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Bucht auf Koh Kudu

Tag 14 (Mo. 12.04.) – Werkstatt-Odyssee

Frühstück

Ich genoss den Blick vom Balkon meines Zimmer ein letztes mal während ich mein Frühstück aß. Dann fiel mir ein, dass ich noch gar keine Fotos von dieser tollen Unterkunft gemacht habe. Also schnappte ich mir meine Kamera und ging nochmal schnell auf Fotosafari.

Und wie jeden Morgen fuhr ich erst einmal zur Tankstelle zum Luftaufpumpen und dann weiter nach Krabi zur Honda Werkstatt. Ich wollte mit dem kaputten Reifen nicht auf die Insel fahren und beschloss deshalb, ihn reparieren zu lassen und mir für eine weitere Nacht ein Hotel in Ao Nang zu suchen. Ich wäre auch gerne noch in Nongthale geblieben, aber mir war das Bett einfach zu hart.

In der Werkstatt angekommen musste ich feststellen, dass sie geschlossen war. Grund war das thailändische Neujahrsfest Songkran am nächsten Tag. Der 2. Honda-Laden, den ich ansteuerte, hatte zwar geöffnet, verkaufte aber nur und hatte keine Werkstatt. Jedoch verwies mich ein freundlicher Mitarbeiter an die Werkstatt B-Quick in der Nähe des Flughafens. Die hätten heute geöffnet und dort könne man mir bestimmt weiterhelfen.

Ersteres stimmte, zweites leider nicht. Sie reparieren nur Autos, keine Motorräder. Also suchte ich weiter. Auf dem Weg zu der nächsten mir von Google vorgeschlagenen Werkstatt kam ich an einem großen Autoreifenhändler vorbei. Ich dachte mir, fragen kostet nichts. Und ich hatte Glück, sie fanden das Loch im Reifen und konnten es mit einer roten Kaugummiartigen Masse stopfen.

Autowerkstatt, die meinen Reifen mehr schlecht als recht flickte
Operation am offenen Reifen
Provisorisch geflickter Reifen

Jetzt war es 13:00 Uhr und mein Handy sagte mir, ich bräuchte noch 45 Minuten bis zur Fähre. Abfahrzeit 14:00 Uhr. könnte noch passen. Ich versuchte es und kam rechtzeitig an. Für 250 Baht (knapp über 7 €) bekam ich ein Ticket für mich und meinen Roller.

Fähre nach Koh Yao Noi
Fähre nach Koh Yao Noi, bei der Abfahrt schien noch die Sonne

Die Überfahrt war wieder einmal von einem kräftigen Regenschauer geprägt. Ungeschickterweise lies ich den Helm auf dem Boden neben dem Roller liegen – ich hatte Angst er würde mir bei zu viel Seegang vom Sitz runterfallen. Das rächte sich allerdings, als der Regen das Deck mehrere Zentimeter unter Wasser setze. Das ganze Innenfutter hatte sich vollgesogen. Was solls, trocknet irgendwann auch wieder.

Kräftiger Regen bei der Überfahrt
Blick auf Ko Nok von der Fähre

Als ich die Fähre verließ fing es wieder an zu regnen und der Vorderreifen war auch wieder platt. Grrrr. Der ganze Stress am Vormittag umsonst. Nach ein paar weiteren Regenpausen erreichte ich den Hauptort der Insel in dem es eine Unterkunft geben sollte, deren weiche und komfortable Betten von einigen Rezensenten im Internet gelobt wurden. Als ich dort ankam gefiel mir allerdings gar nicht was ich sah. Das Haus stand direkt an der Hauptstraße an einem Kreisel und der Trafo in dem gefühlt tausende Stromleitungen mündeten, brummte so vor sich hin.

Insgesamt hatte ich mir zuvor 3 Unterkünfte im Internet rausgesucht. Ich versuchte es bei der zweiten, die am komplett anderen Ende der Insel lag, ein wenig bergauf hinter einer schönen Bucht. Dort angekommen konnte ich aber keine Rezeption finden. Ich fragte eine Dame, die auf der Veranda eines der Bungalows saß und sie meinte, die Vermieterin betreibe neben den Bungalows auch die Wäscherei auf der anderen Straßenseite. Dort könne ich sie finden.

Es gab zwar eine Wäscherei, aber da war niemand. Nach ein paar Minuten Warten schaute ich nach der 3. Unterkunft. Die lag wieder im gleichen Ort wie die erste. Ich fuhr also wieder zurück. Nie schneller als 40 km/h, da ich nicht wusste wie sich mein halb platter Vorderreifen bei höheren Geschwindigkeiten verhalten würde. Von einem erneuten Regenschauer überrascht machte ich erst mal „Mittagpause“ (um 16:20 Uhr). Es gab ein leckeres Pad Krapao mit Spiegelei.

Pad Krapao

Wieder im Hauptort angekommen konnte ich die 3. Unterkunft nicht finden und landete dann letztendlich doch wieder bei der ersten.

Letztlich war es ein Glücksfall. Als ich auch hier nach einer Rezeption suchte kam mir eine Dame aus dem Cafe gegenüber entgegen und fragte ob ich hier ein Zimmer gebucht hätte. Ich sagte, noch nicht, aber ich würde mir gerne eins anschauen. Ich zeigte Ihr die Anzeige aus dem Internet und sie zeigte mir das Zimmer. Sie war die Tochter der Vermieterin. Das Zimmer gefiel mir und das Bett was wunderschön weich. Außerdem war es nicht in dem Haus an der Hauptstraße mit dem brummenden Trafo, sondern in einem anderen Haus ein paar Meter von der Straße entfernt in einer keinen Seitengasse. Perfekt.

Nachdem ich alles ausgepackt hatte fragte ich noch, ob es hier eine Möglichkeit gibt meinen Reifen aufzupumpen. Statt es mir zu erklären eskortierte sie mich kurzerhand mit ihrem Roller zu einer unscheinbaren Holzhütte vor der ein Kompressor stand. Ein netter Mann pumpte mir den Reifen auf und noch währenddessen hörte ich ein Zischen und spürte auch den Luftzug an der Stelle an der der Flicken aufgebracht war. Von der aufgepumpten Luft blieb folglich nichts drinnen. Also fragte ich sie, ob es auch eine Motorradwerkstatt auf der Insel gäbe. Ja, gibt es. Erneut eskortierte sie mich, was sich als doppelt nützlich erwies, da der Mechaniker kein Wort Englisch sprach. Ich zeigte ihm den Flicken, und sie fragte ihn, ob er nochmal versuchen könne es zu reparieren. Ja, aber erst am nächsten Tag. Ich ließ den Roller kurzerhand dort und sie nahm mich wieder mit zurück. Zuhause angekommen fragte ich sie wo ich denn am nächsten Tag einen Roller mieten könne. Daraufhin meinte sie, ich könne ihren Roller nutzen solange meiner in der Werkstatt ist, sie hätte noch den von ihrer Mutter.

Ich wusste ja, dass die Thailänder freundlich sind, aber mit einer solchen Hilfsbereitschaft hatte ich nicht gerechtet. Ich ging noch in den benachbarten 7/11 Markt einkaufen, damit ich am nächsten morgen etwas zum Frühstücken hatte. Ich wusste ja nicht, ob der Laden an Songkran – dem Thailändischen Neujahrsfest – geöffnet hat. Danach bummelte ich noch ein wenig durch den Ort und zum Abendessen gab es eine leckere Hühnersuppe.

Hühnersuppe im Restaurant neben meiner Unterkunft

Tag 15 (Di. 13.04.) – Hide Out Beach

Mein Wecker klingelte um 8:00 Uhr, da ich der Mittagshitze zuvorkommen wollte und für Nachmittag Regen gemeldet war. Leider übte mein weiches Bett eine solche Anziehungskraft auf mich aus, dass ich mich seinem Bann erst über eine Stunde später entziehen konnte. Nach meinem gewohnten 7/11 Frühstück (Bananentörtchen und eine Dose Milchkaffe) ging ich zu dem Cafe der Dame (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich ihren Namen vergessen habe) und fragte, ob ich tatsächlich ihren Roller bekommen könnte. Außerdem verbunden wir uns noch in der LINE Chat-App damit sie mir Bescheid geben konnte sobald sich die Werkstatt bei ihr meldet. Danach fragte ich sie noch, wo ich hier ein Kajak mieten könnte. Ich hatte Lust am nächsten Tag ein wenig um die Insel zu paddeln. Sie tätigte einen schnellen Anruf und reservierte mir ein Kajak. Wenn es ihre Zeit zuließe, würde sie mich gerne begleiten, sie sei schön länger nicht mehr gepaddelt und hätte wieder Lust dazu. Ich nahm das Angebot gerne an. Freue mich über jede Gesellschaft die ich bekommen kann. Die Details können wir ja beim Abendessen besprechen. Ob ich thailändisch scharf essen könne? Ich verstand die Frage nicht ganz, aber verneinte. Ok, dann nimmt sie etwas für mich raus, bevor sie die Chili reintut. Sie kocht heute Abend für ein paar Leute und würde sich freuen wenn ich auch kommen würde. Aha, jetzt hatte ich verstanden und selbstverständlich sagte ich zu.

Mein Ersatzroller an der Dorftankstelle

Nun war es Zeit für meine Rollerspritztour. Ich umrundete die Insel einmal und führ dann zum „Hide Out Beach“. Die letzten Meter durch noch teils vom Regen aufgeweichte schlammige Feldwege. Als ich ankam war ich enttäuscht. Also von Strand kann man wirklich nicht reden. 2 Meter breit und 5 Meter lang. Steinig und voll Treibgut und Müll. Kein sonderlich schöner Anblick.

Wo ich nun aber schon mal da war blieb ich noch ein wenig, setze mich auf einen Stein und genoss das Rauschen des Meeres. Ich watete auch noch ein bisschen durch’s seichte Wasser bis ich spürte wie die Sonne unerbittlich auf meiner Haut brannte. Das war für mich das Zeichen um mich auf den Rückweg zu machen.

Wieder im Ort angekommen suchte ich eine ganze Weile nach einer Möglichkeit etwas zu essen, bis ich schließlich in einer Suppenküche landete. Ich erfuhr, dass die meisten Restaurants tagsüber geschossen hätten, da gerade der Ramadan angefangen hätte und die Muslime daher ja erst nach Sonnenuntergang essen würden. Der Süden Thailands und insbesondere die beiden Inseln Koh Yao Yai und Koh Yao Noi sind überwiegend muslimisch geprägt.

Witzig war auch, dass die Köchin sich unsicher war, wie die Suppe die ich bestellt habe denn schmeckt, da sie sie während des Kochens nicht abschmecken konnte und daher nach Gefühl würzen musste. Ich konnte sie beruhigen. Aroi mak mak – sehr lecker.

Hühnersuppe mit Reis

Dann gönnte ich mir und meinem Sonnenbrand ein paar Stunden Auszeit in meinem klimatisierten Zimmer und bearbeitete ein paar Videos am Laptop.

Als gegen 16:30 Uhr von dem angekündigten Regen noch nichts zu sehen war, wagte ich mich nochmal in die Abendsonne. Ich fuhr zu einer Bucht im Osten bei der durch das Niedrigwasser eine Landbrücke zu einer kleinen vorgelagerten Insel entstand. Ich nutze die Gelegenheit und spazierte zu dieser Insel und noch ein wenig weiter in der trockengefallenen Bucht. Leider bemerkte ich auf dem Rückweg nicht die hinter mir aufziehenden Wolken, so dass ich doch noch von ein wenig Regen überrascht wurde.

Trocken gefallene Boote
Abendspaziergang zur Insel Ko Nok. Das Niedrigwasser macht’s möglich
Blick vom Tha Kao Beach auf Ko Nok bei Niedrigwasser

Zügigen Schrittes eilte ich zu meinem Roller und fuhr wieder zurück in mein Zimmer und nutzte die mir noch verbliebene Zeit vor dem Abendessen um an diesem Bericht zu schreiben. Ich freute mich schon auf’s Abendessen. Noch authentischer geht es wohl nicht mehr. Ich hoffe es gibt keine Hühnerfüße oder Insekten. 😉

Das Abendessen war der Hammer. Die anderen Gäste waren schon weg und war aßen alleine. Da hatte ich sie vorher wohl falsch verstanden. Sie heißt übrigens Amina, mir war der Name endlich wieder eingefallen.

Es gab einen Fisch (Red Snapper) mit Knoblauchgemüse und Garnelen in einer Tamarindsoße. Super lecker und gar nicht scharf. Dann ließ sie mich noch von einem Curry probieren, dass sie für die anderen gekocht hat. Ich nahm nur ein Tröpfchen davon und war kurz davor zu weinen. Ich verstehe echt nicht, wie Normalsterbliche sowas essen können. Wir saßen rund 2 Stunden zusammen, unterhielten uns nett und sie lud mich auch für den nächsten Abend zum Essen ein. Keine Ahnung womit ich das verdient habe. Einziger Wehrmutstropfen, keine Neuigkeiten zu meinem Roller. Da sie am nächsten Tag arbeiten musste (sie kümmert sich um die Vermietung einer Luxusvilla für einen reichen Russen), verschoben wir unseren Kajaktrip um einen Tag.

Fisch mit Gemüse, Garnelen mit Gemüse
Garnelen mit Gemüse

Tag 16 (Mi. 14.04.) – Sonnenbrand und geflickter Reifen 2.0

Der Tag begann mit einem Regenschauer, weshalb ich mich mal wieder an meinen Laptop setzte. Ich bin echt froh, dass ich ihn dabei habe und nicht nur ein kleines Tablet wie im letzten Jahr.

Gegen 10:30 Uhr brach ich auf zum Strand um eine Runde zu schwimmen. Ich fuhr zu dem selben Strand, an dem ich am am Vortag zu der Insel gelaufen bin uns war gespannt, wie es dort bei Hochwasser aussieht.

Blick vom Tha Kao Beach auf Ko Nok bei Hochwasser

Ich konnte zwar erneut zur Insel laufen, allerdings diesmal durch hüfthohes Wasser. An der Insel angekommen entschloss ich mich, einmal herum zu schwimmen. Wie immer erscheint so eine Insel kleiner als sie tatsächlich ist, zumal ich ja auch noch etwas abstand halten musste um mir nicht im flachen Wasser die Knie an den Felsen aufzuschlagen. Leider klarte der Himmel schneller auf als mir lieb war und ich holte mir trotz wasserfester 50er Sonnencreme einen heftigen Sonnenbrand, der noch einige Tage vorhalten sollte.

Nach dieser Aktion erholte ich mich erst mal in einer einladend aussehenden Hängematte im Schatten der Bäume. Gegen 13:00 machte ich mich auf den Weg zurück und zum ersten Mal in diesem Urlaub kaufte ich mir Essen zum mitnehmen. Gelben Reis mit Hühnchen, einem Ei und einem Beutel klarer Suppe. Zurück an meiner Unterkunft angekommen aß ich mein Mitgebrachtes im Gemeinschaftsraum in dem es auch Geschirr und Besteck gab.

Hängematte am Tha Kao Beach
Straßenküche
Mittagessen Take Away. Gelber Reis mit Hühnchen und Ei.
Mein provisorisch geflickter Reifen

Danach blieb ich über die Mittagshitze erst einmal in meinem Zimmer und bearbeitete einige Videos und Bilder. Bis ich um kurz nach 4 die Nachricht bekam, dass mein Roller fertig sei. Amina fuhr mich hin und ich bezahlte 100 Baht für die gleiche Art von Flicken, der schon zuvor nicht lange gehalten hatte. Mal schauen, ob er diesmal länger als eine Stunde hält. Ich werde jedenfalls besonders langsam fahren bis ich dann am Freitag hoffentlich einen komplett neuen Reifen in der Werkstatt in Krabi bekomme.

Vor dem Essen führ ich nochmal mit dem frisch geflickten Roller zum Prig Gang Koh Yao Bistro und erfreute mich am gefühlt hundertsten Sonnenuntergang. Diesmal bei einem geeisten Orangensaft. Währenddessen schrieb ich die Geschehnisse des Tages auf und versah den letzten Reisebericht mit den zuvor bearbeiteten Bildern. Vielleicht schaffe ich es ja noch ihn heute zu veröffentlichen. Spoiler, ich schaffte es nicht.

Gegen 20:30 Uhr traf ich mich wieder mit Amina in ihrem Cafe und erneut hatte sie ein köstliches Abendessen gezaubert. Eine Kokosmilchsuppe mit Garnelen, Fisch (White Snapper) mit Gemüse und dazu wieder weißen und schwarzen Reis gemischt. Der schwarze Reis stammt sogar von der Insel sagt sie mir.

Kokosmilchsuppe mit Fisch und Garnelen, Fisch mit Erdnüssen und Gemüse

Tag 17 (Do. 15.04.) – Kajak-Trip

Heute hieß es früh aufstehen, da wir uns um 9:00 Uhr zum Kajaken verabredet hatten. Wir fuhren zum Tha Khao Beach, dem Strand, an dem ich am Vortag schon um die kleine Insel herumgeschwommen bin. Dort stand unser Kajak samt Paddeln und Schwimmwesten schon auf dem Beiwagen eines Rollers am Straßenrand bereit. Wir trugen es ins Wasser, schnürten unsere wasserdichten Beutel fest und paddelten los.

Meine ursprüngliche Vorstellung war ja, nach spätestens 2 Stunden wieder zurück zu sein bevor uns die Mittagssonne den Pelz verbrennt. Außerdem bezweifelte ich auch, dass ich es viel länger durchhalten würde. Da machte ich die Rechnung allerdings ohne Amina. Am Ende waren wir ca. 7½ Stunden unterwegs und legten grob 16 km zurück. Ja, 16 km, kein Tippfehler.

Zum ersten Mal hielten wir auf halbem Weg zur nächsten Bucht und machten eine Frühstückspause. Es gab Sticky Rice mit Rindfleisch und gebratenen Zwiebeln.

Frühstückspause
Frühstückspause
Frühstückspause

Den nächsten Stopp legten wir an einem riesigen Schatten spendenden Baum kurz hinter dem Long Beach ein. Dort schlüpften wir in Badesachen und genossen das warme Meer unter den Blättern des Baumes. Darunter hervor traute ich mich nicht. Das hätte nur zu mehr Sonnenbrand geführt.

Pause am Long Beach
Einsames Segelboot vor dem Long Beach
Schatten spendender Baum am Long Beach, perfekt für eine Pause
Long Beach

Wieder zurück in die Klamotten mit langen Ärmeln und Hosenbeinen und weiter ging es dicht entlang und teilweise unter den Überhängen der Kalksteinfelsen hindurch bis wir eine Bucht nördlich der Mankei Bucht erreichten in der es einen kleinen hölzernen Anleger gab und eine Höhle in der die Fischer Schutz finden, wenn mal überraschend schlechtes Wetter aufzieht. Dort legten auch 3 Longtailboote an, die eine Gruppe von gut betuchten Reisenden an diesen schönen Ort brachten inkl. eines Saxophonspielers, der die Herrschaften bei ihrem Picknick mit sanfter Fahrstuhlmusik berieselte.

Der Leiter dieser Gruppe war ein Schweizer, der uns netterweise gleich eine Kokosnuss zum Trinken und ein paar Stücke Wassermelone anbot, die wir dankend annahmen. Auch reiche Menschen können nett sein. Später sagt mir Amina, dass die Kollegin des Schweizers, ihre ehemalige Chefin sei. So klein ist die Insel…

Als ob es noch nicht genug gewesen wäre bis zur Nordspitze der Insel zu paddeln, nein wir setzten noch einen drauf und fuhren weiter zur vorgelagerten Insel Kudu. Meine Einwände mir würden langsam die Kräfte ausgehen wurden einfach ignoriert. Aber es lohnte sich. Wir machten in einer wunderschönen kleinen Bucht fest und gingen über einen Pfad zu einer weiteren noch kleineren Bucht.

Leider blieb uns nicht viel Zeit, da über Krabi ein Gewitter aufzog von dem wir schon den Donner hörten und Amina Angst hatte, es würde zu uns rüber ziehen. Wäre es tatsächlich in unsere Richtung gezogen hätten wir so oder so keine Chance gehabt. Wir hatten ja schließlich noch mehr als 3 Stunden Rückweg vor uns. Dann hätten wir irgendwo an Land gehen und es aussitzen müssen. Aber ich stellte fest, dass es keinen Sinn hat mit einer Thailänderin zu diskutieren. Also machten wir uns nach einem viel zu kurzen Stopp wieder auf den Rückweg.

Als wir wider eine Bucht erreichten und das Gewitter augenscheinlich nicht näher kam, machten wir erneut Pause und aßen gelben Reis mit Hühnchen. Da Amina allerdings das Besteck vergessen hatte suchte sie kurzerhand 2 schöne Muschelschalen, die wir abspülten und als Löffel für den Reis benutzen.

Im weiteren Verlauf des Rückwegs sahen wir noch eine große Gruppe von wilden Affen am Strand sowie eine feuerrote Qualle und einen Waran. Ja, einen Waran. Ich staunte nicht schlecht als ich ihn am Strand sah, und als ich später im Internet recherchierte hieß es, dass das nicht ungewöhnlich auf Koh Yao Noi sei. Wo bin ich hier bloß gelandet?

Gegen 17:00 Uhr kamen wir völlig erschöpft wieder an unserem Ausgangspunk an. Dummerweise war gerade Niedrigwasser was bedeutete, dass wir nicht bis an den Strand paddeln konnten, sondern ich das Kajak noch die letzten 100 m durch den mit nur ein paar Zentimetern Wasser bedeckten Sand ziehen musste. Das gab mir den Rest. Zum Bezahlen mussten wir auf der anderen Straßenseite noch ein paar Meter den Berg hochlaufen. Erschöpft wie ich war, hätte ich das nicht auch noch gebraucht, aber zur Belohnung gab es nicht nur einen schönen Ausblick, sondern auch die Möglichkeit sich die sandigen Füße und Beine abzuspülen.

Blick aus dem Cafe, von dem wir das Kajak gemietet hatten
Blick aus dem Cafe, von dem wir das Kajak gemietet hatten

Zuhause angekommen fiel es mir schon schwer zu duschen und danach fiel ich ins Bett und bewegte mich kein Stück mehr bis wir uns um 20:30 Uhr erneut zum Abendessen trafen. Während der Kajaktour schlug ich Amina vor sie als Dankeschön heute Abend mal in ein Restaurant einzuladen, aber sie wollte nicht. Sie kocht lieber als Essen zu gehen. Ich akzeptierte das dann einfach. Warum diskutieren? Das Essen bei ihr war sowieso besser als im Restaurant. Dennoch hatte ich ein schlechtes Gewissen.

Immerhin konnte ich sie zuvor überzeugen, dass ich das Kajak alleine bezahlte und es nicht akzeptieren würde, wenn sie die Hälfte davon übernähme.

Auch diesen Abend war das Essen wieder vorzüglich. Es gab Tom Yum Suppe, allerdings für mich in einer Version ohne Chili. Außerdem Krebse mit Gemüse und Omelette mit Krebsfleisch. Das war für mich Premiere, ich aß zum ersten mal in meinem Leben Krebs.

Omelette mit Krebsfleisch, Krebse mit Gemüse, Tom Yum Suppe mit Garnelen

Diesmal verabschiedete ich mich allerdings schon gegen 22:00 Uhr, da ich am nächsten morgen schon um 6:00 Uhr aufstehen musste um die Fähre zu bekommen, Amina meinte sie ginge nicht erst um 8:00 Uhr, was meine Info war, sondern schon um 7:30 Uhr und ich solle doch besser schon um 6:45 Uhr da sein.