Du betrachtest gerade Andhra Pradesh, Puducherry und Bangalore – Indiens Südosten

Zwischenstopp in Tirupati

Datum14.01.2026 – Tag 94
StartMarkapur
ZielTirupati
gefahrene Kilometer330 km
Kilometerstand54955 km

Mein Tag begann um 8:00 Uhr. Ich frühstückte ein Ei im Teigmantel und 4 Mini-Samosas, die ich mir gestern Abend noch gekauft hatte.

Kurz nach 9 ging es dann los.

Die Fahrt war langweilig und ereignislos. Mittags aß ich ein leckeres Cashew Curry, leider mit Chapati, da es keinen Reis gab. Auf dem Parkplatz des Restaurants sprach mich eine Frau an und meinte in Tirupati gäbe es einen Tempel, den ich unbedingt besuchen müsste. Sie gab mir sogar einen Klumpen einer Süßigkeit mit, die ich dort im Tempel spenden sollte. Ob ich den Tempel noch besuchen könnte, hing aber davon ab, wie lange meine Hotelsuche heute dauern würde.

Gegen 15:30 Uhr erreichte ich das erste Hotel in Tirupati, doch es hatte ein sehr hartes Bett. Genauso das 2., das zusätzlich auch kein Internet auf dem Zimmer hatte.

Auf dem Weg zum dritten Hotel verfuhr ich mich und kam in einen anderen Teil der Stadt. Dort fand ich auch noch 2 Hotels, die von außen gut aussahen, doch sie hatten keinen Parkplatz.

Ich fuhr wieder zurück ins Zentrum, doch auch die nächsten beiden hatten keinen Parkplatz, bzw. nur einen draußen vor dem Hotel an der Straße. Das war mir zu unsicher.

Hotel Nr. 7 hat mir dann zugesagt. Das Bett war ganz ok, und es gab ein Parkdeck im Erdgeschoss wo ich das Motorrad so parken konnte, dass man es von der Straße aus nicht sehen konnte. Für 1600 Rupien ganz ok.

Bis ich alles ausgepackt und mein Zimmer bezogen hatte, war es allerdings schon kurz vor 5. Von hier hätte ich eine ganze Stunde zu dem etwas außerhalb gelegenen Tempel gebraucht. Und somit hätte ich den kompletten Rückweg im Dunkeln fahren müssen. Das kam nicht in Frage. Es tat mir leid um die Süßigkeit. Falls sie schmecken würde, würde ich morgen etwas davon zum Frühstück essen und den Rest dem Hotelpersonal geben.

Zum Essen ging ich zur Hauptstraße und fand ein Restaurant mit gut aussehendem Fisch in der Auslage. Ich fragte, ob ich den Fisch mit Reis bekommen könnte, Ich bekam dann ein Menü bestehend aus Chicken Biryani, dem gebratenen Fisch und einem Stück Kuchen in Vanillepudding als Nachtisch. Der Fisch war super lecker, das Biryani ordentlich scharf, obwohl mir der Kellner versicherte es sei überhaupt nicht scharf. Tja, indisches „nicht scharf“ halt.

Als ich zurück kam war eine der Damen vom Hotel gerade dabei ein Gemälde vor der Einfahrt fertigzustellen. Ich fragte, was der Anlass sei. Die nächsten 4 Tage ist ein Festival namens Pongal.

Das erklärte dann auch, weshalb die Hotelpreise in Pondicherry so hoch waren als ich heute nochmal nachschaute. Deutlich höher als noch vor ein paar Tagen, als ich mit ein paar Hotels raussuchte. Tja, da musste ich jetzt wohl durch.

Kurze Zusammenfassung von der Google KI zu Pongal:

Pongal ist ein wichtiges, viertägiges Erntefest in Südindien, besonders in Tamil Nadu, das Dankbarkeit gegenüber dem Sonnengott Surya und Mutter Natur für eine reiche Ernte ausdrückt. Es findet Mitte Januar statt und markiert den Beginn des tamilischen Monats Thai. Die Feierlichkeiten beinhalten das Kochen eines speziellen Reisgerichts namens Pongal, das Verzieren von Häusern mit Kolams (Reismehlzeichnungen) und das Ehren von Rindern, oft mit Stierkämpfen wie Jallikattu. 

Furchtbare Begegnung auf der Straße 

Datum15.01.2026 – Tag 95
StartTirupati
ZielPondicherry
gefahrene Kilometer261 km
Kilometerstand55206 km

Ich stand wieder Recht früh auf (8:15 Uhr) und schaffte es gegen 9:00 Uhr los zu fahren.

Die Fahrt war erneut ziemlich langweilig, mit Ausnahme von einer interessanten Felsformationen, die sich auf einem Hügel erhob. Anfangs sah ich sie nur schemenhaft im Dunst, doch als die Straße näher vorbei führte, konnte ich sie gut erkennen.

Nach einer Stunde hielt ich an und aß ein abgepacktes Schokocroissant und etwas später stoppte ich nochmal für 2 Samosas.

Nun wollte ich nur noch schnell durchkommen, doch dann spürte ich eine Unruhe im Motorrad und hörte gleichzeitig wie jemand auf meine Koffer schlug. Es war mal wieder so ein irrer Inder, der während der Fahrt keinerlei Abstand hielt und mich anhalten wollte, entweder für ein Foto oder nur für ein paar neugierige Fragen. Ich habe die Schnauze mittlerweile so voll, dass ich einfach beschleunigte und ihn ignorierte. Doch er ließ nicht locker, schloss auf und fuchtelte wild mit den Händen. Ich machte ein paar Handbewegungen um ihm klar zu machen, dass ich nicht interessiert wäre und beschleunigte erneut. Ob es es jetzt verstanden hätte?

Natürlich nicht. Beim 3. Versuch kochte ich innerlich und zeigte ihm den Mittelfinger in der Hoffnung, dass er jetzt verstehen würde, dass ich kein Interesse hätte anzuhalten. Doch das machte die Sache nur schlimmer. Als ich in der nächsten Ortschaft etwas langsamer wurde, setzte er sich vor mich, bremste mich aus und stieg ab. Als ich an ihm vorbei fahren wollte, stieß er einfach mein Motorrad um.

Ich schrie um Hilfe, winkte den nächsten Motorradfahrer heran und bat ihn mir zu helfen, mein Motorrad wieder aufzuheben. Der Irre versuchte ihn zwar zu bequatschen es nicht zu tun, doch der helfende Motorradfahrer hat entweder gesehen was passiert ist oder hatte ein Gespür dafür, dass ich hier das Opfer war.

Jedenfalls half er mir mein Motorrad aufzuheben und dann diskutierte er mit dem Idioten. Ich nutzte die Gelegenheit und fuhr schnell davon.

Eins ist mal sicher. Nach Indien werde ich nicht wieder zurück kommen.

So aufdringliche und egoistische Menschen habe ich noch in keinem anderen Land erlebt. Und ich habe mittlerweile schon über 40 Länder bereist. Inkl. Ägypten, Tunesien und Marokko von denen man ja sagt, dass die  Menschen dort aufdringlich seien. Aber das ist alles nichts gegen Inder.

Gegen 14:00 Uhr erreichte ich Pondicherry und steuerte das erste Hotel an. Schön, aber zu hartes Bett. Gleiches galt für Nummer 2.

Nummer 3 wäre notfalls akzeptabel gewesen, hat mir aber auch nicht so richtig gefallen. Auch wenn es mit 1800 Rupien pro Nacht verhältnismäßig günstig war, dafür dass gerade Feiertage sind.

Nr. 4 und Nr. 5 sahan gut aus, waren aber ausgebucht. Auch das ist wieder so etwas was ich an den Indern hasse. Wieso können sie die Buchungsseiten im Internet nicht updaten? Auf Google Maps bzw. Agoda waren in beiden Hotels noch Zimmer zu haben. Hätte ich dort online gebucht, hätte ich dann vor einem ausgebuchten Hotel gestanden und hätte mich darum kümmern müssen, mein Geld wieder zurück zu bekommen. Und das war nicht das erste Mal.

Naja, Hotel Nr. 6 ist es dann endlich geworden. Um 16:45 Uhr hatte ich ausgepackt, geduscht und nach einer Rolle Klopapier gefragt. Jetzt konnte mich dann endlich auf den Weg machen, die Stadt und ihr französisches Flair zu erkunden.

Gechillter Tag in Pondicherry

Datum16.01.2026 – Tag 96
StartPondicherry
ZielPondicherry
gefahrene Kilometer0 km
Kilometerstand55206 km

Trotz einer Stechmücke im Zimmer, die mich am Abend ein paar mal gestochen hatte, hatte ich eine gute Nacht und schlief bis 10:00 Uhr. Endlich konnte ich mal ausschlafen.

Ich machte mich langsam fertig und bummelte in Richtung Strand. Ohne konkretes Ziel schlenderte ich durch die Gassen auf der Suche nach ein paar Wandgemälden, die ich in Videos im Internet gesehen hatte. Leider fand ich keine.

Zum Frühstück kaufte ich mir im Bakersteet, einer französischen Bäckerei, ein mit Spinat und Feta belegtes Baguette und ein Schokocroissant. Damit setzte ich mich unter einen Baum an der Strandpromenade. Leider wurde ich von einem penetranten Bettler belästigt, der kein Nein verstehen wollte und wenn ich ihn ignorierte, hat er mich immer wieder angestupst. Mit blieb nichts anderes übrig als weiter zu ziehen.

Ich schlenderte noch ein wenig durch die Gassen bis es mir zu heiß wurde. Gegen 14:00 Uhr ging ich zurück in mein Hotel für eine kurze Siesta. 

Dort nutzte ich auch die Gelegenheit und wusch nochmal meinen Luftfilter aus. Er war extrem verdreckt. Und da ich leider kein Shampoo mehr hatte, musste ich ihn mit Seife auswaschen. Die war allerdings nicht so wirkungsvoll, weshalb er auch nicht ganz so sauber wurde wie beim letzten Mal. Dennoch besser als nichts. Der gröbste Dreck war raus. Jetzt muss er eine Nacht trocknen und morgen werde ich ihn ölen und wieder einsetzen.

Anschließend machte ich mich wieder auf den Weg zum Strand. Am späten Nachmittag war die Hitze deutlich erträglicher. Ich bewunderte ein paar weitere Kolams (Straßengemälde zu Pongal) und machte dann noch einen Abstecher in den Park.

Von dort ging ich wieder zum Strand und schlenderte die Promenade bis zum südlichen Ende, inklusive Kaffeepause im „Le Café“. In der Eisdiele GMT gönnte ich mir ein sehr gutes italienisches Eis und anschließend fand ich ein tolles Restaurant in dem ich eine Lasagne mit Rindfleisch bestellte. Super lecker und eine tolle Abwechslung zum indischen Essen.

Nach dem Essen ging ich wieder durch die Gassen des französischen Viertels in Richtung meines Hotel und genoss die Abendstimmung. Im Dunkeln fällt der Dreck und Müll viel weniger auf.

Enttäuschender Nachmittag

Datum17.01.2026 – Tag 97
StartPondicherry
ZielPondicherry
gefahrene Kilometer23 km
Kilometerstand55229 km

So gut die gestrige Nacht war, so schlecht war die heutige.

Zuerst konnte ich einfach nicht einschlafen. Dann klopften um 2:30 Uhr irgendwelche Kinder an meine Tür und schauten mich an als wäre ich ein Außerirdischer als ich öffnete. 

Um 3:00 Uhr bekam ich mal wieder einen stark juckenden Mückenstich. Keine Ahnung wann ich letztlich eingeschlafen bin, doch am Morgen war so viel Krach im Hotel, dass ich um 9:30 Uhr aufstand.

Nun war es an der Zeit den gestern gesäuberten Luftfilter zu ölen und wieder einzusetzen. 

Als ich damit fertig war ging ich wieder in Richtung Strand. Auf dem Weg dorthin ließ ich mir noch die Haare schneiden und dann kaufte ich mir ein Thunfisch Baguette im Cafe Bakersteet und setzte mich damit an die Strandpromenade.

Mittlerweile war es schon 12:00 Uhr.

Ich ging weiter bis zum Ende der Strandpromenade und holte mir ein Eis in der gleichen Eisdiele wie gestern. Die salzige Meeresluft und das wirklich gute Eis erinnerten mich an meine Urlaube in Italien in meiner Kindheit.

Nun ging ich zurück ins Hotel, ruhte mich noch eine halbe Stunde aus und fuhr dann zu der archäologischen Stätte Arikamedu. Die fand ich allerdings sehr enttäuschend. Ein paar Backsteinmauern, die nicht unbedingt so aussahen als wären sie 2000 Jahre alt und keinerlei Infotafeln. Dazu wie immer eine Menge Müll. Also dafür, dass Indien beantragt hat diese Stätte als Weltkulturerbe von der UNESCO betiteln zu lassen, ist sie in einem eher erbärmlichen Zustand.

Dazu kam, dass gerade eine Horde von Menschen am Ufer ankamen, die die Stätte im Rahmen der Bootsfahrt besichtigt haben. Das ließ mir die Laune an einer Bootstour vergehen.

Ganz in der Nähe lag aber der Eden Beach, der in einem YouTube Video empfohlen wurde. Ich dachte mir, den zu Besuchen wäre vielleicht die bessere Option als eine Bootsfahrt. Doch auch das war ein Reinfall. Schon die Fahrt dorthin war eine Qual, weil die Straßen total verstopft waren. Und der Strand selbst war ebenfalls total überfüllt. Abgesehen von dem abgesperrten Bereich. Da sich ein paar Inder dort aufhielten, dachte ich könnte dort auch in Ruhe ein paar Schritte spazieren, doch ich würde sofort von einem Uniformierten zurück geschickt.

Die Menschenmassen waren überhaupt nicht mein Fall, also fuhr ich wieder zurück nach Pondicherry. Dort ging ich dann in das „The Spot“ Restaurant essen, in dem ich schon gestern Abend war. Heute probierte ich mal einen Burger mit Rindfleisch. Er war zwar ganz gut, aber nicht so gut wie Lasagne gestern. Und da ich auch nicht wirklich satt war, bestellte ich mir noch eine Portion Lasagne hinterher. Was soll’s. Das hat zumindest meine Laune wieder ein wenig gehoben.

Morgen geht’s dann wieder weiter. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich im einem Tag nach Bangalore fahren, oder mir 2 Tage Zeit lassen soll. In 2 Tagen könnte ich ein paar kleinere und möglicherweise schönere Strecken fahren. Wenn ich es in einem Tag fahre, hätte ich etwas mehr Zeit mich auf die Rundreise vorzubereiten. Ich muss dafür noch eine Reisetasche kaufen, meine Klamotten umpacken und ggf. noch ein oder zwei langärmlige Hemden kaufen.

Überschrift

Datum18.01.2026 – Tag 98
StartPondicherry
ZielSalem
gefahrene Kilometer287 km
Kilometerstand55516 km

Nach einer weiteren nicht so guten Nacht stand ich um 8:0 Uhr auf. Als ich mein Motorrad packte kam ich auf die Idee meinen Reifendruck zu prüfen. Ich hatte schon seit ein paar Tagen ein etwas schwammiges Fahrgefühl in bestimmten Situationen. Während der Fahrt dachte ich immer, das läge wohl an den schlechten Straßen, doch als ich heute morgen nachschaute, hatte ich vorne wie hinten 0,6 bar zu wenig. So kam seit Nepal mal wieder meine elektrische Luftpumpe zum Einsatz.

Um 9:00 Uhr ging es dann los. Der Verkehr in Pondicherry war wie immer nervig, doch als ich die Schnellstraße erreichte wurde es entspannter. 

Gegen 10:00 Uhr hielt ich an einem Restaurant und aß ein Puri Bhaji zum Frühstück. Das war das erste Mal, dass mir das Essen auf einem Bananenblatt serviert wurde. Das ist typisch für Südindien.



Eine Stunde später überkam mich die Müdigkeit und und ich hielt an um einen Kaffee zu trinken. Das endlose Geradeausfahren ist nicht nur langweilig sondern auch ermüdend.
Ich freute mich schon auf den bergigen Abschnitt am Ende meiner Tagesetappe. Kurz vor Salem sollte es ein paar vielversprechende Serpentinen geben.

Um 12:18 Uhr erreichte ich dann endlich die Berge und wurde sogar von einem entsprechenden Schild willkommen geheißen. Ab hier wurden die Strecke richtig schön. Leider zog sie sich auch hin, so dass meine erwartete Ankunftszeit kurz von 17:00 Uhr war. Deshalb hielt ich kaum an um Fotos zu machen.



An einem Aussichtspunkt machte ich dann doch einen kurzen Stopp um zumindest ein schnelles Foto vom Motorrad zu machen. Absteigen wollte ich nicht. Mit wären zu viele Leute hier und ich hatte Angst ich müsste wieder unzählige Fotos mit ihnen machen. Dafür hatte ich heute keine Zeit.


Gegen halb 2 machte ich dann nochmal eine kurze Pause. Hier war ich alleine. Ich stieg ab, vertrat mir die Füße ein wenig und aß ein Päckchen Bananenchips, die ich mir heute morgen in dem Frühstücksrestaurant gekauft hatte.


Ab hier genoss ich nur noch die Kurven und fuhr ohne weiteren Stopp bis Salem.
Zu meinem Glück hatte direkt das erste Hotel, das ich ansteuerte, ein sehr bequemes Bett und einen Parkplatz. Dass das Zimmer dazu noch ziemlich groß und die Dusche im Bad sogar abgetrennt war, war ein netter Bonus. Ebenso, dass der Preis übers Internet lediglich 15€ betrug. 

Da ich Hunger hatte, ging ich sofort in eine nahegelegenes Restaurant zum Essen. Doch man sagte mir, dass es nur Snacks gäbe und die Küche erst im 19:00 Uhr öffnete. Es gefiel mir aber so gut, dass ich zurück ins Hotel ging und am Laptop Bilder bearbeitete bis es 19:00 Uhr war.

Nun ging ich zurück und bestellte mir eine Kadai Paneer. Auf die Frage, ob sie es nicht so scharf machen könnten, meinte der Kellner nur, dass es scharf sein und ich lieber ein Paneer Makhanwala nehmen sollte. Das sei nicht so scharf. Also nahm ich das, zusammen mit Cheese Garlic Naan und einem Lassi. Ich hätte lieber Reis dazu genommen, doch sie könnten oder wollten keine halbe Portion machen. Und 200 Rupien für Beilagenreis wollte ich nicht ausgeben. Zumal ich die Hälfte davon wieder stehen gelassen hätte.

Fahrt durch ein schönes Schutzgebiet

Datum19.01.2026 – Tag 99
StartSalem
ZielBangalore
gefahrene Kilometer226 km
Kilometerstand55742 km

Heute lag wieder eine reine Fahretappe vor mir.

Ich kam gegen 9:00 Uhr los. Eigentlich wollte ich in dem Restaurant, in dem ich gestern zu Abend gegessen hatte, heute frühstücken, doch es hatte am Morgen noch geschlossen.

Also fuhr ich weiter und kam ein paar Blocks später an einem geöffneten Straßenrestaurant vorbei, an dem ich dann ein Puri Bhaji aß.

Nun ging es auf einem kleinen Umweg nach Bangalore. Nachdem ich den Einzugsbereich von Salem verlassen hatte, wurde die Landschaft wieder schön und irgendwann musste ich sogar 20 Rupien Eintritt bezahlen. Ich fuhr wohl durch irgendein Schutzgebiet. Ich sah öfter Schilder mit der Aufschrift „Wildlife Sanctuary“. Außerdem standen am Straßenrand auch Schilder, die vor Elefanten und Krokodilen warnten. Das hielt die Einheimischen dennoch nicht davon ab, sich am Fluss aufzuhalten.

An einer schönen Stelle am Fluss hielt ich auch mal an, um ein paar Fotos zu machen.

Etwas später kam ich durch einen kleinen Ort, in dem ich einen Streetfood-Stand mit ein paar interessant aussehenden Bällchen sah. Ich hielt an und ließ mir einfach einen gemischten Teller mit 3 verschiedenen Teigbällchen geben. Dazu gab es ein leckeres Chutney, das nicht zu scharf war. Ein super Snack zu Mittag.

Auf meinem weiteren Weg sah ich immer wieder Kühe mit Hörnern, die ein wenig an die einer Antilope erinnerten.

In Bangalore angekommen steuerte ich das erste Hotel an, das ich auf meiner Liste hatte. Doch das war noch im Bau.

Auf dem Weg zum 2. sah ich zufällig aus dem Augenwinkel das Hotel Sky Blue Suites. Es lag sehr nah an der Metro Station und hatte eine große Tiefgarage.

Das Bett war nicht sonderlich bequem, aber nachdem der Mann an der Rezeption meinte, ich könne mein Motorrad hier 14 Tage stehen lassen während ich in Delhi bin, war die Entscheidung gefallen. Das war wesentlich praktischer, als mein Motorrad bei einem Freund von Veronica, der Argentinierin, die ich in Nepal traf, abzustellen.

Anschließend ging ich noch zu einem Einkaufszentrum in der Nähe um nach einer billigen Reisetasche zu schauen. Doch dort gab es lediglich teure Markengeschäfte. Das war aber kein Problem. Ich hatte morgen ja noch einen Tag zum Suchen und notfalls würde es auch einen Lieferservice geben mit dem ich mir eine Tasche innerhalb von 15 Minuten zum Hotel schicken lassen könnte. Das hat mir der Typ an der Rezeption gezeigt. Allerdings würde ich mir die Tasche lieber vorher ansehen, um die Größe und die Qualität abschätzen zu können.

Da ich schon mal in der Mall war, ging ich hier im Food Court essen. Ich nahm mir eine gemischte Platte mit einem sehr leckeren und milden Dal, mit einem scharfen Paneer Curry und einem sehr schrfen Chole. Dazu Reis, Rotu, ein knuspriges Brot und ein Mango Lassi

Abgesehen von der Schärfe, war alles sehr lecker. 

Auch wenn ich nur 12 Minuten zu Fuß hatte, nahm ich für eine Station zurück zu meinem Hotel die Metro. Ich wollte schon mal sehen wie das hier funktioniert, da ich morgen mit der Metro zum Ashram von Veronica fahren will.

Hundert Tage unterwegs

Datum20.01.2026 – Tag 100
StartBangalore
ZielBangalore
gefahrene Kilometer0 km
Kilometerstand55742 km

Heute war Tag 100 meiner Reise und es war ein guter.

Ich stand um 9:00 Uhr auf. Die Nacht war nicht die beste. Ich duschte, frühstückte ein Snickers und sortierte mein Gepäck um, in Sachen, die ich auf die Busreise mitnehmen und Sachen, die ich im Motorrad zurück lassen würde. Kurz vor 10 ging ich dann zur Metro.

Nach 10 Minuten Fahrt erreichte ich die Endstation. Von hier nahm ich mir ein Uber Tuk Tuk zum „Art of Living International“ Ashram.

Dort traf ich mich mit Veronica, die dort in einem Reisebüro arbeitet. Wir unterhielten uns ein wenig und dann machte ich eine Tour durch das Ashram, zu der mich Veronica netterweise angemeldet hatte.

Wir fuhren mit einer kleinen Gruppe in einem Elektrobuggy über das Gelände. Es war sehr schön angelegt, gut organisiert und sehr sauber. Hier leben ca. 2000 Menschen.

Wir besichtigten eine Art Schrein mit Steinen – Shivlinga, die auf „unerklärliche“ Weise magnetisch sind und die weder von der Erde noch aus dem Weltraum kommen und somit göttlich sein mussten. Das war mir etwas suspekt und ich hatte auch nicht alles verstanden, da die Dame, die die Führung machte, immer zwischen Englisch und Hindi wechselte.

Ich werde das später in Internet nochmal genauer recherchieren müssen.

Dann kamen wir an einem Pferdestall vorbei und besuchten einen Kuhstall

Im Ashram gibt es ca. 1600 Kühe – 19 verschiedene einheimische Rassen. Durch die Schilder an den Gehegen erfuhr ich, dass die Kuhreasse mit den Antilopenhörnern Khillari heißt.

Alle indischen Kuhrassen haben Höcken auf dem Rücken. Angeblich sorgen sie durch Absorption der Sonnenstrahlen für sehr Nährstoffreiche Milch.

Es gibt wohl auch noch 2 Elefanten, die wir allerdings nicht gesehen haben.

Wir stoppten an einem Milch-Cafe in dem es verschiedene Milchprodukte gab. Ich aß eine Portion kleiner Klößchen in süßer Soße.

Im Ashram werden auch 1400 Schüler kostenlos unterrichtet inkl. Bücher und Schulmaterialien. 

Die Führung endete mit einer 10 Minütigen Meditation.

Ich muss gestehen, so interessant das alles war, es kam mir doch irgendwie ein wenig vor wie in einer Sekte. Überall hingen die Bilder des Gurus Sri Sri Ravi Shankar so wie in Kuba die Bilder von Castro. 

Nach der Führung ging ich mit Veronica Essen. Wir hatten ein leckeres Kadai Paneer und Palak Paneer mit speziellem glutenfreien Roti, das etwas weicher war als das normale. Super lecker. Wir haben so viel gequatscht, dass ich total vergessen habe, das Essen zu fotografieren. Veronicas spanischer Akzent liegt mir viel besser als der Akzent der Inder. Selbst nach 100 Tagen habe ich immer noch Schwierigkeiten sie zu verstehen.

Nach dem Essen zeigte mir Veronica noch das lotusförmige Hauptgebäude des Ashrams. Sehr beeindruckend.

Die Zeit verging wie im Flug. Gegen 15:30 Uhr verabschiedeten wir uns und ich nahm ein Uber zurück zur Metro.

Von dort fuhr ich in die Stadt zu einer Gegend mit Straßenmakt und vielen Geschäften, die Veronica mir empfohlen hatte, um eine Reisetasche zu kaufen.

Das Uber kam schon nach 2 Minuten und die Fahrt mit der Metro war auch super schnell und angenehm. Sowohl die Metro hier als auch in Mumbai sind deutlich besser als die S-Bahn in Frankfurt.

Auf dem Weg von der Metro zu dem Markt, kam ich an 2 Tempeln vorbei, die mir Veronica empfohlen hatte. Der Ganesha Tempelnwar in meinem Augen nichts besonderes, aber der Jain Tempel mit den vielen Marmorschnitzereien hat mir sehr gut gefallen. Da Rucksäcke im Inneren verboten waren, habe ich ihn lediglich von außen angeschaut.

Am Markt fand ich ziemlich schnell ein Geschäft, in dem ich mir für 650 Rupien eine Reisetasche gekauft habe. Jetzt war ich bereit für den Flug nach Delhi.

Ich schlenderte noch ein wenig durch die Marktstraßen und aß eine Portion Momos bevor ich die Metro zurück zu meinem Hotel nahm.

Jetzt musste ich nur noch packen uns war bereit für die 14-tägige Busrundreise..

Flug nach Delhi

Datum21.01.2026 – Tag 101
StartBangalore
ZielDelhi
gefahrene Kilometer0 km
Kilometerstand55742 km

Der Wecker klingelte um 9:30 Uhr. Ich wurde nachts mal wieder häufig von juckenden Mückenstichen geweckt und war dementsprechend nicht wirklich fit. Zum Frühstück gab es eine Packung Schokokekse. Ich packte meine letzten Sachen und checkte aus.

Dann begann die Odyssee zum Flughafen.

Zuerst nahm ich mir ein Tuk Tuk für 30 Rupien zur Metro Station. Es waren zwar nur 150 Meter aber ich hatte keine Lust meine schwere Reisetasche zu schleppen.

Von hier fuhr ich mit der Metro eine gute halbe Stunde durch den größten Teil der Stadt bis zur Station Goraguntepalya. Was für ein Zungenbrecher.

Ab hier ging es dann mit einem Uber zum Flughafen. Für die 34 Kilometer veranschlagte Google eine Stunde. Dann würde ich 1¾ Stunden vor Abflug dort ankommen. Das sollte für einen Inlandsflug reichen.

Die Fahrt war etwas nervig, da der Fahrer die ganze Zeit telefonierte.

Glücklicherweise kam ich pünktlich am Flughafen an. Mein Gepäck lag mit 13 kg knapp unter der Freigrenze von 15 kg. Der Flughafen in Bengaluru ist der schönste den ich bisher gesehen habe. Sehr schön eingerichtet mit viel Grün, das sogar an der Decke hängt.

Bei der Sicherheitskontrolle zeigte sich dann, dass ich beim Packen mal wieder gepennt hatte. Ich hatte mein Obstmesser im Kulturbeutel, den ich im Handgepäck hatte. Das wurde bei der Kontrolle natürlich konfisziert. 

Anschließend aß ich noch ein mit über 5 € ziemlich teures italienisches Sandwich und ging dann zum Gate. 

Dort wurde eine 20 minütige Verspätung bekannt gegeben. 

Beim Boarding sah ich, dass ich in einer 787-8 Dreamliner fliegen würde und war überrascht, dass ein solch großes Flugzeug auf Inlandsflügen zum Einsatz kommt. Scheinbar ist das Passagieraufkommen zwischen Bangalore und Delhi so groß, dass so ein großes Flugzeug nötig ist.

Mit 45 Minuten Verspätung starteten wir dann endlich. Etwas nervig war die Katze hinter mir, die permanent und lautstarke ihren Unmut kund tat.

Ansonsten verlief der Flug reibungslos und wir landeten gegen 17:45 Uhr in Delhi. Ich musste nicht lange auf meinen Koffer warten, doch dann ging ich zu einem Airtel Stand um eine SIM Karte für meine Eltern kaufen was nochmal 45 Minuten dauerte.

Nun kaufte ich mir noch 2 Sandwiches und rief mir ein Uber. Dafür gab es einen Parkplatz wo alle Uber ankamen. Dort wartete ich weitere 20 Minuten bis es endlich kam und dann dauerte die Fahrt ins Hotel nochmal 1 Stunde 20 Minuten.

Gegen 21:00 Uhr erreichte ich das Hotel Meridian Plaza wo morgen früh, die Berge und Meer Reisegruppe mit meinen Eltern aus Deutschland eintreffen sollte. Ich gig zur Rezeption, sagte dem Mann dort, dass ich zu der Gruppe gehören würde, aber schon früher angereist sei, da ich aus Bangalore und nicht aus Deutschland käme. Er schaute auf seiner Liste nach und ich durfte mein Zimmer beziehen, ohne die extra Nacht bezahlen zu müssen. Das war eine nette Überraschung.