2 Tigersichtungen im Ranthambore Nationalpark
| Datum | 01.02.2026 – Tag 112 |
| Rundreise | Tag 11 |
| Ziel | Khilchipur |
Der Tag begann nicht gut. Ich hatte eine sehr kurze Nacht. Gestern machte ich mir viele Gedanken über den Motorradtransport von Indien nach Südafrika und was dabei alles schief gehen könnte. Deshalb schlief ich erst gegen 23:30 Uhr ein.
Und als ich um 4:30 Uhr aufwachte um auf Toilette zu gehen, hatte ich Halsschmerzen und bin danach auch nicht mehr eingeschlafen. Da es in der Nacht zuvor ziemlich warm war, hatte ich heute meinen Heizlüfter aus gelassen. Das war wohl ein Fehler. 5 Stunden Schlaf waren einfach viel zu wenig.
Zum Frühstück hatte ich wieder ein sehr leckeres Chole Bhature.
Um 8:00 Uhr ging es dann los und um 8:30 Uhr erreichten wir einen Laden mit organischen Gewürzen. Meine Eltern kauften etwas Chili und eine indische Masala-Mischung.
Da ich in den nächsten 2 Jahren eher selten kochen werde und falls doch dann sicherlich nichts so aufwendiges wie indisches Essen, hat der Laden an mir nichts verdient.
Nun ging es mit dem Bus zu den Clarks Inn Suites in Kilchipur am Rande des Ranthambore Nationalparks.
Auf dem Weg kamen wir an einer Prozession vorbei. Tonu meinte heute sei ein Hindu-Tag an dem die Gläubigen zum Tempel gehen und ihre Religion feiern. Wa genau das sein soll, konnte ich nicht herausfinden. Laut Internet gibt es keinen Hindu Tag. Aber vielleicht ist es auch nur etwas lokales aus dieser Gegend.
Wir checkten schnell ein, lediglich mit dem nötigsten Gepäck für eine Nacht, da der Bus mit unseren Koffern direkt weiter fuhr. Wir würden am nächsten mit dem Zug weiterfahren, der aber nicht so viel Gepäckkapazität hat . Deshalb sollte jeder nur einen Rucksack oder eine kleine Tasche mitnehmen.
Hier bekamen wir ein Mittagessen im Hotel und dann ging es los zur Safari.
Wir hatten extremes Glück und sahen 2 Tiger. Normalerweise sieht man zu dieser Jahreszeit 2-3 Tiger pro Woche. Und auch die anderen Tiere waren sehr schön und gut zu erkennen, da sie deutlich näher waren als in den beiden Nationalparks in Nepal.
Abends im Hotel gab es wieder ein leckeres Buffet, doch 3 Frauen unserer Reisegruppe bekamen dann Magen-Darm Beschwerden und hatten eine schlimme Nacht.
Zugfahrt nach Bharatpur und Besichtigung von Fatehpur Sikri
| Datum | 02.02.2026 – Tag 113 |
| Rundreise | Tag 12 |
| Ziel | Bharatpur |
Ich bestellte einen Weckruf an der Rezeption für 6:00 Uhr, doch die Deppen riefen schon um 5:38 Uhr an. Ich hatte zwar wieder nicht viel geschlafen, doch ich fühlte mich etwas besser als gestern. Ich hoffte, dass die Erkältung nicht voll zuschlagen würde.
Als ich um 6:15 Uhr in den Frühstücksraum kam, waren die anderen schon fertig. Ich nahm mir schnell ein wenig Obst und bekam ein frisches Masala Omelette auf Toast.
Um 6:30 Uhr fuhren wir mit dem offenen Lastwagen zum Bahnhof wo unser Zug um 7:12 Uhr gehen sollte. Doch er hatte rund 20 Minuten Verspätung.
Während der 2½ stündigen Zugfahrt machte ich zuerst zusammen mit Stefan einen Spaziergang durch den kompletten Zug. Einige der Inder haben uns ein wenig seltsam angeschaut mit 2en haben wir uns ein wenig unterhalten. Beides Medizinstudenten. Der eine hatte sogar in der Ukraine studiert, weil die Universität dort billiger war als in Indien.
Dann setzte ich mich noch an den Laptop und begann die Fotos aus dem Nationalpark auszusortieren.
Leider fuhren wir die gesamte Strecke durch dichten Nebel, so dass von der Landschaft nichts zu sehen war. Doch es war trotzdem ein nettes Erlebnis mal in einem indischen Zug zu fahren. Allerdings haben wir keine Passagiere mit Ziegen oder Hüunern gesehen. Da war Stefan ein wenig enttäuscht.
In Bharatpur angekommen wartete schon unser Bus auf uns und brachte uns ins Hotel.
Kurz darauf besuchten wir eine ländliche Schule. Hier hat man erkannt, dass Indien in vielen Bereichen doch noch ein Entwicklungsland ist. Es gibt 2 Lehrerinnen für 40 Schüler, die auf 8 Schuljahre aufgeteilt sind. Obwohl Hindi und Englisch auf dem Lehrplan stehen, konnte eine der beiden Lehrerinnen kein Englisch. Und von 40 Kindern waren an dem Tag nur 4 Kinder in der Schule. Ein 5-jähriger, ein 8-jähriger, ein 11- und ein12-jähriger. Da es in der Schule keinen Strom gibt, saßen die Kinder draußen. Drinnen war es wegen dem bewölkten Himmel zu dunkel. Aber auch drinnen gab es keine Schulbänke. Der Unterricht findet immer auf dem Fußboden statt. Ein nicht ganz schöner Anblick.
Von hier fuhren wir nach Fatehpur Sikri und besuchten dort nochmal ein Fort. Eine schöne Anlage, aber nicht besonders reich verziert. Es war 14 Jahre lang von 1571 bis bis 1585 die Hauptstadt während der Herrschaft des 3. Mogulkaisers Akbar.
Leider wurde meine Erkältung schlimmer und ich konnte die Besichtigung nicht besonders genießen.
Zurück im Hotel habe ich mich sofort ins Bett gelegt. 2 oder 3 Leute aus der Gruppe haben noch einen Vogelpark besichtigt. Der Rest hat den Nachmittag am Pool genossen, oder sich auch auf dem Zimmer ausgeruht. Einige hatten ja noch mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen.
Nach dem Abendessen bin ich sofort wieder ins Bett. Der Rest der Gruppe hat sich noch eine Vorführung eines Puppenspielers angeschaut. Aber mir war das alles zu viel.
Taj Mahal
| Datum | 03.02.2026 – Tag 114 |
| Rundreise | Tag 13 |
| Ziel | Agra |
Die Nacht war nicht besonders gut. Ich bin häufig aufgewacht. Kerstin gab mir ein paar Wick DayMed Kapseln. Ich hoffte, dass die mich für den Tag etwas aufputschen würden. Außerdem nahm ich zum Frühstück noch einen Ingwertee.
Dann stand wieder eine 1½-stündige Busfahrt nach Agra auf dem Programm. Tonu erzählte uns ein wenig über die indischen Sprachen, doch ich konnte mich nicht genug konzentrieren um seinem gebrochenen Deutsch Folgen zu können.
In Agra angekommen sahen wir eine lange Schlange junger Männer. Tonu erklärte uns, dass sie alle zum Militär wollen. Dort würde es heute eine körperliche Eignungsprüfung geben. Berufssoldaten verpflichten sich in Indien normalerweise für 4 Jahre und bekommen währenddessen rund 20.000€ pro Jahr an Sold. Nach den 4 Jahren wird ihnen dann auch noch ein öffentlicher Job angeboten. Deshalb ist der Militärdienst ziemlich beliebt.
Eigentlich stand in Agra als erstes der Besuch des Tai Mahal auf dem Programm. Doch es war so neblig, dass wir zuerst das Rote Fort besuchten, in der Hoffnung dass der Nebel sich bis zum Nachmittag noch etwas lichten würde.
Das Fort wurde von mehreren Mogulkaisern (3.-6.) über 120 Jahre immer weiter ausgebaut. Die älteren Teile bestehen aus rotem Sandstein, die neueren aus Marmor.
Bei gutem Wetter kann man das 2 Kilometer entfernte Raj Mahal sehen, doch bei dem dirchten Nebel heute leider nicht.
Um dem Nebel noch eine Chance zu geben sich aufzulösen, führen wir als nächstes zu einer weiteren Verkaufsveranstaltung. Diesmal ging es um Edelstein-Einlegearbeiten. Ich bin allerdings im Bus geblieben um mich noch ein wenig auszuruhen.
Nun fuhren endlich zum Tai Mahal. Schon das Eingangstor war beeindruckend und der erste Blick auf das Raj Mahal war atemberaubend.
Allerdings war der Himmel immer noch ziemlich bewölkt so dass der weiße Marmor nicht so richtig strahlen wollte. Nach einer kurzen Erklärung von Tonu hatten wir 1½ Stunden Zeit um uns dieses Weltwunder gebührend anschauen zu können.
Innen waren im Zentrum das Grab von Mumtaz Mahal zu sehen und leicht versetzt daneben das Grab von ihrem Mann Shah Jahan, der das Mausoleum für sie gebaut hatte und später ebenfalls dort begraben wurde.
Bei den Gräbern handelt es sich allerdings um Scheingräber (Kenotaphe). Die echten Gräber befinden sich im Einklang mit der islamischen Begräbnistradition in einer darunterliegenden, schlichten, verschlossenen Krypta.
Tonu erklärte uns, dass Shah Jahan auf der anderen Seite des Flusses ein zweites identisches Taj Mahal aus schwarzem Marmor bauen wollte, doch sein Sohn Aurangzeb hat ihn gefangengenommen und 8 Jahre lang ins Gefängnis gesteckt, wo er schließlich gestorben ist. Daher kam es nie zu dem zweiten Gebäude.
Die Inschrift um die Torbögen herum sind Verse aus dem Koran. Sie sind nicht auf den Marmor aufgemalt, sondern es handelt sich um Intarsien aus schwarzem Jaspis. Auch die Blumenmuster sind Einlegearbeiten aus verschiedenen farbigen Halbedelsteinen.
Als wir uns nach 1½ Stunden wieder trafen, kam endlich ein wenig die Sonne durch, so, dass wir alle nochmal ein schönes Foto machen konnten, auf dem der Himmel ein wenig blau war und der weiße Marmor so richtig strahlte.
Besuch des Sikh Tempels Gurdwara Bangla Sahib in Delhi
| Datum | 04.02.2026 – Tag 115 |
| Rundreise | Tag 14 |
| Ziel | Delhi |
Heute fuhren wir zurück nach Delhi. Die letzte lange Bus-Etappe. Auf dem rund 5-stündigen Weg schauten wir uns zwischendurch auch nichts an.
In Delhi angekommen fuhren wir zu dem guten Restaurant, in dem wir auch schon am ersten Tag gegessen hatten. Allerdings vergaß ich dort Fotos zu machen.
Nun ging es weiter zum Gurdwara Bangla Sahib Tempel, den wir anstelle des Humayun Mausoleums besuchten. Das Taj Mahal konnte sowieso nicht mehr getippt werden und einen Sikh Tempel hatten wir auf dieser Rundreise noch nicht besichtigt. Der Tempel musste barfuß und mit Kopfbedeckung besucht werden, weshalb alle, die kein Kopftuch dabei hatten, eins ausleihen mussten.
Der Tempel hatte wie schon der Tempel in Amritsar einen großen künstlichen See, doch hier stand das Heiligtum nicht im See, sondern an dessen Rand. Innen war es mit viel Gold verkleidet und einige Musiker musizierten und sangen religiöse Verse.
Eigentlich war es verboten zu fotografieren, doch da doch viele der Inder nicht daran hielten, machten auch wir das ein oder andere schnelle Foto.
Dann besichtigten wir die Tempelküche Langar, wo ein paar Leute auf dem Boden saßen und verköstigt wurden.
Meinetwegen hätten wir statt in dem teueren Restaurant auch hier essen können, doch das hätte einigen der anderen Mitreisenden wohl überhaupt nicht gefallen.
Jetzt fuhren wir nochmal zum Präsidentenpalast, an den wir allerdings erneut nicht sonderlich nah heranfahren konnten, da die Polizei die Straße gesperrt hatte. Doch am India Gate konnten wir diesmal Halt machen und uns für eine halbe Stunde die Beine vertreten. Inkl. der obligatorischen Fotos.
Im Hotel bekamen wir dann eine gute Nachricht. Am nächsten Tag würden wir erst um 10:30 Uhr aus-checken. Das hieß, es bestand die Chance wohlmöglich zum ersten Mal seit 15 Tagen mal auszuschlafen.
Ich fing an meine Sachen zu sortieren und zu schauen was ich wieder nach Bangalore mitnehmen und was ich meinen Eltern nach Deutschland mitgeben würden.
Um 19:30 Uhr gab es Abendessen. Vermutlich das letzte Buffet-Essen, das ich hier in Indien haben würde. Ab dem nächsten Tag hieß es wieder billige Restaurants und Streetfood.
Während der Busfahrt bekam ich auch Rückmeldung von der Frachtfirma in Mumbai mit dem Zeitplan für die Formalitäten dort. Ich werde den Rest meiner Reise jetzt so planen, dass ich am 5. März in Mumbai ankomme. Mir blieben also noch genau 4 Wochen im Südwesten von Indien.
Besuch des Lotus- und des Akshardham-Tempels
| Datum | 05.02.2026 – Tag 116 |
| Rundreise | Tag 15 |
| Ziel | Delhi |
Das Bett war in diesem Zimmer besonders schlecht und ich bin nachts häufig aufgewacht. Als ich um 8:30 Uhr erneut aufwachte, machte ich mich langsam fertig und ging zum Frühstück. Die anderen waren schon alle dort. Leider ging es mir immer noch nicht besser und das Frühstück war heute auch eher mager.
Anschließend ging ich wieder auf mein Zimmer, und beschriftete ein paar Bilder. Durch die Erkältung war ich schon wieder 5 Tage im Rückstand.
Um 10:30 Uhr fuhren wir dann zum Lotus-Tempel, dessen Form einer Lotusblüte gleicht.
Ein weiteres imposantes Bauwerk mit einer ganz besonderen Akustik. Ein kleines Kind hat mal kurz geschrien und es hallte durch den ganzen Raum.
Auch die Idee ist sehr schön. Eine neue Religion, die alle anderen Religionen als Kapitel eines geoßen Buchs betrachtet und alle Propheten als Vermittler zwischen einem einzigen Gott und den Menschen sieht. Wie genau der Hinduismus mit seinen Millionen Göttern dort hineinpasst, oder der Hinduismus und der Jainismus, die beide an gar keinen Gott glauben, weiß ich nicht.
Dann fuhren wir zu der letzten Sehenswürdigkeit dieser Rundreise, dem Akshardham-Tempel. Da das Fotografieren dort auch wieder strickt verboten war und wir die Handys im Bus lassen mussten, hatte ich leider keine Bilder. Doch es gibt ein paar schöne im Internet.
https://www.google.com/search?q=Akshardham-Tempel
Nun quälten wir uns durch den dichten Verkehr von Delhi. Etwa eine Stunde bevor wir den Flughafen erreichten, verabschiedete sich Tonu am Bahnhof um für 2 Tage zu seiner Familie nach Jaipur zu fahren. Danach hat er wieder die nächste Tour.
Wir kamen gegen 17:00 Uhr am Flughafen an. Ich verabschiedete mich von der Gruppe und meinen Eltern und suchte mir ein Hotel für die Nacht. Da der Bus in die Richtung meines Hotels fuhr, nahm er mich mit und ich musste mir kein Uber buchen und wieder ewig lang warten. Das Hotel war allerdings nicht so der Brüller.
Trotz meiner Krankheit und der vielleicht ein oder anderen Verkaufsveranstaltung, die ich nicht gebraucht hätte, war es insgesamt eine sehr schöne Rundreise und ich war froh, dass ich meine Eltern nach 3½ Monaten im chaotischen Indien wieder gesehen habe. Sie haben sich deutlich besser geschlagen, als ich befürchtet hatte.











































































































































































































































