Kurze Fahrt nach Santa Cruz de la Sierra
Am Morgen ging ich noch einmal ins Zentrum um zu frühstücken. Dabei fand ich am Ende der Touristenstraße (die ich die Tage zuvor gemieden hatte) den alten Markt, der mir bedeutend besser gefiel als die neue Markthalle.
Dort frühstückte ich ein Schinken-Käse Sandwich und trank einen Milchkaffee und anschließend ging ich ein letztes mal zum zentralen Platz um mich von Samaipata zu verabschieden.
Die Strecke nach Santa Cruz de la Sierra war nicht besonders lang, lediglich 120 Kilometer. Die erste Hälfte davon war wieder eine tolle kurvenreiche Bergstraße. Doch rund 50 Kilometer vor Santa Cruz begannen schon die Vororte und dementsprechend lange zog es sich hin bis ich mein Apartment erreichte.
Die letzten Kilometer bei 39 Grad und Ampelkreuzungen alle paar hundert Meter waren recht zermürbend.
Ich war froh, dass ich mich dazu durchgerungen hatte ein paar Euro mehr auszugeben (25€ pro Nacht) und mir ein tolles Apartment zu mieten. Vor allem die Klimaanlage ist jetzt Gold Wert.
Ich fragte meinen Vermieter noch, wie ich am besten mit dem Bus in die Stadt käme, da ich keine Lust hatte hier bei den Temperaturen und dem Verkehr Motorrad zu fahren. Und in der Tiefgarage ist meine Tenere gut aufgehoben.
Ich genoss erst einmal die Kälte der Klimaanlage und setzte mich an den Laptop. Später ging ich nochmal vor die Tür um mir die Haare schneiden zu lassen und etwas zu Essen. In der Nähe gab es ein gut bewertetes Burger-Restaurant.

Stadtbummel und Zoo in Santa Cruz
Am liebsten hätte ich mein klimatisiertes Apartment gar nicht verlassen. Aber da ich nun schon mal in der größten Stadt Boliviens war, wollte ich sie mir auch ansehen.
Ich fuhr mit einem kleinen Bus, den sie hier „Micro“ nennen ins Zentrum und stieg am Parque El Arenal aus. Der war nicht besonders schön, aber ich bekam einen frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück.
Von hier spazierte ich zum Plaza 24 de Septiembre, dem Hauptplatz mit der Kathedrale „Catedral Metropolitana Basílica Menor de San Lorenzo de Santa Cruz“. Dort war gerade Messe.
Neben der Kirche gab es einen kleinen Künstlermarkt, auf dem ich mir eine Empanada gönnte.
Da es schon auf 12:00 Uhr zu ging und ich ja noch nichts richtiges gefrühstückt hatte, bummelte ich langsam in Richtung des Restaurants „El Aljibe“, das mir auf einer Webseite empfohlen wurde. Hier soll es angeblich das beste Majadito in ganz Santa Cruz geben. Natürlich bestellte ich es mir, aber da es mein erstes war, hatte ich keinen Vergleich. Lecker war es allemal.
Zum Nachtisch gönnte ich mir noch ein Eis in einer riesigen Eisdiele und dann suchte ich mir einen Bus zum Zoo.

Das besondere an dem Zoo in Santa Cruz ist, dass er nur einheimische Tiere beherbergt, oder gefangen hält, wie man’s nimmt.
Anfangs war ich etwas enttäuscht von der Trostlosigkeit der Tiere in den kleinen Käfigen. Besonders der Andenkondor, der in Freiheit wieviel Kilometer auch immer am Tag zurücklegt und hier nur dumm rumsitzen kann, machte einen jämmerlichen Eindruck.
Aber später kam ich dann in ein Freiluftgehege mit einigen Vögeln, wie Papageien, Tucanen und Ibisen die dort schon etwas mehr Platz hatten.
Das Aquarium war wieder ziemlich trostlos.
Doch die Freigehege der Krokodile, Wasserschweine, Tapiere, Schildkröten und Nandus sahen wieder nicht mehr ganz so schlimm aus.
Irgendwann ertrug ich die Hitze nicht mehr und fuhr wieder zurück in mein klimatisiertes Apartment.
Am Abend nach Sonnenuntergang als es nicht mehr so heiß war und ich auch kein langärmliges Hemd mehr tragen musste, fuhr ich noch einmal in die Stadt und genoss die Abendwärme auf dem zentralen Platz.

Der Bus den ich zurück nahm, hielt nicht direkt dort wo ich losgefahren bin, sondern einen Block früher wo es einen „Boulevard Gourmet“ gab. Eine nette Bezeichnung für eine Ansammlung von Fastfood-Läden. Dort aß ich nochmal einen Hamburger und dann ging ich die letzten 100 Meter zurück in mein Apartment.
Für morgen wollte ich eigentlich eine Stadtführung buchen, doch die Buchungswebseite funktionierte nicht.
Wiedersehen mit Hakim
Da heute ja kein Stadtrundgang auf dem Programm stand, schlief ich erst einmal bis 11:00 Uhr aus.
Dann machte ich mir einen leckeren Obstteller zum Frühstück als mir einfiel, dass ich ja noch Wäsche in die Reinigung bringen wollte.

Ich hatte 2 normale Wäschereien in der Nähe und einen Self-Service Laden etwa 20 Minuten entfernt. Da ich mir nicht sicher war, ob die beiden ersten, die Wäsche noch am selben Tag machen könnten, ging ich zur Sicherheit in den Self-Service Laden. Falls es dort keine Trockner gäbe, würde ich die Wäsche einfach im Apartment auf den Balkon hängen. Da wäre sie ratz fatz trocken.
Als ich dort ankam, stand dort aber auch eine Dame hinter der Theke und fragte, ob ich die Wäsche abgeben, oder sie selbst machen wolle. Selbst würde 55 Bolivianos kosten, machen lassen 65. Ich fragte, ob sie heute noch fertig würde. Klar, ich könne sie um 15:00 Uhr abholen. Also ließ ich die Wäsche machen und musste so nicht 2 Stunden in dem Waschsalon verbringen. Auch wenn ich mich schon darauf vorbereitet und meinen Laptop mitgenommen hatte,
Auf dem Rückweg aß ich noch zu Mittag in einem sehr vollen Restaurant. Das war ein gutes Zeichen und das Kotelett mit Risotto war sehr lecker.
Zurück im Apartment musste ich erst einmal abkühlen und schaute ein paar YouTube Videos bis 15:00 Uhr. Dann ging ich erneut durch die glühende Hitze zum Waschsalon und gönnte mir auf dem Rückweg noch einen geeisten Milchschake.

Gegen 18:00 Uhr machte ich mich auf den Weg und nahm mir einen Bus ins Zentrum. Ich hatte mich mit Hakim um 18:30 Uhr auf dem zentralen Platz verabredet.
Wir freuten uns, uns nach so langer Zeit wiederzusehen. Vor 74 Tagen hatten wir uns in El Calafate verabschiedet und vor 28 Tagen hatten wir uns in San Pedro de Atacama um einen Tag verpasst.
Jetzt gingen wir erst einmal in den Irish Pub am Plaza 24 de Septiembre, tranken einen Cocktail und plauderten wie es uns jeweils so ergangen ist.

Später gingen wir dann zum Essen ins Restaurant El Aljibe, wo ich tags zuvor schon war.
Gegen 10:00 Uhr verabschiedeten wir uns und währenddessen fuhr gerade mein Bus an mir vorbei. Da ich keine Ahnung hatte in welchem Takt die Busse fahren entschied ich mich schon ein Stück weiter entlang der Busroute zu gehen, da später noch 2 andere Linien auf meinem Heimweg dazu kommen sollten. Ich weiß nicht warum aber während der nächsten halben Stunde kam kein weiter Bus und dann passierte mir das Missgeschick, dass ich an einem großen Kreisel den Überblick verlor und statt geradeaus zu gehen unbewusst links abbog. Da ich mir aber sicher war ich wäre auf dem richtigen Weg, schaute ich auch gar nicht mehr aufs Handy, sondern lief immer weiter und hatte stets die Straße im Auge, ob nicht der nächste Bus käme. Leider befand ich mich auf dem 2. Ring und da fuhren gar keine Busse. Irgendwann war ich die Sache Leid und winkte ein Taxi heran. Erst als ich dem Fahrer auf dem Handy zeigte wo ich hin wollte, fiel mir auf, dass ich nicht kurz vor meinem Apartment sondern an einem ganz Anderen Ende der Stadt war. Ich nahm das Angebot mich für 20 Bolivianos zu fahren gerne an, da ich von hier aus zu Fuß nochmal mindestens 45 Minuten bis nach Hause gebraucht hätte.