Du betrachtest gerade Ecuador – Cuenca und der Süden

Super chillige Grenze und 2 große Schreckmomente

Datum29.01.2025
StartJaen
ZielZumba
gefahrene Kilometer189 km
Kilometerstand36140 km

Seit längerem hatte ich mal wieder ein Hotel mit Frühstück. Dort schlug ich gegen 8:30 Uhr auf und bekam das typische peruanische Hotelfrühstück. 2 Brötchen mit etwas Butter und Marmelade, dazu Kaffee und einen Papaya-Saft. Und diesmal sogar ein Rührei. 🙂

Ich packte in Ruhe und fuhr dann zu einem Motorradladen um eine neue Dose Kettenspray zu kaufen. Meine habe ich gestern Abend leer gemacht.

Und da ich noch zu viele Soles hatte und es mich total nervt, dass ich meine Regenhose nicht über die Motorradstiefel anziehen kann, dachte ich mir ich frage gleich mal noch nach einer neuen Regenhose. Doch der Laden für Ersatzteile hatte keine. Der große Motorradverkäufer daneben leider auch nicht. Total witzig, der hatte einen riesigen Suzuki Schriftzug über dem Eingang und keine einzige Suzuki im Verkaufsraum.

Gegen 10:15 Uhr machte ich mich dann auf den Weg und kaum hatte ich Jaen verlassen fing es schon an zu nieseln. Diesmal hatte ich den richtigen Riecher und fuhr einfach weiter. Ein paar Minuten später hörte es wieder auf.

Die ersten Kilometer waren etwas langweilig, da die Gegend recht flach war, doch dann begannen langsam die Berge. Zu meiner Überraschung gab es hier sogar Reisfelder. Ich dachte immer sämtlicher Reis dieser Welt würde aus Südostasien kommen. So kann man sich täuschen.

Ich fuhr über einige Bergpässe und bekam den ein oder anderen kleinen Schauer ab.

In San Ignacio nutze ich die letzte Gelegenheit nochmal an einem peruanischen Markt anzuhalten und Mittag zu Essen.

Ich hatte ein leckeres Ceviche mit einer Papa Rellena. Als Nachtisch gab’s dann noch einen frischen O-Saft von der Saftbar nebenan.

Gut gestärkt nahm ich die letzte Stunde bis zur Grenze in Angriff.

Der Grenzübergang war super chillig. Kaum ein Mensch dort und absolut kein Verkehr. Ich ging direkt zum Zoll auf der peruanischen Seite, gab ihm meine Papiere und dann der erste Schreck.

Mein Pass war nicht in meinem Brustbeutel.

Nach einer kurzen Panikattacke ging ich zum Motorrad und schaute in meiner Bauchtasche nach. Dort war er dann. Ich habe keine Ahnung wann oder warum ich ihn dorthin gepackt hatte. Aber egal. Ich zeigte ihn dem Zöllner doch der meinte dann, ich müsse zuerst zum Migrationsbüro, der Grenzpolizei. Also ging ich ein Haus weiter und wurde innerhalb weniger Minuten von einer netten Dame abgefertigt.

Dann zurück zum Zöllner, der die Daten meins TIPs schon in den Computer eingegeben hatte. Noch ein schneller Blick auf meinen Pass mit dem Ausreisestempel und ich durfte gehen. Nicht ohne noch schnell ein Selfie mit ihm zu machen. Zöllner in T-Shirt. Was für eine Uniform…

Dann fuhr ich über die Brücke nach Ecuador. Ich wurde als erstes gefragt, ob ich Obst dabei hätte, da man das nicht importieren dürfte. Mir fiel ein, dass ich noch 2 Pitahayas hatte, die ich dann wegwerfen musste. Ansonsten wollte er mein Gepäck aber nicht kontrollieren.

Er schickte mich zur Migration, wo ich auch sehr schnell abgefertigt wurde.

Am längsten dauerte es beim Zoll auf der ecuadorianischen Seite. Der Zöllner fotografierte all meine Dokumente sowie mein Motorrad und schickte alles per WhatsApp in die Zentrale. Dann musste ich ihm noch meine E-Mail-Adresse und Telefonnummer geben, die er ebenfalls dorthin schickte. Es dauerte eine Weile bis ich eine E-Mail vom Zoll bekam in der ein bestimmter Autorisierungs-Code stand. Den fotografierte er erneut und schickte ihn an die Zentrale.

Jetzt hieß es warten bis mein TIP ausgestellt ist. Ich machte in der Zeit ein paar Fotos von seinem Kühlschrank, auf dem etliche Aufkleber von Reisenden klebten und spielte mit den Hunden im benachbarten Kiosk.

Nach geschätzt 20 Minuten rief er mich und wie gingen 3 Häuser weiter zur Migration. Sein Drucker war wohl kaputt und er musste mein TIP bei der Grenzpolizei ausdrucken lassen. Nachdem ich die beiden Ausfertigungen unterschrieben hatte durfte ich weiter.

Und just in dem Moment fing es wieder an zu regnen. Doch bei 26 Grad hatte ich keine Lust auf die Regensachen und wurde lieber nass. Dummerweise war die Straße von hier an bis zu meinem Hotel nicht mehr asphaltiert und der Dreck auf der Straße wurde mit zunehmendem Regen immer schlammiger. Ich fuhr entsprechend langsam und statt einer Stunde brauchte ich 1¾ Stunden bis nach Zumba. Ja, die Ortschaft heißt wie die Latino-Aerobic.

Nach etwa der Hälfte der Strecke hörte der Regen wieder auf und ich hatte nochmal die Gelegenheit ein paar Fotos zu machen. Die Landschaft mit den grünen Bergen und Palmen erinnerte mich ein wenig an Vietnam.

In Zumba hatte ich mir das am besten bewertete Hotel rausgesucht, da es auf Google in paar Rezensionen von Motorradfahrern gab, die die Garage erwähnten.

Ich wurde nicht enttäuscht. Ich bekam ein großes sauberes, modernes Zimmer mit abgetrennter Dusche im Bad und sehr heißem Wasser mit gutem Druck. Und das Bett schien auch seht bequem zu sein. Definitiv eines der besten Hotels, die ich in Südamerika hatte. Und das zu einem Spottpreis von gerade mal 15 Dollar. Wobei ich mich an die Dollar noch gewöhnen muss. Insbesondere wenn die Zahlen dann auf spanisch genannt werden.

Statt „Fifteen Dollars“ musste ich „Quince dollares“ bezahlen.

Auf meinem Zimmer sortierte ich mein Geld um, da ich ja jetzt in Ecuador mit Dollar zahlte und die restlichen Soles nicht mehr brauche.

Da kam dann der 2. Schreck des Tages. Mir fehlten 700 Dollar. Ich bin mit etwas über 1500 Dollar gekommen und hatte 330 Dollar an Anibal gezahlt. Hatte aber nur noch 500 Dollar in meiner Bauchtasche. Wo sind denn die fehlenden 700 hin? Hat mir die irgendwer geklaut? Aber warum nur 700 und nicht alles?

Doch dann fiel mir wieder ein, das ich mein Geld ein wenig verteilte um nicht alles am selben Platz zu haben. Die fehlenden 700 Dollar stecken und der Laptoptasche. Uff, alles gut, nichts passiert. Bis auf einen beinahe-Herzinfarkt. 😉

Nach einer guten Dusche ging ich noch etwas einkaufen. Beim Obst und Gemüse Händler holte ich mir eine Mango und für auf’s Brot eine Avocado und eine Tomate für „Un Dollar y Cincuenta centimos“. Das dauert noch eine Weile bis mein Hirn die spanischen Zahlen mit „Dollars and Cents“ in Verbindung bringt.

Als ich dann ein paar Leckereien beim Bäcker sah, konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir noch was Süßes zum Frühstück für den nächsten Morgen. Und 2 Brötchen. Wenn ich die Dame richtig verstanden habe, geht das, was ich gekauft habe, hier als Vollkornbrötchen durch. Davon war es weit entfernt, doch im Vergleich zu dem was ich hier sonst bekomme, war es sehr lecker.

Für morgen habe ich mal eine kurze Etappe von nur rund 3 Stunden bis nach Vilcabamba eingeplant, so dass ich endlich mal wieder ausschlafen kann. Dort hat mir Silvia, die Dame mit der ich mein Motorrad von Cartagena zurück nach Deutschland verschiffe, die Unterkunft Hostería Paraíso Vilcabamba empfohlen, die sogar einen Pool hat. Vielleicht kann ich den dann am Nachmittag noch nutzen, falls ich in dem Ort irgendwo eine Badehose kaufen kann. Die habe ich nämlich vergessen einzupacken.

Viel Regen und eine tolle Unterkunft

Datum30.01.2025
StartZumba
ZielVilcabamba
gefahrene Kilometer131 km
Kilometerstand36271 km

Obwohl ich ein sehr bequemes Bett hatte konnte ich nicht gut schlafen. Das Bellen der Hunde und das Krähen des Hahns am Morgen hielten mich wach trotz Ohrstöpsel.

Um kurz vor 10 stand ich auf und aß einen Teil der Süßigkeiten, die ich gestern beim Bäcker gekauft hatte. Alles war mir dann doch zu viel.

Ich packte schnell und dann ging es los. Und kaum hatte ich den Ort verlassen begann es auch schon zu regnen. Nicht so viel dass ich die Regensachen hätte anziehen müssen, aber genug damit es genervt hat und ich keine Fotos machen konnte. Laut Google hatte ich nur 3½ Stunde Fahrt vor mir, doch es sollte anders kommen. Der Regen hörte immer mal wieder auf nur um ein paar Minuten später wieder anzufangen, gerade als mein Visier mal trocken war.

Nach der Hälfte der Strecke hielt ich an einer Tankstelle und freute mich über die günstigen Spritpreise. Nur 2,71 Dollar pro Gallone, umgerechnet etwa 0,71 € pro Liter.

Und kaum hatte ich die Ortschaft mit der Tankstelle verlassen ging es wieder los mit dem Regen, doch diesmal deutlich stärker. Ich hielt an und zog mir die Regenjacke an. Die Hose konnte ich nicht anziehen, da ich keinen trockenen Platz fand. Ich muss ja immer die Stiefel ausziehen um die Regenhose anziehen zu können. Das nervt total.

Nach ein paar Kilometern, die ich kontinuierlich bergauf fuhr wurde es dann so kalt an den Händen, dass ich auch meine Handschützer anbrachte. Das in Kombination mit der Griffheizung war schön warm. Doch das Wasser lief unaufhörlich in die Hose und später dann auch an den Beinen entlang in die Stiefel.

Nach knapp 5 Stunden erreichte ich Vilcabamba. Dort steuerte ich sofort ein schönes Resort an, dass Silvia mir empfohlen hatte. Die Dame an der Rezeption wollte zuerst 35$ pro Nacht haben, doch als ich ihr zeigte, dass es im Internet für 25$ angeboten würde, gab sie es mir für 28$. Das war der Preis ohne online Rabatt auf ihrer offiziellen Webseite. Ich ließ mir das Zimmer zeigen und es war toll. Das Bett hätte bequemer sein können, doch ich hatte einen Tisch im Zimmer sowie einen davor. Außerdem noch eine Hängematte und es gab einen Pool und sogar einen beheizten Whirlpool. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals in einem Hotel einen beheizten Whirlpool gehabt hätte.

Ich nahm das Zimmer und nach einer heißen Dusche ging ich in den Ort.

Auf halbem Weg ins Zentrum traf ich auf ein Taiwanesisches Restaurant, das mich irgendwie anlachte. Ich bestellte mir eine Portion Dumplings (diese chinesischen Maultaschen) und als Beilage Broccoli mit Möhren und Knoblauch. Beides super lecker und eine schöne Abwechselung zum sonstigen südamerikanischen Essen. Alles zusammen inkl. Trinkgeld für 10$. Nicht übertrieben für diesen Touristenort.

Im Zentrum am Plaza de Armas angekommen, kaufte ich mir zuerst ein SIM Karte und dann noch eine Badehose und eine Kappe mit Nackenschutz.

Für’s Abendessen holte ich mir dann noch ein Brot. Ein Sauerteigvollkornbrot. Naja, für südamerikanische Verhältnisse. Es hatte zwar die Konsistenz wie amerikanisches Toastbrot, aber es schmeckte sehr lecker. Dazu dann noch eine Avocado, eine Tomate und eine Mango zum Nachtisch.

Zurück im Hotel gng ich dann erst mal in den Whirlpool. Das war allerdings eine dumme Idee. Denn ich wollte auch noch eine Runde im normalen Pool schwimmen. Als ich jedoch in diesen hineinstieg, bekam ich fast einen Herzinfarkt. Doch nach ein paar Bahnen hatte ich mich dran gewöhnt. Und nach ein paar weiteren Bahnen bin ich dann wieder in den heißen Whirlpool gestiegen.

Zum Abendessen fragte ich nach einem Teller, und setzte mich mit meine Sachen an den Tisch vor meinem Zimmer zum Abendessen.

Anschließend schrieb ich noch Tagebuch und überschlug mal, wie viele Tage ich noch in Ecuador sein würde. Ich kam auf etwa 13-16. Falls ich heute Nacht gut schlafe hänge ich vielleicht noch eine Nacht dran. Ich habe schließlich die Hängematte noch nicht ausprobiert. Und der Platz vor meinem Zimmer eignet sich sehr gut um weiter an meinen Reiseberichten und Bildern zu arbeiten.

Ein Tag Urlaub während meiner Reise

Datum31.01.2025
StartVilcabamba
ZielVilcabamba
gefahrene Kilometer0 km
Kilometerstand36271 km

Der Tag begann mit einem guten Frühstück mit Ausblick auf den tollen Garten. Es gab Obst, ein Rührei und ein Brötchen mit Marmelade. Dazu Kaffee und einen gemischten Fruchtsaft (eher Smoothie).

Anschließend legte ich mich in meine Hängematte und beantworte ein paar WhatsApp Nachrichten. Hakim fragte nach ein paar Tipps zum Grenzübergang nach Ecuador. Ich schickte ihm meine ganze Route und meine Hotelempfehlungen. Bin mal gespannt, ob er die gleiche Strecke nimmt, oder lieber abkürzt um ein paar Tage zu sparen.
Vielleicht treffen wir uns in Quito oder sonst irgendwo in Ecuador.
Hier nehmen alle Reisenden mehr oder weniger die gleiche Strecke durch die Berge.

Gegen Mittag ging ich ins Ortszentrum um meine Wäsche in einer Wäscherei abzugeben. Bei der ersten war leider der Trockner kaputt und er wird erst am Montag repariert.

2 Blocks weiter gab es aber eine andere, die meine Wäsche angenommen hat und sogar bis heute Abend fertig macht. Für einen Dollar pro Kilo. Hätte nicht gedacht, dass es in einem so touristischen Ort so günstig ist.

Anschließend kaufte ich mir noch einen Moskitostecker. Der, den ich dabei habe, funktioniert nicht mit 110 Volt. Aber sie hatten zum Glück einen mit Plättchen, so dass ich nur das Gerät kaufen musste und die mitgebrachten Plättchen weiterverwenden kann.
Heute Nacht hatte ich nämlich leider eine Mücke im Zimmer und ich habe den ein oder anderen Stich abbekommen. Und es gab einen super süßen Welpen in dem Geschäft. 😍

Anschließend setzte ich mich auf den Plaza der Armas, der hier Parque de Vilcabamba heißt, und schaute den Tauben zu. Klingt irgendwie nach altem Mann, oder? 👴🏻

Kurz vor 1 ging ich dann nochmal zu dem Taiwanesischen Restaurant. Dort hat es mir gestern sehr gut geschmeckt und die Abwechslung mal was gutes asiatisches zu Essen ist auch schön. Heute probierte ich mal ein Nudelgericht. Hühnchen mit Reis werde ich noch oft genug bekommen.

Den Nachmittag verbrachte ich dann in der Hängematte bevor ich um 17:00 Uhr meine Wäsche in der Reinigung abholte.

Zurück im Hotel war dann Pool Time. Diesmal machte ich es richtig und ging zuerst in den kalten Pool bevor mir dann im Whirlpool irgendwann Schwimmhäute wuchsen.

Im Gegensatz zu gestern, als ich noch ganz alleine im Pool war, war heute high life. Am Nachmittag checkten etliche weitere Gäste ein. Wahrscheinlich Wochenendurlauber die sich alle am Pool versammelten und da irgendwann Happy Birthday gespielt wurde, nehme ich an dass auch irgendwer Geburtstag hatte,

Und die ganze Zeite lief super Musik aus den 70ern. Den Songs meiner Jugend. Ok, ich bin noch nicht soooo alt, aber ich habe früher immer den RTL Oldie Sender im Radio gehört (für alle die, die noch wissen was Radio ist, quasi der Vorgänger von Spotify…).

Geniale Songs wie…
Earth, Wind & Fire – September
Stevie Wonder- Signed, Sealed, Delivered
Bee Gees – Stayin‘ Alive…
The Temptations – My Girl
Tom Jones – It’s Not Unusual
Stealers Wheel – Stuck in the Middle With You
Bill Withers – Lovely Day
Bob Marley – Three Little Birds
Elton John – Bennie and the Jets

Die Milennials, die das lesen, sollten mal danach suchen. Echt gute Mucke.

Am Abend setzte ich mich dann wieder an den Laptop, diesmal am Pool um noch mehr von der guten Musik zu hören. Und ich habe es endlich geschafft, den nächsten Reisebericht zu veröffentlichen. Jetzt bin ich nur noch 7 Tage hinterher.

Ach ja, und als ich heute morgen nochmal mein Gepäck durchsucht hatte, habe ich auch den Salzstreuer gefunden, den ich in den letzten Tagen gesucht hatte. Das heißt das Abendessen, ich hatte wieder Brot mit Avocado und Tomaten, war diesmal gleich doppelt so gut mit einer Prise Salz. Und die Paprika war so intensiv, dass ich in Deutschland wohl nie wieder eine werde genießen können.

Weiter nach Cuenca

Datum01.02.2025
StartVilcabamba
ZielCuenca
gefahrene Kilometer258 km
Kilometerstand36529 km

Nach einem erneut leckeren Frühstück musste ich heute mein Paradies verlassen. Als ich das Motorrad packte, merkte ich, dass ich die letzten 2 Tage unter einem Granadilla-Baum geparkt hatte.

Der Tag begann mit gutem Wetter. Erst hinter Loja fing es mal an für 15 Minuten zu regnen. Ich zog schnell genug meine Regensachen an und blieb trocken.

Später kam ich nochmal in einen kurzen Schauer doch auch den überstand ich trocken.

Gegen Nachmittag setzte ein wenig Müdigkeit ein und ich hielt an, um einen Kaffee zu trinken. Ich bestellte mir einen Café con Leche und bekam eine Tasse heiße Milch und ein Glas Instantkaffee. Sowas hatte ich auch noch nicht…

Die letzten 20 Minuten quälte ich mich durch den dichten Verkehr von Cuenca und dann steuerte ich die mir empfohlene Unterkunft „Tu Prada en Cuenca“ an. Doch die Dame die mir öffnete, meinte, dass sie komplett ausgebucht seien.

Da ich sonst keine Empfehlungen hatte schaute ich auf Booking.com und fand ein schönes Hotel mit Parkplatz und angeblich weichen Betten. Ich fuhr hin und bekam ein Einzelzimmer mit Tisch für den Laptop und bequemen Bett für 25$ pro Nacht. Dafür, dass es ziemlich nah am zentralen Platz liegt geht das völlig in Ordnung.

Und im Gegensatz zu den Autos, dürfte ich den überdachten Parkplatz nehmen. 😊

Nachdem ich ausgepackt hatte, wollte ich nochmal zu Touratech fahren und nach einer neuen Regenhose schauen, die groß genug ist, um sie über die Stiefel drüberziehen zu können.

Doch als ich die Route auf Google Maps starten wollte sagte mir mein Handy, dass der Laden schon geschlossen war. Heute ist ja Samstag und da schloss er schon um 14:00 Uhr. Und morgen ist Sonntag, da hat er ganz geschlossen. 🙁

Werde ich wohl warten müssen, bis ich in Quito bin.

Dann bummelte ich noch durch die Stadt auf der Suche nach etwas zu essen. Für den ersten Hunger aß ich ein Stück Pizza. Definitiv eine der besten in Südamerika.

Dann ging ich zur Markthalle, die zwar schon geschlossen hatte, doch es gab noch ein paar Stände auf dem Platz vor dem Markt. Dort aß ich eine Portion Chorizo mit Bratkartoffeln und Salat. Lecker, aber die Chorizo aus Argentinien oder Peru hat mir noch besser geschmeckt.

Zum Nachtisch wollte ich dann noch ein Churro essen. Der junge Mann meinte allerdings, dass es nicht süß, sondern mit Käse gefüllt sei. Egal, ich nahm es trotzdem.

Von hier ging ich dann zum Parque Calderon, dem Zentralen Platz. Hier in Peru scheinen die Plätze alle „Parque“ zu heißen und Namen zu haben und nicht nur einfach „Plaza de Armas“.

Abgesehen von ein paar Zuhörern bei einem kleinen Konzert an der einen Seite des Parks war ansonsten nicht viel los. Es waren allerdings auch nur 14 Grad.
Ich ging noch zu einem Blumenmarkt in der Straße neben der Kathedrale und dann suchte ich im Handy nach einer Stadtführung für morgen. Blöderweise gibt es nur eine einzige und die wird nur Montag bis Samstag angeboten. Blöd, dass ich ausgerechnet über’s Wochenende hier bin.

Auf dem Heimweg zum Hotel kaufte ich mir noch ein „selbstgemachtes“ Eis. Erinnerte mich an meine Kindheit als wir Orangensaft in Förmchen einfroren und als Eis aßen.

Zu Fuß durch Cuenca

Datum02.02.2025
StartCuenca
ZielCuenca
gefahrene Kilometer0 km (zu Fuß 15 km)
Kilometerstand36529 km

Nach dem Frühstück machte ich mich auf, die Stadt zu erkunden. Zuerst ging ich zum Parque Calderon. Dort war gerade eine politische Kundgebung im Gange bei der Menschen Pappaufsteller des amtierenden Präsidenten dabei hatten. Seltsam…

Ich sah, dass die Türen der Kathedrale geöffnet waren und warf einen Blick hinein. Da gerade eine Messe im Gange war, durfte ich nicht fotografieren. Schade, denn die Kathedrale war sehr beeindruckend. Und im Gegensatz zu Kirchen in Deutschland, voll.

Von hier ging ich weiter zum Blumenmarkt, der vor einer weiteren Kirche stattfand. Auch dort war gerade Messe und auch die Kirche war voll. Obwohl sie keine 100 Meter neben der Kathedrale war.

2 Blocks weiter kam ich dann zum Mercado 10 der Agosto. Keine Ahnung warum die Märkte hier nach Datümern benannt sind.

Die Markthalle bestand aus 2 Stockwerken, unten gäbe es Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch etc.

Das gesamte Obergeschoss war dem leiblichen Wohl gewidmet. Es war erst 11:30 Uhr und ich hatte keinen Hunger, doch als mir eine Dame ein Stück von einem gegrillten Schwein zum Probieren gab, war es um mich geschehen. Ich bestellte mir eine Portion, die unglaublich lecker war. Dazu gab es noch Salat, Mais und 2 gebratene Kartoffelbällchen, die aus Püree gemacht wurde. Quasi Kroketten.

Von hier bummelte ich weiter zum Rio Tomebamba, der mitten durch Cuenca fließt. Ich schlenderte entlang des Ufers bis ich zur Roto-Brücke kam, eine eingestürzte Brücke, von der nur noch ein paar Bögen an dem nördlichen Ufter standen.

Hier verließ ich den Fluss und ging zum Pumapungo Museum, das verschiedene Ausstellungen mit einigen schönen Exponaten beherbergte. Leider waren die Informationen ausschließlich auf Spanisch. Ab und an verwendete ich das Handy um zu übersetzen, doch bei den vielen Fachwörtern, schwächelte der Übersetzer manchmal. Durch einen Hinterausgang konnte man noch in den angrenzenden botanischen Garten.

Nach dem Museumsbesuch ging ich zum Parque San Blas wo ich mir in einem Café einen Eis-Cappuccino bestellte. Anders als in Deutschland, wo es einfach ein paar Kugeln Eis in ein Glas Kaffe gibt, wird hier der Kaffee und das Eis in einen Mixer gepackt und durchgemixt. Habe ich so auch noch nicht gesehen. War aber lecker.

Ich bleib eine Weile in dem Park und checkte die Neuigkeiten in meinen WhatsApp Gruppen.

Als nächstes stand der Mercado 9 der Octubre auf dem Programm. Dort wollte ich mir noch etwas Obst für das Abendessen kaufen, doch im Gegensatz zu den in Google Maps angegebenen Öffnungszeiten, schloss der Markt schon um 15:00 Uhr. Ich war eine halbe Stunde zu spät. 🙁

Da mir in der Stadt auch sonst nirgends ein Obstverkäufer üner den Weg gelaufen war, entschied ich mich nochmal zu dem anderen Markt zu gehen. Der sollte laut Google bis 17:30 geöffnet sein.

Doch als ich ankam, war auch der schon geschlossen. Da ich langsam meine Beine spürte, ging ich zurück in mein Hotel und kaufte mir auf dem Weg einfach noch 2 Ecken Pizza. Eine aß ich sofort, die andere hob ich mir als Abendessen auf.

Zurück im Hotel schaute ich auf meinen GPS Tracker und sah, dass ich gut 15 Kilometer unterwegs gewesen bin. Kein Wunder, dass ich meine Beine spürte.

Ingapirca – geschlossen

Datum03.02.2025
StartCuenca
ZielChunchi
gefahrene Kilometer149 km
Kilometerstand36827 km

Als ich das Hotel verließ, fuhr ich als erstes zu einem Geschäft für Motorradutensilien, das mir jemand aus dem WhatsApp Chat empfohlen hatte. Als ich den Laden betrat, war ich überrascht wie groß er war und wie viele Sachen sie zur Auswahl hatten. Der nette Verkäufer sprach fließend Englisch und ich fragte nach einer Regenhose. Nach der größten die er hätte.

Er brachte mir eine und verkündete, dass sie um 50% reduziert sein und „nur“ noch 75 Dollar kosten würde. Das war mir zu viel, doch ich probierte sie trotzdem an.

Ich bekam sie gerade so über die Stiefel. Im sitzen. Am Straßenrand im stehen würde ich wahrscheinlich umfallen. Ich fragte, ob er noch eine andere hätte. Er brachte mir eine noch eine andere von KTM. Das hätte zwar etwas seltsam ausgesehen, mit KTM Hose auf einer Yamaha, wäre mir aber egal gewesen. Doch die war noch kleiner, trotz XL als Größenangabe.

Also fuhr ich unverrichteter Dinge weiter.

Als nächstes Ziel stand Ingapirca auf dem Plan. Die größte Inca Ruine in Ecuador. Als ich es auf Google Maps auswählte wurde mir angezeigt, dass es heute geschlossen sei. Tja, ich fuhr erst mal in die Richtung und wollte irgendwo nachfragen sobald ich an die Abzweigung komme.

Doch an der Abzweigung gab es keine Ortschaft. Da die Strecke aber schön aussah, dachte ich, ich versuche es trotzdem. Schlimmstenfalls wäre es ein schöner kleiner Umweg.

Dort angekommen sah ich Menschen auf einem der Gebäude. Ich war guter Dinge, doch als ich alles im Motorrad verstaut hatte, sagte mir der Mann am Eingang, es sei geschlossen. Ich könne allerdings einen kleinen Wanderweg entlang gehen, von dem aus man die Ruinen von außensehen kann und der zum „Cara del Inca“, dem Gesicht des Inka führte. Ich konnte meine Jacke und meinen Helm bei ihm in einem Schließfach lassen und ging los.

Es war eine schöne Wanderung, allerdings auf 3100 Metern Höhe mit vielen steilen Auf- und Abstiegen recht anstrengend. Nach einer Stunde war ich wieder zurück am Parkplatz.

Da zug sich der Himmel auch schon wieder zu. Zuerst hatte ich noch die Hoffnung dem schlechten Wetter entkommen zu können, denn in der Richtung in die ich fahren wollte sah es noch recht gut aus.

Doch 2 Ortschaften später fuhr ich auf eine dichte Wolkenwand zu. Ich nutzte die Gelegenheit und machte Mittagspause. Vielleicht wären die Wolken ja in einer halben Stunde weitergezogen.

Ich fotografierte die Webetafel am Restaurant und zeigte beim Bestellen auf das Gericht mir der vielen Soße. Die Dame meinte allerdings, dass es das heute nicht gäbe. Es gab nur Hühnchen oder Camarones (Shripms). Da ich nicht wusste, wie die Shrimps hier in die Berge kommen, entschied ich mich für das Hühnchen.

Vorneweg bekam ich eine sehr leckere Suppe. Diesmal ohne durchgeweichte Nudeln, dafür mit etwas Quinoa, Kohl, einer Kartoffel und einem großen Stück Rindfleisch ohne Knochen.

Dann kam das Hühnchen, das netterweise mit ein wenig Fett kam, so dass der Reis nicht ganz so trocken war. Und auch das war größer als ich es bei so einem Mittagsmenü erwartet hätte. Am Ende bezahlte ich 3 Dollar für alles. Dann sah ich auf einem anderen Schild, dass das Gericht, das ich eigentlich bestellen wollte Guatita hieß. Als ich später danach googelte, stellte sich heraus dass es sich dabei um Stücke vom Kuhmagen handelte. Gut, dass es das nicht gab. Das muss ich wohl in Zukunft vermeiden.

Gut gestärkt ging es weiter. Ich hatte noch ca. 1¼ Stunden vor mir. Doch kurz bevor ich den Ort verließ, fing es an zu regnen und der Himmel vor mir war noch dunkler als vor dem Essen. Ich nutzte ein kleines Mäuerchen am Straßenrand um mir meine Regenhose anzuziehen und fuhr geradewegs in den Regen.

Der hielt bis kurz vor meinem Ziel, Chunchi, an.

Dort hatte ich mir schon vorher das laut Google beste Hotel des Ortes rausgesucht. Das war auch gut so. Es hatte ein paar schöne große Zimmer mit riesigem Fernseher, doch die hatten alle ziemlich harte Betten. Ein einziges Zimmer auf der Innenseite, ohne Fenster, hatte aber ein bequemes Bett, weshalb ich mich dafür entschied. Für insgesamt 25 Dollar inkl. Frühstück und 2 Dollar Parkgebühr. Nicht gerade günstig, aber besser so, als die billige Absteige in Mollebamba.

Das Motorrad musste ich auf einem leider nicht überdachten Parkplatz 3 Häuser weiter parken.

Am Abend ging ich nochmal schnell zum Bäcker gegenüber und kaufte mir 2 Empanadas zum Abendessen. Da die junge Dame nicht auf 20 Dollar rausgeben konnte, musste ich noch zur Apotheke an der Ecke den 20er erst mal klein machen lassen. Tja, so ist das hier in Südamerika.

Morgen geht’s dann weiter nach Ambato am Fuße des Chimborazzo, dem größten Berg Ecuadors und dem am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernten Gipfel.