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Kajaktrip bei Ao Thalane

Tag 18 (Fr. 16.04.) – Endlich ein neuer Reifen

Horror – der Wecker klingelte um 6:15 Uhr. Schnell trank ich meine Dose Milchkaffee und aß mein Bananentörtchen sowie den Rest der Portion Mango, die ich am Tag zuvor nicht geschafft habe. Ich hatte meine Sachen schon am Abend vorher gepackt und musste daher jetzt nur noch mein Sammelsurium an Taschen und Tüten in den Roller packen. Um 7:00 Uhr war ich am Pier. Ich war zwar nicht der erste, aber es war noch kaum was los. Um 8:00 Uhr kam dann jemand, der sich an den Ticket Schalter setze und die 250 Baht für mich und den Roller kassierte. Die Fähre kam dann um 8:10 und bis dann alle Autos und Lastwagen Rückwärts eingeparkt hatten war es 8:20 Uhr bis sie ablegte. Als letztes kam noch ein Gefangenentransport an Board. 2 junge mit Handschellen aneinander gekettete Männer eskortiert von 2 Polizisten. Dann ging es endlich los.

Fährticket nach Koh Yao Noi. Fein säuberlich von Hand ausgefüllt. 250 Baht für den Roller und eine Person. One Way.
Pickups und Lastwagen eng an eng auf der Fähre von Koh Yao Noi nach Krabi

Die Fahrt zurück nach Krabi war im Gegensatz zur Hinfahrt schon fast eine Ausflugstour. Bestes Wetter und eine traumhafte Inselwelt. Wir passierten Ko Hong und Koh Lao Lading, 2 Inseln, die gerne von Ausflugsboten angesteuert werden.

Die Rückfahrt bei schönem Wetter war schon fast eine Sightseeing Tour
Ko Hong
Inselgruppe um Koh Lao Lading

Am Festland angekommen schrieb ich meiner Rollervermietung ob sie denn jetzt für mich einen Termin in einer Werkstatt gemacht hätten. Prompt kam die schlechte Nachricht zurück, dass keine Werkstatt in Krabi einen passenden Reifen vorrätig hat und die Bestellzeit bei einer Woche liegt. Das war für mich zu lange. Ich hatte von der Fähre ein Hotel in Ao Nang für 4 Tage gebucht und wollte auch wegen des Rollers keine weiteren 3 Tage dranhängen. Ich schrieb also zurück, sie solle doch bitte weitere Werkstätten in der Umgebung abtelefonieren. Ggf. auch in Trang, wo ich ja dann in 4 Tagen hin möchte. Vielleicht würde der Flicken ja noch so lange halten.

Ich fuhr also erst mal ins Hotel und hoffte, dass ich schon einchecken konnte. Es war erst 10:00 Uhr und offiziell konnte man erst nach 14:00 Uhr einchecken. Aber ich hatte Glück, das Zimmer war schon fertig und ich nahm erst mal ein schönes Bad um meinen müden Muskeln nach den Strapazen des Vortags eine kleine Auszeit zu gönnen. Überaschenderweise hatte ich keinen Muskelkater, ich war einfach nur total platt.

Gegen Mittag kam dann die Nachricht, dass es eine kleine Werkstatt gäbe, die einen Reifen hätte. Ich fuhr hin, aber dem war leider nicht so. Der Reifen hatte die falsche Größe. Von dort wurde ich weiter zur Honda Werkstatt geschickt, die aber auch keinen hatte. Ich versuchte mein Glück auf eigene Faust bei einer Yamaha Werkstatt, die mir zuerst erklärte, dass sie ausschließlich an Yamaha Roller arbeiten würden. Nach etwas hin und her konnte ich der Dame klar machen, dass ich nur einen Reifen in der Dimension 120/70-15 suche, den gleichen der auch auf einen Yamaha X-Max passte. Den würde ich mir dann von der Honda Werkstatt wechseln lassen. Sie schaute im Lager, leider wieder Fehlanzeige. Doch dann kam die erlösende Nachricht von der Rollervermietung, dass eine Werkstatt 25 Minuten entfernt einen Reifen für 1780 Baht (47,50€) vorrätig hätte. Ich fuhr dorthin und sie hatten tatsächlich den Reifen in der korrekten Größe. Allerdings war es keine Werkstatt, sondern nur ein Reifen- und Motorradzubehörhändler, der selbst keine Reifen wechseln kann aber sie schickten mich in eine kleine Werkstatt ca. 100 Meter weiter. Ich hängte mir den Reifen über die Schulter, fuhr zu der Werkstatt und ca. 10 Minuten später war der Reifen montiert. Kostenpunkt: 200 Baht – weniger als eine Massage. Ich bin echt froh, dass das Elend jetzt ein Ende hat und ich endlich wieder beruhigt fahren kann.

Reifenwechsel auf dem Bürgersteig
Schweinefleisch mit Karotten

Von dort aus bin ich dann – mit einem kleinen Zwischenstopp zum Mittagessen – wieder zurück ins Hotel und verbrachte die nächsten 2 Stunden im Bett in meinem klimatisierten Zimmer. Ich war echt fix und fertig.

Gegen 17:00 Uhr bin ich dann nochmal zu einem Spaziergang an den Strand gefahren und habe anschließend an den Streetfoodständen an der Promenade noch einen Hühnchenspieß und eine Portion Wassermelone zu Abend gegessen. Nach dem späten Mittagessen hatte ich nicht mehr viel Hunger. Zurück im Hotel habe ich dann die Erlebnisse des letzten und des heuten Tages aufgeschrieben und bin dann völlig fertig um 21:30 Uhr ins Bett und schaltete auch den Wecker aus. Mal schauen, wie lange ich schlafen würde.

Blick vom Nopharat Thara Beach auf die vorgelagerten Inselchen, die bei Niedrigwasser zu Fuß erreichbar sind.
Blick vom Nopharat Thara Beach.
Abendstimmung am Nopharat Thara Beach

Tag 19 (Sa. 17.04.) – nicht viel Los

Um 9:30 Uhr wachte ich auf. Ok, es waren keine 12 Stunden Schlaf wie die Uhrzeit es suggeriert, da ich am Vorabend wegen meines Sonnenbrands nicht so schnell einschlafen konnte.

Der Tag begann mit einer kurzen Runde im Pool. Leider liegt der Pool des Krabi Herritage Hotels komplett in der Sonne, so dass ich (obwohl ich im T-Shirt schwamm) nicht so lange in der prallen Sonne bleiben wollte. Nach ca. 15 Minuten bin ich wieder zurück auf mein Zimmer und widmete mich der Bild- und Videobearbeitung. Ich dachte mir, wenn ich heute ruhig angehen lasse, dann habe ich morgen vielleicht wieder genug Power für eine erneute Kajaktour in dem Mangrovenwälgern von Thalane.

Ich verbrachte die nächsten Stunden in meinem klimatisierten Zimmer, was möglichweise mit ein Grund für die aufziehende Erkältung war. Die trockene Klimaanlagenluft ist ja nicht gerade förderlich für die Schleimhäute. Ich spürte schon leichte Halsschmerzen und ahnte nichts gutes.

Dennoch fuhr ich am späten Nachmittag in die Reinigung und gab einen Beutel Schmutzwäsche ab, gefolgt vom Mittagessen. Falls man das um 16:30 Uhr überhaupt noch so nennen kann.

Große Portion Pad Krapao

Dann fuhr ich ein weiteres Mal nach Krabi Stadt und verbrachte den Rest des Abends auf dem Nachtmarkt. Dort habe ich dann noch diese leckeren halben Kokosbällchen als Nachtisch gegessen und bei einem Passion Fruit Smoothie der Live Musik gelauscht währen ich mich über die neuesten Vorfälle in der Welt schlau gemacht habe.

Noch wärend ich dort so saß spürte ich, dass es mir gar nicht gut ging. Ich fühle mich total schlapp und mein Hals schmerzte immer mehr. Es war Zeit für den Heimweg und eine Neo Angin.

Im Hotel setzte ich mich nochmal für ein Stündchen an den Laptop und als mich dann plötzlich ein Schüttelfrostanfall befiel, wusste ich es ist Zeit um ins Bett zu gehen. Ich fror so sehr, dass ich mich bei geschätzt 25 Grad Raumtemperatur mit der dicken Bettdecke zudecken musste. Was allerdings dazu führte, dass ich kurz nachdem ich eingeschlafen war schon wieder schweißgebadet aufwachte. Kein gutes Zeichen,

Tag 20 (So. 18.04.) – Erkältung

Fruchtshake aus Orangen, Passionsfrucht und Mango. Pure Frucht, kein Eis.

Zum ersten mal wachte ich gegen 9:00 Uhr auf, blieb aber im Bett liegen und schlief mit Unterbrechungen bis 13:00 Uhr weiter. Scheinbar hatte ich es nötig. Von dort zog ich in die Badewanne um wo ich mich weiter ausruhte und entspannte. Danach setzte ich mich wieder an den Laptop um meinen Rückstand in Video- und Fotobearbeitung ein wenig aufzuholen. Diesmal ohne die Klimaanlage einzuschalten. Die Schweißperlen rannen nur so meinen Körper herunter, aber ich wollte nicht riskieren den Genesungsprozess aufzuhalten. Was die Halsschmerzen anging fühlte ich mich schon besser, doch langsam trat das Hungergefühl ein. Mittlerweile war schon 17:00 Uhr durch und ich hatte bisher nur ein kleines Bananentörtchen und einen Milchkaffe.

Ich machte mich also wieder auf den Weg zur Reinigung um meine Sachen abzuholen und etwas zu essen. Danach bin ich dann nochmal für einen Abendspaziergang an den Strand. Dort schaute ich auch nochmal bei dem Nachtmarkt vorbei, den ich schon die Woche zuvor besucht hatte. Es waren nur noch ca. die Hälfte der Stände besetzt. Ein trauriges Bild. Das ist wohl der Normalzustand in Covid-Zeiten. Die Vorwoche war eine Ausnahme wegen Songkran, da waren viele Thailänder aus dem Norden hier im Urlaub. Ich kaufte mir einen Smoothie aus Mango, Passionsfrucht und Orange als Vitaminbombe um meine Erkältung zu bekämpfen. Das erfreuliche war, dass es der pure Saft war und nicht wie üblich mit ⅔ Crushed-Eis gestreckt. Zurück im Hotel arbeitete ich weiter an meinen Bildern und dem Reisebericht von Koh Yao Noi. Ich hoffe ich kann ihn morgen veröffentlichen.

Tag 21 (Mo. 19.04.) – Rollertour

Ich fühlte mich schon wieder besser. Eine echte Erkältung war es wohl nicht. Die wäre nicht nach 2 Tagen schon wieder vorbei.

Dennoch war ich immer noch nicht fit und für keine körperlich anstrengenden Aktionen zu gebrauchen. Ich beschloss daher meinem Roller mal ein wenig Auslauf zu gönnen. Der möchte ja schließlich auch bewegt werden, damit er nicht einrostet.

Ich fand ein Naturschutzgebiet nördlich von Krabi in dem es auch den obligatorischen Wasserfall gab. Die Straßen dorthin sahen auch vielversprechend aus. Ich machte mich also auf dem Weg und genoss Kurve um Kurve und Palme um Palme. Als ich nach etwa einer Stunde ankam hing jedoch eine dunkle Regenwolke über dem Berg. Kein gutes Zeichen und ich drehte wieder um. Wollte nicht mitten im Wald wo es keine vernünftigen Unterstellmöglichkeiten gibt von einem Gewitter überrascht werden. Und ich hatte auch schon genug Wasserfälle in Thailand gesehen. Heute ging es mir ums Rollerfahren.

Tote Schlange am Straßenrand

Auf dem Weg zurück hielt ich an einer Suppenküche an der auch 2 Mädchen in Schuluniform etwas zum Mitnehmen bestellten. Die Ältere der beiden sprach gut Englisch und übersetzte für mich, da die Köchin ausschließlich Thailändisch sprach. Ich hatte eine leckere Nudelsuppe, diesmal mit Schweinefleisch und Fleischbällchen.

Straßenküche in Ban Thap Prik
Straßenküche in Ban Thap Prik
Leckere Schweinefleisch-Nudelsuppe, Ban Thap Prik

Zurück zum Hotel nahm ich noch einen größeren Umweg, so dass ich erst gegen 18:00 Uhr wieder zurück war. Den Abend lies ich ruhig im Hotel ausklingen. Am nächsten Tag wollte ich nach einen Kajakverleih in Ao Nang Ausschau halten um von dort zum Railay Beach zu paddeln.

Tag 22 (Di. 20.04.) – Kajaksuche

Heute vor 3 Wochen habe ich in Bangkok mein Quarantänehotel verlassen. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Ich begann den Morgen noch einmal mit einer Runde im Pool. Danach ging es weiter zum Strand an dem es laut Google Maps nur einen einzigen Kajakverleih gibt. Leider habe ich nicht gemerkt, dass dieser nicht mit dem Roller zu erreichen ist. Die letzten Meter musste man zu Fuß gehen über den sogenannten Monkey Trail. Was ich auf der Karte nicht sah, war dass der Fußweg über eine abenteuerlich und alles andere als vertrauenserweckend an den Felsen angebrachte Holzkonstruktion führte. Und steil war er auch noch. Ich machte ein paar Meter, aber dann wurde es mir zu viel und ich kehrte um. Selbst wenn ich es auf die andere Seite geschafft hätte, ich hätte ja auch wieder zurück kommen müssen. Ich war so schon total außer Atem und meine Knie haben gezittert. No chance.

Beginn der steilen Treppe zu einem potentiellen Kajakverleih. Monkey Trail, Ao Nang.
Blick vom Monkey Trail auf den Ao Nang Beach
Für mich zu steile Treppe zu einem potentiellen Kajakverleih. Monkey Trail, Ao Nang.

Am östlichen Ende des Ao Nang Beachs liegen einige tolle Ressorts und Beach Clubs an denen ich auf dem Rückweg zu meinem Roller vorbei ging. Schade, dass alles so gespenstig leer ist.

Jetzt musste ein neuer Plan her. Ich fragte bei diversen Tourvermittlern und Verkäufern von Bootstickets nach Kajaks, aber die Antwort war bei allen die gleiche. In Ao Nang gibt es keine Kajaks. Nur direkt am Railay Beach. Dort komme man aber nur mit dem Boot hin. Das kostet 200 Baht hin und zurück. Ok, ist jetzt nicht furchtbar teuer. Allerdings fährt das Boot erst los, wenn 8 Personen erreicht sind. Was normalerweise nur am Wochenende der Fall ist. Tja, das ist der Nachteil, wenn man mehr oder weniger der einzige Tourist hier ist. Die Alternative wäre noch ein privates Boot für 1200 Baht hin und zurück. Das ist mir aber zu teuer. Schließlich kommt da ja noch die Leihgebühr für das Kajak drauf.

Also führ ich noch ein wenig durch die Gegend. Diesmal nach Osten in eine touristisch weniger erschlossene Gegend zwischen Railey Beach und Krabi wo ich in einer Bucht ein „nettes“ Holzboot liegen sah und dann auch Mittag machte und auch noch einer Büffelherde begegnete. Es waren noch deutlich mehr Tiere als auf den Bildern, aber sie nahmen recht schnell Reißaus als ich anhielt und meine Kamera auspackte. Außerdem sah ich auch noch einen weiteren Waran, der sich wohl auf der Straße gesonnt hatte, aber als ich mit meinem Roller ankam, schnell die Flucht ergriff.

Ein bisschen Farbe drauf und er ist wieder flott. Kleine Bucht, nordöstlich vom Railay Beach.
Kleines Straßenrestaurant in Sai Thai.
Stir Fried Chicken mit Cashew Kernen.
Wasserbüffel, die leider etwas fotoscheu waren.
Wasserbüffel, die leider etwas fotoscheu waren.
Wasserbüffel abseits der Herde

Von dort machte mich dann auf den Weg zur Thalane Bucht, wo ich vor einigen Tagen schon einmal war. Dort kann ich ein Kajak für 700 Baht pro Tag leihen. Teuer aber noch ok. Da man die Mangrovenwälder aber nur bei Hochwasser befahren kann sollte ich am nächsten Tag schon um 08:00 Uhr morgens da sein. Seufz. Egal, die Bilder aus dem Prospekt waren vielversprechend und ich freute mich schon darauf.

Landschaft zwischen Ao Thalane und Ao Nang
Kautschukbaum

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher nach Krabi in den Stadtpark. Er war nicht spektakulär aber es war ganz lustig den Jungs beim Kicken zuzuschauen. Als die Mücken jedoch begannen mich aufzufressen trat ich den Rückzug an und gönnte mir noch eine Massage. Jetzt da der Sonnenbrand endlich abgeheilt war ging das ja wieder.

Zurück im Hotel ging ich bei Zeiten ins Bett und stellte den Wecker auf 06:55 Uhr. Oh Gott…

Tag 23 (Mi. 21.04.) – Ao Thalane, Kajaktour durch die Mangroven

Wie schon befürchtet riss mich der Wecker aus dem Tiefschlaf. Ich hatte das meiste schon am Abend vorher gepackt bzw. zurecht gelegt, so dass ich jetzt schnell frühstückte und mich dann auf den Weg machte. Um 08:03 Uhr kam ich an. Fast pünktlich.

Der Mann erklärte mir, dass das Wasser heute nicht besonders hoch sei und ich daher wahrscheinlich nicht die komplette Runde machen könnte. Ich solle einfach so lange in die Mangroven reinfahren bis es nicht mehr weitergeht und dann umdrehen. Gesagt getan. Ich stellte noch schnell das GPS Tracking auf meinem Handy ein, so dass ich auf jeden Fall den Weg zurück finden würde.

Kaum bin ich los gepaddelt stieß ich auch schon auf eine Sandbank. Ich steig aus und versuchte mir einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Allerdings konnte ich nicht erkennen, ob es besser wäre die Sandbank links oder recht zu umfahren. Also zog ich das Kajak kurzerhand die 20 Meter queer über den Sand und war wieder im Wasser.

Von hier ging es in den Canyon. Rechts und links von mir steil abfallende und teils überhängende Kalksteinfelsen. Es war traumhaft schön. Und außer ein paar Vögeln war nicht s zu hören. Ich paddelte weiter und weiter entlang der Küste, dann in den Canyon bis ich schließlich irgendwann in den Mangrovenwald kam. Es sieht schon irgendwie skurril aus, wenn die Bäume auf ihren eigenen Wurzeln wie auf Stelzen über dem Wasser schweben. Je tiefer ich in den Wald fuhr, desto enger wurden die Kanäle und desto flacher das Wasser. Ich fuhr ein paar Seitenarme ab, jeweils so lange bis ich nicht mehr weiterkam und irgendwann drehte ich um. Hier sah ich auch die ersten Affen, die allerdings so scheu waren, dass ich sie nicht vor die Linse meiner Kamera bekam.

Wieder an der Küste angekommen paddelte ich dicht an den Felsen entlang um den letzten Schatten zu erhaschen bis ich wieder auf ein Waldstück stieß. Kurz darauf gab es wider einen Kanal in die Mangroven hinein, den ich sofort austestete. Auch hier traf ich am Ende auf ein paar Affen, die etwas weniger scheu waren und ich sie daher mit meiner GoPro einfangen konnte. Ich hoffe man kann sie später auf dem Video auch erkennen.

Auch hier musste ich irgendwann wieder kehrt machen und zurück an der Küste fuhr ich weiter gen Nordosten den Fjord hinein. Ein weiterer Abstecher in die Mangroven und ein weiteres Mal wieder zurück. Ich hielt auf die Insel Koh Ha zu, die ich allerdings erst später am Laptop auf der Karte als solche erkannt hatte. Vom Kajak sah es so aus, als wären dass lediglich ein paar Schilfgräser im Wasser. Kurz vor der Insel machte ich meinen Letzten Abstecher in die Mangroven. Diesmal allerdings um der brennenden Sonne zu entfliehen und in der Hoffnung, dass der Wind, der in der Zwischenzeit aufgezogen ist, vielleicht ein wenig abflauen würde. Der Rückweg ging nämlich komplett gegen besagten Wind.

Ich hatte Glück. Auch wenn mein Abstecher nicht sonderlich lang war, da es schon recht schnell so flach wurde, dass ich zum Umdrehen gezwungen war, genügte die Zeit, damit sich der Wind etwas beruhigte und sich ein paar Wolken vor die Sonne schieben konnte. Somit war der Weg zurück zum Kajakverleih ganz gut machbar. Allerdings meldete sich schon seit geraumer Zeit mein Magen zu Wort. Ich hatte ja schließlich seit 7 Uhr nichts mehr gegessen.

Skurriler Baum umringt von Mangroven
Skurriler Baum umringt von Mangroven

Ich gab das Kajak zurück und beendete meine GPS Aufzeichnung. Insgesamt war ich 5:24 Stunden und 12 Kilometer unterwegs, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit 2,22 km/h entspricht. Gutes Tempo zum Genießen. 😉

Rochen am Fischstand auf einem Markt in Khao Thong.
Lebendige Krebse am Fischstand auf einem Markt in Khao Thong.

Auf dem Rückweg hielt ich noch an einem Markt und kaufte mir etwas Essen. Dabei machte ich jedoch 2 Fehler. 1. War ich so hungrig, dass ich mal wieder viel mehr kaufte als nötig. An einem chinesischen Stand ein paar kleine Dumplings und 4 Frühlingsrollen zum Mitnehmen sowie einen Hühnchenspieß für den ersten Hunger. Dann kam ich noch an ein paar lecker aussehenden Töpfen vorbei und die Dame dahinter pries mir ihr Massaman Curry an, das angeblich auch gar nicht scharf sei. Ich bestellte eine Portion, bis mir auffiel, dass man hier gar nicht direkt Essen kann sondern alle Gerichte nur zum Mitnehmen sind. Das Curry samt einer kompletten Hähnchenschenkels landete also in einem Plastikbeutel, den sie mir in die Hand drückte. Allerdings hatte sie keinen Reis dazu. Auf dem Weg nach Hause über legte ich mir, wie ich das Essen sollte und wo ich ggf. noch etwas Reis bekommen könnte. Just in dem Moment sah ich eine weitere Straßenküche mit einigen dieser Plastiktüten To Go. Ich fragte, ob sie auch weißen Reis hätten. Ja, hatten sie. Da es mir aber irgendwie zu blöd war lediglich eine Portion weißen Reis zu bestellen, nahm ich noch eine Kokosmilchsuppe dazu. Jetzt war aber genug. Wann sollte ich das alles Essen? Und dann was ja immer noch das Problem, woraus sollte ich das Essen? Da fiel mir ein, dass ich eine Frischhaltedose dabei hatte. Eigentlich um meinen Geldbeutel und mein Handy während der Kajaktour wasserdicht zu verstauen, aber den konnte ich ja auch als Suppenteller verwenden. Das fehlende Besteck kaufte ich mir dann in einem 7/11. Eine Gabel und einen Löffel für 29 Baht (ca. 0,85€).

Zurück im Hotel aß ich erst mal die Frühlingsrollen und die Dumplings und wie erwartet war ich dann schon satt. Also setzte ich mich an meinen Laptop, schrieb die Ereignisse der letzten Tage auf und lies die Suppe und das Curry erst mal stehen. Die müssen dann später zum Abendessen herhalten, auch wenn sie dann schon kalt sind.

Ich lies mir nochmal ein Bad ein, wer weiß wann ich wieder ein Hotel mit Wanne habe…

Als ich aus der Wanne stieg war es schon 19:00 Uhr und ich hatte keine Lust mehr nochmal vor die Tür zu gehen. Zu Essen hatte ich ja noch. Also wagte ich das Experiment. Lau-kaltes Massaman Curry. Natürlich war es nicht nur „ein bisschen“ scharf, sondern „viel zu“ scharf. Daher aß ich den Hähnchenschenkel mit den Kartoffeln und etwas von dem Reis mit homöopathischen Dosen der Soße. So war es ganz lecker. Auch die Suppe war auf Zimmertemperatur abgekühlt immer noch erstaunlich gut.

Chicken Massaman To Go. Im hotel in meinr Frischhaltedose gegessen mit Besteck aus dem 7/11.