Du betrachtest gerade Vallegrande und Samaipata
Museo Comunal "La Higuera"

Zu viele Straßenblockaden

Eigentlich wollte ich ja nach Cochabamba, aber die offizielle Webseite der bolivianischen Regierung zeigte 6 Straßenblockaden auf dem Weg dorthin.

Daher habe ich mich entschlossen auf Cochabamba und den Torotoro Nationalpark zu verzichten und gleich nach Santa Cruz de la Sierra zu fahren. Auf dem Weg dorthin liegt noch La Higuera, der Ort an dem Che Guevaras hingerichtet wurde. Außerdem das schöne Touristenörtchen Samaipata.

Doch leider gibt es auf dem Weg dorthin auch eine Straßensperre. Aber da ich von anderen Motorradfahrern gehört habe, dass Motorräder meistens durchgelassen werden, riskierte ich es mal. Ansonsten hätte ich einen noch größeren Umweg zurück nach Monteagudo fahren müssen.

Bevor ich startete, ging ich noch ein letztes Mal in die Stadt und kaufte mir 2 Saltenas und einen frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück.

Dann ging es los, wieder vorbei am Dino-Berg Cal Orck’o. Ich machte nochmal 2 Fotos um festzuhalten, wie dicht die Zementfabrik an der Felswand mit den Dinosaurierspuren liegt.

Von hier an hatte ich erst einmal eine sehr schöne Fahrt über die gut geteerte kurvige Bergstraße Ruta 5. Unterwegs sah ich auch noch eine ziemlich lange Hängebrücke. Normalerweise hätte ich jetzt angehalten und wäre einmal darüber spaziert. Da ich allerdings nicht genau wusste, was bei der Straßenblockade auf mich zukommt, fuhr ich lieber weiter.

Als ich dann die Stelle erreichte auf der laut der Karte die Blockade hätte sein sollen war da gar nichts. Ich konnte mein Glück kaum fassen und fuhr frohen Mutes weiter nur um dann ca. 5 Kilometer später doch noch auf die Blockade zu treffen. Tja, zu früh gefreut.

Ich stellte mein Motorrad ab und ging zu Fuß entlang der auf die Straße gelegten Baumstämme und Zweige und schaute ob es mit dem Motorrad ein Durchkommen gab. Ich wurde von May gewarnt, keine Äste, Steine oder sonst etwas auf Seite zu Räumen, da die Demonstranten sonst aggressiv werden könnten.

Aber an dieser Stelle saßen alle, die ich für Demonstranten hielt ziemlich erschöpft im Schatten der Bäume und niemand interessierte sich für mich. Auf dem Rückweg zum Motorrad schob ich dann doch noch den ein oder anderen Stein ein wenig zur Seite. Als ich dann los fuhr räumten ein paar Bolivianer, die die Blockade zu Fuß durchquerten, für mich auch noch ein paar Steine und Äste zur Seite. Und niemand beschwerte sich.

Doch leider war 100 Meter weiter der 2. Teil der Blockade, und der Endete mit einem kleinen Erdwall. Auch hier stellte ich mein Motorrad ab und schaute mir alles erst einmal zu Fuß an.

Erste Straßenblockade

Bis auf den Erdwall war es kein Problem und da ich am Eisenbahnfriedhof in Uyuni ja schon über einen Bahndamm gefahren bin, traute ich mir den Wall auch zu. Blöderweise verließ mich dann während der Fahrt doch ein wenig der Mut und ich fuhr so langsam, dass ich auf der Spitze des Walls aufsetzte habe und nicht mehr weiterkam. Ok, ich hätte mich jetzt mühsam ausgraben können, doch ich bat einfach den nächsten vorbeikommenden Fußgänger mich ein wenig anzuschieben. Das hat dann schon gereicht. Vielleicht haben mir hier genau die 3,5 Zentimeter Bodenfreiheit gefehlt, um die ich meine Tenere vor der Reise tiefergelegt hatte. Wer weiß…

Egal ich war durch und sehr erleichtert.

Leider hatte ich mich erneut zu früh gefreut, denn ein paar Kilometer später kam dann eine weitere Blockade, die auf der Karte nicht eingezeichnet war. Oder sie gehörten noch irgendwie zusammen.

Hier war ich etwas nervöser, da die Demonstranten diemalnicht gelangweilt im Schatten saßen, sondern auf der Straße standen. Ich schritt die Sperrung erneut erst einmal zu Fuß ab und fragte einen der Demonstranten, ob es in Ordnung wäre, wenn ich mit dem Motorrad durchfahren würde.

Er verweis mich an einen anderen Demonstranten, der aber gerade mit ein paar anderen Bolivianern redetet. Ich wartete höflich und hörte das ein oder andere Mal das Wort „Gringo“ fallen. Damit war ich wohl gemeint. Irgendwann meinten drei junge Männer am Straßenrand, es sei ok, wenn ich durchfahren würde.

Ich ging zurück zum Motorrad und schlängelte mich durch die Straßensperre. Doch auch hier stieß ich ca. 100 Meter später auf den 2. Teil der Sperrung der wieder mit einem Erdwall endete. Dieser ließ sich jedoch problemlos umfahren. Und dahinter stand eine lange Schlange von Autos und LKWs . Das beruhigte mich erst einmal. Denn wenn sie bis hierher gekommen sind, kann es so schnell keine weitere Blockade mehr geben.

Dem war auch so und ich konnte ohne Probleme weiter bis Aiquile fahren. Hier ging die Ruta 23 nach Cochabamba links ab – mit weiteren 5 Straßensperren – und die Ruta 5 bog nach Osten ab. Laut der Karte müsste ich es jetzt geschafft haben. Ich steuerte erste einmal die Tankstelle an. Auch wenn ich nur 4 Liter reinbekommen habe. Aber hier in Bolivien sollte man jede Gelegenheit zu tanken nutzen. Dort sagte man mir auch, dass es bis nach Santa Cruz keine weiteren Blockaden mehr gäbe. Das beruhigte mich.

Da es schon 13:45 Uhr war hielt ich auch noch ein einem kleinen Straßenrestaurant und aß noch schnell ein Stück Hähnchen mit Fritten. Auch hier sagte man mir, dass er keine weiteren Blockaden mehr gäbe.

Ab jetzt konnte ich die Fahrt wieder voll genießen bis ich auf eine dunkle Regenfront stieß. Es fing an zu tröpfeln und ich war mir nicht sicher, ob ich meine Regenklamotten anziehen sollte. Schließlich waren es noch 33 Grad. Da zieht man sich nicht gerne noch eine Luftdichte extra Lage an.

Doch just in dem Moment verabschiedete sich mein Handy aus der Halterung. Ich hatte sie wohl nicht richtig zugedreht. Ich hielt sofort an und dem Handy ist dank Schutzhülle und Schutzglas nichts passiert. Doch da ich schon mal Stand und der Regen immer stärker wurde, zog ich mir jetzt doch meine Regensachen an. Doch in dem Moment als ich aufstieg und los fuhr wurde es schon wieder weniger und 2 Minuten später war vom Regen nichts mehr zu sehen. In einem Moment prasselte es noch dicke Tropfen und kurz darauf gar nichts mehr. Naja, mir war’s recht. Ich zog die Regenklamotten wieder aus und fuhr den Rest der Strecke im Trockenen.

Dabei sah ich auch noch 2 Kondore am Himmel und konnte einen von Ihnen tatsächlich auch fotografieren.

In Vallegrande, meinem Zielort für heute, steuerte ich das Hostel México Lindo an, das ich mir zuvor auf iOverlander rausgesucht hatte. Es war mit 100 Bolivianos pro Nacht nicht sonderlich günstig, doch ich bekam ein großes Zimmer mit Tisch und eigenem Bad und konnte mein Motorrad direkt vor dem Zimmer parken. Einen so kurzen Weg zum Abladen hatte ich noch nie.

Parkplatz im Hotel

Es war schon 18:30 Uhr als ich ankam und bis ich alles ausgeladen und geduscht hatte schon fast 19:30 Uhr. Ich ging noch eine Runde durch die Stadt und sah auf der Straße neben dem Plaza 26 De Enero eine Gruppe Kinder einen Formationstanz proben. Ich schaute jedoch nicht all zu lange zu, da mein Magen schon begann zu knurren.

Das Burger Restaurant, das ich mir ausgesucht hatte war entweder geschlossen oder existierte gar nicht mehr. Doch ich kam am Markt vorbei wo es ein paar Essensstände gab. Ich entschied mich für Bratkartoffeln mit Spiegelei, einem Stück Hähnchen und Salat. Sehr lecker.

Ich habe mein Zimmer für 2 Nächte gebucht und morgen fahre ich dann ohne Gepäck nach La Higuera. Da kommt wider ein ganzes Stück Offroad auch mich zu.

Auf den Spuren Ernesto „Che“ Guevaras

Trotz des recht harten Betts schlief ich heute bis 10:00 Uhr. Das war auch gut so, da ich einen anstrengenden Tag vor mir hatte.

Zuerst ging ich auf den Markt um zu frühstücken. Nach einer leckeren Hackfleisch-Salteña schlenderte ich durch die beiden Markthallen und fand am anderen Ende einen Fischgrill. Auch wenn es erst 10:30 Uhr war konnte ich nicht widerstehen und bestellte mir eine Portion Fisch. Die Gräten waren etwas nervig aber der Fisch war super lecker. Da werde ich morgen wieder hingehen.

Nun stand die Fahrt nach La Higuera auf dem Plan. Dem Ort, an dem Ernesto „Che“ Guevara am 9. Oktober 1967 hingerichtet wurde.

Kaum verlies ich Vallegrande endete auch der Asphalt. Jetzt war klar, warum Google Maps für 57 Kilometer knapp 2 Stunden veranschlagt hatte. Ich sollte am Ende knapp 3 brauchen.

Aber die Strecke war mal wieder der Hammer. Eine kleine schmale Straße, die sich entlang der Berge mal hinauf mal herunter schlängelte und atemberaubende Aussichten preis gab.

Um 10 vor 2 erreichte ich La Higuera. Ein sehr kleiner Ort mit vielleicht 10-12 Häusern. 2 davon waren Touristenunterkünfte. Einen Kiosk und ein Restaurant gab es auch. Und natürlich die damalige Schule in der Che und Willy erschossen wurden, die heute ein Museum ist.

Nachdem ich eine kleine Runde gedreht und ein paar Fotos geschossen hatte, ging ich in das Museum. Auch wenn es nur ein einziger kleiner Raum mit nicht sehr vielen Ausstellungsstücken war, verbrachte ich doch einige Zeit hier und las mir in Ruhe alle Infotafeln durch. Es war schon ein seltsames Gefühl in dem Raum zu stehen in dem der große Guerilla-Kämpfer Ernesto „Che“ Guevara vor 56 Jahren exekutiert wurde.

Die „Straße“, die zu dem Ort führt, ging noch weiter den Berg hinauf und ich bereute ein wenig, dass ich nicht eine Übernachtung hier eingeplant hatte. Jetzt wäre ein Spaziergang durch die Berge wirklich schön gewesen. Doch mit dem Wissen, dass der Rückweg noch einmal knapp 3 Stunden dauern würde, machte ich mich um kurz vor 3 auf den Weg.

In Vallegrande steuerte ich als erstes die Tankstelle an und konnte anstandslos zum Preis der Einheimischen tanken. Bevor ich das Motorrad wieder im Hostel parkte, putze ich nochmal die Kette und schmierte sie erneut. Nach dem vielen Staub und Dreck heute hatte sie es nötig.

Nach einer schnellen Dusche ging ich zum Palaza 26 De Enero auf dem allerdings nicht viel los war. Vielleicht weil gerade in der gegenüberliegenden Kathedrale Messe war.

Auf dem Weg dorthin kam ich an einem kleinen Straßengrill vorbei und kaufte mir einen Spieß mit etwas was ich später für Nieren hielt. Das erste Stück schmeckte mir überhaupt nicht und ich gab die 3 verbliebenen Stücke dem Straßenhund der neben mir her lief. Er freute sich.

Dann der nächste Grill und der 2. Versuch. Diesmal wählte ich eine Chorizo. Da wusste ich, dass die mir schmeckt.

Ich setzte mich auf eine der vielen Bänke auf dem Platz und schaute was ich in Samaipata, meiner nächsten Station machen könnte.

Als letztes für heute ging ich dann wieder zum Markt um etwas zu essen. Im Markt entschied ich mich für einen kleinen Hamburger mit Hackfleisch, Chorizo und Ei. Die Fritten waren wie üblich etwas fettig, aber der Burger war sehr lecker.

Als ich gegen 20:00 Uhr zurück in meinem Zimmer war setzte ich mich an den Laptop um wie üblich Tagebuch zu schreiben und meine Bilder zu bearbeiten. Gegen 21:30 Uhr hörte ich dann laute Musik von draußen. Mit Gitarren und Trompeten erinnerte es mich ein wenig an mexikanische Mariachi.

Als ich 10 Minuten später fertig war ging ich raus um zu schauen was dort vor sich ging. Direkt neben meinem Hotel gab es zwei kleine Pavillons auf der Straße und 2 Bands. Die eine spielte gerade ihr letztes Stück. Etwas später fing die zweite an.

Ich schlenderte noch ein wenig durch die Straßen. Es gab auch noch ein paar Essenstände und in der Seitenstraßen zum Markt hin waren ein paar kleine Verkaufsstände aufgebaut.

Und alle tranken ein weißes Getränk aus kleinen Pastikbechern. An einer Straßenecke schenke mir eine Dame auch einen Becher ein. Es sah aus wie warme Milch. Hatte aber deutlich mehr Umdrehungen. Ich schätze, dass mehr als die Hälfte davon Schnapps war. Jetzt viel mir auch auf, dass überall Leute mit Tabletts herumliefen und das Zeug verteilten. Bei der späteren Recherche fand ich heraus, dass das Geträng tatsächlich aufgeschäumte Milch mit Singani ist und Sucumbé heißt.

An der Kreuzung wurden auch immer wieder ein paar Feuerwerksraketen abgefeuert.

Als ich zurück in mein Hotel ging, versuchte mir die Dame an der Rezeption zu erklären um was für ein Fest es sich handelt. Aber das einzige was ich verstand war „Fiesta de Calle“, irgendetwas mit Kirche und Krankenhaus sowie „aniversario“. Ich bin mal gespannt, wie lange das heute Nacht noch so geht. Gegen die Trompeten und das Feuerwerk helfen auch meine Ohrstöpsel nichts.

Erster längerer Regen in Bolivien

Wegen des Straßenfestes ging ich erst kurz nach 1 Uhr ins Bett und schlief demensprechend wieder bis 10:00 Uhr. Ich begann mein Motorrad zu packen und dann ging ich auf den Markt um zu frühstücken.

Wie es aussieht geht dauert das Straßenfest noch länger, denn auch heute Morgen stehen die Stände noch auf der abgesperrten Seitenstraße. Ich ging allerdings wieder zum Markt und freute mich schon auf den leckeren Fisch. Diesmal sagte ich der Dame, dass ich diese Wurzel nicht mag. Dabei erfuhrt ich dass sie Yuca heißt. Stattdessen bekam ich ein paar mehr Kartoffeln.

Zurück in meinem Hostel packte ich zu Ende, doch noch bevor ich fertig war fing es kräftig an zu regnen. Wie auch einige andere Gäste setzte ich mich in den Eingangsbereich und hoffte, dass es bald aufhören würde. Ich nutzte die Zeit um mir schon mal eine Unterkunft in Samaipata rauszusuchen und nochmal mit meinen Eltern zu telefonieren.

Nach einer knappen Stunde Wartezeit hörte es endlich auf. Ich zog meine Motorradsachen an, doch in dem Moment begann es schon wieder. Da ich keine Lust mehr hatte weiter zu warten und auch nicht wusste, ob es in nächster Zeit wirklich aufhören würde, zog ich meine Regensachen an und fuhr los. Da die komplette Strecke asphaltiert war, war der Regen zwar nicht schön, aber kein wirkliches Problem.

Nach 1½ Stunden hörte es endlich auf und ich konnte den Rest der Strecke genießen. Im Süden Argentiniens und Chiles erfreute ich mich an den gelb blühenden Büschen, hier in Bolivien an ganzen Bäumen, die in voller gelber Blüte standen.

Gegen halb 4 erreichte ich Samaipata. Kurz vorher tankte ich nochmal. Wieder ein etwas seltsames Spiel. Wegen meines ausländischen Nummernschildes wurde ich nach einer Nummer vom Zoll gefragt, die es mir erlaubt hätte zum bolivianischen Preis zu tanken. Wie immer sagte ich, dass ich keine solche Nummer habe und fragte ob ich für den internationalen Preis tanken könnte. Das war an dieser Tankstelle leider nicht möglich. Doch als ich ich mich bedankte und wieder losfahren wollte, fragte die Dame, wie viel ich denn tanken wolle. Ich sagte „completo“ und fragte was denn jetzt mit der Nummer sei. Sie sagte, sie nimmt einfach die Nummer einer anderen Person. So einfach kann es gehen.

In Samaipata steuerte ich das Hostel an, das ich mir auf iOverlander rausgesucht hatte. Das Zimmer war einfach, aber es hatte ein sehr bequemes Bett, warmes Wasser und kostete lediglich 50 Bolivianos pro Nacht, knapp 7 €. Außerdem kann ich mein Motorrad drinnen parken (sozusagen in der Lobby) und meine Gastgeber sind sehr nett. Ich buchte das Zimmer für 2 Nächte, da ich morgen die berühmten Inkaruinen „El Fuerte“ in der Nähe besuchen möchte.

Wie immer spazierte ich nach dem Duschen eine Runde durch den Ort. Der Plaza Principal ist sehr schön. Viel schöner und belebter als die meisten anderen Plätze in den kleineren Orten. Auch der Rest des kleinen Ortes ist sehr schön mit vielen gut erhaltenen Kolonialstilhäusern. Man merkt direkt, dass das hier ein Touristenort ist. Aber es ist bei weitem nicht so extrem wie z. B. Bariloche oder Pucon.

Da meine Unterkunft so günstig ist, gönnte ich mir heute nochmal ein Abendessen in einem Restaurant. Ich fand ein schönes auf Google Maps, das jedoch erst um 18:30 Uhr öffnete. Also ging ich noch eine Runde durch den Mercado Municipal, der mir allerdings nicht so gut gefällt. Das Gebäude ist zu modern und hat kein Flair. Trotzdem kaufte ich dort noch einen Granatapfel und ein Kilo Erdbeeren. Weniger gab es nicht.

Anschließend spazierte ich noch zu einem 2. Park, der sich Parque Aeronautico nennt. Grund dafür ist ein altes Flugzeug, dass in der Mitte des Hügels steht.

Da der Park aber nicht so schön war wie der Plaza Principal ging ich dorthin zurück und recherchierte noch ein wenig zum Karneval in Oruro. Dabei las ich allerdings, dass er so beliebt sei, dass die Unterkünfte schon Monate im Voraus ausgebucht seien. Eine schnelle Suche auf Booking.com bestätigte das. Es gab lediglich ein einziges Hotel mit einem freien Zimmer, das für 3 Nächte knapp 300€ hätte kosten sollen. Somit war der Plan den Karneval anzuschauen auch gestorben. Allerdings weiß ich gar nicht so recht, ob ich traurig darüber sein soll, denn so bleiben mir ein paar Tage mehr im Dschungel. Ansonsten wäre es schon wieder etwas stressig geworden um pünktlich am 10.02. in Oruro zu sein.

Kurz nach 18:30 Uhr war ich wieder an dem Restaurant und jetzt hatte es auch geöffnet. Ich bestellte eine Lauchsuppe und Hähnchen Teriyaki. Die Suppe war leider aus weshalb ich stattdessen eine Gemüsecremesuppe nahm.

El Fuerte

Nach einer sehr erholsamen Nacht aß ich erst einmal meine Erdbeeren, die ich tags zuvor auf dem Markt gekauft hatte. Ich ich muss sagen, ein ganzes Kilo Erdbeeren sind schon ziemlich viel für einen alleine.

Anschließend machte ich mich auf zu den Inka-Ruinen von El Fuerte. Ich fragte am Eingang, ob es eine englische Führung gäbe, aber ich konnte mir nur einen privaten Führer buchen. Das war mir letztlich zu teuer und ich bekam stattdessen einen kleinen Infoflyer auf Englisch. Und auf den meisten Infotafeln gab es auch eine englische Übersetzung.

Netterweise lud mich eine peruanische Familie ein mich ihnen anzuschließen. Sie hatten sich eine Führerin geleistet. Allerdings auf spanisch. Ich verstand fast nichts, aber es war trotzdem schön ein wenig Gesellschaft zu haben.

Das Areal ist sehr schön mit einem tollen Ausblick auf die umliegenden Berge. Am höchsten Punkt erklärte uns die Führerin, dass dieser Berg eine Art Grenze zwischen 2 verschiedenen Ökosystemen ist. Nördlich von hier liegt der Amazonas mit seinem feuchten tropischen Klima und südlich beginnt der Gand Chaco, eine sehr karge und trockene Gegend.

Dann erreichten wir den Felsen, in den ein anderes Volk noch vor den Inkas einige Figuren „eingraviert“ hat. In einem Kreis soll man einen Jaguar erkennen. Naja, mit viel Phantasie…

Die Führerin erklärte auch noch einiges, aber ich verstand leider nichts. Von hier aus gingen wir auf einem hölzernen Pfad um den Felsen herum, so dass wir von der Seite einen „Friedhof“ für besonders wichtige Personen sehen konnten.

Außerdem gab es noch ein paar Überreste von Häusermauern und Terrassen auf denen die Inka ihre Nahrung angebaut hatten.

Unter einem Pacay Silvestre Baum hob die Führerin ein paar Hülsenfrüchte auf und bedeutete mir, dass man den Inhalt essen kann. In den Hülsen steckten ein paar Kerne die von einem süßen Schleim umgeben waren. Lecker, so lange man die Kerne nicht kaute. Ich sah erst später, dass die Führerin sie ausspuckte. Ich aß sie und sie waren recht bitter.

Pacay Silvestre

Je länger der Spaziergang dauerte desto quengeliger wurde der kleine Manuel und die 18-jährige Tocher war genervt und wollte nur so schnell wie möglich zurück.

Gegen Ende bat ihre Mutter sie zu dolmetschen, da sie ganz gut Englisch sprach. Zuerst war sie ziemlich genervt, was ich gut nachvollziehen konnte. Ich habe es auch nicht leiden können wenn ich als jugendlicher für meine Eltern übersetzen musste. Aber als wir auf das Thema Reisen zu sprechen kamen, war sie plötzlich total interessiert und stellte mir etliche Fragen. Sie wollte unbedingt wissen, in welchem Alter ich meine erste Reise gemacht hatte. Sie will nämlich alleine in den peruanischen Amazonas und ich hatte das Gefühl, dass ihrer Mutter das nicht so recht ist. Jedenfalls übersetzte sie ihrer Mutter sehr nachdrücklich, dass ich schon mit 18 alleine verreist sei und dass das ja genau ihr Alter sei.

Zurück in Samaipata setzte ich mich in ein Café, trank einen Cappuccino und aß ein Sandwich mit Pesto und einem lokalen Käse.

Anschließend ging ich noch in das lokale Museum, das im Eintrittspreis für El Fuerte inbegriffen war. Allerdings gab es hier keinerlei englische Informationen, weshalb ich nach ein paar Minuten schon wieder draußen war.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Zimmersuche für Santa Cruz auf dem Plaza Principal wo schon wieder ein Fest im Gange war. Um meinen aufkommenden Hunger zu stillen aß ich eine sehr leckere Salteña und ein Pastel von einer netten Straßenverkäuferin. Außerdem suchte ich mir schon mal ein Restaurant für’s Abendessen.

    Ich fuhr nur kurz zurück in mein Hostel um mein Motorrad abzustellen und zu duschen. Dann kehrte ich wieder zurück auf den Platz. Allerdings hatte ich keinen richtigen Hunger, weshalb ich dann doch nicht in das Restaurant ging, sondern nur einen kleinen Chorizo Burger von einem Straßengrill aß. Und später als Nachtisch noch einen Pie de Limon und eine Art Panna Cotta auf Mürbeteig mit Himbeer-Topping. Beides sehr lecker. Gegen 20:30 Uhr hatte ich es satt als Futterlieferant für die Stechmücken herzuhalten und ging zurück in mein Hostel. Schließlich musste ich ja auch noch Tagebuch schreiben.

    Morgen geht’s dann weiter nach Santa Cruz wo ich mir für 3 Nachte ein schönes Apartment gegönnt habe.