Du betrachtest gerade Karnataka – Westghats

Wiedersehen mit Elke und Klaus

Datum23.02.2026 – Tag 134
StartMahe
ZielCoorg
gefahrene Kilometer131 km
Kilometerstand56770 km

Ich machte mich mit 10 Minuten Verspätung um 8:40 Uhr auf den Weg.

Nach 40 Minuten hielt ich an einem kleinen Straßenrestaurant und bestellte mir einen Kaffee und eine Masala Dosa. Die Dosa gab es nicht, stattdessen bat mir die Dame eine Kerala Porota an, das gleiche fluffige Brot, dass ich gestern Abend hatte, dazu ein Egg Curry.

Beides sehr lecker und nicht zu scharf.

Den Rest der wieder einmal tollen kurvigen Bergstrecke fuhr ich ohne weitere Pause durch und erreichte um 12:00 Uhr das Hotel Red Bricks Inn in Coorg. Es hatte eine Tiefgarage, das Bett war bequem und das Bad mit abgetrennter Dusche ein Bonus. Für 2500 Rupien inkl. Frühstück preislich noch im Rahmen.

Da es auch einen Balkon hatte beschloss ich kurzerhand noch Wäsche zu waschen. Das warf mich allerdings in meinem Zeitplan ein wenig zurück. Eigentlich wollte ich gegen 13:00 Uhr zum Wasserfall aufbrechen. Mit Wäsche machen und Duschen würde es dann 13:30 Uhr. Auch kein Problem, der Abbey Wasserfall war nur 15 Minuten von meinem Hotel entfernt.

Ich verabredete mich nochmal mit Elke und Klaus, die auch heute nach Coorg gekommen sind. Sie wollten zwar nicht zum Wasserfall, aber anschließend mit mir zum Fort und zum Raja’s Seat.

Ich brauchte rund 20 Minuten bis zum Parkplatz des Wasserfalls. Die Parkgebühren waren mit 20 Rupien teurer als der Eintritt zum Wasserfall (10 Rupien).

Der Wasserfall war aber auch nichts besonderes. Ein betonierter Weg führte über etliche Treppenstufen durch den Wald. Die Grillen machten einen ohrenbetäubenden Lärm. Ich hatte ja keine Ahnung, wie viel Krach so ein Schwarm machen kann.

Nach ein paar Minuten zu Fuß, erreichte ich den Wasserfall. Es gab eine kleine Plattform von der aus man Fotos machen konnte. Das war’s. Von dort aus konnte man auch nicht weiter gehen, da es keine Wanderwege gab.

Nach den obligatorischen Fotos ging ich wieder zurück und bestellte mir im angeschlossen „Restaurant“ ein Bread Omelette und einen Kaffee.

Es gab keine Tische, also holte ich mir einen 2. Stuhl auf den ich mein Tablett abstellte. Indien halt…

Während ich auf das Essen wartete, schaute ich mir ein paar Bildes von dem Fort in Coorg an, doch dabei stellte ich fest, dass es montags geschlossen ist. Mal schauen, was wir stattdessen machen können. 🙁

Dennoch traf ich mich mit Elke und Klaus um 15:30 Uhr am Fort. Das Hauptgebäude war zwar geschlossen, doch man konnte über die Festungsmauer spazieren und auch ein kleines Museum besuchen, das in einer ehemaligen Kirche untergebracht war. 

Von hier gingen wir zum Raja’s Seat, einem sehr schön angelegten Garten mit Aussichtspunkt und Blick über das Tal. Auf dem Weg dorthin hielten wir noch auf einen Kaffee. Schön mal wieder bekannte Gesichter zu sehen und mit netten Meschen aus der Heimat zu quatschen.

Der Garten war extrem farbenfroh. So viele blühende Blumen hatte ich noch in keinem Park oder botanischen Garten zuvor in Indien gesehen.

Der Ausblick war nichts weltbewegendes, doch es war schön auf den warmen Stufen zu sitzen, zu quatschen und dabei dem Treiben der Einheimischen zuzuschauen. Es war u.a. eine Schulklasse dort, die ein Fotoshooting machte und ein paar junge Mädchen, die ein kurzes Tanzvideo für Tik Tok aufnahmen.

Wie unterhielten uns so angeregt, dass wir den Sonnenuntergang verpassten. Dafür machte ich kurz vorher noch ein Bild von einer sehr interessant aussehenden Wolke, die die Sonne verdeckte.

Wir schlossen den Abend in einem Restaurant ab, das Elke als Empfehlung aus einem Reiseführer hatte. Mein Fisch Curry war lecker, wenn auch nicht ganz so gut wie in Mahe. Vielleicht lag es daran, dass wir hier ja nicht am Meer waren.

Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile bis mich die Beiden um kurz vor 22;00 Uhr an meinem Hotel absetzten. 

Nun machte ich den Fehler und setzte mich nochmal an meinen Laptop um die Bilder der letzten beiden Tage zu beschriften und auch die gute Internetverbindung auszunutzen und Bilder von der Rundreise auf meine Webseite hochzuladen. Dadurch ging ich erst um Mitternacht ins Bett und hatte eine viel zu kurze Nacht.

Ein weiterer schöner Tag durch die Westghats

Datum24.02.2026 – Tag 135
StartCoorg
ZielChikmagalur
gefahrene Kilometer169 km
Kilometerstand55939 km

Meine schwache Blase ließ mich um 7:00 Uhr aufwachen und dann könnte ich nicht mehr einschlafen. Um kurz vor 9 stand ich auf und ging zum Hotelfrühstück. Es gab einen schönen gemischten Teller mit Idli Sambar, Vada und einer Mini Masala Dosa.

Um 10:20 Uhr machte ich mich endlich auf den Weg nach Chikmagalur.

Ab 12:00 Uhr hatte ich Lust auf einen Kaffee, doch die Strecke, die ich fuhr, führte mich ausschließlich durch so kleine Dörfer, dass es dort nirgends ein Café gab. Oder zumindest keines, das ich als solches erkannt hätte.

Um 13:20 Uhr las ich ein Hinweisschild auf der Straße, dass in 300 Meter ein Café kommen würde. Ich war gespannt und wurde positiv überrascht. Hier stand mitten im Nirgendwo ein sehr schönes modernes sauberes Café in dem es auch etwas zu Essen gab.

Ich bestellte eine Limetten-Limonade, einen Milchkaffee und eine Chicken Kathi Roll. Super Snack zum Mittagessen.

Dann fuhr ich ohne weiteren Stopp bis nach Chikmagalur. Ich fand im ersten Anlauf ein super Hotel in dem ich sogar ein kostenloses Zimmer-Upgrade bekam, da das günstigere Zimmer entgegen der Angabe im Internet schon belegt war.

Nach einem Videotelefonat mit meinen Eltern fuhr ich noch einkaufen. In dieser Stadt gab es nochmal einen großen Smart Bazaar Supermarkt gar nicht weit von meinem Hotel.

Leider dauerte der Einkauf ewig. Ich fand fast nichts und selbst die Angestellten musste ewig suchen. An der Kasse stand ich gefühlt eine halbe Stunde. 

Auf dem Rückweg aß ich eine Portion Nudeln in einem Schnellrestaurant und kam dann gegen 18:30 Uhr im Hotel an.

Ich saß bis kurz vor Mitternacht am Laptop um meinen nächsten Reisebericht fertigzustellen und um nach Hotels in Mumbai zu recherchieren, die einen sicheren Parkplatz haben. Im Preisvergleich bis 3000 Rupien fand ich lediglich eins.

Dann befragte ich ChatGPT, wo man in Mumbai am besten parken kann und er empfahl mir ein Einkaufszentrum, das extrem sicher sei, mit Schranke und Überwachungskameras. Den Rat werde ich wohl befolgen. Somit habe ich eine deutlich größere Auswahl bei den Hotels.

Der höchste Berg Karnatakas

Datum25.02.2026 – Tag 136
StartChikmagalur
ZielChikmagalur
gefahrene Kilometer83 km
Kilometerstand57022 km

Ich stand erst gegen 9:30 Uhr auf und ging sofort zur Rezeption um mein Zimmer noch eine Nacht zu verlängern. Anschließend frühstückte ich schnell eine Masala Dosa in einem kleinen Restaurant.

Gut gestärkt fuhr ich zum Mullayanagiri Peak, der mit 1925 Metern der höchste Berg im Bundesstaat Karnataka ist.

Mein Hotelierhatte mir zuvor erklärt, dass man bis zu einem Parkplatz fahren könnte und von dort würde man für 50 Rupien mit einem Jeep zum Gipfel gefahren.

Doch als ich ankam, erklärte mir eine Gruppe junger Männer, dass die Strecke kaputt sei und die Jeeps nicht fahren würden. Man müsse die 3 Kilometer zu Fuß laufen.

Als mir eine Touristin entgegen kam, fragte ich sie, wie lange sie gebraucht hatte. Sie meinte, rund 40 Minuten. Allerdings sah sie auch deutlich jünger und sportlicher aus als ich.

Da es sich um die Hauptattraktion in Chikmagalur und den höchsten Berg Karnatakas handelte, nahm ich die Strapazen auf mich. Etwas Bewegung würde mir ja nicht schaden. Außerdem wollte ich schon seit Wochen mal eine kleine Wanderung machen, hatte nur nie die richtige Gelegenheit. Jetzt war es so weit.

Nach 15 Minuten fuhr dann doch ein Auto an mir vorbei. Mit den richtigen Argumenten kann man in Indien wohl auch gesperrte Straßen befahren. Und bis dahin war die Straße auch in eunem top Zustand.

Ich beneidete die Familie schon ein wenig, denn der Aufstieg war doch recht steil.

Bis ich die Stufen zum Gipfel erreichte, genoss ich die Wanderung. Die Anstrengung war noch erträglich und die Ausblicke und die vielen gelben Blüten genießen zu können ohne ständig hochkonzentriert auf die Straße und den Verkehr achten zu müssen war eine willkommene Abwechslung zum Motorradfahren.

Doch als ich das Treppensteigen begann, änderte sich meine Laune. Ich musste zwischendurch immer mal wieder anhalten da mir schwindelig wurde. Und das obwohl hier auf unter 2000 Metern noch keinerlei Sauerstoffmangel herrscht. Ich habe keine Ahnung wie ich es geschafft hatte in Peru auf den Rainbow Mountain zu klettern, dessen Gipfel ja auf üner 5000 Metern liegt. Ich bin heute definitiv in einer deutlich schlechteren körperlichen Verfassung. 

Ich hoffe ich kann in Afrika ein paar mehr Wanderungen machen als hier in Indien. Das würde es auch leichter machen auf Schotterpisten im Stehen zu fahren.

Um 12:45 Uhr nach einer Stunde und 10 Minuten erreichte ich den Gipfel. Keine Ahnung wie die andere Touristin das in 40 Minuten geschafft haben will. Laut Wikipedia waren es ca. 270 Höhenmeter, die ich alleine über die Treppenstufen gegangen bin. 

Der Ausblick von hier oben war auch nicht besser als von der Straße. Ich hatte lediglich ein gutes „ich hab’s geschafft“-Gefühl als ich oben ankam.

Der Shiva-Tempel war lediglich eine schmucklose rechteckige Halle mit einer Götterstatue in einem Schrein. Ich wollte die anwesenden Hindus nicht beim Beten stören und machte deshalb kein Foto.

Nach 20 Minuten begann ich den Abstieg.

Beide Schuhsohlen, die ich ja vor ein paar Tagen geklebt hatte, haben super durchgehalten. Auf so einem steilen Anstieg die Sohlen zu verlieren, wäre echt unangenehm gewesen.

Als nächstes fuhr ich zu einem weiteren Berggipfel, dem Baba Budan Giri. Der Legende nach hat Baba Budan 7 Kaffeebohnen aus dem Yemen nach Indien geschmuggelt. Damals hatte der Yemen ausschließlich gerösteten Kaffee exportiert um das Monopol auf den Kaffeeanbau zu behalten.

Die geschmuggelten Bohnen hat Baba Budan dann am Fuße dieses Berges angepflanzt und damit den indischen Kaffeeanbau begründet. Nach ihm wurde später der Berg benannt.

Die Strecke war super, doch leider zog sich der Himmel etwas zu und ich bekam ab und zu ein paar Tröpfchen auf mein Visier.

Von hier wollte ich eigentlich noch zu einem See fahren, doch die aufziehenden Wolken und der knurrende Magen, ließen mich sofort nach Chikmagalur zurück fahren.

Dort hielt ich an einer Hero Werkstatt und borgte mir eine Schieblehre aus, mit der ich die Dicke meiner Bremsscheiben maß.

Dem Absatz nach zu urteilen, befürchtete ich nämlich, dass sie langsam die Verschleißgrenze erreicht hätten. Dies wurde von der Messung leider bestätigt. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell gehen würde. Die Bremsscheiben meiner FJR hielten etwa doppelt so lange (120.000 statt 60.000 Kilometer).

Für Indien sollte es noch reichen, doch wenn ich nach Südafrika fliege, werde ich ein paar neue Bremsscheiben mitbringen und dort wechseln lassen müssen.

Danach fuhr ich zu dem Schnellimbiss in dem ich schon gestern war und bestellte mir eine Pizza, einen Burger und eine Portion Pasta. Ich war ziemlich hungrig. 🙈

Religiöses Zentrum in Shringeri

Datum26.02.2026 – Tag 137
StartChikmagalur
ZielShringeri
gefahrene Kilometer113 km
Kilometerstand57135 km

Da ich es heute nicht so weit hatte, stellte ich den Wecker auf 9:00 Uhr. Leider wachte ich schon um 7:00 Uhr auf und döste dann nur noch bis 9:0 Uhr. Einschlafen konnte ich nicht mehr.

Ich brauchte trotzdem eine Weile bis ich alle Sachen gepackt hatte und startete erst gegen 9:45 Uhr.

Heute morgen hatte ich seit langem mal wieder etwas dünneren Stuhl, so dass ich mir zum Frühstück ein paar Bananen kaufte.

Nun fuhr ich zum Hirekolale Lake, den ich gestern Abend ja nicht mehr besucht hatte. Es war nichts besonderes doch 10 Minuten die Beine vertreten bei schönem Wetter war nicht schlecht. Ich hätte erwartet, dass ich von der Wanderung gestern heftigen Muskelkater hätte, doch dem war zum Glück nicht so. Allerdings waren meine Beine wie Gummi.

Nun fuhr ich über kleinste Straßen in Richtung des Bhadra Wildlife Sanctuary. Ich wusste nicht genau, ob ich die geplante Strecke fahren konnte, oder ob das Schutzgebiet nur per Safari Jeep besucht werden könnte. Doch die Tatsache, dass mir ab und zu ein Auto oder LKW entgegen kam, ließ mich hoffen.

Die Strecke war ein Traum. Sie führte durch lichte Wälder und and den Füßen der Bäume wurde Kaffee angepflanzt. Bevor ich mich über diese Gegend erkundigt hatte, wusste ich nicht, dass Kaffee im Wald und nicht auf freien Feldern angepflanzt wird. Offenbar gefällt es den Pflanzen im Schatten besser als in der prallen Sonne. Mir geht es ähnlich. 😉

Später sah ich sogar blühende Kaffeepflanzen.

Ich bereute es ein wenig, gestern statt dem 2. Berg nicht besser eine Kaffeeplantage besichtigt zu haben. Naja, vielleicht habe ich in Afrika ja nochmal die Gelegenheit dazu.

Die Strecke war wahrscheinlich die schönste, die ich südlich des Himalayas gefahren bin. Mittags gab es dann eine ungefüllte Dosa.

Am frühen Nachmittag kam ich in Shringeri an und begann mit der Hotelsuche.

Als erstes versuchte ich es bei einem Homestay. Doch es war niemand dort. Ich rief die Telefonnummer an und der Mann am anderen Ende der Leitung lotste mich zur Lobby und einem Zimmer, dass ich mir anschauen sollte. Da dass Bett viel zu hart war suchte ich weiter.

Als nächstes versuchte ich es an einem teuren Hotel, das laut Internet 35€ pro Nacht kosten sollte. Ich hoffte, sie würden mir im Preis noch etwas entgegen kommen, was sie aber nicht taten.

Allerdings empfahlen sie mir ein anderes Hotel, dass auch zu ihrer Kette gehörte, aber etwas günstiger wäre.

Dort bin ich dann schließlich gelandet und bekam ein schönes Zimmer für 20€.

Ich machte eine kurze Siesta und gegen 17:00 Uhr fuhr ich zur Tempelanlage. Es ist eine der wichtigsten Hinduistischen Tempelanlagen in Indien und hat neben den verschiedenen Tempeln auch noch einen Klosterbereich. Es war total schön bei angenehmen Abendtemperaturen durch die Anlage zu flanieren. Fotos durfte man nur von außen machen, doch ich habe mittlerweile ja auch schon genug Tempel gesehen und fotografiert. 

Eine Brücke führte auf die andere Seite des Flusses, wo der Klosterbereich war. Überall standen Palmen und plötzlich wie aus dem Nichts, erschienen 2 Elefanten mit ihnen Führern. Ich konnte gerade noch schnell genug meine Kamera raus holen um sie zu fotografieren.

Auf dem Rückweg zum Hotel suchte ich nach einem etwas besseren Restaurant. Vielleicht einem Hotel-Restaurant oder so, da ich mich irgendwie etwas unwohl fühlte. Da wollte ich nicht in ein normales Straßenrestaurant. Doch leider gab es nichts. 

Also aß ich in meinem Hotelzimmer die 2. Packung Studentenfutter, die meine Eltern mir mitgebracht hatten.

Besuch des Jog Wasserfalls

Datum27.02.2026 – Tag 138
StartShringeri
ZielTalaguppa
gefahrene Kilometer250 km
Kilometerstand57385 km

Heute wachte ich erneut um 7:00 Uhr auf und blieb bis 9:30 Uhr liegen. Danach fühlte ich mich etwas besser, doch das Studentenfutter am Abend zuvor war keine so gute Idee. 

Ich nahm seit langem mal wieder eine Perenterol Kapsel.

Zum Frühstück kaufte ich mir wieder ein paar Bananen. Ich hoffe es wird kein richtiger Durchfall. Davon blieb ich ja bisher verschont und muss es in meinen letzten Tagen nicht unbedingt noch haben.

Die Strecke war wieder super. Es ging entlang vieler Palmen und der Asphalt war perfekt. Allerdings merkte ich, dass es in meinem Magen mehr und mehr rumorte. Kein gutes Zeichen.

Am Nachmittag erreichte ich den Jog Wasserfall wo es ein vielversprechendes Hotel direkt auf dem Gelände des Wasserfalls gab. Blöderweise durfte man nur mit einer online Buchung reinfahren. Also parkte ich mein Motorrad draußen und lief die 300 Meter zu Fuß. Doch da das Hotel schon auf dem Gelände des Wasserfalls lag, musste ich auch die 100 Rupien Eintritt bezahlen.

Als ich drin war schaute ich mir dann auch zuerst den Wasserfall an. Ich wollte abschätzen, ob es sich lohnt 2 Nächte zu bleiben. Absolut nicht. Man kann den durchaus schönen Wasserfall lediglich von einem einzigen Aussichtspunkt anschauen. Es gab keinerlei Wanderwege auf dem Gelände. 

Dann fragte ich nach dem Zimmer, doch was man mir hier zeigte war ziemlich übel. Es roch sehr streng, die Matratze war hart und das Bad extrem heruntergekommen. Hier wollte ich nicht bleiben. Gerade als ich gehen wollte, machte sich mein Darm bemerkbar und ich war froh, dass es hier saubere Toiletten für die Besucher des Wasserfalls gab. Die hatte ich in dem Moment dringend nötig.

Ich schaute mir an was es in der Nähe noch so gab, doch ich war nicht sonderlich überzeugt. Also fuhr ich eine halbe Stunde in die nächste Stadt, da dort ein paar mehr Hotels auf Google Maps eingezeichnet waren. Doch die meisten sahen schon von außer wie die letzten Bruchbuden aus und das einzige was einigermaßen gute Fotos im Internet hatte, hatte lediglich noch ein einziges Zimmer frei mit einem Bett, dass einer Betonplatte Konkurrenz hätte machen könneen.

Dann dachte ich, ich fahre am besten nach Sirsi. Dort waren einige halbwegs gut aussehende Hotels. Doch seltsamerweise stand auf Google Maps bei keinem einzigen ein Preis.

Ich schrieb das schönste per WhatsApp an und fragte nach einem Zimmer. 

Als ich gerade los fahren wollte quatschte mich ein Inder an und fragte wo ich hin wolle. Ich sagte ich suche ein Hotel in Sirsi. Daraufhin meinte er, dort sein ein Festival, deshalb sei es schwierig ein Zimmer zu bekommen. Ich fuhr trotzdem los, doch nach ein paar Minuten schaute ich auf mein Handy und das Hotel, das ich angeschrieben hatte, hatte geantwortet. Die nächsten 2 Tage komplett ausgebucht.

In dem Moment dachte ich, dass es vielleicht keine gute Idee sei dorthin zu fahren und kehrte wieder um. Ich fuhr zurück in Richtung des Wasserfalls und dachte mir, dass ich im Notfall dann doch das Zimmer direkt am Wasserfall nehmen könnte.

Doch ich fand in der Nähe ein Homestay, das noch ein Zimmer frei hatte. Es war zwar auch schon ziemlich heruntergekommen, doch zumindest müffelte es nicht, und das Bett war halbwegs akzeptabel. Da der Sonnenuntergang kurz bevor stand nahm ich es.

Nach dem Auspacken ging ich nochmal in den Ort um mir ein paar Salzcracker zu kaufen. So was gab es nicht, aber ich fand stattdessen etwas, das für mich nach Zwieback aussah. Ich nahm es mit und versuchte mein Glück später auf dem Zimmer. Außerdem hatte ich noch 4 kleine Bananen von heute morgen. Ich hoffte, dass ich ab dem nächsten Tag wieder normal essen könnte.

Eine unspektakuläre Fahrt nach Dandeli

Datum28.02.2026 – Tag 139
StartTalaguppa
ZielDandeli
gefahrene Kilometer208 km
Kilometerstand57593 km

Heute war ich besonders langsam. Obwohl ich schon um 8:30 Uhr aufgestanden bin, startete ich erst um 9:20 Uhr. Und das obwohl ich außer ein paar Zwieback kein Frühstück hatte.

Für heute hatte ich 2 mögliche Routen. Die eine ging am Meer, die andere hinter der Bergkette entlang. Durch die Berge könnte ich leider nicht fahre, da gab es keinen Straßen.

Eigentlich wollte ich am Meer entlang um Mittags nochmal ein leckeres Fisch-Curry zu essen. Doch Dank meines Durchfalls, der heute morgen nur geringfügig besser war, fällt diese Option aus.

Daher entschied ich mir für die Strecke durchs Hinterland, in der Hoffnung, dass es dort etwas kühler wäre.

Dabei ist allerdings nichts Berichtendewertes passiert. Die Straße war schön, wenn auch nicht ganz so schön wie in den letzten Tagen.

Um 11:30 Uhr hielt ich an einem kleinen Kiosk am und kaufte mir einen Banane zum Frühstück und eine Flasche Wasser. Dort fiel mir auch auf, dass mittlerweile die Naht an meinem Rucksack an einer 2. Stelle aufgerissen war. Gut, dass es nicht regnete.

Eigentlich hatte ich geplant im Jungle Book Jungle Cafe zu übernachten. Doch als ich mir das auf Agoda nochmal genauer angesehen hatte, fiel mir auf, dass es dort im Gegensatz zu Google Maps eine miserable Bewertung hatte. Und da ich den Bewerbungen auf Agoda mehr vertraue als auf Google Maps, habe ich diesen Plan schnell wieder verworfen.

Dann sah ich einige schöne Resorts entlang des Kati Rivers. Alle sehr teuer, bis auf eins, da stand kein Preis dran. Da die Strecke dorthin sehr schön aussah, dachte ich mir ich versuche es einfach mal. Es war auch tatsächlich ein sehr schönes Resort, doch das Zimmer sollte 5300 Rupien kosten. Weit über meinem Budget.

Also fuhr ich nach Dandali, einer Stadt mit dutzenden Hotels zu deutlich günstigeren Preisen. Ich hoffte, dass dort vielleicht ein passendes dabei wäre. Doch als ich den Ort erreichte sah ich die viele Hotels an der Hauptstraße, die leider alle eines gemeinsamen hatten. Keinen Parkplatz.

Irgendwann entdeckte ich durch Zufall  das State Adventures Hotel, das auf Google Maps gar nicht eingezeichnet war. Es hatte eine Einfahrt zu einem Parkplatz auf der Rückseite. Damit war im Prinzip schon klar, dass ich es nehmen würde.

Ich hatte die Wahl zwischen einem kleinen Zimmer für 1400 Rupien, das keine Klimaanlage hatte und extrem müffelte, und einem 3-Bett Zimmer mit Klimaanlage, das etwas weniger müffelte, dafür aber 2000 Rupien kostete. Die Betten waren in beiden Zimmern recht bequem.

Ich entschied mich für das teurere, da es ein großes Fenster hatte und ich hoffe, dass ich bei voll aufgedrehtem Ventilator den Gestank einigermaßen heraus bekommen würde.

Dann musste ich nochmal eine Portion von meinem 2-Komponenten-Kleber anmischen um meinen Rucksack erneut zu kleben. Ich hoffe danach hält er die letzten paar Tage bis Mumbai noch durch.

Doch vor der Klebeaktion aß ich zuerst noch meine 2. Banane. Bis jetzt fühlte ich mich bzgl. des Durchfalls einigermaßen gut. Zumindest hatte ich tagsüber beim Motorradfahren keine böse Überraschung erlebt.

Ich denke ich werde heute Abend auch wieder richtig essen gehen. Ich kann keine 2 Tage von Bananen und Zwieback leben.

Nachdem ich meinen Rucksack geklebt hatte, wollte ich zum Essen gehen. Da sah ich in einem Raum meines Hotels einen Mann an einer Nähmaschine. Ich fragte ihn ob er mir etwas kürzen könnte. Ich glaube er verstand mich nicht, doch sagte „yes“.

Ich holte meine viel zu langen Hosenträger aus meinem Zimmer und zeigte ihm, wo ich sie um wie viel kürzer haben wollte. Er machte es sofort und wollte am Ende nur 30 Rupien dafür. Ich gab ihm 50.

Nun hieß es ein halbwegs vertrauenswürdiges Restaurant zu finden. Gar nicht so leicht. Die kleinen Straßenrestaurants machten mir alle keinen guten Eindruck. Als ich dann auf eine Apotheke stieß, kaufte ich mir ein paar Päckchen Elektrolyte. Das kann bei Durchfall sicherlich nicht schaden.

Auf der andern Seite meines Hotels fand ich ein Restaurant, das ein wenig größer war und eine Speisekarte hatte. Auch nichts edles, aber besser als die ganz kleinen Straßenrestaurants. Ich bestellte auf Empfehlung von ChatGPT eine Portion Curd Reis. Als Reis, der in Quark gekocht wurde. Ich sagte auch dazu, dass ich Magenprobleme hätte und deshalb keine Chili und keinen Zwiebeln haben wollte. Ich hoffte sie hätten es verstanden.

Mittlerweile habe ich auch einen Verdacht wo ich mir den Infekt eingefangen habe. Es fing an am Morgen nachdem ich in dem Fastfood Restaurant war und den Burger, die Pizza und die Nudeln gegessen hatte. Alles ziemlich unverdächtig. Doch dazu hatte ich einen Eistee mit Eiswürfeln. Ich fürchte, dass die Eiswürfel der Grund für meine Probleme waren. 

Da ich zu meiner Flasche Wasser heute mal einen Becher dazu bekam, konnte ich gleich den ersten Elektrolyt-Beutel auflösen und trinken.

Der Reis konnte mich als Hauptgericht nicht von Hocker reißen. Zumal er auch kalt war und ich kein Freund von Milchreis bin, an den er mich etwas erinnerte. Doch es war besser als Bananen mit Zwieback. Sollte ich heute Nacht keine Probleme haben, würde ich ab morgen wieder normal essen. 

Als ich im Hotel wieder an dem Schneider vorbei kam, fiel mir ein, dass meine dünne Jeans auch etwas zu lang war und gekürzt werden müsste. Bis jetzt hatte ich immer den Aufwand geschäut, abends noch einen Schneider zu suchen, doch da er jetzt ja im Hotel saß, nutze ich die Gelegenheit und ließ auch das erledigen. Wie für das Kürzen der Hosenträger wollte er auch für das Kürzen der Hose lediglich 30 Rupien. Ich hab ihm wieder 50 gegeben. So hatte ich für knapp einen Euro beides abgehakt. So günstig hätte mir das in Deutschland niemand gemacht. Selbst wenn ich eine Freundin darum gebeten hätte, hätte ich ihr dafür zumindest eine Tafel Schokolade oder so mitgebracht, die sicher mehr als einen Euro gekostet hätte.

Manchmal tun mir die Leute hier echt Leid, dass sie für gute ehrliche Arbeit so wenig verdienen.