Tag 9 (Mi. 07.04.) – Wolkenbruch
Ich ahnte nicht, was mich heute noch erwarten würde, also genoss ich mein letztes Frühstück und meinen letzten morgendlichen Poolgang im Palmyra Patong Ressort. Dann habe ich meine Taschen gepackt, den Roller belade und brach auf gen Norden.
Auf dem Weg zur Brücke, die Phuket mit dem Festland verbindet, hielt ich noch kurz bei einem Motorradhändler der 2 nette gebrauchte Reiseenduros vor der Tür stehen hatte. Die hätte ich sofort gegen meinen Roller getauscht. Die Preise waren allerdings saftig für solch relativ alte Maschinen. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern aber ich glaube die beiden sollten mit ihren 8 Jahren noch 400.000 (10.700€) bzw. 500.000 (13.350€) Baht kosten. Dafür bekommt man in Deutschland halb so alte Maschinen mit halber Laufleistung. Aber da durch die hohen Importzölle die Neupreise in Thailand deutlich teurer sind als in Deutschland, schlägt sich das natürlich auch auf die Gebrauchtpreise nieder.



Da mir der Aussichtspunkt Tho Li auf meiner Tour vor ein paar Tagen so gut gefallen hat, beschloss ich ein weiteres Mal dort vorbei zu schauen, da er einigermaßen auf meinem Weg lag. Ich verbrachte ca. 1½ Stunden dort, lag natürlich wieder eine Weile in der Hängematte setzte mich dann aber an den schattig überdachten Tisch und bearbeitete die Bilder vom Vortag am Laptop. Es gibt schlechtere Plätze zum Arbeiten.

Währenddessen lud ich mein Handy mit der Powerbank wieder auf knapp 60% auf da es in der Nacht wohl nicht richtig eingesteckt war und ich mit nur 29% morgens losfahren musste. Kein schöner Wert, wenn man das Handy als Navi auf dem Roller nutzt und mangels Straßenkarten ohne Handy völlig aufgeschmissen ist.
Von dort fuhr ich weiter zu meinem Hotel OYO 392 Mountain Resort in So Lurk Tai, das ich schon online gebucht hatte. Mein Plan war nach dem Einschecken am Abend noch zu einem Cafe mit toller Aussicht über die Pang-nga Bucht zu fahren um den Sonnenuntergang zu genießen.
Meinem ursprünglichen Plan machte leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Etwa eine Stunde bevor ich mein Hotel erreichte, begann ein heftiges Gewitter.

Es war so stark dass die Straßen einige Zentimeter unter Wasser standen und die Donner fuhren einem tief ins Mark. Ich fand gerade noch rechtzeitig einen Unterschlupf in einer Straßenküche in der ich dann die Gelegenheit nutzte und zu Mittag/Abend aß. Leider gab es nur 4 Eintopfgerichte zur Auswahl und der Junge Bursche, der es betrieb, versicherte mir, dass alle 4 Gerichte gleich scharf seien. Ich entschied mich für eins und war froh, dass er mir recht wenig davon mit einer großen portion Reis auf den Teller packte. In diesem Verhältnis konnte ich es gerade noch Essen. Aber für 30 Baht (85 Cent) will ich mich nicht beschweren. Immerhin bin ich satt geworden und hatte einen einigermaßen guten Schutz vor dem Gewitter.

Ich blieb dort eine halbe Ewigkeit, aber es sah nicht so aus als würde der Regen bald aufhören. Das wurde mir dann auch von einem Regenradar auf dem Handy bestätigt. Da es mittlerweile „nur“ noch regnete und nicht mehr wie aus Kübeln goss, zog ich meine Regensachen über und machte mich auf den Weg. Leider stellte sich schon nach einer Minute heraus, dass meine Regenjacke in etwa so wasserdicht war wie ein Baumwollhemd, so dass ich schon nach wenigen Minuten bis auf die Unterwäschen vom Regen durchtränkt war. Unglücklicherweise kam das Gewitter dann auch noch wieder zurück und brachte einen leichten Hagelschauer mit sich. Diesmal hatte ich keine Gelegenheit zum unterstellen, da ich zu dem Zeitpunkt gerade auf einer autobahnartigen Schnellstraße unterwegs war. Hagelkörnchen auf die nackten Finger sind nicht wirklich angenehm…
Als ich im Hotel ankam war das einzige was noch trocken geblieben ist meine Schuhe dank des guten Wetterschutzes meines Rollers. Dann musste ich auch noch feststellen, dass meine Jacke nicht das einzige undichte war. Die Seitenkoffer meines Rollers waren es auch. Zum Glück hat es auf der einen Seite den Sack mit meiner Schmutzwäsche erwischt und auf der anderen Seite etwas Zubehör für meine GoPro und meinen Kulturbeutel. Beides hauptsächlich aus Plastik. Somit hat nichts ernsthaften Schaden genommen. Trotzdem ärgerlich. In Zukunft werde ich alles was in die Seitenkoffer kommt nochmal zusätzlich in Plastiktüten einpacken.
Im Hotel angekommen duschte ich erst mal warm. Nach einer Stunde Fahrt durch den Regen habe ich – zum ersten Mal in meinem 4. Thailand Urlaub – gefroren.
Auch wenn es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen, hatte ich keine Lust mehr raus zu gehen. Ich verzichte auf das Abendessen und setzte mich noch ein wenig an den Computer zwecks Bildbearbeitung.
Tag 10 (Do. 08.04.) Ankunft in Nongthale, Krabi
Nach einer Nacht in einem unkomfortablen Bett in einem ziemlich heruntergekommenen und auch nicht sonderlich sauberen Hotelzimmer packte ich meine Sachen und wollte weiter nach Nongthale. Aber wo war plötzlich mein Motorradschlüssel hin? Ich packte mein gesamtes Gepäck wieder aus den Taschen und Beuteln und untersuchte alles gründlich. Kein Schlüssel weit und breit. Als nächstes bin ich den kompletten Weg zum Roller abgegangen und schließlich fragte ich noch an der Rezeption, ob sie vielleicht einen Schlüssel gefunden hätten. Fehlanzeige. Ich bin es ja gewohnt Dinge zu verlegen, die in der Regel aber immer wieder rechtzeitig auftauchen, aber jetzt war der Punkt gekommen an dem ich langsam nervös wurde. Was sollte ich bloß machen, wenn der SChlüssel jetzt tatsächlich weg wäre? Netterweise kam die Zimmerdame noch mit auf mein Zimmer und half mir beim Suchen. Ich wollte gerade alle meine Sachen erneut auspacken, da kniete sie vor mir auf dem Boden und fischte den Schlüssel unter dem Bett hervor. Verdammt, auf die Idee dort nachzuschauen hätte ich selbst kommen können. Egal, Ende gut, alles gut.
Mittlerweile war es schon kurz nach 11 und ich fuhr erst mal zum Frühstück zu dem besagten Café, zu dem ich eigentlich am Tag zuvor wollte. Der Mango Smoothie war mit 80 Baht nicht gerade günstig, aber super lecker und die Aussicht war gigantisch und entschädigte für den Stress am Morgen und den Regen des Vortags.
Die gesamte Route heute war ein Traum. Überall Kautschuk- und Palmplantagen, vereinzelte Königspalmen (glaub ich zumindest. Sie sahen zumindest so aus wie die Königspalmen, die ich von Kuba kannte), die den Straßenrand säumten und immer wieder die majestätisch aufragenden Kalksteinfelsen/-berge.
Auf dem Weg zu meinem nächsten Zwischenstopp, einem weiteren tollen Aussichtspunkt, kam ich auch noch an einigen künstlich angelegten Teichen vorbei, von denen ich denke, dass sie der Fischzucht dienen.



Am Aussichtspunkt angekommen fand ich ein total überfülltes und überteuertes Restaurant vor. Aber die Aussicht von dort war top. Ein wunderschöner Blick auf die 5 Schwestern. Eine wie an einer Perlenkette aufgereihte Inselgruppe von stetig kleiner werdenden Inseln, wie 5 Schwestern eben die hintereinander her laufen.
Von hier aus ging es weiter mit diversen kleinen Abstechern auf schmalen Nebenstraßen zu meinem nächsten Hotel, dem Nongthale Mountain View, in der Nähe von Krabi, das ich für 4 Tage gebucht hatte. Ein netter Belgier empfing mich zusammen mit seiner thailändischen Frau. Sie zeigte mir das Zimmer, er den Rest des kleinen Anwesens. Es war mehr eine Pension als ein Hotel. Sie vermieten nur 6 Zimmer, aber es ist wunderschön. Mein Zimmer liegt im ersten Stock und hat einen Balkon mit Blick auf den Garten. Es gibt einen kleinen Pool mit ein paar Liegen und für meinen Roller einen überdachten Abstellplatz. Lediglich die Matratze meines Bettes ist wieder thailandtypisch recht hart. Da muss ich immer wieder wehmütig an mein Quarantäne Hotel zurückdenken. Das hatte das komfortabelste Bett in dem ich in Thailand je geschlafen habe.
Ich unterhielt mich noch ein wenig mit dem Belgier. Er gab mir ein paar Ausflugstipps, zum Beispiel die 4 stündige Wanderung zum Dragon Crest. Ob ich mir das in dieser Hitze antue? Außerdem sagte er mir auch noch, dass es eine Autofähre nach Koh Yao Yai und Koh Yao Noi gibt, so dass ich auch meinen Roller mitnehmen kann. Ich werde dort am nächsten Tag mal vorbeifahren und mich schlau machen. Vielleicht habe ich ja Glück und komme doch noch auf die Inseln, die ich von Phuket aus nur ohne Roller erreichen hätte können.
Nachdem ich ausgepackt und die immer noch ein wenig feuchten Klamotten vom Regen des Vortrages aufgehängt hatte, machte ich mich auf zum Kohkwang Beach für meinen schon zur Gewohnheit gewordenen Abendspaziergang und um den Sonnenuntergang zu genießen.



Der Himmel bot auch noch nach dem Sonnenuntergang ein grandioses Farbenspiel.

Zum Abendessen fuhr ich noch nach Ao Nang zum Nachtmarkt. Klein, aber sehr aufgeräumt. Typisch Touristenhochburg. Nur ohne Touristen. Ein Essensstand einladender als der nächste und die Klamottenläden alle in festen Gebäuden. Mehr so eine Boutique-Straße als ein Markt.
Nachdem ich alle Essensstände gefühlt 5 Mal abgeklappert hatte, entschied ich mich für eine Art Omelette mit gebratenen Muscheln. Nicht schlecht, aber bisher das Essen, das mich am wenigsten begeistert hat. Vielleicht mag ich Muscheln einfach lieber gekocht als gebraten.
Während des Essens bekam ich dann noch eine kleine Feuershow eines Rollstuhlfahrers geboten, der direkt vor meinem Tisch auftrat. Besser hätte ich nicht sitzen können.