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Dim Sum Auswahl im Ruan Thai, Trang

Tag 24 (Do. 22.04.) – „Planänderung“ oder „2 Schreckmomente an einem Tag“

Als ich am Morgen aus meinem Hotel auscheckte hatte ich noch den Plan zum Emerald und Blue Pool, zwei schönen kleinen Badeseen im Hinterland von Krabi, zu fahren und von dort weiter mit der Fähre nach Ko Lanta.

Da mir der Weg, den Google als die beste Route empfand nicht gefiel (zu viel Schnellstraße) entschloss ich mich noch einen Abstecher zu einem Stausee zu machen. Dadurch wurde die Strecke zwar doppelt so lang, aber für uns Motorradfahrer ist ja der Weg das Ziel.

Was ich nicht bedacht hatte war, dass die Straße ab dem Stausee zu einer Schotterpiste und später zu einem Waldweg wurde, der zwar idyllisch durch eine Palmenplantage führte aber aufgrund von tiefen ausgewaschenen Furchen und teils Fußballgroßen Steinbrocken irgendwann für meinen Roller unpassierbar wurde. Ich bin zwar in der Beziehung recht schmerzfrei, aber hier ging es wirklich nicht mehr weiter. Ich hielt an und machte ein Foto.

Waldweg durch eine Palmenplantage. Nicht der beste Untergrund für einen Straßenroller.
Hier ging es mit meinem Roller jetzt wirklich nicht mehr weiter

Dann kam der erste große Schreckmoment. Als ich kehrt machen wollte sprang der Roller nicht an. Ok, das passiert mir öfter. Hab ich wohl wieder den Notausschalter versehentlich umgelegt. Nein? Dann ist eben der Seitenständer nicht ganz eingeklappt. Auch nicht? Verdammt, jetzt gehen mir die Ideen aus. Vielleicht ist der Motor ja zu heiß? Bin ja schließlich eine ganze Zeit lang kaum schneller als Schritttempo gefahren. Aber es leuchtete keine Lampe im Cockpit auf. Was nun? Erst mal abwarten. Vielleicht löst sich das Problem ja von selbst. Ich spazierte ein paar Minuten durch die Palmenplantage und versuchte es erneut. Nichts. Der Roller machte keinen Mucks.

So langsam sah ich den Tatsachen ins Auge und überlegte mir die Rollervermietung anzurufen, ob sie mir einen Abschleppdienst schicken können. Ich war zwar irgendwo im Nirgendwo aber zum Glück, kann man ja seinen Standort bequem über WhatsApp teilen. Es würde zwar dauern aber irgendwann würde man mich schon finden. Aber bevor ich anrief unternahm ich noch einen letzten verzweifelten Versuch. Vielleicht gab es irgendwo einen Wackelkontakt. Ich klappte den Seitenständer mehrmals ein und wieder aus. Nichts. Ich schaltete den Notausschalter ein paar mal ein und aus. Nichts. Ich Schüttelte den Roller wie wild hin und her so dass er mir beinahe umgefallen wäre und schlug verzweifelt auf den Lenker ein. Und siehe da. Jetzt sprang er plötzlich an. Da sag nochmal einer Gewalt wäre keine Lösung…

Doch der 2. Schreck sollte nicht lange auf sich warten lassen. Als ich die Palmenplantage verlassen hatte und wieder auf der Schotterpiste war, passierte ich ein Haus, das mir schon auf dem Hinweg durch einen böse bellenden Hund aufgefallen war. Diesmal erwartet erwartet er mich schon auf der Straße und lief abwechselnd bellend und zähnefletschend auf mich zu. Ich bekam es mit der Angst zu tun und drehte instinktiv den Gasgriff auf Anschlag und hoffte inständig, dass einerseits der Köter mich nicht bei diesem Tempo anspringen würde und andererseits, dass ich mich bei dem Tempo auf dem Schotter nicht auf die Nase legen würde. So schnell war ich auf unbefestigter Straße noch nie unterwegs. Der Hund fiel mich zum Glück nicht an und mit meinem Tempo konnte er auch nicht Schritt halten. Dennoch fuhr ich lieber noch ein paar hundert Meter weiter, bis ich kurz anhielt und dem Adrenalinspiegel die Chance gab sich etwas abzusenken. So viel Abenteuer hätte ich nun wieder auch nicht gebraucht.

Ich fuhr weiter bis ich wieder guten grauen Asphalt unter den Rädern hatte und hielt erst an, als ich wieder in einer Ortschaft war. Hier gab es eine einladend aussehende Straßenküche in der ich eine vorzügliche Nudelsuppe mit Schweinefleisch und viel frischem Grünzeug und Sojasprossen bekam.

Nudelsuppe mit Schweinefleisch in einer Straßenküche

Und falls der Roller danach nicht anspringen sollte, war ich wenigstens satt und unter Menschen. Hier hätte mich ein Abschleppdienst auch viel besser finden können. Aber der Roller sprang an und von nun an machte ich mir deshalb auch keine Sorgen mehr. Bis zum Abend hielt ich noch einige Male an und er sprang immer auf Anhieb wieder an.

Dunkle Gewitterwolke auf dem Weg zum Emerald Pool
Dunkle Gewitterwolke auf dem Weg zum Emerald Pool

Am Emerald Pool kam ich dann so gegen 14:30 Uhr an. 2½ Stunden später als geplant. Und mit einer Gewitterwolke nicht weit entfernt, die immer mal wieder den ein oder anderen Donner von sich gab. Ich überlegte hin und her, ob ich mich hier wirklich von einem Gewitter überraschen lassen wollte aber ich ging zumindest mal zum Eingang. Dort erklärte man mir, dass ich nur den Emerald Pool besichtigen kann, der Blue Pool wäre täglich nur bis 14:00 Uhr für Besucher geöffnet. Und darin Baden könnte man wegen Corona auch nicht. Ok, jetzt war die Entscheidung einfach. 200 Baht Eintritt nur um ein Foto von einem der Beiden Seen zu machen und das noch bei schlechtem Wetter und Gefahr Nass zu werden. Nein danke.

Dunkle Gewitterwolke genau über dem Emerald Pool
Eintritt zum Emerald Pool. 20 Baht für Thailänder, 200 für Ausländer.

Ich ging zurück zu meinem Roller und stellte fest, dass es jetzt eigentlich auch schon zu spät war um nach Ko Lanta zu fahren. Ich wusste ja nicht wie regelmäßig die Fähre geht und wollte auch nicht zu spät ankommen. Ich brauchte ja noch genug Zeit mir ein paar Hotels und Bungalows anzuschauen. Mein Plan war für eine ganze Woche auf der Insel zu bleiben und da will ich schon eine nette Unterkunft und vor allem ein bequemes Bett. Also entschloss ich mich kurzerhand ein kleines Hotel in dem Ort Klong Thom anzusteuern, das nur wenige Kilometer vom Emerald Pool entfernt liegt. So hatte ich die Chance am nächsten morgen noch einmal dorthin zu fahren. Und ich weiß nicht warum, aber als ich in dem Hotel ankam, ist mir die Idee gekommen, statt nach Ko Lanta zuerst mal nach Trang zu fahren und dann später von dort auf die Insel. Sollte ich mich nicht über Nacht nochmal umentscheiden, so ist das nächste Ziel also Trang. Dort werde ich voraussichtlich 3 Nächte bleiben. Da ich ja recht früh in Klong Thom ankam, besuchte ich noch (diesmal ganz untypisch zu Fuß) den Tempel des Ortes und ging anschließend in ein Fischrestaurant Essen.

Tag 25 (Fr. 23.04.) – Wolken, Wolken, Wolken

Als ich aufstand sah das Wetter noch gut aus. Klar hier und da ein Wolke, aber das bin ich ja gewohnt. Ich entschloss mich nochmal zu den beiden Badeseen zu fahren, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit mir.

Bei jedem Türöffnen genießt er den kalten Luftzug der Klimaanlage im 7-eleven.

Je näher ich kam, desto dunkler wurde der Himmel. Als dann kurz vor dem Ziel die Straße total nass war kehrte ich um. Selbst wenn es jetzt nicht trocken bliebe, die Wege im Wald zu den Seen waren bestimmt total matschig und das Licht war auch nicht besonders toll um ein paar schöne Bilder zu machen. Ich kehrte also um und genoss die tolle Strecke.

Dunkle Gewitterwolke genau über dem Emerald Pool

Als nächstes fuhr ich zu der Fährstation nach Ko Lanta um mich über die Abfahrtszeiten zu erkundigen. Das Timing war super. Die Straße war komplett nass. Es muss wohl ein paar Minuten zuvor ein kräftiger Schauer herunter gegangen sein von dem ich zum Glück nichts abbekommen habe. Was man mir am Ticketschalter sagte gefiel mir. Die Fähre geht alle 10 Minuten von morgens um 06:00 Uhr bis abends um 22:00 Uhr und der Fahrpreis für eine Person plus Roller beträgt lediglich 25 Baht. Schnäppchen. Da sollte also in 3 Tagen nichts schief gehen. Ich sah sogar 2 Fähren im Betrieb, die eine fuhr in Richtung Insel, die andere kam zurück.

Als nächstes stand dann auch schon mein Tagesendziel Trang auf dem Plan. Doch erst mal meldete sich mein Magen und ich hielt an einem Restaurant zum Mittagessen. Die Karte war ausschließlich in Thai, aber Google Translate leistete gute Dienste. Ich bestellte mir ein Panang Curry. Nicht ganz so groß und deutlich schärfer als das letzte das ich hatte, aber trotzdem lecker.

Thailändische Speisekarte, die ich mir von google übersetzen lassen musste.
Panang Curry

Doch jetzt fing ich mir an Sorgen wegen des Wetters zu machen. Der Himmel zog sich zu und es wurde aus allen Richtungen dunkler. Ich hatte noch eine gute Stunde vor mir, als ich mich zum ersten Mal unterstellte. Keine große Sache, kein Gewitter nur ein kurzer Schauer und es ging weiter. Aber die Wolken hingen wie ein Damoklesschwert über meinem Kopf. Immer wieder kamen vereinzelte tropfen runter aber kurz bevor ich mich entschied mich unterzustellen wurde es auch schon wieder weniger. Es hatte etwas von Psychoterror an sich, aber letztlich kam ich trocken bis kurz vor Trang. Für die letzten 10 Minuten zog ich mir noch meine nicht gerade dichte Regenjacke an. Auch wenn sie mich nicht trocken hielt, kühlte ich wenigstens nicht aus. Notiz an mich selbst. In Trang nach einer vernünftigen Regenjacke schauen oder eine bei Decathlon bestellen. Kurz vor Trang viel mir auch noch ein etwas seltsam anmutender Shop auf. Zuerst dachte ich es sei eine Müllkippe, doch dann erkannte ich, dass es sich um einen Händler für gebrauchte Motorradteile handelte. sofort kamen mir die Gebrüder Ludolf in den Sinn.

Motorroller-Gebrauchtteile Händler
Motorroller-Gebrauchtteile Händler

Ich hatte mir insgesamt 4 Hotels rausgesucht, die ich mir persönlich anschauen wollte. Das erste war mit 9€ pro Nacht das günstigste. Allerdings war es auch sehr altbacken und hatte Betten aus Beton. Da der Regen gerade aufgehört hatte fuhr ich zum nächsten. Ich würde es auch nicht als modern bezeichnen aber das Zimmer gefiel mir schon viel besser. Nur das Bett war auch viel zu hart. Darin würde ich die ganze Nacht kein Auge zu machen. Dann sagte man mir aber zu meiner Überraschung, dass es auch Betten mich weichen Matratzen-Toppern gab. Das schaute ich mir näher an und gab dem ganzen eine Chance. Die Nacht wird zeigen, ob ich die Entscheidung bereuen muss.

Als ich mich kurz vor 6 nochmal auf den Weg in die Stadt machen wollte um meine Wäsche abzugeben und etwas zu essen, fing es schon wieder an zu regnen. Also bin ich zurück in mein Zimmer und bearbeitete die Bilder der letzten Tage. Laut Wetterbericht sollte es im laufe des Abends trockener werden. Abwarten…

Es hörte auf, doch als ich an der Reinigung ankam, war diese bereits geschlossen. Ich fuhr weiter zu einer Suppenküche, die in einem YouTube Video empfohlen wurde, aber die war auch geschlossen. Glücklicherweise gab es 50 Meter weiter schon die nächste. Und was soll ich sagen, es war die beste Suppe, bzw. schon fast ein Eintopf, die ich bisher hatte.

Nachdem ich aufgegessen hatte, blieb ich noch ein paar Minuten um den nächsten Regenschauer abzuwarten. Dann fuhr ich wieder zu meinem Hotel, mit einem kleinen Abstecher zu einem Einkaufszentrum in dem ich noch nach einer Regenjacke schauen wollte. Es hatte allerdings auch schon geschlossen.

Tag 26 (Sa. 24.04.) – Trang und Kantang

Heute stand ein wenig Sightseeing auf dem Programm. Ich hatte am Abend zuvor im Internet gelesen, was man sich in Trang alles anschauen könnte.

Zuerst brachte ich meine Wäsche in die Reinigung und weiter ging es zu dem wofür Trang bekannt ist. Sein Frühstück.

Trang ist eine von Chinesen geprägte Stadt und es gibt eine ganze Menge Dim Sum Restaurants. Allerdings haben sie nur Vormittags, in der Regel von 06:00 bis 11:00 Uhr geöffnet, da man hier in Trang Dim Sum zum Frühstück isst. Die zweite Spezialität in Trang ist knuspriger Schweinebauch. Auch zum Frühstück.

Weiter ging es ins Zentrum in dem die großen Religionen ausgesprochen friedlich miteinander leben. Ich besuchte eine Christliche Kirche, eine Moschee einen chinesischen Schrein und einen Buddhistischen Tempel. Alle lediglich ein paar Minuten voneinander entfernt. Da könnten sich andere Regionen de Welt eine Scheibe von abschneiden.

Anschließend besuchte ich den Frischmarkt auf dem es auch einige Stände mit dem berühmten Schweinebauch gab sowie die üblichen Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch sowie Klamotten und Elektronik. Ein Stand viel mir besonders ins Auge. Dort gab es eine große Auswahl an selbstgemachten Pasten für verschiedene Curry Varianten.

Auf dem Markt stellte ich fest, dass ich fast kein Bargeld mehr in meinem Portemonnaie hatte. Also zurück ins Hotel zum auffüllen. Dabei bin ich am Springbrunnen am Dugong Kreisel vorbeigekommen, der auch auf meiner imaginären Liste stand. Der Dugong oder auch Gabelschwanzseekuh, ist das Wahrzeichen von Trang, da sich in den Gewässern vor der Küste dieser Provinz wohl einige dieser Tierchen tummeln sollen.

Dugong Springbrunnen in einem Kreisel in Trang
Dugong Springbrunnen in einem Kreisel in Trang

Da ich schon in der Nähe war, sprang ich auch gleich noch in das Einkaufszentrum rein und besorgte mir eine Regenjacke. Nicht das was ich mir vorgestellt hatte, aber immerhin besser als die Einwegdinger.

Bevor ich in die Hafenstadt Kantang fuhr, machte ich noch einen Abstecher in den Stadtpark und genoss den Schatten der Bäume und den Blick auf den See während ich auf dem Handy die neuesten Corona Schreckensnachrichten aus Deutschland las. Was bin ich froh, dass es mir so gut geht.

In Kantang angekommen steuerte ich gleich den Bahnhof an. Der älteste Bahnhof Thailands, der noch im Originalzustand ist, also nicht umgebaut. Ich mache ein paar Bilder und um den gesamten Bahnhof ins Bild zu bekommen stieg ich über die Gleise und ging ein Paar Schritte rückwärts über eine Wiese bis ich ihn voll im Bild hatte. Dumme Idee – also das Rückwärtsgehen. Ich landete mit beiden Füßen in einem kleinen Wassergraben und die Schuhe waren durch und durch nass. Ok, bei 30 Grad kein großes Problem.

Anschließend schlenderte ich noch ein wenig am Hafen entlang bevor ich mich auf die Suche nach dem Pier machte, von dem aus man die Insel Ko Mook erreichen kann. Wie schon zu erwarten landete ich zuerst am falschen Pier bevor ich nach kurzer Internetrecherche den richtigen fand. Allerdings war ich entweder schon zu spät oder es ist einfach gar nichts los im Moment. Jedenfalls konnte ich niemanden finden, der mir über evtl. Fahrpläne Auskunft geben konnte. Ich fand lediglich ein Plakat mit der Telefonnummer des Boat Service. Vielleicht schaue ich mal, ob man sie per WhatsApp oder LINE erreichen kann. Hatte mir überlegt nach Koh Lanta evtl. einen Tagesausflug nach Koh Mook zu machen.

Boote am Khuan Tung Ku Pier
Boat Service Werbung am Pier nach Koh Mook.

Auf dem Rückweg hielt ich noch kurz am Pak Meng Beach, blieb aber nur kurz, da ich nicht zu lange im Dunkeln zurück fahren wollte.

Dramatischer Himmel am Strand bei Ban Chang
Dramatischer Himmel am Strand bei Ban Chang

In Trang steuerte ich wieder den Nudelsuppenladen vom Vorabend an, allerdings bedeutete mir der Mann, dass ich heute nicht dort Essen könnte. Ich könne die Suppe lediglich mitnehmen. Sind das neue Vorschriften wegen der sich verschärfenden Coronasituation? Keine Ahnung. ich versuchte mein Glück einen Laden ein paar Meter weiter. Dort gab es zwar keine Suppe, dafür konnte ich mich dort problemlos an einen Tisch setzen. Ich hatte die gleichen gelben Nudel wie am Tag zuvor in der Suppe, aber diesmal gebraten und mit einer süßlichen Schweinefleischsoße. Erinnerte ein wenig an Spaghetti. Und lecker waren sie auch.

Gebratene Nudeln mit Schweinefleisch

Tag 27 (So. 25.04.) – Überfressen und Kantang die Zweite

Ich begann den Tag erneut mit dem traditionellen Trang Frühstück. Diesmal nahm ich zu dem Schweinebauch und dem für Trang typischen Kaffee mit gesüßter Kondensmilch auch noch etwas ausgezogenes Gebäck mit einem grünen süßen Dipp und zu viele der Dim Sum Körbchen. Insgesamt 6 wobei eines mit 2 Knödeln gefüllt war, die ein wenig an Dampfnudeln erinnerten – gefüllt mit Schweinefleisch. Gegen Ende ging es schon recht hart auf, aber wie ein weiser Mann einmal sagte: „Man muss sich auch mal quälen können“.

Als nächstes wollte ich eine Tropfsteinhöhle nördlich von Trang besuchen und anschließend in die Berge im Osten fahren. Unglücklicherweise war der Himmel in dieser Richtung dunkelgrau und ich entschied mich lieber den deutlich helleren Wolken, die zum Teil von blauem Himmel unterbrochen waren entgegen zu fahren. Also wieder nach Süden. Hier gab es noch einen botanischen Garten, den ich auf dem Zettel hatte. Als ich dort ankam, sagte allerdings ein riesiges Banner, dass der Garten seit dem 19.04. aufgrund der Covid Situation geschlossen sei.

Botanischer Garten bei Trang wegen Corona geschlossen.

Da ich schon auf halbem Weg nach Kantang war, beschloss sich erneut dorthin zu fahren. Am Abend zuvor, als ich den Internetartikel noch einmal überflog, merkte ich nämlich, dass ich 2 „Attraktionen“ von Kantang am Tag zuvor verpasst hatte. Die goldenen Dugong Statue und die Street Art Gemälde, die es an einigen Hauswänden zu bestaunen gab. Auf dem Weg dorthin wurde ich an einer Straßensperre von der Polizei angehalten. Sie wollten aber nicht meinen Führerschein kontrollieren, sondern lediglich wissen wo ich hin wolle. Meine Antwort „Kantang“ schien sie zufriedenzustellen und ich durfte passieren. Keine Ahnung was das zu bedeuteten hatte. Aber egal. Andere Länder andere Sitten. Man muss auch nicht immer alles verstehen.

Nachdem ich eine Weile zu Fuß durch Kantang gebummelt bin fand ich auf der Karte noch die interessant aussehenden kleine Halbinsel Leam Yong Star, die ich als nächstes besuchte.

Sie war nicht so schön, wie ich es mir erhofft hatte, aber es gab einen Pier mit ein paar netten Hüttchen, die dazu einluden ein wenig am Laptop zu arbeiten. Ich kaufte mir eine Limonade an einem der Stände nebenan und setzte mich. Da las ich die Nachricht meiner Eltern, sie würden technische Hilfe beim Aufsetzen eines Smartphones benötigen und ich solle mich doch bitte mal melden. Statt weiter an meinem nächsten Reisebericht zu schreiben bzw. Bilder zu bearbeiten verbrachte ich die nächsten 1¾ Stunden mit IT-Support über Skype bis mein Akku leer war. Ein schattiges Plätzchen mit einer leichten Priese und Blick aufs Meer. Kein schlechter Platz für IT-Support.

Am späten Nachmittag fuhr ich zurück ins Hotel, steckte den Laptop ans Netz und arbeitete dann noch ein wenig, während ich draußen den prasselnden Regen hörte. Hunger hatte ich immer noch keinen und da ich noch eine Packung getrocknete Mango hatte, beschloss ich den Abend im Hotelzimmer zu verbringen und nicht nochmal zum Essen rauszugehen. Morgen wartet ja schon das nächste und letzte Tran Frühstück, bevor es dann weiter nach Koh Lanta geht. Da muss ich mir auch noch zuvor ein paar Hotelkandidaten im Internet anschauen. Ich konnte sie auf 3 eingrenzen.