
Ungeplante Nacht in Bandipur

| Datum | 14.12.2025 – Tag 63 |
| Start | Besihasar |
| Ziel | Bandipur |
| gefahrene Kilometer | 55 km |
| Kilometerstand | 50813 km |
Ich kam etwas spät los und es dauerte auch eine Weile bis ich all meine Gepäck wieder sortiert und schließlich das Motorrad beladen hatte.
Deshalb ließ ich das Frühstück aus und macht mich um 10:20 Uhr auf den Weg nach Bandipur wo ich eine Mittagspause einlegen wollte.
Doch schon nach einer Stunde war ich so hungrig, dass ich an einem kleinen Straßenrestaurant anhielt und eine Portion Momos aß. Eigentlich wollte ich nur eine schnelle Samosa, doch ich habe kein Restaurant gefunden, dass sie verkaufte.
Nun ging es auf die kurvige Straße hinauf nach Bandipur von der man einen perfekten Ausblick auf das Annapurna Massiv hat. Es gab auch eine Aussichtsplattform auf der ich mein Motorrad abstellen und ein paar schöne Bilder machen konnte.
In Bandipur angekommen stellte ich mein Motorrad auf einem Parkplatz am Ortsrand ab, da das Zentrum des Ortes für Fahrzeuge gesperrt ist.
Ich flanierte ein wenig über die Hauptstraße und genoss die alten Häuser und die wunderschön gekleideten Frauen. An dem Punkt entschied ich mich eine Nacht hier zu verbringen. Es gab zwar keine Hotels mit Klimaanlage, doch ich hatte ja meinen Heizlüfter dabei. 🙂
Nach kurzer Recherche entschied ich mich für das „Good Hotel“. Ich bekam ein einfaches kleines Zimmer mit bequemem Bett für lediglich 12€. Schnäppchen. Zuerst meinte die Dame ich könne mein Motorrad auf dem Weg hinter dem Hotel parken, doch später sollte ich es dann in einen abschließbaren Schuppen stellen. Noch besser.
Leider dauerte es ein wenig bis ich mich duschen konnte. Das heiße Wasser war gerade aus und da ich nicht warten wollte bis der Boiler wieder warm war fragte ich die Dame, ob sie mir in der Küche etwas Wasser warm machen könnte. Nach ein paar Minuten bekam ich einen halben Einer heißes Wasser. Mit kaltem Wasser aus der Dusche gemischt war es gerade gut um mich damit zu duschen.
Nun war ich bereit den Ort zu erkunden. Die Dame von meinem Hotel erklärte mir, dass hier gerade eine Hochzeit im Gange wäre. Das war auch der Grund für die Musikanten und die tanzenden Menschen auf der Straße. Ich konnte sogar ein Bild vom Brautpaar erhaschen. Die vielen gut gekleideten Menschen sind wahrscheinlich alles Hochzeitsgäste.
Auf der Straße war die Hölle los. Alle tanzten und die Musiker bliesen mit Inbrunst in ihre Trompeten oder Hörner oder was auch immer.
In nach eigener Aussage der besten Bäckerei „The best Bakery“ bestellte ich mir einen Apple Pie und einen Milchkaffee. Ich hatte ja seit 11:00 Uhr nichts mehr gegessen. Das Apfeltörtchen war super lecker.
Ich saß direkt an der Straße, so dass ich das bunte treiben beobachten konnte. Während ich aß, zog die Hochzeitsgesellschaft weiter und es wurde wieder etwas ruhiger. Perfektes Timing, dass ich das erleben konnte.
Laut der KI von Google gehört Bandipur zu den 3 schönsten Orten in Nepal. Dem kann ich absolut zustimmen.
In der Abendsonne machte ich noch einen kleinen Spaziergang zum Tindhara Tempel. Auf dem Weg machte ich tausende Bilder. Das würde wieder viel Arbeit beim Bearbeiten werden.
Von etwas oberhalb des Tempels hörte ich traditionelle nepalesische Musik. Neugierig stieg ich die Stufen hinauf und fand eine ausgelassene Meute auf einem Picknickplatz.
Männer und Frauen tanzten streng getrennt auf 2 verschiedenen Tanzflächen. Die Frauen ignorierten mich total dafür stürzten sich die Männer auf mich. Sie hießen mich herzlich Willkommen und jeder einzelne schüttelte mir die Hand. Teils mehrfach. Und alle wollten ein Foto mit mir. Sie wollten mich auch zum Tanzen bequatschen, aber irgendwie planlos rum zu hüpfen ohne Frau, an der ich mich festhalten könnte, ist nicht so mein Ding. Auch den selbst gebrannten Alkohol lehnte ich dankend ab. Ein schon etwas angetrunkener Mann erzählte mir 3 mal, dass er 15 Jahre in Dubai gearbeitet hat und jetzt pensioniert ist.
Zurück im Ort bummelte ich nochmal über die Hauptstraße und machte wieder viel zu viele Bilder.
Abendessen gab es im Restaurant „The Samay Baji“. Ich bestellte das gleichnamige traditionelle Newari-Gericht Samay Baji und als Vorspeise ein Sandheko, eine Art Hühnchensalat. Super lecker.
Kurze Fahrt nach Sauraha

| Datum | 15.12.2025 – Tag 64 |
| Start | Bandipur |
| Ziel | Sauraha |
| gefahrene Kilometer | 94 km |
| Kilometerstand | 50907 km |
Dank meines Heizlüfters hatte ich eine sehr angenehme Nacht. Leider wurde ich trotzdem wieder eine Stunde vor dem Wecker wach und konnte nicht mehr einschlafen.
Ich packte meine Sachen und brachte einen Teil davon ans Motorrad.
Dann ging ich noch ein wenig durch den Ort bummeln. Es war gerade 9:15 Uhr und von überall her kamen Schulkinder und gingen alle in die gleiche Richtung. Ich ging ein paar Meter mit ihnen mit, um zu sehen wo die Schule sei, doch als sie den Rand der Innenstadt erreichten machte ich kehrt. Keine Ahnung wie weit sie noch gehen würden und außerdem wollte ich nicht wie ein Stalker aussehen.
Zum Frühstücken ging ich in das gleiche Restaurant wie gestern, wo ich auf den Google Maps Bildern ein interessantes Frühstücksgericht gesehen hatte. Es stand zwar nicht auf der Karte, doch ich konnte es trotzdem bestellen. Die Dame meinte es heißt „Bhakacha Mari“. Es muss wohl ein sehr spezielles Gericht oder zumindest eine sehr lokaler Name dafür sein, denn eine Google Suche brachte nichts zu Tage. Egal. Es war sehr lecker.
Ich schlenderte noch ein letztes Mal durch die Fußgängerzone und traf auf einen 75 jährigen Engländer der auf der Isle of Man lebt. Er ist auch Motorradfahrer und besitzt eine BSA von 1949 mit der er in den 70ern schon bis nach Indien, Nepal und Malaysia gereist ist. Respekt, das muss zu dieser Zeit ohne Google Maps und Übersetzer ein richtiges Abenteuer gewesen sein. Wir quatschen eine Weile doch nach 20 Minuten verabschiedete ich mich und ging zurück zu meinem Hotel. Irgendwann musste ich ja aufbrechen. Auf dem Weg sah ich allerdings noch ein Restaurant, dass Teigringe anbot, die ich mal probieren wollte. Also gab es einen süßen frittierten Teigring als 2. Frühstück hinterher.
Nun war es Zeit mich auf den Weg nach Sauraha zu machen.
Die Nette Nepalesin, die ich im Chitwan Nationalpark beim Abendessen traf, meinte zwar ich solle dort nicht hin fahren, da es viel zu touristisch sei, doch in den beiden Orten, die sie mir empfohlen hatte, gab es nur ziemlich teure Ressorts.
Außerdem dachte ich, dass sich der Touristenansturm in der Nebensaison auch in Grenzen halten würde. Und so hätte ich vielleicht bessere Chancen Leute zu finden um mir einen Jeep zu teilen und nicht wieder eine sündhaft teure Privatsafari wie im Bardia Nationalpark machen zu müssen.
Ich startete um kurz nach 11 und fuhr hinab ins Tal. Dabei bewunderte ich den Ausblick auf die tief hängenden Wolken. An dem Aussichtspunkt von gestern hielt ich nochmal kurz um ein paar weitere Bilder zu machen.
Nun fuhr ich für ca. eine Stunde unter dem bewölkten Himmel, bevor es anfing aufzuklaren.
In Bharatpur tankte ich und hob Bargeld am Geldautomaten ab. Ich wusste ja nicht ob mein Hotel Kreditkarten akzeptieren würde und zusammen mit den Safaris, die ich geplant hatte, könnte da einiges zusammen kommen.
Kurz vor 14:00 Uhr erreichte ich das Jungle Wildlife Camo in Sauraha. Ich ließ mir 3 Zimmer zeigen. Das 3. hatte dann ein angenehm bequemes Bett und und sogar ein Badezimmer mit abgetrennter Dusche. Eine Seltenheit hier. Nachdem ich durchblicken ließ, dass ich mir noch ein günstigeres Hotel anschauen wollte, kam mir der Mann im Preis noch ein wenig entgegen. Am Ende sollte ich 3000 NPR (18€) für das Zimmer zahlen. Das war es mir wert, da das Resort direkt am Fluss liegt und angeblich manchmal sogar Nashörner hier zu sehen sind.
Ich buchte auch gleich ein paar Ausflüge für den nächsten Tag. Für den Vormittag eine Kanufahrt auf dem Fluss und eine Walking-Safari und für den Nachmittag eine Jeep-Safari im Nationalpark. Alles zusammen für rund 50€. Es geht allerdings schon morgens um 7:00 Uhr los. 🙈
Als ich fertig ausgepackt und geduscht hatte, spazierte ich noch in den Ort und dort zum Fluss wo es einen Crocodile Viewpoint gibt.
Dort sah ich auch wieder 3 Gaviale und ein Sumpfkrokodil.
An einem kleinen Imbiss saß eine hübsche junge Dame aus Bangladesch namens Suba mit einem interessant aussehenden Snack. Es erinnerte mich an das Aloo Tikki aus Indien. Sie meinte es sei sehr lecker und ließ mich sogar von ihrem Teller probieren. Ich setzte mich zu ihr an den Tisch und bestellte mir ebenfalls eine Portion. Wir quatschen eine Weile und als es ans Bezahlen ging, merkte ich dass ich mein Geld in meinem Hotel vergessen hatte doch Suba war so nett für mich mit zu bezahlen. Es war mir ultra peinlich. 🙈
Wir gingen zusammen nochmal zum Fluss. Suba hatte dort vor dem Essen sogar einen Elefanten gesehen. Der war allerdings mittlerweile weg. Wir schauten uns gemeinsam den Sonnenuntergang an und dann merkte sie, dass der Akku ihres Handys nahezu leer war. Sie war etwas besorgt, ob sie ihr Hotel ohne Google Maps finden würde, da es etwas außerhalb lag. Rund 35 Minuten Fußweg. Ich bot ihr an sie zu fahren, was sie dankend annahm.
Also gingen wir zusammen zu meinem Hotel, wo wir noch ein wenig am Flussufer saßen und uns unterhielten während ihr Handy in meinem Zimmer auflud.
Als es dann gegen 19:30 Uhr ziemlich kühl wurde, gab ich ihr 2 Jacken von mir und fuhr sie mit meinem Motorrad zu ihrem Hotel. Mit dem Motorrad brauchten wir nur 6 Minuten. Was für ein schöner Abend.
Zurück in meinem Hotel, stellte ich meinen Wecker auf 6:10 Uhr und ging ins Bett.
Grandioser Safari Tag im Chitwan Nationalpark

| Datum | 16.12.2025 – Tag 65 |
| Start | Sauraha |
| Ziel | Sauraha |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 50907 km |
Das einzig unangenehme an diesem Tag war, dass der Wecker schon um 6:10 Uhr klingelte. Noch halb im Delirium zog ich mich an und packte meinen Rucksack.
Um 6:25 Uhr saß ich am Frühstückstisch und und hatte ein sehr reichhaltiges Frühstück. Ich wusste ja nicht wie anstrengend die Wanderung heute werden würde.
Pünktlich um 7:00 Uhr traf ich meinen Guide vor dem Frühstücksrestaurant und wir gingen zusammen am Ufer entlang zur Bootsanlegestelle. Über dem Fluss war es noch sehr neblig und ich war etwas skeptisch ob wir bei der Kanutour überhaupt etwas sehen würden. Doch in dem Moment war der Anblick etwas besonderes.
Am Bootsanleger warteten wir noch auf 2 weitere Gäste aus meinem Hotel, die sich verspätet hatten. Zuerst war ich ein wenig genervt, da ich sofort dachte, dass ich 15 Minuten länger hätte schlafen können. Doch es stellte sich heraus, dass es mein Glück war. 2 andere Kanus mit anderen Touristengruppen legten schon ab und gerade als die beiden Holländer ankamen rief unser Guide, dass ein paar Meter weiter ein Nashorn zu sehen sei. Mit so viel Glück hatte ich nicht gerechnet. Noch bevor der eigentliche Trip überhaupt begann, hatten wir schon ein ziemlich imposantes Nashorn aus nächster Nähe gesehen.
Außerdem verzog sich der Nebel in der Zeit schon eine wenig und es lag nur noch ein dünner Schleier über dem Fluss, der für eine tolle Atmosphäre sorgte. Während der einstündigen Kanufahrt sahen wir einige Vögel, darunter Enten aus Sibirien, die hier in Nepal überwinternund auf deutsch witzigerweise als Gans bezeichnet werden – Rostgans (Ruddy shelduck). Außerdem 2 Krokodile im Fluss und ein paar Pfauen am Ufer. Mit Pfauen hatte ich hier überhaupt nicht gerechnet.
Dann legten wir an und die Walking Safari begann. Wir waren insgesamt 2½ Stunden unterwegs durch eine wunderschöne Landschaft. Während der Wanderung, die zum Glück vom Tempo her eher ein Spaziergang war konnten wir die Stimmen der Wildnis genießen. Und das beste war, wir sahen 3 weitere ausgewachsene Nashörner wovon eines ein Weibchen war, das sogar ein Baby dabei hatte. Ich konnte mein Glück kaum fassen und selbst der Guide war überrascht, dass wir in so kurzer Zeit so viele Nashörner gesehen hatten. Ich empfand es als schönen Ausgleich für das Pech, das ich im Bardia Nationalpark hatte.
Die Wanderung endete an einer Elefantenaufzuchtstation. Unser Guide erklärte uns, dass die Elefanten im Gegensatz zu den Krokodilen nicht ausgewildert werden, sondern später als Patrouille-Elefanten für die Armee ausgebildet würden.
Doch wir hatten erneut großes Glück und trafen auf Ronaldo. Das ist ein wilder Elefant, der ab und zu in der Station vorbei schaut um mit den dortigen Elefantendamen zu flirten.
Und als wäre das noch nicht genug gewesen, trafen wir auf der Heimfahrt im Minibus noch auf ein Nashorn-Weibchen, das regelmäßig durch den Ort spaziert auf der Suche nach Kohlköpfen oder anderem Essbaren. Es ließ sich nicht einmal von den Autos auf der Straße aus der Ruhe bringen.
Am Tag zuvor erzählte mir der Engländer in Bandipur davon, aber ich wusste nicht genau ob das nur Seemannsgarn war oder tatsächlich stimmte. Heute wurde ich eines Besseren belehrt.
Um 11:30 Uhr waren wir zurück am Hotel und ich setzte mich zusammen mit den Jungs aus Holland ins Restaurant um eine Kleinigkeit zu essen. Ich hatte eine ausgesprochen leckere Momo-Gemüsesuppe.
Um 12:30 Uhr gingen wir wieder zusammen mit dem Guide zur Bootsanlegestelle, um auf die andere Seite des Flusses überzusetzen. Uns begleiteten noch 2 Argentinierinnen, die auch in meinem Hotel übernachteten sowie eine weitere Holländerin, die die beiden Jungs Tags zuvor im Bus kennengelernt hatten.
Außerden stieß am Bootsanleger noch eine nepalesische Familie sowie eine weitere einzelne junge Frau zu uns.
Mit 10 Gästen und dem Guide fuhren wir los. Die Safari selbst fand ich nicht so schön wie im Bardia Nationalpark, da wir die ganze Zeit im Jeep blieben und es keine kurzen Spaziergänge zwischendurch gab. Dafür habe wir 2 weitere Nashörner gesehen, eines davon wieder mit Baby. Außerdem sahen wir ein paar Affen und etliche Vögel.
Gegen Ende der Safari besuchten wir noch die Krokodilaufzuchtstation, in der Gangesgaviale gezüchtet werden. Es gab verschiedene Becken für verschieden alte Krokodile. Sie werden nach 4½ bis 5 Jahren ausgewildert. In freier Wildbahn überleben aus einem Gelege lediglich rund 2% der Jungtiere. Die restlichen werden von Sumpfkrokodilen und Raubvögeln gefressen.
Auf dem Rückweg sahen wir noch ein paar Hirsche, ein Krokodil und hielten noch kurz an um den Sonnenuntergang zu sehen.
Zurück im Hotel schaute ich mir sofort begeistert die Bilder und Videos am Laptop an und überspielte einige vom Fotoapparat auf mein Handy, um sie später auf Instagram posten zu können.
Nach einer heißen Dusche ging ich ins Restaurant zum Abendessen. Seltsamerweise war außer mir niemand da.
Das war definitiv einer der besten Tage meiner bisherigen Reise.
Spaziergang am Fluss und ein Abend mit Suba
| Datum | 17.12.2025 – Tag 66 |
| Start | Sauraha |
| Ziel | Sauraha |
| gefahrene Kilometer | 0 km |
| Kilometerstand | 50907 km |
Nachdem der gestrige Tag doch recht anstrengend war, konnte ich heute zumindest bis 9:00 Uhr ausschlafen.
Ich war der Letzte beim Frühstück und alles war schon kalt, aber es war trotzdem noch ok.
Der Kellner sagte mir, dass heute morgen um 6:50 Uhr ein Nashorn zu Besuch war. Doch er hat mich nicht geweckt, da ich gestern schon gesagt hatte, dass ich bis 9:00 Uhr schlafen würde. Sehr aufmerksam, dass er das noch gewusst hat.
Nach dem Frühstück lieh ich mir ein Fernglas aus und ging am Flussufer spazieren. Die Ruhe hier ist einfach himmlisch. Ich sah ein paar kleinere Vögel und ein Entenpaar. Außerdem lag auf meiner Seite des Flusses ein Gavial in der Sonne. Ich traute mich bis auf geschätzte 20 Meter an ihn heran. Auch wenn Gaviale ausschließlich Fisch essen, wollte ich dann doch nicht noch näher gehen, schon allein um ihn nicht zu verscheuchen. Das war schon ein ziemlich außergewöhnliches Erlebnis.
Am Crocodile Viewpoint lagen wieder 3 Gaviale und 2 Sumpfkrokodile. Dort traf ich einen netten älteren Herrn, der sich mir als Sher (wie auch immer man das schreibt) vorstellte. Er war mit seiner 12-jährigen Enkelin Malbi unterwegs. Es war schön mal nicht in Eile zu sein. So machte es mir auch gar nichts aus, dass er mir seine halbe Lebensgeschichte sowie seine Familienverhältnisse erzählte. Dabei erfuhr ich auch noch etwas über die Geschichte Nepals und dass Nepal nie kolonialisiert wurde, weil die Briten es irgendwann aufgegeben haben und lieber mit Nepal militärisch zusammengearbeitet haben. Das hält noch bis heute an und es gehen jährlich ein paar Hundert junge Männer nach England in die Armee.
Von hier bummelte ich noch ein wenig durch den Ort und bestaunte wieder 3 der Elefanten, die für Safaris genutzt werden. Der Anblick ist imposant und ein wenig traurig zugleich.
Auch der Anblick der ausgehungerten Pferde vor den Kutschen ist recht traurig. Ich beschloss ihnen eine kleine Freude zu machen und kaufte 2 Äpfel, so dass ich jedem der beiden Pferde einen geben konnte.
Von hier ging ich wieder am Flussufer zurück zu meinem Hotel. Der Gavial lag immer noch in der Sonne.
Zurück im Hotel genoss ich im Liegestuhl unter dem Sonnenschirm den Anblick und die Geräuschkulisse des Flusses auf eine etwas bequemere Art.
Als ich durstig ins Hotel-Restaurant ging um mir eine Flasche Wasser zu kaufen traf ich die ältere der beiden Argentinierinnen. Sie wartete auf ihre Freundin Veronika und auf ein Taxi nach Pokhara. Wir unterhielten uns eine Weile bis das Taxi kam. Als Veronika dann endlich mit dem Packen fertig war, verabschiedeten wir uns herzlich. Argentinier sind einfach ganz besonders herzliche Menschen.
Am Nachmittag setzte ich mich mit meinem Laptop unter den Sonnenschirm und beschriftete die Bilder der letzten 2 Tage. Ich war schon wieder 14 Tage mit meinen Reiseberichten im Rückstand. 🙈
Gegen 17:00 Uhr hatte ich es immer noch nicht geschafft den nächsten Reisebericht zu veröffentlichen. Doch nun war es an der Zeit duschen und essen zu gehen.
Ich brauchte eine halbe Stunde bis ich mich endlich für ein Restaurant entscheiden konnte und bestellte mir ein Chicken Sekuwa Sandheko als Vorspeise und ein Chicken Khaja Set als Hauptgericht. Dazu noch ein Garlic Naan und ein Lassi. Ich wollte der Nepalesischen Küche nochmal eine Chance geben. Das Essen ist bis jetzt das einzige was mir in Indien deutlich mehr zusagt als in Nepal. Aber es war wieder nicht so der Brüller.
Die gegrillten Hühnchenstücke waren recht trocken und es war teilweise noch Knochen und Knorpel dran. Und das Khaja Set war auch nicht so mein Fall. Hätte ich eigentlich wissen müssen. Das hatte mir in Thakudwara schon nicht so zugesagt, aber ich hatte den Namen des Gerichts blöderweise vergessen und es daher heute wieder bestellt.
Vor dem Essen hatte ich Suba geschrieben, ob sie Lust hätte sich heute mit mir eine Tanzshow des hier ansässigen Tharu Volkes anzuschauen. Sie antwortete erst als ich schon in dem Theater saß und die Show schon fast begann. Blöderweise gab es 2 Theater in denen diese Shows aufgeführt wurden und sie war ausgerechnet an dem anderen. Doch mit ein paar Minuten Verspätung kam sie noch und wir schauten uns gemeinsam das Getrommel und die Tänze an.
Anschließend gingen wir noch einen Cocktail in einer Bar mit Live Musik trinken. Ein super Tag mit einem sehr schönen Abschluss.

































































































































































































































































































