Du betrachtest gerade Eswatini, das letzte Königreich Afrikas

Zu spät für eine SIM Karte am Sonntag

Datum19.04.2026 – Tag 11
StartPiet Retief
ZielKwaluseni
gefahrene Kilometer149 km
Kilometerstand59285 km

Ich stand kurz vor 9 Uhr auf, machte mir einen Kaffee und packte meine Sachen.

Mein netter Vermieter half mir die Abdeckplane des Motorrads zusammenzufalten und um kurz vor 10 Uhr machte ich mich auf den Weg.

Ich fuhr direkt zu einem Supermarkt um mir etwas zum Frühstücken zu kaufen da ich gestern abend nichts auf Vorrat eingekauft hatte.

Dort wo laut Google ein Pick n Pay Supermarkt hätte sein sollen, war leider mal wieder keiner. Ich fand dort eine Metzgerei doch morgens schon Spareribs oder Steak zu Essen war nicht ganz nach meinem Geschmack. 

Ich ging ein paar Schritte weiter, da es hier einige Läden gab und plötzlich sah ich das Schild des Pick n Pay einfach nur 300 m weiter als auf Google Maps angezeigt. Ich kaufte mir ein riesiges Sandwich und aß es noch auf dem Supermarktparkplatz. Um 10:35 Uhr machte ich mich dann endlich auf den Weg zu Grenze.

Kurz hinter dem Ortsausgang bog ich ab und die Straße wurde zur Dirt Road, die sich allerdings super fahren ließ. Keine Längsrillen, kein Waschbrett und kein loser Sand. Als ich dann versuchte über das Headset meines Helms eine Notiz aufzuzeichnen, musste ich leider feststellen, dass es nicht funktionierte. Ich versuchte es dann nur mit dem Handy, doch auch das funktionierte nicht. Möglicherweise funktioniert die Spracherkennung nur bei vorhandener Internetverbindung, die ich hier im Wald zwischen Südafrika und Eswatini nicht hatte.

An der Grenze ging es recht schnell. Ich bekam meinen Ausreisestempel auf der südafrikanischen Seite, doch es gab keinen Zoll, so dass mir niemand mein Carnet stempeln konnte.

Auf der eswatinischen Seite gab es einen Zoll, doch dort musste ich lediglich 80 Rand als Road Tax (Straßensteuer) bezahlen. Ich fragte nach einem TIP, da ich das Carnet nicht nutzen konnte, doch das war nicht nötig. Es scheint als sähe man es hier nicht so eng mit den Einfuhrvorschriften. Oder es gibt irgendein Abkommen zwischen Südafrika und Eswatini. Wer weiß.

Um 11:45 Uhr fuhr ich weiter in Richtung Hauptstadt und suchte nach einem MTN Laden um mir eine SIM Karte zu kaufen.

Auf halbem Weg hielt ich an einem Streetfood Stand und kaufte mir ein halbes Grillhähnchen mit Salat und einer mit nicht bekannten Teig/Brei-Pampe. Später erfuhr ich dass die „Pap“ genannt wird. Sie war recht geschmacklos aber das Hähnchen war sehr lecker.

Als ich dann den MTN Shop in Ezulwini erreichte, war der gerade seit einer halben Stunde geschlossen. Blöd, wenn man sonntags in einem neuen Land ankommt. Ich hoffe beim Grenzübergang nach Lesotho habe ich ein besseres Timing.

Ich fragte im Restaurant nebenan, ob ich deren WiFi benutzen dürfte um nach einem anderen MTN Shop zu suchen. Kein Problem.

Ich fand einen im 30 km entfernten Manzini, der bis 15 Uhr geöffnet habe sollte.

Ich beeilte mich und „bretterte“ mit 120 km/h über die Autobahn. Ich holte dabei noch 5 Minuten gegenüber der von Google Maps prognostizierten Zeit heraus und erreichte den Laden um 14:40 Uhr.

Er war auch tatsächlich geöffnet, doch der Mann hinter dem Tresen meinte, dass der Kollege, der die SIM Karten registriert, heute nicht da sei und er mir deshalb keine verkaufen könne. Das war sehr blöd, denn ich hatte noch keine Unterkunft gebucht. Ich erklärte dem Mann meine Situation und fragte, ob er WiFi hätte, dass ich benutzen könnte um mir ein Zimmer zu buchen. Kein Problem. 

Da ich mir vorher schon ein paar Optionen rausgesucht hatte, ging die Buchung recht schnell, doch als ich mir die Adresse raus schreiben wollte meinte der Mann, dass es den Laden jetzt schließen müsse. Ich könnte mich allerdings draußen vor den Laden setzten. Bis dorthin sollte das WiFi noch reichen.

Gesagt getan. Ich setzte mich neben den Laden in den Schatten und versuchte herauszufinden wo die Unterkunft liegt. Die Adresse war lediglich die Postleitzahl des gesamten Ortes und der Punkt der mir auf Google Maps angezeigt wurde, zeigte auf eine Schule. Da ich mir unsicher war, ob das der korrekte Ort war, schrieb ich eine WhatsApp an den Vermieter und fragte um eine Bestätigung. Blöd nur, dass ich kein Internet mehr hätte sobald ich diesen Platz verlassen würde.

Da der Vermieter nicht sofort antwortete, schrieb ich an meinem Tagebuch weiter und wartete noch eine Weile in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen.

Da es hier in dem Einkaufszentrum auch einen Pick n Pay Supermarkt gab, beschloss ich noch etwas für’s Abendessen zu kaufen. Vielleicht nur einen Salat, da ich mit dem Sandwich heute morgen und dem Hähnchen eigentlich schon genug Kalorien für den Tag hatte.

In dem Moment antwortete mir der Vermieter und schickte mir den genauen Pin auf Google Maps. Die Unterkunft lag ganz woanders als auf booking.com angegeben. Außerdem schrieb er, dass ich in bar zahlen müsste.

Also ging ich zuerst an einen Geldautomaten und hob 2500 Eswatini Emalangeni ab. Der Kurs ist 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt und somit umgerechnet knapp 130€. 

Dann ging ich in den Supermarkt und aus der Idee lediglich einen Salat einzukaufen wurde ein Großeinkauf. 2 Flaschen Wasser, ein Liter Milch, ein Päckchen Müsli, den Salat und dazu noch ein belegtes Brötchen. Zusammen für 8€.

Das Müsli ist hier relativ teuer. 2,22€ für 350g. 

Nun fuhr ich zur Unterkunft, die am Ortsrand von Kwaluseni lag. Die letzten paar hundert Meter verliefen über eine ziemlich ausgewaschene Dirt Road, doch ich habe es ohne Sturz geschafft.

Dort angekommen zeigte mir eine nette Dame mein Apartment. Bis jetzt das schönste dieser Reise und mit 26€ pro Nacht verhältnismäßig günstig. Ich habe erst mal für 3 Nächte gebucht, aber vielleicht verlängere ich noch um eine Nacht. Mal schauen, was es hier alles zu tun gäbe.

Beim Auspacken merkte ich, dass mir mein doppelter Boden im Topcase gebrochen ist. Da habe ich wohl mal zu viel ins topcase gepackt und den Deckel mit Gewalt zugedrückt. Mal schauen, wie ich das reparieren können würde.

Dann packte ich mein Werkzeug aus und versuchte meinen Schalthebel zu verstellen. Die neuen Motorradstiefel sind so steif, dass ich nicht gut unter den Hebel komme und ihn deshalb gerne etwas höher stellen wollte. Doch nachdem ich die Kontermuttern gelöst hatte ließ sich die Stange nicht wie erwartet drehen. Vermutlich ist zu viel Dreck im Gewinde. Ich packte meinen neuen Bremsenreiniger aus und sprühte ordentlich davon drauf, doch es tat sich immer noch nichts. Vielleicht wäre WD40 als Kriechöl die bessere Wahl gewesen, doch das hatte ich nicht.

Dann kam mir allerdings eine Idee. Ich drehte die Kontermuttern einfach bis zum Anschlag in die entgegengesetzte Richtung. Somit konnte ich dann den Schraubenschlüssel nutzen um die ganze Stange zu drehen und den Schalthebel einzustellen.

Ich klebte auch noch meinen Eswatini Aufkleber auf den Koffer. Langsam wird es voll.

Dann aß ich mein Sandwich und den Salat und recherchierte was ich in den nächsten beiden Tagen hier machen wollte. Morgen geht’s erst mal in ein Cultural Village und zu einem Wasserfall. Übermorgen habe ich dann eine Safari im Mlilwane Wildlife Sanctuary geplant.

Schön mal 3 Nächte an einem Platz zu sein und nicht jeden Abend nach neuen Unterkünften suchen zu müssen.

Besuch des Mantenga Cultural Village

Datum20.04.2026 – Tag 12
StartKwaluseni
ZielKwaluseni
gefahrene Kilometer66 km
Kilometerstand59351 km

Der Wecker klingelte um 8:40 Uhr und ich war noch ziemlich Müde. Dank ein paar Mückenstichen in der Nacht habe ich mal wieder nicht viel geschlafen. Zum Frühstück hatte ich eine Schale Müsli. Mein Plan um 9:00 Uhr los zu fahren scheiterte an meiner Langsamkeit.

Es war schließlich 9:30 Uhr bis ich los fuhr. Bei 31 Grad. Ich dachte hier sei Herbst…

Ich entschied mich erst nach dem Besuch des Cultural Village zum MTN Laden zu fahren, damit ich noch genug Zeit für eine Führung vor der Tanzshow um 11:15 Uhr hatte.

Um 10:10 Uhr erreichte ich das Dorf und wurde von meinem Guide Mbulusi begrüßt. Er erklärte mir, dass er nach einem Fluss in der Nähe benannt wurde, da dieser am Tag seiner Geburt außergewöhnlich viel Wasser führte und sein Vater als er nach Hause kam durch den Fluss schwimmen musste, statt einfach nur hindurch zu gehen.

Da entschied sich sein Vater ihn nach dem Fluss zu benennen.

Die Führung dauerte bis kurz vor 11:00 Uhr und war sehr interessant. Ein Swazi Dorf besteht gewöhnlich aus lediglich einer Familie. Ein Mann mit 2 bis 3 Frauen. Die Kinder schlafen nach Geschlechtern getrennt in 2 verschiedenen Hütten und es gibt auch noch eine Hütte für einen Heiler, wobei ich vergessen habe zu fragen, ob der auch zur Familie gehört.

Das einzige was nicht ganz so schön war, war die Tatsache, dass in einigen Hütten Plastikstühle oder andere Gegenstände aus Plastik standen. Das passte nicht ganz ins Bild.

Vom Dorf konnte man auch einen Berg sehen, der in der Swazi Sprache „kleiner Vogel“ genannt wird. Früher wurde er dazu genutzt zum Tode Verurteilte von der Klippe zu stürzen.

Um 11:15 Uhr begann dann die Tanzshow. Ich hatte nicht besonders viel erwartet, doch die Energie der Tänzer haute mich aus den Socken. Gesang, Trommeln, tolle Kostüme und energetische Tänzer. Eine tolle Kombination.

Die Show dauerte eine gute halbe Stunde und anschließend ließ ich es mir nicht nehmen mit 3 der Damen noch ein Foto zu machen.

Um 12:00 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zum Wasserfall, doch ich war noch keine 2 Minuten gegangen, da begann es zu tröpfeln. Die Wolke, die mir entgegen kam, sah ziemlich dunkel aus, weshalb ich mich entschied umzukehren und den Regen im Dorf auszusetzen. Das war eine gute Entscheidung, denn kaum hatte ich die Tanzhalle erreicht in der ich mich untergestellt hatte, begann es heftig zu regnen. Da wäre nicht nur ich ziemlich nass geworden, ich hatte auch Angst um meine Kamera gehabt.

Jetzt war es natürlich blöd, kein Internet zu haben. Doch ich nutzte die Zeit um diese Zeilen zu schreiben und schon mal ein paar Bilder in der Kamera auszusortieren und zumindest die Bilder, die ich mit dem Handy gemacht hatte, schon mal zu beschriften. Dann hätte ich später am Laptop weniger Arbeit.

Nach einer halben Stunde hörte der Regen auf und ich konnte die kleine 15 minütige Wanderung zum Wasserfall antreten. Auch wenn es nach dem Volumen der größte Wasserfall Eswatinis sein sollte, war er nicht sonderlich beeindruckend. Dennoch war die Wanderung durch den Tropenwald eine willkommene Abwechselung zum Motorradfahren. Auf dem Weg sah ich auch etliche Schmetterlinge von denen die meisten aber nicht gewillt waren für ein Foto zu posieren. 2 habe ich dennoch erwischt und war froh über mein neues Objektiv. 300mm Brennweite sind beim Fotografieren von Schmetterlingen echt hilfreich.

Von hier aus fuhr ich zum MTN Laden um mir eine SIM Karte zu kaufen. Doch das lief leider nicht ganz reibungslos ab. Zuerst gab es ein Problem mit meiner Registrierung. Die wurde aus irgendeinem nicht weiter genannten Grund abgelehnt. Der 2. Versuch war dann erfolgreich. Die junge Dame konnte mir auch Guthaben aufladen, doch als sie mir dann das Internetpaket bestellen wollte, war das von mir gewünschte 6GB Paket in der Auswahlliste nicht vorhanden. Sie ließ einen Kollegen schauen, doch auch der konnte es nicht finden. Dann rief sie den Kundendienst der MTN Zentrale an und ließ sich von denen das Paket buchen. Nach rund einer halben Stunde hatte ich endlich eine SIM mit funktionierendem Internetempfang.

Da der MTN Laden direkt neben einem SPAR Supermarkt lag, ging ich noch schnell einkaufen. Diesmal wurde es ein Großeinkauf. Wasser, Nudeln, Tomatensoße, Brötchen, Butter, Aufschnitt und Eiersalat. Ich würde ja noch 2 Tage bleiben. Außerdem kaufte ich mir noch eine Schale Chicken Paella, die ich direkt auf dem Supermarktparkplatz als Mittagessen aß. Die war allerdings mal wieder ziemlich scharf. Ich glaube ich habe meine in Indien antrainierte Schärferesistenz schon wieder verloren.

Nun fuhr ich noch zum Mlilwane Nationalpark um mich dort zu erkundigen, was ich als Alleinreisender dort sinnvoll machen könnte, da die meisten der angebotenen Aktivitäten eine Mindestteilnehmerzahl von 2 oder gar 4 Personen voraussetzte. 

Doch man konnte den Park z. B. zu Fuß oder mit dem Fahrrad auch alleine erkunden. Und vielleicht hätte ich ja glück und könnte mich einer anderen Gruppe bei einer Jeep-Safari anschließen.

Da ich schon mal da war, ging ich noch durchs Besucherzentrum und fotografierte die zahlreichen Info-Tafeln, die dort an den Wänden hingen.

Zurück in meinem Apartment setzte ich mich an den Laptop und beschriftete und bearbeitete weitere Bilder. Zum Abendessen machte ich mir 2 von den Brötchen.

Reparatur des doppelten Bodens meines Topcase

Datum21.04.2026 – Tag 13
StartKwaluseni
ZielKwaluseni
gefahrene Kilometer20 km
Kilometerstand59371 km

Da für heute Vormittag Regen gemeldet war, stellte ich mir mal keinen Wecker und schlief bis 10:30 Uhr. Draußen war es zwar ziemlich bewölkt aber trocken.

Ich frühstückte eine Schüssel Müsli und machte mir 2 Brötchen zum mitnehmen. Ich hatte vor erst mal das Museum zu besuchen und wenn am Nachmittag die Sonne rauskommen sollte, in den Nationalpart zu fahren.

Doch es kam anders, denn es begann zu regnen. Ich schaute mir den Wetterbeicht an und stellte fest, dass es morgen noch mehr regnen sollte und auch am Donnerstag, wenn ich eigentlich hätte weiterfahren wollen, immer noch ein paar Schauer runter kommen sollten. Kein gutes Wetter um einen Nationalpark zu besuchen. Ich schaute auf booking.com, ob ich meine Unterkunft vielleicht noch um einen Tag verlängern könnte, doch sie war für die Nacht von Donnerstag auf Freitag schon komplett ausgebucht. Ich schickte meinem Vermieter dennoch eine WhatsApp und fragte, ob die Daten auf booking.com korrekt seien, oder ob ich nicht vielleicht noch eine Nacht dran hängen könnte und zu einer Überraschung meinte er, es sei kein Problem, ich könne bis Freitag bleiben. Ich hoffte wir haben uns da nicht missverstanden und am Donnertag kommt irgend ein neuer Gast und will mein Apartment haben.

Nun setzte ich mich an den Laptop, schaute mir meine geplante Route an und überlegte, wo ich mir neue Reifen kaufen müsste. Ich kam zu dem Schluss, dass ich mir in Durban einen neuen Vorderreifen kaufen müsste und der Hinterreifen noch mindestens bis Kapstadt vielleicht sogar bis Windhoek halten sollte. 

Das sind die bieden letzen Gelegenheiten noch Reifen zu bekommen. In Angola und Botswana gibt es keine in meiner Größe. Ich schrieb auch eine Email an die Yamaha Werkstatt, die mir in Durban die Bremsscheiben gewechset hatte. Ich hoffte, sie könnten mir einen Vorderreifen bestellen oder zur Not könnte ich auch einen im Internet bestellen und zu ihnen liefern lassen.

Ich habe mich auf jeden Fall entschieden den Krüger Nationalpark und Johannesbug auszulassen und dort erst nächstes Jahr hinzufahren, wenn ich für meine 2. Hälfte der Afrikareise zurück komme.

Gegen 13:30 Uhr hörte es auf zu regnen, doch der Himmel sah nicht sonderlich vertrauenserweckend aus. Laut Wetterbeicht hätte heute Nachmittag die Sonne scheinen sollen, doch da hat er sich wohl geirrt.

Ich überlegte mir, ob ich jetzt ins Museum fahren sollte, doch ich entschied mich zuerst zu einer Holzfirma namens „Lumber City“ zu fahren. Laut ChatGPT kann man sich dort Holz zurecht schneiden lassen.

Ich brauchte nämlich 2 kleine Streifen Sperrholz um den doppelten Boden in meinem Topcase zu verstärken.

Dort angekommen erklärte ich einem jungen Mann mein Anliegen und er machte mir einen Kostenvoranschlag, den ich vorab bezahlen sollte. Das Holz sollte rund 2,50€ kosten, was ich für ein kleines Stück Abschnitt eher teuer fand. Doch dann bot er mir an, es auch noch in Form zu schneiden und auch auf meine mitgebrachte Platte aufzukleben. Der Arbeitslohn dafür sollte nochmal rund 2€ betragen. Das war natürlich ein Schnäppchen, das ich gerne annahm.

Leider hatten sie nur 19mm dickes Sperrholz was mir eigentlich etwas zu dick war, aber da er auch nicht wusste, wo ich hier in der Gegend einen Laden finden könnte, der dünneres hätte, nahm ich es. So hatte ich benug Paltz um ein Stück meiner Ortho Matte als zusätzliche Dämpfung für meinen Laptop reinzulegen.

die Jungs passten mir die beiden Sperrholzstreifen exakt an und dann klebten wir sie zusammen mit meinem 2-Komponentenpleber an. Das war mir lieber als Leim zu verwenden, das der 2-Komponentenpleber schon nach 2 Minuten aushärtet.

Zur Sicherheit drehten sie mir auch noch ein paar Schrauben rein und jetzt bin ich mir sicher, dass die Platte hält. Während wir in der großen Halle am arbeiten waren, kam draußen der nächste Regenschauer runter.

Auf dem Rückweg zu meiner Unterkunft hielt ich nochmal zum Tanken und kaufte noch etwas im Pick n Pay Supermarkt ein. Ich wollte mir ja Nudeln zum Abendessen machen und kaufte dazu noch etwas Hackfleisch und eine Paprika. Außerdem mal wieder 3 Flaschen Wasser.

Zurück in meinem Apartment setzte ich mich wieder an den Laptop und schrieb Tagebuch. Ich schaffte es endlich den ersten Reisebericht über meine Zeit in Durban zu veröffentlichen.

Um 19:00 begann ich zu kochen. Draußen regnete es schon wieder. Zum Glück hingen meine Klamotten unter einem überdachten Platz zum Trocknen.

Besuch des Swaziland National Museum

Datum22.04.2026 – Tag 14
StartKwaluseni
ZielKwaluseni
gefahrene Kilometer47 km
Kilometerstand59418 km

Da für heute Vormittag Regen gemeldet war, stellte ich mir keinen Wecker und schlief bis 10:30 Uhr. Als ich aus dem Fenster schaute war es zwar bewölkt aber trocken.

Ich frühstückte eine Schale Müsli und machte mich fertig um ins Museum zu fahren.

Um 12:00 Uhr erreichte ich das Swaziland National Museum und kaufte mir ein Kombi-Ticket für das Museum und den gegenüberliegenden King Sobhuza II Park.

Das Museum bestand nur aus 2 großen Räumen, die aber mit interessanten Exponaten bestückt waren und vor allem viele Info-Tafeln enthielten durch die ich einiges über Eswatini erfahren konnte.

Kurz nachdem ich das Museum betrat begann es zu regnen und hörte so schnell nicht mehr auf. Ich ließ mir viel Zeit und las fast jede Info-Tafel von oben bis unten.

Gegen 14:20 Uhr ließ der Regen nach. Ich blieb noch bis 14:45 Uhr im Afrika-Raum um es draußen etwas abtrocknen zu lassen. Dann ging ich auf die andere Straßenseite in den King Sobhuza II Park.

Gut, dass ich mein Jäckchen eingepackt hatte, denn draußen war es mittlerweile recht kühl geworden. Laut meiner Wetter App 16 Grad.

In dem Park gab es ein Denkmal des Königs, sein Mausoleum, das man aber nicht fotografieren durfte und ein kleines Museum, das Bilder aus seinem Leben (und ein paar Autos) ausgestellt hatte. Nicht ganz so interessant wie das Nationalmuseum, aber trotzdem schön.

Um 15:45 Uhr ging ich wieder zurück zum Museum, da ich dort ja noch meinen Helm am Ticket-Schalter liegen hatte und das Museum um 16:00 Uhr schloss.

Auf dem Heimweg hielt ich nochmal an einem Pick n Pay und kaufte mir ein Sandwich, das ich sofort aß und ein Schälchen griechischen Salat als Beilage zu meinen Nudeln zum Abendessen.

Zurück in meinem Apartment setzte ich mich wieder an den Computer und schrieb der Werkstatt in Durban. Sie hatten sich wegen der Anfrage nach dem Reifen vor 2 Tagen gemeldet und gesagt sie seien noch auf der Suche einen passenden. Ich schickte ihnen ein paar Links zu Online-Shops und fragte ob sie dort einen bestellen könnten.

Ich hoffte ich bekäme bald Antwort, da ich nicht mehr so sehr lange in Eswatini bleiben würde.

Ein weiterer Regentag

Datum23.04.2026 – Tag 15
StartKwaluseni
ZielKwaluseni
gefahrene Kilometer0 km
Kilometerstand59418 km

Als ich früh morgens aufwachte um auf Toilette zu gehen, war es draußen relativ hell und trocken. Ich machte mir Hoffnung, dass ich heute vielleicht den Nationalpark besuchen könnte. Doch als ich dann um 9:30 Uhr aufstand war es schon am regnen.

Durch die starke Bewölkung und den Regen in den letzten Tagen hat es auch extrem abgekühlt. Nachdem ich in meiner erten Nacht hier noch eine Tiefsttemperatur von 22 Grad hatte, hatte ich heute Nacht nur noch 13 Grad und mein Heizlüfter kam zum ersten mal zum Einsatz.

Ich duschte, aß meine letzten Brötchen zum Frühstück und setzte mich an den Computer. So konnte ich wenigstens in Sachen Reiseberichte etwas aufholen.

Gegen Mittag klarte es ein wenig auf und ich nutzte die Gelegenheit um am Motorrad zu arbeiten. Ich spritzte einen speziellen hitzeresistenten Kleber für speziell für Motorradheizgriffe unter meinen rechten Griff, der seit Indien ein wenig lose war. Ich hoffte das würde ausreichen. Ansonsten müsste ich den Griff nochmal komplett abbauen, reinigen und vollflächig einkleben. 

Außerdem klebte ich noch ein Stückchen von der Ortho Mathe auf meinen Bremsflüssigkeitsbehälter. Ich stellte nämlich fest, dass meine 360 Grad Kamera am Selfie Stick genau dort aufliegt, wenn ich sie zur Seite wegklappe. Daher wollte ich die Oberfläche etwas posltern. 

Zum Mittagessen hatte ich wieder Nudeln, die ich schon die letzten 2 Tage zu Abend gegessen hatte und es blieb noch genug für’s Abendessen übrig.

Den Nachmittag verbrachte ich wieder am Laptop und stellte meinen nächsten Reisebericht fertig. 

Abends gab es dann den Rest der Nudeln und ich begann schon ein wenig zu packen. Morgen würde es weiter gehen nach Maphiveni, von wo aus ich den Hlane Nationalpark besuchen wollte. Ich hoffte, dort hätte ich mehr Glück mit dem Wetter.

Weiterfahrt nach Maphiveni

Datum24.04.2026 – Tag 16
StartKwaluseni
ZielMaphiveni
gefahrene Kilometer119 km
Kilometerstand59537 km

Ich stand gegen 9:00 Uhr auf und frühstückte 2 Bananen. Dann begann ich langsam zu packen. Meine Vermieterin Ursula schickte mir eine Nachricht, dass sie um 10:00 Uhr an der Apartmentanlage ankommen würde und sich freuen würde mich zu sehen.

Ich ließ mir Zeit mit dem Packen und war kurz vor 10 Uhr abfahrbereit. Doch ich wartete noch ein wenig. Vielleicht würde Ursula ja bald kommen.

Um 10:20 Uhr verlor ich die dann allerdings die Geduld und fuhr los. 

Auf dem matschigen Weg zu Hauptstraße ist mir 2 mal das Hinterrad weggerutscht und ich wäre fast gestürzt. Plötzlich kam mir ein Auto entgegen in dem 2 Männer saßen und mich ansprachen. Sie erklärten mir dass heute der Geburtstag des Königs wäre, doch den Rest habe ich nicht verstanden. Sie wünschten mir eine gute Reise und fragten mich ob ich mich in der Unterkunft wohl gefühlt hätte.

Seltsam, eigentlich hätte ich erwartet dass Ursula eine Frau ist. Aber vielleicht ist das in Eswatini auch ein Männername. Oder die beiden gehörten doch nicht zu meiner Unterkunft. Wer weiß. Ich würde das später mal recherchieren.

Als erstes steuere ich einen SPAR Supermarkt an um mir noch etwas zum Frühstück zu kaufen. Da es schon 11:30 Uhr war und sie keine belegten Sandwiches hatten, ging ich gleich zum Mittagessen über und kaufte ein Hähnchencurry für 2,10€, das ich direkt am Motorrad aß.

Außerdem kaufte ich mir noch ein kleines Brot (oder großes Brötchen) und etwas Belag. Ich hatte nämlich in meinem heutigen Zielort auf Google Maps keinen Supermarkt finden können.

Kurz nach 12 erreichte ich die Stelle mit den Felsenmalereien der Buschleute, die ich heute noch besichtigen wollte. Doch die war nicht sehr touristisch erschlossen. Der Parkplatz war ein Stück Wiese am Hang und so etwas wie eine Rezeption oder ein Kassenhäuschen gab es auch nicht. Lediglich ein Schild mit Telefonnummern von Guides. Eine schnelle Frage an ChatGPT ergab, dass man die Stätte nicht ohne Guide besuchen darf. 

Also rief ich eine Telefonnummer an, doch die Dame hatte keine Zeit. Der Mann von der nächsten Nummer meinte, er könne in 15 Minuten hier sein. Da war es genau 12:15 Uhr. Ich war gespannt wie lange 15 eswatiniache Minuten wohl dauern würden und nutzte die Zeit um Tagebuch zu schreiben.

Der Guide Bongane kam nach 20 Minuten fast pünktlich. Er meinte er hätte gerade auf der anderen Seite der Hauptstraße gearbeitet und musste den ganzen Weg zu Fuß laufen.

Der Aufstieg war durchaus anstrengend und enthielt ein paar steile Passagen, die mit den steifen Motorradstiefeln nicht ganz so einfach zu gehen waren.

Doch nach einer knappen halben Stunde kamen wir oben an. Schon allein der Weg war es wert, die Anstrengung auf mich zu nehmen.

Dann zeigte mir Bongane die Felsmalereien. Es war lediglich ein einziger Fels mit ca. 15 Figuren.

Die roten Figuren sind 2000 bis 3000 Jahre alt. Die Farbe wurde aus rotem Ocker und Blut hergestellt.

Dir hellweißen sind nur ca. 100 Jahre alt. Zu der Zeit wurden mit der hellweißen Farbe ach teilweise die alten Figuren „restauriert“.

Die eine Figur auf der linken Seite, die etwas dunkler weiß ist, gehört auch zu den alten Figuren. Die Farbe wurde aus weißem Ocker mit Eland-Fett hergestellt.

Diese Felsmalerei ist die einzige in ganz Eswatini, die auch einen Handabdruck enthält.

2015 wurde die Stätte zufällig von Schülern entdeckt.

Nach der Begutachtung von Archäopogen wurde sie 2024 zu einem geschützten Kulturgut erklärt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Er erklärte mir die einzelnen Figuren, wobei er sich meinte, dass noch nicht klar sei, was die Nashörner dort verloren hätten, da man sie bisher nicht mit der Kultur der Buschleute in Verbindung gebracht hatte.

Nach einem etwas kniffligen Abstieg, machte ich mich gegen 14:00 Uhr wieder auf den Weg zu meiner nächsten Unterkunft, dem Livivane Guest House in Maphveni.

Die erste halbe Stunde nahm ich eine Abkürzung über eine Dirt Road, die zum Glück trocken und landschaftlich sehr reizvoll war.

Der Rest der Strecke war geteert allerdings setzte eine halbe Stunde bevor ich mein Ziel erreichte der Regen ein. Kein schlimmer Wolkenbruch aber genug, um meine Regensachen anzuziehen. Premiere. In Indien hatte ich sie nicht gebraucht, bzw. lediglich einmal die Jacke an, als es im Himalaya kalt war.

Ein junger Mann nahm mich in Empfang und meinte ich könne mein Motorrad neben dem Haus unter dem Dach abstellen, damit es etwas vom Regen geschützt sei. Ich blockierte dabei zwar ein wenig die Hollywoodschaukel, doch im Regen würde dort sowieso niemand schaukeln wollen. Anschließend zeigte er mir mein Zimmer.

Nachdem ich geduscht hatte kam Ngeti und hieß mich willkommen. Sie war auch so nett und rief im Nationalpark an um abzuklären, was ich dort alleine machen könnte, da laut Webseite alle Aktivitäten eine Mindestteilnehmerzahl von 2 Personen hatten, manche auch 4.

Sie meinte ich soll um 9:00 Uhr morgens dort sein, dann wúrde sich entschieden, ob eine Jeep Safari stattfinden wurde, da die Straßen vom Regen ziemlich aufgeweicht waren und es in der Nacht noch mehr regnen sollte. 

Nachmittags um 15:00 Uhr würde auf jeden Fall eine Walking Safari stattfinden. 

Ich bestellte mein Frühstück für 7:30 Uhr so, dass ich rechtzeitig im Park wäre und dann ließe ich mich überraschen, was ich dort tun könnte. 

Ansonsten gibt es noch 2 weitere Tierparks hier in denen es keine der „Big 5“ gibt und in denen man deshalb auch alleine spazieren kann. Das wäre dann Plan B.

Dann packte mich der Hunger und ich machte mir mein mitgebrachtes Riesenbrötchen. Ich hatte zuvor Fleischsalat und eine Art Fleischwurst im Supermarkt gekauft. Außerdem ein traditionelles eswatinisches Gericht namens Emasi Emabele, ein Mohrenhirsebrei mit fermentierter Sauermilch. Normalerweise wird es als Hauptgericht oder Beilage gegessen, doch ich habe es wie einen Hüttenkäse auf das Brötchen geschmiert.

Anschließend ging ich auf mein Zimmer und arbeitete am Laptop.

17½ Kilometer zu Fuß durch das Mbuluzi Game Reserve

Datum25.04.2026 – Tag 17
StartMaphiveni
ZielMaphiveni
gefahrene Kilometer60 km
Kilometerstand59597 km

Um 7:20 klingelte der Wecker. Ich stand noch im Halbschlaf auf und machte mich fertig.

Im Essensraum bekam ich ein sehr leckeres Frühstück. Zu dem was man auf dem Foto sieht, gab es auch noch Toast mit Marmelade.

Etwas zu spät fuhr ich um 8:30 Uhr los. Falls es eine Jeep Safari gäbe, würde sie um 9:00 Uhr stattfinden und ich brauchte rund 20 Minuten zum Park. Blöderweise merkte ich nach ein paar Minuten, dass ich meine Augentropfen vergessen hatte. Die standen noch auf meinem Nachttisch. Alles andere hatte ich schon am Abend zuvor gepackt.

Also kehrte ich nochmal um und erreichte den Park dann letztendlich erst um kurz nach 9.

Das war allerdings auch kein Problem, da die Safari wegen der nassen und somit schlammigen Wege sowieso nicht stattfand.

Der Mann an der Rezeption meinte, es sei auch eher unwahrscheinlich, dass morgen eine Jeep Safari stattfinden wurde. Vielleicht am Montag.

Allerdings könnte ich morgens um 6:00 Uhr oder nachmittags um 15:00 Uhr eine Walking Safari machen. Der Nachmittagstermin klang gut für mich. Ich fragte, ob ich diesen Termin gleich buchen könnte, doch aus mir unerklärlichen Gründen ging das nicht vor Ort. Er gab mir eine Telefonnummer an die ich mich per WhatsApp wenden sollte um zu buchen. 

Somit trat jetzt Plan B in Kraft. Ich fuhr zum Mbuluzi Game Reserve. Dort könnte man ohne Jeep oder Guide einfach im Park spazieren gehen und Tiere beobachten, da es dort außer Krokodilen keine gefährlichen Tiere gab. Ich hoffte darauf ein paar Warzenschweine zu sehen.

An der Rezeption bezahlte ich zu meiner Überraschung statt 150 Emalangeni (ca. 7,70€) nur 70 Emalangeni (3,60€).

Außerdem bekam ich eine Karte vom Park und der nette Mann an der Rezeption markierte mir ein paar Stellen wo man gewöhnlich etwas mehr Glück mit Tiersichtungen hat.

Als ich mich dann auf den Weg machte befragte ich noch ChatGPT welche Tiere es hier zu sehen gäbe. Neben der Antwort bekam ich auch den Tipp über die Mittagshitze lieber zum Fluss und erst ab 16:00 Uhr zurück in die Ebene zu gehen, da Giraffen und Zebras sich in der Mittagszeit eher im Wald aufhalten und Schatten suchten.

Nun war ich ein wenig in einer Zwickmühle. Die Stelle die der Mann an der Rezeption mir angestrichen hatte führte mich in eine Richtung vom Fluss weg. 

Dennoch dachte ich mir, ich Versuche mein Glück mal. Von dort aus wäre ich in 1 bis 1½ Stunden auch wieder am Fluss. Und die Wanderwege waren so schön, dass sich der Spaziergang auch ohne Tiersichtungen gelohnt hätte. Abgesehen davon wurde ich auf Schritt und Tritt von bunten Schmetterlingen begleitet.

Doch als ich in die Nähe der Stelle kam, die auf der Karte markiert war, hörte ich plötzlich ein getrappel und sah eine Herde Antilopen. Sie liefen direkt auf den Weg. Ich hatte keine Ahnung was es war, das würde ich später über die Google Bildersuche oder mit Hilfe von ChatGPT herausfinden müssen, doch ich war begeistert überhaupt ein paar große Tiere zu sehen. Ganz ohne die Hilfe eines Guides und trotz meiner schlechten Augen. Sie waren zwar ziemlich weit weg, doch Dank des neuen 300mm Objektivs auf meiner Kamera konnte ich ein paar ganz schöne Bilder machen.

Als dann plötzlich im Hintergrund das Tackern eines alten Diesels zu hören war, nahmen die scheuen Tiere reißaus. 

Ich ging langsam weiter und dann lief doch tatsächlich ein Warzenschwein über den Weg. Zuerst streckte es mir nur den Arsch zu, doch als ich meine Kamera bereit zum Fotografieren hatte, drehte es sich um und ich konnte ein schönes Foto von seinem Gesicht machen. 

Und als hätte ich das Glück im Überfluss, erschienen nach der nächsten Biegung ein paar Zebras und 2 Giraffen. 

Das waren im Prinzip die Highlights, wegen denen ich diesen Park besuchen wollte. Löwen, Elefanten und Nashörner gibt es hier keine. Auf die hoffe ich dann morgen im Hlane Nationalpark.

Kurz nach der Giraffensichtung kam ich an einen kleinen See mit einer rustikalen Holzhütte, von der man einen wunderschönen Blick auf den See hatte. 

Ich hörte auch das Zwitschern vieler Völgel, doch gesehen habe ich nur einen, der über die Blätter der Seerosen hüpfte.

Mittlerweile war es schon 12:30 Uhr und es war Zeit zum Fluss zu gehen. Das waren rund 4 Kilometer von hier. Ob ich das in einer Stunde schaffen würde?

Nicht ganz. Ich erreichte um 13:45 Uhr das Camp. Auf dem Weg sah ich noch eine weitere Giraffe und eine Art Hirsch, der jedoch zu schnell wieder weg war um ihn zu fotografieren. Und natürlich viele Schmetterlinge. Außerdem auch eine Coole Ballonpflanze und Pilze.

Im Camp war einiges los. Eine größere Gruppe machte dort gerade den Abwasch vom Mittagessen. Ich fragte jemanden, ob es hier eine Möglichkeit gäbe Wasser zu kaufen, da ich heute morgen mit lediglich 1½ Litern gestartet war. Er meinte zwar nein, doch man könnte einfach das Leitungswasser aus dem Spülhaus trinken. Ich trank also mein letztes Wasser aus und füllte die Flasche wieder auf. Das sollte hoffentlich für den Rückweg reichen.

Vom Camp aus folgte ich einem kleinen Weg zum Fluss in der Hoffnung dort auch noch frei lebende Krokodile zu sehen.

Doch der Weg war zugewachsen bevor ich den Fluss erreichte. Ich ging zurück zum Camp und fragte nach einem Weg zum Fluss. Eine nette Dame die eine Gruppe Behinderter betreute, erklärte mir einen anderen Weg zum Fluss. 

Der war stellenweise ein wenig abenteuerlich, da er über einige Felsen führte, doch letztlich erreichte ich den Fluss. Leider gab es dort kein klassisches Ufer an dem Krokodile hätten liegen können. Man kann halt nicht alles haben.

Ich ging zurück durch das Camp auf den Hauptweg und bog links ab in Richtung eines Aussichtspunkts, den mir der Mann an der Rezeption empfohlen hatte. Doch der Weg führte relativ steil bergauf und nachdem ich ja schon einige Kilometer in den Knochen hatte, mein GPS Logger zeigte zu diesem Zeitpunkt schon 12 km an, entschied ich mich umzukehren und langsam zurück in Richtung Ausgang zu gehen. Allerdings nochmal mit einem Abstecher zu dem kleinen See in dessen Nähe ich zuvor die vielen Tiere gesehen hatte.

Auch diesmal hatte ich Glück und in der Nähe des Sees sah ich, zumindest kurzfristig, eine Rotte Warzenschweine. Außerdem eine kleine Herde Antilopen. Beide waren jedoch so scheu, dass sie sofort davon liefen, als sie mich witterten und ich keine Zeit mehr hatte meine Kamera einzuschalten.

Am See wollte ich nochmal zu der Holzhütte, doch ich verpasste die Abzweigung, was mein Glück war, denn hinter der nächsten Kurve standen nochmal Giraffen im Wald. Ich bemerkte sie erst, als sie ängstlich vor mir davon liefen. Alle bis auf eine. Die stand ganz ruhig da uns schaute mich neugierig an. Ich machte ein paar Fotos und ging dann über einen anderen kleinen Weg zum See.

Hier ruhte ich mich nochmal ein paar Minuten aus. Mittlerweile war es 16:30 Uhr und war ja schon seit 10:30 Uhr unterwegs.

Nach einer kurzen Pause machte ich mich auf den Rückweg. Durch das Licht der untergehenden Sonne war die Landschaft nochmal schöner. Und kurz bevor ich den Ausgang erreichte stand eine einzelne Giraffe direkt vor mir auf dem Weg. Leider kam gleichzeitig auch ein Auto hinter mir an, dem ich ein Handzeichen gab doch bitte stehen zu bleiben. So konnte ich noch ein paar schöne Fotos von der Giraffe machen. Ich lief langsam weiter und die Giraffe lief langsam mit einem gewissen Sicherheitsabstand vor mir her. Bis das Auto die Geduld verlor und an mir vorbei fuhr. Dann wich die Giraffe in die Wiese aus, was auch ein schönes Setting für Fotos war. Insbesondere, da sie jetzt von der tiefstehenden Sonne angestrahlt wurde.

Nach knapp 7 Stunden und 17½ Kilometern erreichte ich ziemlich erschöpft mein Motorrad auf dem Parkplatz. Was für ein Tag.

Nun knurrte mir allerdings der Magen. Ich hatte bei meinem ersten Stopp an dem Holzhaus am See ein Blätterteigteilchen mit Hühnchen-Champignon-Füllung gegessen. Sonst nichts.

Ich fuhr wieder die 10 Kilometern nach Simunye, wo ich heute morgen im Supermarkt das Wasser und das Blätterteigteilchen gekauft hatte. Dort gab es auch eine warme Theke, doch als ich um 17:45 Uhr dort ankam, war der Supermarkt schon geschlossen.

Das einzige Restaurant, das ich auf Google Maps fand, war in einem Country Club. Ich war mir nicht sicher, ob sie mich in meiner Aufmachung hineinlassen würden, doch das war kein Problem. Das gesamte Publikum trug Freizeitkleidung.

Mein Kellner stellte sich mir namentlich vor und reichte mir die Speisekarte. Ich hatte seinen Namen zwar schnell wieder vergessen, doch es war ein Name, den man in Europa nur Frauen geben würde. Vielleicht bedeutete das, dass einer der Männer im Auto vor meiner letzten Unterkunft tatsächlich mein Vermieter war und Ursula hieß.

Die Preise hier im Restaurant waren natürlich deutlich höher als im Supermarkt, doch mit dem Glücksgefühl der vielen Tiersichtungen, schlug ich zu und bestellte eine Grill-Combo, bestehend aus einer Bratwurst und einem ¼ Hähnchen. Kalorienmäßig hatte ich mir das heute Verdient. Mit 11,50€ war es verglichen mit deutschen Restaurantpreisen auch noch günstig.

Meinen Tagesschnitt trieb ich hier jedoch in die Höhe. Bis gestern hatte ich noch einen Schnitt von 50€. Hier kostet alleine die Unterkunft schon 40€.

Und morgen kommen dann noch Kosten für die Safari drauf. Der Eintritt heute mit 3,60 war ja noch ziemlich günstig.

Während ich auf mein Essen wartete schrieb ich diese Zeilen auf meinem Handy.

Als das Essen kam, freute ich mich nicht nur über die große Portion, sondern auch dass verhältnismäßig viel Gemüse und Salat dabei war. Daran wird ja öfter mal gespart.

Die Wurst war geschmacklich gut aber leider etwas fertig und hier und da biss ich auf ein kleines Stückchen Knorpel. Das war nicht ganz mein Fall, aber der Hähnchenschenkel war sehr lecker. 

Als ich die Rechnung bekam (mit Trinkgeld 13,90€), fragte ich meinen Kellner nochmal nach seinem Namen. Er hieß Linda.

Bis ich zurück in meiner Unterkunft war, war es schon 20:00 Uhr. Dennoch fragte ich, ob ich noch eine Ladung Wäsche machen könnte. Wenn man schon mal einen Waschmaschine in der Unterkunft hat, muss man das ja ausnutzen. Das war kein Problem und der Gastgeber meinte sogar, er würde die Wäsche in den Trockner packen, sobald sie fertig gewaschen sei und sie mir dann später auf mein Zimmer bringen. Super nett.

Obwohl es ein langer und anstrengender Tag war, setzte ich mich nach dem Duschen nochmal an den Laptop um die Bilder von heute zumindest mal auszusortieren. Würde ich das jetzt nicht machen, würden sie ewig liegen bleiben.

Muskelkater der übleren Sorte

Datum26.04.2026 – Tag 18
StartMaphiveni
ZielMaphiveni
gefahrene Kilometer326 km
Kilometerstand59923 km

Schon als ich nachts zur Toilette ging spürte ich den Muskelkater von den Strapazen der gestrigen Wanderung.

Als ich dann am Morgen aufstand um um 9:00 Uhr mein Frühstück zu essen, musste ich meine Pläne mal wieder ändern. Ich könnte heute auf keinen Fall eine weitere Walking Safari machen. Und die Jeep Safaris sind heute immer noch ausgesetzt.

Also überlegte ich mir, meinen Aufenthalt hier nochmal um eine Nacht zu verlängern und eine Motorradtour in die Berge im Westen zu machen. Eigentlich wollte ich dort mehrere Nächte verbringen um die Gegend näher zu erkunden, doch da es in den nächsten Tagen wieder Regnen soll, hatte ich diesen Plan schon wieder verworfen. Ich würde von hier wieder zurück nach Südafrika fahren. Mit der Motorradtour heute konnte ich wenigstens noch etwas vom Westen sehen, auch wenn ich dort weder eine Wanderung zum Wasserfall noch zu den Höhlenmalereien von Nsangwini machen würde.

Nach einer Stunde über Asphalt, bog ich ab und die Straße wurde zur Dirt Road. Zuerst sehr gut fahrbar, doch weiter oben im Wald wurde es dann ziemlich übel. Durch die langen Schatten der hohen Bäume bekam die Straße kaum Sonnenschein ab, weshalb sie nach den Regenfällen der letzten Tage noch komplett durchweicht war.

Ich traf auf mehrere Passagen mit ca. 10 cm tiefem Schlamm, die ich nur mit viel Glück und etlichen Rutschern überstand ohne zu stürzen.

Kurz bevor ich Piggs Peak erreichte war die Straße wieder geteert. Was für ein Segen.

Um 12:30 Uhr erreichte ich den Ort zum ersten Mal. Ich drehte eine Runde und sah 2 Tankstellen und einen SPAR Supermarkt. Gute Option zum Mittagessen.

Dann wollte ich noch einen Abstecher in die Berge nach Bulembu zur Grenze nach Südafrika machen. Doch schon nach 2 bis 3 Kilometern stieß ich auf eine steile sandige Passage, die ich mir nicht antun wollte. Ich wollte mein Glück nicht herausfordern.

Also kehrte ich um und erreichte 20 Minuten später erneut Piggs Peak und steuerte sofort den SPAR an. Dort kaufte ich mir 2 Sorten Hühnchen und ein frittiertes Bällchen als Beilage. und für das gute Gewissen noch einen griechischen Salat.

Außerdem noch ein Brot und ein paar Scheiben Käse für’s Abendessen später.

Am Ausgang gab es sogar 2 kleine Tische als Essgelegenheit. So etwas habe ich in einem Supermarkt auch noch nicht gesehen.

Nach dem Essen fuhr ich weiter zum Maguga Staudamm. Immer wieder beeindruckend wenn man über eine Staumauer fahren darf und auf der einen Seite einen riesigen See und auf der anderen Seite eine hohe Staumauer und tiefe Schlucht sieht.

Leider konnte ich nicht lange am Damm bleiben oder am See einen kleinen Spaziergang machen da mir die Zeit anfing davon zu laufen. Es war ja schon 14:30 Uhr und laut Google würde die schnellste Strecke nach Hause 2:30 Stunden dauern.

Und falls ich noch einen Umweg über kleinere Nebenstraßen nehmen wollte, musste ich schnell weiterfahren, um am Ende nicht im Dunkeln anzukommen.

Ein paar Kilometer weiter war die Landschaft wieder etwas bizarrer, da dort etliche riesige Steinbrocken an den Hängen und teilweise sogar auf den Spitzen der Hügel lagen. Ich habe keine Vorstellung, wie die dahin gekommen sein könnten.

Als ich die Berge verließ kam ich wieder auf die mir bekannte Autobahn bei Mbabane. Ich fuhr sie bis nach Hlane, dem Ort, der dem Nationalpark seinen Namen gab. Von hier bis Simunyi war die Straße wieder ungeteert aber seht gut zu fahren. Allerdings setzte langsam die Dämmerung ein als ich die Tankstelle in Simunyi erreichte und die letzten 10 Kilometer musste ich dann im Dunkeln fahren. Zum Glück kannte ich die Strecke ja und wusste, dass es keine tiefen Schlaglöcher gab. Ich musste lediglich auf Fußgänger und Kühe achten. 

In meiner Unterkunft machte ich mir das Brötchen zum Abendessen, dass ich mir Mittags im SPAR in Piggs Peak gekauft hatte. Dazu gab es die Polony Wurst, die noch übrig war,  Scheiben Käse ebenfalls von heute aus dem Spar und den Rest des Emasi Emabele. Ich hatte zwar gelesen, dass man das typischerweise als Beilage oder sogar als Hauptgericht isst, doch auf dem Brötchen hat es auch gut geschmeckt.

Game Drive im Hlane Royal National Park

Datum27.04.2026 – Tag 19
StartMaphiveni
ZielMaphiveni
gefahrene Kilometer37 km
Kilometerstand59960km

7:10 Uhr aufstehen ist viel zu früh. 🙈

Ich beeilte mich ein wenig mit meinem Frühstück und verließ meine Unterkunft um 8:20 Uhr.

Um 8:40 Uhr erreichte ich das Eingangstor zum Nationalpark, registrierte mich, zahlte 95 Emalangeni Eintritt und fuhr weiter zur Rezeption. Dort kam ich um 8:50 Uhr an und stellte mich in die Schlange. Einige Teilnehmer vor mir hatten Probleme mit der Kartenzahlung und mussten bar bezahlen. Zum Glück funktionierte es bei mir, da ich nicht genug Bargeld dabei hatte. Wir waren genug Leute um 2 Jeeps mit jeweils 9 Personen voll zu machen. Ich hatte Glück und bekam einen Sitzplatz am Rand.

Schon kurz nach dem Start erklärte uns unser Fahrer und Guide Sifiso, dass die Skelettbäume von den Elefanten so zugerichtet wurden.

Es dauerte nur ein paar Minuten und dann trafen wir auf 2 Löwen. Sifiso meinte es sei ein Brüderpaar, deshalb würden sie sich akzeptieren. Normalerweise sind die Männchen Einzelgänger.

Zuerst lagen die beiden nur faul auf dem Boden, doch als sich die Antilopen hinter den Zaun bewegten, standen sie auf und gingen am Zaun entlang genau auf uns zu. Sifiso bewies dass er gut rückwärts fahren konnte.

Nach diesem Highlight führen wir weiter und es dauerte wieder nicht lange bis wir auf einen Elefantenbullen trafen. Der war nicht so gechillt wie die Löwen und machte uns klar, dass wir verschwinden sollten. Hier zeigte Sifiso seine wahren Künste und fuhr so schnell es der Rückwärtsgang zuließ.

Einer der Chinesen im Jeep machte ein Video davon und war so nett es später mit mir zu teilen.

Nun verließen wir den abgetrennten Bereich mit den Löwen und Elefanten. Hier ist es übrigens nicht erlaubt selbst zu fahren. Eben wegen solcher Situationen. In dem anderen Bereich in dem es „nur“ Nashörner, Giraffen, Zebras und natürlich diverse Antilopen gab, durfte man auch mit dem eigenen Auto fahren. Allerdings natürlich nicht mit dem Motorrad. 

In diesem Bereich trafen wir zuerst auf ein paar Antilopen, die relativ nahe an der Straße blieben und bei weitem nicht so scheu waren, wie die im Mbuluzi Game Reserve. Das gleiche galt für die Giraffen, die wir kurz darauf trafen. 

Sifiso meinte, dass eine von ihnen Schwanger sei, doch ich habe nicht genau mitbekommen welche.

Als letztes trafen wir dann noch auf Nashörner die in einem kleinen Schlammloch relaxten.

Als wir zurück zur Rezeption fuhren, trafen wir erneut auf 2 Nashörner, die auf dem Weg zum Schlammloch waren. Auch wenn die Zeit unserer Safari eigentlich schon abgelaufen war, drehten wir nochmal um, führen zurück zu dem Schlammloch und erwarteten die Ankunft der beiden Nashörner.

Nun war es an der Zeit zurück zum Camp zu fahren. Dort erwartete uns dann noch die letzte Überraschung. In dem kleinen durch einen Elektrozaun abgesperrten See lagen 3 Flusspferde. Ich weiß nicht ob ich sie erkannt hätte, wenn der Guide nicht darauf hingewiesen hätte. Man hätte sie auch einfach mit ein paar großen glatten Felsen verwechseln können.

Im Camp teilte einer der Chinesen das Video vom Elefanten mit mir. Das ging recht einfach, da wir beide ein Xiaomi Handy hatten. So bekam ich es in der Originalqualität und nicht die von WhatsApp komprimierte Variante.

Dann traf ich noch 2 Kanadier, Abby und Cam, die dort mit professioneller Fotoausrüstung waren, die ich ein wenig beneidete. Sie gaben mir auch noch einen Übernachtungstipp in der Nähe von Lesotho.

Da der Himmel noch strahlend blau und von Regenwolken absolut nichts zu sehen war, blieb ich noch ein wenig im Camp. ich hatte ja sonst nichts mehr geplant, da laut Wetterbericht der Regen zwischen 14:00 und 15:00 Uhr einsetzen sollte. Jetzt war es gerade mal 12:00 Uhr.

Ich sah sogar einen ganz normalen Wohnwagen im Campingbereich. Es muss also nicht immer ein Offroad-Camper sein. Wobei das Zugfahrzeug durchaus nach einem Allrad aussah. 

Dann sah ich noch 2 kleine Antilopen, die mitten im Camp herum spazierten. Leider standen sie im Schatten der Bäume, so dass die Fotos nicht so gut wurden. Am Wasserloch hörte ich dann plötzlich etwas Action und sah 2 Tiere, die ich Deutschland für Hirsche gehalten hätte. Ich müsste später mal recherchieren was sie waren. Wahrscheinlich auch eine Antilopenart. Sie rangelten etwas miteinander. Es war kein richtiger Kampf. Vielleicht waren es jüngere Tiere, die miteinander gespielt haben. Wer weiß. Auch die hielten sich im Schatten eines Baumes auf, so dass ich befürchtete, die Fotos und Videos wären nicht gut geworden. Ich könnte es dann letztendlich erst später am Laptop herausfinden. Vielleicht würde ein wenig Bildbearbeitungsmagie ja noch helfen.

Ich war hin und her gerissen. einer meiner beiden Wetter Apps sagte, der Regen sei schon vorbei und es würde am Nachmittag wieder besser werden (obwohl der Himmel absolut wolkenlos war und es gar nicht mehr besser werden konnte), die andere sagte, der Regen könnte gegen 16:00 Uhr kommen. ich hätte also gut und gerne noch 2 Stunden bleiben können.

Andererseits hatte ich Hummeln im Arsch und wollte unbedingt die Werkstatt in Durban anrufen. Die hatten seit einer Woche nicht auf meine E-Mails reagiert. Und hier im Camp hatte ich leider keinen Telefonempfang.

Laut Google Maps, sollte die Werkstatt noch bis 17:00 Uhr geöffnet sein. Ich entschied mich noch ein wenig zu bleiben und mir mal das Restaurant anzuschauen. Vielleicht hätten sie ja etwas bezahlbares zum Mittagessen.

Sie hatten. Ich bestellte mir einen Bacon Egg Cheese Burger mit Fritten für 120 Emalangeni.

Philipp, ein Belgier, der zuvor während der Safari schon in meinem Jeep saß, bot mir an mich zu ihm zu setzten. Er kommt schon seit 25 Jahren regelmäßig nach Afrika und wir quatschen über unsere Reiseerlebnisse. Wir waren die einzigen im Restaurant und es herrschte eine himmlische Ruhe.

Bis gegen 14:30 Uhr eine größere Gruppe ankam und richtig laut wurde. Das war dann für mich das Signal nach der Rechnung zu fragen und langsam aufzubrechen. Ich schaute nochmal nach den Nilpferden, sie lagen immer noch regungslos an der gleichen Stelle im Wasser. Am Ausgang warf ich noch einen schnellen Blick in ein Education Center mit ein paar Schädeln.

Im Nachhinein gesehen hätte ich vielleicht das Geld ausgeben und eine Nacht in diesem Camp verbringen sollen. Insbesondere da das Wetter ja heute entgegen der Vorhersagen immer noch perfekt war. Das Camp hier ist wirklich toll und ein Abend in erster Reihe am Wasserloch wäre bestimmt interessant gewesen. 

Vielleicht bekomme ja ich einem anderen Nationalpark nochmal so eine Gelegenheit.

Gegen 15:00 Uhr machte ich mich auf den Weg zurück wobei ich nochmal am Supermarkt in Simunye anhielt um mir etwas für’s Abendessen zu kaufen.

Es tat mir in der Seele weh das schöne Wetter nicht besser auszunutzen, doch ich wollte unbedingt noch in der Werkstatt anrufen um in Erfahrung zu bringen ob ich dort Ende der Woche neue Reifen bekommen könnte oder nicht. Außerdem lag nach dieser grandiosen Safari mal wieder eine ganze Menge Arbeit in Sachen Bildbearbeitung vor mir.

Ich kam um kurz nach 16:00 Uhr in meiner Unterkunft an, packte aus und rief in Durban in der Werkstatt an. Doch niemand hob ab. 😞

Ich versuche es 15 Minuten später erneut, mit dem gleichen Ergebnis. 😞

Ich begann nach Alternativen zu suchen. Leider gab es im Internet keine Werkstatt in Durban, die einen passenden Reifen in Angebot hatte. 

Dann schaute ich im Großraum Johannesburg und fand eine Werkstatt in Pretoria, die mir schon von meiner Afrika WhatsApp Gruppe empfohlen wurde und einen Reifenhändler in Johannesburg. Beide hatten passende Vorderreifen auf Lager.

Ich würde also morgen früh nochmal bei der Werkstatt in Durban anrufen und falls sich dann immer noch niemand meldet, würde ich meinen Plan ändern und in Richtung Johannesburg/Pretoria fahren. Wahrscheinlich mit einer Übernachtung in Middleburg.

Dann würde ich allerdings 2 Nationalparks an der Küste verpassen. Den Hluhluwe iMfolozi Park sowie den iSimangaliso Wetland Park. Aber wenn es so kommt, dann ist es eben so. Leider kann ich mit dem Reifen nicht bis Kapstadt warten. Für den Sani Pass nach Lesotho brauche ich ein gutes Profil.

Nach all der Recherche begann ich damit die Bilder von gestern zu Beschriften, und vor allem die von heute erst mal auszusortieren. Ich hatte rund 250 Fotos gemacht, teils mit Serienbildfunktion.

Zwischendurch machte ich mir mein Abendessen vom Supermarkt warm und irgendwann hatte ich es dann endlich geschafft und konnte mit den tollen Bildern meinen Instagram/Facebook Post schreiben.

Und dann kam der nächste Akt. Ich hatte auch etliche Videos gemacht, die ich zu einem einzigen zusammenschneiden wollte. Und vor allem musste ich die ganzen Clips auch noch digital stabilisieren, da ich meistens mit fast vollem Zoom gefilmt und dementsprechend gewackelt habe. Insbesondere wenn der Jeep am Fahren war.

Doch ich war mit dem Endergebnis ganz zufrieden. Auch wenn ich dadurch erst spät ins Bett ging. Ach ja, um kurz nach 22:00 Uhr kam dann der Regen. Und zwar heftig. Gut dass er mir nachts nichts ausmacht und mein Motorrad im Trockenen steht.