Du betrachtest gerade Länger als geplant in Trinidad
Wasserschweine

Erste Etappe nach Trinidad

Ich wachte auf, kurz bevor der Wecker um 9:15 Uhr hätte klingeln sollen. Ich packte wie immer die ersten Sachen ins Motorrad und dann ging ich schnell zu den kleinen Geschäften nebenan und suchte etwas zum Frühstücken. Ich wurde fündig und kaufte mir eine Salteña, ein Brötchen mit Spiegelei und ein Pastel.

Gefrühstückt habe ich alles natürlich in meinem klimatisierten Zimmer.

Empanadas, Brötchen mit Spiegelei und Pastel

Und dann ging es los. Um 10:30 Uhr bei 33 Grad. 🥵

Ich wusste nicht genau wie weit ich es heute schaffen würde und hatte mir vorher schon 2 Optionen rausgesucht. Entweder ich fahre ungefähr 1/3 der Stecke bis Trinidad und übernachte in San Ramon oder El Puente oder ich schaffe die Hälfte und fahre bis nach Ascensión de Guarayos.

Mittagspause machte ich auf einem schönen Markt in San Julian. Hier schlug auch zum ersten Mal auf dieser Reise meine Diebstahlsicherung an. Ich bekam einen Anruf auf mein Handy und lief sofort zum Motorrad, das noch exakt an dem Ort stand, an dem ich es abgestellt hatte. Entweder es war ein Fehlalarm, oder jemand der Motorradtaxifahrer hatte versucht sich draufzusetzen und hat den Erschütterungsalarm ausgelöst. Wie auch immer, gut zu Wissen, dass es funktioniert. Die Motorradtaxifahrer waren alle begeistert und fragten mich alles Mögliche zu meinem Motorrad. Ich antwortet so gut es eben ging in meinem mehr als rudimentären Spanisch.

Als ich gegen 15:00 Uhr in El Puente war verdunkelte sich der Himmel. Aber ich hatte irgendwie keine Lust mir jetzt schon ein Hotel zu suchen, da der Ort mich auch nicht unbedingt ansprach.

Also fuhr ich weiter bis nach Ascensión de Guarayos und es kam wie es kommen musste, ich wurde kräftig gewaschen. Nur für wenige Minuten, aber der Regen kam so plötzlich und heftig, dass ich nass war, bevor ich die Regensachen anziehen konnte.

Ich steuerte das Hotel an, das ich mir auf iOverlander herausgesucht hatte und das auch auf Google Maps am besten bewertet war. Leider war es ziemlich teuer. Es gab ein Zimmer mit Klimaanlage für 150 Bolivianos (20€) und eins ohne für 130 Bolivianos.

Da das für 130 Bs. aber 2 unbequeme Einzelbetten hatte, nahm ich das teure Zimmer mit dem bequemen Doppelbett. Wenigstens steht mein Motorrad sicher und überdacht.

Dafür war das Abendessen für 25 Bs. (3,34€) wiederum recht günstig. Ach ja, und auf dem Weg tankte ich auch 2 Mal zum Preis für Einheimische.

Da es bei meinem Stadtbummel schon dunkel war, konnte ich keine vernünftigen Fotos vom Plaza Principal Gregorio Salvatierra machen. Doch er hat mir ganz gut gefallen, auch wenn nicht viel los war.

Was für ein scheiß Tag

Bis zum Nachmittag lief alles ganz gut. Ich fuhr eine schöne Strecke durch mal mehr und mal weniger dichten Wald (keine Ahnung, ob das schon Regenwald ist).

Dabei sah ich verschiedene einheimische Tiere wie Papageien, die über die Straße flogen (die ich allerdings nicht fotografieren konnte), weiße Vögel mit langen Hälsen (Silberreiher) und ein paar Wasserschweine. Außerdem ein totes Gürteltier am Straßenrand über das sich 2 Vögel hermachten. Ich war ziemlich begeistert. Lediglich ein Krokodil lief mir noch nicht über den Weg.

In Trinidad steuerte ich ein Hotel an, das auf Google gut bewertet war und angeblich eines der günstigeren sei. Ich musste trotzdem 21,50€ für ein Zimmer mit Klimaanlage zahlen.

Eigentlich wollte ich zuerst noch tanken, doch an allen Tankstellen gab es Schlangen, die mehrere hundert Meter lang waren. Ich entschied mich es am Abend oder am nächsten Tag nochmal zu versuchen.

Ich packte schnell aus und dann fuhr ich zu einer 30 Kilometer entfernten Brücke über den Rio Tijamuchi, wo es laut iOverlander rosafarbene Flussdelfine geben soll. Mir war allerdings nicht bewusst, dass man um überhaupt dorthin zu kommen einen anderen Fluss, den Rio Mamore, mit einer Fähre überqueren muss. Die kostete 30 Bolivianos. Und Motorräder mussten ein kleines Boot nehmen, das man nur von einer Seite befahre konnte. Das fiel mir aber erst auf, als ich schon drauf gefahren war. Auf der anderen Seite musste ich dann rückwärts runter und die relativ steile Uferböschung hoch. Mit vereinten Kräften schoben der Fährmann, sein Sohn und ich das Motorrad von der Fähre. Dabei fiel es auch einmal um, aber letztlich kam ich auf der anderen Seite an.

Dann ging es weiter zu der Brücke wo leider weit und breit keine Delfine zu sehen waren, ich stattdessen aber von einer Horde Stechmücken in Empfang genommen wurde. Nach 20 Minuten geduldigen Wartens hatte ich immer noch keine Delfine gesehen und konnte die Mücken nicht mehr ertragen. Außerdem wurde es langsam dunkel.

Also machte ich mich auf den Rückweg und an der Fährstation erklärte ich dem Mann dort, dass ich diesmal die Autofähre nehmen würde, da mein Motorrad zu schwer sei um es rückwärts aus dem Boot zu schieben. Er verstand es und es war kein Problem. Allerdings musste erst einmal ein Lastwagen von der ankommenden Fähre runter. Das war ein kleines Problem, da für ihn die Böschung erst einmal etwas begradigt werden musste. Ein paar Männer arbeiteten mit Schaufeln daran und als der Laster endlich von der Fähre runter war, war es auch schon dunkel.

Doch das war leider noch nicht das Übel diesen Tages. Ich fuhr entsprechend langsam und kam problemlos in Trinidad an. Dort fuhr ich direkt zur Tankstelle, doch die Schlange war noch genauso lang wie heute Mittag. Keine Ahnung was hier los ist.

Also ging ich erst mal Essen. Und dabei passierte es. Während ich auf mein Essen wartete, las ich wie immer Nachrichten auf meinem Handy. Gerade als die Bedienung mir mein Essen hinstellte und ich die letzten Zeilen in WhatsApp an Hakim geschrieben hatte, riss mir ein Typ das Hady aus der Hand und sprang bei seinem Komplizen aufs Motorrad.

Ich rannte sofort hinterher und an der Kreuzung wo er etwas langsamer machen musste hätte ich ihn fast erwischt. Leider nur fast und am Ende war ich so schnell, dass meine Beine nicht mehr nach kamen und ich stürzte. Damit war mein Handy auf nimmer Wiedersehen weg.

Mit kleinen Schürfwunden an Händen, Ellenbogen und Schulter und einer Zerrung im Oberschenkel humpelte ich zurück zum Restaurant und aß erst mal mein Pique Macho. Ein Mann gegenüber hatte das ganze gesehen und ist den beiden noch mit seinem Roller hinterher. Doch auch er kam ein paar Minuten später erfolglos zurück. Die Bedienung vom Restaurant war total außer sich und redete aufgeregt mit dem Mann. Das einzige Wort das ich verstand und das sie mehrmals wiederholte war „nunca“, was „niemals“ heißt. Ich schätze mal, dass sie sagte, dass so etwas hier noch niemals passiert sei. Naja, irgendwann ist immer das erste Mal.

Als ich zurück im Hotel war, setzte ich mich an meinen Laptop und versuchte mein Handy zu orten. Prinzipiell ist das wohl möglich, allerdings sagte mir die Google Webseite, dass mein Handy nicht erreichbar wäre. Wahrscheinlich wissen die Diebe, dass man es orten kann und haben es daher ausgeschaltet.

Ich habe zum Glück noch ein altes Handy als Ersatz mit. Dafür werde ich mir morgen erst einmal eine neue SIM Karte kaufen, so dass ich wieder online bin und navigieren kann. Je nachdem was die Handys hier in Bolivien so kosten, werde ich mir auch noch ein neues kaufen. Mal schauen.

Blöd ist nur, dass ich ohne meine deutsche Nummer nicht mehr auf mein WhatsApp zugreifen kann. Dazu benötige ich erst eine Ersatzkarte. Die habe ich auch schon bestellt und hoffe, dass sie noch bis Ende der Woche bei meinen Eltern ankommt, so dass sie sie mir nach Bolivien schicken können bevor sie selbst in Urlaub fahren.

Wohin sie die Karte schicken sollen weiß ich auch noch nicht. Ich kenne aus einer WhatsApp Gruppe zwar einen netten Motorradfahrer aus La Paz, der mir bestimmt weiterhelfen würde, aber ohne WhatsApp kann ich ihn nicht kontaktieren. Blöd.

Vielleicht schaffe ich es morgen ein neues WhatsApp Konto auf die neue bolivianische SIM Karte einzurichten. Dann muss ich nur noch wieder irgendwie in die Motorradfahrer Gruppe aufgenommen werden. Ich hoffe Hakim kann mir dabei helfen. Den kann ich zumindest noch über Instagram erreichen.

Erst mal erholen, vom Stress und den Blessuren

Heute habe ich erst mal bis Mittag geschlafen. Mein Bein ist ein wenig angeschwollen und recht schmerzhaft. So konnte ich jedenfalls kein Motorrad fahren. Ich schrieb eine befreundete Physiotherapeutin an und schilderte ihr mein Problem, da ich mir sorgen machte, es könne sich um einen Muskelfaserriss handeln. Sie antwortete, dass ich besser erst mal nicht weiterfahren sollte, dass solche Muskelprobleme aber auch schnell wieder heilen würden.

Ich humpelte erst mal in die Stadt und aß einen leckeren Hamburger.

Anschließend schaute in einigen Handyläden vorbei um zu schauen, welche Marken und Modelle es hier in Bolivien so gibt und was sie in den verschiedenen Läden kosten. Außerdem kaufte ich mir eine neue SIM Karte um mich damit wieder bei WhatsApp anzumelden und wieder meinen südamerikanischen Motorradreisegruppen beizutreten.

Danach bin ich wieder zurück ins Hotel um meinen Muskel zu schonen. Dort habe ich zu den gefundenen Handys recherchiert und mich letztlich für das Samsung Galaxy A34 entschieden, was ich mir morgen kaufen will. Außerdem habe ich Oscar aus La Paz kontaktiert. Einen Motorradfahrer, der dort ein Hostel betreibt. Er war so nett mir seine Adresse zu geben, so dass meine Eltern die Ersatz-SIM-Karte zu ihm schicken können.

Da ich mich auch allgemein ziemlich schlapp gefühlt habe, wahrscheinlich wegen der hohen Temperaturen, blieb ich für heute auf meinem Zimmer, ließ das Abendessen ausfallen und ging früh ins Bett.

Neues Handy

Heute ging es meiner Zerrung schon besser. Vielleicht weil ich bis sage und schreibe 13:00 Uhr geschlafen habe. Dann telefonierte ich noch mit meinen Eltern und nahm mir ein Motorradtaxi zum Markt.

Wenigstens steht mein Motorrad noch sicher im Flur des Hotels.

Motorrad im Hotelflur

Auf dem Markt aß ich erst einmal zu Mittag. Ich bestellte mir eine Lasagne die lediglich aus einer einzigen Scheibe Nudel besteht und ansonsten nur aus Hackfleisch und Bechamel-Sauce. Überraschenderweise wurde sie mit Reis serviert. Doch mit dem vielen Hackfleisch war das ganz lecker.

Gesättigt ging ich zu dem Handy-Stand an der Ecke und fragte nach dem Samsung Galaxy A34, für das mir gestern ein Preis von 2200 Bolivianos (~296€) genannt wurde. Heute fragte ich erneut und waren es nur noch 2100 Bs., was mich dazu ermunterte noch ein wenig zu handeln und fragte ob glatt 2000 Bs. möglich seien.

Das war nicht machbar, aber letztlich bekam ich es für 2050 Bolivianos (~275,50€). Für die 256 GB Version ist das sogar ein Preis, der mit Deutschland vergleichbar ist. Da ansonsten in Südamerika aufgrund von Importzöllen alles deutlich teurer ist, hatte mich das ziemlich überrascht. Für meine Motorradreifen in Chile hatte ich noch rund 50 % mehr bezahlt als in Deutschland.

Ich konnte nicht direkt zurück ins Hotel, da plötzlich ein heftiger Regenschauer runterkam. Also schlenderte ich noch ein wenig durch die Markthalle um das hoffentlich kurze Gewitter auszusitzen.

Etwas Wasser auf der Straße

Den Rest des Tages verbrachte ich dann wieder in meinem Hotelzimmer damit, das neue Handy einzurichten. Ich musste zuerst diverse Updates und dann die wichtigsten Apps installieren und einrichten. Einige Daten (wie z.B. von meiner Reisekosten- oder meiner Spritmonitor-App) wurden von den Apps sogar in der Cloud gespeichert, so dass sie nicht verloren waren.

Meine Fotos vom Tag des Diebstahls sowie diverse Notizen waren jedoch weg. Leider funktionieren meine Banking Apps jetzt auch nicht mehr und auch meine WhatsApp Chats sind weg.

Geduldsprobe

Auch heute schlief ich wieder bis Mittag und beschäftigte mich weiter mit der Einrichtung meines neuen Handys.

Bevor ich dann wieder zum Essen in die Stadt ging, fragte ich die Señora aus meinem Hotel, was das mit den Schlangen an den Tankstellen auf sich hat. Schließlich gab es bei meiner Ankunft in Trinidad mehrere Blocks lange Schlangen. Sie meinte, dass das nicht normal sei und dass es an den Blockaden lag, wegen denen es in den letzten Tagen so wenig Sprit gab. Aber heute wäre es schon besser. Zumindest glaubte ich das so verstanden zu haben. Außerdem gäbe es hinter der Kreuzung noch eine Motorradwerkstatt, die Benzin zu 7,50 Bolivianos verkaufen würde ohne dass man sich anstellen müsse.

Ok, mit den Infos ging ich erst einmal Essen. Da ich viel Hunger und keine Lust auf Burger oder trockenen Reis hatte, suchte ich mir ein Restaurant in der es Pizza geben sollte.

Als ich dort ankam, gab es keine Pizza, aber ein gut aussehendes Buffet. Das hat mich so angemacht, dass ich dort geblieben bin. Und endlich gab es auch mal Soße zum Reis, richtig lecker. Leider wurde es nach Gewicht bezahlt und war nicht sonderlich günstig. Am Ende zahlte ich 13€ für einen vollen Teller, einen Saft und ein Stück Maracuja-Kuchen zum Nachtisch (eigentlich 2).

Zurück im Hotel holte ich mein Motorrad und fuhr zur Tankstelle. Leider gab es auch heute eine lange Schlange. Ich fuhr an der Schlange vorbei direkt zur Tankstelle und fragte zuerst einmal ob sie Ausländern denn überhaupt Benzin verkaufen würden. Wäre ja blöd sich ewig anzustellen und dann nichts zu bekommen.

Nach einer positiven Antwort, fuhr ich entlang der Schlange und stellte mich hinten an. Sie war 4 Blocks lang. Es war 15:32 Uhr.

Nach 20 Minuten hatte ich weniger als einen halben Block geschafft. Eine kurze Hochrechnung ergab, dass ich 3 bis 3½ Stunden hätte warten müssen.

Das war mir zu lange und ich fuhr zu der Motorradwerkstatt. Auch wenn ich etwas skeptisch bin, Benzin aus Kanistern oder PET Flaschen zu tanken. Ich habe schon gehört, dass solcher Sprit auch schon mal mit Wasser gestreckt wird.

Naja, als ich dort ankam sagten sie mir leider, dass sie heute kein Benzin hätten.

Also fuhr ich zu einer anderen Tankstelle in der Hoffnung, dass die Schlange dort kürzer wäre. Auch dort fragte ich zuerst, ob sie an Ausländer verkaufen würden und dann stellte ich mich hinten an. Laut Google Maps war die Schlange ziemlich genau 400 Meter lang. Aber was sollte ich machen. Ich brauchte Sprit. Meine Tankanzeige blinkte schon.

Nach 1½ Stunden hatte ich 170 Meter geschafft. Verdammt. Das würde noch eine Weile dauern.

Da es ziemlich anstrengend war, mein Motorrad alle paar Minuten ein paar Meter weiter zu schieben, machte ich mit dem Mann hinter mir in der Schlange aus, dass ich ein Stück vorfahren und er mich später wieder in die Schlange lassen würde. Zuerst fuhr ich etwa die Hälfte der Schlange ab und wartete. Als er aufschloss fuhr ich später sogar vor bis auf das Gelände der Tankstelle.

2 Stunden später kam mein Amigo dann auch an und ich reihte mich wieder ein.

Abendrot

Eine weitere halbe Stunde später bekam ich dann endlich das langersehnte Benzin. Und da ich den Sprit zu Einheimischenpreisen bekam, habe ich auch noch meine Ersatzkanister gefüllt. Als ich die Tankstelle verließ war es genau 20:00 Uhr. Also 3½ Stunden Wartezeit an der 2. Tankstelle und insgesamt 4½ Stunden. Das ist auch für Südamerika schon verdammt lange.

Zurück im Hotel setzte ich mich wieder an meinen Laptop und holte die Berichte der letzten Tage auf, als ich keinen Nerv hatte Tagebuch zu schreiben. Außerdem verlängerte ich meinen Aufenthalt erneut um einen Tag. Netterweise gab mir die Señora heute einen Rabatt und ich zahlte statt 160 nur 150 Bolivianos.

Morgen will ich dann einen Ausflug in ein Dorf machen, in dem man eine geführte Wanderung machen kann, auf der man Blaukehlaras sehen kann, die es nur in dieser Region in Bolivien gibt und von denen es nur noch 250 bis 300 Exemplare geben soll.

Regenzeit

Der Ausflug in das Dorf Loreto um die vom aussterben bedrohte Art der Blaukehlaras zu sehen fiel heute buchstäblich ins Wasser. Als ich um 11:00 Uhr aufstand war es kräftig am regnen. Gegen 13:30 Uhr packte mich der Hunger und ich ging bei leichtem Nieselregen in die Stadt.

Um nach Loreto zu fahren, war mir jetzt einerseits zu Spät, da die Fahrt mindestens 1½ gedauert hätte. Außerdem wollte ich nach dem heftigen Regen auch keine Offroadpisten fahren. Wer weiß durch welchen Schlamm ich da gemusst hätte.

Auch heute hatte ich Lust auf Pizza, doch alle Pizzerien, die ich ansteuerte waren geschlossen. Am Ende landete ich in einem McDonalds-artigen Burgerladen. Allerdings waren die Chicken Wings und der Burger deutlich besser als bei McDoof.

Als ich mit dem Essen fertig war, hörte der Regen auch endlich auf und ich bummelte in Richtung Markt und dem davor liegenden Plazuela de Pompeya.

Dort fing ich schon mal an nach Flügen zu suchen.

Auf dem Rückweg ins Hotel trank ich noch wie jeden der letzten Tage hier in Trinidad am Plaza Central einen frisch gepressten Orangensaft.

Im Hotel schaute ich weiter nach Flügen, doch als ich den ersten buchen wollte, hätte ich die Kreditkartenzahlung über mein Handy autorisieren müssen. Das ging leider nicht, da das Handy ja geklaut wurde. Und um meine Banking App auf dem neuen Handy freizuschalten brauchte ich die SIM Karte mit meiner deutschen Nummer, da mir dorthin ein Sicherheitscode per SMS geschickt werden sollte.

Somit fiel das Buchen vorerst aus und ich schaute weiter nach anderen Flügen und überlegte mir genau wie lange ich wo bleiben wollte.

Nach derzeitigem Stand sieht der Plan so aus:

  • 10.04. Flug von Lima nach Buenos Aires
  • 16.04. Flug von Buenos Aires nach Puerto Iguazu (Argentinien)
  • 19.04. Busfahrt nach Foz do Iguaçu (Brasilien)
  • 21.04. Flug von Foz do Iguaçu nach Rio de Janeiro
  • 27.04. Flug von Rio de Janeiro nach Frankfurt
  • 28.04. Ankunft in Frankfurt

Sobald meine Ersatz-SIM-Karte eingetroffen ist, kann ich auch meine DKB Banking App sowie PayPal auf meinem neuen Hand freischalten und dann auch die Flüge buchen. Da meine Eltern morgen selbst in Urlaub fliegen, bat ich meinen Bruder, der im gleichen Ort wohnt, täglich nach der Post bei meinen Eltern zu schauen und mir Bescheid zu geben, sobald die SIM Karte angekommen ist.

Sofern das Wetter einigermaßen mitspielt verlasse ich morgen Trinidad. Allerdings soll es die nächsten Tage relativ viel regnen. Ich bin gespannt wie ich da voran komme. Jetzt habe ich ja wieder ein klein wenig Zeitdruck, da ich in knapp 2 Monaten in Lima sein muss.

Trinidad lässt mich nicht los

Heute standen 180 Kilometer nach Santa Ana auf dem Plan. Dort wollte ich 2 Nächte bleiben und nochmal zu einem Fluss fahren wo man die rosa Flussdelfine sehen können soll. Doch es kam mal wieder anders.

Zuerst freute ich mich wieder auf dem Motorrad zu sitzen. Ich hatte ja jetzt schon 4 fahrfreie Tage hinter mir. Auch das Wetter spielte anfangs noch mit. Bewölkt aber trocken.

Die ersten 25 Kilometer waren noch geteert doch schon auf diesem Abschnitt bekam ich den ersten kurzen aber heftigen Gewitterschauer ab. Rein in die Regenklamotten und 5 Minuten später total verschwitzt wieder raus.

Dann begann die Piste, auf der ich hätte noch 155 Kilometer fahren müssen. Anfangs war sie noch eher fest und steinig, so dass der Regen nicht so viel ausgemacht hat. Später nach einem weiteren kräftigen Regenschauer dann aber ziemlich schlammig. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch 140 Kilometer vor mir. Und die nächsten Tage sollte sich die Straße nicht großartig ändern.

Ich schaute mir nochmal in Ruhe den Wetterbericht an und der sagte für den Rest des Tages sowie die nächsten 3 Tage Regen voraus. Das war mir mit dem Schlamm auf der Straße nicht geheuer und machte alles andere als Spaß. Somit entschloss ich mich umzukehren und auf den äußersten Norden Boliviens zu verzichten.

Ich fuhr wieder zurück in „mein“ Hotel in Trinidad und buchte 2 weitere Nächte in der Hoffnung, dass die schönen Tage vielleicht doch etwas früher beginnen. Notfalls hänge ich noch eine Nacht dran. Immerhin bekam ich wieder die 10 Bolivianos Rabatt wie schon für die letzte Nacht.

Da ich letztes Mal ein wenig Strom auf der Duscharmatur hatte, fragte ich nach einem anderen Zimmer. Dummerweise lag das direkt zur Straße hin. Ich zog erst mal die nassen Sachen aus und hing alles auf, schließlich kam ich im strömenden Regen an. Doch als ich die Klimaanlage einschaltete, merkte ich dass sie nicht funktionierte. Es kam nur warme Luft. Ich sagte es der Hoteldame und bekam ein neues Zimmer. Diesmal wieder mitten im Gebäude und nicht zur Straße hin.

Nachdem ich ausgepackt hatte war es schon wieder 15:00 Uhr und ich sehr hungrig. Ich hatte außer einer Tasse Cappuccino nichts zum Frühstück gehabt.

Wie schon die letzten Tage machte ich mich auf die Suche nach einer Pizzeria und wie schon die letzten Tage scheiterte ich. Option 2 war das brasilianische Buffet-Restaurant, doch auch das war geschlossen. Google zeigte mir bei den Öffnungszeiten der Restaurants immer die Meldung „evtl. an Feiertagen geschlossen“. Was ist denn heute für ein Feiertag? Ich befragte Google und bekam die Antwort. Karneval. In Bolivien sind Rosenmontag sowie Faschingsdienstag staatliche Feiertage.

Somit war klar, dass die Restaurantsuche nicht so einfach würde. Doch zufällig kam ich an einem vorbei, das geöffnet hatte. Es war zwar etwas nervig, dass dort eine Band spielte und ohrenbetäubenden Lärm machte, aber das Essen war gut. Ein einfaches bolivianisches Gericht namens Saice. Im Prinzip eine Hackfleischsoße mit Reis und kleinen Nudeln serviert. Mit 20 Bolivianos inklusive Getränk (Acerola-Saft) sehr günstig und lecker.

Saice

Wegen des unbeständigen Wetters dachte ich es sei eine gute Idee das Museum zu besuchen. Leider war es geschlossen. Wahrscheinlich auch wegen dem Feiertag.

Also blieb mir nicht viel anderes zu tun als einen Bummel durch den Park zu machen (inkl. dem obligatorischen frisch gepressten O-Saft). Der wurde dann jedoch wieder von dem nächsten Regen unterbrochen. Ich suchte Schutz unter einem Pavillon bis der Regen nachließ und ging zurück ins Hotel. Hier ist es wenigstens trocken und ich habe eine Klimaanlage sowie schnelles Internet.

Pavillon im Park

Ein weiterer Regentag in Trinidad

Wie zu erwarten regnete es als ich aufwachte. Ich machte mir einen Cappuccino, setzte mich auf die nette Sitzgelegenheit vor meinem Zimmer und las ein paar Nachrichten auf meinem Handy. Als es gegen 11:00 Uhr aufhörte zu regnen ging ich eine Runde in die Stadt. Ich kaufte mir 2 Pastel zum Frühstück und bummelte planlos am zentralen Platz vorbei über die Brücke in das andere Stadtviertel mit dem Markt. Da wegen Karneval auch heute noch Feiertag ist, waren viele Geschäfte geschlossen. Doch vor einigen wurden kleine Grills angefacht. Das scheint eine Karnevalsdienstag Tradition zu sein.

Neben dem Markt hörte ich eine Mariachi Band in einem Laden, die gerade für eine Dame mit Sombrero ein Geburtstagsständchen spielte.

Nach einer Runde durch den Markt, gönnte ich mir einen Frappé und schlenderte langsam wieder zurück zum Plaza Central.

Frappé

Und als könnte man die Uhr danach stellen, begann es zu Regnen, gerade als ich mir meinen frisch gepressten Orangensaft gekauft hatte. Wie immer suchte ich Zuflucht in dem Pavillon bis der Regen endete. Gegen 14:00 Uhr war ich wieder im Hotel und vertrieb mir die Zeit mit YouTube Videos und der Streckenplanung für die nächsten beiden Tage. Es gibt genügend Tankstellen und Übernachtungsmöglichkeiten bis Rurrenabaque um spontan entscheiden zu können, ob ich lieber 2 oder 3 Tage fahre. Aber ich tendiere zu 2. Wenigstens sah der Wetterbericht für morgen und übermorgen ganz gut aus.

Um kurz nach 5 ging ich wieder in die Stadt um zu Abend zu essen. Allerdings hatten ausnahmslos alle Restaurants an denen ich vorbei kam geschlossen. Dann viel mir auf, dass es ja noch vor 18:00 Uhr ist und viele Restaurants erst dann öffnen.

Also setzte ich mich nochmal in den Park und wartete bis 18:30 Uhr um eine etwas größere Chance zu haben ein offenes Lokal zu finden.

Einige Blocks weiter stieß ich dann auf einen Burger-Laden. Die Burger der anderen Gäste sahen gut aus und ich hatte keine Lust weiter zu suchen, also blieb ich. Für das gute Gewissen gab es noch einen extra Salat dazu. Beides lecker.

Burger mit Salat