Du betrachtest gerade Südafrika – Eine Woche Durban

Positive Überraschungen bei der Anreise nach Südafrika

Datum09.04.2026 – Tag 1
OrtDurban

Die Anreise und der erste Tag in Durban verliefen ziemlich reibungslos.

Leider kam der Helm, den ich mir online bestellt hatte nicht mehr rechtzeitig, so dass ich auf dem Weg zum Flughafen bei Louis in Mainz noch schnell einen neuen kaufen musste.

Am Flughafen stellte die Dame am Check-In Schalter fest, dass ich 3 kg Übergewicht hatte. Das lag an den schweren Bremsscheiben die ich in Durban tauschen lassen musste. Doch anstatt mir 60 € abzuknüpfen (20€ pro kg) meinte sie nur, ich solle auf dem Rückweg weniger packen und nahm meinen Koffer anstandslos an. Super nett.

Da ich viel zu früh dort war, setzte ich mich noch 1½ Stunden auf einen bequemen Platz mit Steckdose und schaute mir eine Dokumentation über die Drakensberge in Südafrika an. Dort will ich auf jeden Fall hin.

Dann ging es schnell durch die Sicherheitskontrolle wo lediglich meine Ratsche beanstandet wurde, die ich dummerweise im Handgepäck statt im Koffer hatte. Doch nach einer kurzen Nachfrage der Dame am Security Check, durfte ich sie mitnehmen.

Dann kam die wirklich gute Überraschung. Im A330, in dem ich flog, bekam ich einen Sitz mit mehr Platz am Gang, da dort von 4 auf 3 Reihen in  der Mitte umgestellt wurde. Zusätzlich blieb auch noch der mittlere Sitz leer, so dass ich angenehm viel Platz hatte und es mir mit den schweren Motorradstiefeln, die ich während des Fluges anziehen musste, ziemlich bequem machen konnte.

Auch das Entertainmentsystem hatte einen schönen großen Bildschirm mit vielen Filmen in deutscher Sprache. Die 11 Stunden gingen verhältnismäßig schnell vorüber auch wenn ich wie immer keine Minute schlafen konnte.

In Johannesburg war das Prozedere etwas nervig. Ich musste durch die Passkontrolle um meinen Stempel für die Einreise in Südafrika zu bekommen, dann meinen Koffer am Band abholen und anschließend wieder bei Safar am Schalter einchecken.

Doch auch diesmal wurde mir für die 3kg Übergewicht nichts berechnet. Leider bekam ich diesmal meine Ratsche nicht durch die Security Kontrolle und muss mir in Durban eine neue kaufen oder zumindest 2 Schraubenschlüssel. Ansonsten bekomme ich meine Motorradtransportkiste nicht auf.

Dann wartete ich nochmal 2 Stunden auf meinen Anschlussflug, der fast pünktlich abflog und auch fast pünktlich in Durban landete. Da ich im Flughafen in Johannesburg WIFI hatte, schrieb ich den Agenten von der Verschiffungsfirma, dass ich auf dem Weg sei und voraussichtlich zwischen 14:00 und 15:00 Uhr bei ihm ankäme. Daraufhin bekam ich eine weitere gute Nachricht, dass wir schon am Freitag einen Termin für die Zollabfertigung hätten. Ich hatte schon befürchtet, dass ich meine Unterkunft verlängern müsste, da ich den Termin erst am Montag oder Dienstag bekommen würde. Doch bis dahin sah alles ganz gut aus.

Mit minimaler Verspätung setzten wir um 11:21 Uhr auf und erreichten um 11:35 Uhr das Gate.

Da ich ja schon in Johannesburg offiziell eingereist war und den Stempel in meinen Pass bekam, konnte ich hier in Durban ohne Passkontrolle direkt zum Kofferband. Dort fiel mein Koffer genau in dem Moment auf das Band als ich ankam. So schnell hatte ich noch nie meinen Koffer bekommen.

Auch die SIM Karte bekam ich in geschätzt 5 Minuten. Kein Vergleich zu Indien. Leider kostete sie ein Vielfaches. Die Internetpakete sind in Südafrika grundsätzlich schon mal deutlich teuer als in Indien und am Flughafen haben sie nochmal heftig drauf geschlagen. Für ein 5GB Datenpaket zahlte ich rund 15€. Aber ich wollte unbedingt Internet haben um mir ein Uber rufen zu können.

Dann hob ich noch schnell 2000 Rand am Automaten ab (ca. 103€). 

Nun war ich bereit ein Uber zu rufen. Allerdings war es etwas kompliziert den Abholort zu finden, da mir die App eine Position draußen vor dem Gebäude anzeigte, der Fahrer aber in der Tiefgarage auf mich wartete. Doch nach ein paar Nachrichten hin und her hatte ich ihn gefunden und wir brauchten rund 30 Minuten bis zur Unterkunft. 

Nach den 3 gewöhnungsbedürftigen Wochen in Deutschland herrscht hier auch endlich wieder Linksverkehr wie in Indien. 😉

Nur mit deutlich weniger Fahrzeugen. Die Straße war fast leer und es gab weder Geisterfahrer noch Kühe. Außerdem hupt hier auch niemand.

Als ich dann nach der Hälfte der Strecke das Meer erblickte, setzte endlich das Reisegefühl ein. 

Südafrika verspricht deutlich stressfreier zu werden. Aber auch teurer. 🙁

Um 13:00 Uhr erreichte ich das Apartment. Eine Dame aus der Wäscherei in der Garage machte einen Anruf und kurz darauf kam eine andere Dame, die mir mein Zimmer und den Pool zeigte.

Ich steckte mein Handy nochmal ans Ladegerät, schaute auf Google Maps wo ich etwas Essen könnte und schrieb dem Shipping Agent, dass ich gegen 14:30 Uhr bei ihm wäre.

Ich entschied mich für ein kleines Schnellrestaurant in der Nähe wo es Bunny Chow gab. Ich bestellte es mit Kebab, was sich am Ende als Hackfleischbällchen herausstellte. Dabei handelt es sich um ein von Indern beeinflusstes Gericht, bei dem das Fleisch in einem kleinen Laib Brot mit scharfer Tomatensoße serviert wird. Leider war die Soße grenzwertig scharf. Gut, dass ich mich in Indien ein wenig an das scharfe Essen gewöhnt hatte, sonst hätte ich es nicht essen können. Ich hate nicht auf dem Schirm, dass das Essen in Südafrika so scharf wäre.

Von hier nahm ich mir ein Uber zum Shipping Agent mit dem ich kurz den nächsten Tag besprach. Er würde mich morgens anrufen sobald er die genaue Uhrzeit vom Zoll bekommen hätte und dann würde ich ein Uber zu ihm nehmen und wir dann zusammen zur Zollinspektion fahren. Dort kann ich nach der Inspektion das Motorrad dann direkt zusammen bauen (Vorderrad einbauen, Navi-Halter, Scheibe und Top Case anbauen) und die Kiste dort stehen lassen.

Papiere musste ich im Gegensatz zu Indien nicht unterschreiben. Wir hatten noch nicht einmal einen Vertrag gemacht, geschweige denn eine Abwicklungsvollmacht.

Nach wenigen Minuten war alles geklärt und ich bummelte noch ein wenig durch die Gegend rund um die Stadthalle wo es auch einen kleinen Straßenmarkt gab. Dann schlenderte ich durch eine angenehm klimatisierte Shopping Mall in der ich von Verlaufsschildern der Waffen etwas schockiert war. Später fand ich heraus, dass es sich „nur“ m Schreckschusswaffen handelte, was ich aber immer noch etwas bedenklich fand.

Anschließend ging ich noch in einen SPAR Supermarkt und kaufte mir Wasser und ein paar Sachen zum Frühstück für die nächsten Tage. Da ich einen Kühlschrank und ein wenig Geschirr in meinem Zimmer hatte, kaufte ich mir u. a. Milch und Müsli.

Von dort nahm ich mir ein Uber zurück zu meiner Unterkunft und ging früh ins Bett. Am nächsten Tag sollte ich mich ab 8:00 Uhr für den Anruf von dem Shipping Agenten bereit halten.

Natürlich wurde aus der Motorradabholung nichts

Datum10.04.2026 – Tag 2
OrtDurban

Nach 11 Stunden Schlaf wachte ich um 7:30 Uhr auf weil ich auf Toilette musste. Um 8:00 Uhr machte ich mir eine Schale Müsli zum Frühstück und aß ein halbes „Fruit Scone“ dazu. Das ist so etwas wie ein Rosinenbrötchen, nur etwas trockener. Nicht ganz mein Fall.

Nun wartete ich auf den Anruf von Jonathan, meinem Shipping Agent. Um 9:30 Uhr schrieb ich mal eine WhatsApp, ob es Probleme gäbe. Seine Antwort war, dass die Leute vom Zoll sich noch nicht gemeldet hätten.

Ich setzte mich an meinen Laptop und recherchierte noch ein paar Dinge, doch das Internet war heute sehr langsam. Um 11:45 Uhr schrieb ich im, dass ich gerne meinen Helm in seinem Büro abgeben würde und anschließend in der Innenstadt ein wenig spazieren wollte. Wenn wir dann den Zolltermin bekämen, könnte ich sofort zu seinem Office kommen. Das war für ihn ok, doch eine Minute später schrieb er mir eine WhatsApp, ich solle sofort zum Büro kommen, wir hätten jetzt einen Termin.

Ich rief mir sofort ein Uber und war um 12:05 Uhr bei ihm. Er meinte ein Fahrer sei auf dem Weg, der zusammen mit mir zum Zollager fahren würde. Doch der kam auch erst mal nicht. Jonathan rief 2 mal an und gegen 12:30 Uhr war er dann endlich da. 2 Mitarbeiter von einer weiteren Firma, die wohl Abholungen und Anlieferungen aus und ins Zollager machten.

Und wie es der Zufall so wollte, kam der Fahrer aus einer indischen Community. Seine Urgroßmutter ist vor Jahren aus Pondicherry nach Südafrika ausgewandert. Der zweite war ein dicker tiefschwarzer Afrikaner.

Wir fuhren zusammen in einem kleinen Lastwagen zum Zollager und dann kam eine böse Überraschung. Ohne Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen ließen sie mich nicht rein. Der dicke Schwarze wollte die Inspektion alleine machen, doch die Dame am Empfang war ein wenig mürrisch und bestand darauf, dass sie einen Abholtermin buchen müsse obwohl wir das Motorrad heute gar nicht mehr abholen würden. Es war lediglich noch genug Zeit für die Zollinspektion.

Trotzdem warteten wir nochmal 20 Minuten, bis der Termin erfasst und bestätigt war. Dann durfte er endlich rein. Ich blieb bei dem „Inder“ im Laster.

Nach ein paar Minuten kam der Dicke wieder zurück und fragte, ob er die Kiste aufbrechen könnte. Da hatte er wohl erst gesehen, dass sie mit Gewindeschrauben zugeschraubt war. Ich meinte das sei kein Problem, da die Kiste hier sowieso entsorgt werden würde. Er verschwand wieder im Lager kam aber etwas später wieder raus und fragte wo auf dem Motorrad die Fahrgestellnummer zu finden sei. Er konnte sie am Lenker nicht finden. Ich sagte ihm, es gäbe noch einen Aufkleber am Rahmen auf der rechten Seite. Den hatte er schon gefunden, war sich nur nicht sicher, ob das die korrekte Nummer wäre.

Er zeigte mir ein Foto von dem Aufkleber und ich zeigte ihm die Nummer im Carnet der Passages. Damit war er zufrieden. Und die Kiste musste er doch nicht aufbrechen, da jemand im Lager das passende Werkzeug hatte.

Etwas später kam er wieder, meinte die Kiste sei wieder verschlossen, und sie können mich wieder zurück zum Büro von Jonathan bringen. 

Ich schrieb Jonathan eine Nachricht ob wir noch irgendetwas zu erledigen hätten und er verneinte. Dann sagte ich den beiden sie sollen mich doch bitte zu meinem Apartment bringen, statt zum Büro. Kein Problem. Am Montag Morgen würde mich dann jemand am Apartment abholen und dann könnten wir das Motorrad aus dem Zollager abholen. Ich müsste dann halt meine Motorradstiefel anziehen damit sie mich reinlassen.

Das bedeutete allerdings, dass ich etwas länger in Durban bleiben müsste. Ich muss ja auch noch in eine Werkstatt um meine Bremsscheiben wechseln zu lassen. Das wollte ich eigentlich am Samstag machen.

Leider war mein AirBnB ab Montag ausgebucht. Also suchte ich nach etwas anderem. Der Fahrer vom Lastwagen hat mir empfohlen unbedingt an den Strand zu gehen, weshalb ich mich entschied ein Apartment dort in der Nähe zu buchen. Es war auch das einzige, das Bilder von einer sicheren Garage eingestellt hatte. Wobei ich davon ausgehe, dass hier alle Parkplätze auf einem Grundstück sicher sind, da ausnahmslos alle Grundstücke eingezäunt sind und die meisten auch eine Alarmanlage haben. Zumindest haben sie entsprechende Schilder an den Hauswänden.

Als ich fertig war mit Buchen überkam mich der Hunger. Es war schon 16:15 Uhr und ich hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. 

Ich entschied mich zu einem Burger-Laden dem „Smokey Joe“ zu gehen. Ich bestellte mir eine Burger mit Fritten, der super lecker aber nicht unbedingt riesig groß war.

Auf dem Heimweg kam ich an einem kleinen Kiosk vorbei in dem ich mir eine Flasche Wasser, ein Päckchen Schokokekse und eine Tüte Instantnudeln kaufte. Die würde ich später am Abend noch essen.

Zurück im Apartment traf ich zum ersten Mal Mariia (ja, mit 2 i), meine Vermieterin. Sie fragte mich ob alles in Ordnung sei und wir quatschen noch ein wenig über meine Reisepläne. Sie hielt mich für verrückt. 

Außerdem fragte ich, ob ich mein Gepäck am Montag nach dem Check-out bei ihr stehen lassen könnte. Ich würde es irgendwann am Nachmittag abholen, sobald ich mein Motorrad hätte. 

Das war kein Problem. Sie hat eine Wäscherei in der Garage, dort könnte ich es abstellen. Ich sagte ihr auch, dass das Internet manchmal so schwach sei, dass man es nicht mehr nutzen könnte. Sie meinte, sie würde den Router mal neustarten. 

Als ich im Zimmer ankam funktionierte es allerdings immer noch nicht. Also nutzte ich die Zeit und schrieb diesen Tagebucheintrag auf meinem Handy. Von dort würde ich ihn später in meinen Reisebericht übernehmen. Außerdem bearbeitete ich die wenigen Bilder, die ich in den letzten beiden Tagen gemacht hatte. Dazu brauchte ich ja auch kein Internet.

Ich prüfte auch mal den Verbrauch meiner mobilen Daten auf dem Handy. Die schwanden schneller als mir lieb war. Ich hatte in 1½ Tagen schon 660 MB verbraucht. Das heißt die 5GB, die ich gekauft habe, werden wohl nur 10 bis 12 Tage halten. Weiteres Datenvolumen ist zwar nicht mehr ganz so teuer, da ich den Flughafenaufschlag nicht mehr zahlen muss, doch es scheint als würden selbst 10GB nicht für einen ganzen Monat reichen. 10 GB kosten dann 7,70€ und 20GB kosten 11,90€. Dagegen war es in Indien spottbillig.

Natur und Kultur

Datum11.04.2026 – Tag 3
OrtDurban

Ich wachte um 9:30 Uhr auf und machte mir wie gestern ein Müsli zum Frühstück. Dazu aß ich noch eine Banane und die Hälfte des halben Fruit Scone von gestern, das heute noch trockener war und das ich einfach nicht herunterbekam.

In der Nacht bekam ich die ersten Mückenstiche. Und als ich meinen Heat It Stick holen wollte um sie zu behandeln, konnte ich ihn nicht finden. Ich muss ihn wohl in Deutschland vergessen haben. Echt blöd. 

Den Vormittag verbrachte ich am Computer und damit das Kommunikationssystem in meinem neuen Helm mit meinem Handy und meinem Navi zu verbinden. Ich wollte für Montag vorbereitet sein, wenn ich das Motorrad abhole. Außerdem schaute ich, ob ich in Südafrika einen neuen Heat It Stick bei Amazon bestellen konnte. Ich fragte meine Vermieterin ob es ok, wäre, wenn ich etwas an diese Adresse bestellen würde und ob es jemand in der Wäscherei in der Garage für mich annehmen könnte. Kein Problem. 

Also bestellte ich den Stick. Er war mit 35€ zwar 15€ teuere als in Deutschland, aber das war egal. Ich brauchte ihn dringend.

Über die Mittagshitze wollte ich eigentlich in ein Museum, doch als ich mir ein Uber dorthin rufen wollte, fiel mir auf, dass es nur noch 30 Minuten geöffnet hatte. Das lohnte sich nicht mehr. Also ging ich sofort in den botanischen Garten was ich eigentlich für den Nachmittag geplant hatte. 

Der Garten war nicht sonderlich groß und hatte auch nicht viele blühende Blumen (kein großes Orchideenhaus wie in anderen botanischen Gärten) aber die ganze Anlage war sehr schön angelegt und es gab ein paar tolle alte Bäume.

Außerdem auch viele Vögel und Affen. Fast schon eine kleine Safari. Mit meinem Handy konnte ich die Tiere allerdings nicht gut fotografieren. Ich überlegte ob ich morgen mit meiner Kamera nochmal dorthin gehen sollte. 

Dann fiel mir brennendheiß ein, dass ich heute Abend ja noch in ein Konzert gehen wollte. Ich schaute nochmal im Internet und sah, dass es schon um 17:00 Uhr los ging. Gut, dass ich nicht im Museum war, sonst hätte ich das verpasst. 

Ich ging zurück zu meinem Apartment und hielt unterwegs noch bei einem Asia Imbiss um etwas zu Essen. 

Nach dem Essen ging ich noch in einen Edelsupermarkt und kaufte mir ein Päckchen Streichkäse und ein Sauerteigbrot. Wer weiß wann ich sowas nochmal bekomme.

Im Apartment zog ich mich schnell um und rief mir ein Uber. 5 Minuten vor dem offiziellen Beginn des Konzerts kam ich an dem wunderschönen Playhouse Company Theater an und fragte, ob es noch Karten gäbe. Kein Problem. Ich entschied mich für die günstigste Ticketkategorie.

Außer mir war noch kaum jemand da. Ich dachte die säßen schon alle auf ihren Plätzen, doch die anderen Besucher trudelten erst nach und nach ein. Die Uhren laufen in Südafrika wohl etwas anders.

Also wartete ich bis die Türen geöffnet wurden und schrieb währenddessen diese Zeilen.

Im Vergleich zu den meisten anderen Gästen war ich ziemlich underdressed, aber was sollte ich machen. Für einen Anzug und Lederschuhe hatte ich definitiv keinen Platz in meinem Gepäck.

Um 17:35 Uhr war dann endlich Einlass. Da ich mich für die günstigeste Ticketkategorie (15€) entschieden hatte, bekam ich einen Sitzplatz in der viertletzten Reihe. Im Nachhinein hätte ich besser eine Kategorie besser für 20€ gekauft. Dann hätte ich etwa halb so weit von der Bühne entfernt gesessen. Aber der Sound war auch oben gut. Zumindest dachte ich das nach dem ersten Auftritt eines Sängers mit Band.

Allerdings wartete ich noch bis 18:50 Uhr bis endlich ein Ansager auf die Bühne kam. Vorher hatte das Publikum schon begonnen mehrstimmig zu singen. Vielleicht ist das hier die Tradition, die Künstler zu begrüßen.

Dann kamen verschiedene Ansager auf die Bühne die fast ausschließlich Zulu sprachen. Ich verstand kein Wort. 

Erst um kurz nach 7 ging es dann los. Doch zuerst kam eine Vorgruppe mit 4 Sängern, die zusammen mit einer Band ein paar Lieder sangen, bei denen das Publikum den Chor machte und lautstark mitsang. Ich fand es total interessant, dass das Publikum mehrstimmig sang. Mindestens dreistimmig. Ob sie die Lieder im Kirchenchor lernten und dann jetzt entsprechend ihrer Stimme im Chor sangen?

Es war jedenfalls eine enorme Energie um Saal. Es ist erstaunlich, wie kraftvoll die Stimmen der Schwarzafrikaner klingen. Ich erinnerte mich an ein Konzert von Konstantin Wecker, der für eines seiner Programme mal einen ganzen Chor aus Kamerun einfliegen ließ. 

Nach der Vorband kam dann ein Prediger, der ein Lied sang, bei dem das ganze Publikum erneut mitsang. Dann hielt er eine Predigt auf Zulu und sang ein weiteres Lied bevor endlich der Chor kam.

Jetzt bereute ich es, nicht die besseren Plätze genommen zu haben. Da der Chor unverstärkt sang und die Leute neben mir nur wenig Interesse daran hatten und quatschen und am Handy spielten, konnte ich von dem Gesang leider nur wenig hören. 

So ging es den Rest des Abends weiter. Nach jedem Lied des Chors kam entweder ein Prediger, oder ein Gospelsänger oder eine Gospelsängerin, die dann mit der Band und dem Publikum sangen. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten Leute (zumindest auf den billigen Plätzen um mich herum) mehr für die Predigten und Gospels hier wären als um dem Chor zuzuhören. Einerseits war die Stimmung im Saal währed der Gospels grandios. Wann hört man schon mal einen über 1000-köpfigen Chor, der im Gegensatz zum Wolfgang Petri Publikum auch noch singen kann?

Doch auf der anderen Seite war es auch schade, dass ich den eigentlichen Chor nicht wirklich genießen konnte, obwohl sie wirklich toll sangen. 

Sollte ich nochmal irgendwo die Gelegenheit haben auf ein Chorkonzert zu gehen, dann werde ich mir ein Ticket für einen besseren Platz kaufen.

Zumindest war es ein langer und ausgiebiger Abend. Das ganze Konzert dauerte über 2½ Stunden. Da war es auch nicht so schlimm, dass ich von den Predigten, die vielleicht eine Stunde davon einnahmen, kein einziges Wort verstand.

Nach 2¾ Stunden hatte ich dann genug. Ich saß ja schon fast 5 Stunden in dem Saal. Während einer weiteren Predigt ging ich zur Toilette, dann nochmal kurz zurück in den Saal, blieb aber am Eingang stehen um ein letztes Lied vom Chor zu hören. Dann rief ich mir schließlich ein Uber. Ich hatte auch Angst, dass wenn ich bis zum Ende des Konzerts warten würde, ich keins mehr bekommen würde oder ewig lange warten müsste.

Zurück im Apartment aß ich noch ein Brot und dann ging ich ins Bett. Ich habe die schlaflose Nacht im Flieger immer noch nicht ganz wieder aufgeholt.

Ein weiterer Nachmittag im botanischen Garten

Datum12.04.2026 – Tag 4
OrtDurban

In der Nacht hielten mich ein paar fiese Mückenstiche vom Schlafen ab. Deshalb stand ich heute morgen erst um 10:30 Uhr auf. Gerade als ich mit meinem Müsli fertig war klingelte das Telefon. 

Johs, der Motorradfahrer, den ich in Vietnam kenngelernt hatte und der 25 Jahre in Südafrika gelebt hat, rief an. Ich hatte ihn am Abend vorher per WhatsApp um ein paar Tipps gebeten. 

Wir telefonierten über eine Stunde und er gab mir ein paar gute Tipps und auch gute Einschätzung zu 2 Offroad-Strecken bei denen ich mir noch nicht sicher bin, ob ich sie fahre oder nicht.

Da nun sowieso nicht mehr so viel Zeit war und ich heute Abend auch nicht so spät zurück kommen wollte, ich musste ja schließlich noch meinen Koffer packen, entschied ich mich nochmal in den botanischen Garten zu gehen. Diesmal mit meiner richtigen Kamera samt dem neuen Objektiv.

Vorher ging ich allerdings noch in die Garage mit der Wäscherei und holte ein Päckchen ab, das ich gestern bei Amazon bestellt hatte. Die Dame dort war so nett und hatte es für mich angenommen.

Ich machte eine Menge Fotos und gewöhnte mich an mein neues Setup mit Einbeinstativ und einem Objektiv das ich im Gegensatz zu meinem alten in die andere Richtung drehen muss um zu zoomen. Das ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch ich war guter Dinge dass ich das ein oder andere schöne Vogelfoto machen konnte. 

Gegen 14:00 sprach mich eine nette Südafrikanerin an und lud mich zu einem Picknick ein. Das ist wohl so ein Event hier, das regelmäßig stattfindet -„Picknick with strangers“. Da treffen sich die unterschiedlichsten Leute im Park und picknicken gemeinsam. Ich sagte ihr ich würde erst noch ein paar Fotos machen und mich dann vielleicht später dazu gesellen. 

Ich lief noch eine Weile durch den Park und fotografierte alles was mit vor die Linse kam. Ich testete auch die Makro-fähig meines neuen Objektivs mit dem ich echt detaillierte Aufnahmen von Blüten machen konnte. 

Leider war ich so dumm und habe keine Ersatzakkus eingepackt. Meine alten Akkus halten nicht mehr sonderlich lange durch und nach 1½ Stunden verabschiedete sich die Kamera mit den Worten „battery exhausted“.

Schade, denn dann kamen langsam die Affen zum Vorschein, die sich zuvor etwas rar gemacht hatten. 

Ich packte meine Kamera weg und ging zu dem Picknickplatz. Doch irgendwie überkam mich die Schüchternheit. Die Leute dort waren alle deutlich jünger als ich und sprachen selbstverständlich fließend Englisch. Ich setzte mich erst mal auf eine Parkbank nicht weit entfernt und schrieb ein wenig Tagebuch. Ich konnte mich nicht durchringen mich dazu zu setzten. Es war einfach zu viel geschnatter aus allen Richtungen und alles in Highspeed-Englisch. Ich wusste nicht, ob ich mir das antun wollte. Außerdem hatten die anderen alle etwas mitgebracht und ich kam mit leeren Händen. Irgendwie war mir das alles zu viel und ich  blieb erst mal auf der Bank sitzen und schaute mir das bunte Treiben aus sicherer Entfernung an.

Nach einer halben Stunde entschied ich mich zu gehen. Sie spielten gerade Charade. Auf Englisch. Da hätte ich keine Chance gehabt.

Auch heute hielt mich der Parkplatzwächter wieder an und fragte, wo ich denn hingehen würde. Als ich „Currie Road“ antwortete meinte er, dass der Weg dorthin sicher sei.

Auf dem Weg hielt ich nochmal bei dem Edelsupermarkt (Checkers) an und kaufte mir an der der Warmen Theke etwas zu Essen. Backfisch mit Gemüse und Kartoffeln, dazu noch ein Hühnchen-Pie. 

Im Apartment bereitete ich mir gleich das Essen zu. Es war mit rund 5€ nicht teuer und sehr lecker. Das muss ich mir für die Zukunft merken.

Eigentlich wollte ich jetzt die Zeit nutzen um am Computer an meinen Bildern zu arbeiten. Ich hatte im botanischen Garten von den meisten Vögeln Serienbilder gemacht, was bedeutete ich hätte viel Arbeit mit dem Aussortieren. Doch ich fühlte mich irgendwie total platt. Also gab ich meinem inneren Schweinehund nach, legte mich aufs Bett und schaute ein paar YouTube Videos.

Später packte ich dann meine Sachen, damit es am nächsten Morgen etwas schneller gehen würde und ging ins Bett. Den Wecker stellte ich mir auf 8:30 Uhr. Kaum lag ich, bekam ich auch schon 2 Mückenstiche. Gut, dass heute morgen der Heat It Stick kam, mit dem ich sie sofort behandeln konnte. So verschwand der Juckreiz schon nach wenigen Minuten.

Endlich bekam ich mein Motorrad

Datum13.04.2026 – Tag 5
OrtDurban
gefahrene Kilometer18 km
Kilometerstand58353 km

Der Wecker klingelte um 8:30 Uhr und riss mich aus dem Tiefschlaf. Ich machte mir mein restliches Müsli zum Frühstück und aß noch eine Banane dazu. 

Dann wusch ich das Geschirr ab und packte meine letzten Sachen. Es war mittlerweile 9:30 Uhr und von der Transportfirma hatte sich noch niemand gemeldet. Ich schrieb Jonathan eine WhatsApp und er meinte, sie würden noch auf einen Termin warten um die Papiere vom Zoll zurück zu bekommen. Anschließend würde mich jemand abholen.

Ich ging noch schnell unter die Dusche und dann gab ich um 9:50 Uhr mein Gepäck in der Wäscherei ab. Dort konnte ich es bis zum Nachmittag deponieren. 

Nun hieß es wieder warten. Ich wollte mich eigentlich an den Pool legen, doch alle Liegen und Sitzgelegenheiten standen in der prallen Sonne. Also setzte ich mich auf eine Bank vor der Reinigung, las WhatsApp Nachrichten aus meiner Motorradfahrer-Gruppe und schrieb Tagebuch.

Um 10:30 Uhr bekam ich einen Anruf von der Transportfirma. Die Dame meinte ebenfalls, dass sie noch auf einen Termin warteten und wollte nochmal wissen, ob ich Sicherheitsschuhe hätte. Ich erklärte ihr, dass ich ziemlich stabile Motorradstiefel hätte, es aber keine Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen wären und es besser wäre, wenn sie mir welche besorgen könnte. Nicht, dass es wieder daran scheitern würde.

Um 10:45 Uhr rief sie mich erneut an um zu fragen, wo genau meine Unterkunft wäre. Nicht, dass ich das gesten schon den Fahrern gesagt hätte…

Aber egal. Ich gab ihr die Adresse und sie meinte dass ich zwischen 11:00 Uhr und 11:30 Uhr abgeholt würde. Was soviel bedeutet wie „es kann auch 12:00 Uhr werden“. Also wartete ich weiter…

Um 11:15 Uhr kam mich dann jemand abholen. Allerdings keiner der 2 Männer vom letzten Mal. Die hätte ich gut verstanden. Der Fahrer heute hatte einen starken Akzent und ich konnte ihn nur schlecht verstehen. 

Am Depot traf ich Adrian, den Manager des Lagerhauses. Er gab mir eine Warnweste und führte mich zu meinem Motorrad. Bzw. wir suchten es. Zuerst dachte ich wir hätten es gefunden, da die Kiste meiner ziemlich ähnlich sah, doch bei genauerem Hinsehen fiel mir auf, dass es ein anderes Holz war und die Sockel auch kleiner waren.

Als nächstes zeigte er mir ein offen verpacktes kleines Motorrad. Das war es natürlich auch nicht. Dann zeigte ich ihm ein Foto von meiner Kiste und im dritten Anlauf fanden wir es.

Ein Stapler brachte es zu einer freien Fläche wo ich es auspacken und zusammenbauen konnte.

Um 14:20 Uhr war ich mit allem fertig.  Vorderrad war drin, Batterie angeklemmt,Navi-Halter, Scheibe und Topcase angebaut. 

Beim Einbau des Vorderrades hatte ich ein paar Probleme mit der Bremse. Die Bremsbeläge waren mittlerweile so dünn, dass sie beim Einbau immer raus gefallen sind. Ich versuchte es ein paar Mal doch dann fiel mir noch eine Blattfeder raus. Ich schaffte es nicht sie wieder einzusetzen. Doch da ich morgen ja sowieso zur Werkstatt fahre und dort sowohl die Bremsscheiben wie auch die Beläge getauscht werden, machte ich mir keine große Sorgen. Für die paar Kilometer zum neuen Apartment würde es auch ohne die Feder gehen. Am Ende pumpte ich meinen Reifen nochmal auf, die während der letzten 4 Wochen rund ein Bar an Druck verloren hatten.

Nach weiteren 15 Minuten Wartezeit bekam ich um 14:35 Uhr den Anruf von Jonathan, dass die Dokumente fertig seien und er sie an das Depot geschickt hat. Nun suchte ich jemanden, der mir erklären konnte wie es weiter geht bzw. mich hoffentlich fahren lassen würde.

Ich lief ein wenig durch die Lagerhalle bis ich Adrian fand. Ich sagte ihm, dass die Papiere gemailt wurden. Er meinte ich sollte noch 10 Minuten warten und dann könnte ich fahren.

Es dauerte nicht lange und dann kam tatsächlich jemand, der noch ein paar Fotos von meinem Motorrad machte, mir 2 Zettel zum Unterschreiben hinlegte und dann durfte ich fahren.

Zuerst steuerte ich eine Tankstelle an. Die Dame tankte 15,3 Liter in meinen 16 Liter Tank. Jetzt bin ich für die erste Etappe gerüstet.

Dann fuhr ich zu Jonathan ins Büro um meine Rechnung zu bezahlen. Sie belief sich auf umgerechnet knapp 1000€. Davon waren alleine 180€ Kosten für die Lagerung, die nur 60€ betragen hätten, wenn ich das Motorrad schon am Freitag bekommen hätte. Egal, ich konnte es nicht mehr ändern. Zusammen mit den 700€ die ich schon in Indien bezahlt hatte, hielt sich der Transport mit insgesamt 1700€ noch im Rahmen. Von Kolumbien nach Deutschland hatte ich genau so viel bezahlt und da hatten wir uns zu sechst einen Container geteilt was eigentlich hätte günstiger sein müssen.

Da Jonathan kein Kreditkartenlesegerät hatte konnte ich entweder eine Auslandsüberweisung machen, von der ich nicht wusste, wie teuer sie wäre, oder ich könnte bar bezahlen. Da ich noch genau 1000€ in Bar dabei hatte und die Rechnung 994€ ausmachte, gab ich ihm die 1000€ und die Sache war erledigt.

Als nächstes fuhr ich zur Yamaha Werkstatt, die nur ein paar Minuten entfernt lag um nach einem Termin zum Wechseln der Bremsscheiben zu fragen. Und zu meine Glück meinte der Mechaniker, ich solle direkt am nächsten Morgen um 8:00 Uhr kommen. Früh, aber besser als noch ein paar Tage warten zu müssen.

Nun fuhr ich zu meinem neuen Apartment, das in einer angeblich nicht so sicheren Wohngegend liegen sollte. Das Gebäude sah von außen auch wirklich schlimm aus, eher wie ein heruntergekommener Sozialbau an dem seit 50 Jahren nichts mehr gemacht wurde. Doch das Apartment selbst war sehr schön, es gab Sicherheitspersonal am Eingang und eine abgeschlossene Tiefgarage. Ich hoffte, dass waren genug Sicherheitsmaßnahmen um nichts gestohlen zu bekommen.

Um 17:30 Uhr fuhr ich mit einem Uber zu meiner alten Unterkunft um mein Gepäck abzuholen. Ich nahm auch noch meine Motorradhose und etwas Wäsche mit um sie dort in der Reinigung waschen zu lassen. Dummerweise vergaß ich dir Motorradjacke, die nach 5 Monaten Einsatz in Indien auch mal wieder eine Wäsche hatte gebrauchen können. Als ich zurück in meinem neuen Apartment war, schrieb ich Mariia über AirBnB, sie solle doch mit meiner Wäsche bitte noch bis morgen warten, dann würde ich ihr die Jacke noch vorbei bringen. So wie ich es verstanden hatte, wurde mir sowieso eine ganze Maschine berechnet für 5,50€. Da war eine Motorradhose, ein Hemd und eine Garnitur Unterwäsche doch etwas wenig.

Da mir der Uber-Fahrer versicherte, dass die Gegend ich der ich wohnte doch relativ sicher sei und es kein Problem sei auch um 19:00 Uhr, wo es ja schon dunkel war, noch zum Supermarkt an der Ecke zu gehen, ging ich noch einkaufen. Ich brauchte dringend Wasser und wo ich schon mal da war kaufte ich auch noch Obst und Kekse. Neben dem Supermarkt gab es einen Shawarma Laden in dem ich mir eine großes Shawarma mit einer Portion Fritten bestellte. Die waren zwar nicht gut, weil total labberig, aber der Hunger trieb sie rein. Und das Shawarma war sehr lecker. Morgen werde ich mir aber wahrscheinlich wieder etwas von der warmen Theke im Supermarkt holen.

Zurück in der Wohnung, aß ich das Shawarma, schrieb Tagebuch und schaute noch ein paar Videos bevor ich um 22:00 Uhr ins Bett ging. Eine kleine digitale Wetterstation im Zimmer zeigten 25 Grad und 99% Luftfeuchtigkeit an. Ich nahm die Bettdecke aus dem Bezug so dass es nachts nicht zu warm war. Den Wecker stellte ich schweren Herzens auf 7:10 Uhr.

Werkstattbesuch, neue Bremsscheiben und Ölwechsel

Datum14.04.2026 – Tag 6
OrtDurban
gefahrene Kilometer11 km
Kilometerstand58364 km

Der Wecker riss mich um 7:10 Uhr aus dem Tiefschlaf. Ich taumelte in die Dusche und aß noch schnell eine Banane.

Dann packte ich meine Sachen und war fast pünktlich um 8:05 Uhr in der Werkstatt. 

Ich durfte während der Arbeiten dabei sein und assistieren. So konnte ich auch darauf achten, dass der Mechaniker die Bremse beim Wechsel der Beläge auch ordentlich reinigt. Hätte ich nichts gesagt, dann hätte er das wohl nicht gemacht. Außerdem sagte ich ihm die korrekten Drehmomentwerte für die Schrauben an. Sonst hättner sie wahrscheinlich auch nur nach Gefühl angezogen. 

Die vorderen Bremsscheiben und -beläge waren recht schnell gewechselt. Er schaffte es auch die Feder wieder einsetzen, die mir gestern rausgesprungen war.

Ich ließ ihn dann auch gleich noch die Bremsflüssigkeit wechseln. Das wäre zwar nicht unbedingt nötig gewesen, aber da ich schon mal in der Werkstatt war, dachte ich, ich könnte das gleich mit erledigen lassen. Sie war farblich auch deutlich dunkler als die neue.

Dann kamen wir zum Hinterrad. Dort hatte ich ja seit ich in Indien angekommen war das Problem, dass die Werkstatt mit dem Abstandshalter den ich verloren hatte, improvisiert hatte. Jetzt habe ich zum ersten Mal gesehen, dass sie statt einem in der korrekten Größe einfach 2 eingesetzt hatten, die zusammen auf in etwa die korrekte Dicke kamen. Leider hatten sie in dieser Werkstatt das originale Teil nicht auf Lager, sonst hätte ich das korrigieren lassen. Ich muss mal schauen, ob ich das Teil in Johannesburg bestellen lassen kann, so dass es vorrätig ist, wenn ich ankomme. Das blöde ist nämlich, dass mit der improvisierten Lösung die Lagerdichtung nicht mehr gepasst hat, und die Werkstatt in Indien sie deshalb einfach weggelassen hat, was natürlich auf die Lebensdauer des Radlagers Einfluss hat.

Das wird nochmal viel Arbeit in Johannesburg werden.

Die Bremsscheibe hinten war auch vergleichsweise schnell montiert, doch der Einbau des Hinterrades dauerte. Wir haben es einfach nicht geschafft, die neue Bremsscheibe zwischen die Beläge einzufädeln.

Der Mechaniker versuchte sogar den ganzen Bremssattel auseinander zu nehmen und dann wieder zusammenzubauen, nachdem das Rad drin war, doch dazu war die Schwinge im Weg.

Also bauten wir das Rad erneut aus, den Bremssattel zusammen und dann setzten wir das Rad ein ohne die Bremsbeläge vorher in den Bremssattel zu stecken. Das ist mit etwas gefummelt auch nachträglich möglich.

Irgendwann hatten wir es dann geschafft und beiden Bremsen waren wie neu. Das war auch überfällig, da die Stärke der vorderen Bremsscheiben nur noch 3,85mm betrug und man sie schon bei 4mm hätte wechseln sollen. Die Stärke der hinteren Scheibe betrug 4,3mm und man hätte sie schon bei 4,5mm wechseln sollen. Aber bei meiner defensiven Fahrweise war das kein Problem.

Dann machte der Mechaniker noch einen Ölwechsel und bohrte mir 2 Löcher in die Alu-Stange, die ich von Zuhause mitgebracht hatte, als Teil meiner Aufstellhilfe.

Die Stange hatte ich in Indien ja verloren, da ich sie nur mit Kabelbindern befestigt hatte. Jetzt ist die neue mit Schrauben befestigt und sollte nicht so schnell verloren gehen. Außerdem fahren die Leute in Südafrika viel anständiger als in Indien und ich denke nicht, dass mit hier jemand hinten rein fährt. Hier sind es eher die Vibrationen der Schotterpisten, die die Schraube los rütteln könnten.

Um 12:20 Uhr waren wir mit allem fertig. Ich zahlte die Rechnung über 180€ was hauptsächlich Arbeitslohn war und 2,5 Liter Motoröl. Alle anderen Ersatzteile hatte ich ja selbst mitgebracht.

Ich glaube in Deutschland liegt der Arbeitslohn in einer Yamaha Werkstatt mittlerweile bei rund 100€. Das heißt ich hätte in Deutschland über 400€ gezahlt. In Indien wäre es noch deutlich billiger gewesen, aber die hätten sicherlich nicht so ordentlich gearbeitet. 

Alles in Allem war ich mit dem Service sehr zufrieden und gab dem Mechaniker am Ende noch ein kleines Trinkgeld.

Nun fuhr ich direkt zu der Reinigung in meiner alten Wohnung. Die hatten mich schon angerufen als wir noch am Motorrad gearbeitet hatten und wollte wissen wann ich komme.

Als ich dort gegen 12:40 Uhr erschien war es zum Glück noch nicht zu spät. Ich gab ihnen noch meine Motorradjacke, ein Hemd und Unterwäsche und dann konnten sie alles zusammen in einer Maschine waschen.

Sie würden es immer noch bis morgen Abend schaffen und mich anrufen wenn alles fertig ist. Ich hoffte nur, dass sie es im Trockner nicht zu heiß trocknen. Nicht dass der Kunststoff meiner Motorradkleidung schmilzt.

Da ich schon in der Nähe des tollen Checkers Supermarktes war, fuhr ich schnell dort hin und kaufte mir nochmal einen Backfisch mit Gemüse. Für knapp 4€ ein leckeres und bezahlbares Mittagessen.

Zuhause wärmte ich die Sachen in der Mikrowelle nochmal ein wenig auf bevor ich sie gegessen habe. Anschließend legte ich mich für eine kleine Siesta nochmal ins Bett.

Am Nachmittag ging ich nochmal in die Tiefgarage und nahm noch ein paar Einsteööungen am Motorrad vor, so dass ich für die erste Etappe gerüstet wäre.

Letzte Besorgungen

Datum15.04.2026 – Tag 7
OrtDurban
gefahrene Kilometer38 km
Kilometerstand58402 km

Heute konnte ich zur Abwechslung mal ausschlafen und stand erst um 10:00 Uhr auf. Zum Frühstück hatte ich lediglich 2 Bananen und einen Apfel.

Nun machte ich mir Gedanken, wo ich in den nächsten Tagen hin fahren wollte und buchte schließlich auch eine Unterkunft in Harburg, einem kleinen Nest mit deutschen Wurzeln in der Nähe von Warburg wo es eine deutsche Schule gibt.

Auf dem Weg gibt es an der Küste etwas nördlich von Durban noch ein Krokodil-Zentrum. Um 10:30 Uhr gibt es dort eine Führung inkl. Fütterung und um 12:00 Uhr eine 2. Führung ohne Fütterung. Ich war gespannt, ob ich früh genug aufstehen würde um die erste Führung noch zu schaffen.

Mittlerweile war es schon 12:00 Uhr und ich fuhr zum Einkaufen. Von ChatGPT erfuhr ich das Builders die größte Baumarktkette mit der größten Auswahl in Südafrika ist. Also entschied ich mich dorthin zu fahren um Moosgummi oder etwas ähnliches zu kaufen um den Boden meines neuen Benzinkanisters damit zu bekleben, damit der am Koffer nicht so rappelt. Ich schritt jeden einzelnen Gang ab, doch das einzige was ich fand war eine Ortho Matte, was auch immer das war. Mit 13€ und 60cm x 90cm Größe eine ziemliche Verschwendung, da ich nur etwa 10cm x 12cm brauchte. Doch ich fand nichts günstigeres, also nahm ich sie. 

Vor dem Markt gab es eine Frittenbude an der ich eine Bratwurst (Original Wors) zu Mittag aß. Schade, dass es hier keine richtigen Brötchen gibt, sondern nur diese Hotdog Brötchen, denn die Wurst selbst war sehr lecker.

Als nächstes wollte ich zu einem Outlet um mir ein paar Badelatschen zu kaufen, da ich meine leider in Deutschland vergessen hatte. Doch vorher fuhr ich noch zu einem nahegelegenen Makro Supermarkt. Ich brauchte noch Wasser und Instantnudeln. Und da es laut Internet ein großer Supermarkt war, hoffte ich noch 2 günstige T-Shirts zu finden.

Als ich ankam war ich überrascht wie groß der Markt war. Ich bekam die 2 T-Shirts und auch ein paar Badelatschen. Die waren mit 15€ zwar ziemlich teuer, doch ich wollte nicht nochmal zu einem anderen Geschäft fahren. Langsam lief mir nämlich die Zeit davon. Ich kaufte noch die Nudeln und Wasser und fand in einer Baumarkt-Sektion auch noch Bremsenreiniger. Die Dose war mir eigentlich zu groß, doch sie war so günstig (3,50€), dass ich nicht wiederstehen konnte.

So hatte ich zumindest alles was ich brauchte und musste zu keinem anderen Geschäft mehr fahren.

Auf dem Weg zurück zu meinem Apartment hielt ich noch am Strand. Ich wollte Durban nicht verlassen ohne wenigstens einmal den Strand gesehen zu haben. Hier gab es eine schöne Promenade wo ich gerne noch länger spazieren gegangen wäre, doch ich wollte mein Motorrad nicht unbeaufsichtigt parken. Deshalb ging ich lediglich zum Pier von wo aus ich mein Motorrad immer im Blick hatte. Leider konnte ich nicht lange bleiben, da es schon nach 16:00 Uhr war und ich noch einiges zu tun hatte. Außerdem musste ich ja auch noch meine Klamotten aus der Reinigung abholen, die mich bis jetzt noch nicht angerufen hatte.

Zurück im Apartment schnitt ich mir zwei kleine Stücke aus der Matte heraus und klebte sie mit 2-Komponenten-Kleber auf die Unterseite des Benzinkanisters. So liegt er leicht gedämpft auf dem Koffer auf und klappert nicht mehr. 

Nun packte ich so viele meiner Sachen wie ich konnte und trug schon einen Teil ans Motorrad. 

Anschließend ging ich nochmal in den Spar um Abendessen zu kaufen. Heute fiel mir auf, dass dort mitten im Markt gegrillt wurde. Ich nahm aber lieber ein Beef-Curry mit Reis, Salat und einer Schale Obstsalat, die allerdings nur aus Wassermelone und Ananas bestand.

Zuhause wärmte ich das Essen in der Mikrowelle noch ein wenig auf und aß es an meinem schönen Glastisch.

Um 19:30 Uhr verlor ich die Geduld und rief in der Reinigung an. Die Dame meinte, meine Sachen seien schon lange fertig und entschuldige sich, dass mich niemand angerufen hatte. Als ich fragte, ob ich sie dann jetzt abholen könnte, meinte sie allerdings, dass sie schon geschlossen hätten. Normalerweise sei bis 20:00 Uhr geöffnet, doch heute mussten sie aus einem Grund den ich nicht verstanden hatte, früher schließen. Also musste ich so planen, dass ich die Sachen morgen früh abholen würde.

Ich packte also noch ein paar weitere Sachen und setzte mich dann an den Laptop um die Bilder der letzten Tage zu beschriften. Um 22:00 Uhr legte mich dann ins Bett. Den Wecker stellte ich auf 7:30 Uhr, da ich um 10:30 Uhr am Crocodile Creek sein wollte um die Führung mit der Fütterung mitzumachen.