
Problemloser Grenzübergang

| Datum | 24.12.2025 – Tag 73 |
| Start | Suryodaya |
| Ziel | Raiganj |
| gefahrene Kilometer | 206 km |
| Kilometerstand | 51807 km |
Um 7:30 Uhr klingelte mein Zimmer-Telefon und riss mich aus dem Schlaf. Keine Ahnung was sie wollten. Ich hob genervt ab und legte sofort wieder auf.
Um 8:00 Uhr stand ich dann auf und packte meine Sachen. Im Restaurant fragte ich nach einem Puri Bhaji, das ich am Abend zuvor auf der Speisekarte gesehen hatte, doch das gab es heute leider nicht. Etwas anderes wollte ich nicht, also verließ ich das Hotel ohne Frühstück. Beim Auschecken gab ich der Dame an der Rezeption mein restliches Bargeld (bis auf 300 Rupien, die ich für ein Frühstück behielt) und zahlte den Rest der Rechnung mit der Kreditkarte. Um 9:15 Uhr ging es dann los.
5 Minuten später, an dem Aussichtspunkt angekommen, hielt ich an dem gleichen kleinen Essensstand wie gestern. Heute gab es allerdings noch keine Momos, die Dame war gerade dabei die Füllung vorzubereiten, und es gab auch kein Chana.
Also nahm ich eine Portion Chowmein, einen Tee und eine Flasche Wasser. Kostenpunkt: 90ct.
Meine letzten 150 Rupien gab ich am Stand der jungen Dame für Schokolade aus. Jetzt bin ich mein nepalesisches Geld komplett los.
Die Strecke durch die Berge war genauso schön wie gestern. Doch als ich die Tiefebene erreichte kam ich unter die Wolkendecke und es wurde gleich 4 Grad kälter.
Um 11:20 erreichte ich das Immigration Office auf der Nepalesischen Seite um den Ausreisestempel in meinen Pass zu bekommen. Nebenan beim Zoll bekam ich dann auch recht schnell meine Carnet de Passages abgestempelt.
Um 11:40 Uhr war ich schon durch, doch dann nahm ich die falsche Straße nach Indien. Ich fuhr einfach den Autos hinterher doch dann sagte mir der indische Grenzpolizist, dass diese Straße nur für Autos sei und ich die kleinere Brücke für Motorräder nehmen müsse.
Also fuhr ich als Geisterfahrer zurück nach Indien. Dort zeigte man mir die Zufahrt zur kleinen Brücke für die Motorräder und dann erreichte ich Indien auf dem korrekten Weg. Als erstes gab es eine Polizeikontrolle an der meine Passdaten manuell in ein dickes Buch übertragen wurden. Dann sollte ich zum Immigration Office.
Das war allerdings auch nicht so leicht finden, da auf der indischen Seite der Grenze ein großer Markt war. Ich fuhr natürlich beim ersten Versuch an der Abfahrt vorbei. Doch auf Nachfrage wurde ich wieder zurück geschickt und beim 2. Versuch fand ich es dann.
Mittlerweile war es 12:00 Uhr und vor der Einwanderungsbehörde war eine lange Schlange.
Um 12:15 Uhr kam ein Beamter und bedeutete mir mit ihm mitzukommen und die halbe Schlange zu überspringen. 10 Minuten später hatte ich meinen Einreisestempel. Jetzt musste ich nochmal zurück in Richtung der Brücke zum Zoll um die Papiere für mein Motorrad ausfüllen zu lassen. Alles etwas unorganisierter als auf der nepalesischen Seite.
Auch den Zoll fand ich erst im 2. Versuch, denn es gab 2 Gebäude und ich war natürlich zuerst am falschen.
Um 12:50 Uhr nepalesischer Zeit war ich auch hier fertig und hatte den nötigen Stempel in meinem Carnet der Passage.
Jetzt stellte ich alle meine Uhren (Handy, Navi und Fotoapparat) auf indisches Zeit und hatte eine Viertelstunde gewonnen. In Indien war es 12:35 Uhr.
Dann fragte ich noch jemanden vor dem Zollgebäude, ob er mir meine indische SIM Karte aufladen könnte. Auch das war kein Problem und gegen 13:00 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Kishanganj, die erste Option zum Übernachten. Vorher gab es allerdings noch eine Kleinigkeit zu Essen.
Ab hier war die Strecke ziemlich langweilig. Schnellstraße, dafür gut ausgebaut. Ich kam gut voran. Leider war der Himmel komplett bedeckt und bei 16 Grad und 80 bis 90 km/h würde es ein wenig frisch.
Als ich Kishanganj erreichte war es gerade 15:00 Uhr. Ich hatte noch einen Ort mit ein paar Hotels 1½ Stunden weiter auf dem Schirm. Keine Ahnung warum Google mit bei so einer guten Straße für 70 Kilometer 1½ Stunden ansagte. Ich ließ mich überraschen und fuhr weiter.
Es lief gut und ich erreiche nach 1¼ Stunden noch vor Einbruch der Dunkelheit Raiganj. Dort steuerte ich das Hotel Indraprastha an, das nicht nur einen Motorradparkplatz im Erdgeschoss hatte, eine Art offene Tiefgarage, sondern auch ein Einzelzimmer mit bequemem Bett für nur 10€ pro Nacht. Es gab sogar eine Klimaanlage, doch ich merkte später, dass sie nur kühlen und nicht heizen konnte. Aber ich hatte ja meinen Heizlüfter. Der sollte für das kleine Zimmer und eine Tiefsttemperatur von 13 Grad völlig ausreichen.
Das Restaurant im Hotel sagte mir gar nicht zu. Wie Hakim sagen würde, die Vibes haben nicht gepasst. Sah aus wie eine Industriehalle mit ein paar Tischen.
Ich ging in ein Café um die Ecke und bestellte mir mein Lieblingsessen in Indien. Kadai Paneer. Leider vergaß ich dazu zu sagen, dass ich es nicht so scharf möchte. Es war gerade noch so ok und sehr lecker, doch später im Hotel musste ich Tabletten gegen Sodbrennen nehmen.
Zum Nachtisch gönnte ich mir zur Feier des Tage etwas süßes. Ein Schokobällchen und einen Brownie. Beides lecker. Aber das darf jetzt nicht zur Gewohnheit werden.
Zurück im Hotel setzte ich mich an meinen Laptop und stellte endlich den nächsten Reisebericht fertig, konnte ihn aber noch nicht veröffentlichen, da ich noch ein paar Videos von den Nashörnern und Elefanten im Chitwan Nationalpark bearbeiten muss.
Gour History Complex

| Datum | 25.12.2025 – Tag 74 |
| Start | Raiganj |
| Ziel | Berhampore |
| gefahrene Kilometer | 260 km |
| Kilometerstand | 52067 km |
Ich wachte gegen 8:00 Uhr auf und packte langsam meine Sachen. Zum Frühstück aß ich 2 Brownies, die ich noch von gestern Abend hatte.
Jetzt ging es los zur ersten Sehenswürdigkeit, der Adina Moschee in Pandua. Die Fahrt war langweilig und der Himmel komplett bedeckt. Ich fürchte die schönen Fahrtage sind vorbei. Ab jetzt steht wieder die Kultur im Vordergrund.
Als ich die Moschee erreichte sah ich als erstes ein großes Schild, dass Fotografieren verboten sei. Außerdem sagte mir der Anblick irgendwie nicht zu. Ich weiß auch nicht genau warum.
Da ich noch ein zweites Ziel für heute auf dem Plan hatte, ließ ich dir Besichtigung der Moschee kurzerhand aus.
Ein paar Minuten später fand ich ein schönes Restaurant an der Schnellstraße und stoppte für ein 2. Frühstück, bzw. Brunch, ich wúrde wohl nichts mehr zu Mittag essen.
Ich bestellte mit ein Paneer Uttapam. Das hatte ich bisher noch nicht und war gespannt wie es schmeckt. Ein Lassi hatten sie keins und ich hoffte, dass Essen würde nicht so scharf sein. In dem Restaurant muss es eine Geburtstagsparty gegeben haben, denn es ging noch Dekoration an der Wand. Das Uttapam war ok, aber nicht so ganz mein Fall, das Masala Dosa war hervorragend.
Gegen 12:00 Uhr erreichte ich den „Gour Malda, World Famous Ancient Indian HISTORY“ Komplex.
Eine sehr gepflegte Anlage mit Moscheen und anderen Bauwerken aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Es war ein recht großes Areal mit mehreren Sehenswürdigkeiten. Und egal wo ich anhielt musste ich zuerst einmal irgendeinem Inder die Hand schütteln und Auskunft geben wo ich her kam und wie viel mein Motorrad gekostet hat.
Dazu kamen noch diverse Selfies und Gruppenfotos. Ich hatte das Gefühl ich hätte mehr Zeit mit den Indern als mit dem Anschauen der Sehenswürdigkeiten verbracht. Als ich an der Boro Sona Jame Moschee dann 4 junge Frauen in wunderschönen traditionellen Kleidern fragte, ob ich ein Foto von ihnen machen dürfte, drehten sich 2 schüchtern weg und die anderen beiden standen sogar auf und gingen davon. Muslimische Frauen in ländlichen Gegenden anzusprechen ist wohl keine so gute Idee.
Um 13:30 Uhr fuhr ich weiter zu meinem heutigen Tagesziel Hazarduari. Es war weniger Verkehr auf der Straße als befürchtet und ich holte sogar ein wenig Zeit gegenüber der Vorhersage von Google Maps auf, bis ich die Schnellstraße bei Berhampore verließ. Von hier ging es durch dichten Verkehr und enge Straßen schleppend langsam weiter.
Irgendwann fiel mir auf, dass ich meinen Zielort von Süden her anfuhr und mich somit wieder von Kalkutta (meinem nächsten Ziel) entfernte. Also hielt ich am nächsten von außen gut aussehenden Hotel an und fragte nach einem Zimmer. Das Hotel an sich war sehr schön, doch alle Zimmer die mir gezeigt wurden, hatten die gleichen brettharten Matratzen.
Also fuhr ich weiter. Die nächsten Hotels, die mir auf dem Weg ins Auge fielen sahen schon von außen ziemlich heruntergekommen aus, weshalb ich letztlich doch den ganzen Weg bis Hazarduari zum Hotel Palace View fuhr. Es sah in echt genauso gut aus wie auf den Bildern in Google Maps. Leider gab es lediglich noch ein einziges freies Zimmer für 50€ pro Nacht. Und das auch nur für eine Nacht. Ich wollte eigentlich 2 Nächte bleiben und mir am nächsten Tag den Palast anschauen.
Also steuerte ich das 2. Hotel in Hazarduari an, das ich mir zuvor rausgesucht hatte, und erreichte es in der Dämmerung bei Sonnenuntergang. Leider hatte auch das Hotel extrem harte Betten in allen Räumen. Das wollte ich mir einfach nicht antun.
Also nahm ich das Abenteuer auf ich und fuhr zurück nach Berhampore , allerdings über eine andere, vermeintlich bessere Straße. Doch der Verkehr im dunkeln ist echt furchtbar. Ca. die Hälfte der Fahrzeuge fährt ohne Licht und dann kommen noch Fahrräder und Fußgänger dazu. Ich war extrem langsam unterwegs und ziemlich genervt.
Auf halbem Weg sah ich aus dem Augenwinkel ein weiteres Hotel, das bei näherem hinsehen einen ganz guten Eindruck machte. Es hatte sogar eine Tiefgarage.
Auch hier hatte das erste Zimmer, das man mir zeigte, ein brutal hartes Bett, doch das im zweiten Zimmer war angenehm weich. Und als ich hörte, das es inkl. Frühstück nur 17€ kosten sollte war die Entscheidung getroffen.
Ich bezog mein Zimmer, ging Duschen und anschließend im Hotelrestaurant essen. Ich saß in einem sehr schönen Ambiente und das Essen war ausgesprochen gut. Ein richtig schönes Weihnachtsessen. Auch wenn es keine Gans gab. 😉
Sightseeing in Hazarduari

| Datum | 26.12.2025 – Tag 75 |
| Start | Berhampore |
| Ziel | Berhampore |
| gefahrene Kilometer | 38 km |
| Kilometerstand | 52105 km |
Ich hatte eine schlechte Nacht. Gegen 2:00 Uhr wachte ich auf, da ich 7 sehr schmerzhafte Mückenstiche hatte.
Ich holte sofort meinen HeatIt um sie zu behandeln, doch 2 waren an Stellen an den Beinen, wo ich die Stiche nur schlecht finden konnte, da das komplette Bein juckte.
Während der Prozedur schaffte ich es sogar die Mücke zu erschlagen, doch als ich mir gerade wieder meine Ohrstöpsel einsetzen und weiterschlafen wollte, hörte ich eine weitere Mücke umherschwirren. Ich setzte mich in den Schneidersitz, zog mir die Decke über den Rücken und den Kopf um einen fiesen Angriff von hinten auszuschließen und wartete geduldig bis die Mücke vor mir auftauchte. Es dauerte eine Ewigkeit, doch irgendwann hatte ich auch die zweite erschlagen. Jetzt legte ich mich wieder schlafen.
Am Morgen musste ich feststellen, dass es wohl noch eine dritte Stechmücke gegeben haben muss, da ich 2 Stiche im Gesicht hatte. Doch nach der Behandlung mit dem HeatIt waren sie schnell verschwunden.
Um 9:45 Uhr ging ich zum Frühstücken. Es gab ein Buffet von dem ich mir Sabji, Idli und Paratha sowie im 2. Gang eine Portion gebratener Bandnudeln nahm.
Gegen 11:00 Uhr startete ich die 30 Minütige Fahrt zum Palast in Hazarduari. Gestern hatte ich mir noch fest vorgenommen, die Fahrt dorthin zu Filmen, da der Verkehr absolut chaotisch war. Doch wie das mit dem Alzheimer so ist, hatte ich heute vergessen die Kamera mitzunehmen. Während der Fahrt ärgerte ich mich kolossal, da es so viel zu filmen gegeben hätte.
Als ich den Palast erreichte kam dann die Enttäuschung. Er war Geschlossen. Wie jeden Freitag. Wieso bin ich nur so dumm, die Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten nicht vorher zu kontrollieren. Das ist nicht das erste Mal, dass mir das passiert ist. Ich denke da nur an die Ellora Höhlen.
Naja, zum Glück ist die Gegend hier voll von historischen Sehenswürdigkeiten.
Ich steuerte als erstes das Grab von Azimunnisa Begum an, was ich zufällig auf Google Maps gefunden hatte, auch wenn ich nicht wirklich wusste wer das war.
Anschließend fuhr ich einen Ort weiter nach Nashnipur um mir den Nashipur Rajbari anzuschauen. Leider gab es keine Informationen. Es muss wohl auch ein kleiner Palast gewesen sein. Derzeit in einem recht heruntergekommenen Zustand, doch man konnte erahnen wie prunkvoll er einst gewesen war. Leider sind die Inder nicht mal bei Sehenswürdigkeiten für die man Eintritt bezahlen muss in der Lage, sie frei von Müll zu halten. Das ist schon echt enttäuschend. Im Obergeschoss gab es noch ein kleines Museum mit ein paar Gegenständen aus der Zeit, doch leider war das Fotografieren verboten.
Als nächstes ging ich zu Fuß zu dem nur 300 Meter entfernten Nashipur Akhra and Raghunath Temple. Ich habe nicht so richtig herausgefunden was genau das ist. Laut Internet ist es eine religiöse Stätte in der es darum ging auf ewig Junggeselle zu bleiben. Naja, dann war vielleicht richtig hier.
Von hier aus fuhr ich mit dem Motorrad zu einer Art Park, in dem ein Tempel und ein paar andere historische Sehenswürdigkeiten standen. Doch leider kostete der Eintritt 300 Rupien und ich hatte nur noch 200 Rupien im Portemonnaie.
Also fuhr ich wieder ins Ortszentrum und suchte einen Geldautomaten. Das war wieder einmal schwierig, da 90% aller Automaten von der State Bank of India (SBI) waren und die wohl mal wieder ein technisches Problem hatten. Ich versuchte es an 3 Automaten mit jeweils 2 verschiedenen Kreditkarten, doch ich bekam nirgends Geld. 2 weitere Automaten von anderen Banken waren außer Betrieb und erst am 6. Automaten, der von der ICICI Bank war, bekam ich Geld. Musste dafür allerdings auch 200 Rupien Gebühren zahlen. Das hätte ich an einem funktionierenden SBI Automaten nicht machen müssen. Naja, so habe ich wenigstens wieder rund 100€ an Bargeld. Vielleicht finde ich in den nächsten Tagen noch einen funktionierenden gebührenfreien Automaten, an dem ich dann etwas mehr abgeben kann.
Nun fuhr ich wieder zurück nach Murshidabad zur Katra Moschee, der ältesten Moschee des Ortes, die im Jahr 1725 erbaut wurde. Hier bot mir ein Guide seine Dienste für 300 Rupien an. Nicht viel Geld, doch die Führung dauerte auch nur ein paar Minuten und ich habe ihn kaum verstanden. Was ich verstanden habe war, dass es 1897 ein Erdbeben gab, bei dem 3 der ursprünglich 5 Kuppeln sowie 2 der 4 Ecktürme einstürzten.
Ich drehte noch eine 2. Runde ohne den Guide durch die Moschee und machte ein paar Fotos.
Jetzt war es auch schon wieder 16:00 Uhr und die Sonne begann unterzugehen. Da ich mir den Stress in der Dämmerung zu fahren nicht nochmal antun wollte, fuhr ich zurück zu meinem Hotel, machte jedoch noch ein kleinen Abstecher zu einer Kanone, die auf meinem Weg lag. Keine Ahnung wieso, aber es ist eine weitere Sehenswürdigkeit von Murshidabad.
Stressige Etappe nach Kalkutta

| Datum | 27.12.2025 – Tag 76 |
| Start | Berhampore |
| Ziel | Kalkutta |
| gefahrene Kilometer | 209 km |
| Kilometerstand | 52314 km |
Gegen 6:00 Uhr wachte ich auf, da ich mal wieder ein paar Mückenstiche hatte. Obwohl ich diese Nacht meinen Mückenstecker in der Steckdose direkt neben dem Bett hatte. Er hat leider nicht gewirkt. Ich behandelte die Stiche mit meinem HeatIt und ging auf Toilette. Im Bad bekam ich 2 weitere Stiche an den Beinen ab, die ich aber erst 20 Minuten später spürte. Also erneut Licht an und HeatIt auspacken. Ziemlich nervig.
Um 7:45 Uhr riss mich dann der Wecker aus dem Tiefschlaf. Ich brachte die erste Ladung Gepäck zu meinem Motorrad und ging dann ins Restaurant Essen. Heute gab es Bhature Brot mit Sabji. Wieder sehr lecker. Das Hotel-Restaurant hier gefällt mir sehr gut. Da habe ich echt Glück gehabt, über die Weihnachtstage so ein tolles Hotel zu finden. Abgesehen von den Stechmücken.
Gegen 9:15 Uhr machte ich mich auf den Weg. Heute hatte ich tatsächlich daran gedacht meine Kamera am Motorrad anzubringen. Ich filmte ein wenig den Verkehr, doch es war bei weitem nicht so spektakulär/furchtbar wie die letzten beiden Tage im Zentrum von Murshidabad.
Die Fahrt über die Schnellstraße war wie immer langweilig. Um 11:30 Uhr setzte die erste Müdigkeit ein und ich hielt an einem Restaurant für einen Kaffee an. Von hier aus hatte ich noch ca. 3 Stunden bis zu meinem angestrebten Hotel in Kalkutta. Ich hoffte dort nicht so eine Odyssee wie in Murshidabad zu erleben und vorzugsweise direkt im ersten Hotel ein Zimmer zu bekommen. Das ist auch das einzige auf meiner Liste, dass unter 20€ pro Nacht liegt.
Die letzten 60 Kilometer bis Kalkutta Zentrum waren heftig. Ich brauchte dafür knapp 3 Stunden. Der Verkehr hier war so stressig, daß ich nach dem Absteigen am ganzen Körper zitterte. So heftig war nur der Tag an dem ich Mumbai verlassen hatte.
Als erstes versuchte ich mein Glück im Hotel Park Victoria. Es gab zwar noch ein Zimmer, doch sie wollten einerseits 2500 Rupien pro Nacht und andererseits gab es entgegen der Angabe im Internet keinen Parkplatz. K.o. Kriterium.
So ähnlich ging es weiter. Ein Hotel durfte keine Ausländer beherbergen, das nächste war ausgebucht, das nächste hatte keinen Parkplatz. Dann wieder ausgebucht, dann wieder kein Parkplatz.
Ein Mann auf der Straße meinte das Hotel Emerald hätte einen Parkplatz für mein Motorrad. Dem war auch so. Und sie hatten auch noch ein Zimmer. Doch das war extrem heruntergekommen und muffig. Das 2. Zimmer was man mir zeigte war noch schlimmer. Die Betten waren allerdings bequem. Jetzt wusste ich nicht was ich machen soll. Für 2500 Rupien inkl. Frühstück war es preislich noch im Rahmen, wenn auch nicht günstig.
Ich hatte allerdings noch ein weiteres Hotel auf meiner Liste. Also sagte ich dem Typen an der Rezeption, dass ich mir noch ein anderes Hotel anschauen, und falls mir das nicht gefiele, zurück kommen würde.
Das Astoria Hotel machte einen deutlich besseren Eindruck. Wenn auch bei weitem noch keinen so guten wie mein letztes Hotel in Berhampore. Das Bett war ein wenig härter aber ich hoffte, dass es noch ausreichend bequem wäre. Und es gab eine Tiefgarage für’s Motorrad. Pluspunkt. Mit 2200 Rupien ohne Frühstück, ähnlich teuer, aber ich habe mich irgendwie wohler gefühlt.
Leider funktionierte das Internet auf dem Zimmer nicht, nur in der Lobby, Dafür war das Internet übers Handy schnell, was ich dann auch für den Laptop nutzte.
Ein lauter und nerviger Tag in Kalkutta
| Datum | 28.12.2025 – Tag 77 |
| Start | Kalkutta |
| Ziel | Kalkutta |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 52314 km |
Ich stand um 9:45 Uhr auf. Endlich mal ein Tag, an dem ich halbwegs ausschlafen konnte. Doch ich fühlte mich trotzdem nicht wirklich ausgeruht. Vielleicht wirkte der Stress von gestern noch nach.
Als erstes suchte ich etwas zu Essen und das war gar nicht so leicht. Da ich in einem Touristenviertel war, ging ich davon aus, dass es Unmengen an Restaurants und Streetfood-Ständen gäbe. Doch irgendwie erwischte ich die falschen Straßen und fand nichts was mir zusagte.
Irgendwann erreichte ich eine Markthalle. Als mich einer der Verkäufer fragte, was ich suchen würde, sagte ich, ich suche etwas zu Essen. Daraufhin meinte er es gäbe eine Bäckerei in der Markthalle. Nicht unbedingt das was ich mir vorgestellt hatte, doch besser als nichts. Ich kaufte mir 2 Blätterteigtaschen, eine mit Käse und die andere mit Gemüse gefüllt, sowie 2 Schokokuchen.
Das Käse-Ding hat mir gar nicht geschmeckt, das mit Gemüse war recht scharf und die beiden Schokokuchen viel zu süß. Naja, wenigstens hatte ich keinen Hunger mehr.
Nun ging ich zum Indian Museum was mir in Murshidabad von einem Inder, der in Kalkutta wohnt, wärmstens empfohlen wurde. Doch zwischen den Jahren, wo viele Inder Urlaub haben, war es total überfüllt. Außerdem gab es kaum Informationen, keinen Audio Guide und nicht mal einen Flyer. So schlenderte ich durch die verschiedenen Hallen und betrachtete die Ausstellungsstücke von einem esthetischen Gesichtspunkt.
Es war ziemlich interessant die Figuren in der archäologischen Abteilung aus nächster Nähe zu sehen.
Doch die Massen an Indern machten mir zu viel Krach in den halligen Hallen. So verließ ich das Museum schon nach 1½ Stunden wieder.
Als nächstes ging ich zur St. Pauls Kathedrale. Doch auch hier das gleiche Bild. Riesige Menschenmassen, eine lange Schlange vor dem Ticketschalter und Offizielle mit Trillerpfeifen, die einen unmenschlichen Lärm machten.
Ich entschloss mich die Kirche auszulassen und gleich zum Victoria Memorial zu gehen. Ein palastähnliches Gebäude aus dem Jahre 1921.
Ich ging an einer rund 100 Meter langen Schlange vorbei und hatte die Befürchtung, dass die alle für Tickets anstehen würden. Als ich am Ticketschalter ankam, bestätigte sich meine Vorahnung. Während ich noch überlegte, ob ich mir das antun sollte, nahm mich ein Mann zur Seite und führte mich zu einem 2. Schalter, der eigentlich geschlossen war. Doch ich bekam dort ein Ticket. Wenn ich schon den 5-fachen Preis der Einheimischen zahlen muss, dann habe ich auch kein schlechtes Gewissen wegen so einer Vorzugsbehandlung.
Mit dem Ticket wurde ich zum Eingang geschickt, an dem eine ähnlich lange Schlange war. Doch auch hier wurde ich zur Seite genommen und durch eine Lücke in der Absperrung geschleust.
Auf dem Gelände gab es eine sehr schöne Gartenanlage auf der überall Inder picknickten. Im der Mitte stand das imposante Gebäude. Um 15:00 Uhr sollte es sogar eine kostenlose Führung geben.
Ich dachte mir, ich könnte ja schon mal rein gehen und ein paar Fotos machen. Wer weiß ob während der Führung genug Zeit dafür wäre. Doch das war ein großer Fehler.
Erstens wurde mein Ticket hier entwertet, so dass ich das Gebäude später nicht noch einmal betreten konnte. Und zweitens geriet ich in einen Sog von Menschen aus dem ich nicht mehr heraus kam. Ich schwamm mit der Menschenmenge mit und hielt mir die meiste Zeit die Ohren zu. In jedem Raum standen offizielle mit Trillerpfeife, von der sie unentwegt Gebrauch machten. Es war ein Höllenlärm. Ich machte ein schnelles Foto von der Statue, von der ich annahm, dass es Königin Victoria sei sowie von der Kuppel. Anschließend bahnte ich mir den Weg zum Ausgang auf der Rückseite und war froh als ich endlich den Park erreichte. Hier war es vergleichsweise ruhig. Ich setzte mich auf eine Parkbank an einem kleinen künstlichen See eund genoss die Atmosphäre während ich ein wenig Tagebuch schrieb.
Den Rest des Nachmittags bummelte ich hier durch den Park. Es war möglicherweise der einzige Ort in Kalkutta, der trotz der vielen Menschen einigermaßen ruhig ist.
Hier waren heute so viele Leute, dass sogar das Handy-Netz überlastet war und ich nicht mal eine WhatsApp Nachricht abschicken konnte.
So beeindruckend das Gebäude auch sein mag, für mach war das heute alles zu viel. Es war kein gutes Timing Kalkutta zwischen den Jahren zu besuchen. Ich hoffte, dass ich über Silvester eine ruhigere Stadt finden würde.
Am Abend bearbeitete ich das Safari Video aus dem Chitwan Nationalpark. Hätte ich jetzt WiFi gehabt, dann hätte ich es hochladen und den nächsten Reisebericht veröffentlichen können. Das muss jetzt wohl bis übermorgen warten.
Stadtbummel und Besorgungen in Kalkutta
| Datum | 29.12.2025 – Tag 78 |
| Start | Kalkutta |
| Ziel | Kalkutta |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 52314 km |
Ich habe erneut nicht gut geschlafen und wachte ein paar mal auf in der Nacht, bevor ich dann schließlich kurz vor 10 aufgestanden bin.
Da ich gestern das Video bearbeitet hatte, habe ich total vergessen zu schauen, was ich heute machen könnte. Also ging ich erst mal etwas Frühstücken. Ich hatte noch 2 Kirchen auf meinem Plan und der Typ aus Murshidabad meinte, das Regierungsviertel sei ganz schön anzusehen mit vielen historischen Gebäuden.
Ich ging wieder einen Block weiter zu der Markthalle auf deren Rückseite es ein paar Restaurants gab. Dort aß ich ein leckeres Chole Samosa.
Von hier ging ich dann in Richtung St. John’s Church. Auf dem Weg kam ich noch durch eine Straße mit vielen Fotogeschäften. Ich nutzte die Gelegenheit und kaufte mir einen neuen Akku für meine GoPro. Ich hoffe der hält etwas länger als der alte. Auch wenn es kein Original ist.
An der nächsten Ecke fand ich dann auch noch einen Straßenstand mit Handyhüllen und Schutzglas. Da meines schon 2 Risse hatte, kaufte ich mir hier ein neues. Der Mann setzte es gleich auf. Mit einer Flüssigkeit zwischen dem originalen Display und dem Schutzglas, die er dann unter UV Licht aushärtete. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Ich hoffe ich bekomme das Schutzglas falls nötig auch nochmal ab. Nicht dass es jetzt fest geklebt ist.
Ein paar Minuten später erreichte ich die St. John’s Church. Dank der Ohrstöpsel, die ich heute trug, war der Lärm absolut erträglich. Und ich hörte auch nicht, wenn mich Verkäufer oder Bettler von der anderen Straßenseite ansprachen.
Die Kirche selbst war nicht besonders spektakulär, aber es herrschte eine himmlische Ruhe. Auf dem sehr schön angelegten Gelände drumherum, gab es noch ein paar Denkmäler und ein Grab. Alles in allem ein schönes Plätzchen zum Verweilen.
Am Ende der Straße setzte ich mich in ein beheiztes Café und trank eine Cappuccino. Gestern war es noch so warm, dass ich im Hemd rumlaufen konnte, heute war es mir mit zusätzlicher Jacke schon etwas kühl. Leider war es recht bewölkt und die Sonne hat keine Chance durchzukommen.
Nach dem Cappuccino ging ich weiter zum Millennium Park am Flussufer des Hooghly, einem Seitenarm des Ganges, dem ich schon seit Berhampore folgte. Die Aussicht war durch den Nebel (ich hoffte es war Nebel und kein Smog) etwas getrübt.
Von hier nahm ich ein Uber Moto zur Howrah Bridge, der ältesten Stahlbrücke Indiens. Ziemlich imposant. Und ziemlich viel Verkehr. Doch mit den Ohrstöpseln gut erträglich.
Von hier wollte ich zu einer Apotheke in der Hoffnung ein paar Einweghandschuhe kaufen zu können. Zuerst versuchte ich es zu Fuß, doch alle auf Google Maps eingezeichneten Apotheken in der Nähre waren nicht auffindbar. Dafür spazierte ich durch ein sehr lebhaftes Marktviertel.
Dann versuchte ich mir ein Uber zu einer großen Apotheke einer indienweiten Kette zu nehmen, doch nach mehreren Minuten Wartezeit fand sich kein Fahrer. Ich beschloss die 20 Minuten zu Fuß zu gehen und kam wieder zu einem Markt. Dort klapperte ich ein paar Stände mit Haushaltswaren ab und bekam zumindest in einem ein paar Spülhandschuhe, die ich auch noch gesucht hatte. Die letzten sind mir beim letzten Mal als ich meine Kette reinigte kaputt gegangen.
Nach ein paar weiteren Läden wurde ich dann zu einem „Surgical“ Shop geschickt, bei dem ich dann tatsächlich Einweghandschuhe bekam. Leider in einer viel zu großen 100er Packung. Aber egal. Ich kann ja die Hälfte wegwerfen, wenn ich den Platz im Motorrad brauche.
Von hier ging ich weiter zum Indian Tea House, das mir ein Stadtführer gestern wärmstens empfohlen hatte. Auf dem Weg dorthin ging ich entlang der College Street, in der ein Bücherladen neben dem anderen steht. Es gilt als die größte Buchhandlung Indiens.
Ein Shop verkaufte alte Zeitschriften von 1995. Ob das schon Raritäten sind?
Die meisten hatten eine Mischung aus neuen Schulbüchern und einem wilden Mix von gebrauchten Büchern. In einem Laden fiel mir sogar ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ ins Auge. Wer hier so etwas kauft?
Das Indian Coffee House war leider eine herbe Enttäuschung. Es hatte den Charme einer Betriebskantine einer Schlosserei. Ich machte schnell ein Foto, ging auf die Toilette und dann verließ ich es sofort wieder. Keine guten Vibes.
Mittlerweile war es schon wieder 16:00 Uhr und es wurde langsam kühler. Ich ging zur nächsten Metrostation und fuhr für sage und schreibe 10ct die 4 Stationen zur Park Street. Von hier war es nicht mehr weit bis zu meinem Hotel.
Ich hielt an einem spanischen Restaurant um eine italienische Pizza zu essen.
Anschließend holte ich im Hotel meinen Reisepass und ging nochmal zurück zu einem kleinen Kiosk, der SIM Karten verkauft. Da meine demnächst ungültig wird (Touristen SIM Karten laufen in Indien nach 3 Monaten ab) und ich sowieso noch eine 2. Karte für mein Navi wollte, nutzte ich die Gelegenheit, dass der Kiosk keine 5 Minuten von meinem Hotel entfernt lag. Wer weiß wann ich das nächste Mal eine Gelegenheit bekommen würde.
Wie jegliche Bürokratie in Indien dauerte es eine Weile, doch dann hatte ich eine 2. SIM, die ich in mein Navigationstablet steckte, so dass ich in Zukunft nicht immer das Tethering am Handy einschalten muss. Und sollte meine SIM im Handy dann ablaufen und ich nicht sofort eine neue bekommen, dann kann ich ja diese benutzen.
Immer Ärger mit den Indern

| Datum | 30.12.2025 – Tag 79 |
| Start | Kalkutta |
| Ziel | Digha |
| gefahrene Kilometer | 186km |
| Kilometerstand | 52500 km |
Heute war ich ziemlich angefressen. Gestern Abend war ich noch ganz glücklich wie der Tag verlaufen ist. Ich habe ein wenig Sightseeing und etliche Besorgungen gemacht.
Doch heute zeigte sich, dass ich in zweiter Hinsicht Pech hatte bzw. verarscht wurde.
Als ich nachts um 02:30 Uhr aufwachte um auf Toilette zu gehen, fiel mir auf, dass mein Handy vibrierte. Ich hatte vergessen es in den Flugzeugmodus zu versetzen. Als ich das tat und den Bildschirm über einen kurzen Druck auf den Power Knopf ausschaltete begann es ein paar Sekunden später neu zu starten. Und das in einer Endlosschleife.
Zuerst hatte ich den Verdacht, dass das neue Schutzglas dicker wäre als das alte und daher meine Schutzhülle an einer anderen Position säße und dadurch dauerhaft auf den Power Knopf drückte.
Doch als ich das Handy aus der Schutzhülle heraus nahm, änderte sich nichts. Es startete immer und immer wieder neu.
Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Der Typ, der gestern den Displayschutz anbrachte, tropfte etwas Flüssigkeit auf das Display um die Blasen zwischen Display und Schutzglas auszuschließen. Diese Flüssigkeit wurde dann anschließend noch mit UV Licht ausgehärtet. Scheinbar ist etwas von der Flüssigkeit auf den Powerknopf gekommen und hat ihn verklebt.
Nachdem ich mit den Fingernägeln eine Weile an dem Knopf rumfummelte, löste er sich endlich und das Handy startete normal.
Ich war ziemlich angepisst, da ich keine Idee hatte wie ich das Problem beheben könnte.
Ich legte mich also wieder schlafen und wachte um 8:00 Uhr auf. Zum Glück, denn der Wecker, den ich mir um 7:45 Uhr gestellt hatte, funktionierte nicht. Wahrscheinlich durch den nächtlichen Neustart.
Ich machte mich fertig, packte mein Motorrad und als ich los fahren wollte kam die 2. Überraschung. Die SIM Karte, die ich gestern für mein Navi gekauft hatte, funktionierte nicht mehr. Ich schätze ich wurde verarscht/betrogen und man hat mir kein Internet Paket gebucht, obwohl ich es bezahlt hatte. Ich fragte sogar extra 2 Mal nach, ob das Internet Paket gebucht wurde und aktiv sei. Man bejahte das und meinte, ansonsten würde das Internet nicht funktionieren. Doch ich schätze, dass ein paar MB bei der SIM Karte inbegriffen waren und mein kurzer Test deshalb funktionierte. Als ich es heute nutzen wollte, waren die paar MB aufgebraucht und es lief nicht mehr. Also schaltete ich wieder den WiFi Hotspot am Handy ein und aus Gewohnheit drückte ich wieder den Power Knopf um das Display auszuschalten. Und erneut verfing sich das Handy wieder in einer Endlosneustartschleife. Ich holte es also wieder aus der Hülle und Fummelte am Power Knopf herum, bis es endlich normal startete.
Nun stürzte ich mich hungrig und total genervt in die Verkehrshölle von Kalkutta. Zum Glück war es heute morgen nicht ganz so schlimm wie am Abend als ich angekommen war.
Nach 2 Stunden langweiliger Fahrt hielt ich an einem Restaurant und aß ein Puri Sabji. Sehr lecker und ich bekam 2 mal Nachschlag. Jetzt hob sich mein Laune ein wenig, auch wenn ich immer noch nicht wusste, was ich mit dem Handy machen sollte.
Während dem Essen kam mir die Idee mal zu schauen, ob es irgendeine Einstellung gab, so dass ich eine andere Taste zum Ausschalten des Displays benutzen könnte. Dem war tatsächlich so und ich belegte die Zurück-Taste bei langen Drücken mit der Funktion des Bildschirmausschaltens.
Jetzt muss ich mich nur noch daran gewöhnen und darf auf keinen Fall mehr den Power Knopf betätigen. Spoiler Alarm, das passierte mir noch 5 Mal an diesem Tag. 🙈
Gut gesättigt machte ich mich auf den Weg nach Digha. Es sollte noch etwa 3 Stunden dauern.
Der Verkehr war wieder brutal. Ich wurde wieder mal von der Straße gedrängt und 3 mal musste ich bis zum Stillstand bremsen, damit das entgegenkommende Auto (einmal sogar ein Bus) genug Platz hatte um wieder auf seine Spur einzuscheren. Ich überlege mir ernsthaft einen Teil des Südens auszulassen und nach Kerala abzukürzen und dort sowie in Goa etwas mehr Zeit am Meer zu verbringen.
Es gibt hier südlich des Himalayas eigentlich nur 2 Arten von Straßen und Verkehr.
Zum einen die 4-6 springen Schnellstraßen, die sich relativ entspannt fahren lassen, da außer ein paar gelegentlichen Geisterfahrern nicht viel passieren kann. Die Strecken sind dafür aber auch ultra langweilig.
Zum anderen gibt es dann noch die normalen 2-spurigen Landstraßen, die zwar Landschaftlich reizvoller sind, bei denen man aber ständig Gefahr läuft mit dem entgegenkommenden überholenden Verkehr zu kollidieren.
Heute war es wie gesagt besonders schlimm, weshalb ich mich entschieden habe einen Tag Pause einzulegen und über Silvester in Digha am Meer zu bleiben. Ich brauchte sowieso nochmal etwas Zeit um meinen Luftfilter zu reinigen und zu ölen sowie die Kette zu spannen.
Dafür fand ich ein sehr schönes wenn auch nicht ganz günstiges Hotel.
Zum Abendessen ging ich in das erstaunlich günstige Hotel-Restaurant. Unter normalen Umständen (nicht Silvester) sind auch die Zimmer hier recht günstig (17€ pro Nacht). Ich musste 27€ zahlen.
Ich bestellte mir ein Kadai Paneer mit Basmati Reis und einem Garlic Naan. Da es kein Lassi gab, nahm ich heute mal eine Zitronenlimonade.
Abends ab 20:00 Uhr wurde leider die gesamte Nachbarschaft von ein paar riesigen Lautsprechern auf der Straße beschallt. Sie waren so laut, dass die Wände meines Hotels vibrierten. Gegen 21:30 Uhr war ich so genervt, dass ich zum Manager ging und ihn fragte, warum er nicht mit den Leuten sprechen würde, damit die die Musik etwas leieser machen würde. Doch er grinste nur blöd und meinte „Sound pollution is a big problem in India“. Ich hätte ihm am liebsten in die Fresse geschlagen. Ich fragte, warum er nicht die Polizei ruft? Er meinte, wenn es in einer Stunde nicht ruhig ist, dann würde er die Polizei rufen. Wieso nicht gleich? Ich verstehe es einfach nicht.
Gegen 23:30 Uhr wurde es dann tatsächlich ruhig. Keien Ahnung ob die von selbst aufgehört haben, oder ob der Manager tatsächlich die Polizei gerufen hat. Ich kann es mir nicht vorstellen.
Silvester fällt für mich aus
| Datum | 31.12.2025 – Tag 80 |
| Start | Digha |
| Ziel | Digha |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 52500 km |
Ich wachte gegen 9:00 Uhr auf, blieb aber noch etwas liegen. Um 10:30 Uhr dröhnten dann wieder die Techno-Klänge.
Ich machte mich fertig und ging ins Restaurant um etwas zu Frühstücken. Doch es gab weder Chole Bhature noch Puri Sabji. Ich entschied mich auswärts zu essen.
Eigentlich wollte ich heute ja meinen Luftfilter säubern und ölen, doch bei dem Lärm hier ist daran nicht zu denken.
Ich ging in Richtung Strand und setzte mich an einen Streetfood Stand. Es gab lediglich ein einziges Essen. Sabji mit Roti. Sah gut aus. Doch statt mich zu bedienen bekamen erst mal 3 junge Frauen einen Nachschlag. Dann bekam die Dame die nach mir ankam eine Portion. Dann passierte ein paar Minuten nichts, außer das mir der Mann bedeutete nocht ein wenig zu warten. Als nächstes wurden dann 2 Leute von der Straße bedient. Das war der Zeitpunkt an dem ich genervt aufstand und ging. In den letzten Tagen ist irgendwie der Wurm drin.
Ich musste nochmal zurück zu meinem Hotel, da ich meine Augentropfen und Ohrstöpsel vergessen hatte. Im Zimmer packte ich dann die Augentropfen ein und die Ohrstöpsel in mein Jäckchen. Dann wurde ich von Roomservice abgelenkt, der mir 2 neue Flaschen Wasser gebracht hatte. Das sorgte allerdings dafür, dass ich mein Jäckchen im Zimmer vergessen hatte. Wie soll das bloß mit mir weitergehen. Ich glaube nach meiner Weltreise muss ich mich einschläfern lassen. 🙈
Im 2. Anlauf bekam ich dann an einem anderen Streetfood-Stand sofort etwas. Sogar mit einem kleinen Zwiebelomelette dazu. Sehr lecker und für 50 Rupien. Super billig.
Mittlerweile war es 12:00 Uhr und ich ging zum Strand. Einsam und idyllisch ist anders. 🙈
Ich schlenderte ein wenig in die Richtung in der weniger los war. Doch mit der leichten Briese war es mir zu kühl. Ich ging durch einen Park zurück zu meinem Hotel und holte mein Jäckchen samt den Ohrstöpseln.
Nun ging ich erneut zum Strand. Diesmal in die andere Richtung wo ich nach ein paar Kilometern nach Old Digha kommen sollte.
Anfangs war der Strand noch extrem überfüllt, also schlenderte ich auf der Promenade. Ab Old Digha konnte ich dann während der Ebbe auch schön über den Sand laufen.
Am Ende des Strands gab es eine Mole auf der man noch ein paar Meter hinaus ins Meer laufen konnte und die ein beliebter Fotospot bei den Einheimischen war.
Hier machte ich einen kurzen Abstecher zum Fischmarkt im Ort, auf dem um diese Zeit die meisten Stände aber schon geschlossen hatten. Der ein oder andere verkaufte aber noch frischen sowie getrockneten Fisch.
Von hier ging ich wieder zum Strand und spazierte zurück nach Old Digha.
Trotz der schlechten Sicht wegen dem Smog war der Spaziergang echt schön und ich verspürte seit der Ausgrabungsstätte bei Gaur, wo ich vor 5 Tagen war, endlich mal wieder wirkliche Ruhe. Ich hörte lediglich das Rauschen der Wellen.
In Old Digha aß ich im „The Bite Restaurant“ zu Abend. Es war zwar erst 16:30 Uhr aber ich war hungrig. Außerdem wusste ich nicht, ob ich in meinem Hotel heute Abend etwas bekommen würde. Der Manager kündigte nämlich gestern schon an, dass es eine Silvesterfeier mit Live Musik und Buffet geben würde. Für 1600 Rupien war mir das aber zu teuer. Ob es trotzdem noch normales A la Carte Essen im Restaurant geben würde, bezweifelte ich.
Ich bestellte mir seit langem mal wieder ein Aloo Gobhi. Dazu zum ersten Mal ein Chicken Pakora, was ich noch nie hatte. Da auf der Karte aber explizit „boneless“ dahinter stand, also ohne Knochen, dachte ich, ich probiere es mal. Zumal das Aloo Gobhi normalerweise auch keine so große Portion ist. Leider gab es weder Kulcha noch Naan Brot. Wahrscheinlich war der Tandoori Ofen um diese Uhrzeit noch nicht angefeuert. Also nahm ich 3 Chapati, also Fladenbrote aus der Pfanne.
Von hier aus waren es noch 50 Minuten zu Fuß zurück zu meinem Hotel. Das war mir zu weit. Ich bestellte mir ein Uber, was nur knapp 20 Minuten brauchte.
Ich fühlte mich schon am Nachmittag etwas schwach und jetzt merkte ich, dass eine Erkältung im Anmarsch war. Ich legte mich früh ins Bett und versuchte zu schlafen. Doch der Techno-Krach hielt mich lange wach. Silvester ist dieses Jahr für mich ausgefallen.
Warum ist in Indien alles so kompliziert?
| Datum | 01.01.2026 – Tag 81 |
| Start | Digha |
| Ziel | Digha |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 52500 km |
Der Techno-Terror endete um 1:30 Uhr in der Nacht. Ich sah vom Fenster, dass die Polizei dort war. Die hätten auch gerne schon einen Tag früher kommen können.
Naja, ich war jedenfalls immer noch so verärgert über den Krach, dass ich erst zwischen 2:30 Uhr und 3:00 Uhr einschlief. Kurz vorher stellte ich meinen Wecker noch von 8:15 Uhr auf 9:15 Uhr und entschied mich am nächsten Tag nur eine kurze Etappe einzulegen und nicht die komplette Strecke bis Bhubaneswar zu fahren.
Ich wachte trotzdem schon um 8:30 Uhr auf. Mit Schnupfen und Halsschmerzen. Ich lutschte eine Neo Angin und entschied mich noch eine Nacht zu bleiben. Das Bett ist echt super bequem und ich konnte vom Fenster sehen, dass die Lautsprecher, die in den letzten beiden Tagen so viel Lärm gemacht hatten, jetzt weg waren.
Ich ging also nochmal auf das Online-Portal Cleartrip und buchte mein Zimmer einen weiteren Tag.
Vor Ort konnte ich nicht buchen, da es aus irgendwelchen mir völlig rätselhaften Gründen nicht erlaubt ist ein Zimmer an eine einzelne Person zu vermieten. Deshalb musste ich schon vor 2 Tagen online buchen. Dann ist es ok. Aber an der Rezeption ist es nicht möglich. Indien…
Um sicherzustellen, dass sie es an der Rezeption auch verstehen würden, zog ich mich an und ging runter um ihnen persönlich zu erklären, dass ich noch eine weitere Nacht bleiben würde und das Zimmer online gebucht hätte.
Ja, alles ok, sie konnten die Buchung im System sehen.
Ich ging zurück auf mein Zimmer und legte mich wieder ins Bett. Dank der Neo Angin waren meiner Halsschmerzen auch nicht mehr so schlimm. Gerade als ich eingeschlafen war, klingelte das Telefon. Es wäre Zeit zum auschecken. Ich erklärte der Dame, dass ich doch vor einer Stunde an der Rezeption war und erklärt hatte, noch eine weitere Nacht zu bleiben. OK. Kein Problem.
Eine weitere Stunde später klingelte das Telefon schon wieder. Diesmal war der Mann dran, der mir zuvor persönlich bestätigte, dass mit meiner neuen Buchung alles ok war. Er meinte, die Late-Check-out Zeit wäre überschritten und ich müsste das Zimmer verlassen. Erneut sagte ich, dass ich eine weitere Nacht gebucht hätte. Jetzt erinnerte er sich. Dennoch sollte ich für ein paar „Formalitäten“ zur Rezeption kommen.
Als ich dort war meinte er ich müsste erst die Restaurantrechnung vom ersten Abend begleichen. Erst dann könnten sie die erste Buchung abschließen und die 2. Buchung aktivieren. Ich ging wieder auf mein Zimmer, holte mein Geld und bezahlte die Rechnung.
Indien…
Mittlerweile war ich so genervt, dass mir klar war, ich würde jetzt nicht mehr schlafen können. Also setzte ich mich ins Restaurant und bestellte etwas zu essen. Um sicherzustellen, dass es nicht scharf ist, bestellte ich 2 Rühreier und ein Paratha Brot ohne jegliche Füllung. Dazu etwas Quark. Als ich dann nach einem Glas kalter Milch fragte, meinte der Kellner, sie hätten nur heiße Milch. WTF?!? Bei den Cornflakes gab es doch auch kalte Milch. Ich zeigte dem Kellner, das bei den Cornflakes auf der Speisekarte stand „with cold milk“ und dass ich einfach ein Glas „Cold Milk“ wollte. Das schien er dann zu verstehen.
Indien…
Ich erwarte, dass ich entweder trotzdem ein Glas warme Milch oder die Cornflakes mit kalter Milch bekommen würde. Doch zu meiner Überraschung, bekam ich tatsächlich das, was ich bestellt hatte. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Nach dem Frühstück ging ich eine Apotheke suchen, da ich gestern Abend meine letzten Tabletten gegen Sodbrennen genommen hatte. Medikamente sind hier super günstig. Für 15 Tabletten habe ich 85 Rupien bezahlt und für ein Nasenspray 110 Rupien.
Bei der Gelegenheit kaufte ich auch noch eine Packung Schweizer Trüffel. Für 120 Rupien kamen die bestimmt nicht aus der Schweiz.
Zurück auf meinem Zimmer, legte mich ins Bett und schaute ein paar Folgen „The Blacklist“ und ein interessantes YouTube Video über Extreme UV Lithographie von Computer Chips der Firma ASML. Ich rechnete fest damit, dass ich wieder einen Telefonanruf bekommen würde, weil irgendetwas nicht passte, doch dem war nicht so. Ich wurde tatsächlich den Rest des Tages in Ruhe gelassen.
Gegen Abend ging es mir leider schlechter und nicht besser. Ich überlegte einen weiteren Tag zu verlängern. Doch ich ging zuerst etwas Essen. Vielleicht würde das ja etwas helfen. Es gab Malay Kofta (Klöße aus Paneer Käse mit einer milden Soße) mit Reis. Eigentlich wollte ich ein Cheese Naan dazu, doch der Tandoor Ofen war offenbar immer noch nicht angefacht, obwohl es schon 19:00 Uhr war. Die Inder essen wohl gewöhnlich noch später. Oder er wurde mangels Gästen gar nicht angemacht. Wer weiß. Englisch ist in diesem Hotel nicht die Stärke der Kellner.
Ein weiterer Tag krank im Bett
| Datum | 02.01.2026 – Tag 82 |
| Start | Digha |
| Ziel | Digha |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 52500 km |
Ich hatte eine gute Nacht, war früh eingeschlafen, doch als ich gegen 9:00 Uhr aufgestanden bin, fühlte ich mich immer noch nicht gut genug um mich in den indischen Verkehr zu stürzen.
Also buchte ich eine weitere Nacht im Hotel. Diesmal wusste ich ja wie es läuft und ging gleich zur Rezeption, um meine Restaurantrechnung zu begleichen.
Zurück im Zimmer schlief ich nochmal bis um 12:00 Uhr. Das hatte mir echt gut getan. Ich schaute noch ein paar Videos und gegen 2:00 Uhr duschte ich und ging raus zu den Streetfood-Ständen etwas essen. Es gab ein Chana Curry mit Omelette-Brot. Echt lecker aber leider sau scharf.
Nach dem Essen ging ich noch eine halbe Stunde an der Strandpromenade entlang flanieren bevor ich wieder zurück ins Hotel und mein Bett ging. Nicht ohne vorher noch zu versuchen ein paar Taschentücher zu kaufen. Doch das war nicht so leicht. Es gab hier keinen Supermarkt und weder die kleinen Läden noch die Apotheken hatten welche. Am Ende kaufte ich ein Päckchen Servietten.
Zurück im Hotel legte ich mich wieder ins Bett.
Zum Abendessen ging ich erneut ins Hotelrestaurant und aß das gleiche wie gestern. Malai Kofta mit Reis. Die waren lecker und super mild.




































































































































































































































































































