp am Fuße eines Baumes und das Männchen auf einem Ast in einem benachbarten Baum.
Am höchsten Punkt der Führung befand sich ein Feld mit der Nationalblume Südafrikas, der Königsprotea.
Außerdem sahen wir auch auf verschiedenen Blumen 2 weitere Vogelarten, den Kapzuckervogel/Cape Sugarbird (Promerops cafer) und den Orangenbrustnektarvogel/Orange-breasted Sunbird (Anthobaphes violacea).
Auf dem Rückweg gingen wir auch über den Baumwipfelweg, von dem aus man einen sehr schönen Ausblick hatte.
Nach gut 2 Stunden war die sehr informative Führung zu Ende und die Führerin verschwand so schnell, dass wir ihr nicht mal ein Trinkgeld geben konnten. Vielleicht hatte sie es eilig und wir zwischendurch zu sehr getrödelt. Auf dem Schild stand nämlich, dass die Führungen rund 90 Minuten dauern würden.
Um nochmal hoch zu den Königsproteas zu gehen, was der Bereich war der mir am besten gefallen hat, war ich zu faul. Außerdem tat mir meine Hüfte auch wieder ein wenig weh. Ich habe die Tortur durch den Tiefsand im Okavango Delta leider immer noch nicht ganz verkraftet.
Daher setzte ich mich erst mal auf eine Bank im Schatten, ruhte mich ein wenig aus, schrieb diese Zeilen nieder und suchte mir ein koreanisches Restaurant raus, in das ich später essen gehen würde.
Anschließend schlenderte ich nochmal durch das Wüstenhaus mit dem relativ kleinen Baobab und ein paar Köcherbäumen. Das waren zumindest die einzigen Pflanzen, die ich ohne Beschriftung erkannte.
Es sollte auch noch eine Welwitschia geben, so wie wir sie in Namibia gesehen hatten, doch die habe ich nicht gefunden.
Um 17:20 Uhr verließ ich den botanischen Garten und rief mir ein Uber. Seltsam, auf dem Hinweg war Bolt günstiger, da zahlte ich nur 49 Rand, jetzt sollte Bolt über 100 Rand kosten und Uber 69 Rand, obwohl der Weg zum Koreaner ja noch ein Stück kurzer war.
Dort angekommen bestellte ich eine „Lunch Box“, was im Prinzip eine gemischte Platte von verschiedenen Gerichten war.
Nach dem leckeren Abendessen ging ich noch in das gegenüberliegende Einkaufszentrum Cavendish Square, in dem es einen Checkers und einen Pick n Pay Supermarkt gab.
Ich brauchte ja noch etwas für morgen zum Frühstück und zum Mittagessen. Für das teure Essen am Flughafen bin ich zu geizig.
Ich kaufte mir 2 Muffins, ein Pie, 5 kleine Pastel de Natas(die gab es nur im 5er Pack) und ein kleines Päckchen Gummibärchen. Das sollte hoffentlich genügen.
Als ich mir dann ein Bolt Taxi rufen wollte, war leider keines Verfügbar und ein Über sollte das 3-fache kosten.
Ich beschloss die 15 Minuten dann doch zu Fuß zu gehen, doch als ich merkte, dass es draußen schon dunkel war, versuchte ich es nochmal mit Bolt. Im Dunkeln durch Kapstadt zu laufen war mir doch ein wenig zu heikel. Schon das Warten an der Straßenecke war ein wenig seltsam.
Diesmal bekam ich einen Fahrer, doch der sollte noch 13 Minuten brauchen. 13 Minuten, in denen ich hoffte nicht überfallen zu werden. Mit der teuren Kamera um den Hals wäre das besonders ärgerlich gewesen.
Doch es passierte nichts bis der Fahrer kam und er brachte mich die 2 minütige Strecke zu meiner Unterkunft.
Game Over


| Datum | 30.09.2026 – Tag 175 |
| Start | Kapstadt |
| Ziel | Johannesburg / Frankfurt |
Heute ist dann tatsächlich mein letzter Tag in Südafrika.
Ich stand um kurz vor 7 Uhr auf, duschte schnell und packte meine Tasche. Dabei fiel mir auf, dass ich noch eine Dose Baked Beans in Tomatensoße hatte. Die war eigentlich mal für ein Frühstück in den Cederbergen geplant, doch dort hatte ich vergessen sie zu essen.
Also kippte ich sie neben das Pie auf den Teller, erwärmte alles in der Mikrowelle und hatte ein fertiges Frühstück. Vorweg noch 3 Pastel de Nata und ich war bereit für den langen Tag.
Um Punkt 8:00 Uhr rief ich mir ein Bolt Taxi. Das war heute morgen halb so teuer wie ein Uber. Keine Ahnung wie diese Dienste ihre Preise berechnen. Der Fahrer war 5 Minuten später da. Ich verabschiede mich schnell von Gail und dann konnte die lange Heimreise beginnen.
Nach 15 Minuten Fahrzeit ohne nennenswerten Verkehr kam ich am Flughafen an. Ich gab meinen 11kg schwere Reisetasche ab und kam schnell durch die Sicherheitskontrolle.
Noch vor 9:00 Uhr saß ich am Gate, packte meinen Laptop aus und beschriftete und bearbeitete die Bilder der letzten 2 Tage. Ich hatte ja noch 2 Stunden Zeit bis zum Abflug.
Das Boarding startete pünktlich. Was ich bisher noch nicht erlebt hatte, die Passagiere, die in der vorderen Hälfte saßen, betraten den Flieger über eine Brücke, die anderen müsste zu Fuß zum Hintereingang an dem eine Treppe stand so wie bei den Billigfliegern.
Um 10:44 Uhr ertönte die Durchsage „Boarding complete“, doch bis alle Passagiere saßen und das Flugzeug das Gate verließ dauerte noch ein paar Minuten.
Um 11:05 Uhr erfolgte der Push Back und wir rollten zur Startbahn. Ich war optimistisch, dass ich rechtzeitig in Johannesburg ankommen würde, auch wenn ein Flugbegleiter meinte, es gäbe schlechtes Wetter am Ziel, was natürlich in ein paar Warteschleifen resultieren könnte. So lange es nicht so schlimm wurde, dass wir zu einem anderen Flughafen ausweichen müssten, hätte ich dennoch genügend Zeitpuffer.
Bevor ich das Handy in den Flugzeugmodus schaltete, stellte ich noch schnell eine Anfrage an Gemini, die KI von Google, ob der Flugbetrieb in Johannesburg beeinträchtigt sei. Die Antwort war, dass es zwar leicht regnete, es aber derzeit keine spürbare Verzögerungen gäbe und sich das Wetter im Laufe des Tages sogar noch bessern würde. Das beruhigte mich.
14 Minuten später um 11:19 Uhr röhrten die Triebwerke mit vollem Schub und der Flieger begann über die Starbahn zu rollen. Wir hoben in südlicher Richtung ab und machten eine Kurve über der False Bay, die nochmal einen schönen Ausblick auf den Strand ermöglichte und anschließend überquerten wir die Hawequas Berge. Auf diesem Flug hätte sich ein Fensterplatz gelohnt, doch ich hatte auch von meinem Mittelsitz noch einen ganz guten Ausblick.
Der Flug war ruhig und wir setzten um 12:58 Uhr auf. Es dauerte natürlich noch ein paar Minuten bis wir am Gate ankamen und somit hätten wir offiziell eine Verspätung von 13 Minuten, da sich die Ankunftszeit auf den Zeitpunkt bezieht, an dem das Flugzeug die Türen öffnet.
Da der Condor Schalter erst um 15:30 Uhr öffnete, setzte ich mich in ein Mugs and Beans und bestellte mir ein Satay Chicken und einen Kaffee zum Mittagessen. Ich fragte extra nach einem Tisch mit einer Steckdose, so dass ich vor und nach dem Essen am Laptop arbeiten konnte. So schaffte ich es meine restlichen Bilder zu bearbeiten und einen Teil des letzten Reiseberichts zu schreiben.
Dabei verlor ich die Zeit ein wenig aus den Augen, so dass ich erst um 16:00 Uhr bezahlte und dann den Condor Schalter suchte.
Der sollte im Terminal B im Obergeschoss sein, doch als ich dort ankam, sah ich auf der Anzeigetafel meinen Flug nicht. Zuerst dachte ich, das seien vielleicht nur Inlandsflüge doch als ich London las wurde ich nervös. Da ich keinen Info-Stand sah, fragte ich einfach an einem Schalter einer anderen Airline an dem gerade nichts los war, wo ich denn eine Information finden würde. Doch der Mann half mir gleich weiter und meinte, Condor sei weiter die Halle runter bei den internationalen Schaltern. Bei einem 2. Blick auf die Anzeigetafel fiel mir auch auf, dass dort tatsächlich nur nationale Flüge aufgelistet waren. Der London Flug ging tatsächlich nach East-London, was eine Stadt in Südafrika ist.
In der 2. Hälfte der Halle stand dann auch mein Condor Flug auf der Tafel und ich konnte meine Tasche sofort abgeben. Eine Schlange gab es keine. Dafür war die Schlange vor der Passkontrolle um so länger, doch es ging zügig voran.
Um 16:45 Uhr passierte ich die Passkontrolle und hatte nun immer noch eine gute Stunde bis zum Boarding, allerdings musste ich auch noch 5 Minuten bis zum Gate gehen.
Dort gab es leider keine Tische, aber ich bekam wenigstens einen Sitz neben einer Steckdose. Jedoch reichte die knappe Stunde bis zum Boarding nicht, um meinen letzten Reisebericht fertig zu stellen. Das würde ich dann später in Deutschland machen müssen.
Um 18:00 Uhr saß ich dann in einem schicken A330. Ich hatte mir einen Sitzplatz ganz hinten ausgesucht wo in der Mitte nur 3 statt 4 Plätzen waren, in der Hoffnung, dass dann seltener jemand bei mir durch wollte um auf Toilette zu gehen.
Der Flug verlief im Grunde sehr ruhig, doch ausgerechnet als das Essen serviert wurde, gab es ein paar leichte Turbulenzen. Ebenso just zu dem Zeitpunkt als ich zur Toilette gehenwollte. Das musste ich dann 10 Minuten einhalten.
Wir landeten pünktlich in Frankfurt, doch da ich total übermüdet war, ich hatte im Flieger keine Minute geschlafen, passierte mir etwas, was mir bisher noch nie passiert war.
Ich lief der Meute hinterher und merkte nicht, dass der Teil der Grupp, der ich folgte nicht zur Gepäckausgabe sondern zum Transit ins Terminal B gingen. Als es mir nach einer Weile auffiel kehrte ich um. Auf halbem Weg zurück kam ich an einer kleinen Passkontrolle vorbei. Ich erklärte dem Grenzpolizisten mein Missgeschick und er meinte, dass ich auch hier durch die Passkontrolle gehen könnte. Von hier käme ich auch zum Gepäckband.
Das tat ich dann und als ich da Gepäckband erreichte sah ich, dass das Gepäck von einem Flug aus Kapstadt auf Band 21 liegen würde. In dem Moment fiel mir noch nicht auf, dass das gar nicht mein Flug war. Ich kam ja aus Johannesburg.
Ich wartete rund 10 Minuten, doch es waren keine anderen Personen mehr da und es drehten die immer gleichen Koffer die Runde. Dann verglich ich die Flugnummer meiner Boardkarte mit der Nummer auf der Anzeige und da fiel mir dann auch auf, dass ich ja aus Johannesburg und nicht aus Kapstadt kam.
Ich erklärte einer der Damen mein Problem und sie meinte, dass der Flug aus Johannesburg an Terminal C angekommen wäre, ich hier aber an der Gepäckausgabe von Terminal B sei.
Sie erklärte mir auch wie ich zu Terminal C kommen würde. Dort müsste ich allerdings bei einer Gegensprechanlage klingeln, damit mich der Zoll wieder in die Halle mit den Gepäckbändern hinein ließ. Ich kam nämlich aus der Ankunftshalle.
Jetzt fand ich auch das Richtige Band und mach 15 bis 20 Minuten Wartezeit bekam ich dann auch meine Tasche.
Am Ausgang wartete ich noch ein paar Minuten auf meine Eltern, die mich abholen kamen. Ich freute mich sie seit Namibia endlich wieder zu sehen.





































































































































































































































































































































































