
Jain Tempelkomplex Dilwari auf dem Mount Abu

| Datum | 31.10.2025 – Tag 19 |
| Start | Palanpur |
| Ziel | Pali |
| gefahrene Kilometer | 285 km |
| Kilometerstand | 45506 km |
Ich genoss die Nacht in dem tollen Hotel und schlief bis 9:20 Uhr.
Kurz vor 10 ging es dann los. Es war allerdings etwas unangenehm in die immer noch feuchte Motorradjacke zu schlüpfen.
Doch da es draußen warm und trocken war (heute sah ich seit 5 Tagen zum ersten Mal wieder blauen Himmel) trocknete sie recht schnell.
Ich merkte auch gleich, dass ich jetzt in Richtung Wüste fahre, da ich heute auf der Schnellstraße keiner Kuh- sondern einer Kamelherde begegnete.
Kurz vor 11 hielt ich an einem Food Court um zu Frühstücken. Es gab mal wieder Paneer Paratha. Das wird noch zu meinem Lieblingsessen.
Außerdem änderte ich meine Pläne nochmal. Statt direkt zum Om Banna Tempel zu fahren, legte ich einen Abstecher zum Mount Abu und dem Dilwara Tempelkomplex ein. Einem der bedeutendsten Jain Tempelanlagen in Indien.
Leider musste ich vor dem Betreten mein Handy und meiner Kamera abgeben. Fotos sind strikt verboten.
Der Komplex besteht aus 5 Tempeln, die vom 11. bis 16. Jahrhundert erbaut wurden. Der Vimal-Vasahi-Tempel ist sowohl der älteste als auch der beeindruckendste. Neben dem Boden sind alle Säulen sowie die Decke komplett aus Marmor mit unzähligen Verzierungen und Figuren. Da der Marmor viel härter ist als der Sandstein aus dem Rani Ki Vav erbaut wurde, sind die Figuren mit extrem vielen Details immer noch in perfektem Zustand. Obwohl der Tempel knapp 1000 Jahre alt ist.
So eine unglaubliche Menge an Marmorfiguren habe ich zuvor noch nie gesehen. Extrem beeindruckend (https://de.wikipedia.org/wiki/Dilwara-Tempel).
Aber nicht nur die Tempelanlage, sondern auch die Auf- und Abfahrt von dem Berg waren ein Leckerbissen. Endlich mal wieder ein paar Kurven und tolle Landschaft. Hier wachsen sogar Palmen und mit 24 Grad war die Temperatur auf dem Berg auch ganz angenehm. Später sollte das Thermometer wieder auf 31 Grad steigen.
Jetzt hatte ich noch 3½ Stunden bis nach Pali. Diesen Ort hatte ich mir als heutiges Etappenziel rausgesucht. Nicht besonderes. Eine indische Kleinstadt mit ca. 300.000-350.000 Einwohnern.
Ich fand ein günstiges Hotel (15€) mit bequemem Bett, gutem WiFi und Tiefgarage. Was will ich mehr.
Da das Hotelrestaurant kaum teurer war als normale Restaurants entschied ich mich dort zu Essen und bestellte mir ein Mutter Paneer, ein Käse-Erbsen Eintopf. Auf Wunsch bekam ich ihn auch völlig mild. In kombination mit dem wässrigen Reis (warum auch immer diemal kein Basmati Reis) war das Gericht fast schon zu fad, doch mein Magen freute sich über die milde Abwechslung.
Morgen habe ich dann nur noch ca. ½ Stunde bis zum Om Banna Tempel.
Om Banna Tempel – wo ein Motorrad verehrt wird

| Datum | 01.11.2025 – Tag 20 |
| Start | Pali |
| Ziel | Khara |
| gefahrene Kilometer | 360 km |
| Kilometerstand | 45866 km |
Ich nutzte die Gelegenheit und frühstückte im Hotel. Da ich etwas hungrig war, bestellte ich mir zusätzlich zum Paneer Paratha auch noch ein Sandwich, was aber nichts besonderes war.
Gegen 9:30 fuhr ich dann los. Heute standen 2 der skurrilsten Tempel Indiens (oder zumindest Rajasthans) auf dem Programm. Ich brauchte nur 30 Minuten bis zum Om Banna Tempel.
Om Banna ( bürgerlicher Name Om Singh Rathore) war ein Mann, der 1988 mit seinem Motorrad tödlich verunglückte weil er gegen einen Baum fuhr. Als die Polizei sein Motorrad barg und in die Polizeistation brachte, verschwand es über Nacht und tauchte auf mysteriöse Weise wieder an der Unfallstelle wieder auf. Als die Polizei es erneut abholte und nachts sogar einschloss, tauchte es erneut wieder an der Unfallstelle auf, mehrere Nächte hintereinander.
Daraufhin glaubten die Anwohner, dass der Geist von Om Banna noch in dem Motorrad weilte und sie bauten deshalb an der Unfallstelle einen Tempel in dem das Motorrad ausgestellt und angebetet wird. Es heißt, dass Reisenden, die hier nicht anhalten und beten, Unglück widerfahren wird. Das konnte ich natürlich nicht riskieren. Zumal der Verkehr hier in Indien schon gefährlich genug ist. Daher hielt ich an, betete kurz zu dem Motorrad, dass es mich auf meiner Reise beschützen möge und spendete noch 100 Rupien.
Als nächstes fuhr ich ein Stück über sehr kleine Landstraßen. Eine sehr willkommene Ablenkung zu dem heftigen Verkehr auf den Schnellstraßen. Auch die Landschaft wurde immer sandiger und wüstenhafter.
Irgendwo im Nirgendwo hielt ich dann in einer kleinen Ortschaft namens Panchori an einem kleinen Straßenrestaurant an. Ich bestellte mir eine Portion Kachori, ein gefülltes frittiertes Brot, das klein geschnitten und mit Soße serviert wird. Ich machte dem Verkäufer deutlich, dass ich gerne etwas mehr von der Joghurtsoße und dafür gar nichts von der roten Chili-Soße haben wollte. Die dritte Soße, die ich nicht einordnen konnte war ein Mischung aus süß und scharf. Es war so lecker, dass ich noch eine zweite Portion aß. Und zum Nachtisch gab es noch etwas süßes.
Dann fuhr ich weiter zum Karni Mata Tempel kurz vor Bikaner. Auf dem Weg sah ich ein interessantes Gespann. Hier in der Wüste werden die Wagen nicht von Ochsen oder Büffeln, sondern von Kamelen gezogen.
Der Karni Mata Tempel war dann die nächste Skurrilität. Er ist der Göttin Durga gewidmet und beherbegt tausende Ratten. Die werden hier verehrt, da es sich um widergeborene Bikaner handeln soll (genaueres auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Karni-Mata-Tempel)
Gegen 16:30 Uhr erreichte ich das Hotel am Rande von Bikaner in dem ich übernachten wollte. Leider war es schon ausgebucht. Als Alternative hatte ich mir das Wüstencamp „Bikaner Desert Camp & Resort“ ausgesucht in dem wir auch auf der Rundreise im Januar übernachten werden. Allerdings sollte das günstigste Zelt ohne Klimaanlage schon 2000 Rupien, also rund 20€ kosten.
Irgendwie sagte mir das nicht zu und ich fuhr weiter. In dem Örtchen Khara fand ich dann ein zumindest auf Google Maps ganz gut aussehendes Hotel, das etwas abseits der Hauptstraße gelegen und somit sehr ruhig war. Außerdem stand mein Motorrad dort auch relativ sicher. Leider war das Bett bretthart. Aber in Ermangelung an alternativen und der Tatsache, dass die Sonne gerade untergegangen war, nahm ich es. Wäre ich mal besser in dem Wüstencamp geblieben.
Das Abendessen war dann wieder etwas abenteuerlich. Der Hotelier schickte mich auf die andere Straßenseite, dort wäre ein Restaurant eines anderen Hotels. Doch ich fand nichts, das wie ein Hotel aussah. Und das einzige Restaurant, sah nicht aus, als würde es dort schon etwas geben. Alle Töpfe, die ich sah, waren leer und ein paar Männer saßen auf einem Tisch und schälten Zwiebeln.
Also schaute ich auf Google Maps wo denn das nächste Restaurant sei. 25 Minuten Fußweg entlang der Hauptstraße. Nicht schön im Dunkeln, aber ich hatte Hunger. Doch das Restaurant existierte gar nicht. Erst beim nächsten – 5 Minuten weiter – hatte ich Glück. Naja, wie man’s nimmt.
Dort saß zumindest jemand, der etwas aß und mir wurden 3 Töpfe präsentiert. Das erste habe ich nicht verstanden, das zweite war Dal (also Linsen) und das dritte war ein Kartoffel-Kichererbsen Eintopf (oder Curry, keine Ahnung). Ich ließ mir einen Löffel geben, tropfte von jedem Gericht ein wenig darauf und probierte, wie scharf sie denn wären.
Doch schon das erste war so scharf, dass ich vom 2. und 3. nicht mehr merkte, ob es schärfer oder milder war. Ich entschied mich letztlich für den Kartoffel-Kichererbsen Eintopf. Leider gab es keinen Reis, der die Schärfe etwas abgemildert hätte. Ich musste mich mit Chapati begnügen (einem Fladenbrot) von dem ich 5 Stück nahm und immer viel Brot mit wenig Soße aß. Zusätzlich bestellte ich mir auch noch ein Lassi, doch statt eines Trinkjoghurts bekam ich eine Art Quark in einem Schälchen. Das gleiche Zeug, dass ich immer zum Paneer Parathi dazu bekomme. Das war in sofern gut, dass ich die Hälfte davon in den Eintopf gab und ihn damit zumindest ein wenig abmildern konnte. Sonst hätte ich ihn nicht essen können. Und immer wenn es mir trotzdem zu scharf war, löffelte ich ein wenig von dem Quark pur. So bin ich zumindest satt geworden.
Ich hoffe morgen habe ich mehr Glück mit Hotel und Restaurant.
Motorradwäsche auf dem Weg nach Malout
Route

| Datum | 02.11.2025 – Tag 21 |
| Start | Khara |
| Ziel | Malout |
| gefahrene Kilometer | 323 km |
| Kilometerstand | 46189 km |
Ich wachte um 7:30 Uhr auf und meine alten Knochen schmerzten vom harten Bett. Doch Dank der niedrigen Temperaturen in der Wüste habe ich die Nacht zumindest durchgeschlafen.
Jetzt verbrachte ich eine Weile auf der Toilette. Das Essen gestern war einfach zu scharf und es musste alles wieder raus.
Gegen 8:45 Uhr fuhr ich dann bei fast arktischen Temperaturen, es waren lediglich 21 Grad, los.
Da es hier leider keine Obsthändler an der Straße gibt, fiel die Option von Bananen zum Frühstück leider aus. Also hielt ich am nächstbesten Restaurant und bestellte mir ein Paneer Paratha. Leider waren die hygienischen Zustände fragwürdig. Ich war gespannt, ob das nicht nach hinten los geht. Ich wartete 10 Minuten, doch niemand machte Anstalten mein Essen zuzubereiten. Sie waren die ganze Zeit damit beschäftigt, Chapatis für andere Gäste zuzubereiten. Irgendwann verlor ich die Geduld und fuhr weiter.
Ein wenig später kam ich in einen Ort in dem es tatsächlich Bananen gab, außerdem Kachori, den leckeren Snack, den ich gestern schon hatte. Ich aß 2 Bananen um meinen Magen milde zu stimmen und dann eine Portion Kachori hinterher.
Gegen Mittag kam ich an Sri Ganganagar vorbei und entschied mich in die Stadt rein zu fahren um mal in einem guten Restaurant etwas zu essen. Nach über einer Woche ausschließlich vegetarischer Kost, hatte ich mal wieder Lust auf Hühnchen.
Das erste Restaurant, das ich ansteuerte war leider geschlossen, das 2. existierte gar nicht. Auf dem Weg zum 3. kam ich dann an mehreren Auto Waschplätzen vorbei. Ich hielt ich an einem an und ließ mein Motorrad gründlich reinigen. Währenddessen unterhielt ich mich noch mit einem netten Inder, der in Kanada lebt und auf Heimaturlaub war und dementsprechend gut Englisch sprach.
Als ich dann weiter zum Restaurant wollte, kam ich an einer Outlet Area mit vielen kleinen Markengeschäften vorbei, unter anderem auch einem HP Store. Da ich noch auf der Suche nach einer Bluetooth Maus war, hielt ich kurz an und wurde fündig. Für lächerliche 10€. Technik ist sehr günstig hier in Indien.
Eine Straße weiter war eine Food Street mit vielen kleinen Restaurants. Ich entschied mich für den Döner-Laden in dem ich ein Shawarma bestellte sowie eine Portion Falafel mit Hummus als Vorspeise. Sehr lecker und zumindest optisch sehr hygienisch. Nicht so wie gestern Abend oder heute morgen.
Dann fuhr ich weiter nach Malout, wo ich ein günstige OYO Hotel für 13€ pro Nacht ansteuerte. Der Parkplatz gefiel mir, das Bett war ganz ok, doch es gab kein Internet. Da ich noch 2 weitere Hotels vorgemerkt hatte, probierte ich das nächste, das ich jedoch nicht fand. Das dritte lag dann in einer Seitenstraße, die mir irgendwie keinen sicheren Eindruck machte und von den Typen dort sprach niemand Englisch.
Da es erst 16:30 Uhr war, entschloss ich mich weiter nach Muktsar zu fahren. Die Stadt war größer und dort hatte ich mir auch ein paar Hotels auf der Karte markiert.
Doch mitten im Zentrum von Malut sah ich plötzlich ein sehr schick aussehendes Hotel, das ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich schaute schnell auf dem Handy nach und auf Google Maps war es nicht als Hotel sondern als Kino eingezeichnet. Deshalb hatte ich es bei meiner Recherche nicht gesehen.
Ich fragte nach einem Zimmer und mir wurde das bisher größte und schönste Zimmer auf dieser Reise angeboten. Leider sollte es 30€ pro Nacht kosten was eigentlich über meinem Budget liegt. Ich habe mir schon überlegt mal eine Ausnahme zu machen, doch nach ein wenig Verhandlung bekam ich das Zimmer für 25€. Das habe ich nach dem grauenhaften Bett von gestern Nacht gebraucht.
Ich nutzte auch die Gelegenheit und aß im Hotel-Restaurant zu Abend. Wieder etwas teurer als draußen, dafür aber auch wieder deutlich besser. Lediglich die 250 Rupien für ein Schälchen weißen Reis fand ich etwas teuer. In dem letzten tollen Hotel-Restaurant habe ich den Reis umsonst dazu bekommen.
Morgen geht’s dann weiter nach Amritsar wo ich 2 Nächte bleiben möchte.










































































