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Sonnenuntergang am Hidden Gem

Tag 11 (Fr. 09.04.) – Schnitzeljagd

Der Tag begann mit einer Dose kalten Milchkaffees, von denen ich mir tags zuvor 2 Stück im Supermarkt kaufte. Vom Koffein wachgeküsst schrieb ich ein paar Zeilen in mein Reisetagebuch, schwamm ein paar Bahnen im Pool und genoss die schön schattig überdachten Liegen.

Dann begann die Schnitzeljagt. Der eigentliche Plan war, meine Sachen in die nahegelegene Reinigung zu bringen, an der Tankstelle meinen Reifen aufzupumpen und mich am Pier nach der Fähre nach Koh Yao Noi zu erkundigen. Danach wollte ich dann noch nach Krabi Stadt.

Klingt einfach, war es aber nicht. Es begann damit, dass die Reinigung die ich ansteuerte leider geschlossen war. Das sagte mir zumindest die Nachbarin. Ich wusste nicht , ob sie damit dauerhaft oder nur vorübergehend gesschlossen meinte, aber ich hatte auch keine Lust zu warten. Also suchte ich die nächste Reinigung in Google Maps und fand auf dem Weg dorthin auch noch eine PTT Tankstelle.

Kurzer Exkurs: Mein Roller hat einen undichten Vorderreifen, so dass ich jeden Tag damit beginne eine PTT Tankstelle zu suchen, um den Reifen aufzupumpen. Leider sind in Thailand nur die Tankstellen der Marke PTT mit Druckluft ausgestattet. Leider gibt es von denen nicht all zu viele.

Als ich dort ankam, wo laut Google eine PTT Tankstelle hätte sein sollen, fand ich lediglich eine vereinzelte Zapfsäule vor und weit und breit keine Druckluft. Aber wie das Glück manchmal mit einem spielt, war direkt neben der Tankstelle eine Reinigung. Sogar eine besonders günstige – nur 30 Baht pro Kilo. Tagesordnungspunkt 1 – abgehakt. Auf dem Weg zur nächsten potentiellen PTT Tankstelle stoppte ich noch an einem Supermarkt um ein paar Müllbeutel zu kaufen damit ich beim nächsten Regen mein Gepäck wasserdicht verpacken kann. Direkt neben dem Supermarkt gab es ein einladendes Restaurant in dem ich mir ein Phad Thai zu Mittag genehmigte.

Pad Thai mit Shrimps

Nette Überraschung, statt der in der Karte ausgeschriebenen 60 Baht, kassierte die Chefin nur 30 Baht. Als ich sie darauf ansprach meinte sie, die Leute hätten wegen Covid so wenig Geld, da würde sie alle Gerichte zum halben Preis verkaufen. Das nenne ich mal soziale Verantwortung.

Gerade als ich das Restaurant verlassen wollte, begann es zu regnen. Ein heftiger aber kurzer Regenschauer. Ich blieb einfach noch weitere 15 Minuten sitzen bevor ich mich dann auf den Weg machte. PTT Tankstelle ich komme…

Naja, ich kam nicht besonders weit. Nach wenigen Kilometern kam der nächste Schauer. Ich befand mich gerade vor einem „SuperCheap 24“ Supermarkt in dem ich dann schnell Zuflucht fand. Dort kaufte ich noch ein Handtuch für den Strand und 2 von diesen billigen Einwegregenjacken, die die Thailänder im Regen beim Rollerfahren tragen. Ich staunte nicht schlecht, als ich in dem Supermarkt eine Selbstbedienungstheke für Frischfleisch sah. Das kannte ich bisher noch nicht.

Frischfleisch-Selbstbedienung im Supermarkt. Das habe ich bisher so auch noch nicht gesehen.

Nach weiteren 15 Minuten versuchte ich es erneut. PTT Tankstelle …

Was soll ich sagen, ein paar Kilometer später, der nächste Schauer. Vielleicht auch der gleiche, den ich einfach nur eingeholt hatte. Wer weiß. Diesmal hielt ich vor einer Ladenkette und setze mich an einen überdachten Tisch bis es aufhörte.

An diesem Tisch wartet ein weiteres Mal, dass der Regen aufhören würde, irgendwo zwischen meinem Hotel und Krabi

Aber jetzt. Im 3. Anlauf schaffte ich es zu besagter Tankstelle und füllte meinen Reifen wieder mit 31 PSI.

Nun stand als nächstes der Fähranleger auf dem Programm. Dort angekommen fand ich aber nur ein paar Werbetafeln für Bootsausflüge und Kanutouren. Der Junge Mann sagte mir, ich könne ein Kanu für 700 Baht mieten und damit die Mangrovenwälder erkunden. Allerdings nur morgens bei Hochwasser. Ok , jetzt habe ich auch eine Idee, was ich am nächsten Tag machen würde. Außerdem sagte er mir, dass an diesem Pier keine Fähren halten. Ich solle doch bitte 500 Meter weiterfahren, dort wären die Boote zu den Inseln.

Strand vor dem Mangrovenwald, Ao Thalane
Karte der Wasserwege im Mangrovenwald, Ao Thalane

Ich fand den Pier, allerdings fahren von dort nur die kleinen hölzernen Longtailboote die zwar ab und zu wohl auch mal Roller mitnehmen, aber scheinbar keine so großen wie meinen. Die Dame verwies mich jedenfalls zur Autofähre, die ich auf Google Maps jedoch leider nicht finden konnte. Sie versuchte mir beim suchen zu helfen, erfolglos. Dann nahm sie ihr eigenes Handy raus und suchte damit. Letztlich fand sie eine schematische Karte auf der die Fährverbindung eingezeichnet war und anhand der ich den ungefähren Standort auf Google Maps nachvollziehen konnte. Dort hieß die Stelle wörtlich „Ist ein kleines Fischerdorf mit Fähre“ gefolgt von einem thailändischen Namen. Die Dame bestätigte mir, dass der thailändische Name, die Bezeichnung der Fährstation sei und ich machte mich auf den Weg.

Während ich so vor mich hin fuhr erkannte ich plötzlich das kleine Restaurant, an dem ich tags zuvor ein hervorragendes Pad Krapao (gebratenes Basilikum) gegessen hatte. Obwohl ich erst 2 Stunden zuvor mein Mittagessen hatte, entschloss ich mich zu halten und das Pad Krapao erneut zu bestellen. Diesmal mit Hühnchen anstelle der gesalzenen Eier. Es schmeckte etwas anders aber genauso lecker wie gestern.

Als ich an der Fährstation ankam, war natürlich niemand mehr da. Am Pier zuvor sagte man mir die Fähre führe nur einmal am Tag um 14:00 Uhr. Mittlerweile war es schon kurz vor 6, Weit und breit niemand zu sehen. Als ich mich so umschaute entdeckte ich ein paar Lichter am Ende des Strands und neugierig wie ich bin, fuhr ich einfach hin und sah nach. Es war eine traumhaft schöne Strandbar mitten im Nirgendwo. „Hidden Gem“ – Verstecktes Juwel. Und das war es wirklich, sowohl versteckt als auch ein Juwel. Ich trank einen weiteren Mango Smoothie, lauschte der chilligen Musik und genoss einen grandiosen Sonnenuntergang samt anschließendem „brennenden“ Himmel. Ich schoss so viele Fotos, dass es mir davor graut, sie alle zu sichten und die besten zu bearbeiten. Da kommt noch eine Menge Arbeit auf mich zu. Ein Grund dafür, dass ich diesen Bericht erst so spät veröffentliche.

Tag 12 (10.04.) – Erledigungen und Nachtmarkt

Heute fühlte ich mich ein wenig schlapp. Die letzten Nächte in den harten Betten haben mir wohl ein wenig zugesetzt. Ich beschloss den Tag ruhig anzugehen und verbrachte eine Weile am palmengesäumten Pool meiner Unterkunft. Es ist einfach herrlich hier. Dann setzte ich mich mit meinem Laptop auf den Balkon und arbeitete an meinen Bildern und dem nächsten Reisebericht. Am frühen Nachmittag holte ich dann meine Wäsche ab und aß wieder im gleichen Restaurant nebenan zu Mittag. Ein für thailändische Verhältnisse relativ mildes Pangnga Curry. Sehr lecker.

Pangnga Curry. Nicht so scharf und sehr lecker

Dann beschloss ich meinem Rollervermieter zu schreiben und nach einer Lösung für mein Reifenproblem zu fragen. Bzw. ihm mitzuteilen, dass es so nicht weitergeht und er mir bitte eine Werkstatt in Krabi nennen soll, in der ich den Reifen reparieren oder wechseln lassen könne. Da ich nicht wusste wie lange das dauern würde, fuhr ich nochmal schnell in meine Unterkunft zurück und holte mein Laptop, so dass ich die Wartezeit in der Werkstatt sinnvoll überbrücken könnte. Dort angekommen prüfte der Mechaniker sofort das Ventil und meinte es müsse getauscht werden. Was es kostet? 120 Baht – 3,50€. Lächerlich. Nach etwa 10 Minuten hatte ich den Roller wieder und als bezahlen wollte meinte die nette Dame, die für mich übersetzte, dass ich jetzt doch nichts bezahlen müsse, sie hätten es umsonst gemacht, Service. Sehr nett. Während der Reparatur fand ich noch ein witziges neues Gefährt im Ausstellungsraum von Honda. Und ich glaube das ist der erste 125er Roller mit ABS.

79.900 Baht / 2.130 € Neupreis
Honda CT 125 mit ABS. bin mal gespannt, ob das auch in Vietnam auf den Markt kommt.
20 kg Zuladung auf dem Gepäckträger

Als nächstes besuchte ich den Frischwarenmarkt in Krabi auf dem ich mich mit etwas Obst für das nächste Frühstück eindeckte – Papaya, Mango und Dragon Fruit. So viel, dass es für 2 Tage reichen sollte. Außerdem, als Nachmittagssnack noch eine kleine Portion Sticky Rice mit Mango und frisches Kokoswasser.

Nachmittagssnack, Mangoreis und Kokoswasser vom Frischmarkt in Krabi

Kaum hatte ich den Markt verlassen fing es auch schon an zu regnen. Glücklicherweise stand ich genau vor einem 7/11 in dem ich mir nicht nur zwei Dosen Milchkaffee und und zwei Bananentörtchen für das Frühstück der nächsten beiden Tage besorgte, es gab auch noch einen Geldautomaten der Krungsri-Bank an dem ich dann auch gleich 30.000 Baht abhob. Die Krungsri-Automaten sind die einzigen bei denen man so viel bekommt. Alle anderen spucken maximal 20.000 Baht aus – bei 220 Baht Automatengebühren.

Unter dem Vordach des 7/11 trank ich mein Kokoswasser und aß den Mangoreis. Da es immer noch am Regnen war bearbeitete ich weitere Bilder auf den Stufen des 7/11 sitzend, meinen Laptop auf dem Schoß. Jetzt zeigte sich mir woher der Name Laptop kommt. 😉

Als der Regen endlich vorüber war ging ich – ganz IT-Nerd – in den nächsten Computerladen zum Shoppen. Ich brauchte noch eine externe Festplatte. Die Videodateien meiner GoPro nehmen so viel Platz weg, dass die Festplatte meines Laptops langsam aber sicher an ihre Kapazitätsgrenze stößt. Ich kaufte eine Western Digital My Passport 2TB Platte für 1580 Baht (ca. 42 €) was noch ein Stückchen günstiger war als der Amazon Preis in Europa. Und wo ich schon mal in dem Laden war, gönnte ich mir auch noch ein HDMI Kabel. Für den Fall, dass ich wegen Regens mal längere Zeit in einem Hotelzimmer verbringen muss und den Laptop an den Fernseher anschließen möchte. Ich hoffe ich werde es nie brauchen. 😉

Kunst in Krabi
Kunst in Krabi
Blick auf das Wahrzeichen von Krabi, die 2 Felsen
Nachtmarkt Krabi
Segler vor Anker in der Flussmündung von Krabi, direkt vor dem Nachtmarkt.

Den Abend ließ ich auf dem Nachtmarkt ausklingen. Einer der schönsten auf denen ich bisher war. Nicht zu groß und nicht zu klein, nicht zu viele Klamotten oder Souvenirläden, dafür viele unterschiedliche Essensstände und am Ende eine Bühne mit Live-Musik auf der 2 recht gute Musiker spielten. Gitarre und Gesang. Deutlich besser als der Typ aus der Bar in Patong.

Bevor ich zu meiner Unterkunft zurück fuhr, kam mir die Idee mir noch ein Paar Hotels in Ao Nang anzuschauen. Dort möchte ich noch ein paar Tage verbringen wenn ich von Koh Yao Noi zurück komme. Und um sicherzustellen, dass ich dann ein ausrechend komfortables Bett bekomme, wollte ich mir die Zimmer einfach mal vorab zeigen lassen. Dummerweise waren 4 der 5 Hotels die ich abklapperte komplett ausgebucht so dass man mir kein Zimmer zeigen konnte. In einem jedoch, gab es ein einigermaßen weiches Bett. Ich konnte mich ja nicht reinlegen. 🙈 Leider war das, das Hotel welches mir am wenigsten gefiel. Ich ringe noch mit mir, ob ich es trotzdem buchen soll. Schlecht war es schließlich auch nicht.

Zurück in meinem Zimmer war es schon fast 23:00 Uhr und ich ging nach dem Duschen direkt ins Bett. Ich stellte den Wecker eine Stunde vor auf 9:30 Uhr in der Hoffnung diese Nacht mal auszuschlafen. Der Wunsch sollte sich nicht erfüllen.

Tag 13 (11.04.)- Krabi

Ich verbrachte erneut den Vormittag in meiner paradiesischen Unterkunft. Genoss meine Runden im Pool, relaxte auf einer Liege und schrieb anschließend auf meinem Balkon noch an meinem Reisetagebuch während ich meinen Milchkaffee trank und das Bananentörtchen und das Obst vom Markt genoss.

Dann machte ich mich auf den Weg zur PTT Tankstelle um zu prüfen, ob die Reparatur des Vortages auch geholfen hatte. Auf dem Weg dorthin standen ganz unverhofft 3 Elefanten am Straßenrand. Neugierig hielt ich an und sah, dass man für 100 Baht einen Korb mit Bananen erwerben konnte um sie an die Elefanten zu verfüttern. Ich würde niemals auf den armen Tieren reiten, aber sie zu füttern fand ich dann moralisch gesehen durchaus in Ordnung, auch wenn die Tiere keinen besonders glücklichen Eindruck machten. Die Dame die die Bananen verkaufte fing dann irgendwann an den größten Elefanten mit einem Wasserschlauch abzuspritzen. Als sie meine neugierigen Blick sah, reichte sie mir den Schlauch und bedeutete mir, ich könne ihn auch gerne ein wenig abkühlen. Ich nahm das Angebot an und bildete mir ein, dass der Elefant die Abkühlung genoss.

Elefantenfütterung

An der Tankstelle angekommen, stellte sich heraus, dass die Reparatur gersten leider nicht gefruchtet hat. Schon wieder waren nur noch 15 psi von den 31, die ich gestern aufgepumpt hatte übrig. Also statt zum Tiger Cave Tempel, wieder nach Krabi zur Hondawerkstatt. Dummerweise ist heute Sonntag und sie hat geschlossen. 🙁

Also werde ich die nächsten Tage auf Koh Yao Noi wohl wieder jeden Tag nach einer Tankstelle mit Druckluft suchen müssen.

Für meinen Geschmack zu kitschig, Tiger Cave Temple

Weiter geht’s zum Tiger Cave Tempel. Als ich dort ankam, war ich ein wenig enttäuscht. Die „Höhle“ ist lediglich ein kleiner Felsüberhang vor den ein Gebäude gebaut wurde. Darin stehen ein paar Buddha- und ein paar Tigerfiguren. Einer der Buddhas ist sogar mit blinkenden Neonlichtern verziert.

Nicht gerade mein Geschmack. Dann gibt es hinter dem Tempel noch einen Aufstieg über 1237 Treppenstufen, die größtenteils höher als tief sind. Rundherum stehen diverse Warnschilder, man solle den Weg nur bei guter Gesundheit und mit ausreichend Wasser in Angriff nehmen.

Außerdem soll man die Affen weder Füttern noch anfassen. Entgegen aller Warnungen versuchte ich es dennoch, merkte aber schon nach einem kurzen Stück, dass das keine gute Idee war. Für eine tolle Aussicht war ich zwar noch nicht hoch genug, aber ich schaute dem wilden Treiben der vielen Affen zu.

Als nächstes wollte ich wieder zurück nach Krabi und mir dirt einen schönen Tempel anschauen und später dann nochmal auf den Nachtmarkt gehen. Kaum hatte ich den Tempel verlassen, kamen auch schon die ersten Tröpfchen vom Himmel die sich kurz darauf zu einem Wolkenbruch ausweiten sollten. Ich sah am Straßenrand 2 Überdachte Betonbänke vor einer Polizeistation und fackelte nicht lange. Anhalten. Laptop aus dem Top Case holen um die Zeit sinnvoll zu nutzen und unter der Überdachung Schutz suchen.

Ein paar Tröpfchen zum Nachmittag
Regenzeit
Überdachung vor der Polizeistation
Musst meinen Laptop dicht unter dem Dach verstauen, das der Wind den Regen von der Seite reinblies

Anfangs war es noch so windig, dass es den Regen von der Seite unter das Dach blies und ich den Laptop auf dem Querträger unmittelbar unter dem Wellblech versteckte. Als etwas später das gröbste vorbei war, holte ich ihn wieder runter und begann diese Zeilen hier zu tippen.

Als nächstes statte ich dem Tempel Wat Sa Kaew Korawararam einen Besuch ab, der mich aber nicht ansprach. Der graue Beton war nicht nach meinem Geschmack. Die Tempel im Norden Thailands, die ich im letzten Jahr gesehen habe, haben mir deutlich besser gefallen.

Die Tempel im Norden haben mir besser gefallen, Wat Sa Kaew Korawararam, Krabi

Den Abend verbrachte ich wieder auf dem Nachtmarkt. Da ich nichts zu Mittag gegessen hatte gönnte ich mir ein üppiges Abendessen.

Dekadentes Abendessen auf dem Nachtmarkt von Krabi. Sushi, frittierte Wachteleier am Spieß, 2 Rinderspieße, eine japanische Pizza (die Rolle in der Mitte), 9 Garnelen.